Frage zu Bi Colour Processing | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Frage zu Bi Colour Processing

AkhetO

Mitglied
Hallo zusammen,
ich baue mir im Moment eigene Makros für meinen Bearbeitungsworkflow auf. Aktuell sitze ich an einem Makro das aus Dualband RGB Daten (L-eXtreme) Bi Colour Daten erstellen soll. Da ich aber noch keine Erfahrung mit Bi Colour Daten habe, frage ich mich ob mein Ergebnis so tendenziell richtig ist.

Als Basis dient mir folgende Formel von dieser Seite.
Ha/Oiii :
  • R = Ha
  • G = ((Oiii*Ha)^~(Oiii*Ha))*Ha + ~((Oiii*Ha)^~(Oiii*Ha))*Oiii
  • B = Oiii
Mein Makro macht folgendes mit den RGB Daten
R = R = Ha
B = clamp( (0.6*G + 0.5*B), 0, 1) = OIII / Da es mir besser gefällt, habe ich hier 0,5 anstatt 0,4 gewählt
G = clamp((B*R)^(1-B*R)*R + (1-((B*R)^(1-B*R)))*B, 0, 1) = G?

Die Ergebnisse sehen so aus:
Links RGB und rechts Bi Colour Bearbeitung .
RGB BI.jpg


Bin ich auf dem richtigen Weg mit meinem Makro oder doch eher auf dem Holzweg?

Ich nutze übrigens Affinity Photo für die Bildbearbeitung. Die Formeln nutze ich im Procedual Texture Layer.

Grüße
Carsten
 

Defunct

Mitglied
Hat wirklich niemand auch nur ansatzweise eine Idee, Meinung oder ähnliches?
Gruß Carsten
Hi Carsten,
Du bist in den Tiefen der NB-Bearbeitung angekommen, herzlichen Glueckwunsch. :cool:

Wenn es dein Ziel ist, eine "farbechte" Aufnahme aus den zwei NB-Kanaelen abzumixen, dann (Meinung) bist Du der Sache doch schon sehr, sehr nahe gekommen. :y:

Die mangelnde Resonanz kommt wohl da her: Welchen Holzweg meinst Du?
85% der Foristen sind an diesem Punkt gedanklich bereits abgehangen und haben bestenfalls eine vage Ahnung was Du da eigentlich im Detail so treibst und die restlichen 15% wissen, von hier ab gibt's eigentlich keine Holzwege mehr, sondern nur "your way".

Die restliche Fein/Farbabstimmung macht man dann i.d.R. mit Photoshop oder Lightroom und daher lass' knacken und zeig uns den Nebel unter "Deepsky".
Gruss & CS
 

AkhetO

Mitglied
Hallo Defunct,
danke das du mir geantwortet hast. Deiner Antwort kann ich dann entnehmen, das ich mit der Farbe schon mal nicht so falsch liege.
Die mangelnde Resonanz kommt wohl da her: Welchen Holzweg meinst Du?
Damit wollte ich eigentlich nur fragen, ob ich farblich bei der Bi Color Bearbeitung auf dem richtigem Weg bin. Deshalb habe ich auch die beiden Bilder gegenübergestellt. Vielleicht hätte ich einfach den Kram mit den Formeln und den Makros weglassen und nur nach der Farbe fragen sollen. Das wäre wohl besser gewesen.
…von hier ab gibt's eigentlich keine Holzwege mehr, sondern nur "your way".

Die restliche Fein/Farbabstimmung macht man dann i.d.R. mit Photoshop oder Lightroom und daher lass' knacken und zeig uns den Nebel unter "Deepsky".
Dann werde ich diese Woche das Bild mal ausarbeiten und einstellen.
"My way" ist übrigens die Bearbeitung der Daten vom Anfang bis zum Ende in Affinity Photo vorzunehmen. Nur das trennen der Sterne mache ich mit Starnett++. Den Rest muss ich mir noch erarbeiten😁.

Grüße 🖖 Carsten
 

Terrorernie

Mitglied
Hi Carsten,

Farblich ‘richtig’ gibt es doch im NB Universum nicht…
Ich nutze den von dir verwendeten Filter nicht, da ich mit MONO Kameras arbeite, aber die Art der Gewichtung kommt meiner Arbeitsweise sehr nah.
Das Bild sieht farblich ausgewogen aus, und zeigt die Vorteile der Schmalbandizität…

Natürlich wirst Du feststellen, dass die Formel ein guter Start ist, aber nicht bei jedem Zielobjekt gleich gut aussehen wird.

Ich speichere mir die Formeln mit guten Ergebnissen immer ab, und wende die dann an um mir anzusch was am besten (subjektiv!!!!!) wirkt.

Ich nutze PI, da geht das sehr einfach im PixelMath Prozess.


Also, ja, Du bist auf dem richtigen Weg, falls es sowas wie ‘richtig’ gibt.

Gruß, und maximale Erfolge
Ernie

PS: ich bin auf das Endergebnis gespannt, sieht super aus soweit
 

AkhetO

Mitglied
Hallo Ernie,
danke für deine Antwort.
Das Bild sieht farblich ausgewogen aus, und zeigt die Vorteile der Schmalbandizität…
Was mich ein wenig irritiert, wenn ich mir den Blauen und Grünen Kanal ansehe ist dort trotz ca. 6 Stunden Belichtung nicht wirklich viel Signal vorhanden. Wenn man sich dann aber bearbeitete Schmalbandaufnahmen vom Soul ansieht, sind dort große blaue Bereiche zu sehen. Woher kommt das Signal dafür?
Natürlich wirst Du feststellen, dass die Formel ein guter Start ist, aber nicht bei jedem Zielobjekt gleich gut aussehen wird.

Ich speichere mir die Formeln mit guten Ergebnissen immer ab, und wende die dann an um mir anzusch was am besten (subjektiv!!!!!) wirkt.
Ja, das habe ich gemerkt :) Ich habe am Wochenende Zeit zum experimentieren und forschen gehabt. Da habe ich mir einige Formeln zusammengesucht und mit denen getestet wie die Ergebnisse aussehen. Dann habe ich mir ein Makro mit allen Formeln in Layern erstellt und brauche nun nur noch die Layer aktivieren oder deaktivieren um die verschiedenen Ergebnisse zu sehen. Mein Makro erstellt ein Standardtemplate und sieht dann so aus.
Makro.jpg

Also, ja, Du bist auf dem richtigen Weg, falls es sowas wie ‘richtig’ gibt.
Gut, dann werde ich den jetzt erstmal weiter verfolgen. Ein Ergebnis werde ich erstmal nicht zeigen können. Morgen steht erstmal eine Zahn OP an, mal sehen wann ich dann wieder fit bin. Vielleicht zum Wochenende.

Grüße und CS
Carsten
 

AkhetO

Mitglied
Der Zahnarzt scheint sein Handwerk zu verstehen :) Ich habe gerade meine erste BiColor Bearbeitung fertiggestellt. Ich veröffentliche es im Deep Sky Unterforum.


Grüße und CS
Carsten
 

lunic82

Mitglied
Hallo zusammen,
ich baue mir im Moment eigene Makros für meinen Bearbeitungsworkflow auf. Aktuell sitze ich an einem Makro das aus Dualband RGB Daten (L-eXtreme) Bi Colour Daten erstellen soll.

Hallo Carsten,
ich denke, deine Frage ist ja soweit beantwortet, daher wollte ich mich hier mal kurz einklinken.. Ich versuche auch gerade, in die Thematik Bicolor einzusteigen, finde aber keine Anfänger Starthilfe.. Ist das mit dem Makro die einzige Möglichkeit, aus den Fotos mit einem Dualband Filter mehrere Farbkanäle heraus zu holen, die mit einer DSLR gemacht wurden?

Gruß+ Danke
Moritz
 

AkhetO

Mitglied
Moin Moritz,
nein. Makros erstelle ich mir nur um meinen Workflow zu vereinfachen. Beim erstellen eines Makros nimmst du einen bestimmten Ablauf von Arbeitsschritten auf und kannst diese später mit einem Klick wieder abspielen.
Das ist also nicht speziell für die Bearbeitung von BiColor Bildern, es dient eher der Vereinfachung von sich wiederholenden Arbeitsschritten.
Die Bearbeitung von BiColor Bildern ist abhängig von der verwendeten Software. Für PixInsight gibt es z.B. einige Anleitungen. Da dort immer PixelMath erwähnt wird, habe ich mir die Formeln die genutzt werden angesehen. Mir war klar das die Formeln auf Affinity Photo übertragbar sind und ich diese in Procedural Texture Livelayern benutzen kann.
Welche Software nutzt du für deine Bearbeitung?

Grüße Carsten
 

Defunct

Mitglied
Hallo Carsten,
ich denke, deine Frage ist ja soweit beantwortet, daher wollte ich mich hier mal kurz einklinken.. Ich versuche auch gerade, in die Thematik Bicolor einzusteigen, finde aber keine Anfänger Starthilfe.. Ist das mit dem Makro die einzige Möglichkeit, aus den Fotos mit einem Dualband Filter mehrere Farbkanäle heraus zu holen, die mit einer DSLR gemacht wurden?

Gruß+ Danke
Moritz
Hi Moritz,
wenn Du erst mal an dem Punkt angekommen bist, wo RGB Kanaele in einzelne Farbkanaele zerlegt, neu gewichtet und wieder kombiniert werden (z.B. auch mit "Echtfarben" fuer die Sterne.Das wird wahrscheinlich Carstens naechstes Projekt: Jetzt hat er die Sterne weiss/rot bekommen, bald kommt der Wunsch diese in fotometrisch korrekter Farbe zu haben.), dann brauchst Du irgendwann eine Software, die fuer sowas geeignet ist.
Ob das dann Siril ist, oder Affinity Photo oder PixInsight [...] ist eine Sache, aber da kommst Du grundsaetzlich bei NB irgendwann nicht mehr dran vorbei, wenn Du ueber "Hubble-Palette-und-Schluss" hinauswachsen willst.
Und wenn Du dich da einmal entschieden hast, dann gibt es schon einiges an Tutorials.
Fuer z.B.PixInsight gibt es sehr viele Youtube videos, wie NB-Kanaele kombiniert werden koennen und auch viele Websites. Meine Wahl ging damals u.a. auch deshalb Richtung PI, weil da nicht nur viele Moeglichkeiten da sind, sondern auch viel Dokumrntation, Tipps und Anregungen. Carsten erarbeitet s8ch das gerade fuer Affinity (dafuer Hut ab...). Somit stellt sich die Frage, Moritz, womit bearbeitest Du z.Z. deine NB-Bilder?
MfG & CS
 

lunic82

Mitglied
Hallo Carsten,
danke für deine Antwort. Die Makros entsprechen ja den Aktionen in Photoshop, denke ich? Da habe ich mir die Astro Actions geleistet. Das ist schon praktisch, sich da so ein "Skript" zu schreiben.
Ich habe weder Pixinsight noch APP oder Affinity Photo (wobei ich letzteres als moderne Alternative zu meinem PS CS 2 interessant finde). Mit Photoshop habe ich schon ein Tutorial gefunden, aber noch nicht die Zeit, es mir anzuschauen. Es scheint ein Trend zu sein, der größtenteils aus UK kommt, oder ich nutze auf deutsch die falschen Suchbegriffe..
So ganz grob habe ich es so verstanden, dass man mit dem dual/tri -Band Filter RGB Aufnahmen macht und dann die Farbkanäle so behandelt, als wäre jeder ein Einzelbild mit jeweils eigenem Filter.

Gruß Moritz
 

lunic82

Mitglied
Somit stellt sich die Frage, Moritz, womit bearbeitest Du z.Z. deine NB-Bilder?

Hallo,
danke für die Tipps! Ich nutze wie gesagt Photoshop CS2 und Siril auch. Habe gestern erfolgreich mit Siril Farbkalibrierung mit Sternendaten gemacht, an M1. Das war schon echt Klasse. :D Kein Vergleich zu allem was ich da bisher kannte.
Ich denke, mit PS sollte das möglich sein, ich wollte halt, bevor ich shoppen gehen, dieses mal vorher schauen, dass alles zusammen passt. ;) Daher habe ich Affinity Photo noch nicht bestellt. PI habe ich mal getestet, aber für mich derzeit viel zu zeitintensiv, leider. Ich habe gesehen, dass das auch mit Fitswork geht?

Grüße Moritz
 

Defunct

Mitglied
Ich denke, mit PS sollte das möglich sein, ich wollte halt, bevor ich shoppen gehen, dieses mal vorher schauen, dass alles zusammen passt. ;) Daher habe ich Affinity Photo noch nicht bestellt. PI habe ich mal getestet, aber für mich derzeit viel zu zeitintensiv, leider. Ich habe gesehen, dass das auch mit Fitswork geht?
PI ist eigentlich genau so zeitintensiv wie Photoshop fuer einen Neueinsteiger, der da auch ueber die endlosen Menues und Funktionen nur erschlagen den Kopf schuettelt.

In PS oder in PI braucht man von den zahllosen Funktionen fuer die "typischen" Workflows zum Bearbeiten dann gerade mal explizit 5-6 und wie der Carsten beschreibt, hat man das erst mal auf der Reihe, dann geht das sehr flott. Bei PI wie auch bei PS hat man dann zwar immer das Potential noch mal tiefer in die Trickkiste greifen zu koennen (und auch mehr Zeit in ein Bild zu versenken), aber im Grunde ist der Anfang gar nicht so kompliziert, wenn man erst mal halbwegs begriffen hat, was erst mal NICHT wichtig ist (naemlich erst mal 95% des Programmumfangs).
Mit dem richtigen Tutorial hat man die Grundsaetze in zwei Stunden locker begriffen.
Was halt bei PI (wie auch bei Siril) heraussticht, ist dass von der Bildkorrektur (Darks, Flats) ueber die Bildregistrierung bis hin zum Denoising, Schaerfen, Farbkanal Bearbeitung, Fusion von Bildern mit verschiedenen Aufloesungen, Mosaiken [...] man halt alles konsistent und doch frei kombinierbar in einem Programm hat.
Das frustrierendste sind IMHO naemlich Bedienfehler, die gerade auch dann auftreten, wenn man zwischen x-Programmen staendig wechseln muss und x-Sachen exportieren und wieder anderswo importieren und in andere Fileformate umwandeln muss, etc ...
Da weiss man am Ende selber nicht mehr, was man da nun gestern zu spaeter Stunde genau in welcher Reihenfolge getrieben hat.
Daher mache Ich die schweren Erdarbeiten i.d.R. mit PI und das Feintuning dann mit Lightroom (das dafuer etwas zielgerichteter ist als PS).
Aber die Geschmaecker und auch das Vorwissen sind sehr Verschieden und noch nie war das Angebot so breit wie heute. Da kann sich dann jeder seine Idealloesung waehlen... ;)

CS
 

lunic82

Mitglied
Das frustrierendste sind IMHO naemlich Bedienfehler, die gerade auch dann auftreten, wenn man zwischen x-Programmen staendig wechseln muss und x-Sachen exportieren und wieder anderswo importieren und in andere Fileformate umwandeln muss, etc ...
Da weiss man am Ende selber nicht mehr, was man da nun gestern zu spaeter Stunde genau in welcher Reihenfolge getrieben hat.

Hallo,
eines vielleicht vorneweg, ich nutze derzeit ganz klassische RGB Bilder aus meiner DSLR, ohne Schmalbandfilter oder so (jedoch mit Astroklar Filter). Bevor ich mit Schmalbandaufnahmen anfange, will ich erstmal ein bisschen abklären, was da noch "on top" kommt. Da meine DSLR auch nicht astromodifiziert ist, bin ich auch unsicher, ob sich das überhaupt für mich lohnt. Natürlich geht immer "mehr" (Astromodifikation oder gleich Astrokamera) aber das will ich erstmal nicht.

Auf die mehrbandigen Filter kam ich, weil es einem ja auch eine Menge teurer Hardware erspart, zumindest in der Theorie. Von daher mache ich vielleicht den zweiten Schritt vor dem Ersten, aber ich hatte jetzt auch durch ein paar Youtube Videos den Eindruck gewonnen, dass man nicht zwingend den langen Weg über Filterrad und Mono Kamera gegangen sein muss, um sich einen L-eXtreme-Filter (oder was Vergleichbares) dranzuschrauben..?

Zur Bildbearbeitung - ja die Menge an Programmen wächst, und auch die Datenmenge. Ich speichere mir immer Zwischenversionen, falls ich mal falsch abbiege. Da kann ich dann Verschiedenes ausprobieren. Und mit der Zeit wird die Bearbeitung ja auch besser, da ist es schön, den eigenen Fortschritt beobachten zu können.
Das Wechseln zwischen Programmen ist schon nervig, aber andererseits finde ich das Freeware Angebot auch richtig gut. Ärgerlicher finde ich persönlich, dass ich mit meiner Uralt Version PS 7 viele Stunden verbracht habe, und die Bilder einfach nicht gut aussahen. Mittlerweile weiß ich, dass das Programm irgendwie auf Pixelebene sehr rabiat vorgeht, verglichen mit modernen Programmen, und einem die Details einstampft. Mit CS2 habe ich den Eindruck, dass es besser aussieht, zumal die Astro Actions echt klasse sind. Aber auch einige andere Funktionen, die in den Tutorials regelmäßig verwendet werden, hatte ich vorher nicht. Allerdings habe ich mit PS 7 auf die Weise einige Erfahrungen gesammelt und finde, es ist im Vergleich zu PI besser geordnet und strukturiert. Liegt bei PI aber bestimmt auch an der englischen Oberfläche.

Was das Stacking angeht - da finde ich Siril sehr langsam. Ist vielleicht auch vom Zufall abhängig, bislang war bei mir der DSS deutlich schneller und Sequator ist wirklich schnell. Aber Siril ist mit den Skripten sehr komfortabel geworden (vorher m.E. gar nicht). Aber die Bearbeitung speziell der Schmalbandaufnahmen ist ja m.E. kein Problem des Stacking? Da ist man doch in der Wahl recht frei, dachte ich.

wo RGB Kanaele in einzelne Farbkanaele zerlegt, neu gewichtet und wieder kombiniert werden


Wenn das mit Siril geht, würde ich das auch mal ausprobieren. Ich würde mit jetzt aber erstmal die Methode in Photoshop anschauen, und das dann ggf. "nachbasteln" wollen.
Denoising - meinst du damit die Hintergrund Extraktion? Schärfen in Siril habe ich auch noch nicht gefunden..

Grüße!
 

Defunct

Mitglied
eines vielleicht vorneweg, ich nutze derzeit ganz klassische RGB Bilder aus meiner DSLR, ohne Schmalbandfilter oder so (jedoch mit Astroklar Filter). Bevor ich mit Schmalbandaufnahmen anfange, will ich erstmal ein bisschen abklären, was da noch "on top" kommt. Da meine DSLR auch nicht astromodifiziert ist, bin ich auch unsicher, ob sich das überhaupt für mich lohnt. Natürlich geht immer "mehr" (Astromodifikation oder gleich Astrokamera) aber das will ich erstmal nicht.

Auf die mehrbandigen Filter kam ich, weil es einem ja auch eine Menge teurer Hardware erspart, zumindest in der Theorie. Von daher mache ich vielleicht den zweiten Schritt vor dem Ersten, aber ich hatte jetzt auch durch ein paar Youtube Videos den Eindruck gewonnen, dass man nicht zwingend den langen Weg über Filterrad und Mono Kamera gegangen sein muss, um sich einen L-eXtreme-Filter (oder was Vergleichbares) dranzuschrauben..?

... auch nicht wirklich in der Theorie.
Ich habe jetzt auf die Schnelle nicht die spektrale Empfindlichkeit der unmodifizierten Pentax KP (aus deiner Signatur) gefunden, aber fuer die Pentax 10 sieht das in etwa so aus:

Pentax.JPG


Ein "dual NB" wie der L-extreme fischt dir aus diesem Spektrum diese beiden Linien (OIII und Ha) heraus:

extreme.JPG


Fuer OIII gibt's da keine Probleme, allerdings da bleibt dir auf der Ha Linie weniger als 20% Quanteneffizienz verglichen zu einer astromodifizierten Pentax (oder einer dezidierten Astrokamera).

Ich sage nicht "das geht nicht" sondern gebe dir zu bedenken: Die Aufnahmedauer fuer ein aequivalentes Ha-Bild - und bei vielen Nebeln spannt dir genau das nun mal das Bild auf - ist dann 16x (!) so lange wie mit einer modifizierten Kamera. Ich sag's mal so: NB (1-2 komplette Naechte?) dauert eh' schon ewig, aber das wird *huestel* auch an sehr hellen Emissionsnebeln ein ganz schwerer Stiefel.

Es muss ja nicht gleich viel Geld kosten: Eine astromodifizierte etwas aeltere Canon findet man z.T. zu Schleuderpreisen im Gebrauchtmarkt (und kann gegebenfalls mit ueberschaubarem Wertverlust wieder losgeschlagen werden) und schliesst dir dann gleich viel mehr Objekte auf, wo man diese Dualband Filter dann sinnvoll einsetzen kann. Damit kann man NB-Imaging erst mal anschnuppern und sich ueberlegen, ob man spaeter einmal investitionsmaessig noch mal nachlegen will. Mit deiner unmodifizierten Pentax wird das sehr frustig, willst Du dir das wirklich geben?

Was das Stacking angeht - da finde ich Siril sehr langsam. Ist vielleicht auch vom Zufall abhängig, bislang war bei mir der DSS deutlich schneller und Sequator ist wirklich schnell. Aber Siril ist mit den Skripten sehr komfortabel geworden (vorher m.E. gar nicht). Aber die Bearbeitung speziell der Schmalbandaufnahmen ist ja m.E. kein Problem des Stacking? Da ist man doch in der Wahl recht frei, dachte ich.

Was beim Stacking wirklich zeitraubend ist, sind (neben Kallibrierung und Registrierung) all die statistischen Klimmzuege um "Pixel-Ausreisser" (Satelitenspur, Wolke 8, Guidingwackler, [...]) 'rauszurechenen, d.h. nicht mitzustacken). Da gibt es in jeder Software dann einiges an Kochbuchrezepten und Siril macht da (meiner Erinnerung nach) out-of-the-box z.B. mehr als DSS.
Ich nehme das Preprocessing bei PI diesbzgl. als inzwischen sehr ausgereift wahr und die extra Bearbeitungsdauer ist i.d.R gut investierte Zeit. Ich hoffe da kommt bald mal irgendwann GPU-Beschleunigung, dass wuerde da noch mal auf die Tube druecken, aber danach sieht's wohl erst mal nicht aus.
"Sequator" kaeme bei mir schon deshalb nicht in die Tuete (Ich knipse MM-Kamera), weil Ich dann die ganzen Tiffs ohne die Fits-Keywords selber auseinandersortieren und getrennt prozessieren muesste und da wird man z.B. bei LRGBHSO komplett wahnsinnig. Sequator hat einen ganz anderen Schwerpunkt als z.B. Siril oder PI.

Denoising - meinst du damit die Hintergrund Extraktion? Schärfen in Siril habe ich auch noch nicht gefunden..
Nein, damit meine Ich "die ueblichen Verdaechtigen" das Bildrauschen etwas herunterzudruecken. Fast alle Bearbeitungsprogramme haben da was mit Wavelet-Filterung in der Schublade, i.d.R. unter den verschiedensten Namen / Reinkarnationen.

CS
 

AkhetO

Mitglied
... wie der Carsten beschreibt, hat man das erst mal auf der Reihe, dann geht das sehr flott.
Am Anfang habe ich teilweise auch Stunden bis Tage gebraucht um brauchbare Ergebnisse zu erzielen, aber irgendwann hat man den dreh raus und alles geht flotter von der Hand. Wenn man sich dann seinen Workflow zu recht gelegt hat und mit selbst erstellten oder gekauften Makros arbeitet, geht es dann gleich nochmal viel schneller. Aber bis dahin ist eine gewisse Lernphase notwendig und das kostet Zeit.

Was halt bei PI (wie auch bei Siril) heraussticht, ist dass von der Bildkorrektur (Darks, Flats) ueber die Bildregistrierung bis hin zum Denoising, Schaerfen, Farbkanal Bearbeitung, Fusion von Bildern mit verschiedenen Aufloesungen, Mosaiken [...] man halt alles konsistent und doch frei kombinierbar in einem Programm hat.
Das Wechseln zwischen Programmen ist schon nervig, ...
Bis auf "Fusion von Bildern mit verschiedenen Aufloesungen, Mosaiken" kann ich das auch für Affinity Photo bestätigen. Affinity Photo hat ein eigenes Stacking Modul vielleicht nicht so umfangreich wie in anderen Programmen aber für meine Bedürfnisse völlig ausreichend. Durch das Stacking Modul findet meine Bearbeitung der Daten, bis auf das extrahieren der Sterne, auch komplett in Affinity Photo statt. Verlangt aber wahrscheinlich mehr Einarbeitungsaufwand in das Programm selbst.

Zur Bildbearbeitung - ja die Menge an Programmen wächst, und auch die Datenmenge. Ich speichere mir immer Zwischenversionen, falls ich mal falsch abbiege. Da kann ich dann Verschiedenes ausprobieren. Und mit der Zeit wird die Bearbeitung ja auch besser, da ist es schön, den eigenen Fortschritt beobachten zu können.
Da Affinity Non Destructive arbeitet, reicht es eine Datei zu speichern. Diese kann dann aber schon sehr groß werden. Bei mir auch schonmal 1GB. Der Vorteil ist, das man den kompletten Arbeitsverlauf an einem Bild nachverfolgen kann.

... zumal die Astro Actions echt klasse sind
So was ähnliches gibt es von James Ritson für Affinity. Von diesen habe ich einiges gelernt und dadurch auch eigene Ideen entwickelt.

Das hört sich jetzt fast wie Werbung für Affinity an, soll es aber nicht sein. Da ich Affinity schon lange vor der Astrophotographie genutzt habe, war es für mich eigentlich klar dabei zu bleiben. Außerdem war mir eine PI Lizenz zu teuer.

Grüße Carsten
 

AkhetO

Mitglied
... Ich hoffe da kommt bald mal irgendwann GPU-Beschleunigung, dass wuerde da noch mal auf die Tube druecken, aber danach sieht's wohl erst mal nicht aus.
Ich komme mir langsam wie der Affinity Fanboy vor ;) Eine GPU Beschleunigung existiert in Affinity bereits. Ob diese auch für das stacken genutzt wird kann ich jetzt nicht mit Sicherheit sagen, aber für die Livelayer wird sie eingesetzt.
1631876181334.png


(Ich knipse MM-Kamera), weil Ich dann die ganzen Tiffs ohne die Fits-Keywords selber auseinandersortieren und getrennt prozessieren muesste und da wird man z.B. bei LRGBHSO komplett wahnsinnig. Sequator hat einen ganz anderen Schwerpunkt als z.B. Siril oder PI.
Auch da hat die aktuellste Version von Affinity nachgelegt. Im Stacking Modul kann man auswählen für welchen Filter die Lights sind. Nachdem stacken wird jeder Filter in einem eigenen Layer bereitgestellt. Dazu gibt es auch ein aktuelles Tutorial von James Ritson.

Ich glaube man merkt das ich von der Software ziemlich überzeugt bin. Von Zeit zur zeit werden die Affinity Programme auch mal mit 50% Rabat angeboten. Für den Preis macht man dann eigentlich nicht viel falsch.

Grüße und CS
Carsten
 

lunic82

Mitglied
Mit deiner unmodifizierten Pentax wird das sehr frustig, willst Du dir das wirklich geben?

Da hast du schon Recht, ich finde da die Versprechen der Händler auch ziemlich nebulös..
Die Pentax K10d (oder welche meintest du?) ist ja schon bissi älter als meine KP, und die KP soll ja einen Sensor speziell für Abend/Nacht Fotografie haben, genaueres weiß ich da leider auch nicht. Aber auch dann bleibt sie bestimmt hinter einer EOS 600 Da weit zurück, was h-alpha angeht. Ich fände ja einen direkten Vergleich von Einzelaufnahmen ganz interessant. Wenn ich die richtig hellen Nebel ablichte, sehe ich schon bissi rot auf dem Liveview, bilde ich mir ein. Aber ich hab es jetzt auch nochmal in meinem Fotobuch nachgelesen, die DSLR sind wirklich ein Flaschenhals, hoffnungslos..

Was beim Stacking wirklich zeitraubend ist, sind (neben Kallibrierung und Registrierung) all die statistischen Klimmzuege um "Pixel-Ausreisser" (Satelitenspur, Wolke 8, Guidingwackler, [...]) 'rauszurechenen, d.h. nicht mitzustacken). Da gibt es in jeder Software dann einiges an Kochbuchrezepten und Siril macht da (meiner Erinnerung nach) out-of-the-box z.B. mehr als DSS.

Ich schmeiße ehrlich gesagt meist alles in den Topf, was halbwegs brauchbar ist. Nur so ganz schlimme Ausreißer nicht. Man sieht es den Bildern an.. Ob DSS oder Siril mehr rausfischt, kann ich nicht sagen.



Da Affinity Non Destructive arbeitet, reicht es eine Datei zu speichern. Diese kann dann aber schon sehr groß werden. Bei mir auch schonmal 1GB. Der Vorteil ist, das man den kompletten Arbeitsverlauf an einem Bild nachverfolgen kann.

Das ist schon praktisch. Allerdings, wenn das Bild schon 1 GB hat, ist das im RAM ja richtig viel. Da kommt meine Mühle schon ins schwitzen, mit 8 GB RAM. Kleine Bilder lassen sich da schneller bearbeiten. Neulich habe ich auch mal ein paar Versionen ausgemistet, die ich definitiv nicht mehr brauchte..

Gruß Moritz
 

AkhetO

Mitglied
Das ist schon praktisch. Allerdings, wenn das Bild schon 1 GB hat, ist das im RAM ja richtig viel. Da kommt meine Mühle schon ins schwitzen, mit 8 GB RAM. Kleine Bilder lassen sich da schneller bearbeiten. Neulich habe ich auch mal ein paar Versionen ausgemistet, die ich definitiv nicht mehr brauchte..
Da hast du Recht, das Non Destructive arbeiten erfordert viel Rechenpower und RAM.

Gruß Carsten
 

lunic82

Mitglied
Da hast du Recht, das Non Destructive arbeiten erfordert viel Rechenpower und RAM.

Gruß Carsten
Die RTX3060 hat ja genug Leistung, denke ich. Meine GTX 660 ist da auch etwas outdated. Aber Affinity Photo steht bei mir ganz oben auf der Wunschliste, vielleicht warte ich noch bis zum nächsten sale. Für die Sterne nutzt du wahrscheinlich starnet++, oder?

Grüße Moritz
 

lunic82

Mitglied
Ich habe mir jetzt kurzerhand eine 1100 D astromodifiziert geschossen. Damit sollte zumindest die Grundproblematik mal beseitigt sein.

Das starnet++ funktioniert bei mir nur, wenn ich die .tif Datei mit Gimp erstelle, sonst geht's nicht.

Gruß Moritz
 

AkhetO

Mitglied
Ich habe mir jetzt kurzerhand eine 1100 D astromodifiziert geschossen. Damit sollte zumindest die Grundproblematik mal beseitigt sein.

Das starnet++ funktioniert bei mir nur, wenn ich die .tif Datei mit Gimp erstelle, sonst geht's nicht.
Das nenne ich mal Konsequent :)
Ich hatte mit Affinity zu Beginn auch das Problem das die exportierten TIFF in Starnet++ nicht funktionierten. Bei mir lag es daran das beim Export das ICC Profil fehlte und die Metadaten komprimiert waren. Nachdem ich folgende Einstellungen vorgenommen habe funktionierte es.
1631903386472.png

Grüße Carsten
 

lunic82

Mitglied
Hallo,
ja ich habe schon länger mit mir gehadert, weil es total sinnvoll ist, eine Canon zu benutzen aber meine Pentax auch gut funktioniert. Aber der Markt ist ein ganz anderer, Astrozubehör etc gibt es für Pentax nicht in der Fülle..

Danke für den Tipp mit dem ICC Profil. Ich exportiere Tif aus Gimp immer "ohne alles", sonst kann ich sie nicht mehr löschen.. Auch so ein tolles Feature. Aber derzeit bearbeite ich meine Bilder nach dem Stacking mit Siril, da müsste dann die Einstellung irgendwo gehen. Von da aus in starnet++ und dann PS.

Gruß Moritz
 
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