Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orion)

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Colymbosathon

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Servus!

Ich möchte mir ein Teleskop zulegen, hab zuerst an einen Refraktor bis 200euro gedacht (Jupiter 1 von TS (70/900), Powerseeker 80 v. Celestron (80/900) oder Skywatcher 90 (90/900).

Habe dann den 100/600mm von Orion gesehen, der 200 euro mehr kostet.

Jetzt würde ich gerne wissen, ob sich 1) 200 euro für 1cm mehr öffnung auszahlen

und 2) hab ich jetzt schon öfter gelesen, dass das öffnungsverhältnis von 1/6 gröbere farbfehler hervorruft.

wie grob sind denn die?

hier der link zu dem teleskop:
Orion Achromat 100/600mm

was könnt ihr mir dazu raten und gibt es jemanden, der dieses teleskop von orion besitzt und mir von seinen erfahrungen damit schildern kann?

liebe grüße und danke im vorhinein!
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

auch servus,

durch den Orion hab ich mal durchgeschaut, und zwar zum Test am künstlichen Stern. Dessen Farbfehler ist recht ausgeprägt, und zwar im blauvioletten Bereich. Die anderen Farben kriegt er relativ ordentlich hin, und das Blau ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber nicht so störend. Tagsüber fällt es mehr auf als nachts.

Ich habe einen ähnlichen 102/660 von Skywatcher, und der ist im blauen nicht schlecht, dafür zerfranst er sich zwischen Rot und Grün. Das heisst wenn man Grün scharfstellt hat alles einen heftigen Rotsaum, oder umgekehrt. Sieht echt sch... aus! Es gibt einen Punkt wo sich das genau aufhebt, aber dort ist er nicht scharf. Mist! Steht in keinem Prospekt und nicht mal hier im Forum wissen die erfahrenen User über die verschiedenen Farben der Fraunhofer-Röhren Bescheid.

Den Orion hätt ich lieber, der war damals aber nicht lagernd. Dessen Objektiv ist auch justierbar.

Der 100/600 ist vor allem ein Fernrohr füe Übersichtsbeobachtungen, wie Nebel in der Milchstrasse und andere ausgedehnte Objekte. Am Mond und Planeten ist er wohl nicht so toll, obwohl es auch schöne Berichte gibt (bei cloudynights, das ist aber ein Händlerforum...) Wenn du lieber Planeten beobachtest, nimm dir einen Maksutov oder einen Newton - die sind farbrein.

Die kleineren von dir erwähnten würde ich als ausgesprochene Anfängerinstrumente bezeichnen.

Bevor du aber 200.- oder 400.- ausgibst, überlege dir obs nicht ein Dobson sein kann. Das ist ein Newton mit einer einfachen Montierung zum händisch herumschubsen, aber für das Geld bekommst du ein 200mm Fernrohr. Und Öffnung ist einfach der Parameter Nr.1! 200mm sammeln 4x mehr Licht als 100mm!

Und wenn du trotzdem den Orion willst, dann dreh an der Preisschraube. Denn die Preise für ED-Apos sind heftig gefallen und du bekommst für 333.- den Skywatcher 90/900 ED, der vieeeel weniger Farbe hat.

ok, genug geschwafelt, viel Glück und gute Entscheidung,

Tommy
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Ein Servus von mir dazu,

mit einem Achromat wirst du immer einen Farbfehler haben, je kürzer das Teil im Verhältnis zur Öffnung bzw. je größer die Öffnung desto größer wird dieser.
Nicht nur der Wert f6 ist entscheidend. Ein 100/600 wird einen größeren Farbfehler aufweisen als ein 50/300 obwohl das auch f6 ergibt. Und das der Orion justierbare Optik hat wird dir dabei nichts helfen, höchstens wenn die Linsen verspannt wären oder von Haus aus nicht gut justiert sind.

Spar ein bisserl und kauf dir einen kleinen ED APO, da gibt es zur Zeit doch schöne Angebote. Von William kommen ein paar neue Sachen, vielleicht werden die 70 oder 80mm ED´s günstiger oder jemand kauft sich einen der größeren und verscherbelt dafür seinen älteren kleineren, einfach mal in die Angebote gucken.

Gruß
Stefan
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Der Orion steht wenigstens auf einer vernünftigen Montierung. Das ist vielelich twichtiger als etwas mehr oder weniger Farbe oder ein Zentimeter mehr Öffnung.

Wenn man das Gerät nimmt, und es gibt blaue Säume, kann man immer noch einen Hellgelbfilter einsetzen. Licht ist ja genug da. Beim Mars stört das vielleicht, aber ansonsten ein guter Weg. Ein Linsenfernrohr kann man auch ein wenig abblenden, im Gegensatz zum Spiegel hat man da keine optischen Nachteile.
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hi!

Ich hab zwar keinen Achromat, sondern einen 80/600-ED-Apo, bei dem wegen der teureren Optik kein Farbfehler stört, aber zumindest zu Brennweiten- und Vergrößerungsbereich kann ich was sagen. Über 120x vergrößer ich mit dem Gerät eigentlich nie, auch wegen den Okularen: Ich hab ein hochwertiges 5mm-Okular (Hyperion, 120x) mal mit einem günstigen 3,6mm (166x) verglichen und praktisch keinen Mehrgewinn an Saturn festgestellt. Da bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich bei 120x Schluss machen kann. Die Vergrößerung ist für Planeten mager, auch wenn schon einiges geht. Die Spezialität dieser Brennweite ist in der Tat Weitfeld-Beobachtung. Die imposanten Ziele des Messier-Katalogs gehen mit 80 mm schon ganz gut, mehr Öffnung lohnt aber auf jeden Fall.

Was den Farbfehler des Orion angeht, kann ich leider nichts sagen, und die EQ3 kenne ich auch nicht aus eigener Erfahrung. Besser als die Powerseeker-Montierungen scheint sie aber auf jeden Fall zu sein - allerdings reagiere ich mittlerweile allergisch auf Alu-Stative, ich hab noch keins gefunden, das wirklich stabil wäre - nicht ohne Tuning wie Gewinchte drunter oder Sand in den Rohren.

Zu diesem kurzbrennweitigen Gerät würde ich jedenfalls zwei Warnungen geben:
1) hoch vergrößern ist nicht, von daher dürfte irgendwann der Wunsch nach einem längerbrennweitigen Gerät kommen - ob das jetzt ein ordentlicher ca. 90/1000-Refraktor oder ein Mak mit mehr Öffnung ist, ist grad egal. Die vielen tollen Bilder, die's heute gibt, wecken leider hohe Erwartungen - da hatten Einsteiger vor 50 Jahren es einfacher:-)
2) "Deep Sky fängt ab 8 Zoll Öffnung an" ist zwar etwas abgedroschen, stimmt aber vor allem für Einsteiger. Ich bin mit 80 mm Öffnung hochzufrieden - allerdings habe ich die meisten Ziele auch schon mit 14" gesehen und mich "sattgesehen", sodass jetzt die Herausforderungen kommen können. Zum Beobachten lernen sind 8" besser, und das läuft dann auf den viel beschworenen 8"-Dobson raus, den Tommy schon angesprochen hat. Selbst wenn er nicht optimal justiert ist, stellt sich eher ein Erfolgserlebnis ein als mit kleiner Öffnung - und ordentliche Justage ist kein Hexenwerk. Der ED80 ist durchaus ein Teleskop für's Leben, aber gerade als erstes Teleskop zeigt er am Deep SKy doch eher wenig. Die Leistung kann man erst mit Erfahrung schätzen, und dann ist man auch so weit, dass man den Aufpreis für (ED-)-Apo-Optik zu zahlen bereit ist - günstige Angebote gibt's auf dem Gebrauchtmarkt auch immer wieder.

Als Richfielder für niedrige Vergrößerungen ist der Orion bestimmt nicht schlecht, und der Farbfehler dürfte vor allem dann störend werden, wenn Du durch mehrere Teleskope geschaut hast. Als erstes Teleskop dürfte jedoch ein 8"-Dobson mehr Sinn machen, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis besser ist und mit ihm leichter Erfolge zu erzielen sind. Da werden dann nicht nur die helleren Kugelsternhaufen langsam aufgelöst, sondern zeigen richtig Sterne.

Welcher Dobson letztlich was taugt, dazu kann ich nichts sagen, da ich - trotz des Tipps - keinen besitze. Ich hab mit 8"-Schmidt-Cassegrains und einem 15-cm-Refraktor der örtlichen Sternwarte angefangen, und 20 cm Öffnung lohnen sich schon, sind parallaktisch montiert aber weit oberhalb deiner Preisgrenze.

Ich hoffe, das hilft Dir weiter,
Alex
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Vielen Dank erstmal für die Hilfe!

Denn die Preise für ED-Apos sind heftig gefallen und du bekommst für 333.- den Skywatcher 90/900 ED, der vieeeel weniger Farbe hat.
das klingt ziemlich gut, den hab ich aber leider nur um 695euro gefunden. :( und das ohne stativ...

Ja, an einen Dobson hätte ich auch schon gedacht, aber wo bitte stellt man den hin wenn man z.B. auf einer Wiese beobachtet? Braucht man da net immer einen recht stabilen Tisch zur Hand? oder stellt man den einfach auf den boden und legt sich hin? xD

lg und danke



 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hi,

aber wo bitte stellt man den hin wenn man z.B. auf einer Wiese beobachtet? Braucht man da net immer einen recht stabilen Tisch zur Hand? oder stellt man den einfach auf den boden und legt sich hin?
Nö, nicht nötig. Im Dobs steckt ja ein Newton, bei dem guckst du am vorderen Ende seitlich rein. Je nach Größe des Teiles kannst du ganz entspannt seitlich sitzend beobachten oder stehend.

Bei meinem 12" geht es bei waagrechter Stellung mit niedrigem Hocker leicht vorgebeugt, bei 45°Stellung aufrecht sitzend. Höhere Stellung höherer Hocker (Teleskophocker oder höhenverstellbare Ausführung). Bei Beobachtungen in Zenitnähe muss ich mich stellen, Einblickhöhe dann ca. 165cm.

Die max. Höhe geht ja so in etwa aus der Brennweite hervor, also ein 1200er wird der Einblick auch etwas in der Höhe sein. Die niedrigste Höhe kommt von der Höhe der Rockerbox. Also nix mit hinlegen nötig ;)

Und die Box steht natürlich auf dem Boden, der sollte nur halbwegs eben und waagrecht sein, leicht schräg geht noch.

Gruß
Stefan
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hi,

ich kenne einen 102/500er und auch einen 100/600er (A)chromaten.

Diese Geräte sind reine "Richfieldteleskope", für mich persönlich ist bei 80facher Vergrößerung "Schluß mit lustig".
Mein 4" F/5 macht mir viel Freude mit den großen erreichbaren Feld und sitzt daher folgerichtig huckepack auf einem 8" F/6 Newton, beide zusammen dann auf einer Dobsonmontierung.

Wenn also ein Dobson, z.B. 8" F/6 auch für Dich machbar ist, dann hat dieses Teleskop das weitaus höhere Potenzial.
Threads zu diesem Thema gibt es im Forum zu Hauf, aktuell läuft auch wieder einer.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

wie groß ist denn so ein 8" dobson? hat jemand relativ genaue abmessungen?

 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hi,

guckst Du hier:

http://www.taunus-astronomie.de/art_scopes.html

Der Tubus von einem 8" F6 ist ca 25cm breit im Durchmesser, etwa 110cm lang und wiegt 9-10kg. Die Rockerbox wiegt auch ca. 10kg und ist etwa 1m hoch (je nach Fabrikat). In der Regel steht die auf 2 kreisförmigen Holzplatten vom Durchmesser 40-50cm.

Die Einblickhöhe des gesamten Teleskops (Tubus in Rockerbox eingehängt) liegt so bei 140-150cm) wenn der Tubus senkrecht nach oben zeigt.

Im Vergleich zu Deinem bis jetzt angepeilten Teleskopen schon ne echte Wuchtbrumme - Beobachten damit ist dafür auch ne Wucht.

CS

Klaus
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

ah die seite is gut, das is genau das was ich gesucht habe!

aber 1,5m einblickhöhe scheint mir doch etwas derb, wenn ich mir die grafiken auf der von dir geposteten seite anschaue dann komme ich auf maximal 120cm.

kann mir denn jemand sagen, der ein 8" dobson besitzt wie groß es genau ist - ich weiß nämlich nicht wo ich so ein "fettes trum" unterbringen soll hehe

lg und danke
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hi,

mein 8" F/6 Dobs ist rank und schlank, 130 cm hoch. Auf der Rockerbox mit 50 cm Durchmesser (unten am Drehteller) steht er in einer Ecke hinter einer Tür, ist immer einsatzbereit zusammengebaut und stört überhaupt nicht.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

was hast du für eines - das von GSO?

ein deckel für die öffnung wird hoffentlich mitgeliefert oder, sonst muss der arme spiegel den ganzen staub fressen...

 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hi,

ich habe einen Skywatcher, ein Kumpel hat einen ICS und ein Anderer einen GSO und ich kenne noch einige Geräte mehr.
Die geben sich alle nicht viel, weder von den Abmaßen noch vom Gewicht noch von der Qualität.
Staubschutzdeckel und das allernötigste Zubehör, z.B. ein bis zwei günstige Beipackokulare sind immer dabei.
Zubehörbereinigt sind dann auch die Preise nahe beieinander.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hi,

ich habe den 100/600 Orion FH.
Aber bevor ich davon anfange:
nun hast Du ja mittlerweile so ziemlich alle Brennweitenbereiche und Öffnungen in Erwägung gezogen. Was möchtest Du eigentlich beobachten? Wie mobil mußt Du sein (Beobachtungsort)?

Gruß
Chris
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hi Tommy,

mechanisch ist der Orion recht solide gebaut. Das Objektiv ist justierbar, die Optik war aber bei Auslieferung schon optimal justiert. Der verbaute R&P-Okularauszug weist kaum Spiel auf und die 2" Klemmung ist drehbar. Der 1,25" Adapter hat eine Ringschwalbe und okularseitig ein zusätzliches T2-Außengewinde.
Montiert habe ich im Moment noch auf einer Astro3, was visuell noch vertretbar ist.

Leider ist die Fokuslage etwas knapp bemessen. Mit meinem 2" 30er Okular und auch mit dem Speers Waler 5-8 bin ich nicht in den Fokus gekommen (siehe auch hier ) . Das könnte jedoch auch am benutzten 2" Zenitspiegel gelegen haben. Beim SW 5-8 hätte es vielleicht mit einem 1,25" Zenitspiegel funktioniert.
Ich habe mich letztendlich entschieden, den Tubus um ca. 2 cm zu kürzen. War weniger Aufwand, als ich gedacht habe.

Fotografisch habe ich den Orion noch nicht genutzt. Kann dazu also nicht sagen.
Visuell liefert er ein gutes Ergebnis. Die Abbildung ist kontrastreich und frei von Reflektionen. Bei 120x an Mond und Saturn verglichen, zeigt der Orion als f/6 weniger Blausaum als mein f/10 Lidl FH. Den Einsatz von Filtern zum reduzieren des Blausaums ist m.E. überflüssig, weil der Blausam selbst beim Mond unaufdringlich ist. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Aus meiner Sicht liefert der Orion eine ordentliches Preis/Leistungsverhältnis.

Gruß
Chris


 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hallo Chris,

kontrolliere doch mal ob du nicht Vignettierung hast, vor allem nach dem Kürzen des Tubus und bei relativ weit eingefahrenem Okularauszug kann ich mir das gut vorstellen.

Würde dann auch den geringen Farbfehler erklären, der auf jeden Fall deutlich stärker sein muß als jener vom Lidl, außer dein Lidl ist defekt.

Bino-Tom
 
Re: Erfahrungsberichte (Achromat 100/600mm v. Orio

Hallo Tom,

selbst bei voll eingefahrenem Auszug kann man noch umläufig die Objektivhalterung sehen - auch mit Zenitspiegel.

Ich bin kein großer Linsenspezialist. Daher meine Frage: was könnte denn am Lidl so defekt sein?
Die Sternabbildung ist scharf und punktförmig.

Gruß
Chris
 
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