Gartensternwarte beheizen oder nicht?

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KopyM

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Hallo!

Meine Frage an die erfahrenen Besitzer einer Gartensternwarte:
Beheizt Ihr eure Sternwarte im Winter?
Wenn ja, wie und welche Temperatur?
Welche Vor- & Nachteile ergeben sich, wenn man die Sternwarte beheizt?

Bisher habe ich nicht geheizt, um die gleichen Bedingungen in der Sternwarte zu haben, wie auch außerhalb.
Meine Sternwarte besteht größtenteils aus Holz (OSB-Platten) und einem Blechdach. Ich habe letztes Wochenende in meiner Sternwarte minus 21°C (bei 60% bis 65% rH) gemessen und mache mir etwas sorgen, dass die Elektronik der Montierung und der Handsteuerung unter den tiefen Temperaturen leiden könnten! Dazu muss ich sagen, das sie auch seit etwa 4 Monaten wetterbedingt (aufgrund permanenter Bewölkung) außer Betrieb ist, d.h. stromlos.

Was meint ihr dazu?

Danke für Eure Rückmeldungen und Tipps!

Beste Grüße,
Martin
 
Hi Martin,
habe auch Holzhuette, genau wie du.(Ausser Blechdach)
Da wird nichts beheitzt.
Am Samstag nach 4 Monaten Dach aufgemacht und probiert zu fotografieren.Alles funktionnierte von der Elektronik sehr gut, kein Probleme gehabt.
Nur nach 10 Min wieder alles geschlossen, windig ohne Ende sogar in der Warte :-(

Gruesse
Claude
 
Hallo Martin,

wenn alles durchlüftet ist und damit keine Betauung auftritt sollte alles gut sein.

Wenn Du Papier usw drin hast und oft hohe Luftfeuchte wegen der Region, würde ich eher an einen Luftentfeuchter denken, die gibt's für kleines Geld mit auch mit Wasserablauf, so dass sie dauerlauftauglich sind und einen eingestellten Feuchtewert halten. Ich würde 40% einstellen, so haben wir es in einer Gartenhütte, da modert nix und feuchte Stellen/Schimmel sind auch nicht, sogar der Fernseher und Bücher überleben darin schadlos den Winter.

Jörg
 
Moin Martin!

> wenn alles durchlüftet ist und damit keine Betauung auftritt sollte alles gut sein.

So sehe ich das auch. Ab 60% rel. Luftfeuchte beginnt Schimmel zu wachsen. Das kann sehr schnell sehr übel werden, besonders wenn die Temperaturen steigen. Dabei ist leider auch ein Blechdach eher kontraproduktiv, da sich darunter sehr gern Kondenswasser sammelt. Ich kenne das von unserem Carport, der seitlich abgekeidet ist und bei bestimmten Wetterbedingungen mit hoher Luftfeuchte einer Tropfsteinhöhle ähnelt.
Computertechnik würde ich unter dem Gefrierpunkt nicht mehr in so einer Hütte aufbewahren wollen (außer man kann bei Ausfall auf sie verzichten, Stichwort: alter Zweitrechner o.ä.).
Heizen hat mehrere Nachteile: die Instrumente kühlen nicht mehr aus (da kann man sich die Hütte auch sparen) und man "verbrennt"
einen Haufen Heizenergie (Kosten!) für die Umgebung, denn die Isolation in der Hütte dürfte auch nicht so doll sein.
 
Hallo zusammen,

ich hatte das in meiner Hütte so gemacht, dass der Rechner (alter Laptop, dessen Akku schon latschig war und deswegen ohnehin immer mit Netzteil betrieben wurde) in einer geschlossenen Kuchenschachtel aufbewahrt wurde, das Netzteil mit drin und am Strom dran gelassen. Die geringe Abwärme des Netzteils in Verbindung mit dem relativ kleinen Raum, worin der Rechner aufbewahrt wurde hatte gut gereicht, um die Temperatur in der Schachtel im Winter bei, sagen wir mal 5°C zu halten. Gleiches gilt für das 12V Netzteil für Monti etc, das hatte ich in einem kleinen Schrank, wohin auch optisches Zubehör aufbewahrt wurde. Die restliche Hütte hatte ich nicht beheizt.
 
Hallo!

Vielen Dank für Eure zahlreichen Rückmeldungemn und Erfahrungen!

Also ist heizen, abgesehen von den entstehenden hohen Kosten eher kontraproduktiv.

Im Augenblick steht der PC stromlos in der Hütte. Mal sehen, ob er im Frühjahr (bzw. wenn das Wetter es wieder zulässt) noch funktioniert, wenn ich ihn wieder in Betrieb nehme.
Der PC ist aber derzeit nicht meine Sorge, da dieser bereits in die Jahre gekommen ist (ca. 15 Jahre) und demnächst sowieso gegen ein Notebook ausgetauscht wird. Aber das mit der Kuchenschachtel klingt gut. Ich könnte mir vorstellen auch eine Styroporbox dafür zu verwenden.

Kritischer sehe ich das bei der Elektronik der Montierung (AZ-EQ6) und der Handbox, bei den derzeit sehr tiefen Temperaturen.
Die Luftfeuchtigkeit ist im Augenblick zwar nicht dramatisch (60-65%), aber für den nächsten Herbst muss ich mir auf jeden Fall etwas überlegen.
Da hatte ich nämlich für etwa 2 Monate in der Hütte 70-80% (teilweise sogar 85%) gemessen bei einer Außenfeuchte von 90-95%. Zwar niedriger als außen, aber ein Entfeuchter ist wahrscheinlich unabdingbar. Aber bei Dauerbetrieb entstehen dadurch wahrscheinlich auch wieder sehr hohe Kosten.

Ich muss dazu sagen, dass ich die Hütte relativ dicht gebaut habe, da ich befürchtet habe, bei den herbstlichen Bedingungen in meiner Gegend, mehr Feuchtigkeit in die Hütte zu bekommen, wenn die Luftfeuchtigkeit außen höher ist als innen.

Beste Grüße,
Martin

 
Hallo Martin,

heizen ist wirklich eine sagen wir mal "doofe" Idee. Gegen Feuchtigkeit habe ich mir zwei Dinge einfallen lassen. Zum einen habe ich 4 PC-Lüfter (diese kleinen 10x10 Lüfter mit 12V-Anschluss) in die Hütte gebaut, von denen halt 2 Lüfter in Bodennähe kalte Luft in die Hütte saugen und die zwei anderen an Dachnähe die Luft wieder hinaus "drücken", zum anderen habe ich einen kleinen Luftentfeuchter in die HÜtte gesetzt (so ein Teilchen mit Nachfüllbuetel ohne Strom).

Auf diese Weise habe ich erreicht, dass Säule, Montierung, Gegengewichte usw. morgens nicht mehr feucht sind, egal bei welcher Witterung. Ob es dieses Luftbefeuchters wirklich noch bedarf, wäre zu prüfen... Vor diesen Maßnahmen war es halt im Herbst immer so, dass aufgrund des kalten Bodens unter der Hütte, der dummerweise auch die Temperatur auf den trägen Beton überträgt und der Sonneneinstrahlung auf der Hütte immer Kondenswasser an den "schweren Teilen" entstanden ist.

Da ich selbst auch eine AZ-EQ6 nutze, kann ich dich beruhigen, die Temperaturen sind nicht schädlich, lediglich das Display der Handbox wird halt sehr sehr träge.

Was den PC betrifft, gerade da würde ich mir sorgen machen, dass die Platte einfriert. Meiner hat aus diesem Grund eine SSD und da passiert nichts mehr, der steht verkabelt unter einer Kleinkramkiste und verrichtet seinen Dienst und das alles schon seit gut 2,5 Jahren.
 
Hallo Martin,

den Beobachtungsraum zu heizen, kommt m. E. gar nicht in Frage!
Anders ist das mit einem Zubehörschränkchen. Okulare, Sonnenfilter, Kamera usw. würde ich nicht feucht lagern wollen. Aber hier werden wenige Grad plus gegenüber Umgebung ausreichen.
In einen luftdichten Alukoffer fürs Zubehör würde ich eine Silicagel-Entfeuchterpatrone legen.
Klassische Sternwarten mit Holzkuppeln haben gewollt Durchzug in der Kuppel, damit Feuchtigkeit, die immer rein findet, auch wieder raus kann. Außer bei extremen Wetterumschwüngen bleibt da alles leidlich trocken, ganz ohne heizen oder gar Lufttrocknern.
In winddichten Vollplastik-Sternwarten ist das, wie man im Forum lesen kann, anscheinend leider anders.

CS!
-wunni
 
Hallo martin,
ich möchte hier auch kurz meine eigenen Erfahrung von meiner Rolldachhütte teilen.

Meine Hütte ist zweigeteilt.
In dem einen kleinen Raum steht der Rechner usw. und in dem anderen die Montierung mit Teleskop, Kamera und was man halt so hat.

Der 1. Fehler war nun, dass die Hütte im Erdreich steht und diese von unten her feucht wurde. Deswegen habe ich die Hütte nun ringsum ausgegraben sodass unten rum Luft zirkulieren kann.
der 2. Fehler war, das der kleine Raum dicht und gedämmt gebaut wurde. Leider bildete sich durch die Feuchtigkeit von unten Schimmel in der Dämmung zwischen den OSB Platten innen/außen.
Der 3. Fehler war, einen normalen alten PC mit HDD zu nehmen. Die Platten, bzw. die Mechanik hält die kalten Temperaturen nicht aus.
Ich hatte hier mal einen ähnlichen Beitrag erstellt.

Deswegen habe ich nun zu diesen 3 Fehlern, 3 Tips.
1. Hütte aus den Erdreich heraus, damit keine Feuchtigkeit von unten ran kommt, bzw. Luft unter der Hütte zirkulieren kann.
2. Die Hütte niemals dicht bauen... wenn einmal Feuchtigkeit rein kommt (in feuchteren Nächten mit offenen Dach) kommt diese nicht mehr raus.
3. PC mit SSD benutzen. In meinem Fall habe ich einen Intel NUC. Dieser ist leistungsstark genug und klein und passt in einen selbstgebauten Styropor Klotz.

Damit bin ich mit meiner Hütte zufrieden.
Ich habe zuletzt am 13.02. bei ca. -12°C Bilder gemacht.
Das Teleskop war eisig. Am nächsten Tag war alles trocken. Zur Sicherheit habe ich auch noch einen Luftentfeuchter mit Granulat in der Hütte stehen, ist aber noch aus der Zeit, wo ich so große Probleme mit der Feuchtigkeit hatte.

CS,Ronny
 
Hallo alle zusammen!

Herzlichen Dank für eure Erfahrungswerte!!

Meine Hütte steht auf einem Punktfundament und hat zum Boden 25cm Abstand. Ich denke, da sollten keine Probleme auftreten. Den PC habe ich sowieso vor gegen ein Notebook auszutauschen, wobei ich dank eurer Tipps darauf achten werde, dass eine SSD drin ist.
Mein Zubehör (Okulare, Kamera, Filter, etc.) lagere ich derzeit ausschließlich im Haus in einem Alukoffer und nehme es immer mit hinaus zur Sternwarte.

Gedämmt habe ich meine Hütte nicht, aber offenbar habe ich sie zu dicht gebaut. Die Idee von Markus mit den PC-Lüftern gefällt mir sehr gut! Hast du die Lüfter permanent laufen oder an einer Steuerung, die sie bei Bedarf aktivieren?

In jedem Fall werde ich mir einen "passiven" Luftentfeuchter (ohne Strom) aufstellen, das schadet bestimmt nicht.

Beste Grüße,
Martin

 
Hallo Martin,

da die 4 Lüfter zusammen ca. 8,2 Watt nehmen, habe ich die außer im Sommer permanent laufen. Die 2 € pro Monat an Stromkosten rechtfertigen keine aufwendige Steuerung...
 
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