Gesichtsfeld für DeepSky beim C8

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Thorskel

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Hallo Gemeinde!

Ich möchte mein Celestron C8 für DeepSky nutzen. Nun weiss ich, dass sich ein f/10 Instrument nicht unbedingt für diese Anwendung eignet. Um jedoch mein System zu optimieren, möchte ich folgende Fragen stellen:

1. Welches Gesichtsfeld benötigt man minimal, um DS-Objekte ästhetisch zu beobachten ?

2. Welche Lösung ist besser, Focal Reducer 0,63 oder 2"-Plössl 85mm ?

Gruss aus dem immer noch bedeckten Bonn

Thorskel
 
85mm Okular? Damit hättest Du eine AP von 8.5mm :-))) So was macht nur Sinn, wenn Du extrem kleine Vergrößerungen haben möchtest. Ich versteh nicht, weshalb ein C8 nicht für Deep- Sky geeignet sein soll. Wo gibts denn 85mm Okulare zu kaufen?

Grüsse Philipp
 
Hallo,

Weshalb ein SC F10 nicht für Deep Sky geeignet ist?? Weil man allgemein einem Irrtum aufsitzt!!!

Man verwechselt gerne fotografische mit visueller Anwendung!!!

Bei der visuellen Anwendung ist ausschließlich die Austrittspupille interessant, und die sollte sagen wir mal zwischen 7mm und minimal 0,5mm liegen. Ich weiß schon, jetzt kommen die Apoianer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> und sagen sie fahren mit Öffnungsdurchmesser x 4 als Maximalvergrößerung und somit mit 0,25mm AP, aber diese Diskussion hatten wir wo anders schon mal....

Tatsache ist, daß unabhängig vom Fernrohröffnungsverhältnis, jede Röhre mit gleichem Objektivdurchmesser bei gleicher Vergrößerung und somit gleicher Austrittspupille auch die gleiche Lichtstärke hat.
Die Frage ist lediglich, welches Okular man dazu benötigt, und das ist wiederum beim Schiefspiegler für solche Anwendungen (max AP) eine besondere Herausforderung.. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> .

C.S.

Johann
 
Wo gibts denn 85mm Okulare zu kaufen?

Hallo Phillip,

ich kann über einen Freund 2" Okulare in 40mm, 65mm und 85mm besorgen. Der Preis liegt bei etwa 185 Euro.

Link zur Grafik: http://www.goetterkraft.de/85mm2.jpg Link zur Grafik: http://www.goetterkraft.de/65mmSuper-Plossl.jpg Link zur Grafik: http://www.goetterkraft.de/32mm40mmPlossls.jpg

Bevor ich mich jedoch zu einem Kauf entscheide, benötige ich eine Aussage zu meiner ersten Frage. Da sich das Gesichtsfeld aus Scheinbarem Gesichtsfeld des Okulars / Vergrösserung berechnet erhielte ich beim C-8 immerhin etwa 2° Gesichtsfeld am Himmel mit dem 85mm-Plössl-Okular (SGf.etwa 50°).

CS
Thorskel
 
Hallo!
Ein Mindestgesichtsfeld für Deepsky-Objekte gibt es nicht, da solche Objekte sehr unterschiedliche Größe haben! NGC 7000 als ganzes ist für ein C8 kaum geeignet. Nett ist ein Gesichtsfeld von etwa einem Grad, zwingend ist das nicht
(und für Galaxien meist nicht notwendig).
Beide Lösungen, Focalreducer oder 2" Ausrüstung sind geeignet, ist weitgehend Geschmacksache und Geldfrage.
Echte Unterschiede konnte ich nicht entdecken.

Klaus
 
Hallo Thorsten,

zu Deiner Frage:

Man benötigt für einen ästethischen Anblick eines Deep-Sky Objektes immer so viel Gesichtsfeld, dass es bequem hineinpasst. Damit lässt sich Deine Frage leider nicht pauschal beantworten, denn für große Nebel und Galaxien braucht man folglich große Gesichtsfelder und analog genügen für kleine Objekte wie planetarische Nebel kleine Gesichtsfelder. Mit meinem C8 beobachte ich große ausgedehnte Objekte gerne mit meinem 32mm Erfle. Mit seinen 70° Gesichtsfeld erreiche ich damit über 1° Gesichtsfeld. Für kleine Objekte begnüge ich mich mit meinem 10er Eudiaskopic. Mit seinen 50° Gesichtsfeld erreiche ich damit 0.25°, was für M57 locker ausreicht... usw.

Übrigens, bin ich der Meinung, dass ein 85mm Okular für ein C8 völliger Quatsch ist. Ich würde zum 40er greifen (für große ausgedehnte Objekte).

Philipp
 
Hi Phillip,

das hat mir schon weitergeholfen und vermutlich Geld gespart. Ich werde vorerst bei dem mitgelieferten Celestron Plössl 40mm bleiben. Das erspart mir auch die Umrüstung auf 2". Als nächste Abstufung würde sich dann wahrscheinlich ein 24mm Speer-Walers Okular mit 67° SGf eignen, das mir etwa 85-fach bei 0,8° GF bieten wird.

Gruss aus dem seit Tagen bewölkten Bonn

Thorskel
 
Hi Thorskel,

nachdem du jetzt schon einige Entscheidungskriterien gehört hast, gehe ich nochmal auf das maximal mögliche Gesichtsfeld ein. Aufgrund des vorhandenen Blendrohres im Tubus lässt dieses im Durchmesser nur ein bestimmtes Strahlenbündel durch. Dieses kennzeichnet in der Fokalebene den Bildkreisdurchmesser, der zum Rand hin zunehmend vignettiert, z.B. bei 2000 mm Brw. und 44 mm Bildkreisdurchm. etwa 1,25° Gesichtsfeld. Viel mehr ist da glaube ich nicht zu erwarten. Mit einem Reducer (z.B. Alan Gee II), der in den Tubus eingelassen wird, erreicht man hingegen leicht bis zu 2,2 °, was bei einem Verzicht auf den Reducer einem Bildkreisdurchm. von etwa 77 mm entsprechen würde. Weder gibt es kaum Okulare mit derartigen Feldblenden, noch lässt es das Blendenrohr zu, solche Gesichtsfelder zu erzeugen. Wenn es Dir also auf max. erreichbares Gesichtsfeld ankommt, kommst Du um einen Reducer nicht herum. Die 2,2° erreichst Du zum Beispiel bequem mit einem 35-er Panoptik bei V = 29x und AP 7 mm. Durch variieren des Projektionsabstandes ergibt sich Spielraum für individuelle Anpassungen.

Gruß von
 
Hallo Klaus,

Zitat:

Mit einem Reducer (z.B. Alan Gee II), der in den Tubus eingelassen wird, erreicht man hingegen leicht bis zu 2,2 °, was bei einem Verzicht auf den Reducer einem Bildkreisdurchm. von etwa 77 mm entsprechen würde. Weder gibt es kaum Okulare mit derartigen Feldblenden, noch lässt es das Blendenrohr zu, solche Gesichtsfelder zu erzeugen.
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das es kein Okular gibt, welches 77mm zuläßt, kann schon sein, allerdings mit dem Blendrohr ist das so eine Sache, da sitzt ja auch der Reducer drinnen und der sieht auch keine 77mm <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> , also was bleibt dann bei 2.2° so an Ausleuchtung übrig, wenn das Teil so ca. einen Winkelprismaeinbauweg vom Fokus weg sitzt????

C.S.

Johann
 
hallo Johann,

ich habe es bewusst vermieden, zu begründen, warum man mit einem Reducer mehr sieht als ohne. Es hängt anscheinend von der Hauptspiegelstellung ab, die beim Einsatz eines Reducers (gegenüber normal) extrem verstellt werden muß. Irgendwie verändert sich das Verhältnis Hauptspiegel/Fangspiegel positiv. Die vorhandene (eingebüßte) Vignettierung kann man zudem sehr schön kontrollieren, indem man lichtschwache, im Grenzbereich befindliche Sterne in der Bidmitte aus dem Gesichtsfeld wandern lässt. Nach wie vor vertrete ich die Meinung, der Einsatz eines Reducers ist die bessere Wahl.

Gruß von
 
Hi Zusammen,

ein 85mm Okular am C8 macht ja schon deshalb keinen Sinn, weil dieses Okular nicht einmal das komplette 2" Feld ausgeleuchtet bekommt. Es ist ja bekannt, daß das C8 ein gutes Stückchen vor dem Rand des 48mm grossen nutzbaren Durchmessers drastisch an Helligkeit verliert, weil die Ausleuchtung fehlt. Bei angenommenen 45mm Durchmesser des nutzbar ausgeleuchteten Feldes komme ich auf ca. 30 ° scheinbares Gesichtsfeld und etwas über 1,2° wahres Feld.
Erscheint mir ziemlich unsinnig, weil vollkommen unästhetisch. Hinzu kommt, daß ein 85mm Okular im C8 die deutlich überzogene AP von 8,5mm liefert, so daß man also Öffnung verschenkt und unter dem "Spiegelschatten-Effekt" zu leiden hat.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,

UND NUN? Ich habe gelesen, dass es der Focal Reducer wohl nicht ist, das Okular ist auch verkehrt. Was soll ich nun zur Optimierung machen? Bei dem von Dir angegebenen Wert von 1,1° für das SGf könnte ich gegenüber dem 40mm Okular noch etwas mehr als 0,2° zulegen.

Gruss aus dem bewölkten Bonn
Thorskel
 
Hi Thorskel,

Wie man es auch dreht, selbst wenn das volle 2" Feld (also 48mm Feldblende) nutzbar ist, wird der Gewinn an wahrem Himmel nicht viel größer sein. Bei 1,37° wahrem Himmel ist schluß.

Die Frage ist nun aber doch vielmehr: Wie bringt man dieses 1,37° auf möglichst genußvolle Art ans Auge, denn den Rest erledigt leicht die Objektauswahl.
Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das recht neue BW 30mm Ultrawide. Das hat 80° scheinbares Gesichtsfeld und liefert Dir damit so etwa 1,2° wahren Himmel. Bei f/10 im SC ist die Korrektur des Gesichtsfeldes wirklich gut, ein Okular, das Spaß macht. 80° Feld, das ist eben dieses "Spacewalk-Feeling". Das Oku wird übrigens auch unter dem Label "Astrolan" vertrieben. Kommt aus China. Einen Nachteil hat's auch, es hat normalerweise keine Gummiauflage, da wird einem bei derzeitigem Wetter schnell der Kopf kalt, wenn man gewohnt ist, sich leicht "anzulehnen".

Mit einem 40mm Okular wird das maximal mögliche Gesichtsfeld etwas kleiner, um 70° eben. Das ist aber auch noch "riesig". Im oberen Preissegment setzen LVW und Pentax das um, Panoptic ist nah dran. Für weniger Geld gibt es z.B. die netten Antares Erfle, hier hat das 40mm aber "nur" 65°.

Ich meine, bei Sternhaufen kann das 30mm das bessere Okular sein. Durch die etwas stärkere Vergrößerung werden die Sternhaufen besser aufgelöst. Für schwache Objekte wie Galaxien und ausgedehnte Nebel könnte das 40mm leicht die Nase vorn haben, weil es eben ein etwas helleres Bild liefert (eben 4mm AP statt 3mm).

Genußvolle Weitwinkelbeobachtungen bieten nun alle genannten Okulare. Egal ob 30mm oder 40mm, schön damit zu Beobachten sind Sternhaufen wie H&Chi, M71, die Dreierkette im Fuhrmann, die der Wintermilchstrasse im Bereich Grosser Hund und Schiffsheck, M11, usw...
Auch der Orionnebel wirkt prächtig, wenn man den Himmel dazu hat der Lagunennebel, und einige mehr. Der Andromedanebel sprengt zwar das Gesichtsfeld, man bekommt aber die Inneren Bereich nebst den beiden Begleitern noch ins Bild.

Der Spaßfaktor liegt bei den Okularen in meinen Augen darin, ein wundervoll großes Gesichtsfeld überblicken zu können. Mit 80° Gesichtsfeld werden einem H&Chi besser als auf einer Kinoleinwand ins Gesicht geworfen.

Clear Skies
Sven
 
Hi

Auf meiner HP http://avila.star-shine.ch habe ich eine Form programmiert, mit der die Bestimmung von Vergrösserung, Austrittspupille und Gesichtsfeld relativ einfach ist. Bei visuellen Beobachtungen habe ich festgestellt, dass je nach Objekt eine andere Vergrösserung und anderes Gesichtsfeld von Vorteil ist. Meine Empfehlung: Try and Error mit diversen Okularen an diversen Objekten.

Viel Erfolg

Thomas Knoblauch

 
Hallo Sven!


Mit einem 40mm Okular wird das maximal mögliche Gesichtsfeld etwas kleiner, um 70° eben.
Bei einer Feldblende von 48mm komme ich rechnerisch auf ein maximales Gesichtsfeld von 62° bei 40mm Okularbrennweite.
Demnach ist alles, was darüber liegt reiner Fake, z.b. durch Bildfeldwölbung.
Leider kann man bei Okus mit wenig SGF auch nicht sicher sein, ob das Bildfeld plan ist.


Gruß Harald
 
WOW! Gesichtsfeld für DeepSky beim C8!

Laut der Fa. Baader-Panetarium soll das maximale wahre Gesichtsfeld eines C8 mit einem 2“-Okular bei 1,2 Grad liegen. Natürlich bei f/10 und ohne Focal-Reducer! Laut der Fa. Baader, soll dass mit dem freien Durchlass des Blendrohres der kleinen SC´s zusammenhängen.
Meiner Meinung nach liegt es aber eher an dem Celestron-Anschlussstutzen der 2“-Spiegel, der das eigentliche SC-Gewinde (ist vom Durchmesser fast gleich mit dem 2“) auf den T2-Durchmesser abschattet. Möglicherweise hat es auch damit zu tun, dass der Hauptspiegel bei einer sehr kurzen Adaption in eine extreme Lage verschoben wird, wodurch der Durchlass höher sein könnte. Ich vermute weiterhin, dass sich die tatsächliche Brennweite des C8 bei einer sehr kurzen Adaption auf ca. f/9 verkürzt. Vielleicht liegt es auch an allem zusammen.

Ich habe den 2“-Maxbright (der hat fernrohrseitig ein Celestron-Innengewinde) ohne die silberne Anschlusshülse direkt an mein C8 geschraubt und mit dem Baader-Lockingring gekontert. Das war eigentlich eine Notlösung für das Nexstar 8 um den mechanischen Weg zu verkürzen und das Nexstar 8 noch an der Montierung durchschwenken zu können. Aber es bringt auch mehr wahres GF.

Ich habe 3 Okulare getestet (vielen Dank an Wolfi, der mir die beiden TS WA freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat):

1. TS WA 42mm Brennweite und 60 Grad scheinbares GF. Rechnerisch gut 48-fache Vergrößerung und somit knapp 1,25 Grad wahres GF.
2. TS WA 50mm Brennweite und 55 Grad scheinbares GF. Rechnerisch gut 40-fache Vergrößerung und somit gut 1,37 Grad wahres GF.
3. Antares Erfle 52mm Brennweite und 50 Grad scheinbares GF. Rechnerisch gut 39-fache Vergrößerung und somit knapp 1,28 Grad wahres GF.

Wenn bei 1,2 Grad wahrem GF Schluss wäre, müssten alle Okulare das gleiche GF zeigen. Dem ist aber nicht so!
Bei der Größe des wahrem GF konnte ich zwischen dem TS WA 42 und dem Antares Erfle 52 visuell keinen Unterschied feststellen, wobei zu beachten ist, dass das Antares, die größere Austrittspupille liefert, das TS WA 42 aber das größere Bild zeigt.
Das wahre Gesichtsfeld des TS WA 50 ist deutlich grösser, also muss, zumindest mit der oben beschriebenen Adaption mehr als 1,2 Grad gehen.
Wenn man jetzt noch mit einfliessen lässt, dass die Brennweite des C8 sich auf f/9 verkürzt hat, kommen noch mal ca. 12% GF hinzu, was mit dem TS WA 50 ein tatsächliches GF von über 1,52 Grad bedeuten würde. Das muss sich aber erst noch am Himmel zeigen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Übrigens bietet der Teleskop-Service eine interessante Alternative zu dem Maxbright an. Der 2“ TS-Spiegel mit dem fernrohrseitigem SC-Gewinde soll etwas weniger Reflektion haben, kostet dafür aber weniger als 1/3 des Baader-Produkts.

Anzumerken wäre noch, dass sich diese Adaption hauptsächlich für die azimutale Montierung anbietet, da der 2“-Spiegel hierbei immer die gleiche Einblicksposition behält.

Aufgrund der Witterungsverhältnisse habe ich diesen Test in den Wohnräumen durchgeführt. Die Entfernung zu meinen Testmarkierungen lag bei ca. 8 Metern.
 
Hallo Harald,

Kissenverzeichnung und so weiter treten bei solchen Gesichtsfeldern üblicherweise auf, stören aber im Randbereich wenig bis gar nicht.
Hm. Ich komme auf 1,37° für 2000mm und 48mm Feldblende. Diesen Wert mit 50-facher Vergrößerung beim 40mm Okular multipliziert ergibt 68,5° scheinbares Gesichtsfeld. So gewaltig ist das Fake dann wohl nicht.

Clear Skies
Sven
 
Re: WOW! Gesichtsfeld für DeepSky beim C8!

Hallo Dieter,

so ungewöhnlich ist das nun nicht, die Frage ist, worauf sich die Baader-Angabe bezieht. Auf 100% ausleuchtung, oder eher auf 75% Ausleuchtung wie man es für visuelle Zwecke üblicherweise angibt.
Wie abrupt danach schluß ist, weiss ich nicht, es gibt aber Berichte von Beobachtern, die mit maximaler Feldblende bei 2" beobachten und hier davon sprechen, daß es am Rand so dunkel wird, daß sich der Gesichtsfeldrand nicht mehr klar ausmachen lässt. Nun wird der Effekt ja noch dadurch verstärkt, daß diese Okulare keine Feldblende haben und daher eine unscharfe Feldbegrenzung durch die Steckhülse bekommen.
Ich selbst kann da nicht viel zu sagen, weil ich mit -4,25 Dioptrien sowieso keine scharfe Feldbegrenzung zu sehen bekomme - und einen Test auf genau dieses Verhalten beim C8, wofür ich dann die Brille aufsetzen würde, habe ich noch nie gemacht.

Clear Skies
Sven
 
Hmm, ich habe die gleiche Rechnung wie Du gemacht, nur eben okularseitig und komme eben auf 62°. Also 2*arctan(Blende/2/f).

Ich vermute, dass Deine Rechnung falsch ist. Grund:
Du multiplizierst mit der Vergrößerung.

Wenn Du nun 200x hast, dann errechnest Du ein maximales GF von immerhin 275°. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Mit meiner Methode werden hingegen physikalisch und geometrisch sinnvolle 135° errechnet.

Also: Es sind 62° und nicht 68°. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />


Ein weiteres schlagendes Argument dafür, dass meine Berechnungen richtig sind ist, dass das scheinbare Gesichtsfeld am Okular zu sehen ist und nicht am Objektiv.


Gruß Harald
 
Hallo Harald,

hihi, jo, wenn man für das Okular das durchrechnet, kommt das zwar so raus,... ähm... dann sieht also das 40mm Okular die 1,37° wahren Himmels als scheinbare 61,9° und hat darob eine Vergrößerung von 45,2 die bei 2000mm Brennweite. Hmmm...
Das sind fette 10% Differenz zur handelsüblichen Vergrößerungsformel...
Nur stell ich mir die Frage, ob man's so rechnen sollte, denn die Angabe 40mm ist ja für ein Okular mit einem Stapel von Linsen immer nur eine Effektivbrennweite.

OK, an der Stelle kommt man ohnehin nicht weiter, solange man nicht über ein konkretes Okular redet.
Tatsache ist, daß es Okulare um 40mm gibt, die einem ein über 65° grosses scheinbares Feld ins Gesichts schmeissen, und deren Abbildung prima ist, auch wenn Kisseneffekte auftreten. Äh, und noch wichtiger ist, daß es Spaß macht, mit sowas zu spechteln.

Clear Skies
Sven
 
und hat darob eine Vergrößerung von 45,2 die bei 2000mm Brennweite. Hmmm...
Nenene, die Vergrößerung bleibt 40x. Der Fehler ist imo die Art, wie Du die Vergrößerung berechnest.

Du schreibst, dass die Vergrößerung das Verhältnis von scheinbarem zu wahrem Gesichtsfeld in Grad ist.
Das ist aber falsch.

Begründung:
Eine Vergrößerung von 2x bedeutet beispielsweise eine virtuelle Verringerung des Abstandes zum Beobachtungsobjekt um die Hälfte. Aber wird dadurch der Winkel, um den man das Objekt sieht etwa doppelt so groß? Aber nein, das wird er nicht (kann mit arctan berechnet werden).

Würde es so sein, wie Du schreibst, dann würde ab einer bestimmten Vergrößerung das scheinbare Gesichtsfeld größer als 180° werden. Das ist aber unmöglich. So nahe man auch an ein flaches Objekt herangeht, es wird niemals mehr als 180° Gesichtsfeld einnehmen.

Fazit: Deine Formeln sind falsch. Ungefähr liefern die zwar brauchbare Ergebnisse, aber der Unterschied zwischen 68° und 62° macht da eben den feinen Unterschied.


Gruß Harald
 
Hallo Harald,

hast Du mal eine Literaturangabe über die Definition der Vergrößerung anhand des "virtuellen Abstandes"?
Mir ist bislang wirklich nur die Aufhängung am Winkel bekannt.

Allerdings - äh - über das eigentliche Thema herrscht einigkeit?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven!

Nee, ne Literaturangabe kenne ich nicht, gibts womöglich auch nicht. Ich berufe mich auf was viel grundlegenderes: Logik. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Selbst wenn Du meinst, dass ich unrecht habe, so siehst Du doch sicher ein, dass Du auf jeden Fall unrecht haben musst, oder?
Denn mit Deiner eigenen Formel kommen objektivseitig und okularseitig andere scheinbare Gesichtsfelder raus. Das widerspricht sich doch.

Weiters kämen bei Deiner Berechnung scheinbare Gesichtsfelder von mehr als 180° raus (je nach Vergrößerung). Da sind wir uns doch wohl einig, dass das nicht möglich sein kann, oder?
Zumindest dann nicht, wenn man nicht ein schwarzes Loch mit sich führt, welches den Raum krümmt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />


P.S.:
JETZT WEISS ICH, WIE ICH DICH ÜBERZEUGEN KANN:

Was macht eine 2x Barlow? Sie vergrößert die "Vergrößerung" um den Faktor 2, klar. Was macht sie aber optisch? Sie verlängert die Brennweite des Teleskopes um den Faktor 2. Alllsssooo, was bedeutet das? Eine Verlängerung der Brennweite um den Faktor 2 hat eine Verdoppelung des Bilddurchmessers in der Bildebene zur Folge. So, diese Verdoppelung kann auch ohne Barlow erreicht werden, nämlich indem man den Abstand zwischen Teleskop und Objekt halbiert. (Das beobachtete Objekt, welches als Bild in die Bildebene abgebildet wird, habe dabei eine bestimmte Abmessung und der Strahlengang des Objektives sei nicht vignettiert.)

Also: Eine Vergrößerung von 2x entspricht einer virtuellen Verringerung des Abstandes zwischen Teleskop und Beobachtungsobjekt um die Hälfte.

Diesen Gedankengang kann man auf jede beliebige Vergrößerung anwenden und ist nicht auf den Faktor 2 beschränkt, er ist allgemeingültig.Wenn man also z.b. den Mond (Entfernung zur Erde: 300000km) mit 100x beobachtet, dann erscheint er so groß, als sei er nur 3000km entfernt.

Noch Fragen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />


Gruß Harald
 
Hi Harald,

Logik ist in der Form eine gefährliche Sache. Ich habe mal nachgeforstet. Keller - Astrowissen vermitteln das typische F/f. Der Schülerduden Astronomie geht weiter und gibt zusätzlich an D/AP (also Optikdürchmesser durch "Bündelbreite am Okular).
Und gerade letztere Angabe ist nicht "trivial" und stellt eine geschickte Koppelung dar. Denn die AP ist ja an die effektive Vergrößerung gebunden. Zwischen der Lichtmenge pro Punkt und der Lichtmenge pro Fläche darf es ja keine Differenz geben, sonst bricht das Universum zusammen. (Immer vorausgesetzt, daß die Lichtmenge der Fläche aus der Effektiven Vergrößerung über die Flächenausdehnung integriert wird, weil die Vergrößerung sich zum Rand hin ja ändert).

Was die 180° Gesichtsfelder angeht - so kann man nicht argumentieren. Eigentlich müsste man hingehen und die Vergrößerung auf der Achse in einem infinitesimal kleinen Bildbereich vermessen. Es reicht ja vollkommen aus, wenn ich bei 1000-facher Vergrößerung ein 36° großes Objekt betrachte, und dessen 10° grosse Abbildung im Okular heranziehe.
Dein Tangens, der bei 180° im unendlichen verschwindet, macht hier zwar Sinn, aber aus meiner Sicht nur deshalb, weil man einen Schnitt durch die Bildebenen beider Optiken macht. In Wahrheit aber ist da ja die Bildfeldkrümmung, und wenn Du Dich "in die Krümmung hinein stellst", verläuft die durchaus hinter Deinem Rücken weiter.
Ich bin zumindest vorsichtig, mich bei solchen Berechnungen nicht an die technischen Möglichkeiten für Linsen zu klammern. Wenn man mal durch eine 6x6 Weitwinkeloptik geschaut hat, und dabei verzweifelt versuchte, seine eigenen Füsse aus dem Bild zu kriegen, dann ahnt man, daß die Optiker sehr nah an der 180° Geschichte herumoperieren.

Jedenfalls, ob die Vergrößerung als Aufhängung an den Winkelgrößen korrekt definiert sein kann, darauf will ich nicht beharren, aber ich möchte das durch etwas mehr als Logik klären. Hier muß mal einer ran, der die Optikbücher der wahren Gurus daheime hat.

Was die Betrachtung der Okulare in der Praxis angeht, ist mir die ganze Zeit klar, daß wir über "Luft" reden, denn mit der einfachen Angabe der Brennweite auf der Achse können wir überhaupt nichts anfangen. Aussagekräftiger wäre Funktion der Brennweite über den Winkel des einfallenden Strahls. Beziehungsweise man müsste da vielmehr auch über die Schnittweiten reden. Denn wenn wir doch beide wissen, daß die Brennweite sich nach aussen hin (im scheinbaren Feld) ändert, dann reden wir eben über nichts konkretes.

Und Thorskel hilft es auch nichts mehr. Der kann sich für seine Beobachtungen darauf verlassen, daß die Okulare ihm ein scheinbares Gesichtsfeld von 65-70 Grad liefern. Auch wenn das verzerrt ist...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven!


Was die 180° Gesichtsfelder angeht - so kann man nicht argumentieren.
Das sehe ich anders. Man muss sich ja nicht einig werden. Vielleicht meldet sich mal so ein Optik-Guru zu Wort?


Was die Praxis angeht:
Ich habe mal ein 70mm Oku an meinem MK67 benutzt. Das hat mir nicht so recht zugesagt, das 40mm RKE mit 55° scheinbarem Gesichtsfeld hat mir besser gefallen. Der Tunnelblick des 70mm ist doch ziemlich störend und ausserdem hatte das 70mm nicht so ein scharfes Bild geliefert (das muss bei einem anderen Oku natürlich nicht so sein).
Bei meinem MK67 habe ich festgestellt, dass die 55° beim 40mm RKE das maximale wahre Gesichtsfeld zeigen. Okulare mit mehr Gesichtsfeld werden also vignettiert (z.b. TS-WA 50mm und das Vixen 70mm), was den Tunnelblick noch unschöner macht und zudem den Gesichtsfeldrand weichzeichnet, was ich ebenfalls störend finde.


Gruß Harald
 
Hi Harald,
obwohl ich es nicht erwähnt habe, hat das 40mm mit 55 Grad auch an meinem "Test" teilgenommen. Trotz angeblich kleinerem scheinbaren GF, war das tatsächliche GF genauso gross wie bei dem Antares 52 und TS WA 42.
Das wahre GF des TS WA 50 ist tatsächlich grösser und das Bild erscheint am Rand auch nicht dunkler. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
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