Filter verschiedener Hersteller im Filterrad - problematisch? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Filter verschiedener Hersteller im Filterrad - problematisch?

Ramona23

Mitglied
Hallo ihr,

An meiner ZWO ASI 1600mm Pro Mono verwende ich derzeit die LRGB-Filter von Baader. Mit diesen bin ich auch sehr zufrieden. Eigentlich hätte ich gleich noch die Schmalbandfilter von Baader dazugekauft, diese sind allerdings nirgendwo mehr verfügbar. Jetzt überlege ich, die teuren Schmalbandfilter von Astrodon zu kaufen, die ihren Preis aber auch wert sein sollen. Jedoch wären die Filter nicht mehr homofokal zu meinen derzeitigen LRGB-Filtern.

Nun die Frage: Verwendet von euch jemand Filter verschiedener Hersteller, die nicht homofokal sind, und kann hierzu seine Erfahrungen schildern? Weiterhin frag ich mich, da ich noch nie einen Schmalbandfilter im Einsatz hatte, ob das Fokussieren mit Schmalbandfiltern problematisch ist, sodass hierzu ein homofokaler L-Filter nötig/ hilfreich wäre?

Schon mal vielen Danke für eure Hilfe,
Grüße Ramona.
 

DietSky

Mitglied
Hallo Ramona,
wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit den RGB-Filtern, liefert dein System für alle drei Farben die gleiche Fokusposition?
Ein L-Filter mit der gleichen Glasstärke wie die Schmalbandfilter hat schon Vorteile, da du nicht so helle Sterne zum Fokussieren benötigst, bzw. , falls deine Fokussoftware dies unterstützt, du auch im Fullframe-Modus fokussieren kannst, da einfach mehr Sterne im Bildfeld dafür nutzbar sind.
Mit einem Motorfokussierer ist die ganze Geschichte jedoch unerheblich. Hier ermittelst Du einmalig die Fokusdifferenz zwischen den einzelnen Filtern, und lässt den Fokussierer jeweils die Korrekturwerte berücksichtigen.

CS Dietmar
 

castro.pic

Mitglied
Hallo Ramona,

ich hatte vor einigen Jahren für einige Zeit Astrodon LRGB mit Astronomik SOH gemischt im Filterrad.
Fokussieren ging eigentlich, da ich Ha für SO benutze, aber was mich am meisten gestört hatte war das ich beim wechseln von LRGB nach SHO und zurück meinen OAG anpassen musste weil die Astrodon 3mm und die Astronomik nur 1mm dicke haben.
Auch passte bei meinem f4 Newton der Korrektor abstand nicht für beide Filter perfekt.
Der ändert sich ja bei 1mm Filter dicke um 1/3 und das sieht man bei 2mm Unterschied an den Ecken.
Hab dann irgendwann die SHO von Astronomik rausgeschmissen und mir einen h-alpha von Astrodon dazugekauft.
An meinem Samyang 138 habe ich die Astrodon LRGB mit einem ha von Baader gemischt.
Da bei f2 der Abstand noch wichtiger ist, habe ich den Baader mit einem 1mm Klarglas von Astronomik auf die selbe Dicke gebracht.
Muss da für ha zwar trotzdem fokussieren aber der Abstand passt und somit auch die Sternabbildung.
Somit, ja man kann mischen, du bekommst aber je Lichtstärker die Optik ist einige Probleme die man beachten muss.

Gruß
Carsten
 

Ramona23

Mitglied
wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit den RGB-Filtern, liefert dein System für alle drei Farben die gleiche Fokusposition?
Das kann ich so noch nicht beantworten. Habe die Filter erst seit kurzem. Da die Nächte bei mir im Moment sehr wolkenbelastet sind, belichte ich i.d.R. pro Nacht nur mit einem der vier Filter. Somit wurde die Fokuseinstellung stets auf den aktuell im Filterrad befindlichen Filter vorgenommen. Aus diesem Grund wäre für mich auch das von Filter zu Filter neu fokussieren nicht schlimm gewesen, vorausgesetzt ein Fokussieren mit Schmalbandfiltern ist problemlos möglich. Lediglich mit dem L und R Filter habe ich in einer Nacht belichtet. Zumindest da konnte ich keine negativen Abweichungen in der Fokuseinstellung feststellen. Neue Probleme ergeben sich jedoch mit dem von Carsten erwähnten Abstand zum Korrektor:

Auch passte bei meinem f4 Newton der Korrektor abstand nicht für beide Filter perfekt.
Ich habe den Skywatcher Esprit 120 ED Apo mit F7. Das mit dem Korrektor habe ich nicht bedacht.

Habe ich das richtig verstanden: Angenommen ich würde mir das komplette Set von Astrodon, also LRGB und Schmalbandfilter in einer Dicke von jeweils 3mm, kaufen, müsste ich an dem Abstand Korrektor und Kamerasensor eine Korrektur vornehmen?

Vielen Dank für die Antworten.
 

GalaxieFinder

Mitglied
Hallo Ramona,

theoretisch ja. Zum Korrektorabstand, den der Hersteller angibt, musst du 1/3 der Filterdicke addieren. Bei den Baader-Filtern wären das 0.66 mm, bei den Astrodons 1 mm. Ob du am Bild einen Unterschied erkennst, wenn du diese letzten 0.34 mm nicht mehr anpasst, hängt von deinem Setup ab. Ein f/4 Newton ist da sicherlich empfindlicher als ein f/7 APO.

LG, Markus
 

Raumfisch

Mitglied
Ich nutze IDAS, Baader, Astronomik und 1x Astrodon. Bei meinen APOs (F4.5 - F7) habe ich immer 1mm extra im ImageTrain eingebaut und bisher keine Unterschiede in der Randabbildung feststellten können.
Die Fokusposition ist aber quasi bei jedem Filter-Hersteller anders; beim Doublet (72/432) sogar bei den Baader Filtern untereinander.

Bei der 1600 und den Astrodon Filtern kann es trotzdem zu HALOs kommen. Das liegt aber an diesen Microlinsen und dem Deckglas der 1600.
Nicht das du nachher enttäuscht bist, bei der Stange Geld die du raushauen möchtest.
Alternativ kannst du ja mal bei Optolong oder Astronomik nach Lieferzeiten schauen; nicht nur SETs auch einzelne Filter suchen.

Oder CHROMA als 100%ige Astrodon-Alternative (ein klein wenig günstiger).
 

TriffiD

Mitglied
Hallo!
Ich benutze einen kompletten Satz von Astronomik-Filtern (LRGBHSO), die allesamt sehr schön homofokal sind. Ich fokussiere beim Filterwechsel zwar immer nach, aber das ist mehr Pflichtbewusstsein als alles andere.
Für die Luminanz verwende ich gelegentlich auch einen IDAS-Filter und da ist der Unterschied wiederum sehr deutlich. Da geht es mir wie Carsten: Der OAG muss nachgestellt werden. Außerdem muss man wegen der veränderten Fokusposition (theoretisch) vor dem Wechsel Flats erstellen. Das nervt etwas, aber ich plane meine Aufnahmesitzungen mittlerweile so, dass ich in einer Nacht nur Luminanz sammle und lege RGB dann ein andermal nach. Aber wenn man nicht dauernd hin- und herwechselt, ist das letztlich auch zumutbar.
Nebenbei: Ich kenne die Astrodon-Filter nicht persönlich, aber ich bin mit den (auch schon nicht billigen) Astronomik-Filtern vor meiner ZWO ASI 1600mm Pro immer sehr zufrieden. Lohnt es sich wirklich, so viel Geld für diese Filter auszugeben? Ich hätte da Zahnschmerzen.
Gruß
Sebastian
 

TriffiD

Mitglied
Ach, nach dem Fokussieren hast du auch noch gefragt. Also ich habe da keine Probleme, direkt durch den Schmalbandfilter zu fokussieren. Man muss das Fokusbild sicherlich etwas länger belichten, aber das geht schon.
 

Bowman41

Mitglied
Hallo Forum,

ich überlege auch gerade, mir einen Satz Schmalbandfilter zuzulegen, da ich aus der Stadt heraus fotografiere mitten im Ruhrgebiet. Die Überlegung, ob ZWO, Astronomik oder Baader, 12 oder 6nm, fällt mir sehr schwer. LRGB habe ich von ZWO (Asi1600mm Pro im Set geholt), aber Tendenz geht leicht zu Astronomik (12nm) , auch weil ich immer wieder lese, dass die Filter von ZWO eher nicht empfohlen werden. Wie sind eure Erfahrungen?

CS Michael
 
Oben