olli.mit.zwei.l
Aktives Mitglied
Hallo werte Astrogemeinde.
Heute war es dann also soweit.
Aufgrund eines tollen Geburtstagsgeschenks von meinem Bruder @Schwastian Beinsteiger, den Baader C2 Kometenfilter, drängte sich ein Vergleichstest auf, da die Bandbreite des C2 Filters auch die Mg B2 Linien der Sonne enthält.
Manchmal gehen die Dinge ganz schnell, den Filter gerade erst bekommen, habe ich heute super klares Wetter.
Das Seeing wechselte durch alle Kategorien, was sowohl einen Vergleich an kleinen Details als auch der Seeingempfindlichkeit zuließ.
Also bewaffnete ich mich mit meiner Filterbaterie und Kaffee, und baute alles auf.
Der Imagetrain
Skywatcher Evostar 120 ED, Baader Cool Ceramic Herschelkeil
(*Testfilter hier einfügen)
Baader ND3
Baader 1,7x GWK (bei diesem Fokusabstand 1,5x)
Baader Großfeldbino
2x Morpheus 12,5mm bzw 9mm
Filter
Astronomik OIII 12nm
Baader C2 15nm
Baader SC 10nm
Baader RGB Kit
Baader ND 0,6
Baader ND 1,8
Baader UV/IR Cut
Erkenntniss 1
Der Astronomik passt vom Fassungsaußendurchmesser nicht in den Herschelkeil.
Doof bzw schade
Erkenntnis 2
Die Helligkeit durch die Halbwertsbreiten haben enormen Einfluss auf die Detailwahrnehmung, deswegen kamen zusätzliche NDs ins Spiel.
Während die Schmalbandfilter mit dem ND3 allein hervorragend harmonierten,
machten die RGB Filter einen zusätzlichen ND 0,6 erforderlich, Vollspektrum sogar einen ND 0,9, um ein ähnlich angenehmes und förderliches Beobachtungsergebnis zu bekommen.
Erkenntnis 3
Die Abhängigkeit des Seeings von der Wellenlänge ist absolut deutlich, die Abhängigkeit der Auflösung von der selben war weniger deutlich, aber dennoch sichtbar, obwohl die Mathematik da einen noch stärkeren Einfluss suggeriert.
Ich legte bei der Beobachtung mein Hauptaugenmerk auf Granulation, Penumbrafilamente sowie Fackelgebiete.
Was die meisten wohl am brennendsten Interessiert, ist der direkte Vergleich vom SC zum B2 Filter. Überrascht war ich selbst aber vom RGB Kit, insbesondere dem Grünen.
Im Grunde zeigt der B2 genau das selbe wie der SC. Für mich gibt es keinen echten Unterschied, der auch nur annähernd Kaufentscheident wäre. Außer dem kühleren leicht blaustichigem Grün des B2 gegen das warme Grün vom SC ist das gesehene im Grunde das selbe.
Die Fackelgebiete waren bei beiden absolut gleich differenziert, im SC waren sie am Rand vllt sogar etwas deutlicher, kann aber eher der etwas geringeren Helligkeit geschuldet sein, Fackelgebiete reagieren mit ihrem subjektiv empfundenen Kontrast schon auf kleinen Helligkeitsunterschiede.
Interessant fand ich die Tatsache, dass die Granulation und die Penumbrafilamente eher von etwas mehr Helligkeit und etwas mehr Bandbreite profitieren.
Das beste Bild von der Granulation und der Fleckenstrukturen bekam ich mit dem RGB G und B. Der G zusammen mit dem ND 0,6 sowie dem B zusammen mit dem UV/IR Cut. Die Fackelgebiete zeigten sich auch hier sehr ähnlich zu SC und B2, aber minimal schwächer im Kontrast. Das selbe Bild zeigte sich im Vollspektrum, wenn auch hier die Seeingempfindlichkeit deutlich zunahm.
RGB R zeigte deutlich reduziertes Seeing, aber sowohl schwächeren Kontrast der Fackeln, als auch der Penumbrafilamente und auch der Granulation, was wohl der schlechteren Auflösungsfähigkeit bei langen Wellenlängen geschuldet ist, aber auch kleine Details waren nach wie vor aufgelöst, nur halt mit weniger Kontrast.
RGB Blau war zuerst arg unangenehm in den Augen, er geht aber auch bis 395nm runter. Ein Baader UV/IR Cut bremste das auf 420nm ein und löste das Problem. Das Seeing schlägt hier natürlich am heftigsten rein, aber in den wenigen mit diesem Filter heute nutzbaren Momenten war die Differenzierung der Penumbra und der Granulation phänomenal.
Fazit
1
Baader hat mit dem SC auf jeden Fall einen Sweet Spot getroffen. Er bleibt für mich der beste Kompromiss aus allen Facetten.
2
Der B2 kann hier keine weiteren Punkte gewinnen, verliert dem SC gegenüber aber auch keinen einzigen Punkt.
3
Ein RGB Kit lohnt sich definitiv. Bei einem farbreinen System ist der G nahezu gleichwertig, etwas schlechter bei den Fackeln, etwas besser bei Flecken und Granulation.
Der R bremst spürbar das Seeing ein, und der B zieht den Auflösungsjoker wenn das Seeing mal richtig gut ist.
4
Vollspektrum ist nahezu gleichauf mit RGB G, ist aber empfindlicher gegen Seeing.
5
Alle meine Baader Filter sind Visuell absolut Homofokal. Nachfokussieren war nur bei einer Änderung der Filteranzahl nötig.
6
Der ED 120 hat in keinem Szenario irgendetwas von einem Farbfehler sehen lassen.
Ich hoffe, der Testbericht gefällt.
Fragen, Wünsche, Anregungen und konstruktive Kritik sind sehr Willkommen.
LG
Olli
Heute war es dann also soweit.
Aufgrund eines tollen Geburtstagsgeschenks von meinem Bruder @Schwastian Beinsteiger, den Baader C2 Kometenfilter, drängte sich ein Vergleichstest auf, da die Bandbreite des C2 Filters auch die Mg B2 Linien der Sonne enthält.
Manchmal gehen die Dinge ganz schnell, den Filter gerade erst bekommen, habe ich heute super klares Wetter.
Das Seeing wechselte durch alle Kategorien, was sowohl einen Vergleich an kleinen Details als auch der Seeingempfindlichkeit zuließ.
Also bewaffnete ich mich mit meiner Filterbaterie und Kaffee, und baute alles auf.
Der Imagetrain
Skywatcher Evostar 120 ED, Baader Cool Ceramic Herschelkeil
(*Testfilter hier einfügen)
Baader ND3
Baader 1,7x GWK (bei diesem Fokusabstand 1,5x)
Baader Großfeldbino
2x Morpheus 12,5mm bzw 9mm
Filter
Astronomik OIII 12nm
Baader C2 15nm
Baader SC 10nm
Baader RGB Kit
Baader ND 0,6
Baader ND 1,8
Baader UV/IR Cut
Erkenntniss 1
Der Astronomik passt vom Fassungsaußendurchmesser nicht in den Herschelkeil.
Doof bzw schade
Erkenntnis 2
Die Helligkeit durch die Halbwertsbreiten haben enormen Einfluss auf die Detailwahrnehmung, deswegen kamen zusätzliche NDs ins Spiel.
Während die Schmalbandfilter mit dem ND3 allein hervorragend harmonierten,
machten die RGB Filter einen zusätzlichen ND 0,6 erforderlich, Vollspektrum sogar einen ND 0,9, um ein ähnlich angenehmes und förderliches Beobachtungsergebnis zu bekommen.
Erkenntnis 3
Die Abhängigkeit des Seeings von der Wellenlänge ist absolut deutlich, die Abhängigkeit der Auflösung von der selben war weniger deutlich, aber dennoch sichtbar, obwohl die Mathematik da einen noch stärkeren Einfluss suggeriert.
Ich legte bei der Beobachtung mein Hauptaugenmerk auf Granulation, Penumbrafilamente sowie Fackelgebiete.
Was die meisten wohl am brennendsten Interessiert, ist der direkte Vergleich vom SC zum B2 Filter. Überrascht war ich selbst aber vom RGB Kit, insbesondere dem Grünen.
Im Grunde zeigt der B2 genau das selbe wie der SC. Für mich gibt es keinen echten Unterschied, der auch nur annähernd Kaufentscheident wäre. Außer dem kühleren leicht blaustichigem Grün des B2 gegen das warme Grün vom SC ist das gesehene im Grunde das selbe.
Die Fackelgebiete waren bei beiden absolut gleich differenziert, im SC waren sie am Rand vllt sogar etwas deutlicher, kann aber eher der etwas geringeren Helligkeit geschuldet sein, Fackelgebiete reagieren mit ihrem subjektiv empfundenen Kontrast schon auf kleinen Helligkeitsunterschiede.
Interessant fand ich die Tatsache, dass die Granulation und die Penumbrafilamente eher von etwas mehr Helligkeit und etwas mehr Bandbreite profitieren.
Das beste Bild von der Granulation und der Fleckenstrukturen bekam ich mit dem RGB G und B. Der G zusammen mit dem ND 0,6 sowie dem B zusammen mit dem UV/IR Cut. Die Fackelgebiete zeigten sich auch hier sehr ähnlich zu SC und B2, aber minimal schwächer im Kontrast. Das selbe Bild zeigte sich im Vollspektrum, wenn auch hier die Seeingempfindlichkeit deutlich zunahm.
RGB R zeigte deutlich reduziertes Seeing, aber sowohl schwächeren Kontrast der Fackeln, als auch der Penumbrafilamente und auch der Granulation, was wohl der schlechteren Auflösungsfähigkeit bei langen Wellenlängen geschuldet ist, aber auch kleine Details waren nach wie vor aufgelöst, nur halt mit weniger Kontrast.
RGB Blau war zuerst arg unangenehm in den Augen, er geht aber auch bis 395nm runter. Ein Baader UV/IR Cut bremste das auf 420nm ein und löste das Problem. Das Seeing schlägt hier natürlich am heftigsten rein, aber in den wenigen mit diesem Filter heute nutzbaren Momenten war die Differenzierung der Penumbra und der Granulation phänomenal.
Fazit
1
Baader hat mit dem SC auf jeden Fall einen Sweet Spot getroffen. Er bleibt für mich der beste Kompromiss aus allen Facetten.
2
Der B2 kann hier keine weiteren Punkte gewinnen, verliert dem SC gegenüber aber auch keinen einzigen Punkt.
3
Ein RGB Kit lohnt sich definitiv. Bei einem farbreinen System ist der G nahezu gleichwertig, etwas schlechter bei den Fackeln, etwas besser bei Flecken und Granulation.
Der R bremst spürbar das Seeing ein, und der B zieht den Auflösungsjoker wenn das Seeing mal richtig gut ist.
4
Vollspektrum ist nahezu gleichauf mit RGB G, ist aber empfindlicher gegen Seeing.
5
Alle meine Baader Filter sind Visuell absolut Homofokal. Nachfokussieren war nur bei einer Änderung der Filteranzahl nötig.
6
Der ED 120 hat in keinem Szenario irgendetwas von einem Farbfehler sehen lassen.
Ich hoffe, der Testbericht gefällt.
Fragen, Wünsche, Anregungen und konstruktive Kritik sind sehr Willkommen.
LG
Olli