Fernglas von UNB

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Thomas_Stelzmann

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Hallo!

Ich besitze ein mind. 25 Jahre japanisches 8 x 30-Fernglas der Marke "UNB"
Das Firmenzeichen sieht exakt so aus mit der Mitsubishi-Rautenstern.
Das "U" des Herstellernamens befindet sich in der obere Raute, das "N" in der linken unteren und das "B" in der rechten unteren Raute.
Als Aufschrift trägt das Glas: "8 x 30 Gesichtfeld 130m auf 1000m Vergütete Optik"

Kann mir irgendeiner etwas über die dieses Glas sagen, z.B. über die Optische Qualität, wa sich dort vor mir habe?

Viele Grüße
Thomas
 
Re - Keine Ahnung, aber ...

> Kann mir irgendeiner etwas über die dieses Glas sagen, z.B. über die Optische Qualität, wa sich dort vor mir habe?
... mal janz dumm jesacht, Thomas, guck doch einfach mal durch. Wenn es zu gebrauchen ist, ist das doch in Ordnung, egal wer
es wann wo warum wie fabriziert hat. Zur Mechanik, auch mal anschauen. Design - Geschmacksfrage (darueber kann man nicht
streiten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )
Du koenntest es vielleicht beschreiben/photographieren, dann gaebe das einen "Testbericht".
Mir geht's aehnlich, ich habe mir letztens ein gebrauchtes 10x50 einer noname-Firma gekauft (eine Suche nach dem Firmennamen
fuehrte mich nur zu einem Jagdausstatter). Leider war das auf dem einen Objektiv kein Schmierfett, sondern erste Anzeichen
einer durchgeputzten Beschichtung. Das merkte ich allerdings erst etwas spaet, mit dem Ergebnis, das jetzt die Verguetung
etwas anders aussieht als die des anderen Objektivs... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> Sowas hab' ich wirklich noch nicht erlebt. Geputzt habe
ich uebrigens mit warmen Wasser, ein wenig Geschirrspuelmittel und papiernem Kuechentuch, damit hatte ich nie Probleme.
Die Folge ist jedenfalls, dass auf dieser Seite das Bild etwas kontrastaermer ist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Zur optischen Leistung: An dunklen Objekten (im allgemeinen "Aeste" genannt) vor hellem Hintergrund ("Wolken") zeigt sich
ein geringer Farbsaum (blau bzw. gelb). Eine gewisse, nicht weiter stoerende Bildfeldwoelbung ist zu erkennen, das Bild ist
auch, wie man an geraden Objekten ("Hausecke") sieht ein wenig verzeichnet.Das nimmt zum Rand hin zu. Punktfoermige Strahler
vor dunklem Hintergrund ("Sterne") werden am aeussersten Rand zu Strichen parallel zum Rand gebogen, die defokussierten
Bilder sind auch nicht rund, sondern etwas kometenfoermig, naja, vielleicht kann man ("ich") das noch etwas justieren.
Fuer Brillentraeger ist es nicht geeignet, man muss recht dicht an die Okulare 'ran, um das gesamte Bildfeld zu ueberblicken,
was allerdings den Vorteil hat, das man mit ein wenig mehr Abstand den aeussersten Rand des Gesichtsfeldes nicht mehr sieht
(siehe oben, da gibts eh nix zu sehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) Die Prismen scheinen auch verguetet zu sein (leichter Blauschimmer - das steckt
wohl hinter der Bezeichnung "vollverguetet"), sind allerdings knapp bemessen (der Rand des Geichtsfeldes ist nicht rund,
sondern etwas beschnitten, wenn man mal von vorne aus groesserer Entfernung durchschaut).
Das Fernglas besteht zum groessten Teil aus Alu und wiegt daher laut einer gerade vorhanden Messeinrichtung ("Kuechenwaage")
1kg, also nicht gerade ein Leichtgewicht. Dafuer wirkt es solide, Plastik traue ich nicht so recht. Die Fokussierung
(Mitteltrieb & Korrekturokular) laeuft etwas schwer, liegt am verwendeten Fett. Ich hab's das bis jetzt nicht geaendert,
weil ich mir denke, das es nicht falsch ist, wenn eine einmal gefundene Einstellung auch erhalten bleibt.
Bis auf die Sache mit dem Objektiv ist dem Fernglas anzumerken, das es kaum benutzt wurde.
Und was sieht man nun damit? Tagestest, siehe oben, das kleine Kontrastproblem. Ansonsten ein schoenes, helles Bild ohne
Farbstich. Das Glas hat Weitwinkelokulare (115m auf 1000m, also 6.5grd Gesichtsfeld), wodurch beim normalen Schauen der
Rand des Gesichtsfeldes weiter gar keine Rolle spielt. Um die oben beschriebenen Fehler zu sehen muss man regelrecht in die
Ecken kriechen.
Helle Sterne (Wega, Aldebaran) sind nicht so ganz perfekt punktfoermig (siehe oben), das saubere fokussieren ist ein wenig
fummelig (irgendwie korrigieren da meine Augen andauernd nach). Aber die Wega zeigt sich in einem ordentlichen Weissblau
und Aldebaran ist schoen hellorange. Im uebrigen wimmelt es da oben von Sternen ... Ein Blick fast senkrecht nach oben,
pi mal Fensterkreuz der Linie vom Polarstern durch den einen Stern der Kassiopeia gefolgt, Fernglas angesetzt und beim
dritten Versuch - ein wunderbar erkennbarer Andromedanebel in der Bildmitte. In der Mitte die helle Verdickung, drumherum
ellipsenfoermig ein schwacher Nebelschleier. Durchmesser des Gebildes etwa 2grd. Mit blossem Auge war davon moeglicherweise
eine ganz schwache Andeutung zu sehen, ueberhaupt kein Vergleich zum Blick durchs Fernglas.
Also, ich finde, ein schoenes Teil was ich da habe. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Dixon
(trocknet noch wegen Fahradfahren im Regen)
 
Re: Re - Keine Ahnung, aber ...

Hi Dixon!

Also, ich benutze das Glas schon seit Jahren (hab´s meinem Vater "geklaut", der es nie braucht) und bin sehr zufrieden damit.

Die Abbildung ist phatastisch. Verzeichnungen kann ich nicht sehen, und die Sterne sind auch in defokussierter Form immer rund.
Das mit dem Blausaum habe ich noch nicht sehen können, ich habe aber auch noch nicht drauf geachtet.
Werde ich aber mal machen.
Ich mag das Glas, es hat eine mit Samt ausgeklebte Lederkiste (wahrscheinlich mit Leder beklebte Pappe, aber sie hält), die man sich umhängen kann. Leider sind die weißen Plastikabdeckungen für die Okulare und die beiden Objektive abhanden gekommen oder kaputt. Da sollte ich vielleicht mal Ersatz beschaffen.

Meinst Du, ich kann die Linsen mit einem Microfaser-Brillenputztuch reinigen?

Vom Gewicht her besteht mein Glas auf keinen Fall aus Alu (das sagen mir meine Arme), ein oder zwei Abdeckplatten evtl, aber das war´s auch schon.
Schwergängig ist der Mitteltrieb auch. Ich lasse es aber so.

Andromeda ist mit diesem Glas echt super zu beobachten, und sehr klar.

Mal sehen, ich werde mal ein Foto machen und es Dir schicken.

Viele Grüße
Thomas
 
Re: Re - Keine Ahnung, aber ... Putzen

Hallo Thomas,

so ein Fernglas kommt offenbar leicht "abhanden" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Nur war's bei mir andersrum und ein 10x25 von irgendeiner Firma,
das es mal fuer 18DM beim Lidl gab. Astronomisch nicht die Wucht, klar, dafuer aber wunderbar handlich. So ein Ding
oder ein vergleichbares werde ich mir wieder anschaffen. Ein grosses Glas zerrt doch ganz schoen am Hals.
Also, meiner Meinung nach bestehen die aus Alu, gegossen. Mit Eisen waere das noch schwerer und auch schwieriger
herzustellen (Schmelzpunkt!). Einen nicht unerheblichen Teil des Gewichts macht auch das Glas aus.
Was die Reinigung betrifft, frueher habe ich dafuer moeglichst reinen Alkohol genommen, so wie es auch oefters
beschrieben wird. Da blieben allerdings immer deutliche Schlieren uebrig, Fusseln und Staub, trotz hinreichender
Mengen (bei einem Objektiv ist der Alk in die Fassung gelaufen und hat am Rande ein wenig die Verkittung
aufgeloest...).
Dann passierete mir mal folgendes: Schmieroel (Feinmechanikeroel, harz- & saeurefrei, also nichts besonders
schlimmes) ist auf unergruendlichen Pfaden auf das Objektiv gelangt. Zudem verirrte sich eine groessere Spinne in
den Tubus und hinterlies "nervoese" Abdruecke auf der Linse. Die Spinne lies sich durch Umdrehen des Tubus zum
Gehen ermutigen (sie fiel einfach 'raus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ), aber an das Oel traute ich mich mit Loesungsmitteln nicht 'ran. Also
nahm ich, wie es hier schon gelegentlich vorgeschlagen wurde, einen groesseren Becher mit warmen Wasser
(schaetzungsweise 40-50grdC) und dazu ein paar Tropfen ganz gewoehnliches Geschirrspuelmittel. Das habe ich
einweichen lassen und dann unter Wasser mit einem Stueck Kuechenpapier (diese grossen Rollen) saubergemacht. Kann
ich jetzt schlecht beschreiben, halt immer mal vorsichtig kurz druebergewischt, dann wieder ein bischen im Wasser geschwenkt, auch mal ein neues Stueck Papier abgerissen usw. Jedenfalls war das Objektiv am Ende sauber (und die
Beschichtung unversehrt) bis auf kaum zu erkennende Schlieren. Ich habe glaube ich danach am Rand das Wasser mit
einem trockenen Stueck Kuechenpapier aufgesaugt.
Langer Rede kurzer Sinn, wovor immer gewarnt wird, ist, optische Flaechen trocken zu reinigen. Sowas hattest Du
sicher mit dem Brillenputztuch vor. Das gibt mit Sicherheit, wenn auch feine, Kratzer. Vermutlich stoeren die
bei einer Brille nicht so sehr und irgendwann braucht man eh 'ne neue...

Dixon
 
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