Hoschie
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich habe mich noch nie näher mit dem Guiding auseinandergesetzt, und bin entsprechend aufgeschmissen. Meine Kollegen guiden alle über MGEN oder garnicht, ich bin der einzige hier der über PHD2 guidet. Schon letztes Jahr habe ich beobachtet, dass es häufiger zu größeren Ausschlägen in meinen RA/DEC Korrekturen kommt. Ich dachte zuerst an einen periodischen Schneckenfehler, und hatte damals eine Frequenzanalyse gemacht (womit, weiss ich nicht mehr), aber es kam nichts eindeutiges dabei heraus. Während der langen winterlichen Durststrecke ist mir das Thema dann wieder in Vergessenheit geraten. Ende Februar habe ich dann mehrere Nächte lang Aufnahmen gemacht, und bin dabei wieder über das Problem gestolpert.
Mein Normales Setup besteht aus einem 910mm Refraktor auf einer EQ8, mit einem 500mm Leitrohr und einer QHY 5LII (3.75 µ Pixel) zum Guiden via PHD2. Ich nutze bisher ST-4 guiding. Pulse Guiding sollte ich mal etablieren, das weiss ich und ist auch geplant. Ich habe irgendwann mal in PHD2 Setup die Pixelgrößen und Brennweiten eingetragen, aber mich nie näher damit beschäftigt, da ich Anfangs häufig Probleme mit Softwareabstürzen hatte (das ließ sich durch den Kauf eines gepowerten USB-Switches beheben).
Ich fange immer mit der Aufnahmekamera an, in 5°C-Schritten herunterzukühlen und mache ein 1-Star Alignment. Dann fahre ich zum Objekt, fokussiere und frame grob. Anschließend stelle ich die Guidingkamera scharf, Kalibriere das Guiding, und starte die Nachführung. Zuletzt überprüfe ich das Framing und stelle es ggf. nach (an besagtem Tag setzte ich eine Aufnahmeserie fort). In der angehängten Logdatei habe ich dann nochmal einen neuen Leitstern ausgewählt und ohne Rekalibration das Guiding gestartet (Log Section 3).
Bereits in Log Section 3 erkennt man bei den letzten beiden Frames ab 20:44 diese unglaublichen Ausreisser in RA.
Ich habe dann abgebrochen und das Setup geswitcht (Guiding ab jetzt über 910mm Refraktor), und PHD2 auf einen anderen Stern kalibriert (guidelog 5). Anderes Motiv. Die Brennweite hatte ich in PHD-Settings nicht geändert. In Guidelog 6 sieht man dann durchweg schlimme Ausreisser. Ich habe dann im laufenden Betrieb die richtige Brennweite eingetragen, wahrscheinlich hätte ich stoppen und rekalibrieren müssen, um sie zu übernehmen. Ich habe auch während der Aufnahmen versucht, das Guiding durch planloses Ändern der Guidingparameter zu verbessern (hat nicht geklappt). Die Aufnahmen sind übrigens für die Tonne - sehr längliche Sterne - obwohl die Aufnahmebrennweite (500x0.79 mm) weniger als halb so lang wie die Guidingbrennweite (910 mm) war.
An der falsch eingetragenen Brennweite alleine kann es aber nicht gelegen haben, in Log Section 3 sind die Ausreisser ja bereits vorhanden. Zuträglich war es sicherlich nicht, und durch die lange Brennweite wird das System natürlich empfindlicher gegen Störungen jeder Art.
Nochmal kurz zusammengefasst - Pixelgröße immer 3.75 µm (QHY 5L-IIm) - EQ8 ST4-guiding:
Log Section ... Brennweite Leitrohr [mm]
1 ... 500
2 ... 500
3 ... 500
4 ... 910
5 ... 910
6 ... 910
Dropbox-Link zu den Logdateien
Ich bin übrigens der Meinung, mit meiner HEQ-5 habe ich solche Ausreisser nicht. Wäre spitze, wenn sich das mal Jemand ansehen könnte, das würde mir wahrscheinlich echt sehr weiterhelfen!
Vielen Dank und clear Skies!
Hoschie
ich habe mich noch nie näher mit dem Guiding auseinandergesetzt, und bin entsprechend aufgeschmissen. Meine Kollegen guiden alle über MGEN oder garnicht, ich bin der einzige hier der über PHD2 guidet. Schon letztes Jahr habe ich beobachtet, dass es häufiger zu größeren Ausschlägen in meinen RA/DEC Korrekturen kommt. Ich dachte zuerst an einen periodischen Schneckenfehler, und hatte damals eine Frequenzanalyse gemacht (womit, weiss ich nicht mehr), aber es kam nichts eindeutiges dabei heraus. Während der langen winterlichen Durststrecke ist mir das Thema dann wieder in Vergessenheit geraten. Ende Februar habe ich dann mehrere Nächte lang Aufnahmen gemacht, und bin dabei wieder über das Problem gestolpert.
Mein Normales Setup besteht aus einem 910mm Refraktor auf einer EQ8, mit einem 500mm Leitrohr und einer QHY 5LII (3.75 µ Pixel) zum Guiden via PHD2. Ich nutze bisher ST-4 guiding. Pulse Guiding sollte ich mal etablieren, das weiss ich und ist auch geplant. Ich habe irgendwann mal in PHD2 Setup die Pixelgrößen und Brennweiten eingetragen, aber mich nie näher damit beschäftigt, da ich Anfangs häufig Probleme mit Softwareabstürzen hatte (das ließ sich durch den Kauf eines gepowerten USB-Switches beheben).
Ich fange immer mit der Aufnahmekamera an, in 5°C-Schritten herunterzukühlen und mache ein 1-Star Alignment. Dann fahre ich zum Objekt, fokussiere und frame grob. Anschließend stelle ich die Guidingkamera scharf, Kalibriere das Guiding, und starte die Nachführung. Zuletzt überprüfe ich das Framing und stelle es ggf. nach (an besagtem Tag setzte ich eine Aufnahmeserie fort). In der angehängten Logdatei habe ich dann nochmal einen neuen Leitstern ausgewählt und ohne Rekalibration das Guiding gestartet (Log Section 3).
Bereits in Log Section 3 erkennt man bei den letzten beiden Frames ab 20:44 diese unglaublichen Ausreisser in RA.
Ich habe dann abgebrochen und das Setup geswitcht (Guiding ab jetzt über 910mm Refraktor), und PHD2 auf einen anderen Stern kalibriert (guidelog 5). Anderes Motiv. Die Brennweite hatte ich in PHD-Settings nicht geändert. In Guidelog 6 sieht man dann durchweg schlimme Ausreisser. Ich habe dann im laufenden Betrieb die richtige Brennweite eingetragen, wahrscheinlich hätte ich stoppen und rekalibrieren müssen, um sie zu übernehmen. Ich habe auch während der Aufnahmen versucht, das Guiding durch planloses Ändern der Guidingparameter zu verbessern (hat nicht geklappt). Die Aufnahmen sind übrigens für die Tonne - sehr längliche Sterne - obwohl die Aufnahmebrennweite (500x0.79 mm) weniger als halb so lang wie die Guidingbrennweite (910 mm) war.
An der falsch eingetragenen Brennweite alleine kann es aber nicht gelegen haben, in Log Section 3 sind die Ausreisser ja bereits vorhanden. Zuträglich war es sicherlich nicht, und durch die lange Brennweite wird das System natürlich empfindlicher gegen Störungen jeder Art.
Nochmal kurz zusammengefasst - Pixelgröße immer 3.75 µm (QHY 5L-IIm) - EQ8 ST4-guiding:
Log Section ... Brennweite Leitrohr [mm]
1 ... 500
2 ... 500
3 ... 500
4 ... 910
5 ... 910
6 ... 910
Dropbox-Link zu den Logdateien
Ich bin übrigens der Meinung, mit meiner HEQ-5 habe ich solche Ausreisser nicht. Wäre spitze, wenn sich das mal Jemand ansehen könnte, das würde mir wahrscheinlich echt sehr weiterhelfen!
Vielen Dank und clear Skies!
Hoschie
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