Einen wunderschönen guten Abend... Zusammen!
Da fast man sich ja an die Birne!
Na, hier unten liest das eh keiner mehr, also sei's drum. Der ganze Sermon enthält mir doch zu wenig Realität. Ich versuch's mal mit ein paar Fakten:
Fakt ist:
f/4 Fotonewtons mit Spot-Abbildungen zu den verfügbaren Korrektoren gibt es von ASA bzw. mit Keller Korrektoren. Der Rest basiert auf Entwicklungen, die noch aus der Zeit chemischer Fotografie stammen. Ein einziger neuer Korrektor ist derweil angekündigt.
Fakt ist auch:
Man kann aus den bereits verfügbaren Lösungen fotografisch viel herausholen, wenn man Justage und Korrektor-Position sauber hinbekommt, das heißt also für gewöhnlich, dass nicht mit den mitgelieferten Auszügen gearbeitet werden kann und dass tatsächlich einige Tuben zu weich sind.
Fakt ist aber weiter:
Dieses Problem ist ein Problem für Sternfreunde, die den Anspruch haben, z.B. die 8µ Spots aus einem bekannten Zweilinser-Korrektor auf einen DSLR-Chip zu bannen. Egal ob Vollformat mit großen Pixeln oder APS-C mit kleinen - das gleicht sich doch hervorragend aus.
Wer solche Ansprüche stellt, der soll sie aber verd...würg... bezahlen!
Fakt ist nämlich:
Man bekommt durchaus, was man bezahlt. Ein ASA-Newton mit Tubus-Übergröße, Lüftung, Karbon, speziellem OAZ, etc... ist einfach eine ganz andere Nummer als das Blechrohr, was man sich für 250 Euro so einsackt. Oh, sicher, es gibt schon noch was dazwischen. Dann ist der Tubus geschweißt - macht wirklich was aus! Nur nicht genug, wenn man den Anspruch hat, wie oben geschildert.
Was aber ganz und gar nicht Fakt ist:
Visuell stört sich das 26mm Nagler ganz und gar nicht daran, ob der Auszug durchhängt. Das Übersichtsokular bekommt noch immer den Mittelteil des Feldes in die Feldlinse, das ist man klar und beugungsbegrenzt oder nicht bekommt das Auge da gar nicht zu sehen. Klar, die Billig-Okus vergeigen, aber die vergeigen wegen Okularasti und der ist bei f/4 nunmal drin, da dreht kein Korrektor was dran und auch kein Okularauszug.
Spannend wird die Sache mit den Okularen und dem OAZ und Schwabbeltubus erst, wenn der visuelle Höchstvergrößerungsbereich es nicht mehr tut, weil der optimal scharfe Feldbereich leider an der winzigen Feldlinse des Okus vorbeirauscht! Aber wer f/4 kauft und an besondere Ansprüche für Höchstvergrößerung denkt, das dann ohne Umbau und für billich - willich, hat schon wieder was falsch gemacht.
Ein ED-APO, der echt fotografisch ausgelegt ist, mit exakt zum Objektiv gerechneten Korrektor und annähernd so schnell wie der f/4 Newton, der kostet auch so viel wie ein ASA, hat aber längst nicht so viel Öffnung!
Der ganze einfache ED-Krempel, für den William Optics gleich zwei verschiedene 08/15-Korrektoren anbietet, damit TeleVue mit seinem eigenen 08/15 nicht den ganzen Kuchen bekommt, taugt auch nicht für volle Auflösung bei DSLR, und wieder egal ob APS-C oder Vollformat.
Da macht der ED nämlich auch seine Farb-Halos und am Rand flatschige Sterne.
Was soll also die lustige Verklärung?
Hier wird von Sternfreunden diskutiert, die es wirklich besser wissen sollten. (Naja... was im Dunstkreis so an Selbstbau-Projekten vorgestellt wird... mit Zertifikat! Und wenn man einen Lüfter geschickt baut, kann man mit einem Vierstufigen Lüfterturm mit Vorverdichter bei 19.000 Umdrehungen pro Minute in etwa soviel Luftdurchsatz auf 45mm Lüfterquerschnitt erreichen, wie es mit einem 120er Lüfter in vernünftiger Montage so etwa bei 33 UPM machbar ist. Man muss die Luft halt zu Plasma quetschen, dann bassts scho' durch!)
Schon wieder Fakt ist: Ein f/4 Newton ist ein Extrem. Wer den will, ob fotografisch oder visuell, der muss wissen, worauf er sich einlässt. Ist dann der Anspruch da, das ungeheuer perfekt zu machen, wird er letztendlich bei ASA landen. Es gibt zwar Hoffnung, dass mehr geht, dass sich ein neues Mittelfeld auftut, aber das bleibt abzuwarten.
Und genauso extrem ist es, einen Refraktor mit f/6 und weniger Apo zu nennen und damit fotografieren zu wollen. Natürlich geht das, aber zu welchem Preis und im Rahmen welcher physikalischer Grenzen? Auch hier ist's von der billigen Scherbe nicht zu erwarten. Wer mit f/7, f/7,5 und f/8 argumentiert, kann schlecht den Vergleich mit dem Newton zu f/4 anpeilen. So geht's nicht.
Denn genauso wie der langsame Refraktor geht, stehen auch moderate Spiegel zur Verfügung. Ob da ein fotografischer Mak angestrebt wird (ja, die kriegt man sogar mit f/4) oder ob's ein entspannter Newton mit f/5 bis f/6 wird, spielt da keine Geige. Warum der Refraktor akzeptiert wird? Reine Verzweiflung kann's wohl nicht sein, aber Sorglos-Teleskop trifft schon den Kern der Sache und man muss halt nehmen, was man kaufen kann. Schleift Euch Eure ED's doch selbst, oder wie war das???
Tut man sich f/4 nicht gerne an, dann lässt man's eben. Will man doch, und soll alles superperfekt sein, dann hat man als Einsteiger einen steinigen Weg vor sich mit guten Chancen, den nicht zu Ende zu gehen, und als Fortgeschrittener mit dicker Patte machte man letztere halt etwas dünner.
Bleibt noch der Umbau. Ja, meine Herrn! Wird das die Leistung wirklich bessern? Wohl kaum, es sei denn wir reden vom Dreher, der sich den neuen Okularauszug genauso wie den neuen Tubus aus dem vollen Dreht, damit der Korrektor wirklich besser sitzt, als in Erstausstatter-Qualität. Oder der Freund von Carbon und Polystyrol, auf bestem Wege zum Schnüffler, den Carbo-Tubus selbstgeklebt - lauter Dosen mit orangenen Symbolen drauf...
Standardfotografie, Umfrage... weia!
So. Bis dahin erstmal. Haut die Äpfel und Birnen mit Kiwi, Pfirsich und Banane in den Obstsalat, dann hat das ganze was für sich.
Clear Skies
Sven