Gebrauchsmuster im ATM-Bereich!?

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Lorchi

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Hallo zusammen,

ich denke darüber nach, einige eigene Ideen als Gebrauchsmuster anzumelden. Das Ziel ist, ein paar Raffzähne daran zu hindern, fremde Ideen zu vermarkten. Es sollte jedoch keine ATM'ler daran hindern, selber etwas zu basteln.

Ich selber habe viel von anderen gelernt, und ich möchte meine Ideen und Erfahrungen wieder zurückgeben.

Hintergrund ist eine eigene Erfahrung. Als der DSLR-Filterwechsel hier noch nicht aktuell war, habe ich viel im Netz gelesen, und dann einem bekannten Zubehörhersteller aus der Nähe von FFB angeboten, damit zu experimentieren, und meine Kamera als Testobjekt zu verwenden. Der beiderseitige Nutzen ist offensichtlich. Zugegenerweise handelte es sich dabei allerdings nicht um eine neue Erfindung. Trotzdem war ich sauer, als mir eine Absage erteilt wurde mit der Begründung, das sei nicht interessant, und wenige Monate später dieser Hersteller die Idee aufgegriffen hatte und begann, den Filterwechsel nun regulär anzubieten.

Später hatte ich einmal eine neue Idee im Forum diskutiert, und ein Freund meinte gleich, er wäre sauer, wenn ich das nicht ausarbeiten und schützen lasse, und er stattdessen wenig später den Artikel in den Regalen unter anderem Namen finden würde.

Gebrauchsmuster müssten mit dem ATM-Gedanken vereinbar sein, oder?
Aber Gebrauchsmuster sind anfechtbar, für diesen Fall bräuchte man doch bestimmt eine Rechtsschutzversicherung!?

Was denkt Ihr darüber?

Grüße, Henning
 
Hallo Henning,

der Gebrauchsmusterschutz kann sinnvoll sein. Allerdings muss er ja wie ein Patent eine wirkliche technische Neuerung beinhalten sonst gibt es keinen Schutz.

Weiterhin sind ja auch dafür ein paar Taler zu berappen und ob sich das lohnt??

Und auch ein Musterschutz kann ja durch ghezielte Veränderung des Objektes oft umgangen werden.

Ich denke das wäre mit Kanonen auf Spatzen schiessen.
 
Hallo Henning,

Wie Dobs schon angemerkt hat, sind Finanzmittel notwendig. Und das nicht nur, um die Kosten für den Gebrauchsmusterschutz aufzubringen, sondern auch für die Anwälte, die deine Rechte durchsetzen sollen. Die private Rechtsschutzversicherung greift hier nicht und gewerblich wird es noch teurer.
Dann musst Du dir die Mühe machen, ständig den Markt im Auge zu behalten, um zu erkennen, ob irgend jemand mit deiner Idee zu Unrecht Geld verdient.

Also ich glaube der ganze Aufwand lohnt sich nur, wenn man seine Idee selbst vermarktet oder die Rechte daran verkaufen kann.

Viele Grüße
Chris


 
Hallo Henning,

ist eine Frage die ich von Fall zu Fall abwägen würde. Bei manchen Ideen ist es sicher möglich damit Geld zu verdienen wenn man eine Vermarktung hinbekommt, aber gerade das ist nicht so einfach. Nach Deiner oben geschilderten Erfahrung ist es ja leider auch nicht so einfach eine Idee zu verkaufen, ein Bekannter von mir hat die gleiche Erfahrung im Modellbau gemacht-etwas konstruiert, "kein Interesse" war von überall zu hören, ein knappes Jahr später hatten zwei Modellbauhersteller das Teil im Programm...ich finde so ein Vorgehen schlicht zum kotzen weil es Bastler/Tüftler davon abhält ihre ideen bekannt zu machen-verständlicherweise!!
Ob bzw. mit welchem Aufwand sich ein Gebrauchsmusterschutz im Zweifelsfall durchsetzen läßt kann ich nicht beurteilen. Auch die Höhe der Kosten kann ich nicht abschätzen, unschön wäre es natürlich wenn man um den Schutz seiner Ideen zu finanzieren arbeiten geht ohne etwas davon zu haben.

Wenn Du eine wirklich erfolgversprechende Idee hast- versuche einen Gebrauchsmusterschutz zu erhalten und das Teil selber zu vermarkten, wenn sich damit genug verdienen läßt daß evtl. Rechtsstreitigkeiten mit finanziert werden können.

Ein paar der zu erwartenden Schwierigkeiten haben ja meine "Vorschreiber" schon angesprochen...

Mit dem ATM-Gedanken läßt sich ein Patent/Gebrauchsmusterschutz meiner Meinung nach auf jeden Fall vereinbaren, jeder darf FÜR SICH SELBST basteln was er will, Nachbauern die damit verdienen wollen kann man auf die Füße treten wenn ein Schutz besteht.

Lass Dich auf jeden Fall von einem Profi (Patentanwalt???) beraten, ich glaube das wäre die sinnvollste Investition für den Anfang, dann kannst Du beser abschätzen was auf Dich zukommt.

Wenn Du es durchziehst-viel Erfolg!!!

Grüße Felix
 
Hallo Henning,

der beste Gebrauchsmusterschutz ist: MAUL HALTEN...
...Dann selbst bauen oder bauen lassen, wenn`s sinnvoll ist zum Patent anmelden und die Nutzung in Lizens verkaufen. Aber das ganze Spiel ist, wie andere auch schon geschrieben haben, verdammt teuer und lohnt in den wenigsten Fällen.

Bei uns verdient EIN Mitarbeiter sein Geld nur damit, Verstöße gegen das Urheberrecht aufzudecken und zu verfolgen. Und da sich der Aufwand lohnt, kannst Du sehen, wieviel hier überall an Ideen und auch an realen Dingen wie Bildern geklaut wird. Bei uns sind es fotografische Aufnahmen, die einfach aus Büchern heraus gescannt werden und dann in anderen Verlagen undter falschem Namen abgedruckt werden.
Die hoffen halt, daß man`s nicht merkt, da man nicht jedes Buch anschauen kann. Und wenn nur 10% davon auffliegt, hat man trotzdem seinen "Gewinn" gemacht (durch Nichtbezahlen fremder Leistungen).

Also ein schwerer Weg.

CS
Winfried
 
Hallo Henning,

Vielleicht ist es interessant mal beim deutschen Patentamt vorbeizusehen:

http://www.dpma.de/gebrauchsmuster/index.html

Die interssante Aussage ist glaube ich die:

>
Die sachlichen Schutzvoraussetzungen


Neuheit, erfinderische Leistung und gewerbliche Anwendbarkeit werden nicht geprüft.

Vergewissern Sie sich deshalb durch sorgfältige Recherchen, dass auch diese Voraussetzungen für ein wirksames Schutzrecht bei Ihrer Anmeldung tatsächlich vorliegen. Sonst können Sie nach der Eintragung keine Rechte aus Ihrem Gebrauchsmuster geltend machen.
>

Meines Erachtens heisst das, das einzige was ein Gebrauchsmuster bietet ist, dass Dich im Fall der Fälle der Rechtsanwalt nicht sofort wieder vor die Tür setzt.
Mit einem Gebrauchsmuster verhindern wollen, dass irgendwas von irgendjemand NICHT gebaut wird, wird so nicht gehen.

Dass solche Recherchen von hochbezahlten Spezialisten durchgeführt werden hat natürlich auch seine Gründe.

Und um ganz ehrlich zu sein: WENN man eine Idee hat die schutzwürdig erscheint ist das erste, dass man diese Idee schützen läßt. Wenn man freizügig zur Industrie geht braucht man sich überhaupt nicht zu wundern dass die Idee verwendet wird - das ist schlecht aber es ist so. Wenn Du einem Fremden Deinen Geldbeutel überläßt wunderst Dich ja auch nicht wenn er damit abhaut.



CS

Klaus

 
Hi allerseits,

die von Klaus zitierte Passage aus dem dpma-Link -

Die sachlichen Schutzvoraussetzungen

* Neuheit,
* erfinderische Leistung und
* gewerbliche Anwendbarkeit

werden nicht geprüft.

Vergewissern Sie sich deshalb durch sorgfältige Recherchen, dass auch diese Voraussetzungen für ein wirksames Schutzrecht bei Ihrer Anmeldung tatsächlich vorliegen. Sonst können Sie nach der Eintragung keine Rechte aus Ihrem Gebrauchsmuster geltend machen.


- besagt meiner Meinung nach, dass wenn man sich sicher ist, dass man eine NEUHEIT hat, diese im gewissen Sinne eine ERFINDERISCHE Leistung darstellt, die GEWERBLICH verwertbar ist - dann wirkt der Gebrauchsmusterschutz (auch ohne aufwändige Recherche, ob nicht im Hindukush schon jemand die gleiche Idee hatte ;) )

Nur werden diese Punkte eben nicht vom DPA abgeklärt, da muss man selber für "aufkommen" oder sich eben "sicher sein" ;) ...

Der Gebrauchsmusterschutz kostet eine Kleinigkeit - aber nicht mehr - und schützt auf dem deutschen Markt auch vor ausländischen "Nachbauten", allerdings hindert er nicht, dass die "Erfindung" im Ausland von Anderen verwertet wird.

Die Kosten und der Aufwand für die Beantragung sind so minimal, dass sich das auf jeden Fall anbietet.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

schützt auf dem deutschen Markt auch vor ausländischen "Nachbauten

Dann kann man mal diskutieren was "Schutz" heisst. So wies ich verstehe ist das einzige was man erwirbt ein Klagerecht.

Nur weils ein Gebrauchsmuster gibt kommt ja nicht automatisch die Polizei wenns jemand misachtet.
In diesem Sinn sehe ich überhaupt nicht, dass Nachbauten verhindert werden nur weil man 40EUR löhnt und einen Antrag schreibt.

Die Kosten und der Aufwand für die Beantragung sind so minimal, dass sich das auf jeden Fall anbietet.

Nochmal die Frage: was habe ich denn davon, wenn ichs vorher nicht z.B. durch Recherchen absichere? Und ne Recherche kostet laut Patentamt bereits 250Euronen ...
Und wenn man sone Recherche selbst duchführt ist der Aufwand beachtlich.

CS

Klaus
CS

Klaus
 
Hi Klaus,

in Einem gebe ich Dir Recht :) ... man muss den Aufwand natürlich in Relation zu dem möglicherweise kommerziellen "Ertrag" sehen ...

Und was Du in Sachen "Schutz" ansprichst: Anders ist es bei erteilten Patenten auch nicht ... wo kein Kläger, da keine Ermittlung bzw. Richter ;)

Und die Recherche? ... wenn man einigermassen sicher abschätzen kann, dass man was "Einmaliges" hat ... ?)

Sollte schon wer anders zuvorgekommen sein, muss man im Zweifelsfalle sein Muster streichen lassen ... oder: wenn jemand meine "Erfindung" nachträglich anmeldet, kann ich deren Löschung beantragen (300 EUR) - und just in diesem Moment beginnt erst eine Überprüfung durch das DPMA "wer oder was" etc. ;) - andererseits kann natürlich jederzeit auch ein anderer beantragen, mein Muster zu löschen, wenn er meint, ich verstosse gegen sein Patent/Muster ... die beiderseitigen "Verfahrenskosten" trägt soweit ich weiss jeweils der Unterlegene ... genau an diesem Punkt würde sich eine Recherche bzw. das "Sichsichersein" (was Neues zu haben) bezahlt machen :)
 
Hi,

das Gebrauchsmuster hat eigentlich nur zwei Berechtigungen:

1. kann man sein Produkt mit dem Zusatz der Gebrauchsmustereintragung "bewerben" und Mitbewerbern damit gleichzeitig anzeigen, dass es keine gute Idee ist abzukupfern.

2. Hat man im Fall der Fälle durch das Gebrauchsmuster einen stichhaltigen Beweis für den Zeitpunkt der "Erfindung".

Einen wirklichen "Schutz" bietet so ein Gebrauchsmuster im Gegensatz zu einem Patent nicht, eben weil keinerlei Prüfung erfolgt. Eine Verletzung gegen ein Gebrauchsmuster ist nur ein kleines Vergehen... Eine bewusste Verletzung eines Patents ist eine Straftat...

Ciao, Udo
 
Dies ist eine typisch deutsche Diskussion.

Immer wieder muss ich mir anhören die Deutschen hätten es erfunden.
Dazu kann ich nur sagen: Na und !
Der jenige der's dann auf eigenes Risiko baut und Vertreibt hat es eben verdient damit Geld zu machen.
Fall man glaubt eine Gute Idee zu haben sollte mann diese auch am Markt umsetzen und nicht darauf warten, das auch ja nichts mehr schief gehen kann um danach zu jammern wenn iregend jemand schneller war.
Das Ideenklau weder schön ist noch irgendwie verteidigt werden sollte ist mir klar. Jedoch habe ich keinerlei Mitleid mit Hasenfüßen die keinerlei Risiken eingehen wollen.

!Achtung, dies will ich nicht als persönlichen Angriff gegen Henning verstanden wissen !
Es geht mir eher darum die Diskussion in eine realistische Bahn zu lenken, anstatt über Copyrights zu diskutieren zu denen es mangels verwirklichung der genannten Ideen wahrscheinlich nie gekommen währe.
 
Hallo Jadran,

da möchte ich Dir widersprechen.
Zum einen finde ich diese Disskussion nicht typisch deutsch, Ideenklau gibt es auch in anderen Ländern und auch da wird sich der Erfinder/Konstrukteur dagegen wehren.

Zum zweiten denke ich daß jemand der etwas erfunden hat UND das Vertriebsrisiko auf sich nimmt das Recht hat damit Geld zu verdienen, derjenige der die Idee als erster KLAUT bestimmt nicht.
Wo würden wir hinkommen wenn Ideenklau/ Patentrechtsverletzungen normal wären?? Kein Mensch würde sich mehr die Mühe machen etwas zu entwickeln da sich alle denken: lohnt eh nicht, also lass ichs...

In der Industrie kostet Entwicklungsarbeit sehr viel Geld, was meinst Du warum es Patente überhaupt gibt? Auf jeden Fall nicht damit es unerlaubt kopiert wird.

Erinnert mich ein bischen an Geiz ist geil, Hauptsache billig auch wenns geklaut/ kopiert ist...


Grüße Felix
 
Wir reden hier nicht von Patentklau oder gesetzlichen zuwiderhandlungen, sondern schlicht und ergreifend über jemanden der eine Idee hatte damit an jemand anderen herangetreten ist ohne auch nur irgend was zu entwickeln oder größere Summen zu investieren und sich dann wundert das der Andere diese Idee aufgreift und verwirklicht.
Also immer schön durchatmen.
Verwerflich finde ich nur eine fertige Entwicklung zu kopieren und dann als Eigenentwicklung zu deklarieren.
Nur was wurde denn hier entwickelt ?

Ich plädiere für mehr Mut anstatt für nachträgliches nörgeln, denn das ist typisch Deutsch.
Sich hinter Paragraphen und Regeln zu verstecken taugt nur als zusätzliches Element des eigenen Engagements und sollte nicht als Selbstzweck zelebriert werden.
 
Was einen Deutschen über einen Deutschen stellt ?
Versteh ich nicht...
Und ich habe niemals den Erfindungsreichtum von uns Deutschen in Frage gestellt. Nur den etwas seltsamen Umgang mit den Ergebnissen.
 
Zitat von yukons:
Was einen Deutschen über einen Deutschen stellt ?

Ja - was ist denn so schlimm daran, dauernd zu hören, dass es die Deutschen erfunden haben?
Schließlich behaupten wir nicht, das wir Rikola erfunden hätten. :totlach2:

Sorry. Der mußte raus.
 
Das schlimme daran ist nicht das die wichtigsten Erfindungen der Neuzeit von uns kommen (Computer, Auto, Düsenantrieb, Atombombe...) Sondern das andere uns ständig zeigen was man damit anfangen kann und die Kohle verdienen.
Im meiner Studienzeit haben sich fähige Kommilitonen ständig nach Jobs in Amerika umgeschaut weil dort die Möglichkeiten der Umsetzung Ihrer Arbeiten wesentlich besser sind.
Es nutzt eben nichts darüber zu jammern das sich ein anderer getraut hat. Eine Idee ist eben noch lange kein verkaufsfähiges Produkt.
 
Hi Jadran,

das ist keine typisch deutsche Diskussion sondern ein typischer astronomie.de-Thread.

Henning hat sich über Gebrauchsmuster erkundigt. Dazu gabs doch interessante Beiträge.

Dein Beitrag führt meiner Meinung nach genau wieder in so einen Laber-Thread, ich zitiere mal:

Fall man glaubt eine Gute Idee zu haben sollte mann diese auch am Markt umsetzen und nicht darauf warten, das auch ja nichts mehr schief gehen kann um danach zu jammern wenn iregend jemand schneller war.

Ja meine Güte, meinst Du denn das ist wirklich so einfach?
Hier gehts doch nicht darum dass einer den Hintern nicht hochkriegt, sondern um einen aller-aller-ersten Schritt um eine Idee mal zu konkretisieren.

Jedoch habe ich keinerlei Mitleid mit Hasenfüßen die keinerlei Risiken eingehen wollen

(Kopfschüttel und Ausklink)

CS

Klaus

 
Zitat von KlausTietzel:
Dein Beitrag führt meiner Meinung nach genau wieder in so einen Laber-Thread,

:super: :super:

Volle Zustimmung! - oder wie Dieter Nuhr sagt:
"In einer Demokratie darf man seine Meinung sagen, man muss nicht. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die F resse halten."


Zitat von KlausTietzel:

Ich schließe mich an.
 
Uuups,
hätte nicht gedacht das man darauf so emfindlich reagieren kann.
Ich wußte nicht, das ihr einfach etwas über Patente und Gebrauchsmuster fachsimpeln wolltet und es wahrscheinlicher weniger um deren Sinn oder Unsinn geht.
Schuldige euch den Spaß an der Diskussion genommen zu haben.
Werde mich bessern und solche Diskussionen das sein lassen was sie sind, Diskussionen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

danke fuer die vielen Meinungen! Ich greife mal ein paar Punkte auf:

Finanzieller Aufwand:
Die Anmeldung ist relativ günstig. Ziemlich unvorhersehbar sind allerdings die Kosten und der Aufwand bei einer Durchsetzung der Ansprüche bzw. wenn sie angefochten werden.
Interessant wäre, ob es speziell fuer solche Fälle Rechtsschutzversicherungen gibt, sozusagen ein Risikoausgleich unter Kleinstunternehmern bzw. Privatleuten. Sonst wäre ein Schutzrecht eventuell wertlos, wenn es gebraucht wird. Ich konnte diesbezüglich nichts finden.

Beim DPMA habe ich natürlich die betreffenden Teile gelesen.
Recherchen kann man selber machen. Im Fall der Astronomie ist es sogar einfach, denn alles wird irgendwo im Netz diskutiert und beschrieben, den Rest holt man sich aus der DPMA-Datenbank.

Ich schau mal, wo es für faires Geld Beratung gibt.

Gruß, Henning

Ps: und ein paar Zeilen an Jadran:

Als ich Deine Äußerungen las, war ich sauer und habe einiges geschrieben, das ich nun doch nicht poste. Entschuldigung angenommen. Aber drehe nicht den Spieß um und schreib, wir seien empfindlich. Es geht hier übrigens auch zum Teil um den Sinn von Gebrauchsmustern. Aber das ist eingebettet in einen wirtschafts-politischen Kontext, der im betrachteten Bereich erstmal nicht veränderbar ist. Über wirtschaftspolitische Sinnhaftigkeiten kann man sich lange streiten, hier geht es aber um eine relativ konkrete Frage, also auch nicht um Fachsimpelei.

Ich würde verstehen, wenn Du generell genervt wärst von Faulpelzen, die bloß Ideen sammeln und wildes Patentieren betreiben. Aber Du hast angegriffen, ohne vorher mal nachzufragen.

Wir reden hier [...] schlicht und ergreifend über jemanden der eine Idee hatte damit an jemand anderen herangetreten ist ohne auch nur irgend was zu entwickeln oder größere Summen zu investieren und sich dann wundert das der Andere diese Idee aufgreift und verwirklicht. [...] Nur was wurde denn hier entwickelt ?
Die Frage kam etwas spät, nämlich nach Deiner Verurteilung, z.B. zum "Hasenfuß". Mein Beispiel war nicht perfekt. Aber nein, ich habe mich nicht gewundert, das wäre falsch zu behaupten. Stattdessen war es ein Beispiel, an dem ich gelernt habe.
Was ich investiert habe? Circa 3 Mann-Wochen Recherche (u.a. ueber menschliches Farbempfinden, verfuegbare Filterprodukte und Bezugsquellen, Filterdicken, Montagemoeglichkeiten, Fokusprobleme) um zu einem konkreten Ergebnis zu kommen. Das ist mehr als Kinderkram. Meine jetzigen Ideen im Hinterkopf sind Ergebnisse noch viel längerer Arbeit. Aber im Endeffekt werden sie bei Schutzrechtsanmeldung wieder zu Entwicklungsprodukten bzw. Ideen reduziert, so ist das nunmal.

"Typisch deutsch" (im negativen Sinne als bürokratisch und kleinkariert gemeint) trifft auf mich auch bestimmt nicht zu.
So, vielzuviel über meine Person geschrieben...
Ich habe nichts gegen Sinn/Unsinn-Dispute, aber dort wo sie angebracht sind und fair.

Also: erst fragen, dann überdenken, dann weitersehen. Aber nicht gleich schießen. Ich hoffe, Du kannst das nachvollziehen.
 
Hallo Henning,

boah - respekt für Deine Arbeit!

Mir ist noch ein Gedanke zum Thema Vereinbarkeit mit ATM eingefallen.

Meines Wissens ist eine Idee dann schon nicht mehr neu wenn man sie in der Öffentlichkeit besprochen hat - z.B. mit potentiellen Kunden oder auch einem Teleskoptreffen.

Für ATM würde das heissen: erst Verschwiegenheit bewahren, dann anmelden, dann aufs Teleskoptreffen.

Dann würde ich aber keinen Widerspruch mehr sehen, ausser dass Dich dann jeder schon fragen müßte ob er Deine Idee übernehmen/nachahmen/verbessern kann.


(Hoffe ich habe keine Eulen nach Athen getragen.)

CS

Klaus

 
Hallo nochmal Henning,

ich muß hier nochmal öffentlich zugeben das ich dein Angagement völlig unterschätzt habe.
Deswegen und wegen des "Hasenfußes", entschuldigung.
War schlicht komplett unpassend.
Aber du hast Recht.
Ich habe erwartet das jemand ziemlich dick aufgetragen hat und eine Idee hier als fast fertiges Produkt verkaufen wollte.
Wenn du nun sagst du hättest längere Zeit Recherchiert und geplant ist es natürlich ärgerlich das jemad diese Vorabeit zur Entwicklung seines Produktes mißbraucht hat ohne dich dabei zu berücksichtigen.
Doch wie du selbst schreibst hat dich das im nachhinein noch nicht einmal verwundert.
Und dies wollte ich ebenfalls mit meinen, sagen wir mal Auslegungen, klar machen.
Es ist immer ein Risiko solche Informationen an Dritte witerzugeben. Geschweige denn an Personen Die womöglich von so etwas leben.
Aber du solltest vielleicht einen Patentanwalt konsultieren, denn glaubst du wirklich dich in solch wichtigen Fragen von unbekannten Forenmitgliedern beraten lassen zu können ?

Deshalb war es für mich abwegig das es sich hierbei um ein ernsthaftes Anliegen handelt.

Aber wie schon gesagt, da hab ich mich wohl gründlich geirrt.

P.S. Von meinen Behauptungen bezüglich Umsetzung von Neuentwicklungen in Deutschland kann ich mich leider nicht distanzieren da ich genau diese Erfahrungen mit vielen meiner Freunde und Bekannten teile.
Im vielen anderen Ländern ist der Mut zu Investition und zum Risiko wesentlich größer.
Aber offensichtlich hat sich dieses Verhalten bei uns bewährt, wie z.B. unsere Autoindustrie Zeigt.
Nur ärgelich ist es das deutscher Erfindergeist immer wieder ins Ausland muß um dort die Erfolge zu feiern.
Drum, habt Mut und handelt sonst tut es ein Anderer.


 
Hallo Jadran,

es freut mich dass meine Schilderung das Bild korrigieren kann.

Nun gut, ich würde sagen, trinken wir ein virtuelles Bier drauf, oder!? :cool:

Viele Grüße, Henning

Ps: ich wollte erstmal keine Detailberatung, sondern Meinungen hören, weil ich da selber etwas unsicher war.Braucht man manchmal. War zugegebenermaßen wohl etwas unklar. Möglicherweise wären eigene Erfahrungen gekommen.

Pps: was generell Umsetzung in Deutschland angeht, magst Du Recht haben (bin mir da aber nicht so sicher). In unserem Fall wäre aber auch die Frage, wie sich solche Themen nebenbei in der Freizeit und als Privatperson überhaupt realisieren lassen.
 
Hallo Henning,

Prost erst mal. ;)

EIn bekannter von mir entwickelt momentan zusammen mit ABUS ein Fahrrad Aufbewahrungs System für den öffentlichen Bereich.
Es war eine Odyssee für ihn die Idee überhaupt irgend wem zu unterbreiten.
Er ist hauptberuflich Architekt und sein Angagement grenzt fast an Selbstaufgabe. Das ganze zieht sich mittlerweile schon über 10 Jahre.
Ob es jemals die Marktreife erreicht, wird die Zeit zeigen. Er ist übrigens gebürtiger U.S. Bürger und ich bewundere seine Ausdauer.
Ein Kollege von mir Arbeitet privat an einem System um Verkabelungen in größeren Server Räumen per RFID elektronisch zu erfassen und zu verwalten.
Er hat Unterstützung durch ein Cable Management IT Unternehmen von Rang und Namen in der Branche sowie von seinem Arbeitgeber der es zuläßt das er das System vor Ort testet.
Trotztdem arbeitet er in seiner gesamten Freizeit daran und finanziert es auch komplett selbst ohne zu wissen was es bringt.

Also falls du vor hast dich reinzuknien solltest du dich auf einiges gefasst machen. Und du legst prinzipiell immer erst drauf.

Aber wie schon mehrfach gesagt, immer ran an die Buletten.

Denn nur Mut und Ausdauer machen deine Idee zu einem Produkt und vielleicht zum Erfolg.
 
Hallo Jadran,

deine Entschuldigung verdient :respekt2:, soviel Rückgrat haben nicht viele... :super:

Aber das zeigt wie leicht in Foren aneinander vorbeigredet wird und- wie leicht sich sowas aus der Welt schaffen läßt...

Hoffentlich sind Deine Beispiele für Henning nicht abschreckend, es ist halt viel Durchhaltevermögen und Idealismus erforderlich sowas bis zum Ende durchzuziehen, manchmal muß man sich dann selber in den ......treten um weiter zu machen...

Henning, viel Erfolg!!

Grüße Felix
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zum Thema Rechtsschutzversicherung: Da es um eine unternehmerische Absicherung geht, hilft nichts anders als der Kontakt zu ein paar gewerblichen Versicherungen Deines Vertrauens. Entsprechende Bestimmungen sind da von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich, da sollte man entsprechend intensiv mit den jeweiligen Außendienstlern reden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine private Rechtsschutzversicherung da weiter hilft.
Zu einem möglichen Streitfall als solchem: Ich selber habe so einen bei einem meiner vorherigen Arbeitgeber aus nächster Nähe mitverfolgt, selbst wenn man sehr offenkundig Recht hat, dann vergehen hierzulande schnell drei Jahre, bis man auch Recht bekommt. Selbst wenn einem dann Entschädigung für entgangenen Umsatz zugesprochen wird - bis die dann kommt, vergehen auch schnell noch ein paar Monate. Ein Zeitraum also, in dem man dem oder den Anwälten schnell eine fünfstellige Summe zukommen lassen muss.
Andererseits muss man selber als Rechteinhaber wirklich fix sein, reagiert man auf Produktpiratierie nicht innerhalb eines halben Jahres, dann kann es schon zu spät sein.
Ist man einem importierenden Produktpiraten auf die Schliche gekommen, dann kann der deutsche Zoll durchaus SEHR hilfreich beim Einkassieren dieser Kopien sein. Aber 100%-Sicherheit bieten die Herrschaften einem leider auch nicht - denn auf dem E.U.-Landweg lässt sich vieles kreuz und quer importieren.
Ich kann verstehen, wenn Du nach einer schlechten Erfahrung eine gute Produktidee nicht noch einmal mit einem namhaften Hersteller zusammenarbeiten magst. Willst Du dass dennoch einmal tun, dann sollte Dir ein anderer Hersteller eine Art "Non-Disclosure-Agreement" oder ein ähnliches Dokument unterschreiben, wonach er Informationen zum Produkt während der "Untersuchungszeit" nicht weiterverwertet oder an andere weitergibt. Dem potentiellen Hersteller ergeht aus so einem Dokument (dass ja nur für ein bestimmtes Produkt gilt) keinerlei Nachteil, Du hast im Gegenzug schon einmal eine rechtskräftige Unterschrift.
Ich persönlich würde (so ich mir denn pfiffige Dinge ausdenken und auch entsprechende Prototypen bauen könnte) auch erst einmal im Verborgenen anfangen.

Weiß nicht, ob diese Ausführungen hilfreich waren, finde die Diskussion an sich aber gerade auf astronomie.de nicht unwichtig.

Schöne Grüße,

Stefan Korth


 
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