Erfahrungen gesucht: Astrofotos ausdrucken

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Martroese

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Hallo zusammen,

Vielleicht hat der ein oder andere beim Thema Astrofotos ausdrucken schon Erfahrungen gesammelt und kann mir ein wenig auf die Sprünge helfen.

Für Weihnachten habe ich ein paar Fotos der Begegnung Wirtanen und Plejaden von letztem Wochenende ausgedruckt.
Ich habe verschiedene Druckstationen und ein Fotostudio mit Sofortservice ausprobiert. Eine Station ist qualitätsmäßig komplett herausgefallen und hat nur grässlich verschmierte Bilder ausgespuckt. Bei den anderen beiden Druckern bin ich mit Qualität im Grunde recht zufrieden.
Aber ich habe das Gefühl, die Astrofotografie trennt in jeder Hinsicht die Spreu vom Weizen bzw. stellt an den gesamten Schaffensprozess extreme Anforderung. Sei es nun die Kamera, Objektive/Optik und eben auch das Ausdrucken. Was bei "normaler" Fotografie noch gut funktioniert und schön aussieht, kann bei Astrofotos schon wieder ganz anders aussehen. Spricht: gaaanz zufrieden bin ich mir dem Ergebnis noch nicht.

Zum einen habe ich festgestellt, dass die Darstellung am PC und das ausgedruckte Foto in der Darstellung unterschiedlich sind. Partien, die am PC nicht so aufdringlich sind, sind am ausgedruckten Foto sehr deutlich bzw. zu deutlich (ein bestimmter Farbstich z.B.).

Deswegen möchte ich mal einen kleinen Erfahrungsaustausch zu dem Thema anregen.

Müssen Astrofotos zum Ausdrucken nochmal besonders bearbeitet werden? Oder sollte man verschiedene Versionen machen und erstmal mit Testdrucken herausfinden, was gut aussieht?
Wirkt hochglanz oder matt besser in Astrodingen? Ich habe jetzt auf Hochglanz gedruckt, kann aber noch nicht sagen, ob mir das so gut gefällt. Könnte mir matt auch gut vorstellen (hab es aber leider nicht ausprobiert).

Würde mich über Erfahrungen freuen.

...achso, wenn das Thema im falschen Bereich ist, bitte ich die Moderatoren, es zu verschieben. Ich war mir nicht sicher, wohin es gehört.

Gruß
Martin
 
Hallo Martin,
das ist kein für die Astrofotografie spezifisches Thema, sondern an sich immer, wenn man Bilder in richtig guter Qualität ausdrucken will. Das Stichwort heißt hier Farb- oder neudeutsch Color Management.
Die Problematik dahinter ist relativ einfach: Dein Monitor arbeitet im RGB Farbraum (selbstleuchtende Farben, additive Farbmischung - R+G+B gibt weiß), beim Ausdrucken verwendet der Drucker den CMYK Farbraum (Farben leuchten nicht selbst, sondern werden von Licht „angeleuchtet“, subtraktive Farbmischung - C+M+Y gibt schwarz).
Bei dieser Umwandlung kann einiges schief gehen und deshalb sind meist die Ergebnisse eines Ausdrucks ein Zufallsprodukt.
Was kann man tun?
1. Schritt: Monitor kalibrieren, d.h. am besten mit einem Messgerät (Colorimeter) die Farbdarstellung des Monitors vermessen und daraus ein Profil erstellen. Das wird dann vom Grafikkartentreiber des PCs verwendet und die Farbdarstellung korrigiert. Finanzieller Aufwand durchaus überschaubar, wenn man nach Einsteigergeräten sucht (Spyder, Colormunki o.ä.). Mit der Monitorkalibrierung hat man schonmal viel gewonnen und wenn man einen ordentlichen Dienstleister für Fotodrucke hat, kann man mit Glück einfach sein Foto im SRGB Farbraum abspeichern und der Ausdruck kommt dann der Darstellung am Monitor sehr nahe.
2. Nächste Stufe des Aufwands wäre nachzuforschen, ob der Druckdienstleister für seine Drucker / Papiere ebenfalls Farbprofile zur Verfügung stellt - also quasi dasselbe, wie Du unter 1. für Deinen Monitor gemacht hast. Wenn ja, kannst Du diese Profile z.B. In Photoshop einbinden (Druckeinstellungen: „Farbmanagement durch Photoshop“ oder so ähnlich, habs grad nicht auswendig parat) und beim Abspeichern sozusagen die Farben für den Drucker angepasst ausgeben.
2b. Wenn Du einen eigenen Drucker verwendest, kannst Du den ebenfalls kalibrieren und ein Profil erstellen. Aber das wird in mehrfacher Hinsicht aufwendig:
a) Du brauchst entweder einen Drucker, der eine Kalibrierungsfunktion eingebaut hat (z.B. haben das viele Plotter / Großformatdrucker) oder zusätzlich einen Scanner.
b) Mit Hilfe eines Scan-Targets kalibrierst Du als erstes Deinen Scanner, damit dieser Farben korrekt einscant (die dann Dein kalibrierter Monitor auch korrekt darstellt).
c) Dann druckst Du mit einer Software für die Druckerkalibrierung das Drucktarget aus (diverse Farbmuster) und scanst diese dann mit Deinem kalibrierten Scanner ein. Daraus kann dann die Software das Profil für Deinen Drucker erstellen
d) „Das Profil für Deinen Drucker“ ist in dem Falle etwas vereinfacht: Da die Farbdarstellung je nach verwendetem Papier (und eigentlich auch nach verwendeter Tinte / Toner etc) unterschiedlich ist, brauchst Du ein Profil für jede Kombination aus Papier und Druckfarbe. Bei hochwertigen Papieren bzw. Druckern kannst Du auch mit Glück von der Hersteller Webseite fertige Farbprofile runterladen.

Diese Kurzbeschreibung hilft hoffentlich als Startpunkt für Deine weitere Recherche.
Zu Farbmanagement gibt es zum Glück inzwischen unzählige Bücher und Beschreibungen, so dass Du Dich bei Interesse tiefer in die Thematik einarbeiten kannst.
 
Hallo Herwig,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die Erklärungen!(y)

So habe ich mir das noch garnicht überlegt, aber ist ja eigentlich klar, dass leuchtende Monitoranzeige und gedruckte Tinte zwei verschiedene Paar Stiefel sind :)
Bei "normalen" Bildern ist mir dieser Unterschied noch nicht soo stark aufgefallen, deshalb dachte ich, dass Astrofotos da vllt besonders heikel sind mit dem vielen Schwarz und den oft feinen Farbnuancen und Strukturen.

Dann werde ich mich jetzt mal daran machen, meinen Monitor zu kalibrieren.

Vielen Dank Dir nochmal (y):)

Gibts sonst noch praktische Erfahrungen zu dem Thema? Was funktioniert gut, evtl welcher Druckdienst oder Untergrund (Papier, matt/glanz, Leinwand etc)?

Gruß und schönen Sonntag
Martin
 
Hallo Martin!

Herwig sagte bereits alles. Auf die Schnelle: Monitor Weißpunkt von 9.300 auf 6.500 Kelvin setzen, nennt sich "paperwhite". Werkseinstellung ist meist 9.300 Kelvin. Das ist zu blau. Altering color dramatically with a single setting: Examining color temperature on an LCD monitor | EIZO

Photoshop kann eine Vorschau in CMYK machen, und das Arbeitsprofil für CMYK sollte ISO FOGRA 39 sein.
What is FOGRA39?

So, also bevor Du alles mit Colormetern kalibrierst: 6.500 K einstellen, Photoshop CMYK-Arbeitsfarbraum einstellen, CMYK Voschau wählen, oder, wenn Du es perfekt machen willst: das Bild im Photoshop von RGB in CMYK umwandeln. Dann gilt: "what you see is what you get" in print. ;)

Die Druckerei tut in der Vorstufe auch nix anderes, als Dein RGB in CMYK umwandeln und druckt es dann. Wenn Du EINE KOPIE in CMYK anlegst, dann bearbeitest und der Druckerei schickst, dann passt das. Nie die Originaldatei überschreiben, behalte bitte das RGB Bild, das hat einen höheren Farbumfang (Farbraum).

(Bei einer Canon DSLR kannst Du als Arbeitsfarbraum in statt SRGB auch Adobe RGB 1998 wählen, das ist auch ein größerer Farbraum als RGB, ich hab das bei Tagesfotos immer so eingestellt, wenn es nachher auf CMYK geht, aber für Nacht und Astro noch nicht verifiziert, da lies mal im Web drüber nach...)

Natürlich kann man auch in CMYK Dinge falsch machen, etwa den Farbauftrag der Kanäle über 320% jagen oder ähnliches, aber das kommt normalerweise nicht vor, wenn man nicht die Regler so verbiegt, dass man das Bild nicht wiedererkennt. :coffee:

lg
Niki
 
Hallo Martin,

ich bestelle meine Bilder bei Targa Fotos und bin zufrieden. Bei der Bestell-Software darf man nur nicht vergessen, zum Schluss nochmal mit einem Rechtsklick auf ein Bild, die automatische Bildoptimierung für alle Bilder zu deaktivieren.
Ich nehme die Abzüge immer in matt, gefällt mir besser.

Gruß,
Holger
 
Wenn das so klappt ist es natürlich spitze! :)

Wenn man bei Galaxien aber hellrote (magenta) Bereiche dünkler sieht, dann ist der Farbumfang schuld. Dann sieht man am Schirm alles schön leuchten, und im gedruckten Bild brechen die Farben dann ein und sind dunkler. Holger, ich denke, bei Dir ist alles richtig eingestellt, Du bist ja für Deine tollen Bilder bekannt... ;)(y)

lg
Niki
 
Material: ich hab mal einen Sternenhaufen auf ein schwarzes Baumwoll-T-shirt drucken lassen - und verschenkt :'( . Sah richtig toll aus! Kann ich mir auch gut bei Widefield-Aufnahmen von z.B. M31 oder Wirtanen & Plejaden vorstellen.
 
Annette, gib´s zu: welchen Sternhaufen hast Du auf ein Shirt drucken lassen und wo fehlt der jetzt am Himmel? ;)

lg
Niki
 
@Demokrat: perfekt beschrieben, niki. farbmanagement am rechner ist nicht ganz einfach und muss auch bis zum ausdruck durchgezogen werden, sonst bringt es nichts.
astro-fotos sind zudem eher dunkel gehalten, da "saufen" dunkle bereiche gerne ab. würde hier also im eine sanfte aufhellung über die gammakurve vornehmen.
und: die besten prints habe ich immer hinter acrylglas machen lassen. auf canvas zu dunkel. acryl gibt den bildern leuchtkraft.

lg
andreas
 
Danke, Andreas - die Materialien spielen eine große Rolle, weil es diesen sogenannten "Druckpunkzuwachs" gibt. Wenn ein Papier oder eine Leinwand "saugt", dann wird der Punks größer, weil er leicht zerfließt. Bai allen Tintenspritzern ist das so. Den Druckpunktzuwachs kann man ebenfalls in PS einstellen, gestrichenes Papier (mit gefüllten Poren) saugt kaum, Zeitungspapier bis zu 30% am Punkt-Durchmesser. Endloses Thema. ;)

Deshalb müssen die Druckdienstleister heute das meiste an Anpassung machen, weil ein "normaler Kunde" das alles unmöglich weiß. Er hat auch keinen Blick, wie das Kontrastverhalten des Mediums tatsächlich ist, weil der Monitor das trotz aller Einstellungen nicht hinbekommt.

Print hinter Acryl kann ich mir gut vorstellen, vor allem das Druckpapier hinten ist entscheidend. Also der Hintergrund. Kann hell/bläulich-weiß-schillernd sein, dann wird die Anmutung brillant. Auf Canvas (Leinwand) wird es dunkler. Der Weißpunkt ist ja immer die Papierfarbe oder Canvas-Farbe. Und legt das hellste Weiß fest. :)

Ich hab noch keine Astrofotos ausdrucken lassen, aber im Prinzip "saufen" alle Farben "ab", und bei dem vielen Schwarz im Bild kann ich mir das vorstellen, was Du schreibst: Gradation mittig etwas erhöhen, um damit den Druckpunktzuwachs auszugleichen. So der nicht speziell eingestellt wurde. Aber however, die Druckerei hat ihre Druckvorstufe, die analysiert alles, was hereinkommt und tut ihr bestes. Wenn also der Schirm mal richtig eingestellt ist, kommt der Druck dann schon halbwegs hin. RGB auf 9.300K geht ich den Acker. Dann schaut das Bild aus, wie aus dem Schlamm gezogen, obwohl es "korrekt" ausgegeben wurde. :eek:

lg
Niki
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Oh hoppla, das ist ja wieder ein weites Feld:eek::D!

Vielen Dank euch für die guten Hinweise(y)

Herwig sagte bereits alles. Auf die Schnelle: Monitor Weißpunkt von 9.300 auf 6.500 Kelvin setzen, nennt sich "paperwhite". Werkseinstellung ist meist 9.300 Kelvin. Das ist zu blau. Altering color dramatically with a single setting: Examining color temperature on an LCD monitor | EIZO

Das werde ich machen (y)

ich bestelle meine Bilder bei Targa Fotos und bin zufrieden. Bei der Bestell-Software darf man nur nicht vergessen, zum Schluss nochmal mit einem Rechtsklick auf ein Bild, die automatische Bildoptimierung für alle Bilder zu deaktivieren.
Ich nehme die Abzüge immer in matt, gefällt mir besser.

Danke für den Tip! Ich meine mich zu erinnern, irgendwo ein Häkchen bei der automatischen Bildoptimierung gesehen zu haben. Das hab ich also schonmal versemmelt :) Werde ich beim nächsten Mal drauf achten ;) Und mal in matt probieren.

Annette, das mit dem T-shirt klingt natürlich auch toll. Ich wollte aber erstmal das Bild als Karte zum verschenken oder aufhängen haben, also in nicht textiler Form :) Aber ich merks mir und vllt gibts dann mal ein schönes Deepsky T-shirt :)

astro-fotos sind zudem eher dunkel gehalten, da "saufen" dunkle bereiche gerne ab. würde hier also im eine sanfte aufhellung über die gammakurve vornehmen.
und: die besten prints habe ich immer hinter acrylglas machen lassen. auf canvas zu dunkel. acryl gibt den bildern leuchtkraft.

Das hatte ich schon vermutet, deshalb hab ich die Helligkeit für die Druckversion in der Gradationskurve ein wenig hoch gezogen. Das Bild hat dann ausgedruckt einen blöden Braunstich bekommen:sneaky:. Kann aber auch meine Bearbeitung oder die automatische Bildoptimierung im Drucker (aus Versehen) schuld gewesen sein.
Auf Acryl klingt auch sehr gut (y)

Gruß
Martin
 
@Niki: "Druckpunktzuwachs". tolles wort, hab das seit 20 jahren nicht mehr gehört. war "Druckformtechniker" und das ist schon etwas her. den beruf gibt es ja auch nicht mehr. hat mir aber viel wissen gebracht bez. profile, referenzkeile, coated, uncoated etc.
die wenigsten user - mich eingeschlossen - besitzen einen kalibrierfähigen schirm. mein imac ist nicht geeignet dafür. und für einen eizo mit colorimeter reicht der platz nicht.
ist ein schwieriges feld. stimmt.

lg
andreas
 
Hallo Andreas!

Ein "Wissender" der Tücken und Geschichte des Druckens... tja, das waren Zeiten damals, ohne Photoshop Bilder zu retuschieren... :) Coated und Uncoated... herrlich. Gut, das gibt´s heute noch. Oder Pantone-Fächer. Am iMac brauchst eigentlich eh keine Kalibrierung, ich hatte früher Eizo, sehe aber heute auch am iMac, wie etwas im Druck kommen wird. Nach 15 Jahren Screen und Print im Vergleich bin ich sehr nah dran.

Die meisten Leute versemmeln das Bild mit den I/O Kurven in der Gradation, weil der Bildschirm mit seinen Farben so schön brillant leuchtet und sie in RGB arbeiten. Auf blauweiß. Es wird der Tag kommen, wo eine Druckvorstufe mit KI (künstlicher Intelligenz) in einer Datenbank nachguckt, was da am Bild zu sehen sein soll. Und dann die M31 so ausdruckt, wie sie gehört, egal, wie verbogen die Vorlage ist. Wetten? Wart´s ab! ;)

lg
Niki
 
die scharze kunst. am sterben. ebv ohne photoshop in der dunkelkammer mit viel chemie, stoppuhr. outlines manuell durch belichten und masken erzeugen. wow, was war photoshop und der mac für ein wunder. eine lino um 5 mio schilling, ein trommelscanner so groß wie ein bus. yo!

KI im Druck? na hoffentlich kann man das abschalten. wenn ich mir die portrait-fotografie und bearbeitung heute ansehe: gephotoshopt bis zum umfallen, alle unebenheiten im gesicht gestrichen, jegliche persönlichkeit auf einen "fiktiven" standard gebracht - ich will das nicht. das ist für mich EBV-Botox.
umgekehrt wäre es für die masse hilfreich...
 
ich mach/kann das nicht. mark macht das auch sicher nicht selbst. das wird wohl eine twitter/snapchat/whatsapp gruppe machen. die haben ja erfahrungen mit selfies.
 
Ja, Andreas!

Ich sehne mich manchmal nach dieser Analog-Zeit. Ich werde vermutlich alt. Noch vermutlicher BIN ich alt. ;)
Schallplatten, Musik zum Anfassen. Ein Scanner, wo sich eine Trommel dreht, Photomultiplier als Signalverstärker. Und ein Fernrohr mit einem Okular, ohne Chip und PC und Stacking.

Als wir Musik machten, war da eine 16-Spur-Tonbandmaschine. Eine 2-ch Revox zum Mastern. Zeig das heute einem Jungen, der kennt das nicht mehr, den "Schnürsenkel", das scratchen am Tonkopf, um den Anschnitt zu finden. War ein cooles Leben damals. Handwerk statt Mausschieben. Haptik statt Bildschirmstarren... alles ist auf den blöden Screen gewandert.

Nur ich scheine noch analog zu funktionieren.
Ein Wunder.
Irgendwie...

:alien:

lg
Niki

PS: Im Photoshop heißt "unsharp mask" ja auch heute noch "unscharf Maskieren" und das ist die Analogtechnik der unscharfen Maske und des Übereinanderkopierens mit dem Original zur Kontrasterhöhung an Kanten... wenigstens manche Begriffe haben es ins Digitale geschafft! :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ach ja, die Analog-Zeit - so habe ich in den 80ern mit der Astrofotografie angefangen, auf Ilford HP5 und TP2415 ;-)
Was habe ich mich geärgert, als mir ein Labor damals einen Film zerschnitten hatte, mitten durchs Motiv. Das ist mir kein zweites Mal passiert und später habe ich dann selbst entwickelt, eine unglaubliche Sauerei ;-)

Aber zurück zum Thema: schonmal darüber nachdgedacht, selbst auf Fotopapier auszudrucken. Aktuelle Fotodrucker sind erstaunlich leistungsfähig und man hat den gesamten Prozess in der Hand. Leider kostet so ein Foto natürlich mehr, als im prof. Labor.
 
Zuletzt bearbeitet:
Leider kostet so ein Foto natürlich mehr, als im prof. Labor.
Hm... was mich eher interessieren würde, ist, wie lange die Tinten am Papier halten. Die Labore haben sicher eine andere Chemie und anderes Papier, als die Home-Printer. Ob sie viel länger halten, weiß ich aber nicht. Wäre interessant. Aber wer hat heute schon ein 20 Jahre altes Inkjet-Foto an der Wand... andererseits: man hat sowieso die Digitaldaten, also wenn der Print nicht mehr schön aussieht, dann kann man es wieder ausdrucken... ;)

lg
Niki
 
Hallo,

wirklich UV-fest sind die wenigsten Farben, da muss eine Folierung aufkaschiert werden oder Glas drauf, wenn es der Sonne ausgesetzt wird. Das trifft Eigendrucke wie gekaufte gleichermaßen.

CS
Jörg
 
Wegen der überragenden Brillanz habe ich meine Astrofotos im Fotolabor auf glänzendes Fotopapier abziehen lassen. Auch hier hilft ein kalibrierter Monitor ungemein bei der Beurteilung der Bilder. Allerdings müssen dabei die Bilder im RGB Modus belassen werden. Wichtig ist, dass die automatische Fotokorrektur abgeschaltet bleibt, da das die Bilder total verfälschen würde. Die Ergebnisse waren damit immer sehr überzeugend. Solche Fotoabzüge gibt es bei einigen Dienstleistern dann auf DIbond Alu oder von hinten auf Plexiglas kaschiert...sieht sehr schön aus...
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für euren Input. Gerade die praktischen Tips und eigenen Erfahrungen mit dem Ausdrucken sind super :)

Aber zurück zum Thema: schonmal darüber nachdgedacht, selbst auf Fotopapier auszudrucken. Aktuelle Fotodrucker sind erstaunlich leistungsfähig und man hat den gesamten Prozess in der Hand. Leider kostet so ein Foto natürlich mehr, als im prof. Labor.

Hm, das klingt natürlich verlockend. Gerade, wenn man auch noch Bilder schnell and den Feiertagen ausdrucken will:D
Aber finanziell lohnt sich das leider für mich nicht. Ich werde erstmal bei den gängigen Dienstleistern versuchen, gute Ergebnisse zu bekommen.

andererseits: man hat sowieso die Digitaldaten, also wenn der Print nicht mehr schön aussieht, dann kann man es wieder ausdrucken... ;)

Dann ist noch die Frage, was sich im Zweifelsfall besser hält über 20 Jahre....:rolleyes::D. So ganz sicher kann man sich bei den digitalen Speicherarten auch nicht sein.

Die Haltbarkeit der Farben könnte man ja in ensprechenden Rahmen mit Glas verlängern.
Wegen der überragenden Brillanz habe ich meine Astrofotos im Fotolabor auf glänzendes Fotopapier abziehen lassen. Auch hier hilft ein kalibrierter Monitor ungemein bei der Beurteilung der Bilder. Allerdings müssen dabei die Bilder im RGB Modus belassen werden. Wichtig ist, dass die automatische Fotokorrektur abgeschaltet bleibt, da das die Bilder total verfälschen würde. Die Ergebnisse waren damit immer sehr überzeugend. Solche Fotoabzüge gibt es bei einigen Dienstleistern dann auf DIbond Alu oder von hinten auf Plexiglas kaschiert...sieht sehr schön aus...

Super! Vielen Dank für Deine hilfreichen Erfahrungen(y):).
Das mit der automatischen Fotokorrektur werde ich mir als erstes merken! Hatte ich versemmelt. Mit dem Drucken auf Dibond oder Plexiglas möchte ich auch unbedingt noch ausprobieren. Dafür hat aber die Zeit vor Weihnachten nicht mehr gereicht :)

Ein Schnappschuss meines bisherigen Ergebnisses. Weihnachtskomet Wirtanen

20181226_230610.JPG


Gruß
Martin
 
Wer selbst druckt, sollte auf hochwertige Tinte und Papiere achten. Hinter Glas bei aufgehängten Fotos erhöht die Haltbarkeit, ebenso die lichtgeschützte Aufbewahrung.
Wer übrigens auf die Idee kommt, Fotos in Drogerien an den SB-Terminals zum Direktmitnehmen auszudrucken: davon kann ich nur abraten, die Qualität ist deutlich sichtbar schlechter, als aus dem Labor.
 
ah.
Es gibt noch was, was man machen kann. Hab ich noch nicht probiert, aber seit Urzeiten schon so ein Kit dafür daheim: https://www.amazon.de/Foto-Transfer-POTCH-Set-Foto-Technik/dp/B00K6E1NTW , und gerahmte Leinwand, die es mal bei Lidl gab.

Dafür braucht man aber einen Farbausdruck auf normalem Papier vom Laserdrucker. Tintenstrahl oder Fotopapier geht nicht.
Der Farblaserausdruck, den ich verwenden wollte, hängt seit Urzeiten am Kühlschrank und ist übrigens noch nicht verblasst. "Urzeiten" = 3 Jahre. Der kriegt im Sommer tüchtig Sonne ab.

Mayhap, dass Laserdrucke für's Verblassen weniger anfällig sind, wisst Ihr das?
 
Ja, das kann ich bestätigen, allerdings kommt meiner Ansicht nach ein Farblaserausdruck nicht an die Qualität eines guten Tintendrucks auf Fotopapier heran. Foto-Transfer Potch eignet sich vielleicht für Mondfotos, aber nicht für Bilder mit feinen Details.
 
Ja, sowas, genau. Mond. Gute Idee. Mein Normalpapier-Laser-Ausdruck wurde zur Kühlschrankdeko, weil ich annehme, dass der aurora-rötliche Süd-Sternenhimmel mit nächtlicher Scheune als Potch-Abrieb auf Leinwand doch nicht gut kommt.
Klasse. Danke! Werd ich demnächst eine Serie Mondfotos machen und endlich doch noch potchen. :)
Dank auch an Martroese für seinen Thread.
 
Potchen, habe ich bisher noch nicht gekannt. Wie geht das vor sich? Habe da ein paar Zweifel, was die Qualität angeht...
 
Ein Laserausdruck wird mit Foto Potch bepinselt. Das Aufnahmemedium Leinwand, Holz, Fels, Glas ... wird auch bepinselt. Dann den Ausdruck aufs Medium legen und blasenfrei festdrücken. 24h trocknen lassen oder 15 Minuten föhnen.
Dann wird mit Wasser und Schwamm die Papierlage weggerrubbelt; der Toner ist nämlich nun fest auf der Leinwand/Holz/Fels/Glas. Statt mit dem verlinkten Foto Potch Set machen Leute das auch mit Acryl-Farbe oder mit anderen wasserlöslichen Klebern.
Auf YT gibt's einige Präsentationen mit unterschiedlichen Mitteln. Auch welche, wo's richtig schiefläuft oder am Ende einklich besch* wirkt, z.B. ein Kinderfoto mit hellen, blassen Farben auf einem Marmeladenglas: viel zuwenig Kontrast zwischen den Bildelementen.

Habe da ein paar Zweifel, was die Qualität angeht...
Die "Qualität" ist hierbei der Effekt eines Fotos auf einem für Fotos ungewöhnlichen Aufnahmematerial.

Screen Shot 2018-12-27 at 14.19.35.png

Fotos auf FELSEN drucken / Foto -Tranferstechnik Potch als Zeitraffer - Ohne Worte in 5 Schritten
 
Hallo Anette,

vielen Dank, das kannte ich wirklich noch nicht...und es sieht in diesem Fall mit den beiden Steinböcken auch ganz hübsch aus. Außerdem kann der/diejenige sich irgendwann die Erdbeeren schmecken lassen. ;)
Wenn ich allerdings daran denke, wieviele Stunden Bildbearbeitung in einem einzigen Astrophoto stecken, um alle Feinheiten herauszukitzeln, ist das schon eher eine Methode, die wohl besser bei Steinböcken auf Felsen aufgehoben ist...:)

Beste Grüße HP
 
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