ESA & Roskosmos - gemeinsam zum Mars

P_E_T_E_R

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Vertragsschluss zwischen ESA und Roskosmos

Die Europäische Weltraumorganisation Esa und die russische Raumfahrtagentur Roskosmos planen für die Jahre 2016 und 2018 zwei gemeinsame Mars-Missionen. Das ist der zentrale Inhalt einer am Donnerstag in Paris unterzeichneten Vereinbarung im Rahmen des Programms "ExoMars". Ziel der beiden Missionen soll es nach Esa-Angaben sein, den Roten Planeten auf Spuren von gegenwärtigem oder früherem Leben zu untersuchen.

Das "ExoMars"-Programm stand bereits vor dem Aus, nachdem die US-Weltraumbehörde Nasa aus Kostengründen ihren Rückzug erklärt hatte. Die Esa hat daraufhin Russland ins Boot geholt. Schon im vergangenen Jahr einigten sich beide Seiten auf einen Kooperationsvertrag; mit der Vertragsunterzeichnung vom Donnerstag haben die Russen nun auch die formelle Zustimmung gegeben.


 

MiMeDo

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Und heute Morgen erfolgte der Start von ExoMars!
Infos z.B. bei Spaceflight101.

Erfolgreich! :super:

Bisher,...
denn der Einschuss in die heliozentrische Transferbahn erfolgt in vier Schritten,
für einen "einmaligen Schuss" ist die "Briz-M" Oberstufe zu schwach auf der Brust.
Drei der vier Burns sind schon erfolgreich absolviert,
im Moment ist die Sonde in einer 300x21000 km Bahn mit etwa 6 Stunden Umlaufzeit.
Beim nächsten Perigäum kurz vor 21h MEZ gibt's dann den "finalen Schuss".

EILIGE FRAGE an die Spezialisten:
Gibt's irgendwo Sighting Predictions?
(Bei den üblichen Verdächtigen Calsky und Heavens Above finde ich noch nichts.)

Diesem Bild entnehme ich nämlich,
dass die Sonde ihren Brennschluss fast genau über meinem Haus hat! :)
Zwar ist sie da vermutlich im Erdschatten,
aber vielleicht kann man ja den Raketenstrahl sehen... :gutefrage:

Sonnige Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 

P_E_T_E_R

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Zitat von MiMeDo:
Drei der vier Burns sind schon erfolgreich absolviert, im Moment ist die Sonde in einer 300x21000 km Bahn mit etwa 6 Stunden Umlaufzeit. Beim nächsten Perigäum kurz vor 21h MEZ gibt's dann den "finalen Schuss".
Anscheinend war auch der vierte und letzte Burn erfolgreich: ESA PR 07-2016: EXOMARS on its way ...

The Breeze-M upper stage, with ExoMars attached, then completed a series of four burns before the spacecraft was released at 20:13 UTC (21:13 CET).

Signals from the spacecraft, received at ESA's control centre in Darmstadt, Germany via the Malindi ground tracking station in Africa at 21:29 UTC (22:29 CET), confirmed that the launch was successful and the spacecraft is in good health.

The orbiter's solar wings have also now unfolded and the craft is on its way to Mars.


Sky & Telescope

The New York Times

Spiegel

 

ThN

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OK - Bald gehts los: Am 16.10. soll sich das Landemodul Schiaparelli vom TGO (Trace Gas Orbiter) trennen und am 19.10. auf dem Mars in der Nähe des Endeavour-Kraters landen. Das wäre dann der erste Teil der ExoMars Mission.

Auf arte.tv gibt es (noch 6 Tage zum Abruf) ein deutsch-sprachiges Video zu Exo Mars und vor allen Dingen zur für 2020 geplanten Rover-Expedition:

Xenius - ExoMars: Wie sucht Europa nach dem Leben auf dem Mars?

Außerdem gibt es noch ein "Google-Hangout" vom August, als das letzte Bahnmanöver ausgeführt wurde: ExoMars/TGO Deep Space Hangout

Thomas

P.S. Auf der ESA-Homepage tut sich noch nicht viel. Vllt. richten sie noch eine Blog-Seite ein?

 

ThN

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Re: ExoMars

Nach der erfolgreichen Abtrennung des Landers Schiaparelli wurde die Bahn des Trace Gas Orbiters (TGO) heute morgen gegen 5 Uhr mit einem 2-minütigen Brennmanöver etwas angehoben. Sonst würde der Orbiter am 19. zusammen mit dem Lander, in die Mars-Atmosphäre eintreten und zerstört werden.

Das eigentliche Einschwenken in die Umlaufbahn findet aber erst am 19. um 15:14 MESZ statt, etwa 1,5 Stunden vor dem EDL (Entry Descent Landing) von Schiaparelli. Dauer des Brenn-Manövers: 147 Minuten.

ESA-operations hat an dem Tag ne Menge zu tun!

THomas
 

ThN

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Der TGO hat ja vor Kurzem mit Hilfe eines langwierigen Aerobraking-Manövers seinen endgültigen, kreisförmigen Orbit in 400km Höhe erreicht: ESA-Artikel.

Korrektur: Nach Ende des Aero-Brakings gegen Ende Februar gab es noch sog. "Trimming-Manöver" mit Hilfe der Bord-Triebwerke um den endgültigen Orbit zu erreichen. Das ist jetzt geschehen.

Die eigentliche Arbeit, d.h. das Aufspüren von Spurengasen, soll jetzt "in einigen Wochen" (an anderer Stelle "um den 21. April herum") beginnen: ESA-Artikel

Thomas

 

ThN

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Tweet von heute:

Der 2016 gestartete #ExoMars Trace Gas Orbiter @ESA_TGO hat mit der wissenschaftlichen Arbeit am #Mars begonnen. Ein Ziel: das präzise Aufzeichnen und Kartografieren von Metan in der Atmosphäre des Mars.
ESA auf deutsch @ESA_de

Vor kurzem gab es auch eine Aufnahme der Onboard-Stereokamera CaSSIS vom Krater Korolev:

Link zur Grafik: http://www.esa.int/var/esa/storage/images/esa_multimedia/images/2018/04/exomars_images_korolev_crater/17483827-1-eng-GB/ExoMars_images_Korolev_Crater_node_full_image_2.jpg
Credit: ESA/Roscosmos/CaSSIS

Hochaufgelöste Version siehe: ExoMars images Korolev crater

Thomas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

ThN

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Noch ein faszinierendes Foto:

Link zur Grafik: https://www.esa.int/var/esa/storage/images/esa_multimedia/images/2018/09/dust_devil_tracks_on_mars/17692469-1-eng-GB/Dust_devil_tracks_on_Mars_node_full_image_2.jpg
Copyright ESA/Roscosmos/CaSSIS, CC BY-SA 3.0 IGO
Dust devil tracks on Mars

Erstaunlich - sieht aus wie abstrakte Kunst.

Das Farb- und Stereo-Oberflächen-Bildgebungssystem CaSSIS an Bord des gemeinsamen ESA-Roscosmos ExoMars-Spurengas-Orbiters zeigte am 2. September 2018 die Region Ariadne Colles auf 34° südlicher Breite.

Das Bild zeigt einen ungewöhnlichen Terrain-Typ - manchmal auch als chaotische Blöcke bezeichnet -, aber besonders auffällig ist die große Anzahl dunkler Streifen. Eine mögliche Interpretation ist, dass diese Merkmale während des jüngsten Staubsturms erzeugt wurden: Sie könnten von Staubteufeln herrühren, die den Oberflächenstaub aufwühlen.


(Automatische Übersetzung mit einem kleinen Eingriff)

Thomas
 

ThN

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Kein Methan mehr da! Ein negatives Ergebnis ist natürlich auch ein Ergebnis, aber diese Meldung überrascht mich dann doch - und ich wunderte mich schon, warum man dann so rein gar nichts vom Trace Gas Orbiter, der ja schon seit Mai diesen Jahres in Betrieb ist, hörte:

"Martian methane—spotted in 2004—has mysteriously vanished. Researchers just reported that Europe's @ESA_TGO satellite hasn’t spotted a single trace of methane " Quelle: Massimo @Rainmaker1973

Siehe Meldung vom 12.12.: https://www.sciencemag.org/news/2018/12/martian-methane-spotted-2004-has-mysteriously-vanished

Sehr überraschend, weil die Geräte on Board extrem empfindlich sein sollen. Man ist mit der Datenbereinigung noch nicht fertig, aber "But we already know we can’t see any methane."

Dass die Instrumente einwandfrei funktionieren, davon gehe ich mal aus :unsure:

Thomas
 

ThN

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Heute der erste (!) offizielle Report, wenn ich mich nicht irre: First results from the ExoMars Trace Gas Orbiter

Sehr umfangreich, viel Lesestoff. :respekt: Zum Thema Methan in der Atmosphäre: Es konnte nichts gefunden werden:

“We have beautiful, high-accuracy data tracing signals of water within the range of where we would expect to see methane, but yet we can only report a modest upper limit that suggests a global absence of methane,” says ACS principal investigator Oleg Korablev from the Space Research Institute, Russian Academy of Sciences, Moscow.

Edit: Hier gibt es ein Video von einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen: EGU2019 - Webstreaming (ca. 45 Minuten)
Thomas
 

ThN

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Lisa M. Pratt, Planetary Protection Officer der NASA sagt:

“The mysterious appearance and disappearance of methane in the Martian atmosphere remains the most compelling hint of possible life in the subsurface of Mars" [...] “What is needed now is a carefully planned and coordinated set of observations between the Trace Gas Orbiter and Curiosity.”

Quelle (NYT): A Gas Could Hint at Signs of Life on Mars. Why Hasn’t a New Spacecraft Found It?

Eine koordinierte Beobachtung Curiosity / TGO - eine sehr gute Idee.

Thomas
 

ThN

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Ein Test der Fallschirme für ExoMars-2020 diese Woche ist angeblich gescheitert. Dabei soll eine Attrappe des Landers abgestürzt sein:

I have an independent confirmation of ExoMars parachute test failure this week. The overall program impact is not yet clear, but IMHO, be prepared for ExoMars-2020 becoming ExoMars-2022.

Quelle: Der gewöhnlich gut unterrichtete Anatoly Zak, https://twitter.com/RussianSpaceWeb/status/1159817624068534274

Wenn man geschickt googelt (mit Zeitintervall) findet man noch mehr Meldungen... Mal wieder die Fallschirme (siehe Schiaparelli).

Thomas
 

ThN

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Inzwischen gibt es eine Reihe von Veröffentlichungen, auch von ESA selbst, siehe
Die Tests diemal waren in großer Höhe um die Druckverhältnise auf Mars zu simulieren. Dabei zerrissen die Fallschirmkappen (entlang der Nähte?). Ähnliches passierte bereits im Mai. Ob noch genügend Zeit ist, die Fallschirme zu ertüchtigen und zu testen?

Siehe auch:

Thomas
 

ThN

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Diese Cassis-Kamera (aus Bern) an Bord des Trace Gas Orbiters macht erstaunliche Fotos, u.a.:

Cassis.png

Copyright: ESA/Roscosmos/CaSSIS

Dieses faszinierende Bild wurde in der Nordpolregion des Mars mit der CaSSIS-Kamera des ESA / Roscosmos ExoMars Trace Gas Orbiter aufgenommen. Dünen kommen auf dem Mars wie auf der Erde in verschiedenen charakteristischen Formen vor und geben Hinweise auf die vorherrschende Windrichtung. Wenn wir sie über einen längeren Zeitraum beobachten, erhalten wir auch ein natürliches Labor, in dem wir untersuchen können, wie sich Dünen entwickeln und wie Sedimente im Allgemeinen um den Planeten transportiert werden.Im Winter bedeckt in den Polarregionen eine dünne Schicht Kohlendioxideis die Oberfläche und sublimiert dann - wandelt sich direkt vom Eis in Dampf um - mit dem ersten Frühlingslicht. In den Dünenfeldern findet diese frühjährliche Abtauung von unten nach oben statt, wobei Gas zwischen dem Eis und dem Sand eingeschlossen wird. Wenn das Eis bricht, wird dieses Gas heftig freigesetzt und trägt Sand mit sich, wodurch die dunklen Flecken und Streifen entstehen, die in diesem CaSSIS-Bild beobachtet werden.

Das Bild erfasst auch „Barchan“ -Dünen - die sichelförmigen oder U-förmigen Dünen, die rechts im Bild zu sehen sind -, wenn sie sich vereinigen und zu Barchanoid-Kämmen verschmelzen. Die gekrümmten Spitzen der Barchan-Dünen zeigen gegen den Wind. Der Übergang von Barchan zu Barchanoid-Dünen zeigt, dass Sekundärwinde auch eine Rolle bei der Gestaltung des Dünenfeldes spielen.

Das Bild ist bei 74,46ºN / 348,3ºE zentriert. Das Bild wurde am 25. Mai 2019 aufgenommen.


(Automatische Übersetzung, ein kleiner Eingriff) Quelle: North polar dunes on Mars

Thomas
 
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