Ja, die Bilder sind mit EAA entstanden
Hallo,
naja... Unter EAA versteht man eigentlich Echtzeit-Videografie, d. h. Bilder, die in ein paar Sekunden bis höchstens einigen wenigen Minuten am Bildschirm erscheinen und dort sofort und ohne große Bearbeitung, also quasi live betrachtet werden.
Es gibt zwar keine genauen quantitativen Kriterien, bis zu welcher Belichtung und welchem Aufwand man noch von EAA sprechen kann... Aber wenn dann, wie hier, stundenlang belichtete Aufnahmen präsentiert werden, die per Rechner zusammengestackt sind, die dort außerdem mit Darks und Flats korrigiert wurden und bei denen mit Stretching nachgeholfen wurde, finde ich die Bezeichnung EAA für diesen Aufwand unangemessen und irreführend.
Für meine Begriffe ist das bereits Astrofotografie und hat
mit elektronisch unterstützter Live-Beobachtung schon nichts mehr zu tun. Denn solche Resultate werden einem nicht mir nichts Dir nichts in kürzester Zeit einfach so "live" auf den Monitor gezaubert. Daher sollte man seine fotografischen Ergebnisse auch nicht so verkaufen und damit womöglich falsche Erwartungen wecken. Wirkt auf mich immer ein bisschen wie Etikettenschwindel, wozu die fließenden Grenzen leider verständlicherweise verleiten. Aber nix für ungut. Solange keine Komission etwas definiert und die Bildverarbeitung immer schneller wird, bleibt die Frage Astrofoto oder EAA Ansichtssache.
Also Kontrast und Schärfe fällt bei 39% Obstruktion weitestgehend weg, sehe es wie ein 90mm Gerät, viel mehr als 150x wirst du dem C6 nicht mit gutem Bildeindruck entlocken können.
Das ist so nicht ganz richtig, der 1,25" Okularanschluss hat natürlich 31,8mm, aber nach wenigen cm schließt sich das lange interne Blendrohr an, was weit in den Tubus ragt, dieses hat dann beim C6 sogar nur 26mm (hab grad nochmal einen C6 Besitzer gebeten nachzumessen) Mehr als typische 1,25" Feldblenden kann man also nur unter deutlicher Vignettierung nutzen.
Auch das beides ist so nicht ganz richtig.
Erstens hast Du die Obstruktionen der SCs durch schräge Beleuchtung falsch gemessen (wie schon mal erläutert) und das C6 hat "nur" 37% Obstruktion, wie von Celestron korrekt angegeben. Die Kontrastwiedergabe bei den XLT Versionen ähnelt daher knapp einem 4 Zöller und rund 200fach sind problemlos möglich, unter sehr guten Bedingungen sogar etwas mehr.
Zweitens ist der Verlauf der Vignettierung visuell derart unkritisch, dass man im entsprechenden Abstand (2Zoll Spiegel) auch mit einer 2-Zoll Feldblende noch problemlos beobachten kann. Es gibt dort keine scharfe oder unscharf einsetzende Abschattung durch das Blendrohr irgendwo in der Gegend von 26mm Bildkreis, wie man annehmen könnte. Sondern die Ausleuchtung nimmt bei einem SC aufgrund der speziellen Strahlführung homogen zum Rand hin ab, was dem Auge ohne direkten Vergleich aber selbst mit maximaler 2-Zoll Feldblende (d.h. ca. 46mm), die im passenden Abstand einwandfrei scharf schwarz abgegrenzt gesehen wird, noch kaum auffällt. Erst im genauen direkten Vergleich mit einem anderen gleich vergrößernden optischen System unter gleichem subjektivem Sehwinkel fehlen zum Rand hin dann die Sterne der schwächsten Größenordnungen, weil sie runtergedimmt werden.
Gruß,
Mathias