Erster richtiger Versuch - ich scheitere an den Farben

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PalomynoAstro

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Hallo zusammen,

ich versteife mich mehr und mehr aufs Fotografieren und verzweifle nach und nach an der Nachbearbeitung.

Ich bin hier noch blutjunger Anfänger und komm einfach nicht wirklich voran. Aufgenommen habe ich hier M42. Den Stackingprozess habe ich mit Siril durchgeführt und auch eine erste "Vorbearbeitung" (ich habe mich hier an den Videos von F. Sackenheim orientiert). Irgendwie geht mir während des Prozesses das Rot verloren und der Nebel wirkt meines Erachtens ein bißchen farblos. Die angehängten Fotos zeigen einmal das Bild nach Bearbeitung in Siril und das andere nach (sehr intensiver) Bearbeitung mit Gimp.

Gestackt wurden insgesamt 50 Bilder á 15 Sekunden. Dazu ca. 10 Darks und nochmal Biases. Flats habe ich keine gemacht. Aufnahmegerät ist ein C8 auf einer AVX-Montierung ohne Nachführung und mit einer unmodifizierten Canon EOS 600d fotografiert.

Was kann ich tun, dass hier mehr Farbe (rot) ins Spiel kommt (mal abgesehen von den weiteren Feinheiten, wie ausbrennen usw.)? Über eine Hilfestellung würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank.

Gruß
Christoph
 

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Hallo Christoph,

bei dem linken Bild wurde vermutlich relativ früh gesättigt und dabei die dunklen Bereiche geschützt.

Das Rechte sieht normal aus, allerdings ist der Rotanteil schwach und ins Orange verschoben. Der schwache Rotanteil ist sicher von der fehlenden Modifikation. Der Orionnebel hat einen hohen Blauanteil, wenn da noch 3/4 vom Rot fehlt, dann sieht das so aus.

Das lässt sich schwer ausgleichen, da sonst halt auch alles andere mehr rot bekommt. Es müsste gehen, wenn man die Sterne entfernt und in der sternlosen Version den Rotkanal separat streckt und den Hintergrund wieder angleicht. Aber dann werden die Dunkelwolken auch unnatürlich rot.

Zuerst würde ich aber die Farben sauber kalibrieren. Wie hast du denn kalibriert?

Grüße
Joachim
 
Servus, ich gebe meinen Vorrednern hier auch recht. 12 Minuten ist sehr wenig Belichtungszeit um Details und Farben heraus zu holen, allem voran da deine 600D ja nicht modifiziert ist und dadurch der Rot Anteil (H-Alpha) zu ca. 70% vom internen Filter herausgefiltert wird.

Was mit ein paar Stunden mehr geht kannst du auch an meinem Bild vom Orion hier sehen. Finde ich einen guten Vergleich, da ich den auch mit meiner nicht modifizierten EOS 600D aufgenommen habe. Aber man muss auch ehrlicherweise @frasax recht geben, denn der Orion ist zwar einfach zu fotografieren, aber durch die hohe Dynamik eines der schwierigeren Objekte bei der Nachbearbeitung.

VG&CS
Matze
 
Mit mehr Integration wird das von alleine, du hast bis jetzt nur 12,5 min, das ist zuwenig (außer unter Bortle 1)

Mit 3h sieht es so z.B. aus mit DSS und Startools.

CS Klaus
Der hat eine gekühlte Astrokamera verwendet, die im H Alpha 4-5x mal so empfindlich ist wie deine. Zusätzlich wurde noch eine überzogene Kontrastverstärkung durchgeführt, die den Blauanteil im Orionnebel komplett eliminiert, da dieser Blauanteil kaum kontrastiert ist. Das wird bei dir durch den in der DSLR verbauten IR Filter nicht funktionieren. DSS würde ich außerdem nicht mehr mehr verwenden, da es mit einer geringeren Genauigkeit rechnet als Siril.

Dein Bild hat aber genug Signal für das Level, auf das du gestreckt hast. Das Problem ist bei dir, dass die Farbkalibration nicht passt und der Rotanteil durch den in der Kamera verbauten IR Filter im Verhältnis zu den blauen Reflexionsnebel sehr schwach ist. Der Rotanteil im Nebel strahlt vor allem im H Alpha Licht, das von dem IR Filter zu 80% geblockt wird. Wenn der Orionnebel dann noch das komplette Feld ausfüllt und kein neutraler Hintergrund mehr vorhanden ist, tun sich die Astroprogramme schwer eine natürliche Farbe zu erreichen.
 
Hallo Christoph,
ich bin auch absoluter Neuling was Astrophotgrafie angeht.
Hier mein Bild vom Orion mit den untenstehenden Daten.
Ich habe auch Siril verwendet und hier die photometrische Farbkalibrierung verwendet.
Das Ergebnis deckt sich von den Farben her mit vielen Bildern die ich in der Galerie hier entdeckt habe.
Eventuell hilft Dir das ja weiter.

Nikon D750 Vollformat am 750 mm Newton F5.
Kein Komakorrektor wie man am Rand auch sieht.
20 Lights bei 400 ASA mit jeweils 20 Sekunden Belichtung.
20 Darks
30 Bias
Keine Flats.
Bearbeitet in SIRIL ohne weitere Nachbearbeitung in Photoshop oder Lightroom.
Viele Grüße Oliver
31B062ED-1B8A-4FCA-A36E-5DA5F1B4139E.jpeg
 
Hallo Zusammen,

erst mal vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Wie gesagt bin ich hier echt noch ganz am Anfang. Kalibriert habe ich in Siril mit der "normalen" Farbkalibrierung. Da werde ich wohl noch mal rangehen. Ansonsten fehlt offenkundig Belichtungszeit. Das werd ich mal in Angriff nehmen.

Bis hierhin erst mal vielen Dank für die Rückmeldungen und das Aufzeigen möglicher Lösungen. Wenn was Brauchbares dabei rauskommt, meld ich mich wieder. Vielen Dank.

Gruß
Christoph
 
Hallo Christoph,
wenn Du die photometrische Farbkalibrirung nutzen willst, muß das Bild minimal beschnitten werden, sonst funktioniert sie nicht. Warum das so ist kann ich nicht sagen. Ansonsten in das Feld Objekt einfach Orion Nebula Eingeben, dann klappt das zumindest bei mir problemlos. Viel Erfolg
Gruss
Oliver
 
SiriL legt (Zwischen-)Dateien nur im 16-Bit-Format ab: s. S. 4 https://free-astro.org/download/siril-doc-0.9.11-en.pdf und rechnet intern nur mit 32 Bit, DSS gibt 32-Bit-Format aus und unterstützt intern auch 64-Bit-Werte
Oh, die haben ja tatsächlich auf LibRAW umgestellt und ein Update gemacht. Ich habe viele Bilder parallel mit DSS und Siril gestackt. Das war die Version 4.1, die du verlinkt hast. Siril hatte immer die Nase vorne. In jeder Beziehung. Mehr Details, mehr Tiefe, bessere Kalibration. Hauptsächlich letzteres. Die Kalibration war wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und man kann Hintergrundextraktion, Banding Reduktion und co. auf den Rohbildern machen. Mehr als 16bit für die Zwischendateien der Einzelbilder macht nicht viel Sinn. Die hohe Rechengenauigkeit braucht man erst beim Stacken. Wieviel bit ist da nicht mal so entscheidend. Viel wichtiger ist die Kalibration und wie gut die Tools sind, die man zur Verfügung hat. Startools habe ich auch probiert. Hat mich aber nicht überzeugt.

Der einzige Nachteil von Siril ist der am Anfang sperrige Workflow. DSS ist einsteigerfreundlicher. Wenn man aber rein mit Freeware arbeiten will, kommt man meiner Meinung nicht an Siril vorbei.

Dem TE hilft das aber auch nichts. Dessen Kamera hat keine Astromodifikation. Die Balance zwischen OIII und HA bleibt auch dann ein Problem, wenn man lange belichtet. Man kann das Problem zwar mit Starnet und Gimp auch per Freeware lösen. Als Einstieg in die EBV ist das aber eine hohe Hürde, zumal es für Gimp kaum Guides oder Tutorials gibt.
 
SiriL legt (Zwischen-)Dateien nur im 16-Bit-Format ab: s. S. 4 https://free-astro.org/download/siril-doc-0.9.11-en.pdf und rechnet intern nur mit 32 Bit, DSS gibt 32-Bit-Format aus und unterstützt intern auch 64-Bit-Werte
Das stimmt so nicht.
Die direkte Konvertierung von RAW nach FITS ergibt 16 Bit Dateien - was ja auch sinnvoll ist, da Kameras normalerweise 12, 14 oder 16 Bit liefern.
Die anschließende Kalibration, Registrierung und Stacking läuft komplett in 32 Bit.
Siril 0.9.x ist veraltet, aktuell ist 1.0.0-rc2.

Grüße,
Steffen
 
Hallo Christoph,
hier eine sehr brauchbare Anleitung mit Screenshots für das Arbeiten mit Siril.
Mir hat sie bei meinen ersten Gehversuchen sehr geholfen und das obige Bild habe ich exakt so bearbeitet wie in der Anleitung angegeben.
Sicher geht da noch viel mehr aber es muss ja erst mal der Anfang gemacht werden.
Grüße
Oliver

 
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