Fernglas für Reisen

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Hallo zusammen,

ich versuche mal für mich zu rekapitulieren:

- für Astronomie (und nur darum geht es mir) ist die einhellige Tendenz in Richtung 10x50. Nicht ganz klar ist mir noch, ob man das nun wirklich Freihand halten kann - aber das scheint auch unterschiedlich zu sein? Neben mir, der an sich keine allzu ruhige Hand hat, schaut ja auch öfter meine Frau mit durch - wird das für sie möglicherweise zu schwer? Mein uraltes Erbstück hat 8x30, das war relativ unkritisch. Ich weiß, schwer, das so theoretisch zu klären... aber vor dem anstehenden Urlaub schaff ich es nicht mehr in ein Geschäft (müsste erstmal eines finden)

- Hat das empfohlene Olympus DPS 1 wirklich Vorteile gegenüber so einem gebrauchten Revue? Das Plympus ist ja schon sehr günstig. ICh denke, ich würde nach wie vor erstmal ein Revue mit 9' 8x40 kaufen, das tut nicht weh. Oder hat das Olympus andere Features, weil moderner?

- Das 8x40 (welches auch immer) kann ich ja problemlos mit einem 10x50 ersetzen/ergänzen, wenn das nicht zufriedenstellend ist. Wenn ich mit einem günstigen 8x40 starte, vermeide ich auch das PRoblem, zwei "halbgute" Gläser zu haben, weil ich quasi das ganze Budget in das größere Glas investieren kann, weil das 8x40 so billig ist.

- Oder zusätzlich dann für den Sommerurlaub (da gehts mit dem Auto statt jetzt mit Flugzeug) mit einem 15x70 (zwei wurden ja empfohlen, entweder das günstige von TS oder das Lunt). Stativ hat den Vorteil, dass Mitbeobachter das gleiche sehen wie ich. Über-Kopf-Beocbachtung schätze ich aber mal als ummöglich ein?

Vermutlich geht probieren über studieren. Da mich aber eben nur Himmelsbeobachtung interessiert, hilft ein Ladenbesuch vermutlich auch nicht allzuviel - da müsste schon ein Teleskop-Treffen her, aber auch das ist zu kurzfristig.

Denkt Ihr ich bin auf dem richtigen Weg? Und woran erkenne ich eigentlich, dass ich eine schlechte Optik vor mir habe, bei einem Fernglas? Farbfehler dürften am Nachthimmel nicht so tragisch sein. Randschärfe?

Tausend Dank und viele Grüße,
Volker
 
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Hallo Volker,

lass Dich nicht verrueckt machen - ich glaube, Du brauchst zuerst ein wenig Beobachtungserfahrung. Kauf Dir doch ein gebrauchtes Fernglas, z.B. ein Zeiss Jena 10x50 Dekarem oder Jenoptem. Solch ein Fernglas ist schon recht gut, und es laesst sich vor allem fuer den selben Preis wieder verkaufen, wenn Du irgendwann so weit bist, in eine hoehere Qualitaetsklasse aufzusteigen. Wenn Du mit 10x50 nicht klarkommst, weil es Dir zu sehr wackelt, dann verkauf es und nimm ein 7x50. Irgendwann bist Du bereit, mehr Geld z.B. in ein 8x50 Octarem zu investieren, oder ein 10x50 Nobilem - je nachdem, was Dir am besten liegt.

Viele Gruesse,
Holger
 
Hallo Holger,

ein Dekarem/Jenoptem wäre vielleicht nicht passend, da er ja geschrieben hat, dass er auch mit Brille beobachten möchte.
 
Ja, auch wenn ich oft Kontaktlinsen nutze, sollte Brille zumindest möglich sein. Übrigens liegt mein Sehschwäche bei jenseits -6.0, also schon ganz ordentlich :(
 
Hallo Volker,

anbei mein persönliches Feedback bzgl. Deiner Rekapitulation.

- Wenn Du keine allzu ruhige Hand hast, lass das 10x50 und gehe auf ein 8x40. Später kannst Du das 10x50 immer noch dazu nehmen.

- Ich kenne das Olympus DPS 1 nicht, aber es scheint ein 7x35 zu sein mit ebenso guten 9° Gesichtsfeld. Damit hast Du i. Vgl. mit dem Revue 8x40 eine marginal geringere Vergrösserung und einen deutlicheren Unterschied in der Öffnung von 5 mm bei vergleichbarem Gesichtsfeld. Ich persönlich würde darum zum 8x40 greifen, sofern Du ein gebrauchtes mit einwandfreier Optik und Mechanik bekommen kannst.

- Ja, ein 8x40 sehe ich als gute Ergänzung zu einem 10x50 an - nicht nur wegen des Gewichtunterschieds.

Eine schlechte Fernglasoptik erkennst Du an vielen Faktoren, u.a.:
1. Das Glas ist dejustiert, man hat einen Doppelblick beim Durchschauen.
2. Beim Betrachten des Monds kann es Farbsäume am "Mondrand" geben.
3. Die Mittenschärfe fällt zum Rand hin zu stark ab.
4. Wenn Du bspw. einen schmalen geraden Kamin bei Tage anvisierst, kann er entweder kissenförmig od. tonnenförmig verzeichnen, d.h. er wäre "gewölbt" und nicht gerade.
5. Daneben gibt es sicher noch Punkte wie Kontrast, Transmission etc., die sich qualitativ auf das Bild auswirken und wo sich bei den verschiedenen Herstellern und Modellen die Spreu vom Weizen trennt.

- Probieren, testen, experimentieren ... genau so ist es. Ferngläser sind sehr, sehr individuell. Neben den harten Faktoren wie Vergrösserung, Öffnung, Transmission gibt es auch die weichen wie z.B. das Einblicksverhalten bedingt durch Augenabstand, Augentiefe, Nasenlänge usw., was dazu führen kann, dass von zwei Leuten, die dasselbe Fernglas benutzen, der eine sagt "Hammer", der andere "Schrott".
 
Zitat von mavo0013:
Ja, auch wenn ich oft Kontaktlinsen nutze, sollte Brille zumindest möglich sein. Übrigens liegt mein Sehschwäche bei jenseits -6.0, also schon ganz ordentlich :(

Ach ja, sorry, die Brille hatte ich schon wieder vergessen.

In dem Fall haette ich, wenn Du ein Qualitaetsglas suchst, noch das 8.5x44 Swift Audubon ED vorzuschlagen. In Deutschland ist es nicht so bekannt, und ich weiss auch nicht, wie einfach es zur Zeit bestellt werden kann. Es ist jedenfalls eine Klasse besser als die Nikons, Olympus oder aehnliche Verdaechtige. Sehr gute Streulichtunterdrueckung, hoher Kontrast, sehr helles Bild. Randschaerfe ist nicht berauschend, aber bei dem grossen Sehfeld ist das zu verkraften. Es ist nicht nur brillentauglich, sondern auch wasserdicht. Auch ist die Kennzahl interessant: Mit 8.5x44 hat es schon mehr Leistung als ein 8x40, ist aber noch nicht so schwer wie ein 10x50 (wiegt so um 800g). Unter dem Sternhimmel macht es mit einer hohen Mittenschaerfe einen guten Eindruck. Ich finde es bedauerlich, dass offenbar kein Haendler in Deutschland dieses Fernglas fuehrt. In seiner Preisklasse hebt es sich, wie ich finde, merklich von der Konkurrenz ab.

Viele Gruesse,
Holger
 
Hallo Holger,


das Swift Audubon 8,5x44 hat ein Bekannter von mir vor einiger Zeit von Simone Hauptmann -> Firma Optixxx bezogen. Evtl. ist es da noch lieferbar. Das Glas begegnet einem wirklich recht selten dafür daß es ein sehr gutes Preis-Leistungs Verhältnis aufweist.


Viele Grüße Felix
 
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Hallo zusammen,

ich sprach vor einiger Zeit mit Simone über Swift. Die Firma hat sich wohl vollständig vom deutschen Markt zurückgezogen, so dass auch Optixxx keine neuen Gläser mehr bestellen kann. Ob es noch Restbestände gibt, weiß ich allerdings nicht.
 
Auf der Amazone wird das Fernglas fuer momentan 513 $US angeboten - dort ist jedoch noch die alte Variante abgebildet (die wie das Vixen Foresta aussah). Die neue Variante ist im kleinen Bild unten rechts gezeigt "Why ED (Extra Low Dispersion) Glass?". Sie ist mechanisch besser geworden, jetzt mit einer stabilen Okularbruecke aus Metall. Ob, und wie schnell die nach D. liefern, muesste man dann mal fragen. Auf die Swift-Seite, www.swift-sportoptics.com, komme ich nicht rauf, was aber auch am chinesischen Internet liegen kann ...

Viele Gruesse,
Holger



 
Zwischenstand: Ich habe nun ein Revue 8x40 für 30 Euro erstanden. Für allererste Tests sollte das doch ausreichen. Dieses nehme ich dann auch mit auf die anstehende Flugreise.

Für den Sommerurlaub hätte ich dann gerne etwas Stativ-taugliches. Also entweder ein 10x50, oder gleich was größeres. Das muss sich noch zeigen...

Wenn Ihr für ein größeres Glas mit "mehr Licht" noch einen Tipp habt in meinem Preisbereich von ca. 400 Euro - immer her damit! :)

Viele Grüße,
Volker
 
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Hallo,

wenn wirklich hauptsächlich für ein Stativ, würde ICH mich nicht mit 10x50 aufhalten, zumal du ja nun schon ein kleines Glas hast.
Lunt 16x70 ist nach wie vor mein Tip (Vorführware). Preislich drunter ist meist sehr kompromissbehaftet, Nikon, Zeiss, etc nicht deine Preisklasse.

Von den ganz dicken Kloppern (20x80 aufwärts) halte ich nichts. Da müssen Stativ / Montierung mit viel Bedacht gewählt werden.


Grüße Alex
 
Zitat von mavo0013:
....

Wenn Ihr für ein größeres Glas mit "mehr Licht" noch einen Tipp habt in meinem Preisbereich von ca. 400 Euro - immer her damit! ....

Hallo Volker,

stativgebunden, das LUNT 16x70 FMC Magnesium für 480€ (über Bresser/Ausstellungsware). Da ist der Fotostativadapter auch schon dabei. Ich hatte das 11x70 FMC und war mit dessen optischer und mechanischer Qualität sowie dem Einblickverhalten (als Brillenträger) sehr zufrieden. Es hat allerdings Einzelokulareistellungen (+/- 5dpt), da wasserdicht. Durch das 16x70 habe ich noch nicht geschaut, aber es wurde in diesem Forum bereits positiv bewertet.

Ich bin dann auf stabilisiert umgestiegen. Die Mobilität ohne größere Packlast, in Verbindung mit dem max. Sehvergnügen haben mich zum Canon 12x36 IS geführt.

Viele Grüße
Frank

Ich sehe gerade, Alex empfiehlt es auch.
 
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Hey Frank,

ich habe sowohl das 10x50, 11x70 als auch das 16x70 von Lunt.
An allen dreien habe ich absolut nichts auszusetzen. Preis/Leistung sind in meinen Augen sehr gut und sie sind, wie du ja auch schreibst, absolut Brillentauglich. Letzteres kann man von einigen anderen, die dies auch von sich behaupten nicht gerade sagen (Leica Ultravid, Nikon Prostaff7s, ...). Hängt aber auch sehr von Brille und Gesichtsform ab.

@Volker
Solltest du mal Interesse am 11x70 haben:
Ich überlege mich davon zu trennen. Diese "Zwischengröße" nutze ich eigentlich viel zu selten, als dass es das Glas rechtfertigen würde.


Grüße
Alex
 
Zitat von holger_merlitz:
dort ist jedoch noch die alte Variante abgebildet (die wie das Vixen Foresta aussah). Die neue Variante ist im kleinen Bild unten rechts gezeigt

Hallo Holger,

das ist ja spannend, die Brücke aus Kunststoff und die zugehörigen Erfahrungsberichte haben mich immer vom Kauf abgehalten.

Mal sehen wann es das Ding zu kaufen gibt..
Ob es sich neben meinem Nikon 8x30 wirklich lohnt ist natürlich eine andere Frage ;-)

Güsse Jochen
 
Hallo Jochen,

das geht mir ja auch so: Meist habe ich mein 8x30 dabei, und wenn ich richtig Power brauche, dann nehme ich gleich das 10x50 mit (ich verwende inzwischen das Meopta Meostar, mein Fujinon, obwohl optisch etwas besser, habe ich verkauft, weil es auf Reisen immer den halben Rucksack ausfuellte :-).

Das Swift steht daher oft nur herum, zur Zeit habe ich es an einen Freund verliehen ...

Viele Gruesse,
Holger
 
Am Tag würde ich das Nikon vorziehen, aber 30mm zu 44mm Öffnung sind unter Sternen halt doch eine Hausnummer...

Grübelnd... Jochen
 
8x30 habe ich ja (wenn auch vermutlich in nicht überragender Qualität) zuhause... Ist schon ok, ein bissl mehr dürfte es aber sein, sowohl an Öffnung als auch an Vergrößerung.

Das Lunt 16x70 kommt auf die Merkliste (das 11x70 leider nicht, wenn schon denn schon :) ).

Ich werde wie gesagt mal im Urlaub testen, und melde mich dann auf jeden Fall wieder hier (vermutlich auch mit weiteren Fragen...)

Herzlichen Dank und viele Grüße,
Volker
 
Achja, eine Frage quält mich dann doch noch: Wie kann man mit einem großen Fernglas wie dem 16x70 den Zenith beobachten? Gar nicht, denke ich mal?

Viele Grüße,
Volker
 
Zitat von mavo0013:
Achja, eine Frage quält mich dann doch noch: Wie kann man mit einem großen Fernglas wie dem 16x70 den Zenith beobachten? ...

1. freihändig - schlecht bis gar nicht
2. Dreibeinstativ - so lala; mit dem Kopf im Nacken nur für kurze Zeit
3. Klappstuhl mit Rückenlehne - etwas besser als 2.
4. Liegestuhl - wesentlich besser, evtl. noch mit erhöhter Armauflage - das Fernglasgewicht drückt aber früher oder später unangenehm auf die Brille
5. Parallelogramm Montierung - entspannter als 2., jedoch wieder den Kopf im Nacken
6. Liegestuhl mit 5. oder Armmontierung - kompfortable Lösung, entspannte Beobachtung und dadurch höhere Detailwahrnehmung

Gruß
Frank
 
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7. Man wartet, bis die zu beobachtenden Objekte nicht mehr (oder noch nicht) im Zenith stehen.
Das ist meine bevorzugte Variante, nachdem ich 6. mit Parallelogrammmontierung und auch dem Magic Arm getestet habe.

Grüsse Jochen
 
7. gefällt mir auch am Besten.

Mit geradsichtigen Ferngläsern, die man nicht mehr ohne Weiteres ruhig per Hand halten kann, ist Zenitnahe Beobachtung eigentlich immer Murks...


Grüße
Alex
 
... war jetzt zirkumpolar oder Zenit gemeint? :smiley61:

Nee, habt ja recht, .... würde auch lieber stehend in Mexiko als liegend in Bottrop den kleinen Bär beobachten ....

Viele Grüße
Frank
 
:biggrin: :D :biggrin:
 
Wenn ich spontan am Himmel spazieren gehen will reicht mir eine Isomatte und eines der Canon IS Gläser bzw. das 8x30 Nikon.
Will ich mit den 70mm Nikon vom Stativ mit Kurbelsäule beobachten muss ich halt ein klein wenig planen, damit die Objekte der Begierde auch halbwegs bequem erreichbar sind.

Übrigens, auch mit 45° und sogar 90° Einblick ist die Beobachtung im Zenith kein Vergnügen und ich vermeide sie nach Möglichkeiten

Bisher habe ich das noch nie als Problem oder Einschränkung empfunden, im Gegenteil.
Jede Jahreszeit hat eben auch ihren eigenen Fernglashimmel und somit eigenen Reiz.

Richtig schlimm fand ich die Verwendung einer Parallelogrammmontierung mit Liegestuhl, wollte man den beobachteten Himmelsbereich auch nur leicht ändern musste man aufstehen und die monströse Montierung nebst Liegestuhl verstellen.
Unter entspanntem Genussbeobachten verstehe ich jedenfalls etwas Anderes...

Aber das ist halt wie Vieles auch ein sehr subjektive Sache

Grüsse Jochen
 
So, da bin ich wieder zurück aus dem Urlaub, in welchem ich das Revue 8x40 dabei hatte. Das Wetter war zwar meinst schön, aber der Himmel nicht klar, noch dazu hatte sich ein schönes Vollmond breitgemacht. Daher habe ich nur wenige Erfahrungen sammeln können...

Dennoch kann ich wohl jetzt schon sagen, dass ich mehr als das 8x40 nicht freihand halten möchte - und selbst das war schon mühselig bzw. kaum ruhig zu halten. Zumindest nicht im Stehen. Vielleicht wenn ich mich auf den Liegestuhl gelegt hätte...

Sind diese Canon IS mit dem Stabilistator da wrklich so extrem hilfreich? Ich kann mir kaum vorstellen, dass mein extremes Gewackel dadurch abzufangen wäre...

Auf jeden Fall bin ich jetzt nicht viel schlauer, welches gute Fernglas ich mir noch zulegen möchte. Vielleicht dürfte es doch etwas mehr sein als 8x.
 
Hi Mavo,

teste doch mal ein Canon IS, es gibt ja inzwischen einige Händler, die welche vorrätig haben.
Und ja, der Unterschied ist extrem.
Ich habe sogar die Erfahrung gemacht, dass sie stärkeres Wackeln noch besser abfangen als leichtes Zittern.
Deshalb zittere ich bei der Benutzung manchmal absichtlich etwas mehr und erhalte dadurch stabilere Bilder.

Die Dinger sind wirklich der absolute Wahnsinn!
Allerdings würde ich mir bei aller Euphorie das 18x50 verkneifen, da kommt der Stabi dann langsam an seine Grenzen.
Aber das 10x42 und 15x50 sind einfach nur genial.

Grüsse Jochen
 
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Hallo Volker,

wenn Du erst jetzt mit der Himmelsbeobachtung durch ein Fernglas begonnen hast, kann Dir die ungewohnte Körperhaltung, die Verspannung von Arm- und Rückenmuskulatur (besonders bei dicker Winterkleidung), die Atemtechnik sowie die Entscheidung, das Fernglasgewicht dann doch mit Brille oder Augenhöhlen abzufangen, schnell den Spaß nehmen.

Und der Wunsch nach einer höheren Vergrößerung jagt uns allen hinterher. Schließlich möchte man auch gerne Jupiters Wolkenbänder und nicht "nur" dessen Monde sehen. Und wenn man die Bänder dann einige Zeit beobachtet hat, dürfen es gerne auch mal Strukturen darin sein. .....

Ich kenne die o.g. physischen und psychischen Punkte nur zu gut. Die Probleme des oberen Abschnitts lassen sich mit häufiger Beobachtung, auch bei Tage, reduzieren. Lerne, das Fernglas richtig zu benutzen!
Der zweite Abschnitt ist etwas komplizierter. Hier liegt es auch an jedem selbst, wie intensiv er sich mit dem Gesehenen beschäftigen möchte, ... wie schnell möchte ich Steigerungen erfahren ... ab wann wird es mir langweilig.

Ich persönlich bin nach vielen Fehlkäufen -zum Glück überwiegend nur Gebrauchtgeräte- an folgender Fernglas-Konstellation hängengeblieben:
Für die Natur- und Astrobeobachtung das Canon IS 12x36 (ja, es ist auch sehr gut am Sternenhimmel zu verwenden)
und für die reine Astrobeobachtung, freihändig, das Canon IS 15x50, sowie stativgebunden das Lunt LE100ED.

Wie lange so ein bildstabilisierendes Glas funktionstüchtig bleibt, kann ich nicht sagen. Stoß und Verschleiß sind sicherlich gravierender als bei einem herkömmlichen Glas. Aus diesem Grund möchte ich Dir das Canon IS 12x36 dann doch nicht empfehlen. Ansonsten zeigt es mir, trotz seiner nur 36mm Objektivöffnung, freihändig beobachtet mehr Sterne, als ein freihändig gehaltenes 10x50 Glas.

Viele Grüße
Frank
 
Mmmh... das klingt schon sehr interessant, die Preise sind natürlich gesalzen. Seltsamerweise ist das 15x50 sogar noch relativ günstig gegenüber manch anderen in der Serie...

Ich werde noch ein wenig in mich gehen, vielleicht findet sich ja auch ein gebrauchtes...

Viele Grüße,
Volker
 
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