Hallo Lotz,
Das Graufilter wird Dir im Übrigen keinen Gewinn bringen, da es sowohl Himmelshintergrund als auch Objekt gleichermassen abdunkelt und somit zumindest an den punktförmigen Sternen keinen Kontrast- und Grenzgrößengewinn bringt.
Mann, ich fasse es nicht. Diese Art deiner Beiträge kenne ich
ja schon von den Diskussionen um deinen dejustierten Chromakorr-FH,
deshalb trifft es mich nicht völlig unvorbereitet.
Habe ich irgendwo geschrieben daß ich dadurch einen Kontrast-
und/oder Grenzgrößengewinn erzielen möchte? Nein, habe ich nicht.
Ich will eine Verringerung der Himmelshintergrundhelligkeit
auf das gleiche Maß wie beim 6" Farbwerfer erreichen.
Der Graufilter ist eine der Antworten auf deine Aussage:
Ich kann Dir genau sagen, was das soll, ich hab nämlich auch nen 10" Newton und nen 6" FH, beide mit etwa 1200mm Brennweite: Als normaler Beobachter, der nicht den theoretisch dunklen Namibiahimmel, sondern durchschnittlichen, gut bürgerlichen Kleinsatdthimmel über Deutschland (denn soll's tatsächlich geben) sein beobachterisches Terrain nennen muß, dem wird bei den mit dem 10"-Eimer auftretenden Austrittspupillen kotzübel ob der grauen Himmelssuppe, die da aus dem Okular quillt!
Das ganze schaut im Sechszöller, bei nurmehr gut halber AP deutlich ästhetischer aus.
Der Himmel wird durch den richtigen Graufilter genauso dunkel
wie im FH bei gleichem Okular und wegen der gleichen Brennweite
gleicher Vergrößerung! Also schon mal in beiden gleichdunkler Himmel.
Der Graufilter nimmt dem Newton ebenfalls entsprechend viel Licht
von den Sternen, also gleiche Grenzgröße.
Der Kontrast zwischen Himmel und Objekt bleibt unverändert,
das ist doch wohl klar. Nur ist der Graufilter billiger als
ein 6" Farbwerfer...
Also das Problem mit dem im 10" zu hellem Himmel haben wir
schon mal billigst gelöst.
Man kann aber auch noch abblenden, das ist sogar noch billiger,
um dieses Ziel "annehmbar dunkler Himmel" zu erreichen.
Sonst wäre Deine Idee, den 10er auf einen 6er mit schlappen 45% Obstruktion abzublenden, widersinnig, denn - warum würdest Du den 10er abblenden, wenn nicht um der Austrittspupillenreduzierung wegen?
Ich blende meinen 8" Newton nie ab, ich bin doch nicht blöd.
Wenn der Himmel mir zu hell erscheint nehme ich ein anderes
Okular mit kürzerer Brennweite und entsprechend kleinerer AP.
Wofür brauche ich denn wohl die Niedrigstvergrößerungen?
1) Aufsuchen. Da ist es mir egal wenn es im 40mm XL hellgrau wird,
Hauptsache ich finde das Objekt.
2) Cirus mit O-III. Der dunkelt so ab daß maximale AP kein
Problem ist.
3) Beobachtung von Objekten welche in das 2,1° Gesichtsfeld
passen welches bei 1200mm Brennweite und 46mm Feldblende
möglich wären. Realistisch gesehen wären das also Objekte
welche 1,5° groß sind, damit sie "nicely framed" sind wie
AL Nagler so schön schreibt.
Und das geht halt mit dem 10"f/4,8 Newton wie mit dem 6"f/8 FH
und meinem 8"f/6 Newton, die alle 1200mm Brennweite aufweisen.
Wenn dann der Himmel zu hell erscheint, dann kannst du den Newton
billig abblenden. Die 45% Obstruktion sind bei derart niedriger
Vergrößerung kein Problem *) Das abblenden nimmt gleichfalls Licht
weg und bei geschätzt 160mm Öffnung wird dann soviel Licht
für das Objekt und für den Himmelshintergrund das sein wie
beim 6" FH. Daß dabei das Öffnungsverhältnis entspannter wird
freut Weitwinkelokulare welche bei schnellen f/ratio schwächeln.
aber fürs Surfen durch die Milchstraße mit 2° Gesichtsfeld macht ein Zehner unter meinem 5m5-Himmel keinen Spaß, der Sechser aber durchaus. Und dann kommt eben die Verträglichkeit günstiger Okulare.
Genau das geht per abblenden wenn dein Himmel sooo hell ist.
*) Es wird nur dann ein Problem wenn die AP größer als die
EP des Auges ist, aslo wie schon erwähnt wenn der Beobachter
in sehr heller Umgebung steht. Ansonsten bekommst du locker
5mm Pupille zusammen.
CS,Karsten