Flakfernglas 10*80 original WH | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Flakfernglas 10*80 original WH

Alnitak

Mitglied
Hallo an alle Binofreunde,
ich könnte über einen Bekannten ein original 10*80 Wehrmacht Flakfernglas bekommen. Optischer Zustand einwandfrei.
Nun wollte ich mal nachfragen ob jemand Erfahrung im Bereich Okulare hat. Ich meine...ist es bei der Bauart machbar andere Okus als nur die originalen zu nutzen. Wenn man z.b. Verlangerungshülsen drehen lässt etc....?
Würde mich sehr über Tipps freuen, da immerhin der tolle Komet am kommen ist
Grüße
Christian
 

portaball

Mitglied
Ich kenne zumindest einen Umbau auf 2" Wechselokulare und das Ergebnis ist wirklich toll.
Die guten 80mm Optiken in Verbindung mit schönen Nagler Okularen haben schon was, es bleiben aber halt "nur" 80mm
Wenn man Anschaffungspreis und Umbaukosten rechnet wird das finanziell schon grenzwertig...

Grüße Jochen
 

Felix42

Mitglied
Hallo Christian,

kommt auf die Okulare an der Fokus liegt recht weit innen so daß es evtl Adapter braucht mit denen sich die Okulare versenkt montieren lassen. Für 15mm Hensoldt-Okulare kann ich mit den Maßen weiterhelfen. Das ergibt dann etwa 23x80 und knapp 4mm AP und ist für Kometen auch aus der Stadt nett. Ist halt ein schwerer Brocken aber wenn der Zustand wirklich gut ist ein schönes Beobachtungsgerät. Aber wie Jochen schreibt: je nach Gesamt Kosten für Glas + Okulare und Adapter kann ein modernes Glas günstiger sein. Das olle D.F. macht trotzdem Spaß ich besitze meins leider nicht mehr.


Viele Grüße Felix
 

Felix42

Mitglied
Fällt mir gerade noch ein: beim Okulare rausschrauben auf jeden Fall !!! die kleinen Madenschrauben auf der Vorder/Oberseite rausschrauben die die Feingewinde der Okus sichern - sonst knirsch...


Viele Grüße Felix
 

Alnitak

Mitglied
Hallo Jochen und Felix,
ich freu mich das Ihr euch gemeldet habt. Danke Felix für den ''Knirschtipp''..😉
Ich werd mal sehen. Wenn es preislich um die 700 - 800€ käme...
Ich hatte mir die Apm und Fixen etc. angeschaut. Man schweift ja zu gerne dann immer etwas höher, so in Richtung 120er Öffnung. Aber mal ehrlich.....die 100er Klasse ist ja bereits schon recht stramm vom Preis. Und da handelt es sich nicht mal um APO oder diese Semiapos.
Vor einigen Jahren kam doch mal ein schwarzes Vixen mit 88er Optik und 90grad Einblick auf den Markt. Sind aber doch schon 15 Jahre her. Da hatte ich immer Spaß dran.
Grüße
 

portaball

Mitglied
Auf diesem Link ist das erwähnte und von Herrn Wellnitz umgebaute Glas zu sehen, unten links hinter dem blauen Aspectem:

https://www.freunde-der-nacht.net/über-uns/christopher/

Der große Vorteil dieser Flak Gläser sind ihre unglaublich große Prismen wodurch sehr große und voll ausgeleuchtete Gesichtsfelder möglich werden.

Dennoch sind das absolute Spezialistengläser und ich würde einen solchen Umbau beim heutigen Angebot an sehr guten Gläsern in jeder Größe nicht mehr machen.
Alleine das hohe Gewicht bei nur 80mm Öffnung muss man akzeptieren wollen :)

Grüße Jochen
 

Felix42

Mitglied
Hallo zusammen,


bei den Umbauten von Hern Wellnitz wurden meines Wissens nach auch die originalen Objektive getauscht gegen Zeiss "C" Ojektive (unter dem Foto steht z.B.: 80/550 original ist 80/350) dabei wird er auch die Fokusposition etwas flexibler gestaltet haben. Mit den Zeiss "C" Objektiven kann man auch sinnvoll höhere Vergrößerungen erreichen bei den originalen ist viel mehr als 23x mit den 15mm Hensoldt nicht sehr sinnvoll. Vielleicht bis gut 30x...

Die einschwenkbaren Graufilter kann man prima am Mond einsetzen wenn's einem zu hell ist.

Die Preisklasse wäre für ein gut erhaltenes Glas völlig in Ordnung ist halt auch wenig Sammelei oder der Spaß mit einem Klassiker zu beobachten. Die etwa 6 Kilo Lebendgewicht schreien halt nach einem soliden Unterbau dann ist das ein abgefahrenes Glas ;)


Viele Grüße Felix
 

portaball

Mitglied
Hallo Felix,

stimmt, jetzt erinnere ich mich wieder, die Objektive wurden bei diesem Glas getauscht und die Tuben entsprechend verlängert.
Ob die Objektive allerdings von Zeiss stammen kann ich nicht sagen.
Der Blick durch dieses Bino ist jedenfalls sehr speziell und aussergewöhnlich, ich kann schon gut verstehen, dass man so etwas haben will :)

Grüße Jochen
 

Schiefspiegler

Mitglied
Hallo Christian, Felix und Jochen!

Ich sehe mit Interesse, dass hier über "mein" Wellnitz 80/550 dikutiert wird! Ihr habt über die Objektive gesprochen: ja, das sind 80/550 von Zeiss-Jena, und zwar aus einem militärischen binokularen Entfernungsmesser. Die Prismen sind die alten, wohl aus den 1940er.

Die Originalokulare waren die klare Schwachstelle (so schön deren Eigenfokussierung auch war). Diese habe ich dem Vorbesitzer (der seinerseits der "Erstkäufer" bei Herrn Wellnitz war) zurück geschenkt. Da Wolf Wellnitz dem Gerät eine 2-Zoll Okularaufnahme spendiert hat, kann ich moderne Astro-Okulare verwenden, welche erst die Qualitäten dieses Gerätes ausspielen. Durch den weit nach hinten (zum Beobachter hin) verlagerten Fokuspunkt komme ich mit jedem Okular in den Fokus, muss sogar Verlängerungshülsen verwenden.

Wie Jochen sagte, erlauben die riesigen Prismen größte Felder. Baader Hyperion 36mm werden komplett ausgeleuchtet mit scharfem Feldrand. Das ergibt ein 15x80 mit 4,7° Feld. Das entspannte Öffnungsverhältnis gibt ein gutmütiges Einblickverhalten und macht auch die Hyperion 36mm brauchbar, die bei schnelleren Öffnungsverhältnissen abbauen.

Die Transmission des Gesamtsystems im Blauen ist sehr gut, wie einige bemerkenswerte Beobachtungen mit H-Beta Filter bei 18x und 15x belegen. Bei 25x und 3,2° Feld mit den 22mm Nagler sind Sternfelder eine Wonne, wenngleich die rötlichen Sterne ein wenig an Farbe einbüßen. Ein hübscher Nebeneffekt der 22mm Nagler ist, dass ihr Gewicht genau den Originalokularen entspricht. So ist das System perfekt im Gleichgewicht.

Ich betrachte den Erwerb dieses Gerätes als einen grossen Glücksfall. Ein Schwestergerät wurde vor einigen Wochen hier im Forum angeboten. Ich war versucht, es als Zweitgerät anzuschaffen um den lästigen Okularwechsel - der mangels Fokussierung nicht trivial ist - zu vermeiden, aber Platz- und Finanz-Gründe sprachen dagegen.

Christian, hast Du jenes Exemplar? Dann bist Du ein Glückspilz, denn dann hast Du vermutlich eins mit den erstklassigen 80/550-Objektiven! Ich diesem Falle würde sich jede Investition absolut lohnen.

Oder sind es die Original f/4-Objektive? Felix erwähnt 350mm Brennweite. Woanders habe ich mal von 320mm gelesen. Dieses schnelle Öffnungsverhältnis stellt hohe Anforderungen an die Okulare. Die Hyperions sind überfordert.
Alles spricht für die 22mm Nagler T4. Die sind für f/4 gemacht und werden von den Prismen problemlos ausgeleuchtet. Dann hättest Du, je nach tatsächlicher Brennweite, ein sehr feines 16x80 oder 14,5x80.
Ich würde persönlich in dieser Situation auch die APM UFF 30mm probieren, die bei f/5 astrein sind und womöglich auch mit f/4 zurande kommen. Das ergäbe ein 12x80 oder 11x80, das ich gerne mit Schmalbandfilter an galaktische Nebel ausprobieren würde - lechz!

Christian, lasse uns wissen, wie Dein Projekt sich entwickelt!

Beste Grüße, Christopher
 

selenograph

Mitglied
Hallo Christopher,
danke für deine Erläuterungen zum Wellnitz-Umbau deines Flakglases, sehr interessant.
Oder sind es die Original f/4-Objektive? Felix erwähnt 350mm Brennweite. Woanders habe ich mal von 320mm gelesen. Dieses schnelle Öffnungsverhältnis stellt hohe Anforderungen an die Okulare.
Das originale Flakglas D.F. 10x80 hat eine Objektivbrennweite von 280 mm, also f/3,5.
 

Felix42

Mitglied
Hallo Altglasfans,


ich meine 350mm in Erinnerung zu haben ganz sicher bin ich mir da aber nicht mehr kann gut sein daß ich das mit f3,5 durcheinander gebracht habe. Die 15mm Hensoldt waren jedenfalls nicht mehr randscharf...

Schön daß hier noch die genauen Infos zu dem Umbau von Herrn Wellnitz kamen! Christopher, kann es sein daß Du das Glas von einem Forenmitglied erworben hast? Hatte da vor Jahren mal Kontakt...


Viele Grüße Felix
 

Schiefspiegler

Mitglied
Ralf, danke für die Info zur Original-Brennweite. Das würde mit den 22mm Nagler T4 ein 12,7x80 ergeben, mit 6,3° Sehfeld. Das fände ich sehr ansprechend. Nur: kämen die Okulare auch in den Fokus?

Felix, das war über die Bucht vor sechs Jahren, Christoph heisst er. Ich glaube, er war früher auch in den Foren aktiv, ja. Er steht mit Wolf Wellnitz in persönlichem Kontakt, und so habe ich auch mal mit Wellnitz telefoniert, einfach nur, um meiner Wertschätzung seiner Arbeit Ausdruck zu verleihen.

Übrigens waren als Wechselokulare die 15mm Hensoldts dabei, denen Wellnitz 2-Zoll-Steckhülsen verpasst hatte. Ich fand sie aber auch am 80/550 nicht überzeugend. Wobei ich betonen will, dass die Hensoldts in Feldmitte ausserordentlich gut und farbrein sind, praktisch wie Zeiss-West Abbes. Es war ein Problem der Randschärfe und auch der allgemeinen Harmonie des Gesamtsystems - die winzigen Hensoldt-Okulare baumelten an diesem grossen Glas. Da sind die Nagler T4 eine andere Klasse. Ich hatte zeitweilig auch die 12mm und 17mm T4 an diesem Glas, bewegte mich dann aber in Richtung 31mm und 36mm Hyperion um die Weitfeldkapazität voll auszuschöpfen und auf grosse AP für gefilterte Nebelbeobachtung zu kommen. Aktuell denke ich über 55mm Televue Plössl nach ... die Ideenmühle mahlt wieder einmal ...

Ich grüße in die Runde der Doppelglas-Liebhaber!
Christopher
 

Alnitak

Mitglied
Hallo Freunde, hallo Christopher,
der Kauf hat sich leider doch nicht ereignet, da der Bekannte sich im Endeffekt noch davon trennen wollte.
Ist aber net so schlimm, da ich es sehr gut verstehen kann. (Hätte es selbst ja auch nicht hergegeben)
Tja...und nun drehen die Rädchen im Gehirnkasten wieder auf Hochturen. Bei eBay ist als mal was dabei...ich weis da aber nicht so recht..... Vielleicht würde ich mir eher mal selbst was zusammenbauen....
Ich denke ihr alle kennt die Problematik wenn die ''fixen Ideen'' zu sprießen beginnen
 

portaball

Mitglied
ich kann Dich gut verstehen :)

Bei Flak Gläsern bei Ebay wäre ich aber extrem vorsichtig.
Ich sammle alte Leitz Instrumenten und bin deshalb mit der Problematik etwas vertraut.
Die Prismen neigen dazu zu delaminieren was nur sehr teuer wieder in Ordnung gebracht werden kann.
Sammlern ist das relativ egal, die wollen damit ja nicht primär beobachten.
Ungeachtet der Prismen Problematik werden für Flak Gläser aber inzwischen exorbitante Preise aufgerufen...

Nun sind aber gerade die Prismen das besondere an diesen Gläsern, nur sie ermöglichen diese voll ausgeleuchteten weiten Felder.
Irgend was selbst zusammenbauen ist nett und kann auch nette Binos ergeben, aber diese Prismen und die daraus resultierenden Ansichten gibt es nunmal leider nur mit Flak Glas Prismen...

Grüße Jochen
 

portaball

Mitglied
Ja, überdimensionierte EMS mit 80er Objektiven hätten diesen Effekt.
Ich hatte es auf der Zunge, mir dann aber doch verkniffen, weil es einfach pervers ist :)

Aber es gibt durchaus Leute, die so verrückte Dinge machen.
EMS für 70er Borg oder 95er Swarowski klingen vom Papier her auch erstmal sinnfrei, dennoch haben diese Instrumente ihre Berechtigung.

Grüße Jochen
 

Alnitak

Mitglied
Hi Jochen,
ja, genau dieses weite und helle Sichtfeld was die Flak Gläser bringen hatten es mir ja angetan....
Welche Maße in etwa haben denn die dort verbauten Prismen überhaupt ?
Diese EMS Teile habe ich mir bei AOK auch schon angesehen, kommen mir aber auch etwas stramm vom Preis her vor. Gibt es da noch alternativen zu ?
Hier fehlt heutzutage eindeutig ein Manfred Pieper !!!
P.s. bei eBay ist momentan jemand der restliche Bestände von Manfred veräußert.
 
Hallo in die Runde,

jetzt sind hier so viele Stichworte gefallen die bei meinem Bino-Selbstbau eine Rolle spielten, dass ich nicht darum herum komme mich einzuklinken.
Zum ersten hat mich ein Blick durch ein 15x80 Flack-Glas in der Eifel total infiziert, sowas musste ich auch haben. Die Preise und das "begrenzte Angebot" haben mich dann aber auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Fortan spukte der Gedanke dann aber beständig in meinem Hinterkopf rum. Als ich dann, lange ist's her, auf der ATT an Manfred Piepers Stand zwei 38mm Amici-Prismen erstehen konnte war das Projekt nicht mehr zu stoppen. Mit zwei 75mm Objektiven aus ukrainischen Spektiven vom Flohmarkt baute ich mein Bino. Die Amicis sorgen dabei nicht nur für die richtige Bildorientierung, sondern führen auch, außeraxial genutzt, zur nötigen Verringerung des Abstandes der optischen Achsen. Dabei geht zwar Durchlass verloren, aber für die legendären 25mm Tal-Plössl reicht es noch locker. Das Teil hat meine Erwartungen voll erfüllt und ich gebe es nicht mehr her :)
Hier der Link zur entsprechenden Seite auf meiner Homepage:
https://skyviewer.de/selbstbau/BINO/bino.htm
Viele Grüße & CS,
Reinhard
 

Felix42

Mitglied
Hallo Christopher,

ja das paßt zu meiner Erinnerung mir fehlte damals die Kohle...

Die Hensoldt Okus sind auf der Achse echt genial aber nach außen lassen sie doch sichtbar nach das stimmt. Ich find sie aber an Binos vom Einblickverhalten nicht schlecht und die Fokalebene liegt weit außen damit kommt man auch an merkwürdigen Sachen noch in den Fokus was sie für Bastler wertvoll macht ;)


Viele Grüße Felix
 
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