blueplanet
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Hallo Jan,
ich hab' meine Bilder, um Unklarheiten zu beseitigen lediglich nocheinmal mit unmissverständlicher Beschriftung eingestellt.
Dein "Zwischenverkleinerungstest" beweist eben nicht, dass dieselbe Bildqualität auch mit f/20 zu erreichen gewesen wäre.
Bei dem f/40-Material wird ja eben > Nyquist gesamplet. Insofern ist es nicht verwunderlich, das ein entsprechend guter Algorithmus aus diesem Material bei Verkleinerung und anschließender Wiedervergrößerung nahezu das Originalbild wiederherstellen kann.
Eigentlich ist das damit nur ein Test der Skalierungssoftware.
Ein Beweis, das dieselbe Bildqualität auch mit f/20 (sampling ~= Nyquist) zu erreichen gewesen wäre, hätte bestanden, wenn das f/20-pics nach Vergrößerung dieselben Details wir das f/40-pic gezeigt hätte.
Nur war dies selbst bei diesem sicher nicht optimalen Test halt nicht der Fall, obwohl wie gesagt die f/20-Aufnahmen wegen der kürzeren Belichtungszeit sogar im Vorteil gewesen wären.
Bzgl. Binning (Hardware/Software) und dann Aufarbeitung: sicher interessanter Ansatz, nur muss sichergestellt sein, dass nicht (evtl. unwissentlich) neue Einflussfaktoren hinzukommen, die das Ergebnis wieder verfälschen (Stichworte:
on-chip-processing, Skalieriungs-Artefakte (z.B. alias, blurring), Resampling-Interpolation, ...).
Gerade auf software-Seite ist es leider oft nicht ersichtlich, nach welchem Algorithmus die Programme genau arbeiten.
Ich bin in erster Linie nicht darauf eingegangen, weil kein direkter Vergleich möglich ist. Eine singuläre Aufnahme für sich sagt in unserem Zusammenhang wenig. Ob diese Aufnahme "beugungsbegrenzt" ist, bzw. alle detektierbaren Details zeigt, läßt sich so nicht entscheiden.
Allein rein rechnerisch jedenfalls knapp nicht:
f/11, H-alpha 656nm, 3,75um-pixel-Cam
=> sampling mit 1,9 pixel/cycle; damit unter Nyquist, das kann der Sensor also gar nicht mehr auflösen
Allerdings ist die Aufnahme aus anderen Gründen interessant:
wegen der Aufnahmewellenlänge und im Kontext mit all Deinen anderen Aufnahmen.
1.Die Aufnahme entstand ganz am roten Ende des Spektrums (656nm), hier liegt bei der gewählten Ankoppelung (f/11, 3,75um-Pixel) das sampling wenigstens noch um die Nyquist-Grenze. Verwendet man dieselbe Ankoppelung auch für die kürzeren Wellenlängen, so landet man immer mehr im undersampling (z.B. für 450nm nur mehr 1,3 Pixel/cycle) und die Auflösung leidet.
Insofern ist es nicht verwunderlich, dass diese monochrome Aufnahme aus Deinem Ensemble scheinbar noch die beste hochauflösende Aufnahme ohne drizzling ist.
Die anderen Aufnahmen haben, soweit ich das sehe, entweder nicht diese Qualität oder wurden mit drizzling und damit auflösungsrekonstruierend erstellt. Eigentlich ein deutlicher Hinweis, dass Du mit Deinem sampling an bzw. unter der Grenze liegst.
2. Würdest Du dagegen die Ankoppelfaktoren für die anderen Wellenlängen ausgehend von Deinem H-alpha-Bild auf ein vergleichbares minimal-sampling von 2 Pixel/cycle umrechnen, dann würdest Du für die höchste zu berücksichtigende Auflösung (den Blaukanal) bei einem Faktor von 4,5-5x (=N/Pixelbreite) landen! Da niemand die Ankopplung zwischen den Farbaufnahmen verändert, wäre dieser
Faktor das Minimum (bei 2 Pixel/cycle) für RGB-Aufnahmen. Würde man die schon genannten weiteren Einflußfaktoren berücksichtigen, so würde sich dieser Faktor eben noch weiter erhöhen.
Für die unterschiedlichen Meinungen in den Ankoppelfaktoren (von N=(ca. 3x bis über 6x Pixelbreite)) sehe ich zwei Hauptgründe:
1. Vernachlässigung bzw. Berücksichtigung der kürzesten Aufnahmewellenlänge beim sampling
2. Vernachlässigung bzw. Berücksichtigung weiterer Einflußfaktoren (Chipraster, Rekonstruktion, ...)
Bei Punkt 1 wundert mich, dass es da noch solche Diskussionen gibt. Eigentlich sollte die Auslegung nach der limitierenden Aufnahmewellenlänge doch selbstverständlich sein. Sogar in der von Gerd für den Amateursektor zitierten Seipschen Formel (N < d_pixel ÷ (0.51 × lambda)) wird das berücksichtigt und ergibt dann z.B. für den limitierenden Blaukanal N ~ 4,5-5x Pixelbreite.
Da es keinen Sinn macht unterhalb der Nyquist-Grenze zu samplen, wenn man an Hochauflösung interessiert ist, halte ich das unter Vernachlässigung von Punkt 2 für das untere, einigermaßen sinnvolle Limit.
Nett formuliert, aber wie oft hast Du "praktische Ergebnisse am Auflösungslimit" mit größerer Öffnung und unterschiedlicher Kamerankoppelung in Form eines aussagekräftigen Vergleichs bisher erzielt?
Obwohl ich sicher bin, dass Dich auch weitere, sehr gute Ergebnisse bei hohen Ankoppelfaktoren nicht überzeugen werden, hierzu noch ein Beispiel:
J.P. Brahic, exzellente H-alpha-Sonnenaufnahmen von z.B. 06/2014
http://jp-brahic.chez-alice.fr/soleiljuin2014.htm
(230mm-Scope, f/22,4, PST-Etalon, B1200, Basler ACA 1300-30GM 3,75um-Pixel, also sampling mit 3,9 Pixel/cycle).
Ciao Werner
ich hab' meine Bilder, um Unklarheiten zu beseitigen lediglich nocheinmal mit unmissverständlicher Beschriftung eingestellt.
Wenn Du Deine oben gezeigte Abbildung einmal probeweise um die Hälfte verkleinerst und anschließend mit dSinc wieder auf den Ausgangsmaßstab vergrößerst, wirst Du auch beim f/40 Bild keine Verschlechterung der Detailzeichnung erkennen. Das bedeutet, Du hättest dieselbe Bildqualität ebenso gut mit f/20 gewinnen können.
Dein "Zwischenverkleinerungstest" beweist eben nicht, dass dieselbe Bildqualität auch mit f/20 zu erreichen gewesen wäre.
Bei dem f/40-Material wird ja eben > Nyquist gesamplet. Insofern ist es nicht verwunderlich, das ein entsprechend guter Algorithmus aus diesem Material bei Verkleinerung und anschließender Wiedervergrößerung nahezu das Originalbild wiederherstellen kann.
Eigentlich ist das damit nur ein Test der Skalierungssoftware.
Ein Beweis, das dieselbe Bildqualität auch mit f/20 (sampling ~= Nyquist) zu erreichen gewesen wäre, hätte bestanden, wenn das f/20-pics nach Vergrößerung dieselben Details wir das f/40-pic gezeigt hätte.
Nur war dies selbst bei diesem sicher nicht optimalen Test halt nicht der Fall, obwohl wie gesagt die f/20-Aufnahmen wegen der kürzeren Belichtungszeit sogar im Vorteil gewesen wären.
Bzgl. Binning (Hardware/Software) und dann Aufarbeitung: sicher interessanter Ansatz, nur muss sichergestellt sein, dass nicht (evtl. unwissentlich) neue Einflussfaktoren hinzukommen, die das Ergebnis wieder verfälschen (Stichworte:
on-chip-processing, Skalieriungs-Artefakte (z.B. alias, blurring), Resampling-Interpolation, ...).
Gerade auf software-Seite ist es leider oft nicht ersichtlich, nach welchem Algorithmus die Programme genau arbeiten.
In meiner letzten Eingabe hatte ich beispielhaft auf eine Jupiteraufnahme hingewiesen, deren Detailzeichnung als weitestgehend
beugungsbegrenzt betrachtet werden kann. Darauf bist Du gar nicht eingegangen.
Ich bin in erster Linie nicht darauf eingegangen, weil kein direkter Vergleich möglich ist. Eine singuläre Aufnahme für sich sagt in unserem Zusammenhang wenig. Ob diese Aufnahme "beugungsbegrenzt" ist, bzw. alle detektierbaren Details zeigt, läßt sich so nicht entscheiden.
Allein rein rechnerisch jedenfalls knapp nicht:
f/11, H-alpha 656nm, 3,75um-pixel-Cam
=> sampling mit 1,9 pixel/cycle; damit unter Nyquist, das kann der Sensor also gar nicht mehr auflösen
Allerdings ist die Aufnahme aus anderen Gründen interessant:
wegen der Aufnahmewellenlänge und im Kontext mit all Deinen anderen Aufnahmen.
1.Die Aufnahme entstand ganz am roten Ende des Spektrums (656nm), hier liegt bei der gewählten Ankoppelung (f/11, 3,75um-Pixel) das sampling wenigstens noch um die Nyquist-Grenze. Verwendet man dieselbe Ankoppelung auch für die kürzeren Wellenlängen, so landet man immer mehr im undersampling (z.B. für 450nm nur mehr 1,3 Pixel/cycle) und die Auflösung leidet.
Insofern ist es nicht verwunderlich, dass diese monochrome Aufnahme aus Deinem Ensemble scheinbar noch die beste hochauflösende Aufnahme ohne drizzling ist.
Die anderen Aufnahmen haben, soweit ich das sehe, entweder nicht diese Qualität oder wurden mit drizzling und damit auflösungsrekonstruierend erstellt. Eigentlich ein deutlicher Hinweis, dass Du mit Deinem sampling an bzw. unter der Grenze liegst.
2. Würdest Du dagegen die Ankoppelfaktoren für die anderen Wellenlängen ausgehend von Deinem H-alpha-Bild auf ein vergleichbares minimal-sampling von 2 Pixel/cycle umrechnen, dann würdest Du für die höchste zu berücksichtigende Auflösung (den Blaukanal) bei einem Faktor von 4,5-5x (=N/Pixelbreite) landen! Da niemand die Ankopplung zwischen den Farbaufnahmen verändert, wäre dieser
Faktor das Minimum (bei 2 Pixel/cycle) für RGB-Aufnahmen. Würde man die schon genannten weiteren Einflußfaktoren berücksichtigen, so würde sich dieser Faktor eben noch weiter erhöhen.
Ich glaube, von dieser Frage sollten wir uns lösen, da sie am Ende meistens nur zu Rechthaberei führt.Wer hat nun Recht?
Für die unterschiedlichen Meinungen in den Ankoppelfaktoren (von N=(ca. 3x bis über 6x Pixelbreite)) sehe ich zwei Hauptgründe:
1. Vernachlässigung bzw. Berücksichtigung der kürzesten Aufnahmewellenlänge beim sampling
2. Vernachlässigung bzw. Berücksichtigung weiterer Einflußfaktoren (Chipraster, Rekonstruktion, ...)
Bei Punkt 1 wundert mich, dass es da noch solche Diskussionen gibt. Eigentlich sollte die Auslegung nach der limitierenden Aufnahmewellenlänge doch selbstverständlich sein. Sogar in der von Gerd für den Amateursektor zitierten Seipschen Formel (N < d_pixel ÷ (0.51 × lambda)) wird das berücksichtigt und ergibt dann z.B. für den limitierenden Blaukanal N ~ 4,5-5x Pixelbreite.
Da es keinen Sinn macht unterhalb der Nyquist-Grenze zu samplen, wenn man an Hochauflösung interessiert ist, halte ich das unter Vernachlässigung von Punkt 2 für das untere, einigermaßen sinnvolle Limit.
Möglicherweise haben ja alle mehr oder weniger Recht, und wir sollten versuchen herauszufinden, wie sich die Vorteile der
unterschiedlichen Kameraankopplungen in praktischen Ergebnissen niederschlagen.
Die praktischen Ergebnnisse sollten dann aber auch wirklich am Auflösungslimit der betreffenden Optik gewonnen worden sein.
Nett formuliert, aber wie oft hast Du "praktische Ergebnisse am Auflösungslimit" mit größerer Öffnung und unterschiedlicher Kamerankoppelung in Form eines aussagekräftigen Vergleichs bisher erzielt?
Obwohl ich sicher bin, dass Dich auch weitere, sehr gute Ergebnisse bei hohen Ankoppelfaktoren nicht überzeugen werden, hierzu noch ein Beispiel:
J.P. Brahic, exzellente H-alpha-Sonnenaufnahmen von z.B. 06/2014
http://jp-brahic.chez-alice.fr/soleiljuin2014.htm
(230mm-Scope, f/22,4, PST-Etalon, B1200, Basler ACA 1300-30GM 3,75um-Pixel, also sampling mit 3,9 Pixel/cycle).
Ciao Werner