Hallo zusammen,
so nun wieder zur aktuellen Barlow.
Oben schon erwähnter Herr mit dem K-Sternhimmel hatte sich auch mal daran versucht.
Nachdem der 1. Versuch dieses Herrn die Barlow im Feld zu testen kläglich gescheitert war und Er einsehen musste das Sein Testergebnis sich nicht mit Seiner eigenen Beobachtung am Okular mit genau dieser Barlow deckt hat er nun einen 2. Anlauf gewagt.
Dieser scheint erst mal augenscheinlich ein plausibles Ergebnis zu liefern welches sich mit dem Design deckt.
Ich kann mich mit dem gewählten Testaufbau aber trotzdem noch nicht anfreunden.
Als sehr wichtigen Punkt ist hier die von dem Herrn nicht berücksichtigte Bildfeldwölbung zu nennen.
Diese scheint Er übrigens grundsätzlich nicht bei Seinen K-Sternhimmel Aufnahmen im Feld zu berücksichtigen.
Für visuelle Zwecke kann man das machen wenn diese sich noch in Grenzen hält, Fotografisch natürlich überhaupt nicht.
Es ergab sich dort die Frage warum Er bei 112mm Fokusabstand die bessere Sternabbildung erhält.
Die will ich hier mal beantworten, dort ist ja eh geschlossen.
Es ist in der Tat so das sich der Asti meines Designs bei etwas größerem Fokusabstand weiter verringert um dann nach dem Nulldurchlauf mit umgekehrtem Vorzeichen wieder anzusteigen.
Dieser Nulldurchgang des Asti ist allerdings nicht bei 112mm sondern bei 120mm Fokusabstand.
Man beachte das der Asti der Barlow vor dem Nulldurchgang (Fokusabstände unterhalb von 120mm) dem üblicher Okulare entgegenwirkt, den Okularasti also mindert während er danach diesen verstärkt.
Es zählt visuell nun mal das Gesamtpaket Okular + Barlow und nicht die Barlow allein.
Von da her ist es auch wenig sinnvoll sich hier allein die Barlow anzuschauen.
Der beste Test einer Barlow für’s Visuelle ist daher immer der im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Okularen und nicht nur der Barlow allein.
Ein weiterer Aspekt der gegen eine vollständige Korrektur des Barlow Asti spricht ist der dann stark geschrumpfte Krümmungsradius der optimalen Bildschale dieser wäre dann mit lediglich 80mm in einem Bereich der auch Visuell Relevanz hat.
Das Auge kann bei großem Feld nicht mehr voll kompensieren und es ergibt sich eine Unschärfe am Feldrand die nachfokussieren erfordert.
Wie stark sich das zeigt ist aber auch vom Okular und dessen Bildfeldwölbung abhängig.
Auch hier gilt, es sind die Fehler der Barlow mit denen des Okulares zu verrechnen.
Auch fotografisch ist es nicht unbedingt die beste Lösung sich für eines der beiden Extreme zu entscheiden.
Man kann auch eine vollständige Korrektur der Bildfeldwölbung erreichen.
Der Preis wäre ein ganz erheblicher Asti.
Oder man könnte eben die vollständige Korrektur des Asti erreichen, der Preis wäre dann eben eine erhebliche Bildfeldwölbung.
Man erhält in dem Fall zwar wenn man nachfokussiert hat wie der Herr in Seinem Test auch zeig sehr ordentliche Srternabbildungen aber um das nutzen zu können müsste der Chip einen Krümmungsradius von 80mm haben.
Üblicherweise sind die aber nun mal Plan.
Es ist also das Sinnvollste einen vernünftigen Kompromiss zwischen beiden Extremen zu finden.
Also etwas Bildfeldwölbung in Kauf zu nehmen um dann den Asti zu mindern aber eben auch etwas Asti in Kauf zu nehmen damit der Krümmungsradius der optimalen Bildschale noch im akzeptablen Rahmen bleibt.
Genau das habe ich bei dieser Barlow getan und genau deshalb gebe ich hier 105mm als optimalen Fokusabstand an.
So ergibt sich im Feld
inklusive der Bildfeldwölbung der kleinste RMS Spot und auch der Wellenfrontfehler ist bei dem von mir gewählten Kompromiss im Feld am kleinsten.
Die Folge sind aber am Feldrand bei APS-C ovale aber immer noch relativ kleine Sterne.
So wie es bei Tommy zu sehen ist.
http://www.teleskop-shop.at/testphotos/Telescope_Raw_Photos/M57_10N+28GD-Barlow_RAW.jpg
Wer lieber etwas rundere aber dafür wegen Bildfeldwölbung mehr aufgeblasene Sterne am Feldrand haben möchte kann auch gerne mit etwas größerem Fokusabstand arbeiten.
Das ist dann letztlich auch eine Frage des Geschmacks und der ist bekanntlich unterschiedlich.
Alles zusammen, also kleine und runde Sterne ist bei APS- C am Feldrand mit dieser Barlow leider nicht mehr zu machen.
Es ist aber angesichts der einfachen Bauart und des in Relation zur ASA ja auch wesentlich günstigeren Preises beachtenswert das mit dieser Barlow bis APS-C trotzdem noch recht brauchbare Ergebnisse zu erreichen sind.
Auch wenn sie in den Ecken nicht mehr ganz perfekt sind.
Grüße Gerd