Foliensonnenfilter für einen 12,5"-Dobson

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Specht

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Hallo!

Eigentlich bin ich mit dem Selbstbausonnenfilter für meinen 10"-Dobson ja ganz zufrieden (siehe hier). Nach etwa einer Stunde Beobachtungszeit merkt man aber, dass sich das Seeing durch die Erwärmung des Blechtubus in der Sonne verschlechtert, besonders im Hochsommer. Da mein alter 12,5" Meade Starfinder-Dobson noch einen Tubus aus Pappe hat, kam mir die Idee, gerade für diesen Dob einen neuen Folienfilter zu bauen. Wieder sollte es ein Filter werden, der die volle Öffnung ausnutzt, auch wieder ganz ohne Verwendung von Metallteilen. Für die visuelle Beobachtung wählte ich wieder die AstroSolar 5.0 Filterfolie von Baader.

Der Ring entstand durch lange Streifen Fotokarton, die jeweils immer über Nacht zum Trocknen mit Alleskleber übereinandergefügt wurden. Die letzte Bahn machte ich mit kleinen Vierecken zum Umknicken. So wurde es ein richtig fester äußerer Ring, der genau über den Rand des Dobson passt. Mit der Laubsäge sägte ich noch einen Ring aus dickem, sehr festen Karton, auf den die Filterfolie mit beidseitigem Teppichklebeband aufgeklebt wurde. Dieser Ring wurde dann mit Alleskleber fest auf die umgeknickten Vierecke geklebt:
filter_1.jpg

filter_2.jpg

Da die Folie ohne Spannung sitzen sollte, sieht das etwas wellig aus. Darüber wurde ein Kartonring mit doppelseitigem Klebeband geklebt, der zusätzlich noch seitlich von sechs Kartonwinkeln gesichert wird.

Seitlich von Filter und Tubus wurden im Abstand von 120° wieder Klettbandstücke geklebt, die vor dem Beobachten durch ein durchgehendes Gegenstück verbunden werden und den Filter so zusätzlich sichern. Auf dem oberen Teil meines teilbaren Volltubus sieht es dann so aus:
filter_3.jpg

Bin mal gespannt... ;-)
 
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Das ist mal richtig old school... mit Pappe, Uhu und Laubsäge... ;):y:
Nix 3D Drucker, Plasmaschneider oder CNC-Fräse... :LOL:

Grüße
Hartmut
 
Hallo!
Das ist mal richtig old school... mit Pappe, Uhu und Laubsäge... ;):y:
Nix 3D Drucker, Plasmaschneider oder CNC-Fräse...
Für den alten Dob kam natürlich nur eine nostalgisch zeitgerechte 1998er-Lösung in Frage, richtig "spechtmäßig" halt... ;-)


Ich habe noch einige Rückfragen bekommen, deshalb noch etwas zur Sicherheit solcher Selbstbau-Lösungen:

Den äußeren Ring mit Fotokarton nur mit doppelseitigem Klebeband aufzubauen, finde ich nicht optimal. Gerade bei kleineren Refraktoren oder Teleobjektiven wächst die Spannung und der Ring kann "aufschnappen". Man sollte dann unbedingt außen noch einmal mit kräftigem Paketband drumgehen und sichern. Mit klassischem Alleskleber wird das dagegen richtig hart und bleibt stabil.

Diesen Ring einfach mit Alleskleber "Kante auf Fläche" auf einen beidseitig mit Karton umfassten Filter zu kleben, wäre mir zu unsicher. Mit den vielen umgeknickten Vierecken kann man Fläche auf Fläche kleben, mit Alleskleber ordentlich gemacht ist das sehr sicher. Bei kleineren Durchmessern kann man diese Vierecke auch nach außen knicken.

Wichtig waren mir außerdem die sechs aufgeklebten Kartonecken und -ganz wichtig!- die Sicherung mit den drei um 120° versetzten Klettverschlüssen am Tubus. Da kann selbst im Feld bei starkem Wind nichts passieren.

Beim Thema Klebstoff finde ich klassischen Alleskleber perfekt. Mit lösungsmittelfreien Alternativen, Bastelleim o.ä. habe ich weniger gute Erfahrungen gemacht. Einmal wurde davon sogar fester Fotokarton weich, die Klebekraft war nur schwach.

Für die Folie auf Karton zu kleben, ist wohl doppelseitiges Klebeband die beste Lösung. Auch hier gibt es Unterschiede bei der "Haftungskraft"...

Eine feine Sache ist noch ein innerer Ring aus Moosgummi oder Filz, der dann auf dem Rand aufsitzt... :)
 
Hallo,

durch das herrliche Wetter waren mittlerweile die ersten Tests möglich. Es ist zwar noch kein Hochsommer, aber der Papptubus erwärmt sich selbst bei längerer Beobachtung im Vergleich zu einem Blechtubus kaum! Das Seeing ist merklich besser, die Auflösung durch die größere Öffnung enorm!

starfinder_sonne.jpg
 
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