Ganymed-Schatten noch eine knappe Stunde vor Jupi

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Alkor

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Fals jemand kein Himmelsführer hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Gruß
Markus
 
Re: Ganymed-Schatten noch eine knappe Stunde vor J

Hallo Markus,

hab's mir gerade angesehen. Seit 23:20 MESZ habe ich das Abbild Ganymeds beobachtet und währenddessen eine halbe Stunde lang Jupiter gezeichnet bzw. eher skizziert. Doch jetzt wird abgebaut.

Ach, da fällt mir auch noch ein Tipp ein. Schaut euch mal die Regenbogenbucht auf dem Mond genauer an. An der östlichen Südpitze des Juragebirges müsste euch direkt ein schwarzer, kleiner Fleck auffallen. Das ist der jeden Tag weiter zurückweichende Schatten vom Kap Laplace.

Wünsche den Mondfreunden noch eine klare Nacht.

Gruß - Nico
 
Re: Ganymed-Schatten noch eine knappe Stunde vor J

Hi Nico,

ich hab´s eigentlich durch Zufall im Kosmos gesehen und war um 23:05 schon ganz gefrustet, da ich dummerweise zur MESZ eine Stunde dazu gezählt hatte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />. Ich wollte schon gar nicht mehr raus.
Wer hat diesen Bockmist eigentlich erfunden?

Gruß
Markus
 
Re: Ganymed-Schatten noch eine knappe Stunde vor J

Hallo Markus,

der wars also!

Da es heute angenehm warm war und abends klar, bin ich auf Mond und Jupiter gegangen, ohne jede Vorinformation über Erscheinungen der Monde.

Mond und Jupiter standen zwar recht tief im Süden, aber fast übereinander. Da ich meinen Newton gerade durchtune, ist das Teil total auseinandergebaut. Somit mußte der 90/1000 Refri ran, mit 2x-Barlow (Wirkung ca. 2,5), Bino und 25er fully multicoated Taiwan-Plössls.

Ich beobachtete das Verschwinden eines Mondes hinter der Planetenscheibe. Ich warf Stellarium 0.8.0 auf dem sicherheitshalber mitgeführten Notebook an und konnte Io als Kandidaten identifizieren. Allerdings fiel mir auf, daß die Zeiten nicht stimmten, etwa gut 35 Minuten Differenz. Dann gings mir auf: Jupiters Abstand 4kommasoviel AE. Braucht halt seine Zeit, bis die Info hier ankommt - auch eine Art der Lichtgeschwindigkeits"bestimmung..."

Die Luftruhe war schon recht gut heute im Vergleich zu sonst oder den letzten Tagen. Zwischen den Äquatorialbändern des Riesenplaneten zeigten sich zart struturierte Bereiche, momentlang stand die Luft, das war schon genial.

Dann kam das Beste: eine klar abgegrenzte runde schwarze Struktur schob sich polnah über die Scheibe. Zuerst dachte ich, ich hätte Dreck auf einer Linse, aber Drehen brachte nichts. Leider kann Stellarium Mondschatten noch nicht anzeigen. Ich sinnierte kurz darüber, welcher es denn wohl sein könnte. Ich bin nicht drauf gekommen und hätte die Tage die AVR-Kollegen gefragt. Nun weiß ich Bescheid, danke.

3 Satelliten kreuzten im Laufe der 2stündigen Beobachtungsepisode mein Gesichtsfeld, beim Jupiter, leuchtspurartig. Und - ich wechselte zwischendurch immer mal auf den Mond - eine irgendwie rechteckig erscheinende dunkle Struktur kreuzte den Mond, ich nehme an, eine Flugzeugsilhouette. Da müßte man eigentlich immer eine Webcam mit Nebenoptik mitlaufen lassen...

Zirren kamen auf und Jupiter stieg zusehends in den Horizontbrei ab, mit deutlichen Zeichen atmosphärischer Refraktion beendete ich diesen unverhofft guten Beobachtungsabend.

Klare Himmel und Top-Bedingungen wünscht

Matthias.
 
Re: Ganymed-Schatten noch eine knappe Stunde vor J

Hallo Nico,

genau diese Struktur war mir auch auf dem Mond aufgefallen heute abend. Hätte jetzt im Atlas nachgeschaut, aber dank Dir weiß ich nun, es ist der Schatten vom Kap Laplace gewesen. Wirklich auffällig. Teilweise war das Seeing recht gut, hat Spaß gemacht heute.

Klare Himmel und Top-Bedingungen wünscht

Matthias.
 
Hallo Markus

Ich konnte gestern auch bei gutem Seeing Jupiter und Mond beobachten.
Dazu verwendeten wir einen 4" TMB 100/800 mit Großfeldbino. Erst verschwand IO und dann löste sich langsam der schwarze Schatten von Ganymed aus dem Äther.
Ich wollte dann noch warten und mich auf die Suche nach dem zweiten roten Fleck machen, doch die Luft wurde nach 24 Uhr immer schlechter und die Lust verließ uns langsam, länger zu warten.
Auch wusste keiner ob er überhaupt noch kommt vor dem Untergehen.

Trotzdem gab es einiges zu sehen für 4" Öffnung. Drei Fette Girlanden im EZ, Farb- und Strukturunterschiede in den Bändern und Ovale.

Auf dem Mond habe ich hauptsächlich die Farbunterschiede der Mare studiert und das Schroetertal und Aristarchius, welches ja voll fett im neuen interstellarum auf Seite 34 Abb 3c zu sehen ist.

Ja, es war schön gestern Nacht!

Gruß Uwe
 
Auch ich war gestern mit einem TMB 100/800 draußen. endlich mein first light mit dem neuen Genuine 6mm von Baader. Der Unterschied zum 5mm LV von Vixen von der Abbildungsgüte ist schon sehr deutlich! Absolut farbneutral bei sehr scharfer Abbildung - das Vixen ist deutlich "weicher". Auch ich habe sehr gut die Farbnuancen und Girlanden erkennen können. Um den "großen Roten" dann auch noch andeutungen von Verwirbelungen - einfach genial und bisher noch nie so gut!! Außerdem waren sehr gut die größen- sowie Farbunterschiede der Monde zu erkennen.

Gruß

Holger
 
Hallo Jupiter-Fans!
Ich bin beim Betrachten von Jupiter-Zeichnungen immer von den vielen Details fasziniert. Beim einfachen Draufgucken sehe ich nur die beiden fetten Bänder und sonst nichts. Woran liegt das?

Einfaches Draufgucken heißt auch nur einfaches Draufgucken. Gucke ich länger drauf, meine ich, Strukturen in den Bändern wahrzunehmen. Auch den Hauch des GRF meine ich erkennen zu können. Aber rede ich mir das ein oder sehe ich das wirklich?

Meine technischen Daten: TMB 105/605 APO, Vixen LVW 3,5 mm, keine Filter bzw. Baader Skyglow.

Für Tipps und Infos bin ich dankbar.

Gruß,
Sven
 
Da fällt mir noch was ein: Ab welcher Öffung kann man die Monddurchgänge beobachten? Reichen vier Zoll bei einem Refraktor?
Der Grund für diese Frage ist eine Angabe in der französischen Zeitschrift "Ciel & Espace", wonach Monddurchgänge erst ab 8" schön zu beobachten sind. Nun hat hier aber jemand Durchgangsbeobachtungen mit einem 90mm-Refraktor beschrieben.

Viele Grüße,
Sven
 
Re: Ganymed-Schatten noch eine knappe Stunde vor J

Hallo Sven,

den Monddurchgang (nicht der Schattenwurf, sondern der Mond selbst) von Kallisto kannst du schon mit 2" Öffnung sehen, weil Kallisto fast so schwarz wie ein Schatten ist.

Für den Durchgang von Ganymed sind 3" günstiger, mit 2" ist das relativ grenzwertig zu sehen, außer auf sehr hellem Hintergrund.

Io und Europa brauchen schon 4" bei Top-Optik und eine günstige Position vor hellem (Io) bzw. dunklem (Europa) Jupiterdetail. Bei sehr ungünstiger Stellung sind diese beiden Monde auch mit 8" nicht sichtbar.

Schattendurchgänge hingegen sind (wenn vor hellem Hintergrund) alle mit 2" Öffnung zu sehen, nicht leicht, aber doch. Leicht sind sie dann ab 3" Öffnung.

Alle Angabe gelten nur bei gutem Seeing und für erfahrene Beobachter. Einsteiger brauchen in der Regel deutlich größere Öffnungen (bis zur doppelten Öffnung).

Bino-Tom
 
Hallo Sven

Zu den Monden hat dir ja Bino Tom schon geantwortet.

Jupiter stellt quasi minimale Anforderungen und ist trotzdem schwer zu beobachten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/confused.gif" alt="" />
Mit einer Größe von 45 Bogensekunden sind quasi schon viele Details selbst mit einem 3" zusehen, jedoch sind die Farb und Kontrastunterschiede der Details sehr gering, so dass man ein farbreines und Qualitativ sehr hochwertiges Instrument und Zubehör braucht um diese Diskrepanz einiger maßen zu umgehen.

Bei der Monokularen Beobachtung empfinde ich oft das Bild als noch zu hell, so dass die Details überstrahlt werden. Die Binokulare Beobachtung hat hier mehrere Vorteile.
1. Das Licht teilt sich dabei auf zwei Augen auf und somit umgeht man die Blendung, bestes Beispiel beim Mond.
2. Das Objekt erscheint rund 1/3 größer im Binokular, als bei monokularer Beobachtung, wahrscheinlich wegen der besseren Wahrnehmungsleistung des Gehirns, welches mit zwei Augen und beiden Hirnhälften die Informationen besser verarbeitet. Leicht zu sehen bei der Sonnengranulation.
Das hat den Vorteil, quasi bei schlechterem Seeing die Vergrößerung kleiner zu halten, aber trotzdem ein größeres Objekt zu sehen als Monokular.
3. Die schon angesprochene bessere Wahrnehmungsleistung, welche sich z.T. aus den ersten zwei Punkten ergibt.

Weiter kann man die Helligkeit mit Filtern regeln. Der von dir angesprochene Baader Skyglow hilft dabei braun und Rottönen besser zu erkennen und somit auch den GRF.
Insgesamt finde ich aber das die Filterung an Jupiter immer kritisch und hat nicht die Ästhetik wie ein optimales Epuipment, vielleicht ein 5-6"Vollapochromat mit Binokular.
Der Natürliche Bildeindruck und die Farben werden meistens etwas verfälscht.

Weiter ist eine Vergrößerung von 173fach in deiner Kombination schon grenzwertig in einer Zeit, wo Jupiter etwas tiefer steht. Ich habe z.Z. Vergrößerungen von 128-150fach.
Jupiter sollte meiner Meinung nach in der Vergrößerung immer so eingestellt werden, dass der beste Kompromiss zwischen Vergrößerung und scharfem Bild erzielt wird.
Dabei erschließen sich auch mir oft nicht sofort alle Details die zu sehen sind, sondern wollen entdeckt werden.
Dafür halte ich eine Nachführung fast für unverzichtbar!
Aber es gibt Leute die selbst mit 600fach auf einer Leiter noch zurechtkommen mit einem Dobson <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
Jupiter bedarf auch einiger Erfahrung in der Beobachtung. Hilfreich kann sein sich die aktuellen Jupiterbilder hier im Forum mal genau anzusehen um überhaupt mal zu wissen was den gerade wo zu sehen ist.

Weiter halte ich dein LVW 3.5 für relativ ungeeignet für die Planetenbeobachtung, ein hochwertiges Ortho, Mono, oder Plössel wäre besser geeignet.
Auch könnte dein Zenitspiegel nix taugen.
Weiter könntest du auf Standort suche gehen, da gibt es beträchtliche Unterschiede des Seeings!
Freie und Flache Gegenden sind gut geeignet oder direkt auf einen Berggipfel.

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,
vielen Dank für Deine Antwort. Dass die Wahrnehmung bei binokularer Beobachtung erweitert wird (und der Jupiter größer erscheint), kann eine Erklärung sein. Aber meinen Zenitspiegel vor allen Leuten dem Spotte preisgeben... Unverschämtheit! Strolch! Erkläre er sich!
Oder vielleicht sollte ich das gute Stück erst mal beschreiben: Es ist chinesischer Abstammung (irgendwas mit Li oder Sheng oder Sheng-Li, was weiß ich) und hat, vermute ich, 91% Rückstrahlvermögen. Also kein Everbrite oder Williams; ich wollte erstmal einen günstigeren probieren. Kann es wirklich daran liegen?

Das LVW soll weniger gut geeignet sein? Weshalb? Mich treibt jetzt kein übermäßiger Stolz auf die Geräte um (außer auf den Refraktor...), aber ich habe bisher gute Beobachtungen damit vorgenommen. Was haben die von Dir genannten Okulare dem LVW voraus?

Über Antwort freut sich

Sven
 
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