Unglaublich, wie man sich an vermurkste Monitoreinstellungen gewöhnt...
Absolut! Das GehIrn gewöhnt sich an alles.

Das, was ist, ist für das Ding zwischen den Ohren... die "Wahrheit".
Nur weiß der Drucker das dann nicht...
Das Gehirn setzt den Weißpunkt immer entsprechend der Umgebung und des Lichts. Selbst im Abendrot sieht ein weißes Hemd nicht so rot aus, wie auf einem Foto. Die Kamera hat ja kein Hirn.
Warum sollte ein Monitor die colormetrierten Werte nicht exakt wiedergeben können?
Monitore müssen zumindest qualitativ gut genug sein, um Farbwerte halbwegs exakt wiederzugeben. 10% cyan soll 10% sein, und 48% 48. Die 100% zu kalibrieren klappt meist ganz gut. Also muss der Monitor und die Ansteuerung auch in Ordnung sein, um auch Farbanteile halbwegs korrekt wiederzugeben. Früher - ohne TFT - kosteten entsprechende EIZO (o.ä.) Schirme ein Vermögen. Da geht es um Nuancen, um 10 bit pro Pixel statt 8, etc., um hohe Pixelauflösung (siehe Apples "Retina"), etc.
Wie stellst Du sicher, daß Dein Monitor grundsätzlich die korrekten Farben anzeigt?
Mit einigen grundlegenden Einstellungen, Weißpunkt auf 6.500 Kelvin (paperwhite), Graukeilabstimmung für Kontrast, Helligkeitseinstellung die Sinn macht und nicht überstrahlt und den Vergleich mit einem Proof-Print von der Druckerei.
Zusammen mit 25 Jahren Erfahrung, wie Drucke aussehen, kommt das halbwegs hin, weil das Papier macht ja auch Unterschiede, die man vorher im Photoshop simulieren muss oder beachtet werden müssen. Druckpunktzuwachs, maximaler Farbauftrag, Druckverfahren (Toner, Fototinte, Mehrfarb-Fototinte oder Offset?), der Schirm kann nicht alle Papierunterschiede simulieren. Das muss man in PS dann machen und beachten. Ich kann Schwarz nicht aus 4 x 100% zusammenrühren, das geht theoretisch am Screen aber nicht im Print. 280 - 320 % Gesamtfarbauftrag... da kannst im PS herumregeln, was Du willst, wenn dann hinten nicht was halbwegs normales rauskommt, wird sich das im Druck zeigen. Aber das führ hier zu weit, hier wollen nicht alle Grafiker werden, auch nicht Druckvorstufentechniker.
Dann habe ich die Farbumfangswarnung bemüht, die mir einige winzige Bereiche angezeigt hat, die sich bei Umstellung auf CMYK tatsächlich geringfügig verändert haben.
Wenn das so ist, dann war das Bild sehr ok!

in CMYK-Modus sieht man, wie das Bild gedruckt aussehen wird, wenn man das Bild entweder in CMYK umwandelt (nicht ideal, zumindest nicht ohne das richtige Profil zu kennen und man sollte das RGB unbedingt auch behalten), oder die CMYK-Vorschau wählt. CMYK hat einen kleineren Farbraum als RGB. "Leuchtendgrün" oder "Leuchtendrosa" gibt es im Druck nicht, der Weißpunkt sitzt auf der Papierfarbe.
Wenn man Ha Gebiete also am Schirm toll leuchten sieht, dann muss und wird das im Druck nicht so sein. Deshalb: Vorschau in CMYK. Um bei all dem durchzusteigen, muss man viel über PS lesen bzw. ein wenig über Druckvorstufe, Farbräume, Colormetrie, Farbwahrnehmung, Druckverfahren, etc.
Meistens sind die Sachen heute gut genug, um alle froh zu machen. Die Druckereien versuchen auch, es hinzubekommen, falls ein Bild "unoptimiert" geliefert wird - aber bei Astrofotos kann man besonders heikel sein, hier spielen kleinste Tonwerte eine sehr große Rolle! Und der Rest ist meist sattschwarz. Ein eigenes Gebiet also...
Auch einen guten Rutsch!
lg
Niki