R_Andreas
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N'abend!
Endlich - nach über zwei Wochen astronomischer Sendepause hier am Niederrhein konnte heute das neue gebrauchte Teleskop aufgebaut werden. Nach der Durststrecke hat uns Petrus mit außergewöhnlich guter Durchsicht und sehr gutem Seeing belohnt.
Was macht man zuerst, wenn man ein neues Teleskop hat? Richtig, erst mal auf einen Doppelstern halten und mit dem Gerät Tacheles reden. Ich probiere also Epsilon Lyrae, der steht fast im Zenit. Als erstes mache ich den obligatorischen Refraktorkniefall, um das Sternchen einzustellen.
Bereits bei 36-facher Vergrößerung sind die beiden Sterne leicht oval, ist vielleicht auch Einbildung. Mit dem 8,5 mm Pentax XF (100-fach) sind die beiden Einzelkomponenten klar getrennt, Beugungsringe tauchen noch nicht auf. Danach kommt das 5 mm Okular in den OAZ (172-fach), es kommt das echte Refrakto-Feeling auf, die vier Sterne stehen ruhig und weit getrennt im Blickfeld, erste Beugungserscheinungen tauchen auf. Ich "barlowe" diese Kombination 2x, er ergibt sich die 344-fache Vergrößerung, just for fun. Erstaunt nehme ich zur Kenntnis, dass das Fokussieren problemlos geht, das Bild bricht nicht ein, etwas mehr Steulicht um die inzwischen weit auseinander stehenden Doppel macht sich bemerkbar. Die Bedingungen sind wirklich gut, schade, dass keiner der hellen Planeten am Himmel steht.
Es ist bekannt, dass an Doppelsternen mit Gewinn höher vergrößert werden kann, als an jedem anderen Objekt, die echte Maximalvergrößerung konnte also nicht ausgetestet werden.
Danach probiere ich M13, er wird schön aufgelöst, natürlich nicht so spektakulär, wie in dem verflossenen 10" Dobson. Der Hantelnebel hingegen zeigt sich kontrastreicher, einfach ästhetischer.
Zum Schluss wende ich mich dem Schwan zu, es kommt ausschließlich das 24 Pano mit OIII zum Einsatz. Der Cirrusnebel, besonders der Ostteil, ist überaus detailreich mit vielen Filamenten gut strukturiert zu sehen. Fast wie auf nicht sehr lange belichteten Fotos, nur in s/w.
Abschließend, es wird langsam kühl, schaue ich noch den Nordamerikanebel an. Die Beobachtung ähnelt in ihrem Detaillierungsgrad dem Anblick aus den Alpen (Tallage aufgehellt) mit 4" Apo-Öffnung, Mexiko zeigt sich deutlich, noch Norden hin zerfließt der Nebel irgendwo bei den großen Seen...
Der Pelikannebel ist allerdings nur zu erahnen, man bildet sich gerne eine Sichtung ein.
Alles in allem habe ich Vertrauen zu dem Gerät gefasst und freue mich schon auf die kommenden Herbstnächte.
Viele Grüße
Andreas
Endlich - nach über zwei Wochen astronomischer Sendepause hier am Niederrhein konnte heute das neue gebrauchte Teleskop aufgebaut werden. Nach der Durststrecke hat uns Petrus mit außergewöhnlich guter Durchsicht und sehr gutem Seeing belohnt.
Was macht man zuerst, wenn man ein neues Teleskop hat? Richtig, erst mal auf einen Doppelstern halten und mit dem Gerät Tacheles reden. Ich probiere also Epsilon Lyrae, der steht fast im Zenit. Als erstes mache ich den obligatorischen Refraktorkniefall, um das Sternchen einzustellen.
Bereits bei 36-facher Vergrößerung sind die beiden Sterne leicht oval, ist vielleicht auch Einbildung. Mit dem 8,5 mm Pentax XF (100-fach) sind die beiden Einzelkomponenten klar getrennt, Beugungsringe tauchen noch nicht auf. Danach kommt das 5 mm Okular in den OAZ (172-fach), es kommt das echte Refrakto-Feeling auf, die vier Sterne stehen ruhig und weit getrennt im Blickfeld, erste Beugungserscheinungen tauchen auf. Ich "barlowe" diese Kombination 2x, er ergibt sich die 344-fache Vergrößerung, just for fun. Erstaunt nehme ich zur Kenntnis, dass das Fokussieren problemlos geht, das Bild bricht nicht ein, etwas mehr Steulicht um die inzwischen weit auseinander stehenden Doppel macht sich bemerkbar. Die Bedingungen sind wirklich gut, schade, dass keiner der hellen Planeten am Himmel steht.
Es ist bekannt, dass an Doppelsternen mit Gewinn höher vergrößert werden kann, als an jedem anderen Objekt, die echte Maximalvergrößerung konnte also nicht ausgetestet werden.
Danach probiere ich M13, er wird schön aufgelöst, natürlich nicht so spektakulär, wie in dem verflossenen 10" Dobson. Der Hantelnebel hingegen zeigt sich kontrastreicher, einfach ästhetischer.
Zum Schluss wende ich mich dem Schwan zu, es kommt ausschließlich das 24 Pano mit OIII zum Einsatz. Der Cirrusnebel, besonders der Ostteil, ist überaus detailreich mit vielen Filamenten gut strukturiert zu sehen. Fast wie auf nicht sehr lange belichteten Fotos, nur in s/w.
Abschließend, es wird langsam kühl, schaue ich noch den Nordamerikanebel an. Die Beobachtung ähnelt in ihrem Detaillierungsgrad dem Anblick aus den Alpen (Tallage aufgehellt) mit 4" Apo-Öffnung, Mexiko zeigt sich deutlich, noch Norden hin zerfließt der Nebel irgendwo bei den großen Seen...
Der Pelikannebel ist allerdings nur zu erahnen, man bildet sich gerne eine Sichtung ein.
Alles in allem habe ich Vertrauen zu dem Gerät gefasst und freue mich schon auf die kommenden Herbstnächte.
Viele Grüße
Andreas