Erste Orientierung Neuling - Diverse Fragen/"Probleme" motiviertes Einsteigersetup 5k+?

Hallo Thomas,
Ich kann deinen Wunsch, auch visuell beobachten zu wollen, sehr gut verstehen. Das direkte visuelle Erleben ist weder mit der normalen Deep-sky Fotografie noch mit EAA zu vergleichen, sondern hat seinen eigenen Reiz! Auch sind dafür keine x-tausend Euro für Okulare notwenig - und schon gar nicht bei Fokus auf Mond und Planeten.
Ich beobachte visuell und fotografiere seit fast 40 Jahren und ich mache beides gerne. Meine Empfehlung wäre ein 200mm f/5 oder 6 ONTC mit Quarzspiegel und nicht zu großem Fangspiegel. Man bekommt bei Deep-sky schon schön was zu sehen und mit einem Bino+ Glaswegkorrektor und z.B. Baader Classic Orthos lassen sich wunderbar Mond und Planeten beobachten.
Mit nicht zu großem Sensor geht damit auch Deep-sky Fotografie oder EAA, braucht keine zu schwere Montierung und ist daher mit dem Auto gut transportabel.
Das kommt für mein Empfinden der Wollmilchsau recht nahe.
Ich habe selbst einen 6 Zoll ED Apo und einen 12 Zoll ONTC. Am Planet und Mond ist der ED sehr schön, für deep-sky ist etwas mehr Öffnung von Vorteil, wenn auch die 8 Zoll keinen großen Unterschied machen. Was ich mir bei deinem Schwerpunkt Mond und Planeten auf alle Fälle gönnen würde, wäre ein Bino mit den bereits erwähnten Orthos. Ich hatte schon einige Ethos-Okulare im Besitz. Vom Kontrast und Erkennbarkeit feinster Details konnte ich keine Unterschiede zu den Orthos feststellen. Natürlich haben letztere ein kleines Feld aber mit nachgeführter Optik ist das kaum ein Nachteil.
Frag doch mal bei Wolfi Ransburg an und erklär ihm deine Wünsche. Er konstruiert den ONTC nach deinen Präferenzen.

Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung!
Burkhard
Hi Burkhardt,

danke für Deine Worte, da finde ich mich absolut wieder! Meine Überlegungen gehen auch in die von Dir angedeutet Richtung. Für den Tipp mit den Binos danke ich Dir explizit, die hatte ich nämlich noch gar nicht auf dem Schirm! Da muss ich mich aber komplett bei Null mit befassen.

VG
Thomas
 
Guten Morgen auch,

denke auch, das sich die Gemüter wieder beruhigen sollten.

Ja, es kommt vor, dass auf Grundlegendem und auch im Detail mehrfach "rum geritten wird". Wenn es fachlich richtig ist, sollte man das annehmen.
Wenn es mehrfach von einer Person oder auch von mehreren Person "wiederholt" wird, ok, kann nervig sein, kann man sicherlich kurz mitteilen das man es verstanden hat oder, wie sagt man so schön, drüber stehen.

Da jetzt quer Beet so einiges angesprochen wurde und auch weiter reichend erklärt wurde, wäre es vielleicht gut kurz, oder auch lang, zu schreiben was einem denn so nach dem ganzen Input vorschwebt, was man für sich rausgezogen hat, ... ... ...

Dennoch gebe ich noch einen "oben drauf" ;), aus meiner Sicht.

Grundsätzlich kannst Du mit jedem Teleskop in die Beobachtung einsteigen.
Solange das System in sich stimmig ist. Montierung passt zum Teleskop oder auch umgekehrt. Z.B. Einen 8" Newton auf eine EQ-3-2 zu packen macht keinen Sinn. Kann man machen, muss und sollte man aber nicht.
Was das Teleskop, die Optik angeht, sollte man in Erfahrung bringen was die jeweilige Bauform so leisten kann. Natürlich kann man mit jedem Teleskop alles Beobachten. Mit dem einen aber eben besser z.B. Planeten, mit dem anderen besser Weitfeld usw.. Da muss man dann entscheiden wohin man tendiert. Ich versperre mir ja die anderen Objekte nicht gänzlich. Wenn die Wahl auf einen MC (Maksutov-Cassegrain) oder ein SC (Schmidt-Cassegrain) gefallen ist, dann muss ich damit leben, das Deep Sky nicht so der Knaller sein wird. Wenn ich einen Weitfelder nehme, nun ja, ... ... ...
Ich "limitiere" mich auf die Objekte, die mein Instrument am Besten kann, aber versperre mir nicht grundsätzlich die anderen Objekte.

Das das beim Start nicht so ganz einfach ist wohin die Reise geht, ist klar. In den fast acht Jahren der praktischen Beobachtung haben sich meine Präferenzen so drei vier mal geändert. Letztendlich ist es EAA geworden. Durch selbst gemachte Erfahrungen (try and error), Basiswissen lernen, Informationen und Wissen aus dem Forum und auch anderen Quellen (Bücher) bin ich da gelandet. Wie man sieht, war das keine spontan Entscheidung.

So jetzt muss ich aber, auch zum wiederholten male ;), auf das S50 zurück kommen.
Das Teil hat sicherlich seine Berechtigung, um vielleicht intensiver in die beobachtende Astronomie einzusteigen.
Aber der Schluss, dass das Teil einem ein Verständnis für das selbst zusammenstellen eines Setups bringt, bezweifle ich doch arg. Durch das Teil erfahre ich nichts, von dem was die einzelnen Komponenten aus macht und wie sie zusammen spielen müssen. Da das, wie hier auch schon erwähnt ;), ein Vollautomat ist.
Lerne ich nichts vom Himmel. Wie, wo, was, wann da oben rumgeistert. Weiß nichts darüber was z.B. Seeing und Transparenz aus macht, sehe nur das meine Bilder mal schlechter, mal besser sind.
So wie ich das hier im Forum sehe und gelesen habe, auch wenn ich mich nicht weiter führend mit diesen Smart-Scopes auseinander gesetzt habe, sind die Teile meist als Ergänzung zu schon bestehenden Setup(s) angeschafft worden. Da bin ich mir sicher das Diejenigen wissen was sie von dem Teil zu erwarten haben und was nicht, auf Grund ihrer Erfahrungen und Wissenschatzes.

In diese Sinne :coffee::teleskop:
Gruß
Mathias
Hi Mathias,

... ich denke auch, und bin auch wieder ganz entspannt! Ich habe niemals fachliche Korrektheit meinerseits beansprucht oder eingefordert, und nehme das auch alles an. Wenn dann aber von der gleichen Person im 3. Anlauf in einer derart konfrontativen Art und Weise auf widersprüchlichen (Falsch-)Aussagen meinerseits und dem persönlichen Abgleich geritten wird, reichts dann auch mal. Das als letzten Satz dazu.

Die spezifischen Unterschiede der Teleskope waren mir bewusst. Ich habe nun gelernt, dass die Ausprägung und Konsequenz viel stärker ausgeprägt ist, als gedacht. Das war für mich wichtig. Ich habe viele Details und Gadgets kennengelernt, die mich enorm motivieren, hier zumindest neugierig auf alles mögliche zu bleiben! Danke dafür in die Runde!

Was ich ebenfalls mitgenommen habe, dass die als anspruchsvoll eingeschätzten Rahmenbedingungen in der visuellen Beobachtung, die ich übrigens immer als völlig anderes und eigenständiges Thema und ohne Abgleich mit Smart-Teleskopen eingestuft habe, nun noch spezifischer einordne und betrachte. Seien es die hilfreichen Infos hinsichtlich Nachthimmel/Helligkeit als auch Teleskopeigenschaft und notwendigen Zubehör. Das war sehr wichtig.

Das Thema Astrofotografie spielt(e) im Grunde nie eine wesentliche Rolle in einem visuellen Setup. Hier ging es mir eigentlich nur darum, dass ein Teleskop dafür, sollte ich diesen Aspekt angehen wollen, nicht gänzlich ungeeignet ist. Das wurde aber im Kontext völlig anders interpretiert. Ich schrieb explizit, dass ich eigentlich für den Anfang ein möglichst (wenn auch unrealistisch) "vielseitiges" Einsteiger-Teleskop suche, durch das ich einfach nur schauen möchte, um den Umgang zu erlernen. Dass dieser Punkt derartig Wellen schlägt - immer noch unglaublich!

So, und jetzt mal zum S50. Ich gebe Dir da in allem recht. Hinsichtlich eines visuellen oder astrophotografischen Setups bringen Smart-Teleskope keinerlei Erkenntnisgewinn. Weder zu Komponenten, Technik, Abläufe oder irgendwelcher praktischer Aspekte visueller Bildgebung in der Astronomie. Das war und ist klar. Was das S50 aber macht: Es schafft grundlegenden Einblick in die Orientierung am Himmel, vermittelt mit absolut niedrigschwelligem Zugang Informationen zu Sichtbarkeit, Ausrichtung, Bewegung und Eigenschaften der Beobachtungsobjekte. Und es erreicht ja zumindest bei mir: Lust auf mehr.

Hier mal ein Einblick meinerseits: Eine Session am S50 läuft bei mir meist so ab, dass ich wöchentlich via die "Clear Outside" App die Wetterbedingungen checke, Ist alles auf grün steht das S50 in 3 min draußen und ist einsatzbereit. Ich nutze es auf einem besseren Stativ mit einer kleinen Justierplatte und auch der Möglichkeit der Nutzung im äquatorialen Modus bei längeren Sessions. Mittlerweile kenne ich auch alle der (überschaubaren) Kniffe, Tricks und Problemchen mit dem Gerät. Mit der Stellarium App und/oder dem integrierten Sternenatlas orientiere ich mich dabei am Nachthimmel. Die Datenbanken zu Himmelsobjekten geben mir dabei Informationen zum Charakter, Bewegung, Helligkeit und genereller Informationen astronomischer und astrophysikalischer Rahmendaten und Hintergründe. Das läuft bei mir immer im Hintergrund mit ab, vor allem der astrophysikalische Hintergrund interessiert mich. Dabei stacke ich parallel die Aufnahmen im Schnitt 1 bis 3 h pro Objekt und beobachte dabei, ob und wie sich Details ausprägen (oder auch nicht). Das sind an CS-Abenden also nicht mehr als 2, manchmal 3 Objekte. Regelmäßig beobachte ich aber auch durch den schnellen Aufbau und automatische Justierung bedingt die Planeten und den Mond in seinen Phasen. Ich habe mit ein paar Filtern experimentiert, sehe da aber aktuell beim S50 keinen Sinn, da alles nur dunkler/farbig wird, die eingebauten Filter das wesentliche erledigen oder der Vorteil hinsichtlich Emissions- oder Reflexionsnebeln für mich in der Bildgebung keinen Vorteil brachte. Das sauge ich auf wie ein Schwamm und bin jedes mal aufs neue begeistert. Parallel archiviere ich die Rohdaten. Mir fehlt absolut die Zeit, daher waren bisher nur grundlegende Einstiegsaspekte und erste Funktionsanwendungen/Tests über Bildbearbeitungssoftware möglich. Was aber als Konsequenz schon länger besteht, ist ein ein glückliches S&W Abo, welches ich durch das Astronomie Magazin ergänzt habe, weil es tolle Einblicke in die Hobbyastronomie bringt. Zudem gibt es hier und da Himmelsereignisse, die ich dort verfolgen oder vorplanen kann.

So nun kannst Du etwas besser ableiten, was ich für ein Typ bin und dahingehend mache.

Und nun mal Butter bei die Fische... was sind meine Konsequenzen oder Erkenntnisse hier bis jetzt:

- Ich bin ehrlich gesagt noch unschlüssiger, was meinen Einstieg in die visuelle Astronomie angeht.
- Mir ist völlig bewusst, dass das S50 damit nichts zu tun hat. Jedoch mag ich den Komfort, Umgang und auch den für mich empfundenen Erkenntnisgewinn.
- Die avisierten Kosten/Budget geben mir nicht in der Summe, aber in der Verhältnismäßigkeit zu denken.
- Ich bin unsicher, ob mir die Bequemlichkeit des Smart-Teleskops völlig ausreicht, und eine zu konsequente Investition in ein visuelles Setup bereue.
- Das bedeutet im Klartext, dass ich wenn visuell, dann über ein Newton- oder Dobson mit mgl. großer Öffnung in der Preisregion zwischen 500-1000€ nachdenke.
- Zusammen mit Zubehör komme ich da auf 1500€. Das wäre für einen "First Try" in der visuellen Beobachtung immer noch viel Geld, jedoch wäre ich nicht allzu betrübt, wenn ich es dann wieder verkaufe, wenn ich merken sollte, dass ich das visuelles Setting nicht weiterverfolge.
- Aktuell überlege ich tatsächlich auch, den Gedanken visuell zu beobachten vorerst wieder komplett zu verwerfen, mir mittelfristig das (für die verbaute Technik) sehr teure Celestron Origin zu kaufen, weil es ein paar mehr Möglichkeiten bietet und eine bessere Technik mitbringt als das S50. Da wäre mir der Preis in der Endkonsequenz sogar fast egal, weil ich weiß, dass es mein Setting optimiert, wenn auch nicht konsequent weiterentwickelt.

So, das erstmal von mir. Bis die Tage!
Thomas
 
Weiteres zum Nachdenken:
(Fyi - den letzten Post hatte ich noch nicht gelesen)

1. Woher kommt die Präferenz für Planeten ? Braucht man ein in dieser Hinsicht optimiertes Teleskop ? Bist Du Experte was Planeten anbetrifft, hast viel theoretisches Vorwissen hier, das Du mal am Himmel beobachtend ergänzen willst ? Oder willst Du spezielle Objekte sehen ? Welche ? Oder hat lediglich das Seestar keine Planeten, gezeigt und daher die Mangelerscheinung und der Wunsch? Oder sind sie einfach die vordergründigsten Objekte am Himmel ?

Dazu wäre noch zu sagen:

2. Edukative Hierarchie: das mag ein Stück weit zu weit gelaufen sein mitunter, ja. Das wäre zu bedauern. Aber kein Schwarzgurt-Judomeister weiss von einem kleinen Wortwechsel was ein Anfänger-Weissgurt kann und weiss. Daher bekommt er erstmal die grundlegenden Tipps, die er i.a. ja auch faktisch braucht... Und: der Weissgurt sollte besser nicht verkennen, warum Schwarzgurte Schwarzgurte sind. Das hat schon seine Gründe (spätestens im Randori würden die klar ;) ). Diese Unterschiede werden in der Amateurastronomie von teuren Apparillos, die man kaufen kann, nur wenig relativiert oder gar aufgehoben (im Visuellen sehr wenig, bei Foto etwas mehr). ;) Schwarzgurte müssen auch über den Dingen stehen können. In dieser Hinsicht zu lernen / zu wachsen ist dann ihr Thema und ihre Aufgabe (niemand nimmt sich hier aus). So hat jeder seinen Weg...

3. Mein Bauchgefühl ist eigentlich: hier geht's in Richtung Fotografie. Vielleicht etwas kleiner anfangen und dann ausbauen wäre der Ratschlag... Planeten erstmal mal angucken auf einer VSW oder auf einem Teleskoptreffen, oder mit kleinerem Teleskop. Damit sieht man schon relativ viel !

4. Visuell ist eine spezielle Sache. Viel 'Demut' (daher die Judo Vergleiche ;)) erforderlich, weil unser Auge - zwar erstaunlich leistungsfähig ist - aber eben kein CCD ist. Viele, die von Fotos herkommen, werden enttäuscht... Z.B. das Seestar Bild von M101 - so wird man das (nur mit grösster Mühe und) nur unter allerallerbesten Hochgebirgsverhältnissen in einem 20+Zoll Teleskop visuell sehen...! Normalerweise BEI WEITEM nicht so detailliert ! Bei visuell gilt: der Weg ist das Ziel. Das muss man mögen... Mit der entsprechenden Motivation ist es aber fantastisch, was man alles visuell sehen kann. Teleskoptreffen wäre mal was...

5. Grösseres Smart-Teleskop ist auch ein Weg (mir widerstrebt er allerdings). Um Erkenntnisse theoretischer Art sollte/muss man sich dann (sowieso auf allen Wegen) nebenläufig bemühen...

Good luck,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin ehrlich gesagt noch unschlüssiger, was meinen Einstieg in die visuelle Astronomie angeht
Dann leg dir doch einen gebrauchten Dobson um 8 bis 10 Zoll zu. Gibts oft zu einem vernünftigen Preis im Bieteforum. So lange dein S50 Photonen sammelt, sammelst Du damit deine ersten Erfahrungen bei der visuellen Beobachtung. Ein paar (ebenfalls gebrauchte) Okulare kosten auch nicht die Welt. Damit ist dein finanzielles Risiko minimiert und am Ende könntest du auch alles wieder verkaufen. Wenn du Gefallen daran finden solltest, kannst du immer noch ans Feintuning gehen und oder dir etwas Spezielleres zulegen. Vielleicht ist das aber schon alles, was du zu deinem Glück brauchst.
Optimal wäre, wenn du das mal bei jemandem in deiner Umgebung testen könntest, wie Peter schon angemerkt hat.
 
Dann leg dir doch einen gebrauchten Dobson um 8 bis 10 Zoll zu. Gibts oft zu einem vernünftigen Preis im Bieteforum. So lange dein S50 Photonen sammelt, sammelst Du damit deine ersten Erfahrungen bei der visuellen Beobachtung.
Genau und wenn dann doch Mond und Planeten Fotografie ansteht, baue oder kaufe dir eine EQ-Plattform, eine kleine Astrokamera und gegebenfalls eine Barlow-Linse und es kann auch schon losgehen. Ist nicht so kompliziert, manchmal reicht ein guter Moment, eine Minute und man hat tasusende Frames in einem Avi gesammelt. Daraus ein Summenbild mit z.B. autostakkert erstellen und das dann bearbeiten.

Planeten & Mond Fotografie ist längst nicht so zeitaufwendig wie Deepsky. Mache ich sogar mit manueller Selbstbau-Plattform & Deepsky meist mit Objektiven.

Gruß,
Holger
 
Ciao Thomas,
miss (drauf tippen) mal hiermit Deine (Dein Wohnort, oder schnell erreichbare Umgegend) Himmelshelligkeit in mag/sq.arcsec. Damit kann man sagen wie viel Spass visuell dort dann typisch macht...

Höhere Werte (besser blau als gelb) sind besser = dunkler.

Wenn Du Deinen Standort grob +-20km angibst wäre das hilfreich, muss aber nicht.

Wie willig und transport-leidensfähig bist Du ? Rausfahren, alles mitschleppen, beobachten, alles wieder zurück ? Oder 95% im eigenen Garten ?

Infos:

LG, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

Ich hab jetzt einfach nur den Eingangspost gelesen,
Seestar ist toll, warum bleibst du nicht im Zwo Universum?
Montierung AM5, die läuft mit Onstep bietet Wlan und Bluethoot, fast alle anderen HD Montierungen aber auch und sollten dank selbem Onstep mit AsiAir kompatibel sein.
8" SC sollte das für Planeten tragen, mit Reducer bekommst du das auf F/6 was DeepSky zu handeln sein sollte, sparsamer und bustierfreundlicher sicher ein 8" Newton mit F/5, da muss man eben mal gerade gucken können und paar Schrauben einstellen, was ein Chirurg auch macht :D Angst ist ein schlechter Berater.
AsiAir würde dich zwar an Asi binden aber mann sollte das gesamte Setup für Planeten und Deepsky mit 5K hinbekommen, guiden kannst du ja mit der Planetenkamera.
Für volles Seestar Feeling wäre es wohl AsiAir kompatibele Monti , Teleskop, und Zwo Asi2600 Air, Dann Ist fast nix mehr zu verkabeln, das passt aber nicht recht für Planeten, da doch lieber einzeln kombinierbar Komponenten.
Eine HD die 18kg trägt bekommst du inklusive Zoll und Transport für unter 2K, die muss man zwar DS zwingend guiden aber das sollte mit AsiAir kein Problem darstellen.

Gruß Frank
 
Hallo Thomas,

- Ich bin ehrlich gesagt noch unschlüssiger, was meinen Einstieg in die visuelle Astronomie angeht.
da haben die Kollegen schon das richtige geschrieben.
Dobson.
Die gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Von puristisch, allgemein als "Schubbsen" umschrieben, über Push to bis hin zu GoTo.
Hatte bis vor kurzem selbst noch einen, aber durch EAA ist der verdrängt worden und mein jetziger Balkon war zu klein für das Teil, also verkauft.

nachvollziehbar, ist aber auch mit einem selbst zusammen gestelltem Setup möglich. Dauert halt was länger bis alles rund läuft. Ich betreibe EAA remote aus der warmen Stube heraus. Weicheibeobachter halt.
Komfort hat man in dem Sinne bei rein visueller Beobachtung nicht. GoTo und eventuell eine Alignment Hilfe jenseits der mitgelieferten bei GoTo. Ansonsten stehst halt draußen am Teleskop mit dem Auge, oder bei Bino mit beiden Augen am Okular/en. WLAN/WiFi brauchts da nicht, außer bei Push to oder auch GoTo bei Dobson, bin ich aber nicht so drin, was den aktuellen Stand angeht.

Willst Du aber den Komfort vom S50 beibehalten und zu schauen wie sich das Objekt entwickelt, bleibt fast nur EAA übrig.

- Ich bin unsicher, ob mir die Bequemlichkeit des Smart-Teleskops völlig ausreicht, und eine zu konsequente Investition in ein visuelles Setup bereue.
kannst letztendlich nur Du entscheiden. Und da ist die Empfehlung des Dobson gut. Wenn es so gar nicht taugt, bekommst die Teile immer los.

dann über ein Newton- oder Dobson mit mgl. großer Öffnung in der Preisregion zwischen 500-1000€ nachdenke.
der Dobson ist ein Newton. Willst Du einen Einzel-Newton (OTA) in der gleichen Größe wie der Standard-Dobson, 200/1200, brauchst schon ordentlich was an Montierung.

da habe ich bis jetzt nur einen Artikel drüber gelesen, bin da nicht so auf dem Laufenden was das kann oder auch nicht.

M.E. sehe ich zwei Optionen.
- visuell über den Dobson zu gehen, in einer der aufgezeigten Geschmacksrichtungen. Komfort ist da für aber nicht der ausschlaggebende "killer". Hats auch nicht wirklich nötig.

oder
- EAA System aufbasteln und bis zur Ausbaustufe remote anvisieren. Ich stell mein Geraffel auf den Balkon, alles an ein Notebook angeschlossen, rudimentäres Alignment durchgeführt und dann rein in die Bude. Dann remote drauf und alles über eine Software (SharpCap) erledigen.
Meine Vorgehensweise des remote ist nicht das Allheilmittel.

Andere bevorzugen die kleinen Rechenknechte von ZWO oder anderen Herstellern und nehmen ein mobiles Endgerät.
Wieder andere basteln sich das komplett über Linux auf.

Jeder wie er mag und am besten für sich klar kommt.
Man kann den Komfort bis zum "Luxus" ausbauen.

OK, dritte, von Dir aufgezeigte, Variante Celestron Origin. Wenn Dir das selbst Zusammenstellen und der damit zusammenhängende Aufwand zu lästig ist.

Gruß
Mathias
 
Hallo Thomas,

die vielen Beiträge hier habe ich nur überflogen. Der einzige Grund, warum ich mich hier melde ist, dass Du anfangs ein C8EdgeHD auf einer CGX als Option angegeben hast. Nach einiger Erfahrung mit dieser Kombi könnte es Dir vielleicht helfen, was ich dazu berichten kann.

Ausgangssituation für mich war, dass einerseits ein sehr mobiler 80/600 Refraktor auf einer guten (=stabilen) azimutalen Montierung vorhanden war, mit dem ich häufig Sonne, Mond und Planeten beobachtet habe. Andererseits habe ich seit 25 Jahren einen knackig scharfen 14,5" f/5,5 Dobson, der aber nicht schnell aufzubauen ist. Um häufig und besser als mit dem 80er z.B. Mond und Jupiter beobachten zu können, habe ich das C8 EdgeHD angeschafft, zunächst auf einer AVX Montierung. Wohl wissend, dass die zwar für visuelle Zwecke und Planetenvideos ausreicht, aber vermutlich nicht für langbrennweitige Deep Sky Aufnahmen. Die waren nicht der Entscheidungsgrund.

Von der Bildqualität des C8 bin ich sehr angetan, wenn es ordentlich kollimiert ist, sind die Bilder knackscharf. Mit einem 6" Refraktor kann das schon mithalten und die 2m Brennweite helfen, mit "normalen" Okularen auf vernünftige Vergrößerungen zu kommen. Eine 462er Cam dran und schon geht der Spaß los. Visuell sind es halt "nur" 8 Zoll, man muss wissen, ob einem das für Deep Sky reicht. Für die üblichen Verdächtigen vom Kleinstadtgarten aus ist es nicht viel, aber dafür schnell aufgebaut. Die AVX kann ich samt Stativ aus dem Wohnzimmer in den Garten tragen, noch zweimal gehen und der Rest ist auch am Aufstellplatz. Zu berücksichtigen ist die Auskühlzeit, aufbauen und loslegen (wie mit dem 80er) ist nicht sinnvoll. Aber i.d.R. ist es absehbar, ob's abends was geben könnte und dann stelle ich den Tubus schon mal raus zum Abkühlen. Kein Problem.

Tja, die schönen Achtungserfolge bei Mond und Planeten führten mich dann ich Richtung Deep Sky Fotografie mit einer DSLR. Die AVX kam da bald an die Grenzen ihrer Stabilität und der Autoguider bekam sie nicht so recht in den Griff. Ich wollte aber mit Deep Sky weitermachen und so kam das Upgrade auf die CGX. Wohl wissend, dass es eventuell mal ein Upgrade auf ein C11 geben könnte. Die CGX ist ein "Eisenschwein". Schwer und läuft wie eine Eins. Wenn ich die modernen Strainwave-Montierungen ansehe, ist das für mich auch aus ästhetischen Gründen wegen der krassen Asymmetrie ein No Go. Die Dinger sehen aus, als ob sie jeden Moment umkippen. Aber oft schleppe ich die CGX auch nicht woanders hin. Von der Garage in den Garten sind die 20kg ein Klacks.

Was mir besonders gefällt ist die Möglichkeit, dass alles ohne Rechner oder ASIAir laufen kann - völlig im Gegensatz zu Deinen Wünschen. Ich bin Softwareentwickler im Hauptberuf, habe den Beobachtungsplaner "Eye&Telescope" geschrieben und war an einem Buch mit Programmen zur Ephemeridenrechnung beteiligt. Also nicht unkundig. Aber ich habe einfach keine Lust, beim Beobachten oder Fotografieren irgendwelche aus meiner Sicht vermeidbaren IT-Probleme lösen zu müssen. Was ich aus meinem astronomischen Bekanntenkreis gehört habe, hat mich eher abgeschreckt als interessiert. Keep it simple! Technisch austoben kann ich mich im Brotjob, das trenne ich inzwischen ziemlich entschieden.

Fazit: das C8 ist ein toller Allrounder. Es gibt in jedem Bereich eine bessere (spezialisierte) Optik, klarer Fall. Aber wenn man nur ein Teleskop haben dürfte und sowohl gucken als auch fotografieren will, ist es nach meiner Erfahrung eine gute Wahl.

Wenn Dir der Sinn nach stark automatisierbaren "Fotomaschinen" steht, sind Strainwave-Montis mit guten Astrografen, Filterrad, Motorfokus, dedizierter Astrokamera und ASIAir oder vergleichbarer Steuerung die coolere Option. Solche Setup sind bei unserem Treff reihenweise am Start, die Besitzer machen exzellente Bilder damit! Aber zum Gucken ist sowas gar nix und die langen Brennweiten (Galaxien!) gehen dann auch eher an mich. Falls Du Dich zu sowas hingezogen fühlst: lege Dir zusätzlich (später oder auch zuerst!) einen 12" Dobson mit drei guten Okularen zu und nimm den zum Gucken. Ich habe so ein Ding und beobachte damit gerne zeitgleich zu den Aufnahmen mit dem C8.

Viele Grüße
Tom
 
Zuletzt bearbeitet:
Ahoi in die Runde,

erstmal wieder danke an Euch für das Feedback! Speziell auch an Peter
Ciao Thomas,
miss (drauf tippen) mal hiermit Deine (Dein Wohnort, oder schnell erreichbare Umgegend) Himmelshelligkeit in mag/sq.arcsec. Damit kann man sagen wie viel Spass visuell dort dann typisch macht...

Höhere Werte (besser blau als gelb) sind besser = dunkler.

Wenn Du Deinen Standort grob +-20km angibst wäre das hilfreich, muss aber nicht.

Wie willig und transport-leidensfähig bist Du ? Rausfahren, alles mitschleppen, beobachten, alles wieder zurück ? Oder 95% im eigenen Garten ?

Infos:

LG, Peter

ich habe die Map mal angeschaut und bin "knallgelb" Angrenzend zu orangetönen. Leipzig/Umland strahlt schon ganz schön.

SQM 20.87 mag/arcsec2
Brightness 0.483 mcd/m2
Artif. bright. 311 μcd/m2
Ratio 1.82
Bortle class 4
Elevation 119 meters

Mobil bin ich zwar, aber uneins, ob ich das auch will/mache! Kürzeste Entfernung zu einer "Blauen" Region wären gut 40km. Schon krass. Da kommt dann auch der ganze Rattenschwanz zum tragen ins Spiel, der hier schon thematisiert wurde. Ich bin zwar nicht "couchy" (meine Frau fragt schon immer, warum ich mit dem Tablet raus gehe, wenn das S50 läuft, aber das sind vermutlich die letzten Reste rudimentärer "Astro-Lagerfeuerstimmung").

Über die restlichen Aspekte lasse ich mir erstmal etwas Zeit zum sacken lassen. Hier hat mir Euer Input aber echt geholfen und viele Aspekte nochmal neu beleuchtet. Und auch bei Deiner Einschätzung des Optionen/Fortgangs, gehe ich völlig mit! Da muss ich mich aber gerade auch selbst erstmal sortieren.

Beste Grüße & CS ;-)
Thomas
 
Ciao nochmal,

zur Einschätzung des Himmels in Verbindung mit visueller Beobachtung:

20.87mag/sq.arcsec ist für visuell nicht grandios. Auch Leipzig in der Nähe zu haben ist natürlich unschön. Die hellsten Sachen sind da (im Garten) machbar, insbesondere (natürlich Planeten, die stört heller Himmel nicht), Kugel- und offene Sternhaufen und (mit Linienfilter) auch PN's. Viele Leute haben solche Himmel und beobachten visuell. Insbesondere in der Anfangszeit, wo man ein Teleskop hat, ist das keine ganz schlimme Limitierung, aber später...

Für Galaxien und schwächere Nebel ist 20.9mag/sas jedoch (zu) schlecht (um Spass zu machen), bzw. unbefriedigend. Anzustreben wären für letzteres ca 21.2mag/sq.arcsec PLUS (=und dunkler, höherer Werte). Im Schwarzwald komme ich oft auf 21.5mag/sq.arcsec, das ist schon sehr gut hierzulande und macht viel Spass. 2...3 Zehntel in der Himmelshelligkeit machen hier VIEL aus !!! Um der Grossraum-LP (light pollution) zu entfliehen muss man in Gebiete, die auf der LPM dunkelgelb bis grün sind (am besten noch dunkler, aber das kann man ja auch mal dediziert für ein WE ansteuern).

Dazu muss man sagen: auch Mondschein macht den Himmel hell, also hat man *VISUELL* nicht so viele gute Optionen pro Jahr (das ist allerdings normal unter den Visuellen). Ich beobachte bestenfalls 12x pro Jahr, allerdings bin ich (als sehr alter Hase) SEHR wählerisch und habe ein schweres Teleskop... Wenn man weniger wählerisch ist/sein muss, kommt man sicher auch auf (25+)x pro Jahr... am Anfang (alles ist neu) natürlich noch öfter...

Das zu Deiner realistischen Einschätzung der *visuellen* Möglichkeiten.
Aber hey, wir leben alle damit... ;)

Zum Thema Dobson + Equipment würde ich (falls visuell gewollt) den genannten Celestron 10" Dob mit Starsense (eben wegen der Starsense Hinführ Automatik, die nach Meinung ausgewiesener Experten sehr gut funktioniert) nehmen. Die Okulare kann man auch auf (am Anfang) 3 beschränken und damit das Budget erstmal schonen. OIII Filter unbedingt ! (in 2") Dennoch ist man damit bei ca 2kEuro. Das ist aber sehr gutes Equipment. Und: Verkaufen kann man aber auch wieder... also würde ich jetzt nicht die grosse Angst schieben vor dem Preis. - Deutlich Kleinere Teleskope können/zeigen eben auch weniger, da würde ich keine Abstriche machen, 10" ist ein sehr gutes Arbeitspferd, nur 20" sind dann 'noch viel besser' ;), einen 10" kann man vom Transport noch ganz gut in einem normalen PKW händeln. Und WENN einem ein 10" (unter gutem Himmel) keinen Spass macht, dann macht einem auch insgesamt visuelle Astronomie einfach keinen Spass und man sollte besser fotografieren oder nur lesen... Hinterher weiss man es dann...

Good luck + gute interne Beratung,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Erfahrung unter Bortle 4-5 Himmel: Neben der Dunkelheit spielt auch die Transparenz eine, oftmals die entscheidende Rolle.
Die besten Beobachtungen von Nebeln und Galaxien hatte ich immer in besonders klaren Nächten. Und das waren keine rekordverdächtig dunklen an meinem Standort.

Ich wäre übrigens (wie sehr viele Beobachter) froh, einen "Haushimmel" von 20,9 zu haben. Bin schon froh, das meiner bei 20.5 liegt (eigne Messungen: 20.15 bis 20,45).

Gruß Horst
 
Bei mir sieht es auch so ähnlich aus:
Bildschirmfoto_2025-09-08_20-55-56.png
visuell so lala, deshalb auch EAA.
 
Hi nochmal
- zum Thema Himmelshelligkeit und deren Einschätzung,

ich hatte ja (ganz oben in #33) über Schwarzgurte gesprochen und deren Arroganz. Und da haben wir's wieder ;-).
Ich muss, denke ich, (bevor ich wegen Arroganz verhauen werde ;), und weil vllt. noch andere Einsteiger mal hier reinlesen) doch nochmal *etwas* relativieren, wie ich die Himmelshelligkeit an Deinem Wohnort eingeschätzt hatte oben in post #41 - einfach um nicht zu sehr zu entmutigen hier...

Folgendes also (etwas gemässigter):

Tatsächlich ist es so, dass ich noch vor ca 25 Jahren regelmässig unter 21.0mag/sas Himmel beobachtet habe und ich das eigentlich recht ok fand (es lag 30min von meinem viel zu hellen Wohnort (18.5mag/sas o_O) in der Rheinebene entfernt, oben auf etwa 450m Seehöhe, 20 Autominuten entfernt). Vieles habe ich dort beobachtet, und daher würde ich sagen, dass Du - in der Anfangszeit, sagen wir mindestens erste 5 Jahre - unter 20.9mag/sas Himmel eine ganze Zeit lang gut beobachten können wirst (man muss die Objekte geeignet wählen). Hab also keine allzugrosse Sorge deswegen. Eine visuelle Karriere bleibt einem NICHT versagt mit solchem Himmel ! Und noch dazu direkt vor der Haustür wäre das als eher recht positiv zu werten. (wie u.a. Horst oben schon sagte, d'accord)

NUR EBEN: Galaxien (die i.a. die Objekte mit der grössten Sensitivität auf dunklen Himmel sind, neben vllt. noch Dunkelnebeln) werden dich unter 20.9mag/sas nie wirklich begeistern. Die von Dir oben aufgenommene M101 (dieses Individuum ist sogar besonders sensitiv) wirst Du nur als sehr flaue Aufhellung wahrnehmen können (grauenhaft ;-). Auch Andromeda M31 bleibt unter 20.9mag/sas Himmel eben flau (also eher enttäuschend). Die recht konzentrierte M51 wäre sicher einen Versuch wert...

Das alles ändert sich wenn Du eben (deutlich dunkleren) 21.2+mag/sas Himmel hast, an dedizierten dunklen Standorten gar 21.5mag/sas. DANN sind Galaxien interessant und zeigen Struktur, die Du vorher nie wahrnehmen konntest. Für solchen Himmel ist i.a. eine gewisse 'Reise' und Equipment-Transport angesagt.

Also: es ist KEINE Entmutigung angesagt bei 20.9mag/sas Himmel. Er trägt ne ganze Weile ganz gut für alle einführenden Beobachtungen der ersten Jahre (nur Galaxien enttäuschen). Wenn Du visuell begeistert sein willst, geh aber einfach unter guten Himmel mit 21.2+mag/sas !

(Zu meiner Verteidigung: ich bin Galaxien-Aficionado, guten Himmel ein Stück weit 'gewöhnt', daher ist mein Urteil zu hellem Himmel immer tendenziell sehr hart, sorry. ;-)

lg, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen zusammen,

da wir hier so gemütlich über hellen, dunklen oder sonst wie gearteten Himmel plaudern, denke ich auch, dass man sich auch nicht von 20.9mag/sas / Bortle 4-5 davon abhalten lassen sollte mit dem Auge durch ein Okular in den Himmel zu schauen.

Da bin ich mit dem
in der Anfangszeit, sagen wir mindestens erste 5 Jahre - unter 20.9mag/sas Himmel eine ganze Zeit lang gut beobachten können wirst (man muss die Objekte geeignet wählen).
und dem
Also: es ist KEINE Entmutigung angesagt bei 20.9mag/sas Himmel. Er trägt ne ganze Weile ganz gut für alle einführenden Beobachtungen der ersten Jahre (nur Galaxien enttäuschen).
vollkommen dabei.

Wenn man aber bei der visuellen Beobachtung bleiben will, führt kein Weg an einer dunklen Stelle vorbei. Ich weiß nicht ob es dann immer gleich 50 oder 60 Km sein müssen.
Als ich vor 4 Jahren in meine jetzige Wohnung gezogen bin, bin ich noch öfter mal raus. Da gibt es eine Stelle, richtig gut zu erreichen, keine 10 Minuten mit dem Auto. Etwas über eine kleine Kuppe gerollt und die letzten Laternen der Kleinstadt waren verschwunden. Was sich mir da schon mit bloßem Auge im Gegensatz zum Balkon, bei selber Blickrichtung bot, ist sehr begeisternd. OK, 180° gedreht, war das dann nicht mehr so der Genuss, die Lichtglocke der Kleinstadt. Aber keine Vergleich zu der Lichtglocke vom 60 Km entfernten München, brrrrrr.
Einfach mal abends spazieren gehen und schauen was sich in der nähren Umgebung auftun kann und mit dem Haushimmel ;) vergleichen.

Gruß
Mathias
 
Hallo Thomas,

die vielen Beiträge hier habe ich nur überflogen. Der einzige Grund, warum ich mich hier melde ist, dass Du anfangs ein C8EdgeHD auf einer CGX als Option angegeben hast. Nach einiger Erfahrung mit dieser Kombi könnte es Dir vielleicht helfen, was ich dazu berichten kann.

Ausgangssituation für mich war, dass einerseits ein sehr mobiler 80/600 Refraktor auf einer guten (=stabilen) azimutalen Montierung vorhanden war, mit dem ich häufig Sonne, Mond und Planeten beobachtet habe. Andererseits habe ich seit 25 Jahren einen knackig scharfen 14,5" f/5,5 Dobson, der aber nicht schnell aufzubauen ist. Um häufig und besser als mit dem 80er z.B. Mond und Jupiter beobachten zu können, habe ich das C8 EdgeHD angeschafft, zunächst auf einer AVX Montierung. Wohl wissend, dass die zwar für visuelle Zwecke und Planetenvideos ausreicht, aber vermutlich nicht für langbrennweitige Deep Sky Aufnahmen. Die waren nicht der Entscheidungsgrund.

Von der Bildqualität des C8 bin ich sehr angetan, wenn es ordentlich kollimiert ist, sind die Bilder knackscharf. Mit einem 6" Refraktor kann das schon mithalten und die 2m Brennweite helfen, mit "normalen" Okularen auf vernünftige Vergrößerungen zu kommen. Eine 462er Cam dran und schon geht der Spaß los. Visuell sind es halt "nur" 8 Zoll, man muss wissen, ob einem das für Deep Sky reicht. Für die üblichen Verdächtigen vom Kleinstadtgarten aus ist es nicht viel, aber dafür schnell aufgebaut. Die AVX kann ich samt Stativ aus dem Wohnzimmer in den Garten tragen, noch zweimal gehen und der Rest ist auch am Aufstellplatz. Zu berücksichtigen ist die Auskühlzeit, aufbauen und loslegen (wie mit dem 80er) ist nicht sinnvoll. Aber i.d.R. ist es absehbar, ob's abends was geben könnte und dann stelle ich den Tubus schon mal raus zum Abkühlen. Kein Problem.

Tja, die schönen Achtungserfolge bei Mond und Planeten führten mich dann ich Richtung Deep Sky Fotografie mit einer DSLR. Die AVX kam da bald an die Grenzen ihrer Stabilität und der Autoguider bekam sie nicht so recht in den Griff. Ich wollte aber mit Deep Sky weitermachen und so kam das Upgrade auf die CGX. Wohl wissend, dass es eventuell mal ein Upgrade auf ein C11 geben könnte. Die CGX ist ein "Eisenschwein". Schwer und läuft wie eine Eins. Wenn ich die modernen Strainwave-Montierungen ansehe, ist das für mich auch aus ästhetischen Gründen wegen der krassen Asymmetrie ein No Go. Die Dinger sehen aus, als ob sie jeden Moment umkippen. Aber oft schleppe ich die CGX auch nicht woanders hin. Von der Garage in den Garten sind die 20kg ein Klacks.

Was mir besonders gefällt ist die Möglichkeit, dass alles ohne Rechner oder ASIAir laufen kann - völlig im Gegensatz zu Deinen Wünschen. Ich bin Softwareentwickler im Hauptberuf, habe den Beobachtungsplaner "Eye&Telescope" geschrieben und war an einem Buch mit Programmen zur Ephemeridenrechnung beteiligt. Also nicht unkundig. Aber ich habe einfach keine Lust, beim Beobachten oder Fotografieren irgendwelche aus meiner Sicht vermeidbaren IT-Probleme lösen zu müssen. Was ich aus meinem astronomischen Bekanntenkreis gehört habe, hat mich eher abgeschreckt als interessiert. Keep it simple! Technisch austoben kann ich mich im Brotjob, das trenne ich inzwischen ziemlich entschieden.

Fazit: das C8 ist ein toller Allrounder. Es gibt in jedem Bereich eine bessere (spezialisierte) Optik, klarer Fall. Aber wenn man nur ein Teleskop haben dürfte und sowohl gucken als auch fotografieren will, ist es nach meiner Erfahrung eine gute Wahl.

Wenn Dir der Sinn nach stark automatisierbaren "Fotomaschinen" steht, sind Strainwave-Montis mit guten Astrografen, Filterrad, Motorfokus, dedizierter Astrokamera und ASIAir oder vergleichbarer Steuerung die coolere Option. Solche Setup sind bei unserem Treff reihenweise am Start, die Besitzer machen exzellente Bilder damit! Aber zum Gucken ist sowas gar nix und die langen Brennweiten (Galaxien!) gehen dann auch eher an mich. Falls Du Dich zu sowas hingezogen fühlst: lege Dir zusätzlich (später oder auch zuerst!) einen 12" Dobson mit drei guten Okularen zu und nimm den zum Gucken. Ich habe so ein Ding und beobachte damit gerne zeitgleich zu den Aufnahmen mit dem C8.

Viele Grüße
Tom
Hallo Tom, hallo in die Runde,

lieber Tom, 1000 Dank für Deinen (für mich) tollen Einblick und die vielen kleinen Details Deiner Entwicklung, das hat mir enorm geholfen. Ich dachte schon, ich bin wirklich fast der Einzige, der beim Gedanken an ein "Allrounder" auf ein C8 Edge kommt... Auch Dein letzter Tipp/Hinweis ist für mich wertvoll. Aktuell geht das bei mir definitiv erstmal auch in die Richtung EAA. Das grundlegende Interesse, das Visuelle mal zu erleben, bleibt aber. Da werde ich aber auch mal nach anderen Gelegenheiten suchen, mir sowas mal live anzuschauen. Aktuell fühle ich mich so, dass da nichts drängt, wohl aber ähnlich wie bei Dir ein Dobson (entweder das Celestron 250/1200 oder vllt. sogar das 300/1500 mit Starsense) zum entspannten Probieren des visuellen Schauens zwischen der Bedienung der EAA Einheiten sehr gut vorstellen kann. Kernpunkt für mich ist schlichtweg, dass ich - wie ich es Eingangs nicht vermutet habe, die Ergebnisse im visuellen Bereich völlig anders bewerten muss. Zudem muss ich auch meine Fokussierung hinsichtlich Planetenbeobachtung relativieren. Ich glaube Peter war´s der dazu nochmal was geschrieben hatte, was mich auch nochmal relativiert hat. Ich sehe mit dem kleinen S50 Jupiter als großen Leuchtpunkt mit den 4 sichtbaren Monden, Mars als rotbraun verwaschenen Matschfleck. Jedoch resultierte eine falsche Vorstellung, was mit größeren und darauf ausgelegten Optiken u.U. sichtbar wäre. Und letztendlich muss ich mir auch klar machen, wie es hier schon mehrfach verdeutlicht wurde, hat man das auch recht schnell "abgearbeitet". Also alles in allem eine bisweilen "bitter-süße" Erkenntnis.

Mein Fahrplan sieht also tatsächlich erstmal grob in Richtung EAA aus. Und auch hier werde ich vermutlich erstmal langsam beschleunigen und es mir vor allem einfach machen. Ich liebäugle immer noch stark mit dem Origin. Es ist für meine Bedürfnisse das einfachste System in einem abgegrenzten Setup. Zudem kann ich dann auf 2 Targets gehen, eins mit dem S50, eins mit dem Origin, kann das alles live verfolgen und genießen. Parallel werde ich mich intensiver mit dem Thema Bildbearbeitung befassen und schauen, wie warm ich damit werde und wie sich mein Anspruch entwickelt. Wobei es mir ja aktuell rein ergebnistechnisch nicht so schlecht geht, dass ich den Anspruch habe plakatreife Fotos machen zu wollen. Die ganzen ZWO Geschichten, angefangen bei ASIAir und Co. - da kribbelts aber schon mächtig im Gebälg, ich merke aber, da brauche ich noch mehr Auseinandersetzung mit der Materie, um zu wissen was ich da will. Ich denke aber sowas schaue ich mir auch nochmal in Ruhe auch in live an und schnarche hier auch mal intensiver im EAA Forum und generell im Forum rum. Was ich hier alles erlesen kann, hatte ich nämlich auch noch nicht so richtig auf dem Schirm!

Daher nochmals Danke in die Runde an alle Beteiligten, auch an Antares ;-) der mich ehrlich beraten, und dann "blacklistet" hat. Ich verstehe ihn jetzt aber auch besser!

CS und beste Grüße
Thomas
 
Hallo

Eine ST25 würde ein bis 10" SC tragen, das geht dann auch für Planeten, und es ist von der Montierung noch leicht genug um mal Mobiel zu sein, fotografisch geht auch am Stadtrand von Berlin ...also heulen nicht. Sw Kamera ist etwas im Vorteil aber Farbkamera mit Dualschmalband tut es auch.
PLAN B wäre ein kleineres Setup mit Strainwave für 13/18kg oder 9/14 und Apo zu Hause und Dobson für Visuell, au h das bekommt man für unte 5K zusammen. AsiAir kann ja wohl Livestack und richtig Langzeitbelichtung, es befreit dich auch von allem was WinUpdate versauen kann.

Gruß Frank
 
Hallo Thomas,
danke für Dein nettes Feedback! Was sicher ganz wichtig ist, ist dass Du Dir einen eigenen Eindruck verschaffst, was bei visueller Beobachtung möglich ist. Andererseits solltest Du Dir darüber im Klaren sein (oder Gedanken machen), was Dich überhaupt motiviert, Bilder zu machen oder welchen Qualitätsanspruch Du dabei hättest.

Egal ob visuell oder fotografisch: ein dunkler Himmel ist immer Trumpf. Hat man den nicht, kommt es drauf an, aus den Möglichkeiten das Beste zu machen. Ich war nach Jahrzehnten visueller Beobachtung (auch im Hochgebirge und in Namibia) an dem Punkt, wo ich dachte, das für mich mit dem vertretbaren Aufwand Erreichbare ausgeschöpft zu haben. Natürlich gibt es immer noch tausende mit meiner Optik und heimischem Himmel prinzipiell erreichbare "faint fuzzies" - also 14m elliptische Galaxien mit 1' "Größe". Uninteressant, oder?

Und zwar ist der Himmel zuhause noch brauchbar, aber leider etwas heller als früher.
Aufhören mit Astronomie? Ich habe ja noch andere Interessen, also wäre das grundsätzlich eine Option. Und auch nie endgültig.

Weil mir Astro doch was bedeutet, kam ich dann nach jahrzehntelanger Ablehnung derselben zur Astrofotografie. "Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche" :)

Früher war das nix für mich, inzwischen ist die Technik preiswerter geworden und die auch mit mittelmäßigem Aufwand (wie bei mir) erreichbaren Ergebnisse sind viel besser als das, was früher die High End Leute schaffen konnten. Aber mir geht es nicht in erster Linie um die besten Bilder, sondern ich habe noch mal einen Anlass, mich genauer mit den Objekten zu beschäftigen, die ich so oft beobachtet habe.

Immer wieder staune ich auch, welche Details ich visuell hier und da gesehen habe, die auch heute noch stundenlange Belichtungen erfordern, z.B. der äußere Halo von M57.

Beobachtung und Fotografieren ergänzen sich für mich also, statt sich auszuschließen, Nach einer Aufnahme habe ich vielleicht auch Bock drauf, nochmal genauer hinzuschauen. Wie auch immer, die Erfahrung wächst und man weiß mehr über den Himmel.

Das Origin oder andere Smartscopes sind technisch erstaunliche Dinger, die auch unter nicht so dollem Himmel aufwandsarm nette Bilder erzeugen. Aber für mich hat das etwa denselben Reiz wie für einen Hobbymusiker das "nur zuhören statt selber spielen". Mir ist es zuwenig, einer Maschine den Aufnahmebefehl zu geben und das Ergebnis abzurufen. Mein Spaß besteht darin, den Kram aufzubauen, einzustellen, die Aufnahmen stichprobenartig zu prüfen und dann die Bilder zu bearbeiten. Nebenbei bin ich lieber draußen unter dem Himmel, entspanne in der Ruhe der Nacht und kann mit Fernglas oder Dobson noch etwas am Himmel spazieren schauen. Alles per WLAN aus dem Wohnzimmer oder gleich vom Bett aus zu steuern ist vielleicht in 20 Jahren eine Option, aber jetzt noch nicht. Auch wenn es oft unbequem ist, gerade dann freue ich mich besonders über ein brauchbares Ergebnis. Ist so ähnlich wie die Nacht mit dem 15*70 Fernglas: bei muckeligen -15°C und Schnee in drei Stunden etwa 50 Messiers abgegrast. Die Kollegen wollten alle nicht, war denen zu kalt. Ich fühlte mich in meinen tauglichen "Michelinmännchen-Klamotten" wie ein Astronaut auf einem einsamen Planeten, es war klasse! Also, das Ergebnis zählt für manche über alles, ich strebe eher nach Erlebnissen.

Wenn Du eher erlebnisorientiert bist, haben vermutlich die Smartscopes nicht lange ihren Reiz. Wenn es "nur" aufs Ergebnis ankommt, gibt es keine bequemere Lösung.

Also: abgesehen von allen wichtigen und guten Argumenten hier kommt es vor allem drauf an, die eigene Motivation zu erforschen. Das kommt oft zu kurz, die Diskussionen werden sehr schnell technisch.

Clear skies und LG
Tom
 
Hallo Thomas,

Ich habe einige Jahrzehnte "Deep Sky" mit sechs und acht Zoll Newtons beobachtet. In den letzten 15 Jahren habe ich mit einem 12" Newton unzählige schwache Nebel und Galaxien aufgespürt. In den letzten Jahren hat bei mir das Interesse daran stark nachgelassen. Die Gründe dafür sind recht einfach erklärt:

Vor allem sind es die zunehmend schlechteren Bedingungen.
Besonders die Lichtverschmutzung wird bei mir immer stärker. Vor 20 Jahren hatte ich in wenigen Minuten Erreichbarkeit einen dunklen Himmel. Jetzt habe ich rundherum Licht. Um an einem dunklen Standort zu gelangen und nicht nur von einer künstlichen Beleuchtung in die andere hineinzufahren bin ich ungefähr eine Stunde unterwegs.
Das geht nur am Wochenende. In der Arbeitswoche ist so etwas kaum möglich, wenn ich am nächsten Tag wieder früh heraus muss.
Andererseits ist das Wetter nicht immer gut genug um überhaupt schwache Nebel beobachten zu können. Selten gibt es richtig dunkle und klare Nächte in denen auch der Himmel transparent ist. Das schränkt die Möglichkeiten noch mehr ein.
Meinem 12" Newton habe ich in diesem Jahr nur zwei mal genutzt.

Da das Interesse an der Beobachtung schwacher Nebel und Galaxien so langsam verschwand und mich die Mond- und Planetenbeobachtung gleichermaßen interessiert habe ich mir vor sechs Jahren einen 10" Cassegrain angeschafft, den ich auf einer Losmandy G11 montiere.
Mit diesem Teleskop beobachte ich inzwischen alle möglichen Objekte am Himmel. Das Teleskop setze ich für die Beobachtung vom Mond und Planeten sowie von schwachen Nebeln gleichermaßen ein. Das Teleskop entwickelt sich seither zum meistgenutzten Teleskop am Nachthimmel. Für großflächige Objekte montiere ich Seite an Seite einen 110mm Refraktor.

Was mich hier in der Diskussion stört, ist immer wieder der Hinweis, das man an Planeten nicht viel sieht. Besonders wenn diese Hinweise von denen Vorgetragen werden, die selbst keine Planeten beobachten.
An Planeten kann mit acht oder wie bei mir mit zehn Zoll Öffnung einiges, wenn nicht sogar sehr viel gesehen werden. Und eine mangelnde Erfahrung wird von Beobachtung zu Beobachtung geringer.
Gerade bei der Beobachtung der Planeten ist ein nachgeführtes Teleskop auf einer Montierung sehr vom Vorteil.

In der heutigen Situation würde ich mich nicht nur auf "Deep Sky" festlegen oder einschränken, sondern offen bleiben für andere Ziele am Himmel, wie Mond und Planetenbeobachtung oder auch die Beobachtung von Doppelsternen oder Kleinplaneten.
Darauf lege ich auch meine Teleskope fest. Ein Dobson käme für mich nicht mehr in Frage, sondern nur noch ein Teleskop auf Montierung an denen ich problemlos auch eine Kamera anschließen kann.

Viele Grüße
Gerd
 
Hi Tom,

da triffst Du genau den richtigen Punkt! Ich glaube immer mehr für mich zu verstehen, dass mir das visuelle in Eigenregie vermutlich zu viel Aufbau und mehr Weg als Ziel ist. Bei Deiner Wanderung im Schnee und der prinzipiellen Entdeckung des Abendhimmels wäre ich aber trotzdem dabei. Die Erkenntnis zu mir selbst ist da noch im laufenden Prozess. Auch den hier schon erwähnten "Binos" und von Dir genutzten habe ich im Hinterkopf. Gerade für ein paar, regelmäßige Blicke zum Mond oder sichtbare M-Objekte finde ich die Vorstellung daran ziemlich cool.

Was für mich jedenfalls die hauptsächliche Erkenntnis ist, dass ich mit dem S50 und vermutlich mittelfristig dem Origin als 2. System völlig fein bin. Auch ich habe noch weitere Hobbies und das wird neben den Unmengen an Lesestoff, die ich grundsätzlich bewältige irgend wann auch schlichtweg eine Zeit- und Erschöpfungsmanagement-Frage. Da passen 1-2 "Smarties" die mir ganz niedrigschwellig unzählige Himmelsobjekte auch bei meinen Bedingungen ganz entspannt ablichten und durchbeobachten lassen extrem gut ins Setting.

Hi Gerd,

Deine Erfahrung deckt sich mit meinem initial gedachten Setting, mit einem größeren SC-Teleskop eben so vielseitig wie möglich aufgestellt zu sein. Danke daher für Dein Feedback, dass dies auch so möglich ist. Ich werde das mitnehmen und weiter auf dem Schirm behalten, damit das gewünscht vielseitige Setting abbilden zu können.
 
Hallo Thomas,

ich habe alle Beiträge gelesen, habe mit 14 mit Astronomie begonnen, und nun nach langer Pause reaktiviert.

Meine wichtigsten Geräte sind ein S50, was recht oft im Einsatz ist und ein C8 von 1980 für die superklaren Nächte - visuell.
Ich sehe das C8 auch heute noch ziemlich als Allrounder.
Meinem habe ich nun nachträglich 2" Okulare spendiert, um das an Sichtfeld maximal mögliche herausholen zu können.
Dazu von den Baader Hyperion Okularen das 36mm für maximales Gesichtsfeld und das 8-24mm Zoom mit Barlow für kleine Objekte & Planeten & natürlich Mond.
Würde ich neu einsteigen, würde ich mir echte Gedanken um das bereits erwähnte Pegasus SmartEye machen. Eleganter kann Visuell und Fotografie wohl nicht sein.
Ein echter Gamechanger war bei mir der StarSense Explorer von Celestron, den ich von dem kleinen 70/700 Refraktor auf das C8 umgebaut habe. Damit wurde das Suchen von Objekten zum Finden derselben.

Das Seestar darf nebenher was belichten, was ich von meiner Wohnung aus nicht sehen kann.

Geht übrigens mit einem einzigen Handy - Steuerung des S50 und die StarSense App.

Ein weiterer Gamechanger war die Anschaffung eines Astrostuhls. Echte Alternative zu allen möglichen und unmöglichen Körperhaltungen.

Gute Entscheidung Dir & CS
Thomas
 
Guten Morgen zusammen,

alle geschilderten und gemachten Erfahrungen, aus mehr oder weniger langjähriger Beobachtungspraxis, sind zu hundert Prozent gut und richtig.
Du hast diese Erfahrungen aber noch nicht. Dennoch können sie Denkanstöße geben, um das ein oder andere zu überdenken, was man sich so vorgestellt hat. Diese Erfahrungsberichte sind wichtig und können helfen eine Entscheidung zu treffen.

Aber, wie schon früher von mir geschildert, Du weiß noch nicht so wirklich wohin die Reise gehen soll.
Ist aber auch vollkommen nachvollziehbar.

Deshalb greife ich den schon hier früher gemachten Vorschlag auf, such Dir in Deiner Umgebung Kontakte, fahre zu einem Sternentreffen, fahre zu einer Volkssternwarte, ... ... ... schau Dir die Instrumente an. Schau auch durch, stelle Fragen, ... ... ...

Stelle Dir auch ein paar Fragen:
- habe ich einen vernünftig erreichbaren Beobachtungsort
- was bin ich gewillt zu diesem Beobachtungsort, ob nah oder fern, hinzu transportieren
- wie passt das alles in mein privates und berufliches Umfeld
- wieviel Zeit kann und will ich investieren
- was passt auf Dauer in meinen Geldbeutel

In diesem Sinne :coffee: :teleskop:
Gruß
Mathias
 
Hallo,
muß hier einmal einen kleinen (v.m.W.) Kommentar abgeben. Die Anfänge reichen zurück bis ins Jahr 1962, Binobeob. mit einem 7x50/Stativ + Sternenbuch "Welcher Stern ist das". Das Büchlein gibt es noch heute, manchmal im Internet für "unter 2,-- EUR" zu haben.
Heutezutage will mancher ein Gerät, möglichst mit GOTO, das Aufsuchen per Starhopping sei zu umständlich. 1969 Spezialisierung auf V. St. und heute noch darin aktiv. Die Schätzungen gehen zur AAVSO und die Max./Min der Var. werden über die Vorhersagen (Jan. eines jeden Jahres bis Febr. des nächsten Jahres ausgelesen.
Instrumente: neben dem 7x50 kam dann ein Bino 20x70 von Neckermann, 1977 dann ein 30x80, seit 1977, mit dem ich noch heute beobachte. 1995 zum Schnäppchenpreis von DM 1.790,-- ein 25x100 und 1998 ein 12.5" Dobson, dem ich dann dieses Jahr verkauft habe. Er war mir einfach zu schwer. Seit Sept. 2023 erfreue ich mich an einem C 8.
Auf der diesj. ATT Messe in Essen sah ich ein Gitterohrdobson mit 20", das wäre so mein Traum mit GOTO.
Ohne allen Zweifel ist das Seestar ein gutes Gerät. Kenne einen Sternfreund, der beobachtet damit schon über ein Jahr die V.St. Er wartet auf die Rückkehr des Ver. FG Sge, den ich selbst viele Jahre im Bino beobachtet habe.
Nun muß man wissen, was man will und nicht dem Öffnungswahnfieber erliegen. Dobsonmäßig ist wohl bei 50" Schluß, kostet über 100-t. Euro bei 4,75 m Brennweite.
Da liebe ich mir die 12.5" Dobson bzw. die Lowrider, wg. der günstigen Einblickhöhe.
Wenn man aber nicht weiß, mit dem Geld wohin, kann man schnell auch einmal 1 Million loswerden, wie ich kürzlich gelesen und das Gerät gesehen habe.....
Wem das Geschriebene irgendwie bekannt vorkommt, möge mir verzeihen, aber die vielen Geschreibsel mußten einfach mal einen Kommentar über sich ergehen lassen...........

Gruß Günther
 
Hi Thomas,

Du hast hier viele Ratschläge bekommen, die gut gemeint sind aus der Perspektive des Ratgebers. Hin und wieder über das Ziel hinausgeschossen (meine Meinung) und etwas missionarisch (auch meine Meinung). Auch wenn ein Seestar keinen Erkenntnisgewinn bringen soll (einfach gesprochen), es hat Dich an die Astronomie herangeführt -> coole Sache! Wenn Dich andere Teleskope richtig (!) interessieren, wirst Du Dich automatisch mit Grundlagen von allem Möglichen befassen. Das Du lernen kannst, hast Du als Mediziner beweisen müssen. Daran wird es nicht scheitern, höchstens an der Motivation oder dem doch nicht so stark vorhandenen Interesse. Und wenn, so be it!

Du kannst mit jedem (!) Teleskop alles (!) beobachten. Die Frage ist, wie klobig und schwierig im Umgang soll es sein? Groß, dafür stationär oder etwas kleiner und dafür mobil? Fahre ich an einen dunklen Flecken? Wenn ja, wie oft? Und jetzt kommt's: Die Antworten, die Du heute findest, sehen in zwei Jahren möglicherweise anders aus und damit auch die Fernrohrpräferenzen. Das kann bei langer Hobbyausübung zu einem Teleskopzoo mutieren (bei wie viel Teleskopen fängt der an :cool:?), muss aber nicht.

Ein wesentlicher Aspekt des Ganzen ist, ein für Dich (!) möglichst ohne große Schwierigkeiten herzustellender Beobachtungsstart. D.h. den gesamten Aufwand, den Du betreiben musst, um tatsächlich beobachten zu gehen, zu minimieren. Dieser Aufwand ist für jede (!) Person anders. Da kommt für Dich der Probierfaktor ins Spiel. Niemand von uns (und Du wahrscheinlich auch nur ansatzweise) weißt, wo Deine langfristige $chweinehundschwelle ist, wo später mal der Beobachtungsschwerpunkt liegen soll und wie demzufolge ein Teleskop aussehen muss, welches den $chweinehund überlistet (aber auch das wird in Deiner Astrokarriere variieren).

Eine Ahnung davon, welche Ausmaße und Massen Teleskope annehmen können, gibt Dir am ehesten ein Teleskoptreffen. Da Du aus Sachsen kommst, empfehle ich Dir wärmstens das HTT (https://herzberger-teleskoptreffen.de/), das vom 18.9. bis 21.9. bei Dir quasi umme Ecke stattfindet. Dort wirst Du all die Dich interessierenden Teleskope live sehen können. Die Teleskopbesitzer werden Dir auch die Stärken und Schwächen erklären können. Denn, wie Du schon im Eingangspost festgestellt hast, die eierlegenden Wollviecher gibbet nich.

Die beiden Teleskope, die Du im Eingangspost vorgestellt hast, haben beide Stärken und Schwächen und taugen beide grob für das, was Du vorhast. Ebenso tut das ein Dobson (10-12 Zoll), der selbstverständlich auch seine Stärken und Schwächen hat. Welches Teleskop und Montierung es wird, ist auch viel persönliche Präferenz.

Grundsätzlich gilt für alle Teleskope: Es sollte qualitativ hochwertig sein. Nichts ist ärgerlicher, als eine Beobachtungsnacht, die durch technische Defizite (Konstruktionsmängel oder miserable Umsetzung) versaut wird. Deshalb: Das Teleskoptreffen (HTT) ist zeitlich nah und nicht weit weg von dir. Schau Dir dort an, was es gibt. Eventuell kriegst Du ne Idee, in welche Richtung es geht, dann hochwertig einsteigen.

CS Jochen
 
Hallo Jochen,

guter Beitrag! Entscheidend ist glaube ich auch herauszufinden, was einem Spaß macht und wofür man sich dann gerne anstrengt, im Sinne von Gerät schleppen und aufbauen. Und - wie Du schriebst, das verschiebt sich über die Zeit auch.

Ich hab 6 - ist das schon ein Zoo? :)

Das mit dem $ ist eine gute Idee ;)

CS.Oli
 
Hallo Thomas,

von mir nur ein kleiner Kommentar zum visuellen Beobachten, speziell zu Planeten:

Ich beobachte seit knapp zwei Jahren mit eher kleinen Geräten (Refraktoren 63/840 und 120/1000).
Man kann da auch als Anfänger eine Menge sehen. Klar ist das nicht mit langzeitbelichteten und bearbeiteten Fotos vergleichbar, aber dafür treffen die Photonen unmittelbar auf die eigene Netzhaut. Und wenn die Planeten im S50 so aussehen, wie von Dir beschrieben, kannst Du da mit ziemlich kleiner Öffnung visuell schnell einen Quantensprung machen. Hier mal zwei Zeichnungen vom Jupiter, die ich gemacht habe, die erste mit dem FH 120/1000, die zweite mit einem Telementor 63/640:

IMG_1823.jpeg
IMG_2318.jpeg


Für mich ist das auf seine Weise spektakulär. :)

Und mit einer einfachen azimutalen Montierung ist es mindestens genauso unaufwändig, wie das S50 in den Garten zu stellen. Nur finden muss man die Objekte selbst, aber das macht - mir jedenfalls - Freude!

Dir auf jeden Fall weiter viel Freude mit der Astronomie!

Gruß,
Felix
 
Hi Thomas,

Du hast hier viele Ratschläge bekommen, die gut gemeint sind aus der Perspektive des Ratgebers. Hin und wieder über das Ziel hinausgeschossen (meine Meinung) und etwas missionarisch (auch meine Meinung). Auch wenn ein Seestar keinen Erkenntnisgewinn bringen soll (einfach gesprochen), es hat Dich an die Astronomie herangeführt -> coole Sache! Wenn Dich andere Teleskope richtig (!) interessieren, wirst Du Dich automatisch mit Grundlagen von allem Möglichen befassen. Das Du lernen kannst, hast Du als Mediziner beweisen müssen. Daran wird es nicht scheitern, höchstens an der Motivation oder dem doch nicht so stark vorhandenen Interesse. Und wenn, so be it!

Du kannst mit jedem (!) Teleskop alles (!) beobachten. Die Frage ist, wie klobig und schwierig im Umgang soll es sein? Groß, dafür stationär oder etwas kleiner und dafür mobil? Fahre ich an einen dunklen Flecken? Wenn ja, wie oft? Und jetzt kommt's: Die Antworten, die Du heute findest, sehen in zwei Jahren möglicherweise anders aus und damit auch die Fernrohrpräferenzen. Das kann bei langer Hobbyausübung zu einem Teleskopzoo mutieren (bei wie viel Teleskopen fängt der an :cool:?), muss aber nicht.

Ein wesentlicher Aspekt des Ganzen ist, ein für Dich (!) möglichst ohne große Schwierigkeiten herzustellender Beobachtungsstart. D.h. den gesamten Aufwand, den Du betreiben musst, um tatsächlich beobachten zu gehen, zu minimieren. Dieser Aufwand ist für jede (!) Person anders. Da kommt für Dich der Probierfaktor ins Spiel. Niemand von uns (und Du wahrscheinlich auch nur ansatzweise) weißt, wo Deine langfristige $chweinehundschwelle ist, wo später mal der Beobachtungsschwerpunkt liegen soll und wie demzufolge ein Teleskop aussehen muss, welches den $chweinehund überlistet (aber auch das wird in Deiner Astrokarriere variieren).

Eine Ahnung davon, welche Ausmaße und Massen Teleskope annehmen können, gibt Dir am ehesten ein Teleskoptreffen. Da Du aus Sachsen kommst, empfehle ich Dir wärmstens das HTT (https://herzberger-teleskoptreffen.de/), das vom 18.9. bis 21.9. bei Dir quasi umme Ecke stattfindet. Dort wirst Du all die Dich interessierenden Teleskope live sehen können. Die Teleskopbesitzer werden Dir auch die Stärken und Schwächen erklären können. Denn, wie Du schon im Eingangspost festgestellt hast, die eierlegenden Wollviecher gibbet nich.

Die beiden Teleskope, die Du im Eingangspost vorgestellt hast, haben beide Stärken und Schwächen und taugen beide grob für das, was Du vorhast. Ebenso tut das ein Dobson (10-12 Zoll), der selbstverständlich auch seine Stärken und Schwächen hat. Welches Teleskop und Montierung es wird, ist auch viel persönliche Präferenz.

Grundsätzlich gilt für alle Teleskope: Es sollte qualitativ hochwertig sein. Nichts ist ärgerlicher, als eine Beobachtungsnacht, die durch technische Defizite (Konstruktionsmängel oder miserable Umsetzung) versaut wird. Deshalb: Das Teleskoptreffen (HTT) ist zeitlich nah und nicht weit weg von dir. Schau Dir dort an, was es gibt. Eventuell kriegst Du ne Idee, in welche Richtung es geht, dann hochwertig einsteigen.

CS Jochen
Hi jochen,

ein virtuelles Drückerchen für Deinen Beitrag! Speziell nochmal für den Tipp in Herzberg, das ist nur eine knappe Stunde Fahrzeit! :)

Hi Felix,

ich bin da im Herzen bei Dir! Es tut gut, das auch mal so zu sehen. Ich werde mein Ding machen! :cool:
 
Hi Thomas,
keine Ursache. Ich bin auf Deine Erkenntnisse vom Teleskoptreffen gespannt. Mit diesen kann man dann u.U. bessere Empfehlungen aussprechen.

CS Jochen
 
Hallo in die Runde,

nach nun fast einem Monat möchte ich mich nochmal zurückmelden. In intensiven Überlegungen, Abwägungen, Recherchen und Gesprächen zum Thema konnte ich viel für mich mitnehmen. Ganz herzlichen Dank daher nochmals an alle, die hier mit ihrer Sicht der Dinge beigetragen haben. Ich habe viele Perspektiven, Tipps und Anregungen mitgenommen, auch hinsichtlich der Frage, was und wie ich es möchte, haben kann (oder eben auch nicht). Neben den ganz praktischen Tipps, solche Geräte mal gesehen zu haben, vielen fortführenden Gesprächen, in Summe sicher stundenlangen Orientierungen und Kalkulationen auf astronomy.tools, Equipment-Recherchen auf Astrobin und Guides auf YT und schlussendlich der Zusammenschau und Rekapitulation meiner Prioritäten, Vorlieben und Gedanken zum Budget, habe ich mich für eine Professionalisierung und damit auch Budgeterweiterung zu einem EAA Setup entschieden.

Dieser wird hinsichtlich der Optik mit einem Askar APO120 auf einer AM5N Montierung betrieben werden. Trotz der relativ hohen Kosten fiel die Entscheidung aufgrund des Komforts/Systemintegration, mich in den nötigen als auch fakultativen Systemparametern im ZWO-/ASIAir Setting zu bewegen. Die Bestellungen sind gemacht, ich erwarte Pakete und freue mich wie ein Kleinkind vor der Bescherung und kann es kaum erwarten, in den nächsten Wochen und Monaten in das neue Setup einzutauchen! Parallel beschäftige ich mich (unerwartet) ziemlich fruchtend im Thema Bildbearbeitung vorrangig in PixInsight, aber auch anderen Tools.

Ich denke daher, man wird sich mit neuen Fragestellungen, dann aber im Bereich EAA, wiedersehen! :)

Besten Dank nochmals an alle, klare Himmel & nicht allzu stramme, nächtliche Herbstwinde!

VG
Thomas
 
Zurück
Oben