Erster Eindruck TS Zoom-Spektiv(20-60x)80

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Am 7.9.2007 schrieb Thomas (tomra), dass er gern mal einen Bericht über ein 100mm-Spektiv zu Gesicht bekäme. Wenn Thomas noch Fragen hat, mag er sich gern an mich wenden.

Grüße
Lothar de Decker
 
Moin Leute

Demnächst sind wir mehrere Tage in Cuxhaven , und auf euren
tollen Thread hin besorgte ich mir folgendes Spektiv:
20-60x60 90°

Link zur Grafik: http://www11.file-upload.net/thumb/29.06.08/zmzoat.jpg

Wollte nicht ganz unbewaffnet in den Urlaub fahren (Zug) , so
dass nur etwas Kleineres in Betracht kam.

Gereizt hatte mich die Swingviewfunktion von 0°-90°.

Das Zoomokular ist echt schlecht.(Tunnelblick ohne Ende)
Ich wollte aber sowieso mein BaaderHyperion 8-24 einsetzen ,
aber es passt gar nicht.

Laut Baader passt das Hyperion auch an Celestronspektive.

Wie es ausschaut , passt das Ende des Hyperions nur vor die
Okularaufnahme des Spektivs , und nicht rein.
So kann man auch mit Adaptern keinen Fokus erzielen.

Hat jemand an seinem Spektiv ein Hyperion adaptiert?

Danke im Vorraus , und

CS

Jürgen

 
Das ist natürlich bedauerlich - das mit dem "echt" schlechten Zoomokular. Wer sich ein preisgünstiges Spektiv zulegen will, kommt wohl an TS nicht vorbei. Da kostet das ganze Spektiv weit weniger als das Zoomokular von Leitz oder Zeiss. Das Zeiss-Spektiv habe ich neulich getestet. Natürlich ist es gut - und das neue Spektiv von Leitz (3200 Euro) wird vermutlich noch besser sein. Bei dem Preis kein Wunder! Das TS 22-66x100 ist erstaunlich gut, was Schärfe und Kontrast betrifft, selbst im extremen Zoombereich. Der Lichtabfall hält sich in Grenzen, vor allem, wenn genügend Licht zur Verfügung steht. Wenn man ein Nummernschild auf der anderen Seite der Elbe klar und deutlich lesen kann (in etwa 800 m Entfernung) - was will man dann noch mehr (bei 66 facher Vergrößerung)? Werde mir daher demnächst noch die entsprechenden Okulare (5 oder 6 und 9 mm) von TS zulegen. Die kosten jeweils 49 Euro. Wenn die so gut sind wie das Zoom-Okular, bin ich mehr als zufrieden. Festbrennweitige Okulare sind in der Regel besser als ein Zoomokular. Das TS 22-66x100 kann ich wirklich empfehlen. Für 289 Euro ´ne Wucht! Auch das 20-60x80 mm von TS soll ja gut sein (vergleiche Uwe Pilz). Wenn ich die anderen Okulare von TS getestet habe, melde ich mich wieder. Habe übrigens heute Eisvögel mit dem neuen Spektiv beobachtet. Eine Offenbarung! Mit den festbrennweitigen Okularen müssten Auflösung und Brillianz noch besser sein. Da ich nicht dicht an die Vögel heran komme, sollte es schon eine 90 fache Vergrößerung sein (6 mm Okular von TS).

Bis dann
Gruß Lotharius
 
Der erste Versuch, einen Planeten mit dem Spektiv 22-66x100 einzufangen, war trotz wenig idealer Wetterbedingungen (Lufttrübungen und Wärmeschlieren über der Elbe) dennoch erfolgreich. Ansätze der typischen Wolkenstrukturen sind beim Jupiter bei 66 facher Vergrößerung (Zoom-Okular) bereits andeutungsweise zu sehen. Ich gehe davon aus, dass bei einwandfreiem Seeing die Wolken konturierter sind. Das Wechselspiel der vier Galileischen Monde war natürlich ebenfalls sehr interessant. Der Jupiter zeigte im Übrigen eindeutig seine planetare Gestalt mit der typischen Abplattung. Auf dem Tischstativ (22 Euro! Stabil! Alu! Mechanisch einwandfrei!) funktioniert die (manuelle) Nachführung prima, ohne Ruckeln und ohne, dass der Planet zappelnd verschwindet. Das Stativ lässt sich sowohl vertikal als auch horizontal verstellen. Ich habe es auf einen stabilen Tisch gestellt. Dieser steht auf einem Balkon eines großen Hauses (15x50m), sodass Erschütterungen nahezu ausbleiben. Diese Spektiv/Stativ-Kombination ist sehr zu empfehlen, wenn man auch mal (im Urlaub etc.) auf eine motorische Nachführung verzichten kann oder muss. Und - das Ganze wiegt gerade mal drei Kilogramm!
In den nächsten Tagen werde ich meine Beobachtungen fortsetzen - mit einem 6 mm Okular (90 fache Vergrößerung) von TS. Erste terrestrische Versuche zeigen eine klare und scharfe Abbildung. Melde mich demnächst.

Grüße
Lothar de Decker
 
Hallo Lohtarius
Habe den Thread immer verfolgt
super das mal jemand was zum 100er sagen kann das hört sich ja alles sher gut an berichte bitte weiter über Deine Erfahrungen auch mit den Festbrennweiten viel Spaß noch mit dem Gerät
Gruß Thomas
 
Freut mich, dass meine Berichterstattungen auf Interesse stoßen.
Mein Bruder, emeritierter Professor für Augenheilkunde und seit frühester Jugend begeisterter Hobby-Astronom (soweit ich mich erinnere, bastelte er sich bereits als Schüler ein eigenes kleines Teleskop), hat sich spontan ebenfalls das Spektiv 22-66/100 von TS zugelegt, aber die ED-Version (die kostet allerdings fast 700 Euro)! Er meinte, die Farbreinheit sei besser, nicht aber Schärfe und Brillianz. Also genau das, was auch im Internet zu lesen ist (http://www.optik-bock.de/frame_spektive.html).
Demnächst mehr, vor allem Beobachtungen mit dem 6 mm Okular. Das 9 mm Okular hatte ich ebenfalls bestellt, es zeigte aber eindeutig eine Bildfeldwölbung und ich habe es zurück geschickt. Möglicherweise ein Ausreißer. Auch die Schärfe war gegenüber der entsprechenden Vergrößerung (60 fach) des Zoom-Okulars nicht besser. Das 6 mm Okular (90 fache Vergrößerung) hingegen scheint nach ersten terrestrischen Beobachtungen gut zu sein. Natürlich nicht mehr überragend hell, aber die 100 mm Öffnung des Spektivs machen doch einiges wieder wett. Ich denke, gerade Astronomen wissen den Unterschied vom 100er zum 80er Spektiv zu schätzen. Nach dem Motto: Öffnung ist alles! Es kostet allerdings etwa 100 Euro mehr und man muss wissen, ob man die investieren will.

Gruß Lothar




















































Gruß Lothar
 
Hallo Lothar
Das klngt ja sehr interessant kannst du mit Deinem Bruder
nicht mal einen direkten Vergleich beider 100mm Spektive
organisieren

Das würde bestimmt viele Leute hier interessieren da die Spektive ja auch als Schnellspechtel und Reiseinstrumente sehr interessant sind !
Warte sehr gespannt auf Deine weiteren Beobachtungsberichte
Gruß Thomas
 
Hallo Thomas,

da mein Bruder in Kiel wohnt, ich dagegen in Hamburg, wird ein Direktvergleich noch etwas warten müssen.
Zur Zeit ist der Himmel in Hamburg bedeckt, sodass Jupiter und Co. mit dem 6 mm Okular nicht beobachtet werden können. Aber auch darüber demnächst mehr.

Gruß Lothar
 
Hallo,

habe mir gestern (in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2008) den Jupiter mit dem 6 mm Okular (90 fach) angeschaut. Leider ist die Luft über der Elbe immer mit Trübungen und Schlieren durchzogen - aber das Seeing war dennoch erstaunlich gut. Die beiden prägnanten Wolkenformationen waren durchaus sichtbar, Io, Europa, Ganymed und Kallisto aufgeschnürt wie auf der berühmten Perlenschnur. Ich denke, hier macht sich die Öffnung von 100 mm eben doch "bezahlt", denn Jupiter war hell und klar im vertrauten blass Rosa (oder wie nennt der Astronom die Farbe von Jupiter?). Natürlich kann eine derartige Optik ein wirklich gutes astronomisches Gerät nicht ersetzen. Aber für den Preis muss man erst mal ein besseres Spektiv finden. Besonders beeindruckend ist die Helligkeit auch bei voller Öffnung des Zoom-Okulars (22 fach). Übrigens: Das Nummernschild, das ich auf der anderen Seite der Elbe an einem Auto lesen konnte, war über einen Kilometer von meiner Wohnung entfernt! Die Schärfe (sowohl mit dem Zoom- wie auch mit dem 6 mm Okular) trotz Wärmeverwirbelungen erstaunlich gut. Das hatte ich so nicht erwartet. Die Container, die zu Tausenden im Hafen rumstehen, sind zudem mit kleiner, ganz kleiner, mittlerer und großer Schrift versehen. Da muss die Optik zeigen, was in ihr steckt. Also, ich mache hier nicht Werbung für TS. Aber ich denke, das Spektiv kann man guten Gewissens weiter empfehlen. Wenn es einem nicht zusagen sollte, kann man es ja auch zurück schicken. Für "schlappe" 300 Euro sicherlich ein guter Kompromiss. Und das 6 mm Okular (49 Euro)scheint ebenfalls vernünftig zu sein. Wer seine Plössl usw. -Okulare verwenden will, der sollte mal nachfragen, ob es nicht einen Adapter gibt (ich meine das irgendwo gelesen zu haben), ohne dass man die ganze Optik "zersägen" muss. Da ich keine anderen Okulare habe, reichen mir die von TS angebotenen.
Ich verwende das Spektiv hauptsächlich für ornithologische Zwecke. Habe ja bereits mitgeteilt, dass besonders Eisvögel es mir angetan haben.

Tschüß bis demnächst!

Lothar
 
Zu den Okularadaptern: Die Fokuslage ist sehr tief innen. Wenn man ein vrohandenes Okular irgenwie mechanisch adaptiert, kommt man mglw. nicht in den Fokus. Ich habe es ausprobiert, und es war schwierig. Mit abgeschraubter Steckhülse ging es gerade so mit einem 40er Plössl.
 
Vermutlich ist es günstiger und vor allem einfacher, sich die von TS angebotenen Okulare zuzulegen. Zudem kosten sie nur 49 Euro. Sie passen und sind optisch gut (genug). Das 6 mm Okular ist einwandfrei. Das 9 mm Okular habe ich allerdings zurückgegeben (ohne Probleme): Bildfeldwölbung! Mein Bruder hat, soweit ich mich erinnere, ein 40 mm Plössl mit 43er Schraubgewinde, das auf das TS Spektiv passt, auch wenn das ein 42er Gewinde hat. Er meint, diese winzige Toleranz schade dem Gewinde nicht. Na ja! Er hat sich übrigens die ED-Version des 100er Spektivs von TS zugelegt. Wir haben beide mit- und gegeneinander getestet, allerdings nur terrestrisch. Qualitätsunterschiede sind - wenn überhaupt - nur marginal vorhanden. Es ist vielleicht ein Hauch transparenter. Auch beim ED Spektiv waren Farbsäume zu sehen: Sollte das am Zoom-Okular liegen, das offensichtlich nicht über ED-Gläser verfügt? Vermutlich. Bis jetzt sind wir der Meinung, dass sich der erhebliche Preisunterschied nicht lohnt. Wir werden demnächst einen Planetenvergleich machen. Melde mich dann wieder.

Gruß
Lotharius
 
Hallo,

ich denke auch, dass die ED-Optiken nicht nur wirklich lohnen, wenn man höher vergrößert und hochwertigere Okulare verwendet.

Mich haben die von TS angebotenen Okulare übrigens nicht wirklich überzeugt, was aber vielleicht auch an meinem Anwendungsspektrum für das Spektiv liegt.

Gruß
Adson
 
Hallo Adson,

man kann für 50 Euro (Okular von TS) natürlich keine Wunder erwarten. Das 9 mm Okular, das ich geordert hatte, wies ja auch wirklich einen gravierenden Fehler auf. Aber das 6 mm Okular ist okay und das mitgelieferte Zoom-Okular ebenfalls. Man hat also zu einem moderaten Preis ein vernünftiges optisches Gerät, das auf Reisen auch mal einen Blick in den Himmel erlaubt. Und wenn man aus über einen Kilometer die Kfz-Nummer eines Autos erkennen kann - und das trotz Luftschlieren -, so spricht das eben für eine gute Optik. Ich kann also nur meine Erfahrungen wiedergeben. Ich benutze das Spektiv vor allem für terrestrische Beobachtungen, aber der Blick auf Jupiter und die vier Monde war eben doch recht überzeugend.

Gruß von Lotharius
 
Konnte das Spektiv gestern mal an Deep Sky testen. Hier hat es mich ehrlich gesagt nicht so vom Hocker gerissen. Hier fehlt es ganz einfach an Öffnung bzw. Lichtsammelvermögen um mich zu überzeugen. Wenn ich da z.B. mein TS 25x100 zum Vergleich ranziehe ... bei diesem Gerät meint man förmlich im All zu schweben. Konnte jetzt mal sehen, was dieses Glas eigentlich so leistet ...

Auch das "Finden" von Deep Sky-Objekten ist mit dem Spektiv etwas "fummeliger".

Für Natur- und Mondbeobachtung finde ich es allerdings spitze. Das Spektiv ist ab jetzt mein Schnell-Spechtel-Gerät für den Mond. Für den Preis den ich gezahlt habe also ca. 80 Euro (gebraucht im Neuzustand) einfach super!

Ach ja, auch am Jupiter konnte man schon so einiges sehen.

Beste Grüße.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

habe einige Zeit nichts von mir hören lassen. Das Spektiv TS 22-66/100 habe ich ausgiebig getestet. Bin weiterhin sehr zufrieden. Auch die Beobachtungen des Mondes sind sehr erfreulich. Da es über der Elbe in Hamburg zu hell ist, habe ich noch keine Deep-Sky-Beobachtungen durchgeführt. Vor zwei Tagen allerdings habe ich über der Elbe bei Hamburg-Altona (in Richtung West-Süd-West) ein Objekt gesehen, das ich nicht identifizieren konnte. Eine Art "Feuerrad", sehr hell, weißes, fast grelles Licht, das sich drehte und dabei ständig seine Form variierte und das schon sehr merkwürdig aussah. Ich habe es etwa 10 Minuten mit dem Spektiv beobachten können, dann verschwand es plötzlich. Es stand etwa 5 bis 10 Grad über dem Horizont, Sterne waren wegen Dunst, Wolkenbildung bzw. Trübung nicht am Himmel sichtbar. Habe das "UFO" per Mail sofort der Bergedorfer Sternwarte (Hamburg) gemeldet, aber noch keine Antwort erhalten.

Herzliche Grüße

Lotharius - Lothar de Decker
 
Hallo Leute,

ich habe dieses Thema hier mehrmals durchgelesen und wurde dann in meiner Entscheidung bestärkt: Das TS 80 will ich haben!

Aber erstmal die Vorgeschichte:
Ich suchte „etwas Größeres“, um von den vielen Gipfeln aus das Ruhrgebiet zu betrachten (hier mein Projekt: www.revierpanorama.de). Auch im Urlaub sitze ich gerne an der Promenade in Cuxhaven und schaue mir das Geschehen auf der Elbe oder die Insel Neuwerk an. Bislang stand mir dazu ein wirklich tolles Fernglas mit Bildstabilisator zur Verfügung (Canon 12 x 36 II IS). Doch irgendwann will man einfach mehr als nur 12-fache Vergrößerung. Ich habe auch zum Spaß mal mein „Orion 80 ED“ samt Amici-Prisma und EQ3-Montierung auf den Deich geschleppt. Keine Frage: Die hohen Vergrößerungen machen süchtig, aber das Geschleppe ist zumindest für mich unverhältnismäßig hoch. Letztendlich habe ich das nur einmal gemacht.

Schnell war mir klar: Hohe Vergrößerung aber dennoch einfach zu transportieren sollte „es“ sein. Am besten im Rucksack transportabel, da ich oft mit dem Fahrrad zu den Ruhrgebietsgipfeln oder ans Wasser fahren möchte.

Nach ein bischen Stöbern im Web war klar: Das TS 80 Spektiv könnte meine Begierde befriedigen. Mit 1,4 Kilogramm ist es spürbar leichter als das TS 100. Letzteres bietet zwar 20 mm mehr Öffnung, doch das ich das Gerät hauptsächlich tagsüber nutzen möchte, habe ich mich für die leichtere und deutlich preisgünstigere Variante entschieden.

Doch wie ist das mit dem Tunnelblick beim Zoomokular? Wie stark ist der Farbsaum bei der Nicht-ED-Variante?

Gestern kam das Spektiv bei mir an. Es macht einen sehr wertigen und robusten Eindruck. Mit der beigefügten Tasche passt es locker in meinen Fahrradrucksack. Das ist schonmal perfekt.

Schnell war das Okular aufgeschraubt und das Spektiv auf meinem leichten Videostativ geschraubt.

Von der Dachterasse dann das „first light“: Wouw, ein helles, knackescharf einstellbares Bild bei kleinster Vergrößerung (20-fach). In dieser Stellung ist der „Tunnelblick“ am größten. Doch zu meiner Freude hält sich der Tunneleffekt in weiten Grenzen. Blicke in einfache Zoom-Ferngläser haben mich dagegen schon so manches mal zusammenschrecken lassen, weshalb ich bislang Bedenken bei Zoomokularen hatte.

Die Schärfe lässt sich am Spektiv feinfühlig bis „knackescharf“ einstellen. Ehrlich gesagt habe ich damit in der Preisklasse nicht gerechnet und wurde auch hier angenehm überrascht. Feinste Prägebuchstaben, vielleicht 1 cm hoch, auf einer ca 150 Meter entfernten Antenne waren scharf und bequem zu lesen. Ein farbiger Saum, weil gegen hellem Himmel, war hier nicht auszumachen. Auch bei 60-facher Maximalvergrößerung war das Bild scharf einstellbar, wenngleich natürlich es etwas dunkler war. Anzumerken ist, dass das Okular nicht homofokal ist, d. h. nach dem Zoomen muss die Schärfe minimal korrigiert werden.

Dann schwenkte ich auch einen Hochspannungsmast in etwa 2 km Entfernung. Er stand im Gegenlicht. Im Kontrast des hellgrauen Himmels war nun eine leichter Lila-Farbsaum zu sehen. Ich empfand ihn aber nicht als so störend, zumal keine Details verschluckt wurden.

Ich schwenkte auf ein Autokennzeichen in etwa 60 Meter Entfernung. Mit meinem Fernglas bei 12-facher Vergrößerung war der Text auf der Plakette nicht zu lesen. Mit dem Spektiv dagegen war ab etwa 50-facher Vergrößerung der Text sicher zu lesen. Wohlgemerkt: Der Text auf der kleinen, runden Plakette.

Beim Umherschwenken auf Hauswände, Autos, Bäume in unterschiedlichen Entfernungen war kein Farbsaum zu erkennen. Nur bei hohen Kontrasten, z B. Dachgiebel gegen Himmel, waren leichte Farben zu erkennen. Für empfinde sie so unauffällig, dass ich froh bin, nicht den dreifachen Preis für die ED-Variante ausgegeben zu haben.

Bis zur Dämmerung habe ich das Stativ im Freien stehen lassen. Bemerkenswert: Obwohl es schon recht dunkel war (Orion war schon deutlich am Himmel sichtbar), waren bei Minimalvergrößerung (20-fach) noch viele Details im unbeleuchteten Garten zu erkennen. Sobald man dann allerdings weiter vergrößert hat, war es dann wirklich zu dunkel.

Auch wenn primär nicht für den Einsatz gedacht, so habe ich das Spektiv auch am Himmel getestet. Die schmale Mondsichel passte selbst bei höchster Vergrößerung locker ins Gesichtsfeld. Die Krater am Terminator waren haarscharf sichtbar. Lediglich außen am Mondrand war ein hauchfeiner gelber Farbsaum sichtbar – in keinster Weise störend oder gar detailschluckend. Ein großartiger Anblick!

Dann schwenkte ich rüber auf Orion: M42 ist trotz Großstadthimmel deutlich als Nebelfleck zu erkennen. Die vier Trapezsterne werden eindeutig und punktförmig aufgelöst. Wouw!

Übrigens macht das „reinzoomen“ im Großstadthimmel richtig Spaß, weil sich der Hintergrund mit zunehmender Vergrößerung verdunkelt und so den scheinbaren Kontrast erhöht.

Was mich noch verblüffte war die Randschärfe: Insgesamt werden alle Sterne bis zum Rand hin punktförmig abgebildet. Das kann eigentlich bei solchen preiswerten Okularen nicht sein, oder? Also bilde ich mir ein, dass die Sterne am äußeren Gesichtsfeldrand, vielleicht die äußeren 5 Prozent, minimal verzogen sind. Vorhin noch mal im Alltagscheck auf die diversen Hauswände, Antennen und Bäume: Ich würde behaupten, das Bild ist bis zum Rand knackescharf.

Ein Hinweis zum Stativ: Ich nutze das Gerät auf einem leichten Alu-Videostativ. Der Vorteil gegenüber Fotostativen: Die Achsbewegungen sind gedämpft, was feinfühlige Schwenks ermöglicht. Selbst beim Lösen aller Achsen kippt gut ausbalancierte Spektiv nicht einfach nach vorn oder hinten, sonder gleitet dank Dämpfung ganz langsam bis zum Anschlag.

Fazit: Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Ich bin froh, nicht die teure ED-Version gekauft zu haben, die chromatischen Aberationen, sprich Farbsäume, treten nur bei extremen Kontrasten dezent auf. Auch für astronomische Zwecke ist das Spektiv im Rahmen seiner Öffnung (80 mm) uneingeschränkt empfehlenswert. Eigentlich hatte ich es nicht vor, aber ich werde mir vielleicht doch nochmal zwei festbrennweitige Okulare gönnen…irgendwie habe ich jetzt Blut geleckt … :-)
 
Ich habe mir das 5mm-Okular gekauft: Es lohnt sich nicht. Die Vergrößerung ist für das Gerät zu hoch, selbst unter Zuhilfenahme eines Minus-Violett-Filters ist kein zufriedenstellendes Bild zu erhalten. Außerdem ist der Okularwechsel hakelig, in der Dunkelheit macht sich das nicht gut.
Ich habe mit einem 40mm-Plössl exprimentiert. Diese Standardokulare passen von der Fokulslage her nicht, ich musste improvisieren. Das lohnt sich schon eher - ein ordentliches Okular für die Minimalvergrößerung. Aber auch da stört im Dunkels der Okularwechsel. Einfach reinstecken ist eben nicht.
 
Hallo Uwe,
ich werde das Okular zumeist tagsüber nutzen, da sollte eine Okularwechsel recht unproblematisch durchführbar sein. Im dunkeln stelle ich mir das auch etwas gewöhnungsbedürftig vor.

Ich habe so eben ein 9 mm hier aus dem Forum erworben. Ich denke, diese Vergrößerung ist noch ganz passabel. Mal sehen, welches Okular zu meiner "Immerdrauflinse" wird.
 
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