Erste Erfahrungen mit Bresser Saturn 20x60

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Hase_von_Mars

Neues Mitglied
Es gab in Vergangenheit ein paar Bemerkungen und Fragen zu diesem Fernglas. Hier ein kurzer Testbericht.

Verarbeitung und Ausstattung
Herkunftland ist nicht auszumachen, da nirgends vermerkt. Ich kann China nicht ausschliessen, zumal ein Anbieter den einen Fernglas mit gleichen Merkmalen 20 Euro billiger als Meade als "Eigenmarke" anbietet und nach dem Foto zu urteilen handelt es sich um das gleiche Modell (inkl. Bresser-Logo).
Alle beweglichen Teile sind angenehm zu bewegen also weder zu fest noch zu locker. Die Ränder der Gummierung schauen stellenweise heraus, das macht mir aber nichts aus, weil ich das Glas nur für Astronomie also bei wolkenfreiem Wetter verwende.
Dioptrieeinstellung war für mich ausreichend (3 bzw 3,5 Dioptrien).
Keine rote sondern grünliche Beschichtung.
Absolute Schwachstelle ist der mitgelieferte Stativadapter. Dieser ist aus einem recht elastischen Kunststoff. Selbst auf einem soliden Stativ dreht sich das Fernglas in der horizontalen Ebene, eindeutig wegen der Elastizität des Adapters.
Noch etwas: oft wird empfohlen, bei Ferngläser dieser Masse und höher einen Stativ zu verwenden. Achtung: gemeint sind nicht die üblichen Billigmodelle aus dem Foto-Discounter. Mein alter Velbon CX440 war überfordert, mit einem Slik Pro 400DX bin ich nun zufrieden. Der kostete aber nochmals soviel wie das Fernglas :( .

Was man damit sieht
Meine Beobachtungen wurden bei relativ aber nicht total klarem Himmel gemacht, vom Balkon im Zentrum einer 15000 Einwohner-Gemeinde. Also nicht wirklich ideal.

  • Jupiter
    Sieht deutlich nach Planet aus, hat also eine gewisse Dicke. Subjektiv: Nadelkopf-Grösse. Keine Monde.
  • Mond
    Natürlich hat der ganze Mond im Bild Platz. Für jemand, der aber noch kein Gerät mit dieser Vergrösserung in die Hand hatte, dennoch sehr schön. Ziemlich klares Bild. Man sieht Krater ab 100 Km Durchmesser recht deutlich (Plato, Hevelius, Darwin, bei Grimaldi ist die Doppelkrater-Beschaffenheit sichtbar).
  • Sterne
    Ich konnte Sterne bis ca. Mag 8 ausmachen. Epsilon Lyrae war deutlich als zwei Punkte mit Raum dazwischen sichtbar. Unterhalb von Wega waren die 5 M-förmig angeordneten Sterne mit Mag 6,9 bis 8,0 gut sichtbar.
  • Deep Sky
    Habe nicht versucht.
 
hallo lieber Marshase,

guck doch nochmal rein und schreib was über:

Randschärfe
Vignettierung (sind die Austrittspupillen rund)
Verzeichnung (gerade Linien werden im Fernglas zu ...)
Einblickverhalten
Transmission (verfärbt das Glas ein wenig?)
Scharfstellung (manche verstellen sich sobald man sie ansetzt; ich hatte sogar ein Bresser bei dem es genügte, es aufrecht mit Objektiven nach unten hinzustellen, und ich sah wie das Fokusrad sich von selbst bewegte...)
Fokussierungsrad (wieviel Umdrehungen von maximal nah zu fern?)

Diese Dinge stehen in keinem Prospekt und sind doch sehr nützlich zu wissen, wenn man ein Fernglas kaufen will.

Beim Plastikstativadapter habe ich in die Aushöhlungen Kunstharz reingeschmiert, schon ist er stabil. Besser sind aber die aus Metall.

viel Freude mit deinem 20x60, lg Tommy
 
Hallo Andrei,

erstmal herzlich willkommen im Forum!

Zitat von Hase_von_Mars:
Jupiter
Sieht deutlich nach Planet aus, hat also eine gewisse Dicke. Subjektiv: Nadelkopf-Grösse. Keine Monde.
Sterne
... Epsilon Lyrae war deutlich als zwei Punkte mit Raum dazwischen sichtbar. ...
"keine Monde" bei Jupiter? Bist Du sicher? Die Jupitermonde gehen allermeist schon im 10x50 einwandfrei ... (Digiknips-Beispiele 12x45, 20x60)

Dasselbe bei "Epsilon Lyrae" - meinst Du den ziemlich weiten "Doppeldoppel" oder wirklich dessen für's 20x-Fernglas sehr enge Komponenten? Oder vielleicht doch versehentlich Zeta Lyrae?

Gruß+cs,
Dietmar
 
Zitat von Hase_von_Mars:
[*]Jupiter
Sieht deutlich nach Planet aus, hat also eine gewisse Dicke. Subjektiv: Nadelkopf-Grösse. Keine Monde.

das wundert mich allerdings auch. Selbst bei Guten Bedingungen und gutem hinsehen sogar im 8x30 und sowieso und sowas von im 10x50. Wahrscheinlich haste dich vertan und warst mit dem testen so sehr beschäftigt um auf kleine Dinge wie die 4 Monde zu achten. Aber trotzdem sehr interessanter Bericht. Hätte nichts gegen mehr solcher Berichte. Vorallem die so kurz und bündig und vorallem nützlich sind.
Aber wie Dietmar schon sagte fehlen allerdings wichtige Dinge

gruss, Cs Daniel
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Tommy,

Zitat von tommy_nawratil:
Randschärfe
Vignettierung (sind die Austrittspupillen rund)
Verzeichnung (gerade Linien werden im Fernglas zu ...)
Einblickverhalten
Transmission (verfärbt das Glas ein wenig?)
Scharfstellung (manche verstellen sich sobald man sie ansetzt; ich hatte sogar ein Bresser bei dem es genügte, es aufrecht mit Objektiven nach unten hinzustellen, und ich sah wie das Fokusrad sich von selbst bewegte...)
Fokussierungsrad (wieviel Umdrehungen von maximal nah zu fern?)

Vignettierung: ja, die Pupillen sind rund. Wenn ich Zeit habe lade ich nächstens ein Foto davon hoch.
Verzeichnung: gegen den Rand verbiegen sie sich etwas, so: )(
Scharfstellung: wie gesagt, kein Problem bis jetzt, wobei jemand mit viel Kraft in den Händen kann den Widerstand als zu weich empfinden.
Fokussierungsrad: das Hauptrad dreht sich ca. 90 Grad, das Dioptrienrad 180.
Randschärfe und Einblickverhalten: fällt mir schwer zu beurteilen. Als Anfänger habe ich bewusst nur Aussagen über Aspekte gemacht, die ich auch ohne grosse Erfahrung beurteilen kann.

Viele Grüsse,
Andrei
 
Hallo Dietmar

Danke ! Es ist doch toll so begrüsst zu werden :).

Zitat von wasguggsuda:
"keine Monde" bei Jupiter? Bist Du sicher? Die Jupitermonde gehen allermeist schon im 10x50 einwandfrei ...

Dasselbe bei "Epsilon Lyrae" - meinst Du den ziemlich weiten oder wirklich dessen für's 20x-Fernglas sehr enge Komponenten?

Über was ich schreibe bin ich schon sicher. Dass ich keine Monde sah (habe nicht behauptet, dass man sie nicht sehen kann) kann verschiedene Ursachen haben: Standort bzw. Lichtverschmutzung, leichter Nebel, meine Sehkraft...
Aber Deine Bilder haben mich motiviert, es nächstens wieder zu versuchen, danke. Vielleicht wenn das Wetter besser wird.

Epsilon Lyrae: ich meine natürlich den "weiten" Abstand. Also 2 Sterne, nicht 4 und nicht 6, das wäre tatsächlich etwas grenzwertig für diese Art Feldstecher.

Viele Grüsse
Andrei
 
hallo Andrei,

danke für deine Angaben!

Jetzt wissen wir, das das Fokussierungsrad sich nur um 90° drehen lässt. Das ist relativ wenig. Deshalb vermute ich, und das meinte ich mit "Scharfstellung", dass man durch Druck von hinten auf die Okularbrücke, zum Beispiel mit dem Finger, oder auch durch einfaches Ansetzen des Fernglases, den Fokus ganz leicht unabsichtlich verstellen kann. Dabei dreht sich das Fokusrad "von selbst", weil der Schneckengang der drin ist zu viel Steigung hat.

Wenn das Fokusrad zumindest eine halbe oder eine ganze Umdrehung machen könnte für den gesamten möglichen Schärfebereich, das wäre besser. Probiers doch mal aus und berichte!

Zur Vignettierung: Wenn die Austrittspupillen schön rund sind, dann sind die Prismen gross genug um alles Licht durchzulassen, und es gibt keine Vignettierung ("Abschattung").

lg und viel Freude damit, Tommy
 
Hallo Andrei,

vielleicht liegt es auch daran, dass du bei der Jupiterbeobachtung kein Stativ verwendet hast und deswegen die Monde nicht sehen konntest.
 
Hier noch ein paar Fotos.


 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben