Fernglas für Kind

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Flexo
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

.....und man sollte beim Thema Sonne überhaupt Extremst Vorsichtig sein ; man sieht ja hier die Diskussion auch beim Herschelkeil bzw. überhaupt : zusätzlicher Einsatz
IR-Cut Filter vorsichtshalber ,
seinen Augen zuliebe immer besser alles zu tun (bzw. zu vermeiden )
der sehr Ironische Witz :
man hat nur zweimal die Möglichkeit
dann gibts "Deep-Sky" für Ewig......
(bitte nicht falsch von der Seite der Deep-Sky Beobachter ,
sind wir ja auch , verstehn , smile )
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Es ist längst alles Nötige gesagt. Wer weiter glauben will, dass jeder, der schon mal in einen Sonnenuntergang oder -aufgang geblickt hat, in Sekundenbruchteilen erblindet, wenn er es wagt, dasselbe auch nur kurz mit einem Fernglas zu tun, der soll halt dabei bleiben; der Irrtum schadet ja nicht. Optik und Sinnesphysiologie scheren sich aber einen Teufel um falsche Ansichten oder Märchen.

Hier wird leider allmählich soviel Käse verzapft, und sei es auch noch so wohlmeinend, dass es mir völlig sinnlos erscheint, immer wieder von Neuem auf die Gemengelage einzugehen. Auch das scheinheilige Getue, man wäre ja eigentlich froh, dass das Thema durch wäre, nur um es dann verleumderisch wieder anzufachen, ist vom Übel. Unterstellungen, Verdrehungen, Pauschalisierungen, absichtliche Missverständnisse, Auslassungen, Übertreibungen usw. sind die von einigen offenbar durchaus erwünschte Folge. Ich hatte vergeblich gehofft, eine sachliche ruhige Erörterung unter Erwachsenen wäre möglich. Aber inzwischen gleicht das Ganze eher einem aufgeregten Hühnerhaufen und so eine Kakophonie höre ich mir nicht weiter an.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Hallo miteinander,


ich habe einen Artikel Gefährliche Sonnenbeobachtung! hier auf Astronomie.de gefunden. Vielleicht handelt es sich ja sogar um den oben genannten Vorfall.



Viele Grüße,
Christian
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Diese Geschichte kann sich m.E. nicht ganz so abgespielt haben, wie der Autor sie beschreibt. Wenn nämlich nur eine Sucherabdeckung gefehlt hätte, das Sucherfernrohr aus Objektiv und Okular aber ansonsten intakt war, wie soll diese Anordnung dann in einem Sekundenbruchteil ein, wörtlich laut Augenarzt, winziges Loch in die Netzhaut brennen können, wenn die Sonne doch von einem intakten Fernrohr erstens flächig vergrößert auf der Netzhaut dargestellt wird und zweitens der Autor gemäß seiner Beschreibung auch gar nicht mit seiner Pupille direkt in der AP am Sucher war, sondern beim Aufblicken aus dem Binoansatz sein Auge um einiges weiter davon entfernt hinter dem Sucher gelegen haben muss?

Ich würde vermuten, dass da leider etwas anderes passiert ist, wovor ich weiter vorne im Thread ausdrücklich gewarnt habe: die Sucherabdeckung war womöglich samt Okular herausgerutscht, und der Autor hat beim Aufblicken versehentlich allein durch das Sucherobjektiv geschaut oder am schief in der Okularfassung steckenden Okular vorbei ins Objektiv, da reicht ja schon ein schmaler Spalt. Das ist allerdings fatal, denn dann kann die volle Brennkraft wirksam werden, und in der Tat in Sekundenbruchteilen ein kleines Loch in die Netzhaut brennen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

hallo Christian ,

Danke , ja stimmt hatte ich auch hier gelesen ,
könnte genau der Artikel gewesen sein der auch in Sterne und Weltraum erschienen war ,
also ich für meinen teil , ich weiss genau was ich zu tun oder zu lassen habe ,
und meine dieser Artikel ist auch eine dringlichste Ermahnung
für jeden der sich mit dem Thema beschäftigt (beschäftigen muss , denn seine Augengesundheit hat man nur zweimal zur Verfügung.. )
jeder Erwachsene muss wissen was er selber meint tun zu können ,aber man sollte darauf unbedingt Interessierte und überhaupt darauf hinweisen
und bei Kindern , die es nicht wissen können -ist nochmals
die Verantwortung gross wie sie nicht grösser sein könnte .
-und überhaupt in dem Sinn der alte Spruch, Vorsicht ist unbedingt besser als irgendeine Nachsicht ,meine Meinung
Schöne Grüße und CS Hans
P.S. auch der Verfasser des Artikels ist zum Glück nicht erblindet , hat aber Schaden für sein ganzes Leben davon getragen , von irgendwelchen evtl. nicht sofort sichtbaren
Einwirkungen später evntl. mal abgesehen
natürlich ist sicher jeder mit blossem Auge mal an der Sonne
vorbei "gestriffen" , aus Versehen - selbst da ist der Lidschlusseffekt nicht schnell genug , natürlich erblindet man da nicht , aber man sollte es vermeiden -fast jeder kennt sicherlich die längere Blendnachwirkung
aber hier geht es ja sogar um optische Hilfsmittel ,und da
wird es dann wohl engültig sehr prekär, gefährlich
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Hallo miteinander


nun, leider sind entsprechende Gefahrensituationen durch versehentliche oder beabsichtigte ungeschützte Sonnenbeobachtung so unterschiedlich und komplex, dass man nicht ein Modell für alle Situationen finden kann, um wirklich garantieren zu können, dass nichts passiert. Wenn man also für alle möglichen Situationen eine, und nur eine, Aussage und dementsprechend genau eine Empfehlung treffen will, so muss man den schlimmstmöglichen Fall betrachten, der alle anderen Fälle als Unterereignisse enthält. Ein denkbarer Extremfall wäre beispielsweise die Sonne in der Sahara fast direkt im Zenit bei absolut klarer Luft. Nun kann man sich leicht vorstellen, dass man in dieser Situation nicht mal mit dem bloßen Auge in die Sonne schauen sollte also entsprechend erst recht nicht mit einer Optik, welche die Lichtintensität der Sonne ja sogar noch erhöht. Da man nie weiß, wer wo unter welchen Bedingungen was macht, muss man also die Warnung aussprechen, niemals mit einem optisch vergrößernden Instrument ohne geeignete Schutzmaßnahmen direkt in die Sonne zu schauen.



Gruß
Christian
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

.......
und selbst jeder Hersteller , der mit Sonnenbeobachtung zu tun hat , abgesehen von allen möglichen Artikeln , selbst ein Augenarzt hatte mal irgendwo dazu sehr ausführlich geschrieben gewarnt , weiss aber nicht mehr wo ,
warnt selbst in Zusammnenhang mit "nur" Sonnenfinsternisbrillen davor , mit blossem Auge auch Nicht nur kurz in die Sonne zu schauen ,
(und bestimmt nicht deshalb um seine kaum teuren Brillen zu verkaufen )
diese Warnung kann man auch so überall lesen ,nachlesen ,
wie geschrieben mal abgesehen von dann den vergrössernden lichtsammelnden Hilfsmitteln erst ,wie auch Christian nochmal schreibt , sehr komplex das Ganze , aber die Quintessenz : grundsätzliche Warnung denke ich muss so ausgesprochen werden Gruß Hans
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Hallo miteinander

von anderer Stelle habe ich den Tipp bekommen, folgendes zu betrachten, vor allem in Bezug auf die Aurgumentation von Mathias (konfokal): Die Augenlinse wirkt bündelnd. Siehe: Gefährdung des Auges - Seite 9. Das Auge (Abbildung 2) besitzt die Eigenschaft, Licht – also Strahlung im sichtbaren Bereich – stark zu bündeln. Durch den Linseneffekt des Auges wird die Leistungsdichte auf dem Weg von der Hornhaut zur Netzhaut bis zu etwa 100 000fach verstärkt.

Die Info wurde auch in dem von Markus verklinkten Aritkel ergänzt, weil der sich ja auch auf diesen Thread bezieht.



Viele Grüße,
Christian
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Zitat von konfokal:
Eines noch. Ich habe in den letzten Tagen tatsächlich versucht, mein Digitalthermometer in der sonnendurchfluteten AP verschiedener Ferngläser aufzuheizen. Vorläufig ist es mir nicht gelungen, dabei mehr als max. 3° Grad Temperaturunterschied zu erzeugen. Weil ich aber die Gläser im Inneren, in der Zwischenbildebene, wo es wirklich extrem heiß wird, nicht durch Überhitzen beschädigen wollte, habe ich nach wenigen Minuten abgebrochen. Auch das bestätigt, dass in den Sekundenbruchteilen einer versehentlichen kurzen Fernglas-Blendung die Wärmebelastung für das Auge kaum gefährlich sein kann.
Und damit beweist du, dass einer Brille oder Kontaktlinse nichts passiert, sehr gut.

Dann schau dir doch mal den Strahlengang im Auge an: Da kommt eine Linse, die das Licht bündelt, sodass auf deiner Netzhaut ein umgedrehtes Bild entsteht. Siehe da: Im Auge gibt es einen Brennpunkt. Und die Augenflüssigkeit bzw. der Glaskörper ist kein reines Wasser (oder gar nur Luft wie im Fernglas), sondern enthält auch Kollagen, also ein Fasergewebe - das es nicht so toll findet, erwärmt zu werden.

Schau mal nach, bei welchen Temperaturen Proteine zu denaturieren anfangen (und das heißt nicht, dass sie zerfallen, sondern dass sie funktionsuntüchtig werden, da sich die Faltung verändert). Und warum z.B. hohes Fieber ein Problem ist.

Bleibende Augenschäden sind nicht unbedingt mit Verbrennungen auf der Naetzhaut gleichzusetzen, da langt schon weniger. Such auch mal nach Mouches volantes und anderen Glaskörpertrübungen.

Du hast im Auge keine Schmerzrezeptoren, die vor zu viel UV oder sonstwas warnen.

Beste Grüße,
Alex
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

hallo zusammen ,

schliesse mich auch nochmals unbedingt an ,
genau das muss man natürlich auch noch bedenken -
auch bei nicht sofort spürbarer Schädigung kann es
wohl nach Jahren zu dann auftretenden Schädigungen kommen...
auch das habe ich schon irgendwo gelesen ,
von einem Passionierten Sonnenbeobachter , der eine bestimmte
Schädigung seinem langjährigen Sonnen-beobachten zuschreibt ,
als noch nicht über ganz spezielle Filterung von bestimmten Wellenlängen so nachgedacht, diskutiert , wurde
-man kann einfach nicht Vorsichtig genug sein
Schöne Grüße Hans

 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Zitat von Christian_P:
Das Auge... besitzt die Eigenschaft, Licht – also Strahlung im sichtbaren Bereich – stark zu bündeln. Durch den Linseneffekt des Auges wird die Leistungsdichte auf dem Weg von der Hornhaut zur Netzhaut bis zu etwa 100 000fach verstärkt.
Zitat von Kerste:
Siehe da: Im Auge gibt es einen Brennpunkt...

Aha, das Auge bündelt Licht und hat einen Brennpunkt - was ihr nicht sagt, das sind ja ungeheure Neuigkeiten! Tolle Tipps, die ihr da bekommt! Und dann hat's da auch noch Proteine, die bei höherer Temperatur denaturieren können... usw. usw. Ja und??? Mal im Ernst, was soll das? Hab ich irgendetwas in dieser Richtung hier irgendwo bestritten? Abgesehen davon, dass die meisten sowas seit Schulzeiten noch im Hinterkopf haben werden, muß man sich ja immer fragen, was von irgendwelchen Informationsbruchstücken im hier disutierten Zusammenhang wie stark relevant ist und was nicht.

Bevor man Euch nun zum wiederholten mal erklären muss, wo der immerselbe Gedankenfehler steckt, dürft Ihr jetzt mal anhand folgender Frage versuchen, ihm selber auf die Spur zu kommen: Es gibt Leute, die sind weitsichtig und müssen sich, um scharf zu sehen, bekanntlich SAMMEL-Linsen vor die Augen setzen. (Vielleicht sogar manche von denen, die sich hier so erregen.) Wie das Auge auch, bündelt so eine Linse das Licht. Da das Auge bei wenigen Millimetern Pupillendurchmesser die Leistungsdichte schon hunderttausendfach erhöht, wie ihr zu bedenken gebt, bündelt eine Brillen-Sammellinsen mit ihrer mehr als 10mal größeren Fläche die Leistungsdichte ja noch viel stärker, millionen- oder einige millionenfach. (Weshalb man damit ja auch Papier anzünden kann).

Müßten dann nach Euren (falschen) Vorstellungen die Augen von Weitsichtigen nicht sofort in Flammen aufgehen, sobald diese nur mal zufällig mit ihrer Brille kurz in die Sonne blinzeln?

Und wie stark erhöht eigentlich Eurer Meinung nach im Vergleich zum Auge (oder zu einer Brillensammellinse) ein sagen wir 8x-Fernglas die Leistungsdichte in der AP? Vielleicht fällt ja der Groschen, wenn ihr diese Zahlen mal vergleicht...?!

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Hi!

Eine Brille hat die selbe lichtsammelnde Öffnung wie eine Kontaktlinse, da geht's ja nicht um Lichtsammeln, sondern um den Lichtweg korrigieren. Das Licht wird weiterhin nur von der Pupille gesammelt. Bei einer Brille beleuchtet der größte Teil der Lichtstrahlen nur Auge und Gesicht und ist da, damit du auch dann scharf siehst, wenn du die Augen zur Seite drehst, ohne den Kopf zu drehen. Da wird nicht alles Licht in die Pupille gelenkt. Der Brennpunkt hat ein bisschen mehr Abstand zum Brillenglas als das Auge... 2 Dioptrien entsprechen 0,5 Brennweite.

Beim Teleskop wird alles Licht in die Pupille gelenkt. Dass es schon durch das parallele Licht etwas wärmer wird, hast du ja selbst gemessen. Und das üble ist, dass Augenschäden ja nicht bedeutet, dass das Auge in Flammen aufgeht, sondern ein paar Grad schon einen Unterschied machen - auch, weil sich Schäden aufaddieren können und anders als die Haut bei einem Sonnenbrand nicht repariert werden kann. Mit anderen Worten: Gut möglich, das sich eine Schädigung erst später oder nach der Einwirkung weiterer, für sich genommen harmloser Dosen bemerkbar macht. Von Glaskörpertrübungen bis Brandflecken ist's ein weites Feld; ich rate niemandem, da ein Risiko einzugehen. Mouches volantes sammeln sich so schon genug an, kein Grund, den Prozess noch zu beschleunigen.

Und ja, man kann auch mit der Hand kurz durch eine Kerzenflamme streichen oder eine gewisse Dosis radioaktiver Strahlung abkriegen (im Flieger ist die Strahlungsbelastung ja auch größer als am Boden), und oft stirbt man eines natürlichen Todes, bevor sich die Auswirkungen bemerkbar machen. Da rate ich aber trotzdem keinem dazu - irgendwer übertreibt es dann (Aber ich hab's doch im Internet gelesen!), und dann ist das Geschrei groß.

Beste Grüße,
Alex
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Hallo.

Hier geht es doch darum, was sich wie an der Bündelsungskraft ändert, wenn ich ein Fernglas dem natürlichen Strahlengang des Auges vorsetze. Wie hoch die Bündelungskraft des Auges alleine ist, ist dabei zunächst irrelvant, es geht doch nur um den Unterschied, die Art und Weise wo und wie stark ein Fernglas dieses Bündelungsverhalten beeinflußt. Also, wie ist das im Vergleich, wo und wie stark bündelt ein Fernglas das Licht, und wo und wie stark das Auge?

Das Auge bündelt auf die Netzhaut und erhöht dabei die Leucht- oder Leistungsdichte hunderttausendfach.

Das Fernglas bündelt NICHT auf die Netzhaut, weil es das gesammelte Licht dort vergrößernd VERTEILT und eben nicht dort konzentriert. Es bündelt den Strahlengang nur an zwei anderen Stellen, zum einen extrem stark im Zwischenbild, (das aber im Geräteinneren liegt, wodurch man vor dessen großer zerstörerischer Hitze bei einem intakten Gerät normalerweise eine Zeitlang ausreichend geschützt ist) und zum anderen noch in seiner AP.

Weil ich in der AP meine Hornhaut platziere, will ich wissen, wie stark dort die Bündelung ist. Sie ist dort vergleichsweise sehr viel schwächer, denn sie entspricht dem Quadrat der Vergrößerung. Ein 8x Fernglas bündelt also rein geometrisch betrachetet das Licht in seiner AP 64-fach, wovon man in diesem Fall überschlägig noch gut ein Viertel abziehen kann, da Teile des UV und IR-Spektrums von den wegen des Umkehrsystems dickeren Glasschichten absorbiert werden.

Während also das bloße Auge das einfallende Licht hunderttausendfach auf der Netzhaut konzentriert, (weshalb es so gefährlich ist, direkt in hohe Strahlungs-Leistungsdichten zu blicken, wie sie die Sonne oder Laser abgeben), ändert ein vorgehaltenes Fernglas an der Leistungsdichte auf der Netzhaut nichts, (es vergrößert dort nur die bestrahlte Fläche), es erhöht sie jedoch in der AP-Ebene je nach seiner Vergrößerung (sagen wir 7-16 fach) ca. um das 40-200fache. Mit anderen Worten ein normales Handfernglas richtet seine Bündelungskraft nicht auf die Netzhaut, sondern auf die Hornhaut, und das tut es dabei rund tausendmal weniger stark als das bloße Auge seine Kraft auf die Netzhaut richtet.

Wie gefährlich ist die zusätzliche Heizleistung auf der Hornhaut? Die oben verlinkte Broschüre zum Umgang mit Laserlicht - danke für den interessanten Link - spricht von einem Grenzwert für die Leistungsdichte von ca. 1Watt/mm2, oberhalb dessen es bei einer Einwirkungszeit von Sekunden bis, ich glaube, einigen hundert Millisekunden es dem Auge allmählich zu warm wird. Diese Leistungsdichte wird von Handferngläsern nicht erreicht, sie liegt dort grob überschlägig für 7x-16fache Vergrößerung bei ca. 0,05 - 0,2Watt/mm2. Das heißt natürlich NICHT dass man mit Ferngläsern gefahrlos die Sonne beobachten kann, genausowenig wie mit freiem Auge, es heißt aber, dsss die Gefahr einer KURZEN unbeabsichtigten Blendung Gott sei Dank viel weniger groß ist, als sich das viele Leute vorstellen, weil sich das Auge in der kurzen Zeit noch nicht so dramatisch aufheizen kann, wie es viele befürchten.

Eine bewußt längere Sonnenbeobachtung von sagen wir mehr als einer Sekunde ist dagegen etwas anderes, hier wird es je nach Sonnenstand im wahrsten Sinn des Wortes schnell zunehmend brandgefährlich. Weshalb man das bei hohem Sonnenstand nie ungeschützt tun darf, wie wir ja alle wissen.

Gruß


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Hi!
Zitat von konfokal:
Die angebliche Gefahr einer Sonnenbeobachtung wird regelmäßig massiv überschätzt.
und
Zitat von konfokal:
Eine bewußt längere Sonnenbeobachtung von sagen wir mehr als einer Sekunde ist dagegen etwas anderes
liest sich schon etwas anders.

Das Problem ist, dass wir hier im Internet sind und die Gefahr sehr groß ist, dass nur ein Teil vom Posting gelesen (oder zitiert oder verstanden) wird, oder irgendjemand die Grenzen ausprobiert.

Ich habe es leider schon mitgekriegt, dass jemand bei der Sonnenprojektion den Teleskopbetreuer zur Seite geschubst hat und seinen Sohn direkt ins Teleskop schauen lassen wollte. Daher wäre ich sehr, sehr vorsichtig mit Aussagen wie "Die Gefahr wird massiv überschätzt außer du schaust an einem klaren Tag mehr als eine Sekunde durch ein sauberes Teleskop, wenn die Sonne mehr als xy Grad über dem Horizont steht und die der Dunst die Sonnenleuchtkraft um weniger als yy% abschwächt, außerdem das Teleskop nicht mindestens xyz UV absorbiert und ..." – das Kleingedruckte liest keiner, vor allem wenn er nur "keine Gefahr" lesen will.

Ich habe auch schon Aussagen gehört wie "Nie mit einem SC oder Mak die Sonne projizieren, weil sonst der Tubus durch die Hitze explodieren kann." Sowas ist Blödsinn; die Fangspiegelhalterung beim SC kann dagegen sehr wohl einschmelzen – sieht interessant aus.

So, ich verabschiede mich jetzt nach Norwegen, in die Reste der Polarnacht – weg von der tödlichen Strahlung der Sonne :cool:

Beste Grüße,
Alex
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Hi Alex,

ja, da hast du Recht - wenn der Kontext oder das Kleingedruckte weggelassen werden und Worte aus dem Zusammenhang gerissen werden, klingt manches verfälscht oder kann leicht missverstanden werden. So hatte ich im selben Beitrag, aus dem der erste von Dir (und anderen) oben zitierte und aus dem Zusammenhang gelöste Satz stammt, weiter auch noch geschrieben:

Natürlich soll man auch mit freiem Auge nicht direkt in die Sonne schauen, besonders nicht längere Zeit, dass wissen - und merken - aber auch schon Kinder. Eine kurze Blendung hat aber normalerweise keine bleibenden Schäden zur Folge.

Wenn man diesen Zusatz aber unterschlägt, und dann auch noch aus den Worten "massiv überschätzt" verfälschend ein "besteht so gut wie nicht" herauslesen will, ist die ursprüngliche Botschaft beinahe auf den Kopf gestellt. Aus einem "es ist nicht ungefährlich, aber zum Glück für kurze Zeit viel weniger gefährlich als gedacht" wird dann nach ein paar Runden zunehmend aufgeregter Kommentare etwas ganz anderes gemacht: "da gefährdet einer die öffentliche Gesundheit und ruft zur ungeschützten Sonnenbeobachtung auf - zeigt so jemanden an, sperrt ihn hinter Schloss und Riegel und löscht sofort den Thread."

Leider ein Beispiel für die manchmal traurige Wahrheit, dass die Botschaft vom Empfänger bestimmt wird. (Was manchmal mit Hysterie und Bösartigkeit zu schlimmen Konsequenzen missbraucht wird, wie die aktuellen Terroranschläge zeigen). Ich hätte meine Worte damals vorsichtiger gewählt, wenn ich geahnt hätte, was aus Unverstand später damit angestellt werden würde.

Dir eine schöne Reise - Deine Bücher und Deine Homepage gefallen mir, und von den geschilderten Erfahrungen habe ich öfter profitiert.

Gruß


 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Hallo,

ich gestehe, das mir der Thread zu lang ist um jede Meinung die hier zum Thema "Gefahr durch die Sonne" ausreichend zu würdigen - ich belasse es deshalb bei einem Bericht meiner eigenen Erfahrung:

Beim letztjährigen ITV betrachte ich ein ausgestelltes 12" Gitterrohrteleskop unter einer Zeltüberdachung. Ein anderer Besucher drehte am Teleskop. Dabei erwischte die tiefstehende Sonne wohl den Hauptspiegel und ich, der einige Zentimeter vom Hut entfernt stand hatte in Sekundenbruchteilen ein HEFTIGES Brennen im Gesicht!! Durch den (okularlosen) OAZ hatte ich eine gut 3-4cm große Verbrennung 2. Grades auf der linken Wange, nur wenige Zentimeter unter dem Auge. Habs überlebt, war aber wesentlich heftiger als ein typischer Sonnenbrand nach einer Stunde intensiver Sonne ohne Schutz. Und wir reden hier von bereits tiefer stehender Sonne am fortgeschrittenen Nachmittag. Ich war ausserdem nicht exakt im Fokus sondern etwas entfernt.

12" sind kein Fernglas aber ich warne ausdrücklich davor mit der Sonne Schindluder zu treiben. Panikmache... ja sicher, gibt auch Leute die UBahn Surfen überleben, aber vor einigen Sachen DARF man ruhig Angst haben, evolutionsbiologisch ist Angst ein Garant für den Erhalt der Gesundheit ;)

CS Benny
 
Re: Niemals mit einem Fernglas in die Sonne schauen!

Hallo Benny,

und ich habe mal vor langer Zeit auf einem TT miterlebt, wie ein offen gelassener 50mm Geradsichtsucher (8fach also ein kleines Fernrohr) für eine deutlichen Brandfleck auf einer Beobachterstirn sorgte.
Aufmerksam wurde ich durch einen lauten und sehr eindringlichen Schmerzensschrei.

An dem Punkt, dass Recht haben und das richtige am richtigen Ort sagen zwei Paar Schuhe sind, scheitert mancher Rechthaber.
Also nochmal, weil es gerade hier und angesichts mancher Diskutanten nicht oft genug geschrieben werden:
Sonnenbeobachtung NIEMALS ohne geeigneten (Objektiv) Schutzfilter, ERBLINDUNGSGEFAHR.

Gruß
*entfernt*
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben