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Ich liege mit meinem frisch gekauften 10x50-Minolta-Fernglas im Bett und schaue durch den schmalen Winkel zwischen Wand und geöffnetem Fenster nach oben ins All. Der große Bär steht hoch und eine unglaubliche Anzahl an Sternen in weitem Feld funkeln in meinen Augen. Ich stolpere über eine Galaxie – es muss wohl M 102 gewesen sein... Ich schwenke freudig quer über den schmalen erreichbaren Himmelsausschnitt – fast im Zenit. Ich stolpere über enge Grüppchen von unbekannten Sternen und kleine neblige Fitzel, die mir in ihrer Art und Gestalt noch unbekannt sind. Was für eine neue Welt!
Knapp 20 Jahre später - Neujahr 2019. Während ich gemütlich Fernsehen schau in der Heimat bei Berlin vertrete ich mir die Beine und schau aus meinem alten Kinderzimmerfenster. Sterne! Zurück zum Laptop und sat24 geprüft: eine schmale Wolkenlücke – juhu! Allerdings zieht diese sehr schnell voran. Rausfahren? In 15 Minuten könnte es wieder bewölkt sein...
Ich entschließe mich tatsächlich, stattdessen den 72er Refraktor am Fenster aufzubauen. Die Plejaden stehen in erreichbarer Position und das wäre immerhin etwas Sternenlicht zum neuen Jahr. Genau genommen – das erste meines Heimaturlaubs!
So ist mein Refraktor binnen Sekunden an dem Fenster aufgebaut, an welchem ich meine ersten astronomischen Beobachtungen gemacht habe.
Das Rauschen des stürmischen Windes, der mir noch 2 h zuvor den Regen beim Heimatspaziergang entgegengepeitscht hat, dringt zum offenen Fenster herein, die Bäume im Innenhof rascheln. Die Plejaden sind schnell eingestellt im 13er Ethos. Die Sterne pulsieren – weil es draußen viel kälter ist oder wegen schlechtem Seeing generell? Ich weiß es nicht. Zumindest ist es mit 5 Grad plus nicht sonderlich kalt draußen.
Immer wieder huschen Wolken durch das Sehfeld. In klaren Momenten jedoch meine ich sogar, den Merope-Nebel zu sehen. Mitten aus der 13000-Seelen-Kleinstadt am Rande Berlins. Das Stativ steht auf engestem Raum zwischen Schreibtisch und Schrank und dicht am Fenster, ich stütze mich auf den Schreibttisch beim Schauen durchs Okular. Mal was anderes...aber gemütlich. Ein Flugzeug fliegt dicht an den Plejaden vorbei durchs Sehfeld. Ich wechsle auf das 26er Nagler-Okular. Mit 4,7 Grad Sehfeld ist der Haufen schön umrahmt vom restlichen All. Das Wechselspiel von komplettem Grau im Okular und urplötzlich freiziehendem klarstem Himmel, auf dessen fast schwarzem Hintergrund mich die hellen Sterne der Plejaden anfunkeln, fasziniert mich. Es erinnert mich an Ansichten des Mondes, der mysteriös in Teilen hinter Wolken liegt und Wolkenschwaden davor entlangziehen. Helle Objekte und schnell durchziehende Wolken haben eine ganz eigene Faszination finde ich.
Das ist Leben, das ist Live-Beobachtung. Und dieses einfache Erlebnis am Ort meiner ersten Deepsky-Gehversuche...
... erfreut mich gerade genauso, wie eine Nacht auf dem Berg unter Alpenhimmel...
In diesem Sinne - Clear Skies für 2019!
Norman
Knapp 20 Jahre später - Neujahr 2019. Während ich gemütlich Fernsehen schau in der Heimat bei Berlin vertrete ich mir die Beine und schau aus meinem alten Kinderzimmerfenster. Sterne! Zurück zum Laptop und sat24 geprüft: eine schmale Wolkenlücke – juhu! Allerdings zieht diese sehr schnell voran. Rausfahren? In 15 Minuten könnte es wieder bewölkt sein...
Ich entschließe mich tatsächlich, stattdessen den 72er Refraktor am Fenster aufzubauen. Die Plejaden stehen in erreichbarer Position und das wäre immerhin etwas Sternenlicht zum neuen Jahr. Genau genommen – das erste meines Heimaturlaubs!
So ist mein Refraktor binnen Sekunden an dem Fenster aufgebaut, an welchem ich meine ersten astronomischen Beobachtungen gemacht habe.
Das Rauschen des stürmischen Windes, der mir noch 2 h zuvor den Regen beim Heimatspaziergang entgegengepeitscht hat, dringt zum offenen Fenster herein, die Bäume im Innenhof rascheln. Die Plejaden sind schnell eingestellt im 13er Ethos. Die Sterne pulsieren – weil es draußen viel kälter ist oder wegen schlechtem Seeing generell? Ich weiß es nicht. Zumindest ist es mit 5 Grad plus nicht sonderlich kalt draußen.
Immer wieder huschen Wolken durch das Sehfeld. In klaren Momenten jedoch meine ich sogar, den Merope-Nebel zu sehen. Mitten aus der 13000-Seelen-Kleinstadt am Rande Berlins. Das Stativ steht auf engestem Raum zwischen Schreibtisch und Schrank und dicht am Fenster, ich stütze mich auf den Schreibttisch beim Schauen durchs Okular. Mal was anderes...aber gemütlich. Ein Flugzeug fliegt dicht an den Plejaden vorbei durchs Sehfeld. Ich wechsle auf das 26er Nagler-Okular. Mit 4,7 Grad Sehfeld ist der Haufen schön umrahmt vom restlichen All. Das Wechselspiel von komplettem Grau im Okular und urplötzlich freiziehendem klarstem Himmel, auf dessen fast schwarzem Hintergrund mich die hellen Sterne der Plejaden anfunkeln, fasziniert mich. Es erinnert mich an Ansichten des Mondes, der mysteriös in Teilen hinter Wolken liegt und Wolkenschwaden davor entlangziehen. Helle Objekte und schnell durchziehende Wolken haben eine ganz eigene Faszination finde ich.
Das ist Leben, das ist Live-Beobachtung. Und dieses einfache Erlebnis am Ort meiner ersten Deepsky-Gehversuche...
... erfreut mich gerade genauso, wie eine Nacht auf dem Berg unter Alpenhimmel...
In diesem Sinne - Clear Skies für 2019!
Norman