Frage: Okular oder Barlow ?

renewor

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich möchte mein Equipment erweitern und hadere, ob Barlow 2x oder Okular 2,5mm.
Vielleicht kurz zum Equipment und zur Aufgabe:

Vorhanden sind ein 120mm/600mm Skywatcher Startravel auf Az3.
Als Okulare:
- Plössl Bader 32mm, 50°
- Omegon Oberion 15mm, 82° WW
- HR 5, 5mm, 58° WW
- zwei mitgelieferte einfache 10mm und 20mm Okulare.
Dazu habe ich einen Lichtverschmutzungs und Mondfilter.

Derzeit vor allem in lichtstarker Umgebung verwendet. Haben gestern gut Jupiter mit vier galileischen Monden und Venus am frühen Abend gesehen, später auch den Mars. Es geht um Planeten und Mondbeobachtung. Vusiell, keine Fotographie. Brillenträger.

Ich komme derzeit mit dem 5mm auf 120x Vergrößerung mit 1,0mm Pupille und 0,48° Gesichtsfeld. Maximale sinnvolle Vergrößerung soll 240x mit 2,5mm sein (bei dann nur noch 0,5mm Pupille). Nun frage ich mich, was ich holen soll. Investitionsvolumen max 200 €.

Ich dachte an Televue Barlow 2x (200€) oder an das Vixen SLV 50° 2,5mm Okular (142€). Oder gar nur ein 3,5mm Okular? Was würdet ihr empfehlen?

Danke und frohe Feiertage noch!
Rene
 
Hallo René,

sei vernünftig und lass das. Der 120/600 (habe ich auch) ist ein einfacher Achromat und eigentlich für größere Felder gedacht. Mit der 120fachen Vergrößerung gehst du schon an die Grenze des sinnvollen. Für mehr Vergrößerung an diesem Gerät € 200,- auszugeben ist sinnlos. Wenn du gerne Mond und Planeten mit mehr Vergrößerung schauen möchtest, schaue dich gebraucht nach einem weiteren Fernrohr um, das das besser kann.

CS Gerhard
 
Hallo Rene,

ein anderes Teleskop... Ich hatte in deinem anderen Thread ja schon geschrieben, dass mein 90/500 zwar sehr viel Spaß macht, aber an Planeten sehr schnell sehr bunt wird. Die 240x dürften nur einen ziemlich verwaschenen Mond zeigen, da der Farbfehler dann zuschlägt.

Das SLV hat einen überraschend großen Augenabstand, aber ist nur an sehr kurzbrennweitigen Teleskopen sinnvoll. Das heißt, du kannst es nicht an anderen Teleskopen nutzen, die vielleicht später angeschafft werden. Und am 120/600 reizt du es nicht aus, da bringt das Teleskop nicht die nötige Schärfe. Die TeleVue Barlow ist auch mehr wert als das Teleskop und letztlich Overkill.

Wenn, würde ich eine günstigere, aber trotzdem gute Barlow nehmen. Ich nutze gerne die Baader Q-Barlow 1.3x / 2.25x (ist grad auch noch im Angebot). Da kannst du preiswert probieren, ob du mit so hoher Vergrößerung glücklich wirst, und ein schlechtes Bild liegt auch mit der dann nicht an der Barlow, sondern am Teleskop.

Und eventuell einen Semi-Apo-Filter. Der bringt zumindest etwas mehr Schärfe, und ist ein leichter Lichtvercshmutzungsfilter.

Aber dein Teleskop ist ideal für niedrige Vergrößerung und großes Feld, macht also an vielen Deep-Sky-Objekte richtig Spaß. Aber nicht für Mond und Planeten bei hoher Vergrößerung.

Beste Grüße,
Alex
 
Frohe Weihnachten auch zusammen :D,

Bin da bei Gerhard @Schmitti und Alex @Kerste.

Besitze diesen Sky Watcher Refraktor auch.
Wie schon erwähnt, ein schönes Gerät für Weitfeld. Dafür habe ich ihn damals auch angeschafft.
Aber für Planeten/Mond nicht so der Knaller.

Würde evtl. den Tipp von Alex aufgreifen und eine günstige Barlow ausprobieren.
Habe selbst Barlow in sehr günstig und gutes Mittelfeld. Bin weder mit der einen noch mit der anderen wirklich überzeugt an diesem Teleskop. Schaff Dir lieber ein passendes Teleskop an, welches wesentlich besser für Planeten/Mond geeignet ist.
 
Hallo zusammen und danke für die Antworten.

Ein größeres Teleskop ist geplant, aber noch nicht so bald. Das wird voraussichtlich dann etwas in Richtung Dobson 304/1500. Aber voraussichtlich erst nächstes Weihnachten.

Ich dachte, ich hole bis dahin sukzessive das ein oder andere an Equipment, was dann auch beim Reflektor mit zum Einsatz kommen kann. Deswegen auch der Gedanke mit der Televue Barlow - lieber dann nicht sparen.

Ich bin übrigens mit der Auswahl des Refraktors sehr zufrieden. In 10 Tagen geht's in die Alpen, hoffe da auf klare Himmel und gute Sicht sowohl terrestrisch als auch nach Oben.

Meint ihr, mit dem Gedanken dass in einem Jahr ein größeres Teleskop angeschafft wird, wäre es immer noch unsinnig eine teurere Barlow oder ein 2,5 oder oder vielleicht besser dann 3,5mm anzuschaffen ?

Gruß
Rene
 
Hallo zusammen und danke für die Antworten.

Meint ihr, mit dem Gedanken dass in einem Jahr ein größeres Teleskop angeschafft wird, wäre es immer noch unsinnig eine teurere Barlow oder ein 2,5 oder oder vielleicht besser dann 3,5mm anzuschaffen ?

Gruß
Rene

Hallo Rene,

ich würde immer zu einem (zusätzlichen) Okular greifen. Bei Einsatz einer Barlowlinse ist immer zu bedenken, dass zusätzliche (unnötige) Linsenkonstruktionen in den Strahlengang gelangen, was bei direktem Okulareinsatz ja entfällt. Die Barlowlinse sollte nebenbei erwähnt immer optisch eine Topqualität aufweisen, wenn man sie denn überhaupt nutzen will.

CS
Stefan
 
Bei 1500mm Brennweite bringt dir ein 4mm bereits 375x, was nur selten nutzbar ist. In den meisten Nächten geht wenig mehr als 300x.
Je länger die Teleskopbrennweite, desto seltener kannst du kurze Okularbrennweiten nutzen.

Ich nutze Barlows in erster Linie fotografisch (Planetenfotografie); visuell gibt es nicht so viele Fälle, in denen es sich lohnt – weil die Brennweitenabstufungen oft besser durch vier oder fünf Okulare abgedeckt werden als durch Barlow und letztlich doch mindestens drei Okulare. Das erspart auch das ständige Wechseln, das ist mir zu aufwändig.

Die Televue-Barlow (die hier?) dürfte außerdem Probleme mit einem Zenitspiegel machen, die ist ziemlich lang und wird wohl auf dem Spiegel aufsitzen. Am Newton kein Problem, und mit Kamera auch nicht, da entfällt der Spiegel.

Und visuell wirst du keinen so großen Unterschied zwischen der Q-Barlow und der von Televue sehen, außer dass die Q-Barlow nur eine Klemmschraube und keinen Messingspannring hat – die Mechanik ist einfacher, die Optik gut. Die letzten paar Prozent kosten dann deutlich mehr. Da ist eine gut Mittelklasse-Barlow ausreichend, um rumzuexperimentieren (ich gehe mal davon aus, dass du wissen willst, was der Achromat am Planet kann), und die Investition vertretbar. Falls du Planetenfotografie planst und die Barlow zu Pixelgröße und Öffnungsverhältnis passt, kann man über Highend nachdenken. Wobei ich mit der Q-Barlow fotografisch auch sehr zufrieden bin.

Prinzipiell ist der Gedanke schon richtig – gute Okulare bleiben und passen an verschiedene Teleskope. Nur die Okulare kleiner 5mm sind halt nur selten sinnvoll nutzbar, und statt eine Barlow ist ein Okular zumindest praktischer.

Beste Grüße,
Alex
 
Mal wieder danke für die Antworten. Wie immer sehr gewinnbringend! Man liest halt in alle Richtungen was - lieber neues Okular als Barlow (wie Stefan) bis wenn Barlow dann gescheit (deswegen Televue).

Ich glaube euch auch jedes Wort - aber selber herumexperimentieren und Erfahrungen sammeln finde ich einen Teil des Spaßes wie ich bisher merke. Das Bild gestern mit 5mm war super, verzerrungsfrei, ohne für mich sichtbare Farbfehler etc, daher dachte ich, ich versuchs mal auszureizen.

Aber ich denke eure Argumente greifen: ich lasse erstmal die Finger von noch kleineren Brennweiten unter 5mm - zumal dann ja in Zukunft bei sehr großer Brennweite beim Dobson eh nicht benötigt - und hole mir eine kleine Barlow wie beschrieben zum rumprobieren. Die Q-Barlow mit 1,3 und 2,25 ist praktisch nicht bemerkbar vom Geld her, daher teste ich damit mal herum
Den Semi-apo-filter schaue ich mir auch mal an.

Die Kinder sind übrigens auch begeistert (wenn auch nur jedesmal kurz), die Frau schaut auch mit rein und ich habe ein neues Hobby gefunden - also Danke für eure Hilfe.

Gruß
Rene
 
> immer zu bedenken, dass zusätzliche (unnötige) Linsenkonstruktionen in den Strahlengang gelangen, was bei direktem Okulareinsatz ja entfällt.

Vorsicht! Gerade kurzbrennweitige Okulare mit komfortablen Einblick haben meist intern selbst ein Barlow-Element verbaut. Bei solchen Okularen zieht man sich u.U. genauso viele Linsengruppen in den Lichtweg wie mit Barlow. "Speziell" wird's dann noch, wenn so ein gebarlowtes Okular zusätzlich mit extra Barlow eingesetzt wird.
Das geht schon mit diesem HR-Oku los, das im Eingangspost genannt ist. Da tut man sich mit zusätzlicher Barlow in einem für Hochvergrößerungen ungeeignetem Kurzrefraktor keinen Gefallen.
 
Hi
das mit der sinnvollen Vergrößerung ist ein Werbemärchen. Dieser Refraktor ist ein Widefieldgerät und nicht auf Höchstvergrößerung ausgerichtet. Weder von der Konstruktion her noch von der Optikgüte.
Hier in eine Extremvergrößerung zu investieren macht wirtschaftlich nicht wirklich Sinn. Das Geld würde ich eher sparen für das bereits angedachte Gerät und der dazu dann passenden Okulare. Hier wirst Du jeden Euro brauchen, wenn das am Ende hohe Qualität und viel Seherlebnis bringen soll. Ich besitze zwar mehrere Barlowlinsen, verwende sie aber am großen Dobson und am Reisedobson gar nicht. Sie kommen für Tests, Vergleiche und bei der Sonnenbeobachtung oder wenn der Transportaufwand sehr klein soll/muß.
Daher sehe ich die Barlow eher als Erweiterung, denn Priorität.
CS
 
Hallo,
ohne einen konkreten Verwendungszweck würde ich mir auch erstmal keine (teure) Barlow holen. Das Hobby kann häufiger dazu führen, dass sich eine Anzahl an ungenutztem Equipment ansammelt. Das Geld für die Barlow lieber für ein etwas besseres, gebrauchtes Teleskop sparen.

Wenn dich die Planeten interessieren und du trotzdem mobil sein willst (das lese ich aus deinem Post heraus), dann kannst du dir neben einem Dobson auch Maksutov-Teleskope anschauen.

CS
Hendrik
 
> Das Geld für die Barlow lieber für ein etwas besseres, gebrauchtes Teleskop sparen.

Gleich mal passend dazu, was mir spontan beim ersten Lesen einfiel. Für die 200 Tacken, die so eine TV-Barlow kosten soll, kriegt man schon einen 130/1500er SkyWatcher-Mak auf dem Gebrauchtmarkt. Jedenfalls lag meiner, vor ein paar Wochen bei Privat erworben, in diesem Preisrahmen. Schwuppdiwupp, hätte man das Zweieinhalbfache an Brennweite ggü. dem Richfielder und gleichzeitig fieler der Farblängsfehler weg, da der Mak bekanntlich mit Spiegeln arbeitet.
 
Hallo,

Der 120/600 ist, wie hier schon oft erwähnt kein Gerät für hohe Vergrößerungen. Das Verhältnis bei normalen AC zwischen Öffnung und Brennweite ist da entscheidend. An meinem billigen AC 70/900 kann ich aufgrund des Öffnungsverhältnisses gut bis 138 fache Vergrößerung gehen (beim Mond kein Problem, der ist eh immer zu hell). Dabei kann ich mit Plössl und Ortho Okularen kaum einrn Farbfehler ausmachen. Selbst Jupiter mit 150 facher Vergrößerung geht gut. Das Öffnungsverhältnis ist da entscheidend.
Öffnungsverhältnis 12,9.

Wogegen ich bei meinem 60/415 bis maximal 50-70 fach vergrößere. Da ist der Farbfehler schon sichtbar.
Öffnungsverhältnis 7

Bei einem 120/600 macht das Vergrößern von 2xD keinen Sinn.
Öffnungsverhältnis: 5

Ich würde erst einmal nutzen was du hast und nichts neues besorgen. Mit dem 120/600 kannst du tolle Sternfelder beobachten. Das macht mit niedriger Vergrößerung richtig Spaß. Vergrößerung ist nicht alles.

Ich wünsche einen guten Rutsch CS Mark
 
Hallo,
habe letztes Jahr im Sept. mein orangenes C 8 mal gekitzelt: Barlow 2fach + 5mm Plössel Okular, ergibt 812fach !! Konnte noch scharfstellen und den Mond bewundern.
In der Gebrauchsanw. steht max. 330fach, das reicht völlig aus.

Gruß Günther
 
Hi Rene!
ich stand mit meinem ST102/500 vor etwas mehr als einem Monat vor der selben Frage - ebenfalls für die Beobachtung von Jupiter. Ich würde kein 2,5mm Okular kaufen - höchstens eine 2x Barlow Linse (evtl. ED). Die Detailqualität ist bei meinem Teleskop mit 9mm + Barlow völlig ausgereizt. Darüber hinaus wird das Bild zwar größer aber dafür immer verschwommener. Leider ist bei dem Teleskop durch chromatische Abberation sowie der schnellen Optik nicht mehr drin. Der Baader Kontrast Booster reizt das Potential des StarTravels etwas weiter aus indem er chromatische Abberationen ausblendet.

Wenig später habe ich durch Glück ein Evostar 80 Doublet bekommen und konnte trotz der geringeren Öffnung wesentlich mehr Details auflösen. Aus diesem Grund weiß ich, dass es am Teleskop selbst liegt und nicht an der fehlenden Vergrößerung.

Ich hoffe das hilft dir.

Viele Grüße,
Robin
 
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