Frage über Binoptik-Doppelfernrohre

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Großer Dobson oder Binoptik, warum nicht als Alternative.
Schade, dass so wenige Binoptik-Ferngläser greifbar sind, um mal durchzuschauen. Wenn's mal einen Binoptikbesitzer in den Süden über Paris hinaus zieht, dann ist er herzlich bei mir eingeladen, um Zwischenstation zu machen; Übernachtung und Verpflegung umsonst, auch mit Familie.

Gruß Rolf
 
Hallo Tom, hallo Detlev,
dir, Tom, auch von mir vielen Dank für den informativen Link. Er hilft mir wirklich weiter. Ebenso allerdings auch dein begeistertes Plädoyer, Detlev, für das 115er Binoptic. Ich kann deine Begeisterung gut nachvollziehen, mir geht es mit meinem 20er Obsession genauso. Leider kann ich ihn nicht überall mit hinnehmen, darum suche ich eine leichtere deep-sky fähige Ergänzung.
Deine Erfahrungen, Detlev, beziehen sich auf das 115er Binoptic. Würdest du ähnliches auch über das 105er sagen? Es ist halt nicht ganz so teuer. Kannst du, Philip, nicht ein wenig berichten, was die Leistungsgrenzen des 105er sind, ich meine visuelle Grenzgröße, Sichtbarkeit von Nebeln und Galaxien?
Gruß
Wilfried
 
Hallo Wilfried,
die visuelle Grenzgröße beim 105er Bino entspricht in etwa derjenigen eines 150mm Monoteleskops. Das Auflösungsvermögen steigt allerdings nicht auf dessen Wert!
 
Zitat von Holsteiner:
Hallo Friedel,
vielleicht schreibt Amin noch was dazu, er hat den begeisternden 130er. Der finanzielle Schritt vom 105er zum 115er ist bei weitem nicht so groß wie vom 115er zum 130er!
Das ist vielleicht auch eine Überlegung...war es jedenfalls bei mir.
Ich habe den Kauf des 115er jedenfalls nicht bereut!

Hallo Leute,

auch wenn dieser Thread noch vom Sommer ist, ich habe ihn leider erst heute gelesen, weil ich eine Weile nicht mehr im Forum war. Ansonsten kann ich alles mit meinem 130er Binoptic unterschreiben, was Detlev schon hier zu seinem 115er geschrieben hat!

Ich weiß jetzt nicht, ob die Frage von Rolf mit seinem ehemaligen BT 125 noch aktuell ist oder sonst noch wer etwas über das 130er Binoptic wissen möchte? Nur zu, ich bin wieder öfter hier. :/


Grüße, Amin
 
Hallo Amin,

Du hattest doch mal ein BT 125. Sag doch mal, wie Du den Unterschied zum Binoptik 130 erlebst.

Gruß Rolf
 
Wie Du bestimmt weißt, ist alles subjektiv. :/ Mit meinem BT 125 war ich auch lange zufrieden, bis der Wunsch aufkam, die maximale Leistung dieser "Fernglasgröße" zu bekommen. Mit dem BT 125 ist mir erst nach gewisser Zeit klar geworden, dass so ein Großfernglas die ideale Performance für mich bietet. Es war sozusagen ein Testglas über die Jahre hinweg.

Der Wechsel vom BT 125 zum Binoptic 130/780 scheint im ersten Augenblick kaum vorhanden zu sein, allerdings erweist sich der Unterschied von FH-Linsen zu TMB-APO-Linsen und die fehlenden Prismen vom BT als ein Zugewinn an Kontrast und Leuchtkraft, verbunden mit mehr Schärfe.

Scheinbar verteilt ein FH das Licht mehr über das gesamte Gesichtsfeld, während der Doppel-APO das Licht dorthin lenkt, wo es hingehört. Das bemerkt man schon beim Scharfstellen. Während ich beim BT 125 nur schwer richtigen Scharfstellpunkt gefunden habe, weil die unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts sich in unterschiedlichen Brennpunktlagen gesammelt haben, kann man beim Binoptic 130/780 einen genauen Punkt finden.

Auch wirkt das BT 125 irgendwie flauer. Der Himmelhintergrund ist beim BT trüber oder auch weniger schwarz wie beim Binoptic. Man hat den Eindruck, ein Doppel-APO zeichnet einen deutlich schwärzeren Himmelshintergrund ab, als ein Doppel-FH.

Bei Sternen hatte ich beim BT immer den Eindruck, sie würden von einem leichten Grün zu Violett schimmern und gleichzeitig etwas verschmieren. Beim 130/780er APO strahlen die Sterne einem reinen punktförmigen Weiß! Und alles vor einem deutlich schwärzeren Himmelshintergrund. Extremer Kontrast ist das Stichwort. Überhaupt machen Sternhaufen so viel Spaß wie nie zuvor. Bis in die feinsten Details scheinen Sternhaufen sich aufzulösen. Sterne scheinen einfach mehr Leuchtkraft zu besitzen.

Bei Gasnebeln ist mir ebenfalls der deutlich gesteigerte Kontrast aufgefallen. Gerade bei feinsten Strukturen der Nebel werden durch den starken Kontrast des Binoptic mehr Details gezeigt, als beim BT 125.
Während beim BT 125 der Nebel milchiger zu sein scheint, trennt ein Binoptic 130/780 jede feine Nuance des Nebels einfach deutlicher. Scheinbar hat auch der Nebel im Vergleich mehr Leuchtkraft als mit dem BT 125 und das alles vor einem schwärzeren Himmelshintergrund.

Bei lichtschwachen Nebeln trennt ein 130/780 manchmal erst zwischen Sehen mit einem Binoptic oder Nichtsehen zum BT 125. Soll heißen, manche lichtschwache Galaxien oder Nebel verschwinden beim BT 125 einfach im Himmelshintergrund, während bei einem Binoptic 130/780, durch den starken Kontrast, sich manche schwache Nebel gerade noch zeigen.

Besonders aufgefallen ist mir das beim Nordamerikanebel. Dessen lichtschwache Struktur sich nur schwer vom Himmelshintergrund trennt. Beim 130/780 mit 24er Panoptic Okularen, kann man fast schon eine scharfe Grenze des Nebels erkennen. Und auch Innerhalb des Nebels konnte ich noch Strukturen erkennen. Beim BT 125 konnte man froh sein, dass man noch einigermaßen eine Kontur erkennen konnte, während im Zentrum alles gleich trüb war. Fast so, als wäre nur mehr Umgebungslicht der Straßenlaternen über das Gesichtsfeld verteilt.

Bei Deep Sky sind es die Feinheiten, die den Unterschied machen.

Bei Planeten und dem Mond will ich mal lieber keinen Vergleich machen, da ist das BT 125 völlig chancenlos!!! So eine rattenscharfe Darstellung des Mondes wie mit dem 130/780 war mit einem BT 125 nicht möglich. Und Planeten verschwanden mit dem BT völlig in der Unschärfe. Aber dafür war ja das BT auch nie gebaut worden.

So war für mich zumindest der optisch subjektive Unterschied zwischen den beiden Gläsern. Ob einem dieser Unterschied wichtig ist, für einen deftigen Preisaufschlag zum Binoptic, muss man dann selbst entscheiden.


Grüße, Amin

 
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Hallo Amin,

danke für diese Antwort. Sie bestätigt, was ja zu erwarten war. Das Dumme ist der hohe Preis, und man kann nicht eben mal einige zig-tausend hinlegen, ohne vorher durchgeschaut zu haben.
Auch ist zu überlegen, ob nicht für eine ähnliche Summe ein etwas größerer Apo mit Binoansatz vergleichbare Dienste leistet. Darüber hinaus kann man mit dem dann auch noch fotografisch tätig sein.

Gruß Rolf
 
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Hallo Rolf,

wenn Du einen 130er Doppel-APO mit einem einzelnen Apo vergleichen willst, sollte es schon mindestens ein 175er sein. Und der kostet mindestens soviel wie zwei 130er. Auch will ich mir gar nicht ausmalen, was Du bei einem 175er, den Du auch fotografisch nutzen willst, für eine fette Montierung brauchst. Da kann man ja nochmal den Preis des 175er verdoppeln!
Dann ist ein 175er Einzelrohr auch kaum noch "mobil" zu benutzen. Die Vorteile hat man eben mit einem 2x 130er, inclusive einer deutlich kleineren Gabelmontierung.

Außerdem bleibt ein fester Binoansatz am Einzelteleskop immer starr. Soll heißen, wenn die Augenergonomie nicht mit dem Binoansatz kompatibel ist, geht nichts mehr vor lauter Doppelbildern. Am Binoptic kann man relativ leicht die eigene Augenergonomie mittels horizontaler und vertikaler Achse anpassen. Gerade bei hohen Vergrößerungen ist das einfach unbedingt wichtig.
Als ich das erste Mal durch ein Binoptic gesehen habe, konnte ich danach nie wieder richtig durch mein altes BT 125 sehen, weil ständig die Augen unter "Spannung" gestanden haben. Welch eine Wohltat, beim Binoptic die "Spannung" durch die horizontalen und vertikalen Achsverstellungen wieder herauszunehmen.

Und zu guter Letzt kann ein 2x 130er prinzipiell einen größeren Himmelsausschnitt zeigen, als ein Einzeltubus mit Binoansatz. Erst recht, wenn man einen 175er mit Binoansatz ausrüstet. Im Prinzip ist eine solche Kombination (175er + Binoansatz) für Deep Sky untauglich und nur für Planetenbeobachtung zu gebrauchen. Selbst wenn man nur einen 150er APO einsetzt, hat der leider nur ein Öffnungsverhältnis von f/8. Dazu noch ein Binoansatz und vorbei ist es mit den großen Gesichtsfeldern, die ein Doppel-APO grundsätzlich bieten kann.

Also wie Du siehst, auch ein Einzeltubus hat Vor- und Nachteile.


Grüße, Amin
 
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Gibts irgendwo Bilder, wo man einen 130er Doppel-Apo mal auf Montierung und mit Mensch daneben sehen kann - als Größenvergleich?

Danke und Gruß
Adson
 
Hallo Amin,

ich dachte eher an einen TOA 150 mm. Ist ja auch egal. Jedenfalls würde ich zu gerne mal durch einen solchen Binoptic 130 schauen.

Gruß Rolf
 
Hallo,

ich muss schon sagen: gute Geräte hat man da in Schläfrig-Holzbein ...

:super:

Gruß
Adson
 
Hallo, Amin,
du schreibst von Galaxien, die du mit deinem 130er Binoptic sehen, mit dem BT 125 aber nicht mehr sehen kannst. Kannst du bitte konkrete Beispiele nennen? Falls es dir möglich ist: was ist wohl die visuelle Grenzgröße des 130er bei Galaxien, evt. im Vergleich zum 115er?
Vielen Dank für deinen Vergleich zwischen den FH Linsen und den Apo Linsen. Das erspart mir weiteres Nachdenken über ein 120er Binoptic mit FH Linsen.
Wie kommst du mit dem Gewicht des 130er klar? Ist es sehr anstrengend, das Binoptic auf die Monti zu heben?
Letzte Frage: vermisst du die Möglichkeit 2 Zoll Okulare einsetzen zu können oder spielt dies keine Rolle?
Freundliche Grüße
Wilfried
 
Vorsicht!
Stamme gentechnisch zumindest auch vom Norden!
Ist das Binoptik vom Herrn Noak noch zu haben?

CS
Horst
 
Ist das Binoptik vom Herrn Noak noch zu haben?

Hallo, Horst,

das Gerät von Philip Noack ist inzwischen bei Marcus Schumann,
Binoptic.
SC
Wilfried
 
Zitat von Wilf:
Hallo, Amin,
du schreibst von Galaxien, die du mit deinem 130er Binoptic sehen, mit dem BT 125 aber nicht mehr sehen kannst. Kannst du bitte konkrete Beispiele nennen? Falls es dir möglich ist: was ist wohl die visuelle Grenzgröße des 130er bei Galaxien, evt. im Vergleich zum 115er?

Zunächst sind ein BT 125 und ein Binoptic 130 von der Linsengröße fast gleich. Allerdings "verschwindet" in einem BT 125 irgendwie immer ein wenig mehr Licht. Ob es beim BT 125 an den Prismen oder am FH liegt, weiß ich nicht.

Eine der lichtschschwächsten Galaxie, die ich mit meinem 130er Binoptic noch gerade erkennen konnte, war NGC 7013 im linken Flügel vom Schwan, bei einer visuellen Grenzröße von etwa 5.5 bis 6.0 im Sauerland. Laut der Software "The Sky", liegt die Galaxie um Größenklasse 12.07, bei einer Größe von 4.0'x1.4'.

Allerdings habe ich nicht Buch geführt, um jetzt hier haufenweise Beispiele sprudeln lassen zu können. :/
Zu einem 2x 115er kann ich keinen Vergleich ziehen. Dazu müsste ich sie beide nebeneinander haben.
Ich denke die maximale Grenzgröße von Galaxien dürften beim 130er Binoptic bei etwa 12.5 liegen. Wohlgemerkt nicht theoretisch sondern in der Praxis!

Zitat von Wilf:
Vielen Dank für deinen Vergleich zwischen den FH Linsen und den Apo Linsen. Das erspart mir weiteres Nachdenken über ein 120er Binoptic mit FH Linsen.

Das würde ich so nicht unterschreiben wollen! Ein 120er Binoptic mit FH Linsen ist mit Sicherheit besser als ein Vixen BT 125! Wenn Du nicht soviel für einen APO ausgeben möchtest ist der Doppel-FH keine schlechte Wahl! Herr Schumann sucht auch die FH-Linsen paarweise aus und wenn die nichts taugen, werden die auch nicht verbaut. Gute FH-Linsen können verdammt gut sein!!! Und für Deep Sky sind sie erst recht gut geeignet. Bei Planeten gibt es da schon ein paar Nachteile.

Zitat von Wilf:
Wie kommst du mit dem Gewicht des 130er klar? Ist es sehr anstrengend, das Binoptic auf die Monti zu heben?

Das 2x 130er ist defnitiv schwerer als es aussieht und ein echter Brocken! Ich möchte damit keine 100m spazieren gehen. :/ Und wenn man es auf Schulterhöhe langsam in die Montierung einlassen will, kostet das schon ordentlich Kraft. Aber ich gehe ja schließlich ins Fitness-Studio. :biggrin:

Zitat von Wilf:
Letzte Frage: vermisst du die Möglichkeit 2 Zoll Okulare einsetzen zu können oder spielt dies keine Rolle?

Nein, vermisse ich überhaupt nicht. Die minimale Vergrößerung und den größten Bildwinkel (2,1°) erzielt man mit den Panoptic 24mm. Damit hat man eine Augenpupille von 4. Das finde ich persönlich für einen Stadthimmel deutlich zu hell. Selbst für den normalen deutschen Landhimmel, sieht man immer noch einen relativ hellen Himmelshintergrund. Nur unter einem dunklen Alpenhimmel ist eine 32,5 fache Vergrößerung dauerhaft sinnvoll. Wenn ich mir vorstelle, wie stark erst ein 2" Okular den Himmelshintergrund aufhellt, bleibe ich lieber bei 1,25". Überhaupt gibt es ja nur wenige Himmelsobjekte, bei denen 2,1° nicht ausreichen.

Tatsächlich sind meine Lieblingsokulare die Pentax XW 10. Bei einer 78-fachen Vergrößerung kann man stundenlang über den Himmel surfen und hat einen guten Kompromiss aus Vergrößerung und Bildwinkel. Außerdem ist bei dieser Vergrößerung der Himmelshintergrund wirklich schwarz!

Grüße, Amin
 
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