Erfahrungen zu Maksutovs

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Pollux85

Aktives Mitglied
Hallo aus dem Norden!

Nachdem in meinem Anfangsthread schon viele Fragen beantwortet wurden, konkretisiert es sich langsam auf die Qual der Wahl bei der Optik.
Ich habe mir eine EQ5 Pro SynScan gekauft und möchte hierauf eine Optik zur Planetenbeobachtung und für erste kleine Ausflüge in den Deep Sky installieren.
Da die APO Refraktoren gleich im 4-Stelligen Bereich liegen, klammere ich diese einmal aus. Schmidt Cassegrains schrecken mich mit ihrer hohen Obstruktion ab.
Schlussendlich fiel die Wahl auf ein klassisches Newton, oder Maksutov. Dank vieler toller Antworten bin ich nun schon einmal so weit, dass das Newton mit seinem seitlichen Okularauszug eher unpraktisch im Alltag ist. Zudem wäre mit der EQ5 nur ein 150-er möglich.
Alternativ schaue ich mir grade Maksutovs an. Diese gefallen mir von der Kompaktheit und der Tatsache, die Vorteile von Linse und Spiegel etwas zu kombinieren.
Ich habe nachfolgende Maksutovs gefunden und wüsste gerne, ob jemand da Erfahrungen hat? Mir Rat geben kann?



Neben dem Preis wüsste ich gerne, welchen Unterschied die beiden verschiedenen Offnungsverhältnisse bei gleicher Brennweite liefern?
"Lohnen" sich die 300 EUR Differenz?
Ist Bresser bzgl Maksutovs brauchbar?
Ggf. Alternativen?
 
Hallo Tobias,

MCs und SCs unterscheiden sich vom Aufbau und Strahlengang nicht wesentlich.

Beides geschlossene Systeme.
Vorne eine Meniskuslinse beim MC.
Beim SC ist es die Schmidtplatte.
Bei beiden ist der Fang-/Sekundärspiegel auf der Rückseite der Korrekturlinse aufgedampft.
Also Licht fällt vorne durch die Korrekturlinse ein, geht auf den, in der Mitte durchbohrten, Hauptspiegel, wird dort auf den Fang-/Sekundärspiegel geworfen, von dort durch die mittige Bohrung im Haupspiegel in den Zenitspiegel geworfen und dann in das Okular.
Soweit ich weiß spielt die Meniskuslinse eine größere optische Rolle als die Schmidtplatte.

Bei den MCs hast Du auch eine Obstruktion von ca. 25% bis 30%.
Da harperts aber leider teilweise auch an den Angaben der Händler und Hersteller.

MCs werden häufig als "Planetenmaschinen" bezeichnet, sehe ich nicht ganz so.
 
Hallo Tobias,

meiner Meinung nach sind Maks gut für under Sonnensystem und für terrestrische Beobachtungen geeignet. Ich hab mit sowas angefangen und Deepsky war für mich selbst unter dunkelstem Himmel in Lappland eine herbe Enttäuschung.

Erst mit dem Celestron C8 machte Deepsky wirklich Spaß. Allerdings geht das auch mit einem Skywatcher 120/600 Startravel sehr gut. Der ist halt nix für Planeten. So hat jedes Teleskop seinen Himmel.

CS.Oli
 
Hallo.

Kann mich da Tobias nur anschließen.
Für deepsky würde ich einen Mak nicht als erste Wahl sehen.
Wenn es nicht grad die hellsten Fackeln am Firmament sind, wird da nicht viel durchs Okular kommen.
Da dann doch eher einen 150er Newton wenn es paralaktisch bleiben soll.

Wenn du trotz alledem fest entschlossen bist bei einem MAK zu bleiben, dann nimm den 152er.
dieser wird dir etwas mehr Licht in die Pupille bringen ^^

Ich habe einen 127/1500. Und da kommt schon wenig an.
Bei 1900mm Brennweite wäre es noch weniger.

Ich schreibe hier nur über den Lichteinfall.
Zur Quallität beider genannten MAK's kann ich nichts sagen.

Gruß
Markus
 
Hallo.

Kann mich da Tobias nur anschließen.
Für deepsky würde ich einen Mak nicht als erste Wahl sehen.
Wenn es nicht grad die hellsten Fackeln am Firmament sind, wird da nicht viel durchs Okular kommen.
Da dann doch eher einen 150er Newton wenn es paralaktisch bleiben soll.

Wenn du trotz alledem fest entschlossen bist bei einem MAK zu bleiben, dann nimm den 152er.
dieser wird dir etwas mehr Licht in die Pupille bringen ^^

Ich habe einen 127/1500. Und da kommt schon wenig an.
Bei 1900mm Brennweite wäre es noch weniger.

Ich schreibe hier nur über den Lichteinfall.
Zur Quallität beider genannten MAK's kann ich nichts sagen.

Gruß
Markus
Ja der 152er wird mir auch sympathisch langsam...
noch einmal für den Laien: Inwiefern spielt bei MAKs die Brennweite eine Rolle bzgl der Lichtmenge? Wo geht da etwas verloren? Ich dachte maßgeblich sei vor allem die Öffnung. Wenn ich ein 152/1900 und ein 152/1500 nebeneinander stelle, wo liegen dann die Unterschiede in der Helligkeit?
 
Wenn du noch gar keine Optik hast, ist es visuell auch schwer zu erklären.

Ein Zoomfernglas (falls vorhanden) würde dir einen ersten eindruck vermitteln.
Zoomst du rein wirds größer aber dunkler. Zoomstdu raus, wirds kleiner aber heller.

In der Fotografie würde man sagen, es kostet dich z.B. 4 Blendenstellungen oder du brauchst Xfach mehr Belichtungszeit.

Solltest du evtl. eine Anfängeroptik haben, die dich auf den Geschmack gebracht hat, dann wechsel dort mal von z.B.
20mm Okular auf 10mm oder besser 6mm Okular.
Der gleiche Effekt wie in etwa beim Zoomfernglas.

So ganz ohne eigene Erfahrung ist es visuell wirklich schwer zu erklären.

Du schriebst am Anfang du möchtest in die Planetenbeobachtung einsteigen und erste Eindrücke von Deepsky.
Für Planeten ist mehr Vergrößerung nützlich. Also der 127er.
Für Deepsky aber eher ein schnelleres Öfnungsverhältnis oder weniger Brennweite.
Somit eher der 152er.

Von daher würde ich wahrscheinlich zum 1500er greifen.
EVTL. muss der HExafok später zur Fotografie mit einer Verlängerungshülse ergenzt werden, die du gegen den Zenitspiegel austauscht.
 
...
noch einmal für den Laien: Inwiefern spielt bei MAKs die Brennweite eine Rolle bzgl der Lichtmenge? Wo geht da etwas verloren? Ich dachte maßgeblich sei vor allem die Öffnung. Wenn ich ein 152/1900 und ein 152/1500 nebeneinander stelle, wo liegen dann die Unterschiede in der Helligkeit?

Bilde einfach jeweils den Quotienten aus Brennweite / Öffnung, dann bekommst Du Quasi die Blendenwerte wie in der Fotografie.
Der Unterschied ist auch visuell erheblich. Das fällt richtig auf, wenn ich meinen f7.5 Refraktor mit meinem f10 MAK vergleiche: Das Bild im MAK ist dunkler ... genauso liefert ein anderer f6 Refraktor ein deutlich helleres Bild als o.g. f7.5 Refraktor, obwohl er nur die gute Hälfte der Öffnung des f7.5er hat. Der Effekt ist unabhängig von der Öffnung.
 
f/x ist wie die Blende beim Fotoapparat. Schnell = große Blende (kurze Belichtungszeit) = f/x<6 (sag ich mal so). Langsam = kleine Blende (lange Belichtungszeit).

Hat alles mit der Öffnung nix zu tun.

Durch Öffnung kommt dann die Auflösung. Heißt: ein 60mm APO mit f/4 belichtet kurz und löst wenig auf. Ein 150er APO mit f/4 belichtet auch kurz und löst viel auf. Gleichzeitig ist bei schnellen Optiken aber auch die Brennweite gezwungenermaßen kleiner, demnach vergrößert die Optik auch weniger. Das heißt: man sieht mehr Feld ("Weitwinkel").

Ein Mak hat durch den inneren Spiegel aber auch eine "Einschränkung" der Öffnungsfläche. Ein Refraktor hat keinerlei Obstruktion (so nennt man das wohl). Ein Newton hat auch eine Obstruktion durch den Fangspiegel. Ein 90er Mak ist wohl vergleichbar mit einem 80er Refraktor (oder schlechter). Ich hatte mal einen 66er ED Apo. Und der 90er Mak war besser.

Ich hatte mal ein Maksutov Newton von Intes Micro (den irgendwie keiner haben wollte). Da war der Spiegel so klein, dass es annähernd so "gut" sein sollte wie ein Apo-Refraktor. Weil es aber recht schwer war, konnte ich es selten nutzen und irgendwann hab ich es verkauft.
 
Hallo Peter,

also Deinen Beitrag sollte man so wirklich nicht schreiben, weil einfach sichergestellt ist, dass nur Unfug hängen bleibt. Für die Fotografie ist das sehr richtig, aber das sollte rot dran stehen.

Richtig ist die einfache Darstellung, dass Teleskope gleicher Öffnung bei gleicher Vergrößerung gleich hell abbilden! Abzüglich unterschiedlicher Verluste beim Weg durch die Optik, wenn andere Verspiegelungen, Vergütungen und Glassorten für Unterschiede sorgen.

Wenn Geräte mit unterschiedlichen Öffnungsverhältnissen mit jeweils dem gleichen Okular oder der gleichen Okularbrennweite bestückt, dann führt das zu unterschiedlichen Bildhelligkeiten (gemessen als Durchmesser des Austrittspupille, kurz AP genannt).

Wenn Geräte mit unterschiedlichen Brennweiten mit jeweils dem gleichen Okular oder der gleichen Okularbrennweite bestückt werden, führt das zu unterschiedlicher Vergrößerung.

Bei gleicher Vergrößerung (durch passende Okularbestückung) bilden Teleskope mit größerer Öffnung heller ab (im Rahmen der durch das menschliche Auge vorgegebenen Bedingung von maximal möglichen 7mm AP Durchmesser).

Wenn man nun an einen Mak denkt, dann würde ich folgende tpyischen Eigenschaften einwerfen:
- Kompakt, geringe Änderung der Einblickhöhe, geringe Hebelmomente auf jedweder Art von Montierung
- Bei kleinem Öffnungsverhältnis (f/15 ist klein): Kompatibel mit so gut wie jedem Okular, im Rahmen der Vergrößerungsgrenzen. Da weniger als 7mm Okularbrennweite nicht sinnvoll sind, ist der Einblick zumindest ohne Brille bei praktisch jeder Okularbauart erträglich oder besser.
- Speziell beim Mak gilt, dass jene Maks mit rein sphärischen Flächen in Serie gut vom Band fallen, weil Sphären ganz offensichtlich gut in Serie zu fertigen sind. Maks mit Bedarf für Asphären sind entweder teuer und dann durch die entsprechenden Qualitätsansprüche gut, oder aller gründlichst... entschuldigung: _[zensiert]!_
- Speziell beim SC gilt, dass das Design ein Wenig überholt erscheint angesichts moderner Abwandlungen wie ACF. Wenn aber die Asphören beim SC gut poliert und gelungen sowie kollimiert sind, tut ein SC das gleiche wie ein Mak mit vergleichbaren Parametern. Da kann man nun über Randfehler zanken, aber das sieht eh kaum einer.

Clear Skies
Sven
 
ich muss sagen, ich stehe gerade, wie Pollux85 auf dem Schlauch...

Als fazitäres Conclusio der vorherigen Aussagen (Der_Peter) würde das bedeuten, in einem, z.B. 8"/f20-Schiefspiegler kommt dann visuell so gut wie gar kein Licht mehr an?
Richtig ist, dass fotografisch das Öffnungsverhältnis eine der wichtigesten Kenngrößen einer Optik ist (eigentlich sollte man nicht den geometrischen f-Wert, sondern den, aus der Kinobranche stammenden t(ransmissions)-Wert nehmen - ist realistischer). Je kleiner f, desto kürzer können/brauchen FLÄCHIGE Objekte belichtet werden.
Visuell ist das Öffnungsverhältnis im Prinzip Murks und Mulle, da entscheidet die Austrittspupille - respektive die Okularbrennweite über die Bildhelligkeit/Vergrößerung.
Korrekt ist aber auch, ein Maksutov mit f=1900mm benötigt etwa eine Okularbrennweite von 75mm um eine übliche Übersichtsvergrößerung mit einer Austrittspupille von ca. 6mm zu liefern. Da wird dann Fangspiegel und das Blendrohr samt OAZ zum Flaschenhals. Das ist aber ein konstruktionsbedingtes(!) Problem aller amateurüblichen MC's und SC's

viele Grüße - Ronald

PS.: da hatten andere (Sven_W) schneller Bauchschmerzen bei dem lauf des Threads... ;)
 
Bilde einfach jeweils den Quotienten aus Brennweite / Öffnung, dann bekommst Du Quasi die Blendenwerte wie in der Fotografie.
Der Unterschied ist auch visuell erheblich. Das fällt richtig auf, wenn ich meinen f7.5 Refraktor mit meinem f10 MAK vergleiche: Das Bild im MAK ist dunkler ... genauso liefert ein anderer f6 Refraktor ein deutlich helleres Bild als o.g. f7.5 Refraktor, obwohl er nur die gute Hälfte der Öffnung des f7.5er hat. Der Effekt ist unabhängig von der Öffnung.
Ok! Kapiert! ?
 
Sorry für meine sehr stark vereinfachende, kurze, aber offenbar "kapierte" Darstellung meiner visuellen Wahrnehmung.
Sie ist wissenschaftlich höchst unvollständig und berücksichtigt weder Lösungen zur Speziellen Relativtätstheorie noch Einflüsse auf quantenmechanischer Ebene. ;)
 
Meines Wissens spielt die Blende visuell keine Rolle, weil das Auge ja kein Licht über die Zeit sammeln kann! Das heißt visuell ist nur die Austrittspupille interessant. Die errechnet sich aus Öffnung durch Vergrößerung. Die Vergrößerung errechnet sich aus Teleskopbrennweite durch Okularbrennweite. Ein Beispiel:

zwei Refraktoren:

Nr. 1: 100 mm Öffnung mit 1000 mm Brennweite = Öffnungsverhältnis f/10 oder Blende 10
Nr. 2: 100 mm Öffnung mit 500 mm Brennweite = Öffnungsverhältnis f/5 oder Blende 5

Fotografisch ist der 2. Refraktor "schneller", also halbe Belichtungszeit zum Refraktor Nr. 1

Visuell haben aber beide Teleskope bei gleicher Vergrößerung ein gleich helles Bild! Beispiel:

100fache Vergrößerung

Refraktor Nr. 1 mit 1000 mm Brennweite mit 10 mm Okular - AP = 100 mm Öffnung / 100fache Vergrößerung = 1 mm AP
Refraktor Nr. 2 mit 500 mm Brennweite mit 5 mm Okular - AP = 100 mm Öffnung / 100fache Vergrößerung = 1 mm AP
bleibt sich also gleich. Das heißt das Bild ist gleich hell, obwohl es sich im einen Fall um eine f/10 Optik und im anderen um eine f/5 Optik handelt!

Wird aber an beiden Teleskopen das gleiche Okular verwendet, dann ist das Bild am 1000 mm Refraktor natürlich deutlich dunkler. ABER dafür ist die Vergrößerung ja auch doppelt so hoch und dadurch die Austrittspupille halb so groß. Nur wegen dieser kleineren Austrittspupille durch die höhere Vergrößerung wirkt der Refraktor mit der größeren Brennweite visuell in diesem Moment dunkler.

CS.Oli
 
Danke an alle Kommentatoren... Was ich hier heute schon wieder alles gelernt habe... Wirklich toll, wenn eine Community Neulingen so viel Zeit widmet!
Ich lande bei meiner Suche nach einem guten Kompromiss für Planetenbeobachtung und hellere DeepSky Objekte wie z.B. M81/M82 immer wieder bei folgender Optik:
Wäre diese visuell für beides geeignet? Wir sprechen wohlbemerkt vom Anfänger Niveau! Fotografie würde ich vorerst nur mit der klassischen Piggyback DSLR im Weitwinkel, oder mit meinem Tele APO betreiben...
 
Hallo,

für Mond/Planeten ok, für größere DeepSky Objekte weniger geeignet. Maximales Gesichtsfeld mit Standardokularen (zB. Meade/Bresser Ananas, f=40mm, EGF=68°, V=47.5x) ca. 40 Bogenminuten. Das bedeutet der Vollmond (ca. 30') mit etwas 'Fleisch' drumherum paßt ins Gesichtsfeld, mehr nicht.

Für etwas mehr benötigt man Okulare die erheblich teurer sind. Letztendlich wird aus dem Kübel aber niemals ein Genußfernrohr für großflächige Nebel werden.

Gruß, Gerd
 
Hallo,

für Mond/Planeten ok, für größere DeepSky Objekte weniger geeignet. Maximales Gesichtsfeld mit Standardokularen (zB. Meade/Bresser Ananas, f=40mm, EGF=68°, V=47.5x) ca. 40 Bogenminuten. Das bedeutet der Vollmond (ca. 30') mit etwas 'Fleisch' drumherum paßt ins Gesichtsfeld, mehr nicht.

Für etwas mehr benötigt man Okulare die erheblich teurer sind. Letztendlich wird aus dem Kübel aber niemals ein Genußfernrohr für großflächige Nebel werden.

Gruß, Gerd
Diesen Nachteil haben ja viele MAK und SC... Leider muss ich irgendwo Abstriche machen! Da bei meiner städtischen Wohnsituation im Alltag eher Planetenbeobachtung ein Thema ist, stelle ich den Deep Sky mal etwas hintenan... Aus Hamburg raus muss man schon ganz schöne Strecken fahren. Das wird im Alltag seltener vorkommen!
 
Diesen Nachteil haben ja viele MAK und SC... Leider muss ich irgendwo Abstriche machen! Da bei meiner städtischen Wohnsituation im Alltag eher Planetenbeobachtung ein Thema ist, stelle ich den Deep Sky mal etwas hintenan... Aus Hamburg raus muss man schon ganz schöne Strecken fahren. Das wird im Alltag seltener vorkommen!

Ja, man kann nicht alles haben. Der Mak ist sicher ein guter Anfang deswegen, weil man ihn oft benutzen wird.
 
Hallo,

Ich habe nachfolgende Maksutovs gefunden und wüsste gerne, ob jemand da Erfahrungen hat? Mir Rat geben kann?

ein Kollege von mir hat einen Skywatcher Skymax 127/1500er Mak und fotografiert (bzw. filmt) damit Planeten. Das Gerät ist im Vergleich zu meinem C8 recht klein und handlich.
Als Nachteil sehe ich die lange Auskühlungszeit im Vergleich zum Newton. Wenn man das Teil auf einem Balkon auskühlen lassen kann, dürfte es aber kein Problem sein.

Gruß
Ronald
 
Hallo Tobias,

nein, ein Mak mit f/12,5 ist diesbezüglich kein guter Kompromiss. Dem Gerät mangelt es an der Fähigkeit, große Himmelsausschnitte zu zeigen und diese hell wiederzugeben. Maximal ist ein 56mm Okular denkbar, eventuell mit Glück ist ein 60mm Okular aufzutreiben. Das ergibt 34-fache Vergrößerung und als Bildhelligkeit 4,4mm AP bei einem nur 50° kleinen scheinbaren Gesichtsfeld. Der wahre Himmelsausschnitt theoretisch knapp unter 1,4° groß, vermutlich endet die Ausleuchtung des Maks aber schon etwas früher. Aber sagen wir mal das passt.
Für die Planetenbeobachtung schlägt die Obstruktion von fast 30% negativ zu Buche - in der Hoffnung, das die 45mm Fangspiegeldurchmesser auch wirklich die Obstruktion bestimmen. Je nach Blendrohr-Auslegung könnte noch etwas mehr abgeschattet werden. Das ist für die Planetenbeobachtung auch nicht ideal.

Man kann das nutzen, für beides und zwar durchaus auch schön, aber die optischen Kompromisse werden für die kompakten Abmessungen eingegangen. Man sollte unbedingt prüfen, ob man diese Kompromisse braucht, bzw. sie mit anderen Kompromissen gegenrechnen. Beispielsweise ist ein Newton 150/1200 deutlich besser aufgestellt. Je nach Produkt (nur Angebote mit 2" Auszug kommen in Frage) mit 34,5mm Fangspiegeldurchmesser und so nur noch 23% linearer Obstruktion, dank f/8 der Möglichkeit, bei 55mm Okularbrennweite fast 7mm AP zu erreichen, bei zwar immer noch 50° scheinbarem Feld aber einem wahren Himmelsausschnitt von fast 2,2°. Bei 40mm Okularbrennweite sind in 2" weitwinklige 70° kein Problem mit immer noch 5mm Ap. Das lässt sich dann deutlicher für Deepsky nutzen. Die für die Höchstvergrößerung benötigten Okularbrennweiten sind noch recht gut machbar, im Bereich 5mm bis 7mm spielt sich das meiste ab, ein 4mm bleibt speziellen Dingen vorbehalten. Das ist nicht mehr so einfach, wie bei f/15, aber die breite Masse der Okularreihen deckt diese Brennweiten ab. Was das Teleskop günstiger ist, wird und kann ruhig in die Montierung fließen - aber der 6" Mak ist auch nicht wirklich auf einer EQ-3 zu Hause. Aber das Ding ist halt 110cm lang, und das ist der Nachteil eines solchen Newtons (und ein Refraktor ist auch nicht kürzer, nur noch deutlich schwerer und mit einer guten Planetenoptik, also mindestens ED Apo, utopisch teuer).

Man sollte einfach wissen, dass bei allen Cassegrains die kompakte Konstruktion im Vordergrund steht. Wenn man die nicht braucht, ist der Kompromiss einfach zu groß. Und da oben schon von Auskühlung die Rede ist: Es ist nicht richtig, davon zu sprechen, dass ein 150mm Mak schnell startbereit wäre. Es geht schon, aber es ist nicht ideal. Man hat einfach noch zu leicht und zu lange einen Warmluftkeil im Gerät. Den Bresser Messier 150/1900 hatte ich mal als Testgerät, einen Bresser Messier 127/1900 nutze ich als "Grab'n Go" und mein 180/2700 Skymax hat hier ja schon in seiner silbernen Isomatte Aufmerksamkeit erregt. 150/1200 kenne ich eine ganze Reihe. Meiner ist bei mir hängengeblieben, als der Kurs für OTA auf dem ATT auf 50 Euro zusammengebröselt war. Wenn man sich da wirklich nicht entscheiden kann, dann nimmt man doch einen Mak-Newton. Dann sind sie Spikes auch noch weg.
Jedenfalls würde ich das mal in die Kompromiss-Suche einfließen lassen. Einen Mak nur dann, wenn ein langer Tubus nicht geht. (Hat da wer grad Goto gesagt???)

Clear Skies
Sven
 
Hallo Tobias,

bezüglich dessen was Sven schreibt, brauchst Du die Kompaktheit?
Von wo willst Du beobachten? Du schreibst ja, das das mit dem Rausfahren eher problematisch ist.
Balkon, Garten... ...
 
Ich glaube bei Tobias hat sich einfach die Idee mit dem Mak festgefressen... war bei mir damals auch so, allerdings ohne Forum. Der Händler konnte mich nicht davon abbringen. Ging damals aber auch drum, dass ich nicht wusste ob ich bei der Astronomie überhaupt bleibe und für Tagesbeobachtungen ist ein Mak wirklich super.

Es ging sehr lange bis ich von der Idee dann abkam. Ich wollte nach dem 4" Mak sogar noch ein größeres kaufen, was mir dann hier im Forum ausgeredet wurde. Zum Glück. Das sind einfach zu spezielle Geräte und wenn man etwas universeller aufgestellt sein will, ist der Newton die bessere Wahl. Wenn man es kompakt haben will das C8, wenn man halbwegs was von DSOs sehen will. Oder eben ein 5" Refraktor.

CS.Oli
 
Am flexibelsten wäre halt z.B. ein 200/1200er Dobson, wenn kein Balkon stört. Dazu dann einfach eine Montierung, auf die dann erstmal nur die Kamera mit dem Objektiv kommt.
Visuell wären damit Planeten UND DeepSky Beobachtungen abgedeckt, Astrofotografie möglich und alles wäre auch ausbaufähig.
Auf Grund der ganzen Ausschlusskriterien bleibt aber halt nicht mehr viel übrig.
Am besten wäre es, vorher mal durch verschiedene Teleskope durchzugucken, um dann entsprechende Prioritäten zu setzen.

Gruß
Ronald
 
Hallo,

Ich lande bei meiner Suche nach einem guten Kompromiss für Planetenbeobachtung und hellere DeepSky Objekte wie z.B. M81/M82 immer wieder bei folgender Optik:
Wäre diese visuell für beides geeignet? Wir sprechen wohlbemerkt vom Anfänger Niveau! Fotografie würde ich vorerst nur mit der klassischen Piggyback DSLR im Weitwinkel, oder mit meinem Tele APO betreiben...

ja natürlich der MAK lässt sich universell verwenden und ist für DS und Planeten gleichermaßen gut geeignet, auch DS Objekte mit geringerer Flächenhelligkeit sind möglich. Das einzige was der MAK nicht kann sind besonders große Felder.
Wobei auch bei 1900mm Brennweite und 2“ Okularen immerhin noch über 1,4° drin sind.
Das ist immerhin fast 3 mal der Vollmond.
Für dunklere DS Objekte benötigst du eine große AP wobei max. 7mm sinnvoll sind.
Bei Lichtverschmutzung muss man aber deutlich unter 7mm bleiben.
Hier ist je nach Ausmaß der Lichtverschmutzung eine AP von 4 bis 5mm sinnvoll.
Die AP berechnest du in dem du die Öffnung durch die Vergrößerung teilst.
Sie bestimmt wie hell die Objekte gezeigt werden.
Handelsübliche Okulare gibt es bis 50mm Brennweite. Für den 152mm Bresser MAK wäre für maximale AP und maximales Feld dieses Erfle sehr gut geeignet.

Es bietet mit 47mm Feldblende das Maximum was mit 2“ möglich ist und das sind dann bei 1900mm Brennweiten immerhin über 1,4°.
Gleichzeitig erreichst du einen Vergrößerung von 38 fach und damit eine AP von 4mm.
Wie gesagt die AP bestimmt wie hell das Bild ist und wie du siehst liegst du mit 4mm durchaus gut so das du nicht nur helle sondern auch dunklere DS Objekte gut beobachten kannst.
Wenn du in Stadtnähe beobachtest ist deutlich mehr wie AP 4mm ohnehin meist nicht sinnvoll.
Wer es drauf anlegt kann aber jederzeit auch einen Reducer verwenden um noch größerre APs zu erreichen.
Du bist bezüglich AP und damit Helligkeit des Bildes also nicht eingeschränkt und kannst prinzipiell ein genauso helles Bild erreichen wie am F4 Newton.

Zum Schluss will ich dir noch eine Alternative zu dem sehr gut geeigneten MAK aufzeigen die ebenfalls sehr gut für dich geeignet ist.

Ein klassischer Cassegrain mit nahezu den gleichen Eckdaten wie der MAK.
Das für den MAK gesagte gilt daher hier genauso.
Der auffälligste Unterschied ist die offene Bauweise.
Das hat den Vorteil das das System deutlich schneller auskühlt aber den Nachteil das eine Spinne nötig ist die Spikes erzeugt.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo alle zusammen! So... nachdem ich den Input jetzt mehrfach gelesen habe, werde ich mal antworten. Ich habe, wie bereits erwähnt, eine EQ5 Pro SynScan gekauft. Folglich sind u.a. Dobsons raus! Ich suche eine Optik für die EQ5. Beobachtet wird zu 90% in der Stadt. Dadurch ist der DeepSky etwas zu vernachlässigen. Da kein eigener Garten vorhanden ist, wird relativ oft transportiert werden müssen. Und sei es nur auf die Dachterrasse. In der Tat scheinen mir die kompakten Abmessungen des MAC als sehr schön. Ein 1200er Newton ist mir zu klobig. APOs zu teuer. SCs haben noch mehr Obstruktion als MAKs...
Es bewahrheitet sich, dass man in der Astronomie von 50 Leuten 100 Antworten erhält ? ...Mir hat heute teilweise echt schon der Kopf geraucht. Der begrenzte Bildausschnitt des MAK ist in der Tat unschön, jedoch eher bei DeepSky von Relevanz.
Wandern durchs Sonnensystem 90%
DeepSky 10%
Die komfortable Position des Okularauszugs spricht finde ich ebenfalls für ein MAK. Beim Newton ist man da ständig am Tubus drehen.
Ebenso muss das MAK weniger oft justiert werden als ein Newton.
Ich glaube Ihr merkt, dass ich im Ergebnis des heutigen Tages tatsächlich etwas festgenagelt bin. ?
Gute Güte das ist aber auch ein Input aus Physik, Mathematik, Optik und Fachvokabular... ich fühle mich derart naiv und uninformiert. Aber heute habe ich viel Neues erfahren.
 
Hallo Leute,

Ich habe mir eine EQ5 Pro SynScan gekauft und möchte hierauf eine Optik zur Planetenbeobachtung und für erste kleine Ausflüge in den Deep Sky installieren.
Da bei meiner städtischen Wohnsituation im Alltag eher Planetenbeobachtung ein Thema ist, stelle ich den Deep Sky mal etwas hintenan... Aus Hamburg raus muss man schon ganz schöne Strecken fahren. Das wird im Alltag seltener vorkommen!

es wäre schon sinnvoll erstmal zu lesen worum es hier überhaupt geht bevor wieder die 0815 Newton Beratung gestartet wird.
Also Hamburg da ist eine besonders große AP unsinnig.
Da sind die AP 4 mm die hier sehr einfach möglich sind optimal.
Die EQ5 die hier benutzt werden soll verträgt keinen 200/1200 Newton.
Mit Schwerpunkt Planeten in der Situation ist ein MAK ideal.
Ich hab das Gefühl Tobias weiß trotz Anfängerstatus schon sehr gut was für seine Zwecke geeignet ist.

Grüße Gerd
 
Danke Gerd ??? ...da musste ich grade etwas Lachen.
Dennoch finde ich es super, hier viele Meinungen zu lesen die meine Vorstellung entweder stützen, oder sachlich begründet widerlegen. Zumal ich dadurch auch Wissen für die Astronomie außerhalb meines Hamburger Rahmens sammeln kann (für später)
 
Hallo Pollux85,

Wenn du den 150er kaufen kannst, dann mache es. Ich selber nutze vom städtischen Balkon gerne meinen 6"f12 Maksutov. Mond, Planeten und hellere kompakte DSO gehen echt gut! Mein Balkon ist nur 1m tief, da ist der kompakte Mak die einzige Möglichkeit, eine größere Öffnung zu nutzen. Alternativ nutze ich noch einen Vixen102ss oder einen 80er Volksapo - aber die hauptsächlich zur Sonnenbeobachtung mit Herschelprisma oder Halpha-Filtet.

Viel Spaß - Ronald
 
Hallo! Aus eigener Erfahrung würde ich Tobias auch zum 6" Mak raten. Gerd hat das sehr schön zusammengefaßt.
Mein liebstes Teleskop ist gerade mein Intes 6" f/12 Mak. Ich bin überwiegend Mond- und Planetenbeobachter, sehe mir aber auch gern alles an, was am Deep Sky zu erreichen ist. Mit dem 38mm PanaView (70° EGF) sind z.B. M81 und M82 schön in einem Gesichtsfeld, das 56mm Omegon Super Plössl (52° EGF) schneidet vom Andromedanebel gerade mal die "Spitzen" ab - aber den guckt man sich sowieso besser mit einem Großfeldteleskop an! Begrenzt durch die Öffnung gibt es aber massenhaft DS-Objekte, die auch mit einem 6" Mak erreichbar sind!

Grüße und CS, Michael
 
Hallo Tobias,

ich habe hier Ruhrgebietshimmel und denke ich kann durchaus abschätzen, wie es Dir in Hamburg so geht. Wenn Du ein Gerät hast, was eine große AP liefert, dann kannst Du mit entsprechendem OIII-Filter ausgerüstet auch den Zirrus-Nebel aus der Stadt sehen. Mit einem Gerät, was zu wenig AP für diese dichten Filter liefert (meistens ist es ja der Baader OIII), dann gehst Du natürlich bezüglich derartiger Deepsky-Objekte baden. Dann bleiben nur die hellen unter den planetarischen Nebeln. Ich denke nicht nur, dass viel für ein vielseitiges Gerät spricht, sondern ich praktiziere das. Und der interessante Planetenreigen hat in den nächsten Jahren - sobald Mars wieder hinter der Sonne steht - den Spätsommer als Saison. Den Rest des Jahres stehst Du dann da, mit dem Planetenteleskop. Klar, ist in 5 Jahren wieder anders, aber ob da dann noch das selbe Teleskop steht? Oder ein zweites?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Freunde,

meine bescheidene Meinung: sehr gute Hinweise, sehr kompetente Meinungsberichte, im Endeffekt muss aber jeder selbst entscheiden und eins ist klar- es bleibt, wenn die Begeisterung bleibt, nie bei einem Teleskop.........

CS

Frank
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben