Erster Versuch - H-alpha vom 13.06.2025 08:11 Uhr MESZ

N1ght1ngale

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Nach langer Zeit stillem Mitlesens habe ich heute meine ersten Schritte gewagt. Herausgekommen ist das angehangene Bild. Danke an alle, die schon viele hilfreiche Tipps dagelassen haben.

Teleskop: Coronado ST 70/400 SolarMax III BF15 <0.5Å Double Stack
Montierung: EXOS-2 mit OnStep v4 Pro (ohne Align, nur grob eingenordet - da noch keine Möglichkeit für einen festen Standort)
Kamera: ASI 120 MC-S
Software: K-Stars, EKOS (astroberry); PIPP, Autostakkert, ImPPG (Windows)

Vielleicht hat der ein oder andere ja noch ein paar Tipps zur Verbesserung oder Optimierung der Ausrüstung. Entstanden ist die Aufnahme aus ca. 300 Einzelbildern, die aus einem ca. 1-minütigem Video mit 800 Frames übrig geblieben sind.
Der Himmel war wolkenlos, die Luft jedoch recht unruhig.

Liebe Grüße

Riccardo
 

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Hallo Riccardo,

Ein paar Probleme die ich sehe:
  • Die Kamera.
    Du verwendest eine Farbkamera für die H-alpha Sonne. Diese sind mehr oder weniger ungeeignet für die Aufnahme in der H-alpha Linie. Sehr viel besser wäre eine Mono-Kamera mit kleineren Pixeln als die jetzige Kamera.
  • Die Belichtung ist zu lang oder die Verstärkung (Gain) zu hoch. Die Sonne ist stark überbelichtet.
    Bei meinem Aufnahmen der Sonne in der H-alpha Linie mit dem Programm "FireCapture" lasse ich das Histogramm nur leicht auf der rechten Seite anstoßen.
  • Das Tuning auf die H-alpha Linie passt nicht.
    Ich tune zuerst visuell und schließe erst die Kamera an, wenn im Okular der Kontrast der Strukturen passt.
Ich selbst nehme für die Aufnahme/Bearbeitung der Sonne folgende Ausrüstung und Software:
  • 80mm Lunt-Sonnenteleskop mit zwei Etalons.
  • Eine "ToupTek 183MA" Monokamera.
  • "FireCapture" zur Aufnahme im *.ser Format.
    Ich nehme immer 180 Sekunden lang auf.
  • "AutoStakkert!" 4.0.13 zum stapeln der Bilder. Ich verwende 30%
  • "GIMP" zum nachbearbeiten der fertigen Bilder.
Die exakte Ausrichtung der Montierung ist bei der Aufnahme der Sonne nicht so wichtig. Meine Montierung ist ebenfalls nicht exakt eingenordet. Teilweise nehme ich auch Alt/Azimutal die Sonne auf. Auch das geht problemlos.

Wichtig wäre den Fokus exakt zu treffen, das H-alpha Teleskop auf die H-alpha Linie richtig zu tunen und nicht zu lange belichten. Das wäre, was mir in kürze dazu einfällt.

Viele Grüße und viel Erfolg bei der Fotografie der H-alpha Sonne
Gerd
 
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Hallo Gerd,

vielen Dank für die Hinweise.

Ich habe vorhin noch einen zweiten Versuch unternommen. An der Kamera kann ich leider zur Zeit noch nichts ändern.

Deinen Tipp habe ich berücksichtigt und das Teleskop zuerst visuell eingestellt. Allerdings bekomme ich dann das Problem, dass eine Hälfte der Sonne dann überbelichtet, die andere unterbelichtet. So scheint es mir zumindest. Hier habe ich eines der Filterelemente im Verdacht.
Leider bekomme ich das Bild nicht so eingestellt, dass die Feinheiten auf der gesamten Oberfläche zu sehen sind, sondern nur auf der scheinbaren linken Hälfte des Bildes. Visuell ist mir das bisher nie so aufgefallen.

Zum Einstellen bin ich nach Anleitung vorgegangen:
- Grundeinstellung vorgenommen,
- fokussiert,
- erster (vorderer) T-Max Tuner verstellt, bis Reflexionen verschwunden sind,
- RichView-Tuner bis zum bestmöglichen Kontrast verdreht,
- zweiter T-Max Tuner verstellt bis Details sichtbar waren,
- noch einmal RichView-Tuner für Kontrastverbesserung verdreh.

Mehr Einstellmöglichkeiten habe ich bisher nicht entdecken können.

Noch ein paar technische Daten: Die Verstärkung ist auf 0, die Belichtungszeit für den Versuch auf maximal 1/100 s bzw. 1/1000 s eingestellt, aufgenommen ebenfalls im *.ser-Format.
Mit GIMP hatte ich leider noch weniger Erfolg ein ansprechenderes Bild zu erhalten.

Eine Histogrammanzeige habe ich in EKOS noch nicht finden können. Mangels anderem Rechner an der Position, an der das Teleskop steht, habe ich zur Zeit nur die Möglichkeit mit dem Raspberry aufzunehmen.
 

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Hallo
Wenn du visuell kein vernünftiges Bild bekommst wirst du auch kein vernünftiges Foto bekommen .
Das Teleskop ist ja eigentlich sehr gut . Den doublestack musst du ja nur aufschrauben vorne auf dem Teleskop.
Der hat doch vermutlich ein kleines Rädchen zum verstellen .
Hast du den neu oder gebraucht gekauft?
Mach mal ein Foto von deinem Teleskop.
Gruß Frank
 
Hallo,

Dein Bild sieht schlimm aus.
Ich hatte vor einigen Jahren ebenfalls ein 70/400 SolarMax III, aber nur mit einem Etalon:

SolarMax.jpg

Das Teleskop funktionierte nicht.
Egal wie ich das Teleskop einstellte, zeigte es mir eine nahezu homogene orange Sonne die fast keine Strukturen hatte. Ich habe das Teleskop zurück gegeben und mir ein Lunt Sonnenteleskop mit Drucktunern angeschafft.

Mit meinem 80er Lunt Sonnenteleskop belichte ich im FireCapture mit ungefähr einer Millisekunde bei Gain 3000.
Wie sieht denn das Bild visuell in deinem Teleskop aus? Kannst du deutlich die derzeitigen Strukturen, die hellen chromosphärischen Fackeln und die Filamente erkennen die derzeit auf der Sonne zu sehen sind?
Ist dein Teleskop neu oder ein Gebrauchtkauf?

Ich habe heute ebenfalls die H-alpha Sonne fotografiert und leider überbelichtet, das zeigt sich an den ausgebrannten Fackeln:

2025-06-13-Sonne-H-alpha.jpg

Visuell sollten die Strukturen mit deinem 70mm Teleskop eindeutig zu sehen sein. Wenn nicht, dann stimmt -meiner Meinung nach- etwas mit deinem Teleskop nicht.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Frank,

das Teleskop hat zwei Rädchen, jeweils für ein Etalon. Eigentlich handelt es sich dabei nur um eine Schraube, mit der man den Filter verkippen kann. Auußerdem vorne noch einen Ring, der verdreht werden kann.
Im Prinzip, wie auf Gerd's erstem Bild, nur mit einem zweiten Zwischenring.

In der Grundeinstellung sind zunächst viele Spiegelbilder der Sonne zu sehen, die sich teilweise überlagern. Diese soll man mit dem ersten "Tuner" soweit herausschieben, bis diese das Bild der "Hauptsonne" nicht mehr stören. Anschließend soll der Kontrast mit dem vorderen Ring eingestellt werden. Das funktioniert auch soweit. Sonnenflecken deutlich, Strukturen sind an dieser Stelle erst nur wage zu erkennen.
Im zweiten Schritt soll dann der zweite "Tuner" benutzt werden, um die Strukturen erkennbar zu machen. Das habe ich bisher nur insofern hinbekommen, als dass die Fackeln und Filamente nur auf etwa einer Hälfte des Bildes deutlich zu erkennen waren. Durch Verschieben des Bildes dann auch an anderer Stelle.
Eine Einstellung, wie auf dem letzten Bild von Gerd, bei der die gesamte Sonne gleichmäßig in Strukturen zu erkennen ist, ist mir bisher noch nicht gelungen.

Das Teleskop ist ein Neukauf aus März 2022 gewesen. Händler war der As... .de aus Landsberg. Bis auf ein paar visuelle Nutzungen stand es seitdem nur im Koffer. Optische Mängel sind mir nicht aufgefallen. In der Zwischenzeit hatte ich auch überlegt, das Ganze wieder zu verkaufen. Einfach, weil ich es zu selten nutze. Dadurch, dass ich nun aber meine Montierung umgebaut hatte, dachte ich, gebe ich dem System noch einen zweiten Versuch - auch weil ich von euren Bildern beeindruckt war.
Heute war der erste fotografische Einsatz. Wie man sieht, leider mit mäßigem Erfolg.

Ich werde morgen früh das Ganze noch einmal überprüfen. Für heute steht die Sonne leider zu ungünstig.
 
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Hallo,

Ich bin jetzt komplett überfragt wie das Bild im SolarMax aussehen muss. Der Kontrast der Strukturen auf der Chromosphäre wird sicher nicht komplett gleichmäßig über das Sonnenbild gehen. Meist wird ein Bereich des Sonnenbilds mit hohen Kontrast dargestellt und der Rest kontrastärmer. Das haben die meisten Sonnenteleskope an sich.
Das es aber so unterschiedlich über das Sonnenbild abbildet -kann- auf einem Fehler des Etalons hinweisen.
Ich würde, wie auch von Ronald vorgeschlagen, das Teleskop erst einmal nur mit einem Etalon auf der Sonne testen. Wenn das dann klappt, dann mit zwei Etalons testen.
Mit dem großen Drehring wird das Etalon auf die H-alpha Linie getunt, mit dem seitlichen Schräubchen wird das Etalon so weit gekippt, das die Reflexe nicht mehr stören.
Laut "Solar Astronomy" wird das Etalon beim SolarMax gekippt um es auf Zentrale Wellenlänge der H-alpha Linie zu tunen. Bauartbedingt kann dadurch nicht die gesamte Chromosphäre in einem gleichmäßigen Kontrast dargestellt werden, sondern immer nur ein Teil davon. Das dieser Unterschied vom Kontrast über das Sonnenbild so stark ist, halte ich für nicht normal.

Viele Grüße
Gerd
 
Guten Morgen,

danke noch einmal für eure Hinweise. Ich habe gerade eben das System noch einmal mit einem Etalon getestet und bin doch verwundert was dort herausgekommen ist. Offensichtlich ist der letzte Hinweis von Gerd nicht ganz unbegründet, dass bei Nutzung des zweiten Etalons nur ein Teil gut dargestellt werden kann. Wie gesagt, visuell scheint das weniger aufzufallen - oder meine Augen geben einfach nicht das wieder, was sie sollten.

Anbei der zweite Versuch aus einer 90-sekündigen Sequenz mit einem Etalon.
Trotzdem bereitet mir die Nachbearbeitung noch Schwierigkeiten. Hier versuche ich die Tonwertkurve entsprechend so anzupassen, dass sie mit dem Histogramm übereinstimmt, um dabei gleichzeitig möglichst viele Details erkennbar zu machen. Habt ihr da noch Tricks auf Lager?
 

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