Gittertubus - Oberteil drehbar !?

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PeterSurma

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Ciao all,

ich möchte gerne einen Gittertubus für einen grossen, parallaktisch montierten Newton (Grössenordnung 16-20", f/4.5, d.h. Tubus ca. 2m - 2.50m lang) bauen. Näheres dazu z.B. unter:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=selbstbau&Number=46901&page=0&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1#Post47597

Die Standard-Bauweise von Gitter-Dobson-Tuben ist ja hinreichend einfach und einsichtig (siehe z.B. Buch von Kriege). Unten gibt es einen festen Gittertubus (oder eben eine etwas bessere feste Holz-Kiste - sorry Ihr Dobson-Bau-Künstler ! :-), oben hat man abnehmbare Serrurier-Streben, die den Ring für den Fangspiegel halten.

Nun das Problem:
...kommt duch diese unbedeutende Modifikation durch das Wörtchen: parallaktisch montiert ! Neben den etwas schärferen Anforderungen in punkto Steifigkeit (klar - Tubus dreht sich in praktisch allen Raumrichtungen), kommt jetzt hinzu, dass der Okularauszug fürs visuelle Beobachten manches Mal fast unzugänglich wird !

Dobson-Montierungen haben den Vorteil, dass das Okular nur in der Höhe wandert aber immer an der gleichen Seite des Teleskops bleibt. Bei der deutschen/parallaktischen Montierung dreht sich aber die Orientierung des Okulars: einmal braucht man eigentlich ein Zenitprisma (am Newton ! - vergesst mal dass ich gar nicht in den Fokus komme...), das andere Mal könnte ich prima reinkucken, wenn ich nur in 2.50m über dem Teleskop schweben könnte, manchmal liegt das Okular genau da wo ich stehe...

Bleibt als Lösung nur, dass man den oberen Tubus-Ring der den Fangspiegel hält DREHBAR (um die Teleskoplängsachse = opt. Hauptspiegel-Achse) macht. D.h. - wie bei den grossen Dobsons von Kriege - am oberen Ende der Serrurier-Streben ist erstmal ein Abschluss-Ring. Auf diesem wird dann ein Doppelring (Fangspiegelkäfig) mit dem Okularsauzug und Fangspiegel aufgesetzt. Dans ganze drehbar...

Meine Fragen an das geneigte Publikum:
- Hat schon mal jemand sowas gebaut ? (beim NGT-18 ff gibt es sowas oder ? http://www.jimsmobile.com/list_search.htm
- Wie steht es mit der Justier- und Reproduzierbarkeit für visuelle Zwecke ? (für photographische Zwecke muss man wahrscheinlich den Ring festziehen + einmal justieren)

Schöne Grüsse,
Peter

PS: Ich nenn das Teleskop dann später mal: 'Asking for trouble'
PS2: Dies alles ist (leider) kein April Scherz :-) !

 
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Hallo Peter,

ich bin kein Experte, kann mich aber an eine Diskussion auf dem internationalen ATM Board erinnern, wo das besprochen wurde, im Archiv wirst Du sicher fuendig:

ATM-Archiv

Such vielleicht auch mal nach "field derotation".

Quintessenz war, glaub ich, dass es wesentlich einfacher ist, den gesamten Tubus zu drehen. Wenn man oberen gegen unteren Tubus verdreht, muss wirklich alles ganz genau stimmen, die optische Achse exakt in der Mitte und die Drehachse des oberen Tubus moeglischst spielfrei genau auf der optischen Achse liegen. Das ist sehr viel schwerer zu realisieren als eine drehbare Lagerung des gesamten Tubus.

Wenn ich noch was schlaubergern darf: was man landlaeufig als Serrurier Tubus/Streben/truss bezeichnet ist in den meisten Faellen keiner. Mark Serrurier's geniale Tubuskonstruktion fuer das Hale Teleskop verhindert den Kollimationsverlust durch "Durchhaengen" des oberen Tubus dadurch, dass der Hauptspiegel ebenfalls mit der Hoehenachse verstrebt ist und die unteren Gitterrohre so dimensioniert sind, dass beide Teile um den gleichen Betrag durchhaengen - das Teleskop bleibt in Kollimation.


Viele Gruesse,
Andreas
 
Hallo Peter,

ja, die grossen NGTs haben einen drehbaren Hut und man liest eigentlich kaum etwas gutes darüber. Bein kleinen NGT-6 ist das Problem meiner Meinung nach besser gelöst, indem man den kompletten Tubus drehen kann, das System ansich also kollimiert bleibt. Wenn ich mir mein NGT-6 so anschaue denke ich, dass ein grossteil der Probleme mut den drehenden Hüten an der schlechten Verarbeitungsqualität der NGTs liegen kann. Ich glaube schon, dass man einen drehenden Hut spielfrei gelagert bekommt, aber leicht (Gewicht) wird das sicherlich nicht.
 
Klaus Jünemann hat ein 9" Dob mit drehbarem Hut gebaut: 2 Ringe die mit Teflon gegeneinander verdrehbar sind. Hat super funktioniert, wie ich selbst ausprobieren konnte (ich war erst sehr skeptisch).
Milne Clive's 20" Bino ist nach dem gleichen Prinzip gebaut. Auch er ist sehr zufrieden.

Wichig ist, dass die Drehebende ausreichend genau senkrecht zur optischen Achse ist. Wenn man alle Stangen genau gleich lang macht, müsste das klappen. Ich könnte mir auch vorstellen, die Teflons mit Justierschrauben oder dünnen Asgleichsstreifen zu hinterlegen, um so im Nachhinein auf genaue Rechtwinkeligkeit lustieren zu können.

Die optische Achse muss meiner Meinung nach hingengen gar nicht soooo genau mittig zur Drehachse sein. Eventuelle Ungenauigkeiten dieser Art führen nur dazu, dass der Fangspiegel nicht immer genau mittig ausgeleuchtet ist, die Kollimation bleibt aber erhalten.

Wenn ich du wäre, würde ich einen drehbaren Hut machen. Ein drehbarer Gesamttubus erscheint mir bei 20" wesentlich schwerer.

@Andreas:
Field Derotation ist das falsche Stichwort. Damit ist die Kompensation der Gesichtsfelddrehung bei azimutaler Montierung gemeint (nur nötig bei Langzeitbelichtungen, nicht beim visuellem Gebrauch).

p.s.
Serrurier Truss hat sich in der ATM-Szene eingebürgert für alle Konstruktionen, in denen die Stangen winkelig angeordnet sind und damit ein stabiles Dreieck bilden (Fachwerk), auch wenn sie im Einzelnen vom Hale etwas abweichen. So genau nimmt man es da glaube ich nicht.


 
Hallo,
eine interessante Konstruktion sah ich beim letzten BTM bei einem Besitzer eines 20"-Binos. Um dort den Augenabstand einzustellen, sind die beiden Oberteile drehbar angebracht - siehe http://zellix.bei.t-online.de/vds/abino.htm (Das 20-Zoll-Bino von einem Regensburger Sternfreund). Allerdings sollte man darauf achten, ihn möglichst gedrungen, steif und leicht zu bauen. Eventuell könnte man überlegen, ob man es mit einem Ringoberteileil machen könnte wie auf http://www.geocities.com/ruedigerheins/18_zoll.htm

Freundliche Grüße, Herbert Zellhuber
VdS-Fachgruppe Amateurteleskope und Selbstbau
http://zellix.bei.t-online.de (Nirostas Teleskopbauseite)
http://www.vds-astro.de/fg-amateurteleskope (VdS-Fachgruppe Amateurteleskope)
http://www.vds-astro.de/fg-selbstbau (VdS-Fachgruppe Selbstbau)
 
Hallo Peter!

Wir haben das mal mit einem gabelmontierten 16Zoll Newton F4,5 gemacht. Die Konstruktion des Oberteils ist anundfürsich einfach, wir haben 2 konzentrische Holzringe auf Teflonklebefolie gelagert. Die Justierung war allerdings ein großes Problem, wir haben es nicht annähernd geschafft, die Justierung beim Drehen des Oberteils zu erhalten. Falls Du das Teil fix aufgestellt hast und die Montierung das zusätzliche Gewicht trägt, würde ich dir eher zu einem Volltubus mit Rotationsrohrschellen raten.,
Gruß
Martin
 
Hallo Stathis,

@Andreas:
Field Derotation ist das falsche Stichwort. Damit ist die Kompensation der Gesichtsfelddrehung bei azimutaler Montierung gemeint (nur nötig bei Langzeitbelichtungen, nicht beim visuellem Gebrauch).

OK, stimmen wir denn in sofern ueberein, dass ein drehbar gelagerter Hut auch eine Gesichtsfelddrehung bewirkt? Ich hab nochmal nachgeschaut und meinte diesen thread .

Ich hatte es so verstanden, dass eine Loesung des Problems der Gesichtsfelddrehung bei azimutal gelagerten Telskopen eben ein drehbar gelagerter Hut oder oberer Ring ist.

Noch eine Diskussion ueber drehbar gelagerte Huete findet sich hier


p.s.
Serrurier Truss hat sich in der ATM-Szene eingebürgert für alle Konstruktionen, in denen die Stangen winkelig angeordnet sind und damit ein stabiles Dreieck bilden (Fachwerk), auch wenn sie im Einzelnen vom Hale etwas abweichen. So genau nimmt man es da glaube ich nicht.

Zugegeben, ich spalte da Haare. Aber ich bin nicht allein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> , Steve Lee hat mal was dazu geschrieben. Er hat uebrigens ein wunderschoenes Beispiel eines "echten" Serrurier truss gebaut:


Link zur Grafik: http://www.ast.cam.ac.uk/AAO/local/www/sl/pictures/30cm-new1.jpg



Viele Gruesse,

Andreas
 
Ciao Stathis, Andreas + all,

das besagt Bino ist ein Hammer ! Was den drehbaren Hut angeht ist dort allerdings die Einschränkung: der Drehwinkel der oberen Tubusteils am Bino ist sehr KLEIN (vielleicht 5 Grad) weil ja nur der Augenabstand korigiert wird damit). Deshalb wirkt sich Nicht-Parallelität zwischen Opt. Achse + Hutdrehache nie wirklich stark aus. ABER: Ich will ja üblicherweise den Hut um 90 oder 180 Grad drehen. Dann wirkt sich jedes Misalignment natürlich sehr stark aus (wie Du ja schon geschrieben hast). Wahrscheinlich werde ich - wenn ich es mache - an der Hutbasis schon 2 Ringe verwenden, die mit Justierschrauben versehen sind, so dass ich bei dem oberen der beiden Ringe auf jeden Fall die Drehfläche senkrecht zur opt. Ache justieren kann. Dann müssen nur noch die oberen Streben reproduzierbar immer in die gleiche Stellung kommen beim Aufbau. Dann sollte das ganze mit 1x justieren erledigt werden können. Zumindest in der Theorie...

Durch die ganze Konstruktion an dem oberen Hut, wird natürlich der Obertubus schwerer (und damit das ganze Ding). Andererseits, schätze ich ist es eine Pein OHNE den Drehhut auszukommen. Bestenfalls könnte man ohne Drehbarkeit den Okularauszug - bei Blick zum Polarstern fixiert nach unten orientieren. Dann sollte er in allen Orientierungen halbwegs gut erreichbar sein. Aber bei f = 2250mm oben auf der Leiter mit dem Kopf im Genick stehen... Das macht mich nicht wirklich glücklich ...

Betreff Serruier: Schon klar was Serrurier genau bedeutet. Allerdings ist es wohl nicht so leicht, auszurechnen wie denn die Streben genau diemnsioniert sein müssen damit die Verschiebung von oberem Ring + unterem Ring unter Last genau parallel erfolgt. Oder weisst Du eine Faustformel, die man so einfach hinschreiben kann ? Deshalb hilft einem diese Konstruktionsidee als solche nicht viel an sich, oder ? Was bestehen bleibt, ist die Aufgabe mit einem FinitenElemente-Programm genau auszurechnen was sich wieviel in welcher Orientierung biegt und danach wird dann alles fine-gentuned konstruiert... Das ist ganz schön viel Geschäft... Und die ganze Frage mit dem drehbaren Hut ist dabei noch aussen vor ... Dennoch vielen Dank für Deine Anregung in dieser Richtung, vielleicht hoilft es mir doch ein besseres Design hinzubekommen (und letztendlich postet man ja hier um anderer Sichtweisen zu erfahren ...! :-).

Schöne Grüsse,
Peter

 
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Nebenbei,

ich habe mir gestern mal ein 1:1 Holzmodell meines unteren Gittertubus genaut, nur um das Ding mal vor mir zu sehen. Es war leicht schockierend, das Ding in Realo vor sich zu sehen. Innenmesser des oberen Quadrats ist ca 560mm (Platz wegen wegen Feldaufweitung + Einbau des Hauptspiegels).

Ziel war eigentlich ein 20-Zoll Spiegel. Allerdings sieht der Tubus monströs gross aus und ich kann mich innen hineinkauern. Als Montierung baue ich zur Zeit schon eine Montierung mit 75mm Achsen (Kegelrollenlager) - also etwa die Alt-AD-7 Kampfklasse. Ich weiss, dass z.B. Volker Wendel einen Keller Astrograph-Newton mit ca 50kg auf der AD-7 betreibt (seine Grossfeld-Bilder sind Legion !). Meine 20-Zoll-Kiste würde allerdings ca. 80kg wiegen: 30kg Spiegel (500mm x 60mm dick), Spiegelzelle (ca 10-15kg), Unterer Tubus (ca 15-20kg), + Rest (20kg für oberer Tubus, Fangspiegel, Okularauszug, Justierungen, oberer Drehhut ?, Zubehör-Schnickschnack).

Ich frage mich ob ich nicht lieber auf 18-Zoll abspecke, aber das schmerzt, das schmerzt ...! (Sicher kann gerade Stathis mich verstehen, oder ? :-)

Was meint Ihr ? Geht ein 80-kg-Teleskop auf der AD-7-Klasse noch ?
Es ist ein Newton, lange Dreharme usw, hm...!

Schöne Grüsse,
Peter
 
Hi Peter,

ich hab mich bisher auch nur theoretisch mit der ganzen Sache auseinandergesetzt, mein Traumteleskop hoffe ich in naeherer Zukunft (in einem halben Jahr, wenn ich wieder zurueck in D bin) in Angriff nehmen zu koennen. Das soll dann ein 10" Reisedobson in Alu oder Karbon werden. In sofern kann ich nicht auf die Erfahrung der alten Hasen zurueckgreifen. Falls ich also Bloedsinn verzapfe, bitte ich um Richtigstellung...

Nur ein paar Ueberlegungen zum Serrurier Truss:


- bei einem Telskop deiner Groessenordnung wohl noch nicht zwingend noetig, die Stabilitaet eines einfachen Stabwerkes reicht.

- wahrscheinlich ist ein Serrurier Truss bei aehnlicher Stabilitaet bei deinen Dimensionen schwerer, da mittlerer Ring/Quadrat noetig.

- andererseits musst du das Telskop ja eh am Massenschwerpunkt mit der Montierung verbinden, bei schwerem Hut rueckt der nach oben, gut fuer Serrurier-, nicht gut fuer die normale Anordnung.

- Du kannst den Hut beim ST schwer machen, das macht einen kleineren oberen Hebel und resultierend einen kleinen Einblickkreis des Okulars.

- das bedingt aber auch einen groesseren unteren Hebel und eventuelle Probleme bei der Montierung?

- die Staebe sind insgesamt kuerzer, dadurch hoehere Resonanzfrequenz, besseres Schwingungsverhalten (weiss allerdings nicht, ob das bei deiner massiven Konstruktion relevant waere).

- kuerzere Staebe koennen duenner ausfallen (eher relevant bei Reisekonstruktionen).

- wenn Du's mal transportieren moechtest, geringeres Packmass.

- im Ganzen eine aufwendigere Konstruktion beim ST


Um die Stabdimensionen zu berechnen bietet sich in der Tat ein finite Elemente Programm an. Ich hab mal im Architekten-Board nachgefragt und Hilfe erhalten, bei Interesse kann ich dir ein Eingabefile fuer ProStab zusenden. Im besagten Programm kann man ein Stabwerk, das Rohrmaterial (Stahl, Alu, Karbon etc.), die Rohrgeometrie (rund, vierkant etc.) und die Wandstaerke definieren und statisch oder dynamisch belasten (obwohl dynamisch funtkioniert nur in 2D) und sich die Verformung anschaun. Da ich das Ganze noch nicht im praktischen Projekt erprobt habe, kann ich leider keine Aussage ueber die Zuverlaessigkeit der Ergebnisse machen, aber ich werd's ausprobieren. Wenn Du auf eine Verschweissung der Staebe mit Hut, mittlerem und unterem Ring zunaechst verzichtest, kannst Du ja erstmal ausprobieren ob's klappt und die Rohrstaerken gegebenenfalls iterativ anpassen.


My two cents...

Viele Gruesse und viel Spass und Erfolg bei deinem Projekt,

Andreas
 
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Ciao Andreas,

jo - ich schätze ich muss mich mal mit Prostab auseinandersetzen. Ich hab es schon runtergeladen. Jetzt muss ich mich nur noch durch dei Doku wühlen. Wenn Du ein Eingabefile für einen Truss-Tube hättest wäre es natürlich sicher hilfreich. Vielleicht kannst Du es an peter.surma at sap.com schicken ?! Danke !

Ich kann Deine Punkte alle nachvollziehen bis auf: 'resultierend einen kleinen Einblickkreis des Okulars.' Denn: den 'Drehbaren Hut' würde ich als Doppelring konstruieren, zwischen den Ringen hängt die Platte mit dem Okularauszug dran (und der Fangspiegelspinne in der Mitte). Dieser Doppelring wird dann an dem Ring (drehbar) befestigt, der den oberen Gitter-Tubus (abnehmbare Streben) nach oben abschliesst (sie bei den grossen Dobsons von Kriege/Berry - dort nur wegen der besseren Montierbarkeit so gemacht). Das Okular kann so sogar noch axial verschiebbar gemacht werden... (z.B. wenn man ein anderen Fangspiegel hätte, Obstruktions-optimiert versus photographisch/feld- optimiert --> newt programm).

Schöne Grüsse,
Peter
 
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Hi Peter,

ich schick das ProStab File als private Mail an Dich. Da die Eingabegroessen fuer architektonische Statikberechnungen bemasst sind (KNewton, Meter...) muss man etwas aufpassen, ich hab aber Kommentare drangeschrieben. Wenn Du noch Fragen hast steh ich gern zur Verfuegung.

Das mit dem kleinen Einblickkreis des Okulars war so gedacht: je hoeher der Schwerpunkt des Tubus liegt, desto kuerzer wird der Hebelarm oberhalb der Befestigung. Desto kleiner wird aber auch die Halbkugel auf der sich das Okular bewegt beim Betrachten der Himmelhalbschale, oder hab ich da einen Denkfehler?
Das kann so extrem ausfallen, dass man durch das Anbringen eines Gewichtes am oberen Tubusende den Schwerpunkt auf Okularhoehe bringen kann, und somit einen Nasmythfocus ohne dritten Spiegel erreicht. Das hab ich schonmal bei einem Amerikaner mit seinem 6 oder 8" Teleskop im Netz gesehen, die URL ist mir aber leider abhanden gekommen.

Viele Gruesse,
Andreas
 
Hallo, ich steh vor dem gleichen Problem. Hab ein 16" f4 Gittertubus und will da einen drehbaren Hut draufbauen gleichzeitig kann ich dann auf f5 verlängern. Auf dem letzten ITV war der Bauer mit seiner Alukuppel da, nebenbei sein perfekt gebautes Newton in Gabelmonti mit drehbarem Hut. Das ganze war perfekt gearbeitet allerdings stand ich damals nicht vor diesem Problem und hab nicht nach der Justage gefragt, Das ganze kann man auf seiner HP sehen: Homepage von Bauer Wenn man den Fangspiegel rausnimmt und durch die Bohrung der Spinne einen Laserpointer setzt dann die Spinne und Hauptspiegel so justiert dass der Laser selbst beim drehen des Huts auf dem Punkt bleibt müsste das ganze schon funktionieren.
Gruß Andreas
 
Wenn man den Fangspiegel rausnimmt und durch die Bohrung der Spinne einen Laserpointer setzt dann die Spinne und Hauptspiegel so justiert dass
der Laser selbst beim drehen des Huts auf dem Punkt bleibt müsste das ganze schon funktionieren.

Hallo,
Man muß den Fangspiegel so einbauen, daß die Drehachse des Tubus genau mit dem Offsetpunkt des Fangspiegels zusammenfällt. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, daß man ganz ohne nachjustieren auskommt.
Grüße Martin
 
Ciao all,

die Justierung hatte ich mir so gedacht:

(0) Die Spinne muss möglichst rotations-symmetrisch sein !

(1) Laser anstatt des Sekundärspiegels in die Spinne setzen.
(OK Martin - die Offset-Sache muss ich mir nochmal ansehen !)
Dann den Hauptspiegel justieren, bis der Laserstrahl genau mittig
reflektiert wird. Dann liegt die Mitte der Spinne auf der opt. Ache
des Spiegels.

(2) Den drehbaren Sek.Spiegel-Halter rotieren und beobachten wie der
Laser aus der Mitte läuft. Dann den Sek.Spiegel-Halter so justieren,
dass der Laser immer in die Mitte kommt. Dann ist die Rotationsachse
des Sek.Spiegel-Halter parallel + identisch zur opt. Achse. Bzw die
Ebene der Halteringe des Sek.Spiegels ist senkrecht zur opt. Achse.

Für (2) ist es natürlich nötig den Sek.Spiegel-Halter durch 2 parallele
Ringe am unteren Rand (mit Schrauben gegeneinander neigbar) justierbar
zu machen.

Müsste machbar sein ! - oder hat jemand wirklich Bedenken, dass es justiertechnisch/prinzipiell unmöglich ist ?

Schöne Grüsse,
Peter
 
Ciao Andreas,

ich hab mir Prostab jetzt schon angesehen und einfache Sachen
ausprobiert (gelagerte Achse etc).

Was mir noch nicht klar ist, ist welche Einheiten hier in Prostab
verwendet werden ? Oder ist alles in KiloNewton und Meter ?
In manchen Sections gibt es ja Einheiten, z.B. bei den Querschnitten,
aber im Allgemeinen hab ich noch nichts gefunden ..???!

Schöne Grüsse,
Peter

PS: Danke für das File - seh ich mir heute abend mal an! Ich hab aber jetzt
auch schon was ... War einfacher als ich dachte ! Gutes Tool das Prostab !
 
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Hallo Peter!
Marty hat recht - wichtig ist, dass der Offsetpunkt am Fangspiegel genau rotationssymmetrisch ist (das mit dem Justierlaser in der Fangspiegelspinne kannst du dir glaube ich sparen). Fassen wir mal zusammen:
1.)Der Offsetpunkt muss zentrisch zur Drehachse des Hutes sein, das sollte man durch seitliche Verstellung der Spinne zusammenkriegen.
2.) die Drehachse des Hutes muss zentrisch zur opt. Achse des HS sein. Da wirds schon schwieriger, da müsste der Hut als ganzes axial verschiebbar sein
3.) Der verwendete Justierlaser sollte nicht nur gut zentriert, sondern auch reproduzierbar am Okularauszug zu befestigen sein...
4.) Die so einmal erzielte Justierung sollte sich nach dem ersten Zusammenbau wieder genauso einstellen....
Das klingt eher nach einer Haarausfallpartie (mir sind bei unserem 16Zoll auch einige ausgefallen bzw. ergraut). Unmöglich ist natürlich nichts, aber falls du das Gerät beim Transport zerlegen musst, wird aller Wahrscheinlichkeit nach jedesmal oben beschriebene Prozedur fällig (oder du justierst das Teil nach dem Drehen des Oberteils für jedes Foto vorher neu).
Gruß
Martin
 
Also ich kann Dir nicht zustimmen, Peter hat es zwei Beiträge vorher schon genau beschrieben wie es zu machen ist. Mit dem Offset verhält es sich einfach wenn die Spinne rotationssymetrisch ist dann muß nur der Fangspiegelhalter den Offset bekommen. Der Fangspiegel zeigt immer zum Okularauszug. Entscheidend bei der ganzen Konstruktion ist nur das der Hut beim drehen keinen Höhenschlag hat am Besten wäre eine 3 Punktlagerung.
Gruß Andreas
 
Ciao all,

- Stimmt natürlich ich kann (und muss wahrscheinlich) das ganze Justieren
auch direkt am Okular machen, nur ist die Interpretation der Abweichungen
dann etwas schwieriger. Ich habe es nur so beschrieben, damit klarer wird, was ich meine.

- Ich will die Konstruktion schon demontieren + wieder aufbauen. Damit
die Konstruktion möglichst reproduzierbar an die gleiche Stelle
kommt, sollte man Vorkehrungen treffen, klar. Ganz erreicht man
das nie, also muss man immer nach dem Aufbau neu justieren, klar.

Die Spiegeljustierung (mittig auf den Offsetpunkt, Punkt (1) von mir oben)
nach dem Aufbau ist sowieso nötig. Die Justierung der Drehebene des
Sek.Spiegelhalters (Punkt (2) von mir oben) ist aber wohl nicht jedesmal
neu nötig, wenn die Streben die ihn halten immer sehr gut reproduzierbar
an die gleiche Stelle kommen (z.B. darf die Konstruktion keinerlei
Längenänderung beim Einbau der Streben zulassen - das kann man hinkriegen).

Für Photos würde ich den 'Hut' sowieso feststellen und gar nicht
drehen wollen. Da justiere ich im Notfall nur einmal optimiert für
die Photo-Position und fertig.

Für visuelle Sachen sage ich mir: ist die Bildqualität vielleicht
nicht SOOOO empfindlich auf ein leichtes Misalignment nachdem ich
gedreht habe... ?

Schöne Grüsse,
Peter

 
Hallo Peter,

ich hoffe, dass deine Fragen nach der Durchsicht des Beispielfiles beantwortet sind?
Generell sind alle Knotenkoordinaten in Meter anzugeben.
also:

KNOT
1 0.2 0.2 0

fuer den Knoten Nummer 1 mit den Koordinaten x=0,2 m ; y=0,2 m ; z=0

Bei der Definition der Stabgeometrie kann man hingegen eine Einheit angeben, also:

QULI
[cm]
OTruss RR 1.5 0.2

definiert die Geometrie eines Rundrohres mit Namen OTruss und 1,5 cm Durchmesser und 0,2 mm Wandstaerke.

Die Lastenfaelle werden in KiloNewton angegeben:

LAFA g
KY -0.010 1..4

definiert die Belastung mit Namen g fuer die Knoten 1 bis 4 entlang der negativen Y-Achse mit 0,01 KN = 10 N, entsprechend einer gesamten unteren Masse von ca. 4 Kg.

Ich hoffe, jetzt sind alle Klarheiten beseitigt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Viele Gruesse,
Andreas
 
Ciao Andreas + all,

OK - das hatte ich mir gedacht: Alle Längen in Meter, alle Kräfte in KiloNewton (1KN = 1000 N entspricht ca. 100 Kg).

Anbei für alle, die es probieren wollen noch ein Primitiv Beispiel: Eine 500mm lange, 10mm dicke, am Knoten 1 fest eingespannte Achse aus ST-37 Stahl. An dieser greift am Knoten 2 in z-Richtung eine Gewichtskraft von 100 N (10Kg Masse) an. Die Durchbiegung am Knoten 2 sollte - nach Rechnung mit der Hand 41.27mm betragen. Prostab rechnet 40.42mm aus. Das passt also.

Jo jetzt muss ich nur noch meinen Truss rechnen...

Danke + Schöne Grüsse,
Peter

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PS: Hier die Config-Setzungen, die man in Prostab einsetzen muss (interaktiv eingeben):

KNOT
1 0. 0. 0.
2 0.500 0. 0.

STAB
1 1 2

AUFL
XYZ-XYZ 1

STAM
ST-37

QULI
[mm]
// Qu.-Name: mind. 2, höchsten 7 Zeichen
//
rund DM 10
//---------
STAQ
rund 1
Fscal=1.
//---------

LAFA g
K3 -Fscal*10/100 2
// Mit einer z-Last von 10kg, muss Delta-z
// von 41.27mm herauskommen !
 
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