First Light 130/860 Refraktor

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R_Andreas

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N'abend!

Endlich - nach über zwei Wochen astronomischer Sendepause hier am Niederrhein konnte heute das neue gebrauchte Teleskop aufgebaut werden. Nach der Durststrecke hat uns Petrus mit außergewöhnlich guter Durchsicht und sehr gutem Seeing belohnt.

Was macht man zuerst, wenn man ein neues Teleskop hat? Richtig, erst mal auf einen Doppelstern halten und mit dem Gerät Tacheles reden. Ich probiere also Epsilon Lyrae, der steht fast im Zenit. Als erstes mache ich den obligatorischen Refraktorkniefall, um das Sternchen einzustellen.

Bereits bei 36-facher Vergrößerung sind die beiden Sterne leicht oval, ist vielleicht auch Einbildung. Mit dem 8,5 mm Pentax XF (100-fach) sind die beiden Einzelkomponenten klar getrennt, Beugungsringe tauchen noch nicht auf. Danach kommt das 5 mm Okular in den OAZ (172-fach), es kommt das echte Refrakto-Feeling auf, die vier Sterne stehen ruhig und weit getrennt im Blickfeld, erste Beugungserscheinungen tauchen auf. Ich "barlowe" diese Kombination 2x, er ergibt sich die 344-fache Vergrößerung, just for fun. Erstaunt nehme ich zur Kenntnis, dass das Fokussieren problemlos geht, das Bild bricht nicht ein, etwas mehr Steulicht um die inzwischen weit auseinander stehenden Doppel macht sich bemerkbar. Die Bedingungen sind wirklich gut, schade, dass keiner der hellen Planeten am Himmel steht.

Es ist bekannt, dass an Doppelsternen mit Gewinn höher vergrößert werden kann, als an jedem anderen Objekt, die echte Maximalvergrößerung konnte also nicht ausgetestet werden.

Danach probiere ich M13, er wird schön aufgelöst, natürlich nicht so spektakulär, wie in dem verflossenen 10" Dobson. Der Hantelnebel hingegen zeigt sich kontrastreicher, einfach ästhetischer.

Zum Schluss wende ich mich dem Schwan zu, es kommt ausschließlich das 24 Pano mit OIII zum Einsatz. Der Cirrusnebel, besonders der Ostteil, ist überaus detailreich mit vielen Filamenten gut strukturiert zu sehen. Fast wie auf nicht sehr lange belichteten Fotos, nur in s/w.

Abschließend, es wird langsam kühl, schaue ich noch den Nordamerikanebel an. Die Beobachtung ähnelt in ihrem Detaillierungsgrad dem Anblick aus den Alpen (Tallage aufgehellt) mit 4" Apo-Öffnung, Mexiko zeigt sich deutlich, noch Norden hin zerfließt der Nebel irgendwo bei den großen Seen...
Der Pelikannebel ist allerdings nur zu erahnen, man bildet sich gerne eine Sichtung ein.

Alles in allem habe ich Vertrauen zu dem Gerät gefasst und freue mich schon auf die kommenden Herbstnächte.

Viele Grüße
Andreas
 
N'abend!

Endlich - nach über zwei Wochen astronomischer Sendepause hier am Niederrhein konnte heute das neue gebrauchte Teleskop aufgebaut werden. Nach der Durststrecke hat uns Petrus mit außergewöhnlich guter Durchsicht und sehr gutem Seeing belohnt.

Was macht man zuerst, wenn man ein neues Teleskop hat? Richtig, erst mal auf einen Doppelstern halten und mit dem Gerät Tacheles reden. Ich probiere also Epsilon Lyrae, der steht fast im Zenit. Als erstes mache ich den obligatorischen Refraktorkniefall, um das Sternchen einzustellen.

Bereits bei 36-facher Vergrößerung sind die beiden Sterne leicht oval, ist vielleicht auch Einbildung. Mit dem 8,5 mm Pentax XF (100-fach) sind die beiden Einzelkomponenten klar getrennt, Beugungsringe tauchen noch nicht auf. Danach kommt das 5 mm Okular in den OAZ (172-fach), es kommt das echte Refrakto-Feeling auf, die vier Sterne stehen ruhig und weit getrennt im Blickfeld, erste Beugungserscheinungen tauchen auf. Ich "barlowe" diese Kombination 2x, er ergibt sich die 344-fache Vergrößerung, just for fun. Erstaunt nehme ich zur Kenntnis, dass das Fokussieren problemlos geht, das Bild bricht nicht ein, etwas mehr Steulicht um die inzwischen weit auseinander stehenden Doppel macht sich bemerkbar. Die Bedingungen sind wirklich gut, schade, dass keiner der hellen Planeten am Himmel steht.

Es ist bekannt, dass an Doppelsternen mit Gewinn höher vergrößert werden kann, als an jedem anderen Objekt, die echte Maximalvergrößerung konnte also nicht ausgetestet werden.

Danach probiere ich M13, er wird schön aufgelöst, natürlich nicht so spektakulär, wie in dem verflossenen 10" Dobson. Der Hantelnebel hingegen zeigt sich kontrastreicher, einfach ästhetischer.

Zum Schluss wende ich mich dem Schwan zu, es kommt ausschließlich das 24 Pano mit OIII zum Einsatz. Der Cirrusnebel, besonders der Ostteil, ist überaus detailreich mit vielen Filamenten gut strukturiert zu sehen. Fast wie auf nicht sehr lange belichteten Fotos, nur in s/w.

Abschließend, es wird langsam kühl, schaue ich noch den Nordamerikanebel an. Die Beobachtung ähnelt in ihrem Detaillierungsgrad dem Anblick aus den Alpen (Tallage aufgehellt) mit 4" Apo-Öffnung, Mexiko zeigt sich deutlich, noch Norden hin zerfließt der Nebel irgendwo bei den großen Seen...
Der Pelikannebel ist allerdings nur zu erahnen, man bildet sich gerne eine Sichtung ein.

Alles in allem habe ich Vertrauen zu dem Gerät gefasst und freue mich schon auf die kommenden Herbstnächte.

Viele Grüße
Andreas

Tach!

Hört sich doch schonmal recht gut an, was der Vixen so zeigt. Erzähl mal mehr beim Stammtisch, bin gespannt.

Grüsse Hannes
 
Guten Abend Andreas,
ich erfreue mich seit ca. 2 Jahren an dem Vixen ED 130 (ich denke mal, das es sich um dieses Gerät handelt). Ausschlaggebend war auch der Testbericht von W. Paech. Ich habe einen ausführlichen first-light-Bericht in unserer Vereinszeitschrift verfasst, den man unter www.sternfreunde-muenster.de nachlesen kann.


Wide skies

Peter
 
Hallo Peter,

einen interessanten Bericht hast Du da verfasst. Besonders überraschend für mich war, dass sich die Brennweite ohne den Korrektor, ich hatte ihn natürlich auch entfernt, deratig verändert. Dann sind meine Vergrößerungsangaben ja alle falsch gewesen. Demnächst werde ich mal über das Gesichtsfelde eines nicht verzeichnenden Okulars versuchen, die Brennweite zu bestimmen.

Gerne würde ich mal durch ein Abbe Okular schauen, aber man bekommt sie fast gar nicht mehr, weder günstig noch teuer.

Das Gerät ist übrigens genau der Vixen ED von W. Paech, so dass ich mir über eine mögliche Serienstreuung keine Gedanken gemacht habe. Das geringe Gewicht von unter 6 kg war mit ein kaufentscheidendes Merkmal, und ein farbreiner Fünfzöller war schon immer mein Traum, bezogen auf eine "Einrohrstrategie".

@Hannes: Danke nochmal für Deine Beratug vor dem Kauf, die Entscheidung war sicherlich besser, als den großen 6" Meade ED zu nehmen, noch länger und schwerer sollte das Rohr wirklich nicht sein. Ich muss es schließlich immer bewegen.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

Glückwunsch zu Deinem schönen Gerät. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Hatte auch mal einen ED 130/860 und war von ihm sehr angetan. Sehr gute Verarbeitung und schön leicht. Ist allerdings durch die nicht einschiebbare Taukappe schon ganz schön lang. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />
Habe den guten Auszug noch mit einer Untersetzung versehen.
Auch fotografisch machte er eine gute Figur.
Trotzdem kann man ihn meines Erachtens nicht als farbrein bezeichnen. Bei Vergrößerungen ab 200x ist am Mond und besonders Jupiter schon "deutlich" ein geringer Farbfehler auszumachen. Würde ja auch jeglicher Optiktheorie wiedersprechen, das ein 5" 2linsiger ED um F7 farbrein abbilden kann.
Wenn Du ihn günstig bekommen hast, ist es ein guter Kauf und Du wirst viel Freude mit ihm haben.

Viele Grüße Leo
 
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