Frage bez. Teleskop (Einsteiger)

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Jens_Alexander

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Hallo Astronomiefreunde,

da ich ja wie in meiner Vorstellung noch mit einem normalen u. Billigen Teleskop (Daten: Brennweite 600mm; Objektivöffnung 50mm, Verrösserung 48x; Okular 12,5 mm) in den NAchthimmel schaue will ich ja mal was besseres haben. Habe mir auch ein paar HP`s von einigen Usern hier angeschaut und immer wieder über einen Einsteigerbereich gefreut! Habe mich da mal eingelesen und auch mal nach Teleskopen Newton`scher Bauart geschaut, dann habe ich das hier gefunden : http://www.astroshop.de/teleskope/s...m-eq-3-2?sid=2219875fd1cca196e8d96ecd1b92cfe7

Meine Frage, kann man dieses Teleskop vom Hersteller her und von der Technik empfehlen? Wenn ja, was für Zusatzausrüstungsgegenstände sind zu Empfehlen (auch in hinsicht auf Fotografie?)

Dann noch eine Frage an die Leute die in der nähe von Karlsruhe leben:

Gibt es in meiner nähe einen Shop bzw. Händler der mit Teleskopen handelt und Wartet??

Danke schon mal für die Tips und Infos!

 
Hi,

zur Fotografie beachte den Hinweis auf der von Dir verlinkten Seite. Wenn ein Händler schon so formuliert, kannst Du Dir selbst ausrechnen, was die Montierung fotografisch taugt...

Generell überlege Dir gut, ob Du wirklich fotografieren möchtest. Astrofotografie (mit langen Belichtungszeiten und höheren Brennweiten) ist sehr, sehr teuer und sehr, sehr zeitaufwändig und benötigt sehr, sehr viel Erfahrung.

Wichtig für die Auswahl eines Teleskops (und des Zubehörs) sind erst mal folgende Angaben:

- geplantes Budget
- astronomische Vorlieben (Mond/Planeten, Kometen, Deep Sky?)
- Himmelsqualität (visuelle Grenzgröße) am bevorzugten Beobachtungsplatz. Gibt es gute Beobachtungsplätze die Du erreichen kannst (und zu denen Du auch wirklich öfter fährst)?
- Transport- (und Aufbau-)kapazität. Was kannst (und willst) du transportieren? Wie lange möchtest Du aufbauen?

Ciao, Udo
 
Hallo Udo,

zu dem Link und dem darin beschriebenen fällt mir der Spruch ein: Wer nicht wirbt, der stirbt. Kenne ich von meinem Arbeitgeber...

Zum Teleskop:

Da ich ja noch Azubi bin ist mein Budget nicht das allergrösste und etwas Geld brauche ich auch für anderes zeugs. Preislich würde nunmal dieses Tele voll in meinem Budget liegen. Kann mir ehrlichgesagt keines für 800€+ kaufen bzw leisten. Das mit der Fotografie ist ja auch nur eine IDee soll jetzt zum anfang auch keine voraussetzung sein, geplant währe für mich zum einen Mond und Planeten sowie Kometen und auch ein bisschen DeepSky. HAbe auch auf der HP vom Sven Winstein eine min. grösse des Teleskops gelesen was empfehlenswert währe.

Was könntes du empfehlen?
 
Hi Jens-Alexander,

also wie üblich: Gesucht wird die eierlegende Wollmilchsau ;-)

Also auch der übliche Rat: Schau das Du in Deiner Nähe Gleichgesinnte findest. Das kannst Du z.B. hier über das Treffpunkt-Board machen. Und dann schau' durch verschiedene Teleskope.

Die Standardempfehlung für kleines Budget ist hier meist ein 8" f/6 Dobson. Gibt es auch schon neu für 300,- €. Gebraucht auch deutlich billiger - dann bliebe auch noch etwas Luft für ein paar Okulare. So ein 8" f/6 Newton ist ein recht universelles Gerät. Brauchbar für Planeten, brauchbar für Deep Sky weil schon relativ viel Öffnung. Als Dobson halt unbrauchbar für die Astrofotografie (abgesehen vielleicht von Mond/Planeten). Gleichzeitig ist so ein Newton so ziemlich das größte Teleskop, welches sich noch mit einigermaßem vertretbarem Aufwand auf eine ordentliche Montierung setzen läßt mit der man dann doch fotografieren kann (EQ-6 oder Ähnliche). Dann kostet aber alleine die Montierung schon mindestens 1000,- € ohne irgendwelche Optimierungen und Schnickschnack...

In der Dobson-Version für 300,- € die hier sehr weit verbreitet ist steckt halt so wenig Geld wie irgend möglich in der Montierung - was mehr für die Optik übrig lässt. Allerdings muss man mit einem Dobson halt klar kommen (vorher Gleichgesinnte suchen und zusammen spechteln). Und wenn man etwas bastlerisches Geschick hat kann man ein solches Teleskop auch für wenig Geld noch besser machen (such mal nach Dobson Tuning).

Ansonsten dürfte man für 300,- € kaum einen 150 mm Newton auf einer tauglichen Montierung bekommen. Allenfalls gebraucht. Und Luft für weitere Okulare oder sonstiges Zubehör ist dann auch nicht.

Mein Rat also:

1a. Weiter sparen
1b. Mit Gleichgesinnten probespechteln
2. Entscheiden ob man eine gute Montierung "braucht", ob es ein Dobson werden soll oder gar ein Refraktor
3. Weiter sparen ;-)
4. Kaufen.

Ciao, Udo
 
Eine weise Entscheidung ;-) Dann siehst Du auch, was Du von einem Teleskop erwarten kannst und was nicht. Das erspart ggf. erhebliche Enttäuschungen und Fehlinvestitionen.

Ciao, Udo
 
Hi Jens,
ich habe den gleichen Tubus - allerdings auf einer Astro5 ähnlichen Montierung, die tragfähiger ist.
Da Du auch an Fotografie interessiert bist, willst Du Dein Teleskop parallaktisch montieren - dabei musst Du allerdings auf genügend Tragkraft der Montierung (für Tubus, Leitrohr und Kamera) achten und dazu ist die EQ-3-2 wohl eher zu schwach, selbst meine Astro5 ist für längere Belichtungszeiten wohl eher zu schwach...Mit einer fotografisch tauglichen Kombination kommst Du allerdings auch schnell über Dein Budget...
Visuell hat der 150/750 das Problem, das er ein F/5 Gerät ist, das recht hohe Okularanforderungen stellt - da kommst Du vor allem beim Übersichtsokular schnell in preisliche Dimensionen, die Dein Budget belasten... Außerdem hat er nur einen 1.25" Okularauszug, der zusätzlich die Auswahl der Übersichtsokulare begrenzt - einen Gebrauchtmarkt dafür (1.25" Ubersichtsokular tauglich an F/5) gibt es kaum.

Soviel zu den Nachteilen ... jetzt die angenehmen Seiten:
Die parallaktische Montierung ist unschlagbar, wenn mehrere Leute (ohne Ahnung) mit spechteln wollen. Bis Frau und Kinder durch das Teleskop geguckt haben ist es einfach bequemer nur in einer Achse durch Drehen eines Knopfs nachführen zu müssen während die andere Achse geklemmt ist.
Visuell ist die Öffnung des 150/750 schon ausreichend um schöne Beobachtungen an Mond/Planeten, Kugelsternhaufen, Nebeln und Galaxien zu machen. Dabei hat er durch die kurze Brennweite einen geringen Hebel an der Montierung, wackelt also meist deutlich weniger als der Wackeldackel auf der Hutablage.
Wenn Du also keinen Wert auf die parallaktische Montierung legst könntest Du mit einem F/6-Dobson mehr Leistung fürs Geld bekommen. Ansonsten wäre das wohl das Leistungsstärkste Gerät, das Du am Rande Deins Budgets bekommen kannst.
Übrigens gibts in Fellbach bei Stuttgart das Fernrohrland, die haben einen Haufen Geräte da und beraten angemessen.
Grüße
Holger
 
Hallo,

danke schonmal für die weitern Tips!

@Tom:

habe deinen Bericht gelesen, jedoch blicke ich noch net so durch mit dem Okular, Barlowlinsen etc Gedöns. Könntest du das in vereinfachter Form mir vielleicht erklären?


@Holger:

wie gesagt, ich möchte IRGENDWANN mal Fotos machen, muss mich erst mal einarbeiten und da braucht das Tele das ich mir jetzt dan kaufen will nicht gleich Fototauglich sein, sollte aber vielleicht schon von der Bedienung her so ähnlich sein wie eines womit man Fotos machen kann.....
 
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Zitat von Jens_Alexander:
@Holger:

wie gesagt, ich möchte IRGENDWANN mal Fotos machen, muss mich erst mal einarbeiten und da braucht das Tele das ich mir jetzt dan kaufen will nicht gleich Fototauglich sein, sollte aber vielleicht schon von der Bedienung her so ähnlich sein wie eines womit man Fotos machen kann.....

Hi Jens-Alexander,

auch wenn ich nicht Holger heiße...

Ein ganz klares: VERGISS ES!!!

Warum? Ganz einfach:

Es lohnt sich nicht. Jedes Teleskop ist ein Kompromiss. Ein 8" f/6 ist zugegebenermaßen ein ganz guter Kompromiss und taugt sowohl für visuelle Beobachtung als auch für die Astrofotografie. Wobei für Deep Sky schon ein "schnelleres" Teleskop (f/5, f/4,5...) besser wäre, weil es lichtstärker ist und damit kürzere Belichtungszeiten nötig sind. Wenn man hingegen Planeten fotografieren möchte, dürfen es gerne auch deutlich langsamere Geräte sein. F/8 oder f/10 sind für Planeten deutlich besser geeignet. Für maximalen Kontrast dann auch gerne als Refraktor. Belichtungszeit spielt bei Planeten kaum eine Rolle, weil sie recht hell sind - dafür braucht man viel Brennweite um möglichst hohe Vergrößerungen zu erzielen.

Für die visuelle Beobachtung ist möglichst viel Öffnung gefordert. Für die Fotografie kommt es eher auf eine stabile Montierung und eine präzise Nachführung an die auch bei etwas Wind möglichst nicht wackelt. Das führt entweder zu extrem schweren Montierungen oder zu eher kleineren Teleskopen.

Eingermaßen bezahlbar wird die Astrofotografie vielleicht noch mit dem 8" f/6. Wobei da schon keine 1000-Euro-Montierung von der Stange mehr ausreicht - es muss schon einiges optimiert werden, damit man nicht nur Frust mit dem Teil hat.

Ich empfehle daher eher folgendes Vorgehen (die Du aber bitte gemäß Deinen persönlichen Vorlieben mit Astrofreunden im Feld verifizierst):

1. Investiere in einen 8" f/6 Dobson und habe damit Spaß. Der kostet 300,- € als Neugerät.

2. Sammele Erfahrungen und habe Spaß mit der visuellen Beobachtung die mit 8" schon eine Menge zeigt, wenn der Himmel dunkel genug ist.

3. Kauf' dir günstig eine kleine motorisierte Montierung oder bastele/kaufe Dir eine Barndoor und versuche Dich damit an Sternfeldaufnahmen mit einer Digitalkamera durch deren Objektiv (Darf - muss aber nicht - gerne eine DSLR sein). Das passt locker noch zusammen mit dem Dobson ins Auto und Du kannst während der Fotografie parallel noch visuell spechteln. M42 und M31 zeigen mit guten Teleobjektiven (die man sich in größeren Städten auch mal im Fotoladen mieten kann) schon extrem beeindruckende Ergebnisse (findet man immer mal wieder Belege für hier im Forum). Vielleicht montierst Du auch ein kleines Leitrohr mit auf die Montierung und probierst Dich an manueller Nachführung? Die so erzeugten Bilder kannst Du schon nach allen Regeln der Astrokunst aufarbeiten und Erfahrungen mit der Bildverarbeitung machen so dass Dir Begriffe wie Darkframe und Stacken in Fleisch und Blut übergehen.

4. Nun solltest Du endgültig wissen ob Deine fotografischen Ambitionen ernsthaft sind, denn Du hast nun einen Eindruck davon bekommen wieviel Aufwand damit verbunden ist. Astrofotografie DURCH das Teleskop erzeugt jetzt nur noch einige kleinere Randprobleme (Fokus finden und so...) die Dich nun nicht mehr schocken können. Wenn Du immer noch fotografieren möchtest ist JETZT der Zeitpunkt gekommen ein dafür geeignetes Teleskop auf einer guten Montierung zu kaufen oder den Dobson auf eine stabile Fotobasis zu setzen. Wobei es ab jetzt dann auch richtig teuer werden kann.

Bis Du beim 4. Schritt angekommen bist hast Du ganz nebenbei auch eine komplette Astro-Ausstattung zusammen (Okulare, diverse Filter, Karten, Lampen, kältegeeignete Kleidung...) und Zeit etliches Geld zu sparen. Entscheidest Du Dich dann doch nicht für die Fotografie, dann kannst Du Dein Sparschwein immer noch für Nagler-Okulare plündern ;-)

Vorteil dieser Vorgehensweise: Du fängst relativ schnell an mit sehr befriedigendem Equipement zu beobachten und die Kosten für den Einstieg in die Astrofotografie sind sehr niedrig. Wenn der Aufwand dann doch höher ist als man zu Anfang glauben mag, hat man sehr wenig Geld in den Sand gesetzt...

Ciao, Udo
 
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