Eure Meinung ist gefragt: Das nächste Teleskop Newton 8" F4 oder 6" F5 ???

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neoachillis

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Hallo
Zu meiner Person:
Ich heiße Dimitrios, bin 42 Jahr alt und komme aus dem schönsten Landstrich Bayerns, Franken ;). Ich versuche mich kurz zu halten, was aber leider nicht immer so gut funktioniert. Mit der Amateurastronomie habe ich vor knapp 3 Monaten mit einem alten, sehr alten Bresser Linsenteleskop (70/900) begonnen. Ist mir quasi so in den Schoß gefallen. Trotz des schlechten Omens war ich begeistert von dem was mir der Refraktor so gezeigt hat. Schnell wurde für mich klar das ich das Teleskop vorerst behalten werde und ihm als Untersatz eine Skywatcher NEQ5 spendiere. Genaueres könnte man bei Bedarf, wenn man will, auf meinem Blog (wie alles begann) nachlesen.
Anfangs war ich noch Felsenfest davon überzeugt das mein nächstes Teleskop kein Newton werden sollte, teils aus Prinzip und teils weil mein einziger astronomischer Freund (ich weiß das ist sehr traurig) ein Dobson besaß und noch besitzt. Mit der Zeit und noch mehr gelesenen Threads, denke ich aber das ich zu Anfangs nicht um ein Newton herumkommen werde :). Beobachtet wird zum größten Teil vom Balkon aus, welcher aber Glücklicherweise gut 24qm groß ist. Mein persönliches Ziel sind vorrangig die M Objekte des Himmels, Planeten natürlich auch, aber eher zweitrangig, auch wenn sie echt schön sind.

Voraussetzung?
Aktuell ist es so das ich sehr gerne das gesehen auch fotografiere, hätte ich nie gedacht. Ich würde das was ich mache jetzt nicht Astrofotografie nennen, aber gelungene Schnappschuss Fotos (siehe Blog) sind schon dabei. Mein zweiter versuch am Jupiter halte ich sogar für recht gut gelungen.
JupiterB_Fotos_j.jpg
Da kommen wir auch schon zu meinem Problem Nummer zwei. Mir gefällt das Fotografieren doch besser als erwartet, zwar jetzt nicht Pro mäßig, aber ganz gut. Das schauen und fotografieren hält sich zeitlich so die Waage, also etwa Fifty-Fifty würde ich sagen. Obwohl ich bisher nur mein Smartphone dafür verwende, möchte ich auch gerne das zukünftig gesehene auch "dokumentieren". Meine Ambitionen gehen jetzt nicht in Richtung DSLR, aber so eine kleine Astrocam für den Okularauszug würde mir schon irgendwie gefallen.

Was ich will:
So, jetzt habe ich doch viel zu viel geschrieben, jetzt endlich zu meinen Fragen. Ich suche (in ein, zwei Monaten) für die nächsten zwei Jahre ein Newton Teleskop. Ich weiß das ein 8" f5 meine Montierung überfordern würde, also dachte ich an ein 6" F5. Um so mehr ich darüber recherchiere ums so öfter lese ich das ein 8" einfach viel mehr hergibt als ein 6". Jetzt ist meine Überlegung ob ein 6" F5 tatsächlich die beste Wahl wäre oder vielleicht doch ein 8" F4. Bei F4 scheiden sich ja die Geister, wenn es um die visuelle Beobachtung geht. Deswegen möchte ich es euch ein bisschen einfacher machen. Egal welches System es wird, es sollte "nur" besser sein als mein jetziges 70/900 Teleskop, mehr nicht.
Also eure Meinung bitte! Lieber ein Lichtstarkes 8" F4 oder ein solides aber "dunkleres" 6" F5.??? (Bitte im Hinterkopf mein 70/900 als Vergleich hernehmen)
PS: Für mein jetziges Teleskop habe ich mir das Baader Q-Turret Okularsatz besorgt.
Vielen Dank in Voraus
Mit freundlichen Grüßen
Dimitrios
 
Hallo Dimitrios,
wenn ich nur lese, dass Dich vornehmlich Messier-Objekte interessieren, dann kann eine Empfehlung eigentlich nur in Richtung 8“ gehen. Man sagt nicht ganz ohne Grund, dass DeepSky mit 8“ losgeht. Allerdings hast Du Recht, wenn Du sagst, eine Montierung der EQ5-Klasse wäre damit etwas überfordert. Vor Allem dann, wenn Du an Fotografie denkst.

Warum Du DSLR zunächst ausschließt verstehe nicht ganz. Kleine Astrocams sind in der Regel für DeepSky nicht geeignet (eher Planet) und der Einstieg in die DeepSky-Fotografie ist mit kaum einer anderen Kamera so einfach, wie mit einer (alten) Spiegelreflexkamera.

Kommst Du bei Fotografie auf den Geschmack - und das geht ganz schnell- dann wirst Du großen Appetit auf Nachführung und Guiding bekommen. Nur damit lassen sich brauchbare Belichtungszeiten bei den Brennweiten realisieren.

Daher meine Empfehlung: Ganz klar 8“ aufwärts, und denke mal über eine größere Montierung nach. Eine zu schwache Montierung kann dermaßen den Spaß verderben.....

CS

Dietmar
 
Hallo Dietmar,

ich Folge am liebsten der Philosophie in langsamen und bedächtigen Schritten ans Ziel zu gelangen. Meine Befürchtung ist das wenn ich alles auf einmal Kaufe, also Goto, DSLR etc. mich das als Neueinsteiger überfordern würde und ich den Spaß verlieren könnte. Aus diesem Grund habe ich ja die 70/900 vorerst behalten.
Ich vermute das die nahe Zukunft so aussehen wird: Erst ein neues Newton besorgen, dann Planeten "filmen" und mich visuell an die Messier Objekte heranwagen. Das sogenannte Starhopping muss ja auch erst erlernt werden. Die DSLR möchte ich deswegen vorerst ausschießen, da ich mich erst an die Mechanik des Schauens gewöhnen und später, also vielleicht Weihnachten, erst eine automatische Nachführung kaufen möchte.
"Schnappschüsse" möchte ich von den M-Objekten schon machen, ist dafür zwingend eine DSLR mit Nachführung notwendig?
Wer weiß, vielleicht überspringe ich den Schritt mit der Nachführung und "wünsche" mir zu Weihnachten gleich eine HEQ5 oder EQ6. Dazu möchte ich mir aber erst Gedanken machen wenn es soweit ist.
Ich suche also ein Newton mit dem ich M-Objekte (und ein bisschen Planeten) betrachten und vielleicht auch fotografieren kann. Wenn möglich vorerst auf simple Art und Weise ohne DSLR, später kommt bestimmt mehr.
Vorerst ist es mir wichtig ein Teleskop zu finden welches mir mehr bietet als das aktuelle Bresser Refraktor 70/900.

Mit freundlichen Grüßen
 
Hi Dimi,
Unistellar eVscope - Foto-Galerie (Messier-Katalog)
Auf der Seite bekommt man einen Eindruck was 4,5 Zoll Öffnung (ev scope, 3000€) und wenige Minuten Belichtungszeit an den Messierobjekten fotografisch zeigen. Sowas nennt sich in Marketing-Sprech EAA- Electronically assisted astronomy.
Die (über mir angesprochen) 8 Zoll sind nur das Mindeste für visuelles(!) DeepSky Beobachten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Simon,

Na gut, ich denke vorerst muss ich wohl visuell ran. Wie gesagt, ich muss mich da erst rein finden. Ich habe leider das Problem keinen Amateurastronom oder Verein in meiner Nähe zu haben, also alles Autodidakt.
Meine Befürchtung ist wenn ich das 6" nehme, beiße ich mir vielleicht in den Hintern weil ich mehr sehen könnte. Nehme ich das 8" f5 habe ich vielleicht keinen Spaß weil alles wackelt. Ein Kompromiss wäre vielleicht das besagt 8" f4, da wiederum streiten sich die Geister was visuell möglich ist.
Vielleicht anders gefragt, habe ich visuell einen Vorteil mit dem 8" f4 gegenüber meinen 70mm f13? Wenn ja ist alles super, wenn nein, wird es doch schwerer ?.
Mfg
 
Die zwei wichtigen Denkstränge ;):

1. Objekte werden dunkler, wenn man sie vergrößert. Man kann sie nicht wie im Mikroskop beleuchten:

Lichtstarke Objekte (Sonne,Mond,Planeten)

versus

lichtschwache Objekte (DeepSky, Messier, alles außerhalb des Sonnensystem, Ausnahme Kometen)

2. Beobachtungsart:
Visuell :
Nur räumliches Lichtsammeln, im Augenblick -> große Öffnung, dunkler Himnel für Kontrast)

versus

Fotografisch :
Zeitliches Sammeln und Aufaddieren des Lichts-> Stundenlanges Belichten von schwachen Funzeln
ODER bei Planeten
die Luftunruhe austricksen durch sehr kurze Belichtungszeiten und Stacking der scharfen Momentaufnahmen des Planetenvideos.
 
Hallo Dimitrios,

mit Deiner EQ-5, 10 Kg Tragkraft visuell, bist Du meines Erachtens schon mit einem 6" f5 Newton, also 150/750, Fotografisch sehr am Limit.
Es wird angeraten Fotografisch mit 60% bis 65% der Tragkraft der Montierung zu rechnen.

EQ-5, 10 Kg Tragkraft, liegst Du so zwischen 6 und 6,5 Kg.
So ein 150/750 Newton liegt so bei 5 bis 6 Kg.

So ein 8" f4 wiegt so um die 8 bis 9 Kg.
Da reicht noch nicht mal mehr die HEQ-5 mit 14 Kg Tragkraft.
60% = 8,4 Kg
65% = 9,1 Kg.

Mit Deinem erwähnten 8" f5, die liegen wohl so um die 10 bis 12 Kg, und dem 8" f4 bewegst Du Dich Fotografisch in der EQ-6 R Klasse.

Visuell sollte ein HEQ-5 reichen, wobei es meiner Meinung nach auch mit dem 8" f5 eng werden kann.

Die "dicken" ;) Newton parallaktisch stabil und fototauglich montiert zu bekommen wird teuer.

Da bieten sich für visuelle Beobachtung halt die Dobson an, auch wenn ich kein Freund davon bin.
Bis 12" sind die m.E. auch noch einigermaßen transportabel.
Fotografisch in Richtung Deep-Sky ist da aber nicht viel drin. Planetenvideos (Planetenkamera/Astrokamera) mit untergebauter EQ-Platform sind machbar, da hab ich schon tolle Bilder gesehen.
So ein Dobson steht stabil und ist einfach zu bedienen.

f4 Optiken sind auch anspruchsvoll bezüglich der Okulare.
Soweit ich weiß sind diese f4 Newton fotografisch ausgelegt und haben einen großen Fangspiegel.
Mit ein Grund warum viele Dobson sich fotografisch kaum nutzen lassen, da sie einen kleinen Fangspiegel haben. Auch der flachbauende OAZ ist ein Hindernis, da der Kamerasensor nicht voll ausgeleuchtet wird oder das man nicht in den Fokus kommt.

Man möge mich bitte korregieren, da mein astrofotografisches Wissen nur die Grundlagen abdeckt.
 
Hallo Dimitrios

Willkommen im Forum! Musste etwas schmunzeln als ich deine Vorstellung las. Mir ging es nämlich ähnlich wie dir. Interesse für den Nachthimmel.. „nur“ gucken.. Denkste! Kaum hatte ich eine motorisierte Montierung (und das ist erst ein paar Monate her) hängte ich einfach mal die DSLR ans Teleskop. Klar, Montierung kaufte ich durchaus auch für die Möglichkeit, mal knipsen zu können. Mittlerweile interessiert mich die Astrofotografie (AP) ebenso wie das Visuelle. Mein Anspruch sind keine „pretty pictures“. Ich finde es einfach faszinierend, mit AP Objekte sichtbar zu machen die da sind aber freiäugig oder mit dem Teleskop nicht oder nur sehr beschränkt gesehen werden können.

Eine DSLR kostet gebraucht nicht die Welt und ermöglicht auf recht einfache Weise (da „stand alone“-Betrieb) den Einstieg in die DSO-AP. Für DSO brauchst du einen eher grossen Kamerasensor und nicht zu kleine Pixel. Da werden Astro-Kameras recht schnell sehr teuer! Kann dir astronomy tools empfehlen. Im Imaging Mode kannst du mit verschiedenen Geräten rumspielen.

Zur Teleskopfrage kann ich leider nicht viel beitragen. Ausser dass f/4 Newtons erheblich justageempfindlicher sind und höhere Anforderungen an die Okulare stellen als „langsamere“ Optiken. Vermutlich macht es auch Sinn, AP und visuell zu trennen. ZB einen kleinen Apo zum knipsen und einen Newton fürs Visuelle. So wird die Montierung nicht überbelastet. Aber ja.. jeder ist auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau und je nach Anspruch und Geldbeutel findet man die dann auch ;)

CS Martin

Edit: Oh Mathias war schneller und hat bereits vieles gesagt
 
Vielleicht anders gefragt, habe ich visuell einen Vorteil mit dem 8" f4 gegenüber meinen 70mm f13? Wenn ja ist alles super, wenn nein, wird es doch schwerer ?.
Hallo Dimitrios,
der Unterschied zwischen einem 8" Newton und einem 70mm Refraktor dürfte - einigermaßen zurückhaltend ausgedrückt- gigantisch sein. Einfache Zahlen : ein 8-Zöller besitzt gut und gern das 8-fache an Lichtsammelvermögen gegenüber dem 70mm Teleskop. Das bedeutet, mit dem 70mm Teleskop kannst du max. 11,93m Objekte betrachten,
bei 8" gehen bereits Objekte mit 14,24 m. Das Auflösungsvermögen beträgt bei 70mm 1,66", beim 8-Zöller 0,57".
Das sind, wenn es um feine Details geht - Welten.
f/13 bedeutet winzige Austrittspupillen, vor Allem bei kurzbrennweitigen Okularen, oder Einsatz von Barlow-Linsen.
f/8 ist, auch was austrittspupillen angeht, eine andere Welt!
Lies dazu mal den sehr interessanten Beitrag der Sternfreunde Münster (PDF) über das Thema Austrittspupille.
Sehr informativ.
Auch die maximalen Vergrößerungen sind extrem unterschiedlich: mit der größeren Öffnung sind viel, viel größere Vergrößerungen drin. Diese Zahlen kannst du Dir aber auch selbst ablesen, wenn du mit den Kalkulatoren von
astronomy.tools spielst. Da gibt es ganz viele interessante Rechner, auch für den Anblick, den Du mit fiktiven Optiken erwarten kannst. (FOV-Calculator): Objekt, Teleskop und Okular wählen - und schauen, was zu sehen wäre.

Eigentlich müsste man sagen: ein einfacher 70mm Refraktor ist mit einem 8" Newton nicht vergleichbar.

CS

Dietmar
 
Hallo Dimitrios,

Eigentlich müsste man sagen: ein einfacher 70mm Refraktor ist mit einem 8" Newton nicht vergleichbar.
einfach aus dem Grund das jeder ein anderes Einsatzgebiet hat.
Dein Refraktor FH 70/900 mit knapp f13 ist ein Weitfelder.
Große flächige Objekte im Ganzen und noch mit etwas drumherum beobachten.
Solche Beobachtungen mache ich mit einem "ähnlichen" Refraktor FH 120/600.
Es ist eine Wonne Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen im Ganzen zu sehen und noch mit etwas "Fleich" drumherum.

Ein 8" f5 Newton zeigt Dir mehr. Mehr Auflösung.
Heller eben durch die größere AP.
Du bekommst auch Objekte zu sehen die Du mit einem 70/900-er nicht erreichst.

Alles natürlich auch abhängig vom Seeing, der Transparenz und auch der Beobachtunsgerfahrung und der Erwartungshaltung die ich habe.

Kommt halt drauf an was man beobachten möchte.
Mir gefällt es mit meinem 120/600-er offene Sternhaufen mit "drumherum" zu beobachten, da wirken die m.E. erst richtig gut.
Ist dann aber sicherlich auch Geschmackssache.
Will ich mehr sehen, mehr Details, tiefer rein gehen in so einen offenen Sternhaufen dann kommt mein C8 zum Einsatz.
Liegt dann halt an der Planung des Beobachtungsabend/-nacht welches Teleskop zum Einsatz kommt.

Die erwähnten astro-tool Seiten können Dir einen ersten Eindruck, ein erstes Gefühl geben was Dich mit dieser oder jener Kombination erwartet.
Aber, die farbigen Bilder die bei den meisten Tools hinterlegt sind, wirst Du so nicht sehen.
 
Guten morgen und vielen Dank für ausführlichen Kommentare.
Ich hatte ja jetzt die Nacht Zeit mir den Kopf darüber zu zerbrechen und vermute das ich den falschen Denkansatz hatte. Ursprünglich wollte ich mir einen "Golf" (Grund-Teleskop) kaufen und peu à peu zur Rennmaschine aufbauen. Was ich dabei nicht bedacht habe war, dass ich mich im Vorhinein schon entscheiden sollte ob ich mal Rallye (visuell+Planeten) oder Touren (Astrofotografie) fahren möchte. Beide Arten des Rennsports sind Rennen, aber in ihrer Art von Grund auf verschieden. Der Weisheit letzter Schluss wäre dann irgendwann zwei Autos (Teleskope) zu besitzen. Eines für Stock und Stein und das andere für die Rennstrecke.
Die Antwort von Martin war schön zu lesen, da ich mich wirklich darin gesehen habe, hat mir aber auch irgendwie zu denken gegeben.
Musste etwas schmunzeln als ich deine Vorstellung las. Mir ging es nämlich ähnlich wie dir. Interesse für den Nachthimmel.. „nur“ gucken.. Denkste! Kaum hatte ich eine motorisierte Montierung (und das ist erst ein paar Monate her) hängte ich einfach mal die DSLR ans Teleskop.
Ich kann mir durchaus vorstellen das mir so etwas schneller passieren könnte als mir lieb ist, aber dadurch würde ich einen großen Teil der eigentlichen Astronomie überspringen - irgendwie.
Mein Weg ist es die schönen DeepSky Fotos als Ziel meiner amateurastronomischen Reise zu machen, aber vorher den "einfacheren" Dingen der Astronomie zu widmen. Wie dem eigentliche aufsuchen (Starhopping) und der Planten Fotografie. Wenn das funktioniert und "langweilig" geworden ist, ist es Zeit mich um die hohe Kunst der AP zu kümmern (mit einem passenden zweiten Teleskop). Ich hoffe ich bin jetzt keinen Planetenjäger auf den Schlips getreten ;).
Da ich mich entscheiden möchte/sollte liegt vorerst mein Hauptaugenmerk auf visuelle DeepSky Beobachtung und Planeten Fotos (mit leichter Astrocam/Webcam) was die Sache jetzt aber nicht wirklich einfacher macht.
Obwohl an vielen Stellen davon abgeraten und ich mir selber schon fest eingeredet wurde, scheint mir die Wahl der Richtigen Größe doch nicht so einfach. Irgendwie scheint Öffnung visuell durch nichts zu ersetzten zu sein, außer natürlich durch noch mehr Öffnung.
Was mich zur der Frage bringt 8" F5 und an die Belastungsgrenze der NEQ-5 gehen oder lieber 6" und vielleicht etwas zu verpassen. Gibt es jemanden der vielleicht aus dem Fundus seiner Erfahrung sprechen kann und zufällig eine NEQ-5 mit n 200/1000 besitzt?
Mit freundlichen Grüßen
Dimi
PS: Irgendwie scheint die "astronomy.tools" Seite nicht zu funktionieren.
 
Hallo Dimi,

an die Belastungsgrenze einer Monti zu gehen ist nie eine gute Idee in meinen Augen, was bei Windstille usw. vielleicht klappt steht bei auch nur leicht suboptimalen Bedingungen an der Grenze zum Wackeldackel - und das nützt weder visuell noch fotografisch etwas. Dann lieber etwas kleiner oder - andere Alternative, noch sparen und auf eine EQ-6 wechseln, dann ist wieder Luft nach oben. Insofern beantwortet die Montierung für mich die Frage. Der Unterbau ist die kritische Stelle des Setups. Klar bringen die 2'' mehr Spiegeldurchmesser auch mehr Licht, wobei man das immer auch am individuellen Sehempfinden festmachen muss, aber wenn der Unterbau so an der Grenze ist, ich gehe davon aus Du bist auch noch mit dem Metallstativ unterwegs, bin ich Skeptisch, auch wenn ich selbst generell kein Freund der Raketenwerfer bin, allein die Tragfähigkeit ist für mich hier das Kriterium.

astronomy.tools funzt bei mir.

CS
Jörg
 
Hallo Dimitrios,

da Du jetzt die grobe Richtung festgelegt hast, Deep-Sky visuell und Planetenvideos und als "großes" Ziel Astrofotografie Deep-Sky, wäre es schön zu erfahren welches Budget Du hast. Ich glaube das hast Du noch nicht erwähnt oder ich habe es überlesen :eek:.

Dein Beobachtungsstandort ist der Balkon, der Dir mit seinen 24qm genügend Bewegungsraum gibt.
Da wirst Du weder mit einem Dobson, noch mit einer Alt/AZ oder parallaktischen Montierung in Bedrängnis kommen.
Wäre noch interessant zu erfahren, wie es mit Bewuchs (Bäume/Sträucher) und Häuser in der unmittelbaren Nachbarschaft beschaffen ist.
Ich kann z.B. von meinem Balkon aus so ab ca. 5° bis zum Zenit über SW, W nach NW schauen. Schaue dabei allerdings über die kleine Ortschaft in der ich wohne. Zum Glück sind da nicht so viele Laternen aktiv. Da stören die Katzen, die Nächtens durch die Bewegungsmelder der direkten Nachbarn laufen, mehr o_O.

Wie Du selbst anmerkst, ist die Montierung, der Unterbau, das A&O, nochmal mehr, wenn Du als großes Ziel die Astrofotografie im Auge hast.

Ich will jetzt nicht über mögliche Teleskope und Montierungen spekulieren, bevor man Dein Budget nicht kennt.

Auch stellt sich die Frage, nach wie vor, willst Du weiter mit der EQ-5 arbeiten und nur ein passendes Teleskop dazu anschaffen oder neues (gebrauchtes) Teleskop und eine neue (gebrauchte) Montierung anschaffen?.

Dann lieber etwas kleiner oder - andere Alternative, noch sparen und auf eine EQ-6 wechseln,
Das ist sicherlich ein guter Ansatz.
Wobei ich da den hauptsächlichen Augenmerk auf die Montierung legen würde.
Überdimensioniert gibt es für mich eigentlich nicht.
Du wirst mit einer wirklich guten Beobachtungsqualität (später Fotoqualität) belohnt.

Bedenke aber das auch so eine EQ-6 R ihre Grenzen hat.
Ein 8" f6 (200/1200) fotografisch auf einer EQ-6 R ist m.E. sehr grenzwertig.
Ich habe meinen Dobson-Newton (200/1200) mal mit Rohrschellen und Prismenschiene ausgerüstet und auf meine EQ-6 R gepackt.
Abgesehen davon das der Einblick in das Okular unkomod wird (bei Fotografie nicht soo wichtig, da ja die Kamera am OAZ "hängt") ist das Ganze für mich schon visuell recht grenzwertig.
Es ist nicht das Gewicht das der Tubus mitbringt, es ist der Hebel. Man stelle sich jetzt noch das Ganze Kabelgedöns für die Astrofotografie daran vor... ...
 
Moin,

gut dass Du das ansprichst, Matthias, das Thema Belastung ist nicht allein am Gewicht festzumachen, Hebel und Windangriffsfläche sind ein relevantes Thema, zudem, Du hast es ebenfalls genannt, die Kabelage. Wenn die sauber am Tubus geführt ist und in der Nähe des Achsenkreuzes zu Boden geführt wird geht das, wenn alles am OAZ hängt ist es eine nennenswerte einseitige Belastung, zudem eine Gefahr dass man dran hängen bleibt und entweder sich oder das Setup beschädigt.

CS
Jörg
 
Hallo Dimitrios,

da Du jetzt die grobe Richtung festgelegt hast, Deep-Sky visuell und Planetenvideos und als "großes" Ziel Astrofotografie Deep-Sky, wäre es schön zu erfahren welches Budget Du hast. Ich glaube das hast Du noch nicht erwähnt oder ich habe es überlesen :eek:.

Mfg

Nein, hast du nicht. Also die Montierung wollte ich behalten, zumindest bis mindestens Weihnachten. Da das Teleskop demnach für die NEQ-5 ausgelegt sein sollte und darüber hinaus ein Newton, denke ich so um die 400 bis 500€. Dafür sollte ich schon ein vernünftiges 6" bekommen, mit ich dann meine Erfahrung in Sachen Mechanik und Planetenfotos sammeln kann. Darüber hinaus möchte ich mit noch keine Gedanken machen, ist vielleicht auch gesünder für die Ehe ;). In einem halben Jahr sieht die Sache schon etwas anders aus :LOL:.
Also ein Klassiker 6 Zoll F5, gibt es da Empfehlungen? Gibt es da relevante Qualitätsunterschiede in der Optik. Gerade liebäugeln ich mit der TS Optics Photon (TPM6F5)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dimi,

ich denke viel Unterschied bei den Newtons gibt's nicht, in der Preisregion kommen die Teile eh alle aus China, mit dem TS dürftest Du nicht so falsch liegen. Luft nach oben gibt's budgetabhängig immer, aber viel mehr als einen ordentlichen Spiegelsatz und OAZ brauchts ja bei den Teilen nicht. 2'' Auszug, ordentliche Schellen, Schiene, ist erstmal alles dabei was einem auf den ersten Blick auffällt. Und die 6 kg sind auch ok.

CS
Jörg
 
Meine vereinfachte Meinung:

Visuell:
völlig klar, grösstmögliche Öffnung = Dobson, mindestens 8"

Astrofotografie:
Schwierig, es gibt viele Ansätze.
Montierung ist wohl leider das wichtigste.

Kompromiss:
erstmal ein mind. 8" Newton (möglichst leicht, leicht, leicht) mit vorhandener Montierung probieren, nur visuell oder einfache Astrofotografie.
Dann Montierung aufrüsten.

Meine Alternative:
Grosser Dobson mit equatorial Plattform.

Gruß
PS: GoTo für mich unwichtig
 
Meine vereinfachte Meinung:

Visuell:
völlig klar, grösstmögliche Öffnung = Dobson, mindestens 8"

Astrofotografie:
Schwierig, es gibt viele Ansätze.
Montierung ist wohl leider das wichtigste.

Kompromiss:
erstmal ein mind. 8" Newton (möglichst leicht, leicht, leicht) mit vorhandener Montierung probieren, nur visuell oder einfache Astrofotografie.
Dann Montierung aufrüsten.

Meine Alternative:
Grosser Dobson mit equatorial Plattform.

Gruß
PS: GoTo für mich unwichtig

Du machst mich fertig :ROFLMAO:. Klingt auch wieder irgendwie vernünftig.
 
Hallo Dimi,

die gegebene Lösung für Dein Problem gibt es nicht, alles ist Ansichtssache, wie tolerant ist man bei der Stabilität, was möchte man/kann man bezahlen, wie sieht es mit Transport und Aufstellen aus... Damit musst DU leben. Normalerweise würde ich sagen, besuch ein oder zwei Teleskoptreffen und schau es Dir an, aber das ist ja grad nicht.

CS
Jörg
 
Ich habe die NEQ5 und nutze darauf rein fotografisch den 80mm APO (tlapo804) und zuletzt erworben den RC6" von TS. Ich weiß noch, dass ich beim Zweitkauf - also nach dem APO - nicht den 150 pds gekauft habe, weil mir das mit der Justage zu umständlich erschien (auch deswegen der APO), das Teleskop zu groß und schwer und dann noch mit Komakorrektor zu teuer. Aber Erfahrung mit Newtons habe ich zugegebenermaßen nicht.

Der APO für Nebel und genügend M-Objekte, der RC für Planeten, planetarische Nebel und Sternhaufen. Mit dem Reducer komme ich mit dem RC auf 918 und f6. Wenn dann eine Brennweite mit ca. 700mm hinzukommen soll, würde ich mir wieder einen Triplett-APO holen, da ich das nötige Equipment ja bereits habe.

Das ist nur mein mir sinnvoll erscheinender Weg.
 
Hallo,
Also im Grunde genommen bleibe ich beim 6", wer weiss ob ich nicht irgendwann an eine lumpige DSLR komme ;).
Immerhin bin ich schon soweit das ich weiß das ich ein Teleskop für meine NEQ5 suche mit dem ich zu gleichen Teilen Planeten betrachten und Fotografieren möchte und DeepSky überwiegend betrachten (vielleicht zum späteren Zeitpunkt das fotografieren probieren möchte).
Was würdet ihr nehmen ein 6" F5 oder 6" F6?

Ich trau mich kaum zu fragen, aber was würde gegen einen Refraktor mit 120mm sprechen (kein APO)? Wenn das eine doofe Frage ist, bitte einfach ignorieren :cool:.

Mfg
 
...
Ich trau mich kaum zu fragen, aber was würde gegen einen Refraktor mit 120mm sprechen (kein APO)? Wenn das eine doofe Frage ist, bitte einfach ignorieren :cool:.

Mfg
Unter 6" gelten Refraktoren als die bessere Wahl bei Planeten, grosse Vergrösserungen, da sie mehr Kontrast als ein Reflektor erreichen.

Über 6" werden sie sowieso unbezahlbar. ;)

Und der Kontrastvorsprung wird immer kleiner.

Gruß
 
Hallo Dimi,

für die 400,- bis 500,- € ist ein 150/750-er (6" f5) Newton machbar.
Qualitativ... mhh... bin ich bei Jörg, da wird nicht viel um sein bei den verschiedenen Herstellern.
Auch sollte er rein visuell gut von Deiner EQ-5 (Sky-Watcher) getragen werden.

Ich habe auch mit so einem Newton, leider auf einer EQ3-2, angefangen.
So ein Newton ist halt eine Kompromisslösung, weder eine reine Planetnmaschine noch eine reine Deep-Sky-Maschine.
Für Planetenkamera/-videos eine gute Barlow ins Budget einrechnen.

Zum Refraktor, der Deine 70/900 sollte mit seinen f13 schon recht ordentlich an Planten sein und kaum einen Farbfehler aufweisen.
Es gibt eine Faustformel die den minimumwert für den f-Wert errechnet.
Öffnung in mm x 0,122 = min. f-Wert für keinen oder kaum wahrnehmbaren Farbfehler.
Bei dem Deinen also:
0,122 * 70mm = 8,54, da liegt Deiner gut drüber.
(nach zu lesen Kauf-Ratgeber Teleskope in 4 Schritten / Ronald Stoyan und Bernd Gährken).
Da ich drei Refraktoren FH habe, 120/600 (f5), 120/1000 (f8,33) und 127/1200 (f9,44), ist das auch gut in der Praxis nachzuprüfen.
120/600 f5 = minimum wäre 120*0,122 = 14,64 da ist schon gut Farbe an hellen Objekten im Spiel, deshalb Weitfeld
120/1000 f8,33 = min. wie oben 14,64 näher dran am errechnet Wert aber Farbe noch gut da
127/1200 f9,44 = da wäre das min. 15,49 da kann man mal sehen was 7mm ausmachen annähernd wie der 120/1000
also die beiden größeren FHs auch für Weitfeld, aber eben etwas mehr Details.
Planeten werden von allen schön klar dargestellt, aber der Farbfehler drück halt am Kontrast und wen der Farbfehler stört, für den sind die nicht's.
Um einen Refraktor FH ohne (kaum) wahrnehmbaren Farbfehler zu bekommen, werden die Teile unhandlich lang.

Auch beachte bei Refraktoren FH so ab 900mm Brennweite werden die in der Montierung anspruchsvoll.
Wie schon erwähnt nicht so sehr vom Gewicht her, mein Großer wiegt unter 10Kg, mehr vom Hebel her.
Auf meiner iOptron ist der 127/1200 vom Gewicht her gut aufgehoben aber nach dem Fokussieren zittert er schon was länger als 120/1000. Zum Glück nicht stören aber wahrnehmbar. Auf der EQ-6 R kein Problem.
Ganz zu schweigen zu meinem C8 ;).
Der ist meine Deep-Sky Detail und Planetenmaschine.
 
Guten Morgen,
zuerst einmal vielen lieben Dank für die vielen Ratschläge und Tipps. Im Grunde genommen würde ich mit einem Newton 6" vorerst am günstigsten fahren, wenn ich das Richtig herausgelesen habe. Sollte ich aber ein anderes der 6" Systeme nehmen, macht das auch nix, da alle irgendwo ihre Kompetenzen und somit ihre Berechtigung haben. Also im Grunde kann ich jedes Teleskop irgendwie verteidigen.
Ursprünglich wollte ich ja mein 70/900 vorerst behalten und mir zum späten Jahresende oder Anfang nächsten Jahres ein besseres im Sinne von vielleicht einem C8 kaufen (oder noch länger warten und noch was größeres inkl. Montierung). Warum jetzt doch einen Zwischenschritt?
Ich versuche mich jetzt kurz halten ;) .
Letzte Nacht (also letzte brauchbare Nacht vor ein paar Tagen) sollte ich meine beiden Kinder (klingt lustig, sind beide fast Volljährig) von ihrer nächtlichen Zocker-Session herunter holen (ich brauche nicht erwähnen das es sich um Fortnite handelt), da sie nicht glauben können das die von mir gemachten Fotos tatsächlich an diesem Teleskop entstanden sind. Das habe ich getan und der Lohn waren ein gemeinsamer 3 Stunden Abend am Balkon inkl. "sinnloses" Weltraumgeschaue bis zum Morgengrauen. Also das soll jetzt echt nicht so klingen als ob wir nichts von unseren Kinder hätten und das dies der erste gemeinsame Abend war. Meine Kids sind für heutige Verhältnisse echt lieb und wir haben sogar ein sehr gutes Eltern-Kind Verhältnis. Nur so am Rande.
Dennoch habe ich mir selber dabei gedacht, Mensch ein bisschen besser wenn das Teil wäre, wäre schon Geil. Ich weiß! Jedes Hobby fängt so an und endet dann meist in einer finanziellen Katastrophe :LOL:, aber nein, ich habe mir dann wirklich gedacht einen kleinen Zwischenschritt zu machen wäre schon toll. Also was tauglich/vertretbares für den Anfänger, an dem ich nach und nach "testen" kann, was meine tatsächliche Leidenschaft an der Astronomie ist.
So wie es aussieht wäre dafür das Newton 6 Zoll und F5 länge, dass ideale Teil. Auch wenn ich den Komfort, einfach mal in die andere Richtung zu schauen ohne das Teleskop in der Halterung drehen zu müssen, dafür aufgeben muss. Aus diesem Grund möchte ich als letztes noch ein 6" Cassegrain wie diesem hier, also Standard ohne Schmidt und Maksutov, in den Raum werfen. Ersten sollte auskühlen für einen Balkongucker (vorerst) nicht das Problem sein und zweitens bin ich jetzt nicht der mal schnell Durchschauer, sondern möchte das schon immer etwas zelebrieren. Nebenbei kann ich beim Cassegrain bequem von hinten reinschauen. Wie gesagt möchte ich vorerst nur besser dran sein als mit meinem 70/900, mehr nicht. spezialisieren kann ich mich ja später noch :).

Mit freundlichen Grüßen

PS: Vom Balkon aus habe ich sehr gut Einblick in den Westen, Süd/Ost und ein bisschen Norden. Ein paar Schritte weiter raus auf das Carport, dort sind nochmals 50qm, kommt Osten dazu. Im Südenwesten ist leider ein Wald, da wird es erst was ab geschätzen 35°.
 
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