Erste Eindrücke mit dem TMB 115

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Könnt Ihr denn auch wirklich lesen???

Soviel ich weiss unterbreitete ich ein unmissverständliches Angebot.

Habt Ihr das nicht gelesen?

Ich bin ein Vielfahrer und es kratzt mich nun wirklich nicht einen auch etwas weiteren Weg in Kauf zu nehmen. Sagen wir einmal 4 - 5 Stunden. Da komme ich locker an München, Köln und sowas vorbei.

Aber niemand meldete sich - was soll ich mir denn da denken?

Viele Behauptungen wobei einige ziemlich arg am Thema vorbeigegangen sind und weitere werden noch folgen?!

Entschuldigt aber einiges kann ich beim besten Willen nicht ernst nehmen.

Wer gut gelesen hat, hätte sehr wohl verstehen können.

Nun leider habt Ihr mein Angebot nicht genutzt - wirklich schade, denn ich hätte die ganze Woche Zeit gehabt, jetzt ist alles verplant. Morgen Nacht bin ich im Tessin an einer Astrowoche eingeladen. Am Mittwoch und Donnerstag bin ich geschäftlich ausgebucht und am Freitag wird es mich in die Zentralschweiz verschlagen. Danach bin ich in den Ferien, dann für eine gute Zeit im Militär und schon ist wieder Mai.

Nichts neues unter der Sonne.....

Viele Grüsse vom nicht wirklich erstaunten Manfred

P.S.
Ich bekam etliche private e-mails aber fast nur von Leuten die sich aus dem Wirrwarr der Aussagen heraushalten - der Nerven wegen.
 
Einige Eindrücke mehr....

Also denn wie versprochen eine zweite Beobachtungssession:

Heute Abend verglich ich folgende Objekte:
-M35 mit NGC-weiss nicht wieviel daneben
-Eskimonebel
-Orionnebel

M35 zeigte wie es sich gehört einiges mehr an Sternen mit dem VMC, hier kommt die Oeffnung voll zum tragen. Der schwache Sternhaufen in nächster Nähe können beide Geräte gut auflösen im VMC etwas leichter als im TMB

Eskimonebel:
Logischerweise ist das gute Stück im VMC deutlich heller (400fach) als im TMB bei 290fach, aber er sieht sonst sehr identisch aus

Orionnebel:
Das VMC ist einiges heller und zeigt auf den ersten Blick mehr Details. Bei genauerer Beobachtung zeigt sich der TMB aber absolut ebenbürtig. Der wesentlich bessere Kontrast macht es aus - egal bei welchen Vergrösserungen.

Weitere Tests werde ich nicht mehr veröffentlichen. Die Leutchen die ihre Denkmaschine richtig zu nutzen wissen, die verstehen sehr wohl. Dem Rest kann ich nun wirklich nicht helfen. So erklärt sich auch warum einer sogar einen Katalog eines Händlers zitierte, wo gesagt wird, dass es mindestens eines guten 8" Newtons bedarf um Kugelhaufen aufzulösen - na ja schreiben kann man ja alles.

Auf jeden Fall ist es für mich ein grosser Genuss, den Orionnebel mit Bino und zwei 16mm Erfles auf mich wirken zu lassen. Allen anderen wünsche ich viel freie Zeit um die Datenberge weiter wachsen zu lassen - es gibt ja soviele Ausreden, Argumente, Einwände......... den ganzen Mist durfte, nein musste ich in diversen Seminaren und Kursen lernen, das macht die Sache noch weit interessanter. So auch der Mond steigt empor und mich zieht es wieder ins kalte Dunkel.

That's the end of the story.

Manfred

P.S.
Markus lass mich wissen ob jemand den Schneid hat, sich deinem Angebot zu stellen.
 
Re: Könnt Ihr denn auch wirklich lesen???

Hallo Manfred,

Soviel ich weiss unterbreitete ich ein unmissverständliches Angebot.

Habt Ihr das nicht gelesen?
ich habe das hier gelesen,in deinem Posting vom 5.2.04 um 23:20
Das Angebot steht, wer mit mir beobachten möchte ist dazu herzlich eingeladen -
Daraus habe ich nicht ersehen können,daß du in die Nähe von NRW kommst.
Ein Probesehen mit deinen Teleskopen hätte ich doch dankend angenommen!
Bei dem Wetter hier,Regen,Schneeregen,Graupelschauer,Schneeschauer wäre
aber wohl nichts draus geworden.

Viele Grüße,

Karsten
 
Re: Könnt Ihr denn auch wirklich lesen???

Siehst Du Karsten, das ist nicht böse gemeint, aber ich kann nun wirklich keine persönlichen Einladungen verschicken. Es gäbe doch die Möglichkeit der privaten Nachricht um einfach zu fragen zu was ich bereit wäre.

Das ist schlicht meine Art, ich werfe etwas in den Raum um zu sehen wer anbeisst.

Ist nicht böse gemeint, Du hast jetzt immerhin öffentlich geantwortet - und das ehrt Dich. Bis hoffentlich doch auf bald.

Viele Grüsse des jetzt defintiv verstummenden Manfred
 
Dortmund - Zürich

Hallo Manfred,

nein,ich fasse das auch nicht böse auf,persönliche Einladung muß nicht sein.

Bei der räumlichen Distanz zwischen unseren Wohnorten Zürich und Dortmund
hätte ich allerdings nie an eine solche potentielle Möglichkeit gedacht.

Und meine finanziellen Möglichkeiten erlauben mir auch nicht
mal eben kurz nach Zürich zu jetten.
Das Angebot von Markus nehme ich aber mit großer Freude an,dauert bloß etwas.

Grüße in die Schweiz,die offensichtlich vom Klima begünstigt ist,

Karsten
 
Re: Erste Eindrücke -> grau ist alle Theorie...

Was ich nicht nachvollziehen kann ist die durch Manfred geschilderte Tatsache, das im VMC nicht annähernd die Details zu erkennen waren wie im TMB (Mond).

Hallo Manfred & Leo,

fernab aller theoretischen Überlegungen (Öffnung, Strehl, Seeinganfälligkeit,
Obstruktion usw usw.) die unten in diesem Monsterthread unnötigerweise immer
wieder kolportiert werden kann ich Manfreds Beobachtungen aus der meiner Praxis
bestätigen.

Egal ob ich nun in den letzten Jahren einen 7" MN APM Deluxe gegen einen 6" LK
Fluorit mit 96% Strehl verglichen habe, 6" AP APO gegen 20" Galaxy Dob oder ein
sehr guter 8" GSO-Newton gegen einen Vixen ED 114 SS antrat (um nur einige
Begebenheiten zu nennen):

- in ausnahmslos ALLEN Fällen gewann der Refraktor visuell
das Rennen um das ruhigere und schärfere Planetenbild (Extremfall letzten August
-> Vixen 60L gewann gegen C14)

- in ausnahmslos ALLEN Fällen gewann der Reflektor mit der
Webcam das Rennen um das höheraufgelöste Planetenbild
(Mein Favorit bisher C14)

- sofern die Qualität der optischen Komponenten vergleichbar ist waren die
DeepSky-Bilder in der grösseren Optik auch IMMER heller zu sehen

*******

Also warum schneidet der Refraktor visuell so gut an Planeten ab aber versagt
bei Webcam-Aufnahmen?
Die Gründe hierfür sind ziemlich simpel und leicht auszuprobieren:

1. Halte mal Deine warme Hand kurz an den ausgekülten Alu-Tubus eines APOs und
beobachte die Wärmeschlieren im defokussierten Sternscheibchen und nun mache
dasselbe beim Alutubus eines Newtons... und man sieht sofort, dass beim APO kaum
etwas passiert und er sich schnell beruhigt, der Newton ist aber eine ganze
Weile (ich hab das schon über Minuten verfolgen können) mit dem Geblubber
beschäftigt.

Ist ja auch klar, denn im Refraktortubus bildet sich schnell ein
radialsymmetrischer Wärmegradient aus, der Lichtkegel durchläuft kurz nach der
Linse nur noch die inneren Bereiche des Tubus wo ja praktisch eine konstante
Temperatur herrscht, die Wandbereiche mit der turbulenten Wärmekonvektion
(Austausch Tubus<->Umgebungsluft) sind sehr fern.
(Übrigens deswegen zeigt auch ein 4" Vixen mit dickem Tubus weniger Seeing als
ein 4" Borg mit schmalem Tubus)

Im Spiegelsystem läuft das Licht leider 2x durch die turbulenten Randbereiche um
erst dann durch die Mitte zu laufen. Sofern der Tubus nicht vorne geschlossen
ist (SC, MN oder MC) kann sich auch kein stabiler Temperaturgradient ausbilden

2. Beobachte mal das Auskühlverhalten eines Newtons gegen einen Refraktor an
einem Abend mit Windstille gegen einen Abend mit leichtem Luftzug.
Wie schon Kurt Schreckling durch Messungen nachgewiesen hat beeinflusst der Wind
in nicht unerheblichem Maße das Auskühlverhalten (Kovektion)eines offenen
Spiegelsystems => Die Folge ist ein chaotische Blubberverhalten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Der Refraktor dagegen kühlt nahezu nur durch Wärmestrahlung aus => laminare
Strömungen entwickeln sich viel leichter (obwohl auch diese durch Kältebrücken
wie z.B. Blenden gestört werden können)

3. Nachdem beide Systeme optimal ausgekühlt sind beobachte mal das
Blubberverhalten (defok. Stern) eines Newtons bei Wind noch detaillierter und Du
wirst sehen, dass der Newton - weil bauartbedingt - wie ein Schornstein wirkt.
D.h. wärmere/kältere Luft wird durch den Wind hineingedrückt/herausgesogen.

Ergo selbst im ausgekühlten Zustand wird das offene System ständig durch die
Umgebungsluft gestört. Das dem so ist SIEHT man, wenn dies an verschiedenen
Abenden vergleicht!


AAAABER wenn man eine Webcam in den Newton steckt kehrt sich alles um, denn mit
den kurzen Belichtungszeiten der Webcam von typ. 1/30s oder 1/50s kombiniert mit
einer raffinierten Auswertesoftware wie Giotto oder Registax schlägt man dem
Seeing (auch dem Tubusseeing) ein Schnippchen. Was dann nur noch zählt ist
Licht+Auflösungsvermögen und das nicht zu wenige, am besten 16" oder mehr
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> .

Unser eigenes Auge ist dafür leider zu träge daher die "visual more pleasing
appearance" von Planeten im APO (Allerdings schaffen es geübte
Planetenbeobachter auch kurze blitzartige Momente guten Seeings in grösseren
Spiegelsystemen zu erhaschen).

***********

Als Fazit kann man - wieder mal - festhalten, dass es nicht DAS Teleskop für
alles gibt, sondern man muss immer sehr fein differenzieren ob man nun z.B.
Planeten primär mit Auge oder Webcam machen möchte.


Und nun an die Adresse der anderen vermeintlichen Meinungsbildner dieses Boards:

Da hat der Manfred
...ihr wisst was ich meine. Ich wollte bloss meine Eindrücke vermitteln.
einfach freudig überrascht seine
Beobachtungen (nicht Vermutungen wohlgemerkt!) gepostet und wird von einer
halben Tonnen Mails mit wilden Vermutungen und Anschuldigungen zugeschissen
(sorry). Und dann wird wieder tage- und wochenlang
gezetert und gezerrt von allem möglichen Leuten "Ich hab zwar noch nie durch ein
X geschaut aber trotzdem eine Meinung" oder von Händlern gnadenlos auf Y
eingedroschen und von anderen wiederum das Feuer geschürt wegen Z.....

Aber hat mal wirklich einer einen 115 TMB APO z.B. neben einem 5" Synta stehen
gehabt (ich schon) oder einen 115 TMB neben einem VMC200 (Manfred schon).

Daher sind in meinen Augen die allermeisten der Antworten dieses Threads irrelevant und leider einfach nur ermüdend <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Also PROBIERT ES EINFACH MAL SELBER AUS Leute, nicht so labern sondern substantiell was ausprobieren und dann erst posten !!!


Cheers, Christian
(Member of LISTE)

P.S Es darf dreimal geraten werden, warum der Anteil derjenigen Hobbyastronomen die edle Optiken besitzen und auf astronomie.de posten so viel geringer ist als in der Realität auf lokalen Treffen vermutet werden kann. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />


 
Re: Erste Eindrücke -> grau ist alle Theorie...

Hallo Christian,

vielen Dank für Deinen äußerst sachlichen Bericht. Ich als Anfänger, der keinem "Lager" mangels Erfahrung angehört, gibt das doch einen weiteren Einblick in die wahrhaft schwierige Teleskopwelt.

Mit Deiner Schilderung habe ich aber wieder ne Menge gelernt.

Weiterhin clear skys
Dietmar
 
Re: TMB 115mm vs 8" Billigdobson

Hallo Karsten,

aber was ist wenn das Seeing überhalb (also schlechter) als das Auflösungsvermögen des VMC ist ? Dann sieht man den kleinen Krater nämlich nicht, und hat im VMC noch ein blubberndes Bild dazu...

Wenn jetzt jemand sagt, jetzt schiebt man wieder alles aufs Seeing, das stimmt nicht so ganz, weil ein 115er TMB hat schon ne ordentliche Auflösung und ich will gar nicht wissen, wie oft das Seeing hier in Deutschland besser ist als die Auflösung des TMB.

@Christian, ich kann nur zu 100% deinem Beitrag zustimmen!

Viele Grüsse

Daniel
 
Danke Christian...

besonders das trifft es:

>Daher sind in meinen Augen die allermeisten der Antworten dieses Threads irrelevant und leider einfach nur ermüdend

Also PROBIERT ES EINFACH MAL SELBER AUS Leute, nicht so labern sondern substantiell was ausprobieren und dann erst posten !!!
>

Danke nochmal!

 
Re: TMB 115mm vs 8" Billigdobson

Hallo Karsten

alles Klar, warte aber nicht zu lange, sonst verschwinden die Planeten wieder
 
Re: Erste Eindrücke -> grau ist alle Theorie...

Hallo Christian,
ich bin voll und ganz Deiner Meinung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Es gibt noch mehr Leser dieses Forums die genauso denken,
aber keine Lust haben ihre Meinung zu schreiben, weil Sie
sonst von "Ahnungslosen" mit unpassenden Antworten torpedediert werden.
Es ist oft eine Gratwanderung seine Meinung hier sachlich zu posten,
und nicht in einen emotionalen Schreibstil zu entgleisen,
was mir hier auch schon mal passiert ist.

Mit freundlichem Gruß,
Gerd
www.bksterngucker.de
 
Re: Erste Eindrücke -> grau ist alle Theorie...

Hallo Gerd!


Es gibt noch mehr Leser dieses Forums die genauso denken,
aber keine Lust haben ihre Meinung zu schreiben
Hierbei handelt es ich um einen logischen Widerspruch, sofern Du Dich selbst mit zu diesen Leuten rechnest (das ist anzunehmen).
Da Du jemand bist, der seine Meinung hier postet, gehörst Du nicht zu denen, die keine Lust haben ihre Meinung zu schreiben. Somit ist Dein Anliegen, die Meinung einer angeblich vorhandenen schweigenden Mehrheit auszusprechen, gescheitert. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />


Gruß Harald
 
Re: Erste Eindrücke -> grau ist alle Theorie...

Hi Harald,
ich rede nicht von einer Mehrheit,
sondern von Leuten ,die mir privat und nicht öffentlich antworten.
Bitte nicht missverstehen!

(Manchmal habe ich aber auch keine Lust...)

Mit freundlichem Gruß,
Gerd
www.bksterngucker.de

 
Re: TMB 115mm vs 8" Billigdobson

Hallo Daniel,

aber was ist wenn das Seeing überhalb (also schlechter) als das Auflösungsvermögen des VMC ist ? Dann sieht man den kleinen Krater nämlich nicht, und hat im VMC noch ein blubberndes Bild dazu...
ja,dann sieht man das Kraterchen nicht.
Aber man hat kein "blubberndes Bild",das wäre typischerweise Tubusseeing
durch eine nicht ausgekühlte Optik,man hat entweder ein "flirren",
sehr typisch und häufig bei Föhnwetterlagen im Voralpenland oder auch "Motionseeing".

... ich will gar nicht wissen, wie oft das Seeing hier in Deutschland besser ist als die Auflösung des TMB.
Ich will das aber wissen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Und es ist nach meiner persönlichen Erfahrung nicht nur 3 x im Jahr besser,
wie häufig behauptet wird.Bei ruhiger stabiler Hochdruckwetterlage
kann das Seeing so gut sein,daß du leicht das unterschiedliche Auslösungsvermögen
von 8" , 10" und 12" im Vergleich an Jupiter sehen kannst.

Diese Nächte sind der Traum des Planetenfreaks und dann bedaure
ich manchmal nur 8" genommen zu haben...

MfG,Karsten
 
das seeing...

daniel, diese antwort ist eigentlich nicht an dich gerichtet,
sondern allgemein, passt aber hier rein.

was ich nicht verstehe ist, daß immer wieder behauptet wird
das auflösungsvermögen großer geräte könnte man nur an wenigen
tagen im jahr nutzen. meine erfahrung ist, daß das größere
gerät auch bei mittleren bedingungen (seeing 5-6/10 n. pickering
für zb. 8" öffnung) mehr am planeten zeigt als ein kleineres
gerät.

aber: man muß das auch sehen können und man muß auf die entsprechenden
momente auch warten!

bei mittlerem seeing gibt es immer wieder ruhige augenblicke,
wo der planet für einen kurzen moment steht und sich dann erst
die feinsten details zeigen.

insofern ist die beurteilung von geräten durch die man auf irgend-
einem treffen auf die schnelle mal durchschaut wertlos.
die wenigsten nehmen sich ausreichend zeit dafür.
bei einem schnellen blick durch den refraktor links und den
reflektor rechts daneben wird man zu keinem vernünftigen ergebnis
kommen, denn hier sieht das bild "auf die schnelle" im refraktor
immer besser aus, der große reflektor verlangt aber mehr vom
beobachter als einfach mal schnell durchzuschauen.

genau dieser aspekt kommt mir auch in christians sehr guter
zusammenfassung weiter oben zu kurz weg.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: das seeing...

Hallo Tom,

das mag schon sein, dass ein größerer Newton etwas mehr Details zeigt, sogar bei schlechterem Seeing, aber das Bild sieht im Ganzen "nicht so schön" aus wie in einem kleineren Teleskop mit höherer Qualität. Und das ist es auf das es für mich ankommt.
Aber darum geht es ja in diesem Thread ja eigentlich gar nicht...

Aber du hast recht, dass man bei Planeten generell länger am Stück beobachten muss, denn auf den ersten Blick sieht man viel weniger Details als nach einer 10 Minuten Beobachtung.

Ausserdem wäre ich froh wenn ich in nächster Zeit überhaupt mal wieder beobachten könnte - egal bei welchem Seeing! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Viele Grüsse

Daniel
 
grau ist Theorie,bunt wenn Praxis sie bestätigt!

Hallo Christian,

zuerst einmal möchte ich dich zu deinen sehr gelungenen Seiten beglückwünschen,
die ich mir immer wieder gerne ansehe,weil sie voll von guter Praxisnaher Info sind!

Zu deinem ausführlichen Beitrag möchte ich doch noch Stellung nehmen:

- in ausnahmslos ALLEN Fällen gewann der Refraktor visuell
das Rennen um das ruhigere und schärfere Planetenbild (Extremfall letzten August
Hier ging es nicht um das ruhigere oder schärfere Bild am Planeten,sondern darum,
ob das VMC im Vergleich zum 115mm TMB mehr an Details zu zeigen in der Lage ist.

Deine aufgeführten Punkte finde ich sehr gut und sie sind geeignet Licht
in die verworrene Geschichte zu bringen:

zu 1.
Die Flossen gehören nicht an einen Metalltubus!
Das versaut dir das Tubusseeing,wie du ja zu berichten weist.

Generelle Abhilfe:
Ein Isolierter Tubus wie ihn einige Selbstbauer realisiert haben,
bzw nachträgliche Isolation des Tubus durch alukaschierte Styroportapete.
Es bleibt der Vorteil,daß das Licht im Refraktor nur 1x durchläuft,
im Newton 2x und in Cassegrain-Derivaten 3x.

zu 2.
An Abenden mit goßer Temperaturdifferenz hilft der Wind dem Newton schneller
abzukühlen,bei Windstille steigt elend lange die vom massigen Spiegel
erwärmte Luft durch den Tubus auf (Kamineffekt) und dieses Tubusseeing
versaut dir die hochaufgelöste Beobachtung.

Bei Wind (nicht leises Lüftchen) ermöglicht die Wetterlage allerdings selten
eine sehr hohe Auflösung,die stabile Schichtung der Luftschichten felt(!)

Abhilfe zu Punkt 2:
Entweder eine planparallele Abschlußplatte einbauen wie Alois es hier
schildert,so daß der Newton einen geschlossenen Tubus hat,
oder aber eine Zangsbelüftung einbauen,
idealerweise so,daß die Warmluft aus dem Tubus gesaugt wird.

zu 3:
Wenn der Newton ausgekühlt ist Blubbert er nicht!
Wenn windiges Wetter (nicht nur laues Lüftchen)herrscht ist das Seeing
suboptimal,aber natürlich beeinträchtigt der Wind dann die Thermik der Newtons.
Bei sehr gutem Seeing,das ist dann,wenn sich Planetenbobachtung mit
größeren Öffnungen lohnt,gibt es das Windproblem nicht.
Der Scornsteinproblematik kann durch den Lüfter auf kleiner Drehzahl
begegnet werden.Dann sehe ich bei gutem Seeing bei 300x an Polaris
den gleichmäßig illuminierten Beugungsring ruhig stehen...

Noch was vergessen:
Ein noch nicht angesprochener Faktor ist der Wind,der erwärmte Luft
vom Beobachter,der ja in der Nähe der Öffnung am Okular hängt,
vor der Öffnung des Newtons vorbeiweht.Das ist ein Problem,
welches aber durch eine aufsteckbare Taukappe gelöst werden kann.

Deinem Webcam/Auge Vergleich kann ich zustimmen.
Aber:
Auch bei nicht optimalem Seeing (nicht sauschlechtem Seeing)
kann man visuell in Momenten ruhigerer Luft feine Details sehen,
die in den Phasen unruhiger Luft nicht zu sehen sind.
Das setzt Erfahrung,Durchhaltevermögen und eine gewisse Kondition
sowie eine ausreichend bequeme Sitzgelegenheit vorraus.

Ich simme mit dir also in einigen Punkten überein,teile
deine Ansicht daß das kleinere Refraktorteleskop das ruhigere Bild zeigt.

Aber bei gutem Seeing und günstigen äußeren Bedingungen zeigt es nicht mehr Details.

Viele Grüße,

Karsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: das seeing...

völlig richtig! es wird zeit, daß es aufklart und wir wieder mal eine
nach mit wirklich gutem seeing bekommen.

aber nochmal kurz zum thema:
schöner sieht das bild im refraktor unter den meisten bedingungen
wirklich aus (solange es sich nicht um einen billig-refraktor mit
schlechter optik handelt).

die gründe dafür sind vielfältig, denn ein spiegelteleskop hat einfach
mehr mögliche fehlerquellen als ein refraktor und nur selten sind
alle diese fehlerquellen auch eliminiert bzw. minimiert.

es muß dann eben jeder für sich entscheiden worauf es ihm ankommt.
bei maximaler ästhetik greift man zum APO mit 5-7" öffnung,
für maximale details zum spiegel mit 10-?" öffnung.
meiner erfahung nach spielt es dabei aber keine rolle ob man visuell
beobachtet oder die webcam ansetzt.
ich konnte selbst mehrere jahre viel mit einem C14 beobachten,
auf einer sternwarte und es auch mit anderen kleineren refraktoren
unter den versch. bedingungen vergleichen. das C14 zeigte immer
mehr details. je schlechter das seeing, umso geringer der unterschied,
er war aber immer vorhanden.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)


 
Re: das seeing...

Schaut euch in diesem Forum die Sterntestbilder eines 200 mm VC an und dann sagt Ihr mir bitte nochmal wie ihr mit sowas gegen einen guten Apo anstickern wollt. Ich kanns nicht fassen, was hier geschrieben wird
 
Re: das seeing...

Leute, verzeiht einem wie mir, der sich begnügt, durch schnödes 16" MeadeGlas und/oder durch bequemes 8" GSO Glas zu schauen, die Frechheit, in diese hochwürdige Diskussion einzugreifen.
Doch Unterzeichneter meint: Der eine hat nen GSO,der andere einen APO, der dritte einen Feldstecher: ALLE diese armen Würmer auf dieser verflucht schönen Erde sehen mehr oder weinger mehr, scharf,groß,klein dick und dünn, kontrastärmer und kontrastreicher.

Ist´s Wahnsinn? Ist´s gar Methode?

Sei es drum!

Ich werde ab der Stund vom "Hobbyastronomen" zum WAHREN Astro mutieren: Ich verkauf ALLES Glas und schau durch meine Äuglein klein und fein in des Himmels Gestade: Und: seh MEHR als alle APOs Newtons und SC´s zusammen.

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Klarinetto
 
Re: das seeing...

meinst du dieses bild hier:

Link zur Grafik: http://aberrator.astronomy.net/scopetest/assets/images/resultS_C20001.jpg

eine einschätzung rein aus diesem bild ist nicht leicht, aber auf
jeden fall ist das kein schlechtes gerät, also keine gurke.
man sieht einen gewissen betrag an unterkorrektur, außerdem dürfte die
optik recht glatt sein, zonen sieht man auch nicht.
also auf den ersten blick würde ich sagen, bis auf die unterkorrektur
eine gute optik.

aber abgesehen davon, das ist das bild irgendeines examplares dieses
bautyps, ein anderes kann besser oder schlechter sein.
also was soll das bild beweisen?

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: das seeing...

Tom,

das Bild der Optik die du zeigst ist wirklich sehr gut bis auf die abegsunkene Kante, die dort vorhanden ist. Dieses Bild meinte ich aber nicht, sondern das Bild Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.
welches im Nachbarthread steht und das ist ne gurke, keine 1/4 wellenfront
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: das seeing...

Hallo,

Ich kenne diese Optik nicht persönlich, möchte nur einwerfen:
dass diese Sterntest-Aufnahmen in Autokollimation gegen einen
Planspiegel entstanden sind, hast du bestimmt bedacht, oder?

Ciao,
Roland
 
dabei handelt es sich...

um das VMC von osho, wenn ich mich nicht täusche.

herr rohr hat für dieses gerät einen strehl von 0.98 bestimmt,
bei einer sehr glatten fläche.

als gurke würde ich das nicht bezeichnen. auch kann ich aus dem
von dir gemeinten bild nicht erkennen, daß es sich um eine gurke
handeln sollte. es zeigen sich keine wirklich gravierenden fehler.
bedenke zusätzlich, das herr rohr hier in autokollimation testet.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: dabei handelt es sich...

Hallo Tom,

und dieses VMC gab es ja einen großen Wirbel im Board.
Dieser war hauptsächlich darauf zurückzuführen,
daß der Prüfer einen "Farbfehler" bei der Betrachtung
eines Spaltes in Autokollimation bei sehr hoher Vergrößerung
diagnostizierte.Ich hatte damals gleich den Verdacht,
daß dies auf den seitlichen Versatz zwischen Lichtquelle
und Okular zurückzuführen sei.
Dadurch läuft das Licht nicht völlig achsparallel durch die Optik.

Ich hatte die Gelegenheit mit diesem Teleskop zu
beobachten,
zusammen mit seinem Besitzer Gerrit.
Nach pingeliger Justage am Stern und anschließender Beobachtung
konnten Gerrit und ich keinen Farbfehler an Wega oder Mond feststellen.

Das VMC hatte eine sphärische Aberration von etwa 0,14 Lambda.
Dann wäre der Strehl- Wert
S = e^-(2 * pi * 0,14/3,5)² = 0,94.

Ich kann die Aussage von M.L. zum angegebenen Bild
deshalb absolut nicht nachvollziehen.Das Teleskop
liegt sicher bei 0,90 Strehl und ist mit Sicherheit
keine "Gurke" die schlechter als 1/4 Wellenfront ist.

Und mit genau diesem VMC würde ich den Vergleich
zum 115mm TMB wagen wollen.

MfG,Karsten
 
Re: dabei handelt es sich...

Wenn das Ding keine rauhe Fläche hat, deutlich sichtbar durch den ausgefransten Rand , und besser als 1/3 wellenfront p.t.v. hat fress ich einen Besen. Strehl 98% ist Lachhaft, ich verwette mit dir einen weiteren TMB 115 das diese Kiste bei echter Profi Prüfung keinen 85% Strehl erreicht. Verliere ich bekommst du den TMB, verlierst du bezahlst du die Prüfung.
Wenn du dieses Bild noch als gut bezeichnest, dann verstehst du wirklich - 100% von optikprüfung, sorry das zu sagen, es bestätigt schon wieder wie viel du von Optiken verstehst

also kurzum, nimmst du die Wette an ?


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um das VMC von osho, wenn ich mich nicht täusche.

herr rohr hat für dieses gerät einen strehl von 0.98 bestimmt,
bei einer sehr glatten fläche.

als gurke würde ich das nicht bezeichnen. auch kann ich aus dem
von dir gemeinten bild nicht erkennen, daß es sich um eine gurke
handeln sollte. es zeigen sich keine wirklich gravierenden fehler.
bedenke zusätzlich, das herr rohr hier in autokollimation testet.
 
Re: dabei handelt es sich...

Wenn das Ding keine rauhe Fläche hat, deutlich sichtbar durch den ausgefransten Rand , und besser als 1/3 wellenfront p.t.v. hat fress ich einen Besen. Strehl 98% ist Lachhaft, ich verwette mit dir einen weiteren TMB 115 das diese Kiste bei echter Profi Prüfung keinen 85% Strehl erreicht. Verliere ich bekommst du den TMB, verlierst du bezahlst du die Prüfung.
Aha, jetzt wirds ja richtig spannend!! Astronomie.de ist manchmal besser als jeder Krimi! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />


Gruß Harald
 
Re: das seeing...

Hallo,

Ich kenne diese Optik nicht persönlich, möchte nur einwerfen:
dass diese Sterntest-Aufnahmen in Autokollimation gegen einen
Planspiegel entstanden sind, hast du bestimmt bedacht, oder?

Ciao,
Roland
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Habe ich , umsobesser sieht mann die abgesunkene Kante sowie die rauhe Fläche durch den ausgefransten rand
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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