Hallo,
die visuelle Bildhelligkeit wird bestimmt durch die Austrittspupille, die errechnet sich aus
Okularbrennweite * Öffnungsverhältnis
also z.B. 30mm Okular an f/6 ergibt 30 * 1/6 = 5mm
An unterschiedlichen Teleskopen ist bei gleicher Austrittspupille das Bild gleich hell, allerdings verschieden groß.
Noch ein Satz zur weiteren Verwirrung: heller als mit bloßem Auge wirds nicht, da die Augenpupille nicht beliebig groß werden kann (je nach Alter max. 7mm). Also das Bild des Orionnebels mit einer 80/480 Optik und 42mm Okular ist genauso hell, wie mit einem 200/1200 Teleskop und dem gleichen Oku und das ist ebenso hell, wie mit bloßem Auge (7mm Pupillenöfnung vorausgesetzt).
Um noch weitere Verwirrung zu stiften: das oben gesagte gilt nur für flächige Objekte, nicht für punktförmige! Da zählt auch die Öffnung, also bei gleicher AP siehst du mit größerer Öffnung mehr Sterne.
Einen hab ich noch: Bei sehr kleinen flächigen Objekten (z.B. Fuzzel-Galaxien in einem Galaxienhaufen), muss man höher vergrößern um sie überhaupt zu sehen. Hier kommt es darauf an, dass eine gewisse Fläche im Auge "beleuchtet" wird, also eine gewisse Mindestmenge an Rezeptoren erreicht wird.
Vielleicht noch einen: Für die Wahrnehmung ist auch der Kontrast entscheidend, deshalb funktionieren Nebelfilter. Es gibt eine optimale Vergrößerung, bei der der Himmelshintergrund so weit abgedunkelt wird, dass er unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Auges liegt und deshalb das Objekt am einfachsten wahrnehmbar ist, siehe hier:
http://www.bbastrodesigns.com/visual.html
Zitat von JensStark:
Dann wäre ja eigentlich eine längere Brennweite bei gleicher Öffnung sinnvoll... (Bis hin zu gewissen baulichen Grenzen.)
Die bauliche Grenzen liegen auch bei den Okularen und dem Okularauszug, bei einem 300/3000 SC bräuchtest du ein 70mm Okular, um auf die max. AP zu kommen. Hier ist der Durchmesser des Okularauszugs der begrenzende Faktor: ein 70mm 2" Okular würde einen heftigen Tunnelblick haben.