Fotoanfänger:ausgebrannter M42, was ist da falsch?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Anette_Aslan

Aktives Mitglied
Liebe Himmelsfreunde,

mein M42 durch Canon 1000d mit ISO 1600 und 30" sieht so ausgebrannt aus im inneren, was ist da los? Wer kann mir was sagen?

Gruss von Anette
 

Anhänge

  • IMG_8467 (3).jpg
    IMG_8467 (3).jpg
    50,5 KB · Aufrufe: 878
Hallo Anette,

der Zentralbereich um das Trapez ist offensichtlich überbelichtet. Vom Zentrum aus betrachtet nimmt die Helligkeit von M42 rapide ab. Der Sensor hat einen wesentlich geringeren Dynamikumfang als das menschliche Auge, mit dem man visuell alle Bereiche gleichzeitig detailliert erkennt.

Um alles ausgewogen abzubilden, benötigst du kurze und lange Belichtungszeiten, die dann mit EBV kombiniert werden.

Unabhängig davon leidet das gesamte Bild unter Überbelichtung (Stadthimmel?). Das erkennt man am hellen Himmelshintergrund. Aber für das ausgebrannte Zentrum ist das irrelevant.

VG Christiam
 
Hi Christian,

Danke für Deine Antwort. Klingt logisch, ich versuch mich noch dran.
Ja, unterm Vorstadthimmel mit 4,5 mag bei guten und 5.0mg bei extrem guten Verhältnissen, leider. Geht nicht anders.

Ciaou von Anette
 
Falls es dir Hilft: ich mache speziell bei M42 eine Belichtungsreihe, etwa so:

10x10
10x20
10x30
10x60
Und dann eben noch ein paar 10minutige damit man die dünnen Nebel noch drauf bekommt. Was mir anfangs sehr geholfen hat war flickr zu öffnen, mir die verschiedenen Objekte anzusehen und wenn du Glück hast stehen die Daten dabei und du kannst es einfach Nachmachen! Manchmal findet man jemanden mit dem gleichen Equipment und kann dann von dort aus Rumprobieren. Grüße
 
Hallo Anette!
Nun, ausgebrannt werden Astro Bilder in der Regel
dadurch, dass bei der Bearbeitung speziell am Anfang
viel zu viel getreckt wird. Deine 30-sekündige Aufnahme
ist sicher nicht ausgebrannt!
Es ist überhaupt nicht notwendig solche Unmengen von verschiedenen Belichtungszeiten zu machen.
Mit 50 Stk a 30 Sekunden wird's schon ganz ordentlich.

Aus Deinem hier von Dir gezeigten und stark komprimierten JPG-Bild lässt sich zwar nicht mehr sehr viel herausholen,
aber am beiliegenden Bild kannst Du sehen dass
das Zentrum bei 30" nicht unbedingt ausgebrannt sein muss.

Der Himmel bei uns hier in Ebreichsdorf ist ganz ausgezeichnet
für Astrofotografie geeignet. Ich belichte RGB ohne Filter hier bis zu 8 Minuten.
Dein oranger Hintergrund und die dunklen Ecken sind ganz normal
in der Astrofotografie.
Mit ein Paar Klicks mit der richtigen SW lässt sich das sehr gut beheben.

Hast Du noch die 30 sekündigen Originale im "rohen" CR2 Format?
Da ist sicher noch alles drinnen. Ich würde mich gerne daran versuchen.
Gerald.

Link zur Grafik: http://www.werbeagentur.org/oldwexi/gallery_deepsky/IMG_8467_gw.jpg



 
Hallo Gerald,

sehe Deine Antwort erst jetzt! Sorry, ich hab nicht mehr in den Thread geschaut, weil ich dachte, dass mein Müll schon abgehakt sei.

Ja, Deine Anwort ist ja sehr ermutigend Gerald. Ich hab mir nun Astroverabeitungsprogramme bestellt und muss ja erstmal auf geeignete Momente für die Rohdatensammlung warten, Orion verabschiedet sich langsam gen Westen, Vollmond, Schlechtwetter....dazwischen keine Zeit, du kennst das ja sicherlich.
Ok, 50 Stück a la 30 sec, DArks dann ja wohl auch mit gleicher Bel. Zeit, nicht wahr? Gehts auch ohne Flats und Bias? Das ist so richtig eine NAchtschicht, wenn das alles gemacht werden will.

Also wenn ich Rohmaterial habe, würd ich mich gern bei Dir melden, mal schauen, was du so rausbekommst. Das wäre schon sehr spannend und hilfreich.

Bei mir ist in Südrichtung leider das Einkaufszentrum, aber auch genau in der Meridianachse, zwar noch ein paar Gärten dazwischen, doch der Lichtkegel verursacht diese irre Aufhellung bei Orion im Meridian, schrecklich. Was sagst du zu den Magnituden hier, welche guten Werte hast du schon als Deine Besten erlebt?

Frage zu dem beiligenden Bild, ist das nun meines von Dir nochmals optimiertes oder dein eigenes, versteh ich nicht so ganz.

Gruss von Anette, ich werd mich unbedingt melden, wenn es soweit ist.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Anette,

Zitat von Anette_Aslan:
Ok, 50 Stück a la 30 sec, DArks dann ja wohl auch mit gleicher Bel. Zeit, nicht wahr? Gehts auch ohne Flats und Bias? Das ist so richtig eine NAchtschicht, wenn das alles gemacht werden will.

Parks sind eigentlich immer Pflicht (bei Dithering kann man evtl. drauf verzichten) und werden immer mit exakt den gleichen Einstellungen und bei der gleichen Temperatur gemacht wie die Lights.

Wenn du Teleskop & Kamera nicht verstellst, kannst du Flats auch am nächsten Tag nachholen. Wichtig ist eben, dass die Position der Kamera zum Teleskop nicht verändert wird und der Fokus (sowie Brennweite bei Zooobjektiven) so bleibt wie er ist.

Wann und unter welchen Bedingungen du die Bias machst, ist ganz egal. Allerdings dauern die auch nur 30 Sekunden...


Viele Grüße
Alex
 
Hallo Alex,

Zitat von alexfra:
...Wenn du Teleskop & Kamera nicht verstellst, kannst du Flats auch am nächsten Tag nachholen. Wichtig ist eben, dass die Position der Kamera zum Teleskop nicht verändert wird und der Fokus (sowie Brennweite bei Zooobjektiven) so bleibt wie er ist...

Hier kann ich nicht folgen. Dass beim Dark Belichtungszeit, Temperatur und ISO identisch sein müssen, ist logisch. Aber ein Dark wird meines Wissens nach mit geschlossenem Objektiv- bzw. Teleskopdeckel gemacht. Warum dann am Aufbau und Fokus nichts verändern?

Ich habe schon von Leuten gehört, die die Kamera für Darks ins Eisfach legten (natürlich feuchtigkeitsgeschützt), wenn die Temperatur im Gefrierschrank den Außentemperaturen entsprach.

VG Christian
 
Hallo Christian,

Zitat von copernicus:
Zitat von alexfra:
...Wenn du Teleskop & Kamera nicht verstellst, kannst du Flats auch am nächsten Tag nachholen. Wichtig ist eben, dass die Position der Kamera zum Teleskop nicht verändert wird und der Fokus (sowie Brennweite bei Zooobjektiven) so bleibt wie er ist...

Hier kann ich nicht folgen. Dass beim Dark Belichtungszeit, Temperatur und ISO identisch sein müssen, ist logisch. Aber ein Dark wird meines Wissens nach mit geschlossenem Objektiv- bzw. Teleskopdeckel gemacht. Warum dann am Aufbau und Fokus nichts verändern?

bitte noch einmal genauer lesen!
;-)

Ich schrieb in dem Zusammenhang von FLATS, nicht von DARKS. Bei Darks ist der Fokus tatsächlich wurscht.
Neben dem Objektivdeckel sollte übrigens auch der Suchereinblick (bei DSLR) abgedunkelt werden. Insbesondere wenn man seine Darks im Hellen macht.


Grüße
Alex
 
Hallo Alex,

vielen Dank für den Hinweis. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil...

VG Christian
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben