gibt es Erfahrungen mit 152/1200 Refraktoren?

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Hallo Charly,

nun Mal mit Vernunft und ohne jedes Gemurkse.

Ich stelle meinen 8" F/6 Newton/Dobson, justiert und temperaturbeherrscht (beugungsbegrenzt) hin und beobachte auf dem Mond das Trisnecker-Rillensystem mit 1,0 bis 0,8 mm AP.
Da kannst Du jeden 6" F/8 Newton daneben stellen und jeden 6" F/8 FH.
Wir sehen in den 6-Zöllern verschiedene Rillen kürzer, weniger ausgeprägt, einige schwache Partien, die der 8-Zöller zeigt, in den 6ern gar nicht, der FH färbelt dazu noch ganz gewaltig und verwischt Strukturen.

Stell einen guten 12er daneben und der 8er verliert.
Das ist Gesetz, optisch, physisch, physikalisch, was immer Du willst und es ist beobachtete Realität.

Nein, das ist eben keine Meinung, kein Gefühl, keine Vorliebe, kein Zurechtkommen.
Wenn also nun irgendwo ein 6" F/8 (zu kurz)Fraunhofer neben einem 10" F/5 Newton/Dobson steht, dann kann es L i e b e sein, die ist bekanntlich.....!

Gruß und CS
*entfernt*


 
Hallo miteinander

So ist es bei mir auch Beobachten mit 6"Refraktor 1200mm Brenweite
und Dob 12,5" mit 1600mm Brenweite zu haben,
was das Einkomen erlaubt,
es ist einfach das betrachten oder Objekte mt verschiedenen Optiken was auch
Riesen Spas macht und bin dabei voll motiviert und konzentriert und
das an der frischen Luft unter dem Sternhimmel.
Und diese Teleskope die Ich mein eigen nenne nehme Ich auch zu Teleskop Treffen mit,
darauf freuen sich besucher die zu Teleskop Treffen kommen.

Mit Gruß Manfred
 
Hallo Günther,

das würde ich nie bezweifeln was Du schreibst!!! Schon gar nicht weil die Physik dazu eine andere Aussage trifft.

Aber die meisten die ich auf Teleskoptreffen antreffe haben "einfache" Newton´s und SC´s welche nicht ausreichend justiert sind, bei denen der Spiegel qualitativ nicht hochwertig ist, bei denen die Reflektivität nur 85% betrug, bei denen die Tuben noch nicht ausgekleidet sind um Streulicht zu veringern, bei denen die Fangspinnen zu dick sind, das Seeing nur wenig Auflösung zu lässt, die Rotationsschellen noch nicht montiert sind und dadurch neu geGoToed werden müssen, die Nachführung ein entspanntes Beobachten nicht zu lässt... Das ist meine Astrowelt in der ich mich bewege!

Ich habe aber durch Premiumspiegel spechteln dürfen, bei denen ich fast von der Leiter gefallen wäre (18" Dob) und einen sehr guten 12" Eigenschliff.

Es ist für mich wie mit einem "Glaubenskrieg" zwischen Katholiken, Evangelikalen und Freikirchlern: Bei den Katholiken stört manche das "langwierige" Zeremonial, bei den Freikirchlern die knackige Rockmusik; aber richtig angewendet führen alle zum Heil und "kosten" sehr viel, denke ich. Qualität hat eben seinen Preis ;-) Man kann/sollte auch niemanden dazu zwingen anders zu glauben nur weil man anderer Meinung/Erfahrung ist. Ich glaube eben Refraktoren sind für mich die tolleren Teleskope!

Ich konnte schon sehr sehr viel lernen durch Eure Diskussionen, und habe mir wegen diesen einen 8" Newton und einen C9.25 (C8, 8" MAK) zugelegt, und bin trotz aller Wahrheiten nicht damit zurecht gekommen, deswegen ich jetzt einen 6" f/8 Refraktor, einen 66mm f/6 ED und einen 5" f/7,5 Tripled ED-APO zur vollsten Freude benutze, auch wenn es gegen die Physik ist.

Aber Anette hat gefragt: "gibt es Erfahrungen mit 152/1200 Refraktoren?" und ich habe Ihr meine Erfahrungen kund getan.

CS

Charly
 
Tja liebe Anette,

jetzt beginnst du so langsam den eigentlichen Nachteil des Frauenhofers zu spüren. Das größte Problem an ihm ist nämlich, dass es plötzlich unmöglich ist, sich zu seinem Gerät zu bekennen ohne Schelte von Besserwissern zu bekommen.

Teleskope lassen sich nicht einfach in physikalische Formeln pressen, sie haben manchmal eben auch Persönlichkeit, die Emotionen ganz jenseits physikalischen Gesetzmäßigkeiten hervorrufen.
Denkt mal alle an euer erstes Teleskop. Bei den meisten hier im Forum dürfte das aus jetziger Sicht eine ziemliche Gurke gewesen sein, und trotzdem schwärmt ihr während ihr diese Zeilen lest gerade in Gedanken von euerm ersten "Röhrle".

Jeder hat seine eigene Ansichten zu Kontrast, Schärfe, Haptik, Einsatzgebiet, ... Wenn also die Frage "gibt es Erfahrung mit 152/1200 Refraktoren" lautet, dann können sich ja die, die mit solchen Geräten beobachten zu Wort melden (hab ich ja auch gemacht). Aber so wie ihr teilweise jetzt auf Anette rumhackt, könnt ihr einem echt den Spaß am Teleskop verderben.
Habe ich schon erlebt: Hat sich jemand frisch ein neues Teleskop mit nach Händlerangaben super optischen Eigenschaften gekauft und ist super happy mit dem Teil. Dann kommt ein Optikexperte vorbei, schaut durch's Gerät und stellt Astigmatismus fest. Das selbe Gerät, das 5 Minuten zuvor noch riesig Spaß gemacht hat, ist plötzlich ein Teleskop an dem man alles Mögliche auszusetzten hat und die teure Neuanschaffung schon bereut. Zwanzig Minuten später wird festgestellt, dass der Fehler nur vom Zenitspiegel kam und das Teleskop tatsächlich so spitzenmäßig wie angekündigt ist. Und plötzlich haben wir wieder einen stolzen und hochzufriedenen Teleskopbesitzer.

Niemand verlangt hier, dass schlechte Dinge gutgeredet werden sollen. Aber jemandem die Beobachtungslust auf sein neues Gerät schon im Vorfeld derart zu vermiesen, bevor der Käufer überhaupt einmal in der Lage war, selber ausgiebig durchzuschauen ist unter aller [zensiert]. So habt ihr erreicht, dass Anette bei ihrem First Light nur noch auf blaue Farbsäume und Austrittspupillen achtet, anstatt mit ihrem neuen Teleskop den Nachthimmel zu genießen.

Ich schließe daher mit den Worten von Ralph, über die ich herzhaft lachen musste:
Zitat von radiro:
Ich hatte dereinst mal einen Celestron 152/1200. Er war kopflastig, schwer, riesig, ausladend, bunt und gepimpt. Ich habe ihn geliebt!
Liebe Anette, viel Spaß mit deinem Teleskop.

Gruß,
Andy
 
Hallo Astrofäns,
bald müssen wir über Ruderboote diskutieren....örtlich bis zu 50mm Regen......das ham wer nu davon! Aber heute morgen hab ich mich schon unter den Tisch gelacht...einfach köstlich hier, lehrreich, spannend, witzig und frech. Ich würde vorschlagen, dass es zu jedem Thread oder zu solchen die die meisten Besucher haben ein Buch namens:

www.astronomie.de
die meistabgerufenen Beiträge
Teil 1 (dann würden noch so an die 1000 folgen)

veröffentlicht werden sollte!

Einband in schwarz und in Din A 4, mit der tollsten Astroaufnahme des Jahres, alles original gehalten, in schwarz mit weisser Schrift.....das wäre das Buch der Zukunft....geschrieben von einer absoluten Astronation-Generation-von allen quer durchs Land....mit den Einnahmen werden selbstverständlich Astrovereine unterstützt, die sich nach Prioritäten einordnen müssen. Ich wär begeistert.
Grüssle von Anette
 
Hallo Andy,

gut gesprochen, aber eine Ansicht, über die sich der Handel sehr freuen muss. Kann man so doch wirklich jedes Teleskop als Top-Gerät anpreisen, indem man dem Kunden einfach den Vergleich untersagt...

CS
Sven
 
Hallo Lotz,

der große Newton mit der gleichen Brennweite wie der Farbeimer
zeigt nur deshalb grau im Okular weil er bei gleicher Vergrößerung
eine größere Austrittspupille hat. Dies als einen Nachteil hinzustellen
halte ich für total abwegig. Die Lösungsmöglichkeiten sind:
1) Gleiche AP wie beim Chromat verwenden --> gleiche Helligkeit
des Himmelshintergrundes, aber höhere Vergrößerung im Newton.
Dabei kann diese zu hoch sein um ein Objekt X noch komplett
mit etwas Rand drumherum ins Okular zu bekommen.
2) Den Newton auf 152mm abblenden --> gleiche AP und Vergrößerung
3) Den Newton mit passendem Graufilter verwenden, einem Graufilter
welcher soviel Licht wegnimmt wie der Newton mehr liefert:
--> gleiche Vergrößerung, gleiche Lichtmenge. Die größere AP
macht nur dann Probleme wenn die Pupille des Auges klein ist,
z.B. weil die Umgebung sehr hell ist (Balkonbeleuchtung,
Straßenlampe gleich nebenan, etc).

Den Kauf eines Graufilters (ca 25 Euro) und das basteln einer
Aperturblende aus Pappe (ca 2 Cents plus eine 1/2 Stunde Zeit)
nenne ich eine wirklich pragmatische Entscheidung.

Nur so als kleine Anregung :biggrin:

CS,Karsten
 
Hallo Andy,

Teleskope lassen sich nicht einfach in physikalische Formeln pressen, ...

doch, genau das. Teleskope nutzen bedeutet die Anwendung der Physik.

... sie haben manchmal eben auch Persönlichkeit, die Emotionen ganz jenseits physikalischen Gesetzmäßigkeiten hervorrufen.

Die Physik darüber zu ignorieren oder gar zu negieren halte ich
für einen gefährlichen Irrweg. Wobei die Gefahr zum Glück
in der Hauptsache für den Geldbeutel besteht :pfeif:

CS,Karsten
 
Hallo Charly,

die Liebe lasse ich gelten, ich liebe meinen 4" F/5 (A)chromaten auch, den Glauben lasse ich (für mich) nicht gelten.
Mag sein, dass meine Argumentationslinie manchen vor den Kopf stößt. Andererseits bin ich immer zu finden und zwar von letzten Argumentationsstandort einfach geradeaus.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Die eigene Anschauung hilft dir am besten

Hallo Anette,

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=10386

Der besagte kommt in SuW so positiv daher! Im Astrotreff gibts regelrecht Verliebte.....

nun ja, das ist ein Händler, da kann man schon erwarten daß er
von seinem Produkt überzeugt ist :biggrin:

Wenn du mal richtig von diesem Teleskop begeistert sein willst
dann solltest du auf die Seiten von Cloudy Nights schaien.

Da haben diese schnellen (A)chromaten eine total begeisterte Anhängerschaft.
Das geht soweit daß sogar die Physik geleugnet wird :biggrin:
Und einen Farbfehler haben die Teile da auch nicht.
Kontrastminderung durch Fokusdifferenz der Farben?
Aber nicht jenseits des großen Teiches :totlach2:

Wenn du nur lange genug suchst wirst du sogar zum alten
Bresser Pluto mit seinem schnellen Kugelspiegel begeisterte
Aussagen finden können :krank:
Oder zum "Big Scherif".

Am besten ist es wenn man als Händler oder Hersteller einen
farbenblinden Tester mit ausgeprägter Sehschwäche für solche
Produktests findet :super:

Also selbst durchsehen und vergleichen. Das hat den Vorteil
daß du nichts glauben must, sondern stattdessen wissen kannst.

Hier ist das Wetter übrigens auch nicht so dolle.

CS,Karsten
 
Hi Kastern,

daß wir hier über die Austrittspupille reden, habe ich in meinem Posting sogar explizit erwähnt.
Und daß dies ein Nachteil ist, wenn jene zu hoch wird, ist bei gegebenen Himmelsbedingungen durchaus ein Nachteil! Sonst wäre Deine Idee, den 10er auf einen 6er mit schlappen 45% Obstruktion abzublenden, widersinnig, denn - warum würdest Du den 10er abblenden, wenn nicht um der Austrittspupillenreduzierung wegen? Oder machst Du das nur, um f/8 zu erreichen? Das Graufilter wird Dir im Übrigen keinen Gewinn bringen, da es sowohl Himmelshintergrund als auch Objekt gleichermassen abdunkelt und somit zumindest an den punktförmigen Sternen keinen Kontrast- und Grenzgrößengewinn bringt.

Gruß

Markus



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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

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Hallo Sven,

anscheinend willst Du den Zusammenhang meines Postings nicht verstehen, aber, ich helf Dir gerne auf die Sprünge, nicht daß Du noch Deinen Hauptspiegel mit Schultafellack abblendest :/.

Ich darf zitieren?

irgendwie geht das hier jetzt in den Bereich der Verzweiflungsbeiträge. Bevor ich mir einen 10" gegen einen 6" eintausche (egal welche Optik) schraube ich da eher einen Graufilter hinein. Ist billiger!


Warum denn Verzweiflungsbeitrag? Schrieb ich, daß Anette ihren 10er gegen einen 6er tauschen soll, oder werd ich mjeinen 10er hergeben, weil ich nen 6er hab?

Wozu haben überhaupt Leute mehrere und verschiedene Teleskope? Dunkel Deinen 10er mit nem ND4-Filter ab und steck nen x0,63er reducer rein, und schon hast Du nen 127/756er APO. Das ist wirklich ein Schnäppchen! Ohne Graufilter hätte der APO dann sogar 254 mm Öffnung, aber evtl. wg. f/3 doch ein bisschen Farbfehler.

Mir ging es rein um Widefield, um den Bereich niedriger Vergrößerung, naytürlich zeigt der 10er bei Austrittspupillen um 4mm und drunter auch bei 5m5 Himmel deutlich mehr, aber fürs Surfen durch die Milchstraße mit 2° Gesichtsfeld macht ein Zehner unter meinem 5m5-Himmel keinen Spaß, der Sechser aber durchaus. Und dann kommt eben die Verträglichkeit günstiger Okulare. Vielleicht liegt in Deinem Auge die Verzweiflungstat darin, ein Fernrohr passend zu den Okularen zu erstehen. Bei mir war's - Glück gehabt - andersrum, erst der 6" f/8 ließ mich die WAs in Erwägung ziehn.

Gruß

Markus


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Hallo Anette,

mit Dir würde ich einen anderen Argumentationsstil pflegen können. Es geht mir nicht darum, das Gerät madig zu machen, aber wenn die schlechten Eigenschaften einer ganzen Geräteklasse stets geleugnet werden (und wenn auch "Verliebtheit" das Motiv sein soll), so fordert das meinen Widerspruch heraus.
Mein Motiv ist dabei nicht "Verliebtheit", und dass man mir mit interessanten "Glas-Halb-Leer-Vergleichen" eine "Miesepetrigkeit" vorwirft, ist eben auch kein Diskussionsstil. Mir geht es darum, darauf hinzuweisen, dass man mit so einem Gerät durchaus eine Fehlinvestition macht. Vielleicht merkt man nichts davon - es wurde ja hier im Thread schon geschrieben, dass man lieber nicht vergleichen möchte, und stattdessen sein Teleskop durch eine rosa Brille betrachtet. (Eigentlich muss es eine orange Brille, damit der Blausaum unsichtbar wird.)
Das ist nunmal nicht Deine Art, und ich denke, dass Du auf kurze bis mittelfristige Sicht die 300 Euro lieber in ein richtig geniales Okular investiert hättest. Aber, und das ist Dein Glück, es gibt ja bei Teleskopen keine fortlaufenden "Haltereinträge", die jedes Mal den Wert zusätzlich drücken, so wie beim Kfz.
Wenn das Feuer mal nachlassen sollte, kann die Optik +/- 0 an den Nächsten gehen, zu dem sie dann vielleicht besser passt.
Wegwerfen muss man sie nicht, man sollte nur realistisch sehen, dass Du in der Disziplin dieser Optik schon besser besetzt bist. Wenn man einen Porsche in der Garage hat, braucht man keinen tiefer gelegten Polo, auch wenn der billig ist...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Lotz,

Das Graufilter wird Dir im Übrigen keinen Gewinn bringen, da es sowohl Himmelshintergrund als auch Objekt gleichermassen abdunkelt und somit zumindest an den punktförmigen Sternen keinen Kontrast- und Grenzgrößengewinn bringt.

Mann, ich fasse es nicht. Diese Art deiner Beiträge kenne ich
ja schon von den Diskussionen um deinen dejustierten Chromakorr-FH,
deshalb trifft es mich nicht völlig unvorbereitet.
Habe ich irgendwo geschrieben daß ich dadurch einen Kontrast-
und/oder Grenzgrößengewinn erzielen möchte? Nein, habe ich nicht.

Ich will eine Verringerung der Himmelshintergrundhelligkeit
auf das gleiche Maß wie beim 6" Farbwerfer erreichen.

Der Graufilter ist eine der Antworten auf deine Aussage:

Ich kann Dir genau sagen, was das soll, ich hab nämlich auch nen 10" Newton und nen 6" FH, beide mit etwa 1200mm Brennweite: Als normaler Beobachter, der nicht den theoretisch dunklen Namibiahimmel, sondern durchschnittlichen, gut bürgerlichen Kleinsatdthimmel über Deutschland (denn soll's tatsächlich geben) sein beobachterisches Terrain nennen muß, dem wird bei den mit dem 10"-Eimer auftretenden Austrittspupillen kotzübel ob der grauen Himmelssuppe, die da aus dem Okular quillt!

Das ganze schaut im Sechszöller, bei nurmehr gut halber AP deutlich ästhetischer aus.

Der Himmel wird durch den richtigen Graufilter genauso dunkel
wie im FH bei gleichem Okular und wegen der gleichen Brennweite
gleicher Vergrößerung! Also schon mal in beiden gleichdunkler Himmel.

Der Graufilter nimmt dem Newton ebenfalls entsprechend viel Licht
von den Sternen, also gleiche Grenzgröße.
Der Kontrast zwischen Himmel und Objekt bleibt unverändert,
das ist doch wohl klar. Nur ist der Graufilter billiger als
ein 6" Farbwerfer...

Also das Problem mit dem im 10" zu hellem Himmel haben wir
schon mal billigst gelöst.
Man kann aber auch noch abblenden, das ist sogar noch billiger,
um dieses Ziel "annehmbar dunkler Himmel" zu erreichen.

Sonst wäre Deine Idee, den 10er auf einen 6er mit schlappen 45% Obstruktion abzublenden, widersinnig, denn - warum würdest Du den 10er abblenden, wenn nicht um der Austrittspupillenreduzierung wegen?

Ich blende meinen 8" Newton nie ab, ich bin doch nicht blöd.
Wenn der Himmel mir zu hell erscheint nehme ich ein anderes
Okular mit kürzerer Brennweite und entsprechend kleinerer AP.

Wofür brauche ich denn wohl die Niedrigstvergrößerungen?
1) Aufsuchen. Da ist es mir egal wenn es im 40mm XL hellgrau wird,
Hauptsache ich finde das Objekt.
2) Cirus mit O-III. Der dunkelt so ab daß maximale AP kein
Problem ist.
3) Beobachtung von Objekten welche in das 2,1° Gesichtsfeld
passen welches bei 1200mm Brennweite und 46mm Feldblende
möglich wären. Realistisch gesehen wären das also Objekte
welche 1,5° groß sind, damit sie "nicely framed" sind wie
AL Nagler so schön schreibt.

Und das geht halt mit dem 10"f/4,8 Newton wie mit dem 6"f/8 FH
und meinem 8"f/6 Newton, die alle 1200mm Brennweite aufweisen.

Wenn dann der Himmel zu hell erscheint, dann kannst du den Newton
billig abblenden. Die 45% Obstruktion sind bei derart niedriger
Vergrößerung kein Problem *) Das abblenden nimmt gleichfalls Licht
weg und bei geschätzt 160mm Öffnung wird dann soviel Licht
für das Objekt und für den Himmelshintergrund das sein wie
beim 6" FH. Daß dabei das Öffnungsverhältnis entspannter wird
freut Weitwinkelokulare welche bei schnellen f/ratio schwächeln.

aber fürs Surfen durch die Milchstraße mit 2° Gesichtsfeld macht ein Zehner unter meinem 5m5-Himmel keinen Spaß, der Sechser aber durchaus. Und dann kommt eben die Verträglichkeit günstiger Okulare.

Genau das geht per abblenden wenn dein Himmel sooo hell ist.

*) Es wird nur dann ein Problem wenn die AP größer als die
EP des Auges ist, aslo wie schon erwähnt wenn der Beobachter
in sehr heller Umgebung steht. Ansonsten bekommst du locker
5mm Pupille zusammen.

CS,Karsten
 
Hallo Sven, ebenso *entfernt*,
dass ein gutes Okular sinnvoller wäre habe ich schon verstanden. Da sich die beiden schneiden ist mir das vollkommen klar. Ich muß nun meine Erfahrungen machen aber der Himmel lässt mich nicht.
Grüssel von Anette
 
Hallo,

um es kurz zu machen:


Ich blende meinen 8" Newton nie ab, ich bin doch nicht blöd.
Wenn der Himmel mir zu hell erscheint nehme ich ein anderes
Okular mit kürzerer Brennweite und entsprechend kleinerer AP.



Wo, bitte, habe ich Dir das unterstellt? Ich hab mich rein auf Deinen Vorschlag bezogen, man könne den 10er auf 152 mm abblenden. Ein 63mm Fangspiegel bei 152 mm Öffnung gibt den von mir erwähnten Obstruktionswert.

Reden wir von nem 38er WA, also ca. 31-facher Vergrößerung, so gibt das beim 10er halt gut 8mm Austrittspupille. Daran ändert auch der Graufilter nix, wie gesagt, dann noich eher abblenden.

Und sowas, wie nachfolgend zitiert, erachte ich schon als grenzwertig in den Bereich des Polemisierens abdriftend:

Mann, ich fasse es nicht. Diese Art deiner Beiträge kenne ich
ja schon von den Diskussionen um deinen dejustierten Chromakorr-FH,
deshalb trifft es mich nicht völlig unvorbereitet.
Habe ich irgendwo geschrieben daß ich dadurch einen Kontrast-
und/oder Grenzgrößengewinn erzielen möchte? Nein, habe ich nicht.


Hierzu ein paar Kostprobem mit dem dejustierten Teil, nur, um weiterer dergearteter Polemik vorzubeugen:

Link zur Grafik: http://astronomie.n-t-l.de/galerypages/bfa80e00.jpg

Link zur Grafik: http://astronomie.n-t-l.de/galerypages/c339a230.jpg

Link zur Grafik: http://astronomie.n-t-l.de/moonpages/22180e00.jpg

Link zur Grafik: http://astronomie.n-t-l.de/moonpages/2bb80e00.jpg


Grüße

Markus


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Hallo Markus,

ja, was sind denn dann die nach oben gerichteten Lichtausbrüche beider Jupitermonde? Warum hat dann der Saturn einseitig einen gelbgrünen Saum? Warum fehlt dem Schrötertal die letzte Schärfe, warum hat der fast ausgebrannte Kraterrand noch deutliche Farbsäume?

Die Obstruktion des abgeblendeten 10" kann ruhig 50% betragen, bei 31x siehst Du die gar nicht. Da kannst Du mit dem Auge den 1. Beugungsring nicht auflösen, die gesehene Sternabbildung sollte sich nichtmal vergrößern, und dass sich Koma und Okularasti drastisch verringern, ist ja wohl auch klar.
Es ist hartes Brot, aber mit oder ohne Chromakorr kann der 6-Zöller schwerlich in der Disziplin Widefield gegen den 10-Zöller aufkommen, einfach weil die beiden Geräte fast gleiche Brennweite haben. Macht es da der letzte Millimeter Feldblende wirklich aus?

Du bist mit Deinem Gerät zufrieden. Sehr gut, das will Dir keiner nehmen. Aber das rechtfertigt kaum, dass man "zum allgemeinen Schutze des zu kurzen Achromaten" in Abrede stellt, dass diese Optik dem farbfehlerlosen 250/1250 wirklich Paroli bieten könnte. Das zeigt allein schon das ausweichen auf "schlechten Himmel", um eine Minderleistung als erstrebenswert darzustellen.

CS
Sven
 
Hi A-nette!


...and now for something completely different... :biggrin:


...du kennst vielleicht schon die TMB Paragon Okulare mit 30 und 40 mm Brennweite, oder den Paracorr von und nicht im TV? ;)

...und ich glaube es liegt an der 90 Grad Drehung des Beobachters zur Blickrichtung - nur so neben bei... :D

...ein Artikel zu Jemandem, der möglicher Weise im wahrsten Sinne des Wortes Ahnung von Physik hatte:

John A. Wheeler

Ein kleiner (dezent gekürzter) Auszug aus dem Artikel:

"Sie lehren uns, ... dass die Gesetze der Physik, die wir als 'heilig' und unveränderbar denken, alles andere als das sind."


...ich denke das spiegelt einen Teil der Ehrfurcht wieder, die eine wahre Genie-ßerin hinter, oder neben ihrem Teleskop verspüren kann.



Schöne Ein- und Ausblicke wünschend,
Ulrich
 
Hallo,

die ersten 3 Bilder bestätigen schon auf den ersten Blick
meine These daß das Teil dejustiert ist.
Lichtausbruch bei den Jupitermonden, merkwürdiger Farbverlauf
bei Jupiter, ebenfalls bei Saturn welcher auch noch merkwürdig
unscharf wirkt, der Mond auf Bild 3 ist unscharf, nur Bild 4
ist o.k.

Ich hab mich rein auf Deinen Vorschlag bezogen, man könne den 10er auf 152 mm abblenden. Ein 63mm Fangspiegel bei 152 mm Öffnung gibt den von mir erwähnten Obstruktionswert.

ja und? Und wo soll da bei Niedrigvergrößerung das Problem sein?
Wenn es dann um Kontrastübertragung bei hoher Vergrößerung
und Planeten geht wird man die Blende sicher abnehmen.

CS,Karsten
 
Hallo,

Ihr habt sicherlich gute Spiegel in Euren Newton´s, optimierte Tuben und seit des Justierens mächtig.

Aber was ist mit dem 0815-Newton-Dobson und dessen Benutzer?

Diese Einsteiger-Newton haben meist 88% Verspiegelung, einen Strehl von 0.8, eine rauhe Spiegeloberfläche, keinen Streulichtschutz, Lichtsammelabzüge durch einen grossen Fangspiegel und der Besitzer nicht die Fähigkeit den Newton genau zu justieren.

Da wäre doch das Argument, das ein 0815-6"-f/8-Refraktor auf einer EQ-Montierung einfacher zu handhaben sei, ein wenig angebracht. Natürlich sehr vorsichtig Argumentiert!

Ein Spiegel mit 96% Verspiegelung, einem Strehl von 0.96 und einer sehr hohen Glasqualität kostet ja auch mehr als 800,- € und muss noch Montiert und genau genug justiert werden.

Oder habe ich was übersehen? (Ist nicht ironisch gemeint!)

CS

Charly
 
hallo Charly,

beim Newton hab ich wenigstens Schrauben um dran zu drehen, bei meinem 0815 4" F/7 FH habe ich in den letzten Tagen ungefähr 30x das Objektiv auseinandergeschraubt um die sphärische Abberation per Variation der Abstandsplättchen zu minimieren und den Astigmatismus wegzukriegen (ja, es regnet!)

Leider werden die "billigen Achromaten" auch nicht perfekt hergestellt und kommen nicht perfekt zentriert und korrigiert an. Sie haben sogar 4 Glas-Oberflächen die nicht nur in sich perfekt sein müssten, sogar auch insofern aufeinander abgestimmt, dass die Fehler der einen von den Fehlern der anderen genau kompensiert werden. Ich schätze, DAS haste übersehen (auch nicht ironisch gemeint).

Übrigens hat mich ein Linzer Händler freundlicherweise durch 3 weitere Exemplare dieser Gattung blicken lassen, und keiner war besser als meiner...

lg und cs und mögen alle glücklich sein! Tommy
 
Liebe Astrogemeinde,
für die vielen Antworten bedanke ich mich herzlichst. Es war ungemein spannend an einer solch lebhaften Diskussion teilzunhemen. Neben Warnungen, Schelte und Mitgefühl sind mir unglaublich viele Erkenntnisse zu teil geworden, dafür bin ich dankbar und höchst erfreut. Machen wir aber keinen Dreissigjährigen Krieg daraus, sonst wird es mürbe meine ich. Vergraben wir die (Refraktoren?)nneeeeeee, ich meine das Kriegsbeil und schauen in die Sterne, denn heute solls klaren Himmel geben....und denken daran, das Galilei, dieser arrogante Kerl uns für alles was wir aufbieten können die Füsse geschleckt hätte.
Grüssle von Anette
 
Hallo Charly,

meine Erfahrung ist, dass gerade die günstigen Dobsons von der Stange brauchbare Optiken haben. Mir sind mehrheitlich GSO-Geräte begegnet (Zufall halt), und die Erfahrung war halt, dass man eigentlich nur mal eine schnelle Justage machen musste, um die typische und sehr brauchbare Leistung der Geräte abzurufen. Klar gibt es darüberhinaus noch Verbesserungspotenzial, aber die Leistung von der Stange ist schon so gut, dass man darauf verzichten kann.
Eine 96% Verspiegelung braucht man da nicht.
Wenn so ein 8" f/6 auch nur knapp über Beugungsbegrenzt ist, dann ist die Leistung da. Beim 10" f/5 ist die Bedingung eigentlich dieselbe.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Anette,

das hier ist doch kein wirklicher Krieg, ist nur eine Diskussion in der die Diskutanten ihre Meinungen, ihr Wissen und Erfahrungen austauschen.

Ich lerne sehr viel bei solchen Austauschungen und kann so meine teils "festgelegten" Erkenntnisse auffrischen und auch angleichen. Es gibt so viele Diskussionen über dieses Thema, aber immer wieder kommen kleine Erneuerungen hinzu; klein aber doch.

CS

Charly
 
Hi,

Da wäre doch das Argument, das ein 0815-6"-f/8-Refraktor auf einer EQ-Montierung einfacher zu handhaben sei, ein wenig angebracht. Natürlich sehr vorsichtig Argumentiert!

:/ Aber absolut! Ich kann mir kaum ein für einen Einsteiger geeigneteres Gerät vorstellen als einen 12kg schweren Refraktor auf einer 20kg schweren EQ6 + 12kg Gegengewicht, das ganze zu einsteigertauglichen 1200,- €... obwohl so ein 8"f/6 könnte da geringe Vorteile bieten...

Gruß Benny
 
Hallo Charly,

mein damaliger 8"f/6 GSO hatte einen Spiegel der streng
getestet auf 0.90 Strehl kam, perfekte Parabel, praktisch
kein Randabfall, aber ein leichter Astigmatismus.

Der Fangspiegel war aber stigmatisch und wurde getauscht.
Der Austauschfangspiegel war besser, aber auch der hatte
einen eingebauten Asti. Da bei hoher Vergrößerung für Planeten
aber nur ein kleiner BEreich des Fangspiegels genutzt wird
waren die Ergebnisse trotzdem ziemlich gut.

Beim Umbau des Teleskopes zum Silberdobby blieb nur der Hauptspiegel
und die Hauptspiegelzelle übrig, der Rest wurde durch Selbstbau
ersetzt. Meiner war aber noch der ganz alte mit 1,25" Auszug
und fetter 3er Spinne, die aktuellen Dobs sind mit dünner
4er Spinne und 2" Auszug ausgestattet.

Ich kann mich Sven nur anschließen. Viele der je nach Händler
GSO bzw Galaxy genannten 8"f/6 Dobsons hatten eine sehr
brauchbare Optik. Wo man immer nachschauen muß ist die
Fangspiegelfassung und der Fangspiegel.

Eine 96% Verspiegelung braucht man nicht, sie erhöht leicht
die Grenzgröße, aber nicht die die optische Qualität des Teleskopes.

Strehl 0.96 ist sehr nett zu haben, aber ein 0.90 Strehl
und auch ein 0.85er sind so gut daß die Beobachtung auch
feiner Details auf Planeten möglich ist.
Rauh sollte ein Spiegel nicht sein, das würde sich in einem
Zygointerferometertest auch strehlmindernd niederschlagen,
aber die Amateur-Interferometer erfassen diesen Fehler nicht.

Justage:
Das ist allerdings der Knckpunkt! Wer das nicht machen will,
oder trotz guter Anleitung, guter Justierhilfen und mehrerer
Versuche nicht kann, für den sind Spiegelteleskope definitiv
nicht geeignet.

Der Einwand von Tommy Navratil ist aber auch zutreffend:
Viele Billigrefratoren sind ebenfalls justagebedürftig
wenn sie beim Kunden ankommen.

Und hier ist es so wie beim Newton:
Je lichtstärker die Optik, desto schlimmer wikt sich eine
Dejustage aus. Ich habe ein 80/1470mm Objektiv welches recht
viel Dejustage verträgt bevor sich das Bild merklich verschlechtert.

Aus meiner Sicht geht der Trend bei den Linsenteleskopen zum
lichtstarken ED-Refraktor. Der ist dann auch nicht perfekt,
aber brauchbar und läßt sich gut montieren, jedenfalls viel
besser als die klassischen langen FH Teleskope.

Aber auch die ED brauchen eine vernünftige Linsenfassung,
passende Blenden und einen ordentlichen Auszug.
Zumindest bei Punkt 1 und 2 hapert es bei manchen dieser
Chinateleskopen noch.

MfG,Karsten
 
Hallo Sven,

es war gerade nicht physikalischer Art, was ich zu Deinem Beitrag anzumerken hatte. Hier kann ich Dir bestimmt nicht das Wasser reichen. Es richtete sich gegen Deine Art der ebenfalls nicht wertfreien Formulierung.

Ich wurde vielleicht etwas zu persönlich, hier möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen.

Allerdings ist mir nicht klar, wie man sich anders gegen Deine hinter physikalischen Verklausulierungen versteckten Angriffe wehren soll. Natürlich gibt es viele Gründe gegen einen Fraunhofer. Aber die gibt es sowohl gegen SCs als auch gegen Newtons. Jedes Teleskop hat auch heute noch seinen Platz (es sei denn, es wackelt auf der Monti :)).

Wenn für jemanden eine solche Anschaffung eine Herzensangelegenheit ist, dann hat das nichts mit Physik zu tun. Und das ist gut so.
Es gibt Dinge, die haben vielleicht physikalische Eigenschaften (Lebenspartner, Autos, Teleskope), aber bei der 'Anschaffung' zählt manchmal (wenn auch nicht für jeden und nicht immer) auch das Herz.

Die Toleranz, anderen Entscheidungen zuzugestehen, ohne sie gleich kritisieren zu müssen (vielleicht einfach mal den Mund halten), die erwarte ich von zwei intelligenten Menschen wie Dir und Günther.

Liebe Grüße,
Lothar
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Lothar,

nach zweimaligem durchlesen: Wenn der Kauf eines solchen Geräts eine "Herzensangelegenheit" ist, dann muss das Gerät ja schon vorher das Herz erobert haben. Wenn ein Gerät durch irgendwelche Ereignisse zur Herzensangelegenheit wird, so ist das zu verstehen. Am schönsten ist es natürlich, wenn das Gerät beim Durchsehen das Herz erobert, es soll aber auch nicht wenige Geräte geben, die das beim Ansehen tun.

Wenn aber ein Gerät mal Herzensangelegenheit ist, so ist man gern gewillt, die Vorzüge über die Macken zu stellen. So macht man das mit Herzensangelegenheiten. Aber das Teleskop bleibt doch ein unbelebtes Ding, und so macht es wenig Sinn, die Macken in Abrede zu stellen, besonders gegenüber jemandem, der sich gerade auf ein Blind Date einlassen will oder sich schon eingelassen hat.
Du fühlst Dich in Deiner Herzensangelegenheit angegriffen, wenn man kalte physikalische Tatsachen vorträgt, die Mängel des Gerätes aufgreifen. Das mag ganz natürlich sein, denn man lässt sich wohl ungern selbst vom besten Kumpel darüber aufklären, welche charakterlichen und körperlichen Mängel der Partner hat.
Du nennst das verklausulierte und versteckte Angriffe. Ich würde sagen: Ich kann verstehen, dass es Dich angreift, die Fehler Deiner Herzensangelegnheit blosgestellt zu sehen, und dann womöglich gleich gegenüber einem anderen Teleskop, an dem Du keinen rechten Ansatzpunkt findest, um dessen Fehler aufzuzeigen. Ich will nicht sagen, es hätte keinen Fehler, aber keinen Ansatzpunkt zu finden, durch den Deine Herzensangelegenheit besser dasteht, dürfte Dich wohl betrüben.

Ich bemühe mich, die Entscheidungen bezüglich unbelebten Dingen rational zu treffen. So fallen auch meine Bewertungen aus. Rational finde ich keinen Grund, zu einem 250/1200 Newton einen 150/1200 Achromaten anzuschaffen, weil ich keine Disziplin kenne, in dem mir der Achromat wirklich vorteile bieten würde.
Ich sehe das völlig anders, als ich es bei Tieren, Pflanzen, usw. sehe. Vielleicht lachst Du mich aus, wenn ich Dir sage, dass ich Spinnen, Hummeln, Wespen oder Marienkäfer lebend aus der Wohnung nach draussen befördere, dass ich so manche verkümmerte Pflanze vor dem Müll gerettet habe, und auf "meiner Fensterbank" wieder zu päppeln versuche, damit sie irgendwann wieder den Ansprüchen meiner Frau genügen. Das sind belebte Objekte, die man nicht beliebig formen oder aussuchen kann.
Bei Dir und manchem anderen scheint die Grenze nicht so klar definiert zu sein, und so geraten wir in Konflikt. Ich kann mir aber nicht helfen: Jemand, der ein Teleskop noch nicht hat (und sei es der stille Mitleser im öffentlichen Forum) kann sich noch nicht "verliebt" haben. Solange das so ist, halte ich es für richtig, gerechtfertigt und ehrlich, eine neutrale Sichtweise auf die verschiedenen Eigenschaften des "unbelebten Objekts" anzubieten.
Und das bedeutet nunmal, dass ein Achromat moderner Bauweise (also mit zu schnellem Öffnungsverhältnis) einen sehr schweren Stand hat. Es ist nunmal nicht von der Hand zu weisen, dass die Eigenschaften eines solchen Teleskops fast stets im Kontrast zu den gewünschten Eigenschaften eines idealen Teleskopes stehen. Für die Deepsky-Beobachtung bei mittlerer Vergrößerung ist es gut geeignet, aber ziemlich teuer. Für die Planetenbeobachtung ist es durch den Farbfehler nicht optimal, oder wenn die Brennweite lang genug ist, wird in der Praxis die mögliche Öffnung zu stark eingeschränkt (wer hat schon einen Faltrefraktor mit mehr als 4" Öffnung?). Einzig ein Achromat kleiner Öffnung und kurzer Brennweite kann als Comet-Catcher ("Ultra-Widefield") ordentlich punkten - ein "Super-Sucher" eben, was gar nicht so abwertend ist, wie man es in Herzensangelegenheiten vielleicht empfindet.
Es tut Dir vielleicht im Herzen weh, aber die Ära der Achromate ist eigentlich vorbei. Nicht, weil sie kaum noch anders als aus China zu beschaffen sind, sondern weil die Alternativen drastisch zugenommen haben. Gerade jetzt verdrängt der immer günstigere ED zu recht die Achromate, und glänzt mit größerer Vielseitigkeit und besserer Leistung, auch wenn es noch Restfarbfehler geben mag. Und auch den Newton bekommt man derweil günstig von der Stange in den verschiedensten Öffnungsverhältnissen.

Ich sehe wohl, dass mein Vorgehen Dich in Deiner Herzensangelegenheit angreift, aber sei versichert, dass das nicht meine Intention ist. Mein Wunsch ist es, dass ein Teleskopkauf zu einem Gerät führt, in das man sich aufgrund seiner Leistung verliebt, spätestens nachdem man es gründlich kennengelernt hat.

Das ist nämlich die Basis für eine langjährige Beziehung.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

erfreulicherweise habe ich das eine oder andere Mal bei Deiner Antwort schmunzeln dürfen. Vielen Dank!

Nachdem Du mich korrekterweise aufgeklärt hast, dass man lebende und nicht lebende Dinge unterschiedlich betrachtet und behandelt, hast die Dinge dann auch vermengt.

Das macht Deine (selbst die ironischen Teile) Erklärung deutlich weniger schlüssig. Schade!

Ich bin übrigens selbst kein FH-Fan. Wenn ich meinen 12" SC ergänze, wird es ein 5-6" Apo (vielleicht ein Starfire).

Aber wenn sich jemand mit mühevoll zusammengekratztem Geld eine neue Errungenschaft zulegt, dann freue ich mich erst mal für denjenigen, weil ich weiß, dass derjenige sich auch freut.
Und diese Freude dauert auch in diesem Fall an, es sei denn die liebe Anette ist von dem Teil zutiefst enttäuscht, wenn es denn die nächsten Tage hier im Süden mal so klar wird, dass sie was gucken kann.

Liebe Grüße,
Lothar
 
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