Gesichtsfeldbestimmung eines Okulares

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Ralf

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Hallo Leute,
eine Frage, wie kann ich das scheinbare Gesichtsfeld eines Okulares bestimmen?

Gruß
Ralf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ralf,

Pteng hat mal Okulare auf einen Drehteller gespannt und einen Laser in die Augenlinse reingejagt, sodann geschaut, über welchen Winkel hinweg der Laser einen Weg durch die Feldlinse nach draußen findet.
Das sollte eine einfache Möglichkeit sein, die jeder irgendwie nachbasteln kann, aber Vorsicht, ich denke man muss das Okular um den Augenabstand hinter dem Drehpunkt anbringen, damit der Laser durch die Austrittspupille des Okular geht - sonst misst man Quatsch.
Optikrechner haben vielleicht eine coolere Lösung an Bord...

Clear Skies
Sven
 
Moin Sven,
danke für Deine Antwort.
Ich habe da noch etwas gefunden, einen Stern vom einen zum anderen Gesichtsfeldrand wandern zu lassen und die Zeit stoppen die er dafür benötigt, aber wie es dann weitergeht weiß ich nicht. Kann mir jemand zu dieser Methode etwas sagen?

Gruß
Ralf
 
Hallo Ralf,

gar nicht, es geht dann gar nicht weiter, weil das nicht zur Bestimmung des scheinbaren, sondern zur Bestimmung des wahren Gesichtfeldes dient.
Trotzdem so viel: Ein Stern am Äquator bewegt sich scheinbar mit 360°/86164sec = 15,04..."/sec Die Durchlaufzeit in Sekunden mal 15,04" gibt also das wahre Gesichtsfeld in Bogensekunden. Steht der Stern abseits des Himmelsäquators muss man noch einen Korrekturfaktor für die Deklination einrechnen.
Aber wie gesagt: Das willst Du ja gar nicht.

Vom wahren Gesichtfeld oder der Feldblendengröße kommt man nicht auf das scheinbare Gesichtsfeld, weil man die Verzeichnung nicht kennt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,
der Hintergrund ist folgender, ich habe ein 2" 32mm Okular und weiß außer der BW nichts über dieses. Das Okular sieht exakt so aus wie die Meade SWA der Serie 4000 mit 68° Gesichtsfeld, auch die Beschriftung ist gleich sie ist gelb und lautet, Wide Angel Eyepiece 32mm, bei Meade stand vor dem Wide Angel lediglich noch Meade. Vielleicht kann ja jemand mit dieser Beschreibung etwas anfangen und mir einen Tipp geben.

Gruß
Ralf
 
Hallo Martin,
danke für Deinen Beitrag, sehr interessant und auch recht einfach zu realisieren.

Gruß
Ralf
 
Hallo Martin und allerseits,

die von Dir beschriebene Methode zur Bestimmung des Scheinbaren Gesichtsfeldes (SGF) funktioniert in der Tat sehr gut und ist ausserdem auch noch erstaunlich genau. Wenn man Abstände zwischen 1 und 2 m wählt, kommt man bei Streckengenauigkeiten von ca. 5 mm ohne weiteres auf eine Winkelgenauigkeit von etwa 0,2°. Noch besser ist wohl auch nicht möglich mit der Methode, weil eine gewisse Unsicherheit durch den Akkomodationswechsel zwischen der Feldblende und den entfernten Markierungen ins Spiel kommt.

Ich habe es eben mal an einigen Okularen aus meinem Fundus durchexerziert. Für die Messungen habe ich das Okular an einem Stativ in einer Höhe von ca. 130 cm über den Markierungen auf dem Fußboden befestigt. Hier sind die Ergebnisse:

Okular .................. H ........ D .......... SGF ........... SGF
Hersteller/Typ ..... (cm) ... (cm) .... (gemessen) ... (nominell)

TV 55 mm Plössl ... 131 .... 133,5 ....... 54,0° ......... 50°
TV 5 mm Radian ... 130,5 .. 153,5 ....... 60,9° ......... 60°
TV 8 mm Radian ... 130,5 .. 160,5 ....... 63,2° ......... 60°
TV 17 mm N4 ....... 131 .... 229 .......... 82,3° ......... 82°
TV 22 mm N4 ....... 131 .... 229 .......... 82,3° ......... 82°


Dabei ist H die Einblickhöhe über der betrachteten Ebene, D ist der Abstand der Markierungen in dieser Ebene (welche unter demselben Blickwinkel wie der Feldblendendurchmesser erscheint). Daraus folgt dann SGF = 2 arctan [(D/2)/H].

Soweit überhaupt nennenswerte Abweichungen zwischen den gemessenen und den nominellen Feldwerten auftreten, so sind die deklarierten Feldangaben der TV Okulare eher "konservativ". Das scheinbare Feld der "Radians" variiert etwas mit der Brennweite: 60,9° für das 5 mm, und 63,2° für das 8 mm Okular. Da ich diese Okulare für binokularen Einsatz jeweils doppelt habe, konnte ich mich davon überzeugen, dass es sich hier um einen systematischen Effekt und nicht um einen einzelnen Ausreißer handelt. Nominell identische Okulare aus meiner Sammlung haben jedenfalls auch dasselbe scheinbare Gesichtsfeld.

Ich kann jedenfalls Deine Messmethode für das scheinbare Gesichtfeld ohne Einschränkung bestens weiterempfehlen!

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Peter,

den Akkomodationswechsel kannst Du verhindern, indem Du ein entsprechend fokussiertes Teleskop ans Okular hängst - muss natürlich den nötigen Backfokus haben...

Clear Skies
Sven
 
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