Erfahrungsbericht Taurus Dobson N 504/2150 T500 Standard SMH

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

AstroPZ

Aktives Mitglied
Hallo Dobsonianer,

ich habe mir folgendes Teleskop bestellt und jetzt geliefert bekommen:

Es ist ja vielleicht auch für andere interessant deswegen hier mein Erfahrungsbericht.

Zum Kontext:
Ich besitze ein parallaktisches Celestron C8 mit dem ich vor Jahrzehnten angefangen habe ernsthaft visuell zu beobachten.
Es ist sehr kompakt aber hat eine viel zu grosse Brennweite für DS, ich benutze es praktisch gar nicht mehr.

Dann habe ich mir einen 12" Dobson wahrscheinlich von Meade gekauft. Die Rockerbox hatte eine sehr schlechte Qualität und so ein grosser Tubus ist extrem unhandlich, kann ich aus meiner Erfahrung nicht empfehlen. Deswegen habe ich es mit einem Umbausatz von Martini auf einen Gitterrohrdobson umgebaut.
So macht das Sinn. Es wird auf einmal sehr handlich und transportabel, habe es sogar im Urlaub dabei gehabt.
Mit diesem Teleskop habe ich dann jahrelang beobachtet. Endlich konnte ich alle Messier Objekte und anderes ohne "Gewürge" finden und beobachten.

Beruflich bedingt war einige Jahre ziemlich Pause, aber jetzt hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen und ich habe wieder mehr Zeit für Hobbies. Für einfache schnelle Beobachtungen habe ich mir einen 6" Tischdobson mit PushTo gekauft, der extrem schnell einsatzbereit ist und das PushTo ist witzig (brauchts kein GoTo). Das ist eine sehr empfehlenswerte Teleskop Klasse meiner Meinung.
Es ist das hier:

Einarmigkeit ist vielleicht nicht optimal aber für visuell mM kein Problem. Macht es sogar leichter und kompakter.

So jetzt war ich aber wieder "angefressen" und habe mich erinnert, dass ich seit der Jugend von einem Super-Teleskop mit sehr grossem Spiegel geträumt habe. Nachdem ich die Angebote in diesem Bereich (14"-20") studiert habe, habe ich festgestellt dass so ein 20" gegenüber früher gar nicht mehr sooooo teuer ist und wenn schon gross, dann richtig gross (nur Öffnung zählt bei DS ;) ). Also den Taurus bestellt. Die Lieferung mit Modellwechsel dauerte fast ein Jahr, also Geduld haben.

Jetzt ist er da und ich habe erste Tests/Beobachtungen damit gemacht.
Die Liefer- und Aufbewahrungskiste (80x80x80cm) ist riesig und schwer. Da muss man einen Platz dafür einplanen.
Wenn man aber dann die Einzelteile heraus nimmt ist alles gar nicht so unhandlich.
Der T500 ist definitiv von einer Person (mir) aufbaubar. Das schwerste ist wirklich nur die Spiegelbox (~20kg), alles andere ist leicht. Die Spiegelbox kann man natürlich nicht wirklich rumtragen, man muss sie einfach auf einen fahrbaren Karren heben/stellen.
Wenn aufgebaut wirkt er gar nicht so riesig, aber er benötigt viel Schwenkplatz. Die Terrasse war auf einmal ziemlich klein.

Die Qualität, so weit ich es beurteilen kann, ist übrigens sehr hoch. Alles sauber verarbeitet, schönes Holz und es passt alles.
Ich wollte eigentlich auch die optische Qualität des Spiegels (Standard, ohne Testschrieb) testen, das hat aber bisher überhaupt nicht funktioniert. Test (Beugungsmuster, Ronchi-Okular) mit künstlichem Stern in ca. 20m Entfernung klappt nicht, da ich ohne Verlängerung nicht in den Fokus komme. Tests am echten Stern ging auch nicht, da Seeing zu schlecht.
Bei 20" braucht man scheinbar für Beugungsbilder eine Irrsinnsvergrösserung. ;)
Sternfelder und M13 und M57 sahen aber "gut" aus.

Wirklich gleich nervend war aber das Hochklettern zum Okular. Habe mich im Moment einfach auf einen Stuhl gestellt.
Das geht eigentlich gar nicht. Es ist anstrengend, man muss für jeden Okularwechsel runter wieder hoch und es ist überraschend wackelig so Nachts, wäre fast heruntergefallen. ;)
Da muss ich eine andere Lösung finden.

Jupiter und Saturn gingen leider nicht, da viel zu flach. Da sind Büsche im weg.

So das waren meine ersten Erfahrungen. Ich werde weiter berichten, aber jetzt bin ich erstmal für 3 Wochen ab WE im Urlaub.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

nachdem du jetzt bestimmt einiges Geld für ein offensichtlich ordentliches Teleskop ausgegeben hast, solltest du bei der Sicherheit und dem Beobachtungskomfort nicht sparen.

Beschaff dir einen soliden Tritt aus dem Baumarkt; so was gibt es mit 2 oder 3 Stufen und einer vernünftigen Stehfläche obenauf in zusammenklappbar so für € 20,-. Der Zugewinn beim Beobachten ohne wackeln oder die Angst abzustürzen ist ungleich größer als durch die nächsten > € 300,- für ein besseres Okular.

CS Gerhard (Sterngucker Frankenberg)
 
Die Höhe des 20" war für mich einer der Hauptgründe es mit 16" gut sein zu lassen. Aber auch beim 1 6" fehlen mir ein paar Zentimeter die ich mit einem Tritt ausgleichen muß.
Hier solltest du möglichst genau versuchen die optimale Höhe zu treffen. Der Beobachtungskomfort wurde bei mir drastisch besser, als ich den ursprünglichen 25cm Tritt durch einen 13cm Selbstbau ersetzt habe. in gebückter Haltung auf einer Plattform zu beobachten strengt (unnötig) an....
ich würde also an Deiner Stelle einen Tritt besorgen, der ohne Stabilitätsverlust etwas gekürzt werden kann....

Noch viel Spass mit dem Brummer und Gruß Horst
 
Wow...Viel Spaß damit! Klingt...mächtig!

Heute scheint bei uns super Wetter zum spechteln zu sein. Mein 8er steht schon draußen bereit. Hab mir eine Leifheit Bügelhilfe geholt, zum gemütlichen gucken und malen.

Ich hab zwar keine Ahnung, aber so eine [Link von Moderation gelöscht] stabile Trittleiter mit breiten Stufen ist vielleicht was für Dich?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo und danke für deine Endrücke.

Bei mir war es auch vor allem die Höhe, warum ich letztendlich zum Spacewalk Dobson statt zum Taurus gegriffen habe.
Leider reichte mein Geld nicht für den Spacewalk 20'' Dobson (der den Einblick immer noch auf einer Höhe von 155cm hat). Aber ich bin mit dem 16'' auch sehr zufrieden.
Es ist soooo schön, angenehm und wichtig mit beiden Beinen am Boden stehend beobachten zu können. Das war mir wirklich wichtig und daher würde ich mir kein Teleskop mit einer Einblickhöhe über 160cm kaufen.

Die Kiste von 80x80x80 cm haben Dobsons dieser Größe fast alle. Der 16'' hab bei mir 60x60x60cm und war ein weiterer Grund für diese Größe. Diese Kiste kann ich alleine noch tragen und komme damit auch noch durch die 80cm Türen unserer Wohnung. Die 80x80x80 Kiste ginge da einfach nicht mehr durch - vor allem da man ja auch die Hände seitlich noch dranhaben muss.
Wie löst du das Türenproblem, oder sind bei euch die Türen breiter?

Um die optische Qualität am künstlichen Stern zu bewerten bräuchtest du sowieso mehr Abstand. Egal ob im Fokus oder nicht, 20m sind hier zu wenig. Ab etwa 50m geht es langsam, mehr ist aber besser. Zumindest ist das meine Erfahrung mit meinem 16'' Dobson.

Das Problem mit dem tiefen Schwerpunkt bzw. der niedrigen Drehachse und den Büschen die im Weg sind kenne ich. Es ist immer wieder überraschend, wieviel Unterschied der Winkel im Vergleich zu anderen Teleskopen macht, wenn man praktisch aus einer Position direkt am Boden beobachtet.

Grüße, ich freue mich auf weitere Erfahrungsberichte von dir,
Mario
 
Hallo ,
Ich habe auch erst überlegt ob ich nicht den 20“er nehmen soll. Aber mich hätte die Leiter auch gestört.
Ich bin mit dem 16er sehr zufrieden . Bekommt man das Protokoll nur bei dem Schott Spiegel zb mit dem RMS wert oder auch bei dem Standart Spiegel von Taurus ? Gruß Stefan
 
Beschaff dir einen soliden Tritt aus dem Baumarkt; so was gibt es mit 2 oder 3 Stufen und einer vernünftigen Stehfläche obenauf in zusammenklappbar so für € 20,-. Der Zugewinn beim Beobachten ohne wackeln oder die Angst abzustürzen ist ungleich größer als durch die nächsten > € 300,- für ein besseres Okular.
Ja, es gibt auch so Arbeitsbühnen, auch rollbar. Da werd' ich zB mal schauen.


Die Höhe des 20" war für mich einer der Hauptgründe es mit 16" gut sein zu lassen. Aber auch beim 1 6" fehlen mir ein paar Zentimeter die ich mit einem Tritt ausgleichen muß.
Hier solltest du möglichst genau versuchen die optimale Höhe zu treffen. Der Beobachtungskomfort wurde bei mir drastisch besser, als ich den ursprünglichen 25cm Tritt durch einen 13cm Selbstbau ersetzt habe. in gebückter Haltung auf einer Plattform zu beobachten strengt (unnötig) an....
ich würde also an Deiner Stelle einen Tritt besorgen, der ohne Stabilitätsverlust etwas gekürzt werden kann....

Noch viel Spass mit dem Brummer und Gruß Horst
Danke, den Spass werde ich haben,
Zwischen 20" und 16" habe ich auch überlegt.
Aber von 12" auf 16" ist jetzt nicht der grosse Schritt und wenn ich auch beim 16" schon einen Tritt brauche, dann kann ich auch gleiche eine Lösung für einen 20" suchen.

Aber die erste Erfahrung zeigt schon, der Okularauszug ist echt hoch. Das wäre beim 16" wahrscheinlich nicht so extrem.

Danke euch und Gruß
 
Ein Protokoll bei Taurus-dobsons liegt (leider) nur dem "Pro-" Spiegeln bei...Gruß

Gruß Horst
 
Ja, es gibt auch so Arbeitsbühnen, auch rollbar. Da werd' ich zB mal schauen.



Danke, den Spass werde ich haben,
Zwischen 20" und 16" habe ich auch überlegt.
Aber von 12" auf 16" ist jetzt nicht der grosse Schritt und wenn ich auch beim 16" schon einen Tritt brauche, dann kann ich auch gleiche eine Lösung für einen 20" suchen.

Aber die erste Erfahrung zeigt schon, der Okularauszug ist echt hoch. Das wäre beim 16" wahrscheinlich nicht so extrem.

Danke euch und Gruß

mir fehlen (bei 1,72) nur ein paar cm. Mit knapp 1,80 käme ich ohne Tritt aus....

Gruß Horst
 
Hallo und danke für deine Endrücke.

Bei mir war es auch vor allem die Höhe, warum ich letztendlich zum Spacewalk Dobson statt zum Taurus gegriffen habe.
Leider reichte mein Geld nicht für den Spacewalk 20'' Dobson (der den Einblick immer noch auf einer Höhe von 155cm hat). Aber ich bin mit dem 16'' auch sehr zufrieden.
Es ist soooo schön, angenehm und wichtig mit beiden Beinen am Boden stehend beobachten zu können. Das war mir wirklich wichtig und daher würde ich mir kein Teleskop mit einer Einblickhöhe über 160cm kaufen.
Schon jetzt kann ich das verstehen. ;)

Die Kiste von 80x80x80 cm haben Dobsons dieser Größe fast alle. Der 16'' hab bei mir 60x60x60cm und war ein weiterer Grund für diese Größe. Diese Kiste kann ich alleine noch tragen und komme damit auch noch durch die 80cm Türen unserer Wohnung. Die 80x80x80 Kiste ginge da einfach nicht mehr durch - vor allem da man ja auch die Hände seitlich noch dranhaben muss.
Wie löst du das Türenproblem, oder sind bei euch die Türen breiter?
Ich hab's noch nicht nachgemessen/ausgemessen, aber ich gehe davon aus, dass die Tür zu meiner Werkstatt gerade breit genug ist. Die Kiste hat auch schöne Tragschlaufen an gegenüberliegenden Seiten. Dadurch kann man sie gut zu zweit tragen. Aber ich werde die Kiste sowieso nicht rumschleppen. Die bleibt irgendwo stehen und bei Pause wird dann das Teleskop da reingepackt.

Um die optische Qualität am künstlichen Stern zu bewerten bräuchtest du sowieso mehr Abstand. Egal ob im Fokus oder nicht, 20m sind hier zu wenig. Ab etwa 50m geht es langsam, mehr ist aber besser. Zumindest ist das meine Erfahrung mit meinem 16'' Dobson.
Oh je, mit 50m habe ich nicht gerechnet.
So gross ist unser Garten nicht. ;)

Das Problem mit dem tiefen Schwerpunkt bzw. der niedrigen Drehachse und den Büschen die im Weg sind kenne ich. Es ist immer wieder überraschend, wieviel Unterschied der Winkel im Vergleich zu anderen Teleskopen macht, wenn man praktisch aus einer Position direkt am Boden beobachtet.
Tatsächlich einer der Nachteile eines Dobsons.
Ich habe auch am Tage nocheinmal geschaut. Also wenn man so tief runter geht, merkt man erst, dass die freie Sicht durch Büsche und anderes schnell eingeschränkt wird. Aber gut, auf den wichtigeren Zenit hat man trotzdem gute Sicht.

Danke und Gruß
Peter
 
Danke für den Link, nach einer Leiter will ich auch schauen.
Ich will sowieso eine Lösung bei der ich Sitzen kann, aber es ist echt hoch. ;)
Hatte früher im Stehen beobachtet bis ich festgestellt hatte, dass man zum gut und entspannt Beobachten unbedingt sitzen sollte.

Eine Leiter mit Plattform ist vielleicht wirklich eine gute Lösung.
Aber man müsste die Plattform auf unterschiedliche Höhe einstellen können.

Gruß Peter
 
Ich bin 1,86m. Bei mir klappt das ohne Leiter . Ein 18“er wäre für mich auch nichts mehr. Aber 20“ ist schon eine Hausnummer , klasse . Viel Spaß damit.
 
Zum nötigten Abstand des künstlichen Sterns gibt es wohl Klärungsbedarf. Bei so einem großen Teleskop sind 20 m Abstand viiiiel zu wenig, auch 50 m ist immer noch viel zu wenig, um die optische Korrektur (sphärische Aberration) zu testen.
Ein 500/2150 mm Spiegel erzeugt selbst bei 200 m Abstand immer noch einen Öffnungsfehler von Lambda/4.
Näherungsformel für Abstand A bei Lambda/4 sphärische Aberration: A~14D^4/F^2
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum nötigten Abstand des künstlichen Sterns gibt es wohl Klärungsbedarf. Bei so einem großen Teleskop sind 20 m Abstand viiiiel zu wenig, auch 50 m ist immer noch viel zu wenig, um die optische Korrektur (sphärische Aberration) zu testen.
Ein 500/2150 mm Spiegel erzeugt selbst bei 200 m Abstand immer noch einen Öffnungsfehler von Lambda/4.
Näherungsformel für Abstand A bei Lambda/4 sphärische Aberration: A~14D^4/F^2
Aber mit niedrigerem Abstand kann man den Spiegel doch zumindestens qualitativ beurteilen, also ob zB etwas auffällig ist, oder?

Gruß Peter
 
Na ja, die sphärische Korrektur, die ja sehr entscheidend ist, eher nicht, denn bei Reduktion des Abstands nimmt die wahrgenommene sphärische Aberration ab: Ein perfekter Parabolspiegel erscheint spärisch überkorrigiert, ein unterkorrigierter Spiegel perfekt. Im Abstand der doppelten Brennweite von der Spiegeloberfläche befindet sich dann der künstliche Stern im Krümmungsmittelpunkt der Spiegeloberfläche auf der optischen Achse und würde von einem sphärischen (=Kugel)Spiegel perfekt in sich selbst abgebildet. Die von Stathis zitierte Formel zeigt, dass bei sehr großer Öffnung der nötige Abstand überproportional zunimmt.
Die sphärische Aberration könnte man wohl im besten Fall quantitativ messen und auf unendlich rückrechnen, klingt aber umständlich. Ein perfektes Ergebnis bei deutlich zu geringem Abstand wäre jedenfalls kein Grund zum Jubeln.
Andere Fehler wie z.B. Astigmatismus, die von der sphärischen Aberration ja unabhängig sind, sollte man aber sehr wohl unabhängig vom Abstand erkennen können.
Gruß, Nikolaus
 
Na ja, die sphärische Korrektur, die ja sehr entscheidend ist, eher nicht, denn bei Reduktion des Abstands nimmt die wahrgenommene sphärische Aberration ab: Ein perfekter Parabolspiegel erscheint spärisch überkorrigiert, ein unterkorrigierter Spiegel perfekt. Im Abstand der doppelten Brennweite von der Spiegeloberfläche befindet sich dann der künstliche Stern im Krümmungsmittelpunkt der Spiegeloberfläche auf der optischen Achse und würde von einem sphärischen (=Kugel)Spiegel perfekt in sich selbst abgebildet. Die von Stathis zitierte Formel zeigt, dass bei sehr großer Öffnung der nötige Abstand überproportional zunimmt.
Die sphärische Aberration könnte man wohl im besten Fall quantitativ messen und auf unendlich rückrechnen, klingt aber umständlich. Ein perfektes Ergebnis bei deutlich zu geringem Abstand wäre jedenfalls kein Grund zum Jubeln.
Andere Fehler wie z.B. Astigmatismus, die von der sphärischen Aberration ja unabhängig sind, sollte man aber sehr wohl unabhängig vom Abstand erkennen können.
Gruß, Nikolaus
Genau, das ist auch mein Gedanke.
Nur qualitativ, aber immerhin.

Ich hatte wegen dem geringen Abstand in einem anderen Faden danach gefragt, ob es Beugungs- und Ronchi-Bildsimulationen gibt, die einen zu geringen Abstand berücksichtigen.
Das wäre mM eine gute Sache.

Es wundert mich, dass, soweit ich recherchiert habe, bei den zu findenden Simulations-Programmen ein zu geringer Abstand oder überhaupt der Abstand nicht berücksichtigt wird. Seltsam (oder ich habe es bei den vielen Parametern nicht gesehen).

Gruß Peter
 
Ist vielleicht auch eine Frage der Messgenauigkeit. Ein qualitativ erkennbarer Nullabgleich ist nicht nur einfacher, sondern auch empfindlicher und eindeutiger, als aus einem defokussierten Beugungsbild etwas herauszurechnen. Im Beugungsbild geht Phaseninformation verloren und die Zuordnung in diese Richtung ist nur bedingt eindeutig. Es wird einen Grund geben, warum man das nicht so macht.:unsure:

Deshalb ist es ja gut, dass es auch echte Sterne gibt;). Vielleicht ist es am einfachsten auf die nächste Phase mit gutem Seeing (siehe z.B. meteoblue.com) warten, was ja nicht gleichbedeutend mit guter Transparenz ist, oft ist da der Himmel dunstig oder am Boden Tau und Nebel. Dann das Gerät mit schön ausgekühltem Spiegel und abseits von Terrasse und Wohngebiet sorgfältig justieren und mal sehen. Auch die Körperwärme sollte nicht in den Strahlengang gelangen, das unterschätzt man leicht.
Du kannst Test und Beobachtung ja verbinden. Ein gutes Zeichen ist, wenn bei hoher Vergrößerung der Punkt, an dem das Bild scharf wird, sehr klar definiert ist, ein schlechtes, wenn dieser Schärfepunkt schwierig zu finden und über einen Bereich verschmiert ist. Das Okular sollte eine gewisse Qualität haben, das Objekt in der Bildmitte stehen und die Vergrößerung im Rahmen des Seeing möglichst hoch, jedenfalls deutlich über 100x sein, sonst siehst Du die optischen Fehler des eigenen Auges. Geduld, viel Erfolg und berichte uns.
CS Nikolaus
 
Hallo Peter,

Hast du schon weitere Erfahrungen sammeln können ? Würde mich im Vergleich zu meinem T400 mal interessieren. Gruß Stefan
 
Hallo Peter,

Hast du schon weitere Erfahrungen sammeln können ? Würde mich im Vergleich zu meinem T400 mal interessieren. Gruß Stefan
Hallo Stefan,

nein leider nicht. Es gibt bei uns seit ein paar Wochen keinen guten Himmel.
Wenn's mal wieder gut wird, wird's aufgebaut. Ich bin auch eher der "Genuss-Schauer".
Ich gehe nicht bei jedem Wetter raus. ;)

Der Vergleich zum T400 würde mich auch sehr interessieren. Ist deutlich kleiner, da braucht man dann keine Leiter.
Ein Vergleich macht aber mM nur Sinn, wenn man beide Teleskope nebeneinander hat und dann direkt einen A/B Vergleich am gleichen Objekt machen kann.
Sonst ist das nur graue Theorie. ;)

Weiter meine Erfahrungen für am T500 Interessierte:

1. Zum Beobachten habe ich mir folgende Haushaltsleiter gekauft:


Die hat breiter Stufen. Da kann man ganz gut in verschiedenen Höhen draufsitzen.

2. Ich habe mir die Taurus Transporträder gekauft:


Das ist eine super Sache. Das Teleskop bleibt aufgebaut mit den Rädern in der Garage oder Werkstatt und man muss es nur rausfahren und abstellen.

Die Spiegelbox ist mM ein bisschen zu schwer um einfach so rumgetragen zu werden. Für die Größe trotzdem wirklich überraschend "leicht".
Man benötigt zB eine Sackkarre oder halt die Taurus Transporträder.
Mit der Sackkarre muss man dann den Gittertubus auf/abbauen. Ist keine grosse Sache, ca. 1min Zeit und nicht schwer.
Mit den Transporträdern bleibt es aufgebaut!

3. Kleiner Tipp zum Auf/Abbauen, was so nicht im Manual steht:
Man kann auch zuerst den oberen Ring mit den Gitterrohren verbinden und dann die ganze Konstruktion auf die Spiegelbox stellen und befestigen. Wenn man, wie im Manual, zuerst die Gitterrohre auf der Spiegelbox befestigt, dann ist es schwieriger den oberen Ring darauf zu befestigen, da es doch etwas hoch ist.
Oberer Ring mit Gitterrohren kann mM auch zur Aufbewahrung zusammenbleiben. Ist auch kein schweres Teil, sondern leicht.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

der 24. Oktober 2020 ist ja nun schon eine geraume Zeit her. Hast Du in der Zwischenzeit bereits weitere Erfahrungen mit Deinem T500 sammeln können?

Viele Grüße,
Dominik
 
Hi Dominik,

Hallo Peter,

der 24. Oktober 2020 ist ja nun schon eine geraume Zeit her. Hast Du in der Zwischenzeit bereits weitere Erfahrungen mit Deinem T500 sammeln können?
klar, ich habe einigemale "gespechtelt".

Also wenn der fertig aufgebaut auf seinen Rädern schon in der Garage steht, ist der praktisch ein Grab'n Go Teleskop.
Man kann damit auch problemlos im Garten rumfahren und eine schöne Stelle suchen.

Inzwischen habe ich das Taurus DSC System installiert. Das hat ein paar Probleme bereitet, da die Anleitung bzgl. der Montage nicht viel (gar nichts) erklärt.
Technisch hat alles funktioniert aber die Genauigkeit ist nicht gut. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass es im Moment nur provisorisch befestigt ist und dadurch wahrscheinlich zu viel Spiel hat.

Auf alle Fälle macht die Beobachtung wirklich viel Spass, da man die Standard Objekte natürlich problemlos erkennt.
Das reicht mir auch, ich bin nicht der Jäger der verlorenen Galaxien.
Allerdings beim Pferdekopfnebel war ich enttäuscht. Ich habe mir extra einen H-Beta Filter gekauft und versuchte ihn visuell zu erhaschen.
Nichts, nada, niente. ;)

Nach weiterer Recherche habe ich dann festgestellt, dass der Pferdekopfnebel auch mit einem grösseren Teleskop unter Vorstadthimmel doch nicht so einfach erreichbar ist. Die, die ihn "reporten", sind Beobachtungs-Spezialisten. Da muss man ganz schön viel Know How, Geduld und einen besseren Himmel haben.
Habe ich alles nicht. ;)

Die letzten Wochen habe ich mich auf mein anderes Projekt gestürzt, ein EAA Setup auf EQ-Plattform mit meinem kleinen 150/750mm Dobson und später mit dem 300/1500mm Dobson aufzubauen.

Also ich kann den Taurus T500 nur empfehlen. Wirklich schöne Bau-Qualität und schnell aufgebaut und auch nicht so schwer. MM gut transportabel (anders wie die die behaupten ein C14 mit grosser EQ Montierung sei noch ganz einfach transportabel ;) ).

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,

bei dem Pferdekopfnebel finde ich eine AP zwischen 4-5 mm genau richtig . Dazu den H-Beta Filter und Alnitak sollte außerhalb des Gesichtsfeldes stehen . So hat es bei mir mit einem 6 mag Himmel und 16“ geklappt . Und er ist viel größer als man eigentlich erwarten würde .
Liebe Grüße Stefan
 
Bzgl. Pferdekopfnebel: Bei mir war das Zauberwort Transparenz und optimale Beobachtungs-AP.
Deutlich gesehen habe ich ihn bisher unter meinem Haushimmel 2x . Die schönste Beobachtung an einem Abend mit sogar unterdurchschnittlichen SQM-Wert von 20,1 (möglich sind bei mir Werte bis knapp 20,5)

Immer wieder mal probieren....

Gruß Horst
 
Hallo Peter,

danke für Dein Update!

Hältst Du das DSC von Taurus für eine gute Sache? Die nachträgliche Installation scheint ja doch größere Probleme zu bereiten, oder?

Wie empfindest Du gerade über die Winter- bzw. Frühjahrssaison das Auskühlverhalten des Spiegels? Du hast wahrscheinlich keine riesige Temperaturdifferenz zwischen Garage und Garten, ist Dir trotzdem ein Temperaturanpassungseffekt aufgefallen?

Viele Grüße,
Dominik
 
Bezüglich Pferdekopfnebel: Man kann sich vorher den Flammennebel anschauen. Wenn der ohne Filter mit Struktur gut erkennbar ist, sollte der Pferdekopfnebel mit Hbeta kein Problem sein.
 
Hi Dominik,
Hältst Du das DSC von Taurus für eine gute Sache? Die nachträgliche Installation scheint ja doch größere Probleme zu bereiten, oder?

Wie empfindest Du gerade über die Winter- bzw. Frühjahrssaison das Auskühlverhalten des Spiegels? Du hast wahrscheinlich keine riesige Temperaturdifferenz zwischen Garage und Garten, ist Dir trotzdem ein Temperaturanpassungseffekt aufgefallen?
zum Taurus DSC kann ich im Moment nichts abschließendes sagen, da ich es noch nicht richtig installiert und auch nicht wirklich getestet habe.
Die SW Seite, SkySafari über Bluetooth Verbindung funktioniert jedenfalls problemlos.

Zur Installation kann ich aber sagen, dass das Manual einem da ziemlich im Regen lässt.
An welcher genauen Stelle muss die Adapterplatte auf der Rockerbox angebracht werden?
Wie macht man das mit den Transporträdern? Die können nämlich mit Adapterplatte nicht mehr angebracht werden.
Ich habe dafür eigene Lösungen probiert, die aber zu unschönen Folgeprobleme geführt haben.
Ich hätte vielleicht auch Taurus kontaktieren sollen. Die hätten vielleicht schon Lösungen gehabt. Also auch ein bisschen selber schuld.

Zum Auskühlen kann ich nichts sagen. Ich bin auch nicht der Auskühltester. Ich habe in meiner Praxis mit meinen Gitterrohr Dobsons das auch bisher nicht groß beachtet. Aufbauen und los geht's. Ja gut, vor der Beobachtung schon eine Stunde vorher raus stellen. Das mach' ich schon.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Bezüglich Pferdekopfnebel: Man kann sich vorher den Flammennebel anschauen. Wenn der ohne Filter mit Struktur gut erkennbar ist, sollte der Pferdekopfnebel mit Hbeta kein Problem sein.
Ja, genau. Das habe ich auch herausgefunden. Der Test ist der Flammennebel.
Ich habe den Flammennebel überhaupt nicht gesehen, also keine Chance.
Ich muss das nochmal probieren, aber jetzt ist der Orion erstmal "wech".
Man sieht sich wieder im Herbst. ;)

Gruß
Peter
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben