Fernglas zum Einstieg

Phycoteas

Mitglied
Hallo zusammen,

ich beschäftige mich schon seit langer Zeit mit Astronomie. Bisher habe ich allerdings mich nur rein theoretisch über Bücher, das Internet oder Vorlesungen mit dem Thema befasst.
Nun wollte ich selber das Weltall betrachten bzw. Bilder davon machen. Ich bin relativ schnell zu dem Schluss gekommen, dass die Astrofotografie zum Einstieg ungeeignet ist und ein Fernglas für die visuelle Astronomie für mich die bessere Alternative zum Einstieg darstellt. So kann ich beispielsweise mit einem Fernglas mich einfacher am Himmel zurechtfinden, da das Bild nicht gespiegelt ist und ich kann ein Fernglas auch einfacher transportieren als ein Teleskop.

Nun bleibt die Frage, was für ein Fernglas benötige ich? Mein Budget liegt eigentlich bis 200€, jedoch wäre ich für ein sehr hochwertiges Glas, was perfekt zu mir passt, auch bereit 300€ zu bezahlen.
Ich habe mich hier im Forum schon mal umgesehen und habe gelesen, dass ein Fernglas um die 10X60 das größte ist, was für mich in Frage kommt, da ich das Fernglas noch freihändig halten möchte.
Da ich auch schwächere Objekte sehen möchte, ist mir eine große Öffnung wichtig.

In meinem Budget habe ich da die Größe9X63 gefunden, wie z.B. das Orion Mini Giant 9X63. Ich wohne allerdings unter einem Bortle 4 Himmel. Daher ist meine Frage, ob7 mm AP bereits zu groß sind und sich der Himmel zu stark aufhellt. Des Weiteren habe ich auch das TS 10X60 LE entdeckt. Der Preis hat mich nur für die Größe und verglichen mit anderen Ferngläsern stutzig werden lassen. Weiß jemand, ob das etwas taugt? Kennt ihr noch andere gute Ferngläser mit um die 60 mm Objektivöffnung in meiner Preisklasse?
Des Weiteren wäre meine Frage, ob es sinnvoller ist, ein mittelklassiges Fernglas mit großer Öffnung wie zum Beispiel das von TS oder ein eher höherklassiges wie zum Beispiel das Nikon Action 10X50 zu kaufen.
Bei den 10X50 Ferngläsern habe ich unter den Hochwertigeren einmal das erwähnte Nikon Action 10X50 und das Nikon Aculon 10X50 gefunden. Wo liegt der Unterschied?

Gruß Phycoteas
 
Hallo,

erstmal Willkommen an Bord... :)

Ich will Dir nicht gleich die Laune vermiesen aber für 200-300,- Euro bekommst Du kein hochwertiges Fernglas!

Du solltest daran denken, Ferngläser sind im Prinzip feinoptische Instrumente deren Komponenten im besten Fall alle aufeinander abgestimmt sind und das kostet nun mal.

Von dem LE 10x60 würde ich Dir schon mal dringend abraten, allein das Gummi fängt irgendwann an zu kleben, mal abgesehen von einer mäßigen Optik und Objektive die nicht mal 60mm. groß sind.

Die Frage ist auch ob Du überhaupt so eine 7mm. AP. nutzen kannst, nicht alle Pupillen werden so groß, besonders wenn man etwas älter ist.
In der Regel ist eine AP. von ca. 5mm. für die meisten Himmelsbedingungen passend.

Das Nikon Action soll noch ein ganz ordentliches Fernglas sein, aber ich würde für Dein Budget mal nach Gebrauchtkauf schauen, besonders wenn es von den Parametern etwas größer sein soll.

Andreas
 
Hallo,
die von Dir genannten Gläser kenne ich leider nicht aus eigner Erfahrung, daher verzichte ich auf Kommentare.
Nun bleibt die Frage, was für ein Fernglas benötige ich? ... Da ich auch schwächere Objekte sehen möchte, ist mir eine große Öffnung wichtig.
Hier solltest Du doch über ein solides Fotostativ nachdenken. Für schwächere Objekte macht das 'ne Menge aus! Ausserdem erhöht es den Beobachtungskomfort sehr. Das Hochhalten von wenigen 100g ist auch nach einer Viertelstunde anstrengend. Der Unterschied zw. freihändig und stativgestützt macht mal fix 0,5 bis 1 Größenklasse aus.
Gläser in der von Dir favorisierten Größe wiegen mal fix 1 kg + X. Freihändig macht bei 10x auch wenig Freude bei 7x oder 8x m.E. noch o.k.; 10x verlangt nach einem Stativ. Oftmals hier genannte "Weisheit": Der Preis schmerzt einmal, die Freude bleibt auch Dauer.

Persönlich bin ich immer zurückhaltend, wenn ich mittelgroße Gläser mit Gummiarmierung "für günstig" sehe. Irgendwie muss sich der günstige Preis bilden und diese Gummiarmierungen werden schnell mal nach 2 bis 3 Jahren klebrig.

Als lightweight-Lösung geht ein ausreichend stabiles Fotostativ mit 2-Wege-Neiger (Kugelkopf ist Geschmackssache, den empfinde ich persönlich als wenig komfortabel, da er beim Verstellen auf ein neues Objekt schon mal macht was er will) und ggf. eine Stativverlängerung, da die üblichen Fotostative nicht die nötige Höhe bei Beobachtungen über 50/60° Höhe bequem zulassen. Allerdings erhöht das neben der Beobachtungshöhe leider auch das notwendige Budget ein wenig. Eine "Aufrüstung" wäre eine Kurbelstativ von Manfrotto oder Gizo oder andere. Dann wirds aber fix kostspieliger.

Auf jeden Fall bin ich bei Dir, wenn es um FG-Beobachtungen geht, da gibt es eine Menge am Himmel zu finden. Guck mal hier: Fachgruppe Deep-Sky - Vereinigung der Sternfreunde e.V.. Damit hat der geneigte Fernglasbeobachter erst mal ordentlich was zu Gucken :giggle: . Schnell einsatzbereit, mobil sein und Spaß ist hier die Devise.

Über die Himmelsaufhellung würde ich mir bei Ferngläsern keine Gedanken machen. Natürlich ist es so, dass mehr Öffnung und mehr Austrittspupille den Hintergrund heller erscheinen lassen. Bei Öffnungen von 40/60/80mm ist das aber zu vernachlässigen. Wenn Du ein 8zölliges Teleskop hättest und Dir darüber Gedanken machst, weil du auf 12-16" erhöhen willst, da wäre es sicherlich ein Thema. Bei Ferngläsern in der diskutierten Größe halte ich das für ein zu vernachlässigendes (theoretisches) Problem.

Gruß
Uwe
 
Über die Himmelsaufhellung würde ich mir bei Ferngläsern keine Gedanken machen. Natürlich ist es so, dass mehr Öffnung und mehr Austrittspupille den Hintergrund heller erscheinen lassen. Bei Öffnungen von 40/60/80mm ist das aber zu vernachlässigen. Wenn Du ein 8zölliges Teleskop hättest und Dir darüber Gedanken machst, weil du auf 12-16" erhöhen willst, da wäre es sicherlich ein Thema. Bei Ferngläsern in der diskutierten Größe halte ich das für ein zu vernachlässigendes (theoretisches) Problem.
Hallo Uwe,

dass ist schlichtweg nicht richtig!

Ein 10x70 ist genauso hell wie ein 16 Zöller bei 57x Vergrößerung, beides hat ein AP. von 7 mm.

Andreas
 
Hallo Andreas,
stimmt. Da muss ich konkretisieren. Ich hatte vor allem die Öffnung im Sinn. Wenig Öffnung ist nicht so seeinganfällig wie viel Öffnung - so war's gemeint.

Uwe
 
Hallo Phycoteas,
ich hatte auch mal mit einem uralten Fernglas (ein halber Feldstecher) in der Jugend angefangen und es mit einer selfmade Barlow verbessert. Das beste Ergebnis waren die Saturnringe, aber Freihand war das kein Vergnügen. Deep Sky mit einem Fernglas, ohne Fotoapparat (?) ... da bleiben nach meine Erfahrung kaum Ziele und Farben wirst Du damit am Orionnebel nicht sehen.

In den Supermärkten sind immer mal Spektive für die Vogelbeobachtung im Angebot (ca. 40€), aber im Vergleich zu einem billigen Luftspaltachromaten (ca.80€ +30€ extra Okular) hatten die Spektive einen deutlichen Farbsaum. Achromatische Ferngläser sind eine andere Preisklasse.
Bei dem billigen Achromaten steht zwar das Bild auf dem Kopf, aber zur Orientierung ist ein gutes Okulare mit großer Brennweite vielleicht wichtiger.

Ferngläser sind nicht unbedingt für den Blick nach oben gedacht. Das wird schnell unbequem. Bei dem genannten Achromaten war ein Zenitspiegel dabei, der die Beobachtung auf einem Stativ angenehm macht.
Ohne gutes Stativ macht aber weder das Fernglas, noch ein anderes Teleskop Freude. Ein Mini Newton kann bequem auf einem Tisch stehen, aber mit deren Leistung habe ich keine persönliche Erfahrung.
das Weltall betrachten bzw. Bilder davon machen
Wenn ein PC, oder Laptop für die Bildbearbeitung vorhanden ist, würde ich die Ablehnung der Fotografie überdenken und eine (gebrauchte) Systemkamera, sowie ein Objektiv (z.B. 150mm) in Betracht ziehen. Mit einer Kamera wird der Orionnebel farbig und den aktuellen Kometen 12P habe ich damit auch erwischt. Mir persönlich hat das Potential die Augen geöffnet. Mit einer billigen Gitterfolie vor der Kameralinse konnte ich sogar mit Spektroskopie experimentieren. Allerdings sind Planeten damit nur kleine Pixelhaufen.
Eine Kamera bietet wie ein Fernglas noch andere Nutzungsmöglichkeiten.

Gruß
thomas314
 
Thomas...bitte!

warum bleiben kaum Ziele bei Deep-Sky mit Fernglas und welche Farben im Orionnebel, die auf Fotos oder einem richtig großen Teleskop, letzteres aber auch nur eine Andeutung von Farbe?

Und/oder Achromat/Apochromat bei Ferngläsern sind ziemlich unsinnige Zuordnungen und dann dieser Supermarktschrott?
Billiger Achromat auf den Kopf stehendes Bild, wie was?

Zum Schluss auch noch Astrofotografie bei einem Budget von 200-300,- Euro?

Oh Mann, Dein Beitrag lässt mich einigermaßen verwirrt und ratlos zurück...:confused:

Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas,
Deine Erfahrungen in allen Ehren, aber es sind nicht meine.
Hier mal eine Aussage (mit Quelle) zum Orionnebel "Er ist so hell, dass er bereits in einem Fernglas als farbloser Nebelfleck erkennbar ist. Seine Farben kommen dagegen erst auf einem Kamerabild zum Tragen." Da ich low Budget am Beispiel eines BRESSER-Spektiv und einem ähnlichen großen Fernglas kenne, kann ich das Zitat bestätigen.
Allerdings frage ich mich, warum die Geräte dieser Preisklasse manchmal mit knallbunten großen Orionnebelbildern beworben werden.

Du selbst schraubst die Preisklasse durch den Vorschlag: Gebrauchtkauf hoch:
aber ich würde für Dein Budget mal nach Gebrauchtkauf schauen
aber anderen gestehst du es nicht zu, denn:
Astrofotografie bei einem Budget von 200-300,- Euro?
ist die Reaktion auf den Text:
Der Body gebrauchter Systemkameras ist gelegentlich auch für unter 100 Euro zu haben. Da ist noch etwas Luft für ein Objektiv.
Der Vorschlag erfolgte ausdrücklich auf die Andeutung von Phycoteas, das "Bilder machen" ursprünglich auf seiner Wunschliste stand.

Und was soll:
Wenn ich den Refraktor in einen Vergleich zum Fernglas stelle, gehe ich bei einem Anfänger natürlich nochmal auf die geäußerte Sorge ein:
So kann ich beispielsweise mit einem Fernglas mich einfacher am Himmel zurechtfinden, da das Bild nicht gespiegelt ist

Deine Reaktion erscheint mir als Tunnelblick auf ein Fernglas, mit persönlich werdenden Tonfall.

Gruß
thomas314
 
Hallo Thomas,

ich weiß das Du es mit Deinem Beitrag nur gut gemeint hast, aber gut gemeint ist eben nicht gut gemacht!

Ganz ehrlich, ich habe Deinen Beitrag teilweise überhaupt nicht verstanden, Achromat Spektiv, Fernglas oder Teleskop, keine Ahnung auf was Du Dich bezogen hast

Deine Erfahrungen in allen Ehren, aber es sind nicht meine.
Hier mal eine Aussage (mit Quelle) zum Orionnebel "Er ist so hell, dass er bereits in einem Fernglas als farbloser Nebelfleck erkennbar ist. Seine Farben kommen dagegen erst auf einem Kamerabild zum Tragen." Da ich low Budget am Beispiel eines BRESSER-Spektiv und einem ähnlichen großen Fernglas kenne, kann ich das Zitat bestätigen.

Ich habe extra von einem großen Teleskop gesprochen, spätestens ab 16 Zoll sollten Farben sehr dezent im Orionnebel erkennbar sein, in meinem 18 Zöller ist es machbar, manche Beobachter meinen sogar schon bei 12 Zoll ein leichten Farbstich erkannt zu haben.
Aber... es ist natürlich nicht mit einer Langzeitbelichtung vergleichbar, die Farben sind eher blass und insgesamt sehr schwach ausgeprägt.

Allerdings frage ich mich, warum die Geräte dieser Preisklasse manchmal mit knallbunten großen Orionnebelbildern beworben werden.

Fragst Du Dich das wirklich?
Vielleicht phantasievoll gestaltete Werbelyrik?

Du selbst schraubst die Preisklasse durch den Vorschlag: Gebrauchtkauf hoch:
aber anderen gestehst du es nicht zu, denn:
...nix gegen Gebrauchtkauf aber das Thema wurde leider verfehlt!

Ich bin relativ schnell zu dem Schluss gekommen, dass die Astrofotografie zum Einstieg ungeeignet ist und ein Fernglas für die visuelle Astronomie für mich die bessere Alternative zum Einstieg darstellt.

Warum nimmst Du die Überlegungen des TO nicht ernst, hier äußert er sich klar gegen Astrofotografie!

Wenn ich den Refraktor in einen Vergleich zum Fernglas stelle, gehe ich bei einem Anfänger natürlich nochmal auf die geäußerte Sorge ein:

Achromatische Ferngläser sind eine andere Preisklasse.
Bei dem billigen Achromaten steht zwar das Bild auf dem Kopf, aber zur Orientierung ist ein gutes Okulare mit großer Brennweite vielleicht wichtiger.

Was sind achromatische Ferngläser und in welcher Preisklasse sind die und warum steht das Bild nur bei billigen Achromaten auf dem Kopf?

Deine Reaktion erscheint mir als Tunnelblick auf ein Fernglas, mit persönlich werdenden Tonfall.

Im Gegensatz zu Dir habe ich den TO ernst genommen und wollte ihn nicht etwas aufschwatzen was für sein Budget eh mehr als fraglich ist.

Andreas
 
Hallo!
Bei den 10X50 Ferngläsern habe ich unter den Hochwertigeren einmal das erwähnte Nikon Action 10X50 und das Nikon Aculon 10X50 gefunden. Wo liegt der Unterschied?
An der Grundsatzdiskussion der Kollegen will ich mich gar nicht beteiligen, aber diese Frage kann ich zumindest zum Teil beantworten. Für mich sind die drei wesentlichen Unterschiede:
1. Das Aculon kostet nur die Hälfte des Action
2. Das Action ist wasserdicht und mit reinem Stickstoff gefüllt, was inneres Beschlagen der Linsen verhindern soll
3. Das Action ist beim Augenabstand weniger anspruchsvoll, so dass Brillenträger besser damit zurechtkommen wenn sie die Brille zum Beobachten mit dem Fernglas nicht abnehmen wollen, was eigentlich nur bei Astigmatismus/Hornhautverkrümmung sinnvoll ist. „Normale“ Sehfehler lassen sich mit der Scharfstellung des Fernglases ausgleichen.

Selber habe ich ein etwas größeres und teureres Fernglas von Miyauchi und zwei relativ preiswerte, darunter auch ein 10x50, was ich für eine sehr gute Größe halte. Keines davon ist wasserdicht und mit Stickstoff gefüllt (wobei sie alle zu 80 Prozent Stickstoff enthalten aber halt auch noch Sauerstoff...) und trotzdem hatte keines davon jemals von innen beschlagene Linsen. Von daher finde ich Punkt 2 verzichtbar. Wenn Punkt 3 bei Dir auch kein Thema ist (bei mir leider schon) dann kannst Du meines Erachtens das preiswertere Fernglas nehmen. Mit Nikon macht man prinzipiell nichts falsch.
Ein Stativ ist nach meiner Erfahrung auch bei einem Fernglas in der Größe 10x50 ein absolutes Muß, zumindest dann, wenn man länger als ein paar Minuten beobachten will und/oder jemand anderem auch an der Beobachtung teilnehmen lässt. Da tut es aber jedes halbwegs solide Fotostativ für 30 Euro von eBay, das muß kein 400-Euro-Karbonstativ sein!

Grüße
Maximilian
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die schnellen Antworten.
Ein Stativ hätte ich schon. So könnte ich es erst freihändig ausprobieren und dann gegebenenfalls auf ein Stativ wechseln.
Würde denn, um schon die ersten Objekte zu sehen, auch ein 10X50 Fernglas reichen?
Ist eine 7mm AP nun bei einem Bortle 4 Himmel zu groß und der Himmel hellt zu stark auf oder nicht?

Gruß Phycoteas
 
Hallo
ihr macht ja den Phycoteas ganz wirr.
Es gibt auch passable Ferngläser im Bereich bis 300 Euro. Es muß ja zum Anfang nicht gleich ein ED (APO)- Fernglas sein.
Bei der Vergrößerung würde ich nicht auf 10x gehen. 8x reicht aus, weil das Beobachten am Himmel eben anders ist, als
terrestrisch. Das Fernglas wird nach oben gerichtet und da es eine Weile ruhig zu halten ist auf Dauer nicht ganz einfach.
Ich habe mir ein Canon 10x30IS deshalb angeschafft (Stabilisiert) Was inzwischen viel teuer ist aber leider aus den Budget fällt.

Bleibt noch als Alternative ein Stativ anzuschaffen (zusätzliche Kosten 100€ oder mehr).
Also die Gläser 8x nicht aus dem Blick lassen.

VG+CS Dieter
 
Hallo!
Ein Stativ hätte ich schon. So könnte ich es erst freihändig ausprobieren und dann gegebenenfalls auf ein Stativ wechseln.
Das ist dieser Punkt ja schon abgehakt :) Als Stativadapter muss man übrigens nicht die teuren der jeweiligen Fernglasmarke nehmen, da gibt es auch welche für weniger als 5 Euro die genau das selbe können.
Würde denn, um schon die ersten Objekte zu sehen, auch ein 10X50 Fernglas reichen?
Ich schaue sehr viel mit dem 10x50, eigentlich von meinen Ferngläsern am meisten (sonst habe ich noch 8x40, 15x60 und so ein Weitwinkeldingsi mit ungefähr zweifacher Vergrößerug das auch sehr nett ist, aber nicht die 200 Euro wert, für die solche Dinger oft angeboten werden). Wobei ich mir meistens eher mehr Vergrößerung wünsche als weniger.
Ist eine 7mm AP nun bei einem Bortle 4 Himmel zu groß und der Himmel hellt zu stark auf oder nicht?
Mit solchen Fragen beschäftige ich mich nicht und zwar deswegen, weil es mir vollkommen egal ist. Ich beobachte einfach durch das Fernglas und erfreue mich am Anblick. Bortle 4 dürfte ungefähr den Verhältnissen in unserem Garten entsprechen und nein, mit dem 10x50 Glas finde ich den Himmel nicht zu sehr aufgehellt.

Grüße
Maximilian
 
ihr macht ja den Phycoteas ganz wirr.
Es gibt auch passable Ferngläser im Bereich bis 300 Euro. Es muß ja zum Anfang nicht gleich ein ED (APO)- Fernglas sein.
Hallo Dieter,

Mein Budget liegt eigentlich bis 200€, jedoch wäre ich für ein sehr hochwertiges Glas, was perfekt zu mir passt, auch bereit 300€ zu bezahlen.
Zwischen passabel und sehr hochwertig liegen eben noch ein paar Klassen!
Und (APO) bei einem Handfernglas ist einfach Quatsch.

Die chinesischen Hersteller haben diesen Begriff jetzt gekapert um den geneigten Käufer zu suggerieren das ihre Ferngläser nochmal ganz was besonderes sind, ED, was auch schon wenig sagt reicht eben nicht mehr.

Andreas
 
Würde denn, um schon die ersten Objekte zu sehen, auch ein 10X50 Fernglas reichen?
Ist eine 7mm AP nun bei einem Bortle 4 Himmel zu groß und der Himmel hellt zu stark auf oder nicht?
Hi!

10x50 oder sogar 8x42 (besser freihändig zu halten) langt, für Objekte verweise ich auch mal auf meine Webseite:
Da geht einiges. 7x50 will wirklich dunklen Himmel – oder bietet dir den Vorteil, dass du es wegen der großen Austrittspupille freihändig besser halten kannst. Meine Favoriten sind gerade ein 8x42 Dachkankt und ein leider nicht mehr erhältliches Celestron Cometron 12x70. Meine schönste Andromeda-Galaxie habe ich im Noname 12x50 gesehen.

Ganz wichtig in der günstigen Preisklasse: Selber durchschauen, wenn möglich. Da gibt's einiges an Serienstreuung. Und schau nach Porro-Gläsern, die sind sperriger (mehr Masse und so etwas besser zu halten) und vor allem bei gleicher Qualität billiger, da einfacher herstellbar. Und Stativ lohnt sich.

Und das schöne am Fernglas ist, dass du ein paar Meter weiter rausgehen kannst. Da würde ich mir um die Austrittspupille nicht zu viel Sorgen machen – aber erstmal lieber 5 als 7 mm AP.

Clear Skies und viel Spaß,
Alex
 
Hallo,

wie ich durch die Links erfahren konnte, muss es also nicht zwingend eine 60mm Objektivöffnung sein, um schon viele Objekte sehen zu können.
Des Weiteren konnte ich entnehmen, dass ein Filter die Objekte deutlich sichtbarer macht. Wie wichtig ist so ein Filter und kennt ihr Ferngläser in meiner Preisklasse, bei denen ich Filter anbringen kann?

Gruß Phycoteas
 
Hallo Phycoteas,
ich lebe und beobachte auch unter einem Bortle 4 Himmel. Ein 10x50 ist da schon recht nett.
Ich selber habe ein älteres Porst 10x50 (122m auf 1000). Mal eben auf den Orionnebel halten geht schon freihändig. Willst du das Potential des Glases ausnutzen, dann empfiehlt sich ein Stativ und ein Stativadapter aus Metall. (Letzteren bekommt auch schon mal für 9,80€ bei einem lokalen Fotohändler.)
Mit einem 'lichtstärkeren' 7x50 konnte ich unter Bortle 4 den letztjährigen Komet C/2022 E3 nicht wahrnehmen, wegen der Hintergrundhelligkeit.
CS
Dirk
 
Neben den erwähnten Restriktionen bei der AP mit 7x50 sollte auch erwähnt werden, dass das scheinbare Feld bei 7x50 merklich kleiner ist (Ausnahme das Nikon WX und ein älteres Miyauchi) als bei bestimmten 8x40 oder 10x50 - bei denen kann wg. der verwendeten Feldblenden mehr durchgelassen werden. Ich würde auch ein 10x50 präferieren, das ist auch bei vielen Beobachtewrn das Arbeitspferd. Zehnfach erreicht bereits viele Messiers und andere helle Nebel anderer Kataloge. Bei dem schon erwähnten BafK erfährt man viel über die Beobachtungen mit diesen Modellen.

csm
 
Hallo,

AP hin, AP her, im alten Dörfli, vor unserem Umzug, verwendete ich ein günstiges 11x70 bei recht dunklem Himmel... Sicherlich keine Bortle2, aber schön dunkel... Anhand Erfahrung konnten Messier-Galaxien im grossen Wagen (51, 81 und 82, 101, 106, 109) immer wieder voller Verblüffung wahrgenommen werden, natürlich nur als Wölkchen... Schöne Erinnerungen...

Viele Grüsse

Markus
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die hilfreichen Antworten.
Es ist jetzt noch nicht ganz klar geworden, welche Fernglasgröße für mich am besten geeignet ist. Würdet ihr eher ein größeres in die Richtung von 9X63 mit 7mm AP empfehlen oder eher ein kleineres in die Richtung von 10X50 mit 5mm AP oder etwas dazwischen?

Gruß Phycoteas
 
Hallo, für mich persönlich ist ein Fernglas immer ein Universalinstrument gewesen..für alle Lebenslagen, gut transportabel..sollte für astronomische genauso wie für Naturbeobachtungen geeignet sein..wäre ich auf der Suche nach einem neuen unstabilisieren Glas würde die Wahl auf ein 8x42 fallen..vielseitiger geht's nicht..die Auswahl ist hoch und für 300€ gibt's befriedigende Qualität.. Gruß Olaf
 
Hi!

Entweder ein 10x50 Porro mit Blick auf Astro, oder ein 8x42 dann evtl. auch als Dachkant, das auch so genutzt wird – wahrscheinlich bleibt es eh nicht bei einem Fernglas, da passt dann ein 60-70mm schön als Ergänzung:-) Aber 8x40 Porro ist auch noch transportabel und wandertauglich.

Beste Grüße,
Alex
 
Nun bleibt die Frage, was für ein Fernglas benötige ich?

öhm, die Frage kann wer Missverstehen, wer Antworten auf Fragen gibt, die keiner gestellt hat. Forumsproblem.................. tsssss.
Also, nix Astrofotografie, APO, Achromat&Co.

Um die Frage entwickelnd zu fördern, auch ich rate zu einem Gebrauchtgerät im beabsichtigten Preisrahmen. Auf diesem müsste man sich dann einmal umschauen, sofern die Parameter feststehen. 8 oder 10fach mit einer AP von 4-5 mm dürften die Favoriten eingrenzen. Ein 10x40/42 erachte ich für den angesinnten Zweck für zielführend.
 
9X63 mit 7mm AP empfehlen oder eher ein kleineres in die Richtung von 10X50 mit 5mm AP oder etwas dazwischen?
ich empfehle dir erst einmal dort hin zu gehen, wo du die angedachten Gläser aus deiner Frage einmal annähernd testen kannst. Dann wirst du die Frage aus der Erfahrungswelt beantworten.
ICH vermute du wirst dann bei 8x40/42 -10x42 max. 50mm landen.
 
Hallo!
Es ist jetzt noch nicht ganz klar geworden, welche Fernglasgröße für mich am besten geeignet ist.
Das ist ungefähr so schwer zu beantworten wie die Frage, welches Abendessen heute für Dich am geeignetsten ist :)

Ich glaube das einzige was wirklich hilft ist Ausprobieren. Entweder Du kennst wen, der Ferngläser hat (niemand hat nur ein Fernglas, entweder keines oder mehrere...) und sie Dir für ein paar Nächte leiht, oder Du findest einen freundlichen Astrohändler, der Dir ein paar zur Auswahl schickt. Oder, und das ist bei sowas immer meine bevorzugte Methode, Du kaufst Dir beim eBay oder einer astronomischen Resterampe (z.B. www.astroboot.eu) ein paar richtig günstige Ferngläser in unterschiedlichen Größen. Die sind dann nicht scharf bis an den Rand und haben irgendwelche inneren Reflexe und stinken nach Chinesichem Plastik oder nach Großvaters Zigarren. Oder es ist noch das Blut vom letzten Wildschwein dran. Hab ich alles schon gehabt. Aber das Gesichtsfeld und die Austrittspupille, um die hier immer so ein Bohei veranstaletet wird, und die Helligkeit des Hintergrundes sind immer gleich. Und das, was Dir am meisten liegt, kaufst Du Dir dann in guter Qualität.

Grüße
Maximilian
 
Falls Essen in deiner Nähe liegt: Willkommen
Da werden bestimmt auch einige Ferngläser ausgestellt, und du kriegst ein Gefühl für Seheindruck, Gesichtsfeld, Augenabstand und wie sie in der Hand liegen.

Beste Grüße,
Alex
 
Das ist ungefähr so schwer zu beantworten wie die Frage, welches Abendessen heute für Dich am geeignetsten ist
sehe ich nicht so.
Seine Präferenzen wie Himmelqualität, Freihandnutzung und Investitionsgrenze specken die Speisekarte schon ganz schön ab. Ausgehend von diesen Parametern gibt es am Ende nur eine kleine Karte, aus der er seinen Hunger stillen kann. Alles andere generiert Blähungen, oder er verschluckt sich oder ist unverträglich. :)
 
Hallo!
... gibt es am Ende nur eine kleine Karte, aus der er seinen Hunger stillen kann.
Aber selbst wenn es auf dieser Speisekarte nur die beiden Gerichte „Fleisch“ und „Fisch“ gibt, hat er keine Möglichkeit sich zu entscheiden, wenn er nicht schonmal beides probiert hat. Da können ihm noch so viele Internetfuzzis die Vorzüge von Fleisch und Fisch runterbeten.

Grüße
Maximilian
 
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