Gegengewichte restaurieren

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stw

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Hallo!

Ich hoffe, meine Frage ist nicht zu trivial, aber leider fehlt mir die notwendige Erfahrung ...

Ich habe ein paar alte und mittlerweile leider angerostete Gegengewichte für meine GP/DX. Ich möchte diese gerne wieder etwas herstellen bzw. neu lackieren.

Kann mir jemand ein paar Tips für Materialien und Vorgehen geben?

Danke und viele Grüße
Stephan
 
Hallo Stefan,

wie wärs mit Pulverbeschichten?

Die Gegengewichte werden vor dem Beschichten gestrahlt, eisenphospahtiert, grundiert und anschließend in Deiner Wunschfarbe (RAL-Tabelle) pulverbeschichtet. D.h. Farbpulver wird bei ca. 150 bis 200°C eingebrannt. Die Beschichtung ist "schlagfest" und bei korrekter Ausführung auch sehr wetterbeständig. Vorhandene Gewinde sollten mit Schrauben abgedeckt werden, um diese nicht auch zu beschichten.
Vielleicht gibt es in Deiner Nähe eien Betrieb, der Dir das erledigt. Falls nicht, lassen sich die Gewichte auch problemlos versenden.

Gruß
Bocian
 
Hallo Stephan,

Pulverbeschichten ist gut. Aber auch nicht gerade günstig. Hält aber!

Was ich gemacht habe:

1. Entlacken mit Abbeizer. /Entfetten mit Aceton.
2. Korrosionsschutz 2..3 Lagen -> Sprühdose (den roten)
3. Wunschfarbe

Nach jeder Schicht evtl. etwas beischleifen und mit Silikonreiniger säubern.
Zur Beschleunigung kann man das ganze mit dem Heißluftfön trocknen. Aber nicht zu nahe drann halten, da sonst der Lack Blasen werfen kann.

Hat mich für 8 Gegengewichte a 6 kg 40 Euro gekostet.
Grüße,
Gerrit
 
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Moin!

Da ich mich gerade über das Restaurieren von Sturmlaternen informiert habe, folgende Vorgehensweise:

- Entlacken mit Natronlauge (NaOH, Abflußreiniger)
- Entrosten zunächst mit Drahtbürste, danach Gegenstand in 5-10%ige Zitronensäure (E333) einlegen. Dauert je nach Verrostungsgrad 1-3 Tage, öfters kontrollieren.
- Abwaschen, Trocknen, Grundieren und anpönen, fertig.

Grundierung und Wunschfarbe aus der Sprühdose.
 
Anstelle der Zitronensäure würd ich Phosphorsäure nehmen.
Pulverbeschichtungen haben den Nachteil daß sie unterrosten. Die Stellen an denen die Gewinde sitzen, sind geradezu prädestiniert dafür.
Wie wärs denn mit feuerverzinken? Kostet ca. 1,-€ pro Kg und Du mußt da nie wieder was dran machen.
 
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Moin Jörg!

> Anstelle der Zitronensäure würd ich Phosphorsäure nehmen.

Schlecht.
Phosphorsäure bildet nach dem ersten Anlösen gleich eine Schicht, die weitere Angreifen der Säure verhindert. Daunter befindlicher Rost wird also genauso abgedeckt. --> Nicht gut.
Glaumb mal den Lampenrestaurateuren, die wissen schon, was sie machen mit ihrer Zitronensäure. Es gibt sie übrigens auch als Paste zum Auftragen, im Handel als Rostentferner erhältlich.

Mit Cola bearbeite ich höchstens mal ein Fahrrad (plus Alufolie). Letzten habe ich damit meinen Boulekugeln eine schöne Patina verpaßt. :cool:
 
Von wegen schlecht. Ich arbeite nun seit ungefähr 35 Jahren mit verschiedenen Säuren zur Rostentfernung. In verdünnte (50:50) Phosphorsäure eingelegt, wird aus Rost Eisenphosphat. Wichtig ist, daß die betroffenen Stellen feucht gehalten werden. Irgendwann ist nur noch eine dunkelgraue Schicht (Eisenphosphat) übrig, unter der kein Rost ist. Normalerweise, reicht es, wenn die Teile über Nacht in der Säure liegen.
Ich würd meine Teile nicht in braunes Zuckerwasser legen, richtige Phosphorsäure gibts doch billig im Versand oder in der Apotheke.
 
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Hallo Leute

Das abätzen von Rost an Stahl-/Eisenteilen praktiziert man am effektivsten mit 10- bis minimal 5%iger Salzsäure.

Konzentrierte Salzsäure bekommt man 25%ig aus dem Baumarkt oder ca. 30%ig zur Not in der Apotheke. Diese muß unbedingt auf 10-5%ig mit Wasser verdünnt werden. Das reduziert eine Verletzungs- und Unfallgefahr drastisch.

Zum entrosten wird nun das Werkstück in das Bad mit verdünnter Salzsäure gelegt. Wichtig! Das Werkstück muss komplett untergetaucht sein. Das ganze funktioniert nur unter vollkommenem Luftabschluss. Eine mechanische Vorbehandlung mit Drahtbürste, Flex oder sonst was ist nicht erforderlich! Einzige Bedingung: Es dürfen keine Lackreste oder Fett/ÖL mehr am Teil sein. Das ist das einzige was vorher entfernt werden muss!

Bei 10%iger Säure kann man nun zusehen wie der Sauerstoff ausperlt und der Rost zerfällt! Selbst millimetertiefe Rostkanäle werden innerhalb 20Sek.-3 Minuten metallisch sauber!! bei 5%iger Säure dauert´s etwas länger so etwa 5-60 Minuten. Wenn der Rost aufgelöst ist hat das Stahl / Eisenteil eine matte gleichmäßig graue Oberfläche und ist nun porentief absolut ohne Rost.

Das Werkstück muss nun aus dem Säurebad entnommen werden und sofort in einem Wasserbad zum neutralisieren der Säure eingetaucht werden. Nach 10-20 Sekunden das Teil aus dem Wasserbad entnehmen und mit Pressluft peinlich sauber abtrocknen! In den Rostnarben dürfen keine Rückstände zurück bleiben.

Dabei kann man nun zusehen wie sich innerhalb weniger Sekunden an der Luft eine neue Rostschicht bildet! Die Rostschicht ist allerdings nur einige Atome dick.

Jetzt erst kommt verdünnte Phosphorsäure / Kaltentroster am besten als Bad zum Einsatz möglichst so das beim abermaligen entrosten keine Luft ans Werkstück kommt. Man kann aber auch die Phosphorsäure mit dem Pinsel auftragen und die Flächen mit einer Drahtbürste bearbeiten. Die sich bildende Phosphatschicht bewirkt erst mal einen provisorischen Rostschutz. Die Phosphorsäure hat nun keine Mühe die wenigen Rostatome, vom Zwischenbad im Wasser, innerhalb weniger Sekunden komplett aufzulösen und eine Verbindung mit dem blanken Eisen einzugehen.( Phosphatschicht).

Es ist völlig ausreichend wenn dieser Vorgang nur 1-2 Minuten andauert. Nun wird unser Teil aus der Phosphorsäure entnommen, gereinigt und abgetrocknet. Tiefreichende Rostnarben mit Pressluft nachreinigen. Da darf kein Säurerest zurück bleiben!

Das Bad in der Phosphorsäure darf nicht zu lange andauern denn je dünner die Phosphatschicht ist die zurück bleibt desto tragfähiger ist der Untergrund zum Aufbau einer neuen Beschichtung!



Warnung!!! Bei allen Arbeitsschritten mit starken Säuren ist peinlichst genau auf Körper-, besonders Augen-, Schleimhäute- und Kleidungsschutz zu achten denn alles was mit konzentrierten Säure in Verbindung kommt wird Verätzt!! Hautkontakt unterbinden, es besteht akute Verletzungsgefahr sowie Lochfraß an der Kleidung durch Spritzer! Es ist absolut erforderlich dass der Anwender immer praktische Erfahrungen und ausreichende Kenntnisse im Umgang mit Säuren und Laugen besitzt.

Anmerkung: Salzsäure ist konzentriert stark ätzend und giftig aber sehr stark verdünnt ungiftig ( Teil der Magensäure ).Siehe dazu: https://www.carlroth.com/downloads/sdb/de/X/SDB_X942_AT_DE.pdf

Phosphorsäure ist stark ätzend Siehe dazu: https://www.carlroth.com/downloads/sdb/de/6/SDB_6366_DE_DE.pdf



Warnung!!! niemals Wasser in Säure gießen, Explosionsgefahr durch heftige Reaktion!! sondern Säure langsam ins Wasser einbringen! Die Säure darf nur mit starkem Wasserüberschuss mit Wasser in Berührung kommen. Kleinmengen Wasser explodieren sofort wenn sie in konzentriertem Säureüberschuss tropfen oder fließen! Die Säure spritzt dann unkontrolliert in der Gegend herum. Konzentrierte Salzsäure dampft. Diese Dämpfe verätzen Atemwege !

Für das Bad nur säurefeste Kunststoffbehälter und keine Keramik oder Metallbehälter verwenden.

Die Warnungen mussten leider sein.



Fall´s jemand noch irgendwelche besseren Erfahrungen hierzu noch beisteuern kann immer her damit.

Ich habe das jedenfalls in der beschriebenen Form sogar bei mehrere Millimeter tiefen Rostnestern schon öfter mit bestem nachhaltigen Erfolg so praktiziert.

Gruß Peter
 
Hallo,

Zitat von arago:
b]Warnung!!! [/b]niemals Wasser in Säure gießen
der Satz, den man im Praktikum als allererstes lernt, lautet:

Gieße Wasser nie in Säure, sonst geschieht das Ungeheure.

So kann man sich´s am besten merken. Wasser in konzentrierte Mineralsäure gießen ist derart exotherm, daß es selbst Duranglas zerreißt. Und dann ist die Sauerei erst recht groß.

Gruß Uwe
 
Hi!

Die stark exotherme Reaktion gibt es hauptsächlich bei konz. Schwefelsäure. Bei Salpeter- und Salzsäure passiert nicht viel.

Übel ist Oleum, d.h. rauchende Schwefelsäure: Ein Tröpfchen Wasser auf ein Tröpfchen Oleum gibt einen erstaunlich lauten Knall. Der Glastrichter hat das glücklicherweise unbeschadet überlebt.

Grüße

fquadrat
 
Hallo
zum Entrosten würde ich Zitronensäure nehmen.
Phosphorsäure wandelt den Rost in eine nichtlösliche Verbindung um, die auf dem Metall verbleibt. Es ist schwer zu überprüfen, ob unter der sich bildenden Schicht noch aktiver Rost ist, der eventuell wieder hervorbricht. Das hat Winnie ja auch schon geschrieben, ich habe die selben Erfahrungen gemacht.
Zitronensäure wandelt den Rost in eine lösliche Verbindung um (durch Komplexbildung, wer es genauer wissen will - googeln), der Rost wird also praktisch von der Oberfläche entfernt, es bleibt das blanke Metall übrig. Dieser Effekt lässt sich zwar auch mit anderen Säuren erreichen, warum will man aber mit aggresiven Zeug rummatschen, wenn es mit relativ harmloser Zitronensäure auch geht. Ein Zitronensäurebad hat zudem den Vorteil, dass der Prozess relativ langsam fortschreitet, also gut überwacht werden kann, und die Metalloberläche nicht so stark angegriffen wird. Eine vollständige Rostenfernung ist auch mit Zitronensäure möglich.

C.S. Frank
 
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Hallo zusammen!

Ich danke Euch für die interessante Diskussion und die wertvollen Tips. Gibt es bei der Entsorgung der verwendeten Flüssigkeiten noch etwas zu beachten? Ich vermute, dass stark verdünnte Säuren kein Problem darstellen, aber wie verhält es sich mit dem Metall?

Nochmals danke und viele Grüße
Stephan
 
Ich würde sowas nicht selber machen. Einfach zum nächsten Pulverbeschichter geben. Strahlen und neu beschichten lassen und fertig. Dann hast Du kaum Aufwand und eine professionelle Lackierung. Kostet vielleicht 20 bis 30 Euro für die beiden Gewichte bei Verwendung einer Standardfarbe die sowieso ständig läuft ...
 
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