GoTo aber welches???

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Hallo Lasse


Um einfach erstmal nur Deine Frage zu beantworten:

Es gibt von Celestron ein 114/ 1000mm Reflektor mit GoTo. Ein sog. katadioptrisches Teleskop. Das kostet neu, wenn ich mich recht erinnere, um die 680 Euro(ohne Gewähr).

Rein von der Optik her ist es als Einsteigergerät sehr gut geeignet. Die Bedienung ist relativ einfach. Ich spreche da aus Erfahrung, denn ich hatte genau dieses Teleskop auch einmal.

Jetzt kommt das Aber:

Warum brauchst Du GoTo? Ich möchte nichts negatives über GoTo sagen, jeder soll so Beobachten wie es ihm gefällt.

Aber Du solltest bedenken, daß Du bei solch einem Teleskop mehr als die Hälfte Deines Geldes in die Technik steckst. Würdest Du dieses Geld in eine größere Öffnung stecken hättest Du auf lange Sicht viel mehr Spaß an Deinen Beobachtungen.

Diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht. Mittlerweile habe ich einen 8" Newton auf EQ 5. Vom Preis her bekommst Du 8" schon zwischen 600 und 800 Euro. Und da ich nun ja auch schon durch beide Teleskope durchgesehen habe kann ich Dir nur sagen das es ein gewaltiger Unterschied ist.

Mit der Zeit lernst Du so auch die Namen vieler Sterne sowie die Sternbilder. Und glaube mir, daß Aufsuchen und das anschließende "Aha-Erlebnis" macht ohne GoTo ungleich mehr Freude.

Falls Dir aber GoTo wichtiger ist (so ging es mir ja auch mal) kann ich Dir für Deinen Preisrahmen das o.a. Teleskop empfehlen. Mehr darüber erfährst Du auf der Homepage von Celestron.



Gruß Murdock.
 
Hi Lasse,

schöne Ecke bei Dir, und dunkler Himmel quasi vor der Tür!

Du solltest uns ein wenig einweihen in Deine Beobachtungswünsche.
In der von Dir genannten Preisklasse bedeutet Goto aber auf jeden Fall, daß Du erheblich eingeschränkt bist, was die Optik angeht.
Um es mal zu demonstrieren: Für 800 Euro bekommst Du einen 12 Zoll Dobson und dazu 3 bis 5 recht ordentliche Okulare. Bei einem Goto-Teleskop in dieser Preisklasse bleibst Du deutlich unter 150mm Öffnung, und je nach Optik kosten sogar 100mm Öffnung mit Goto schon mehr als 800 Euro.

Clear Skies
Sven
 
Hi Lasse,

tja... so groß, wie Du schleppen willst... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Wie gesagt, 10" ist für den Preis machbar, inclusive Okulare.
Das wäre dann ein günstiger Lichteimer, toll für DeepSky, für Planeten aber mit langer Auskühlzeit behaftet. Für Planeten würde ich eher einen 150/1200 Dobson vorschlagen, der ist schneller ausgekühlt.
Kommt eben drauf an, was Du machen willst.
Der 10° Dobson ist am Planeten nicht unbedingt schlechter, als der 6" (150mm), das ist halt alles ahängig von den persönlichen Vorlieben. Und die hast Du ja immer noch nicht genannt...
Also, wenn Du viel Deepsky machen willst, dann ist der 10" Dobson dafür unschlagbar, vor allem wenn Du ein Stück aus Rade rausfahren kannst, schau Dich mal in der Gegend um die Ennepe-Sperre um. Oder von Dir aus in Richtung Hückeswagen gibts auch dunkle Ecken.
Für Planetenbeobachtung wäre der 150mm Dobs mit 1200mm Brennweite schneller einsatzbereit und auch unkritischer bezüglich Okularwahl usw.
Ein 200/1200 Dobson könnte der Mittelweg sein.

Also: Schreib erstmal, was Du schauen willst, dann sehen wir weiter.

Clear Skies
Sven
 
@Sven dann muss ich den Betreff ja noch ändern in Dobson aber welches?
Aaaalso ich möchte hauptsächlich Deep Sky beobachten aber ab und zu auch mal einen Planeten. Worauf muss ich den bei der Rockerbox achten und worauf auf den Spiegel. Ich habe ein Prospekt von Sky-Watcher die haben einen Dobson 10" mit Spiegelträgermaterial aus Pyrex für 998 Euro und einen 8" Dobson gleiches Trägermaterial für 689 Euro. Welchen Hersteller würdest du den bevorzugen.
 
Hi Lasse,

also ich denke, für Hauptrichtung DeepSky ist der 10" Dobson schon genau richtig. Das Gerät wird Dich auch bei der Planetenbeobachtung nicht im Stich lassen, aber es ist gute Planung, die Planetenbeobachtung besser als "Abschluß des Abends" stattfinden zu lassen - es sei denn, Du konntest das Gerät vor der Beobachtung schon 2 Stunden lang zum auskühlen im Freien lagern.
Für den Preisvergleich habe ich mir einen GSO-Dobson angeschaut. Welcher Dobs nun besser ist...? GSO hat den besseren Ruf, wenn Du darauf bauen willst. Ich würde so aus dem Bauch mal GSO, Skywatcher und Galaxy als bekannte günstige Geräte nennen.
Was das Spiegelmaterial angeht - ein teures Spiegelmaterial macht wirklich nur dann Sinn, wenn Du den Dobs mit einem Lüfter ausstattest. Das besondere Spiegelmaterial hat in der Hauptsache zum Zweck, daß der Spiegel sich beim auskühlen nicht verformt. Denn beim Abkühlen ist ja die Spiegeloberfläche kälter, als das Innere des Glaskörpers.
Die Spiegelverformung ist aber nicht das Hauptproblem, sondern viel schlimmer sind die vom warmen Spiegel aufsteigenden Luftschwaden. Erst wenn diese mit einem Lüfter abgesaugt werden, wird das Spiegelmaterial zum Vorteil.
Die ganze Sache ist aber wiederum nur für die Planetenbeobachtung interessant, während die niedrigen Vergrößerungen für Deepsky (bei diesem Gerät meist von 35x bis 130x) schon nach einer Viertelstunde Abkühlung keine Probleme mehr machen. Deshalb eben ist es gut, wenn man Planeten eher zum Ende der Beobachtung angeht.

Tja, was Rockerbox und so weiter angeht - da habe ich wenig Erfahrung. Die günstigen Dobsons haben da alle so ihre Probleme, und im Selbstbau-Board gibt es so einige Diskussionen um bessere Gleitmaterialien für die Höhenräder, usw... Ich denke, da solltest Du mal nachsuchen. Ich glaube fast, bestes Suchwort dürfte "Teflon" sein.
Das Problem ist einerseits, daß der Dobs nicht zu schnell verkippen soll - die Okulare haben ja schonmal unterschiedliche Gewichte - und andererseits soll er sich feinfühlig einem Objekt hinterherführen lassen.

Tja, wo ich eh schon einen Roman zusammengetippt habe, will ich noch was zu den Okularen verlieren.
Typischerweise hat ein 10" Dobson wohl f/5, also 1250mm Brennweite. Gern auch 1200, das macht den Braten nicht fett.
Dadurch stellt das Teleskop schonmal gewisse Ansprüche ans Okular. Zwar funktionieren die meisten Okulare noch ganz passabel, aber wenn man für DeepSky-Beobachtungen Weitwinkel Okulare mit richtig schöner Randabbildung haben möchte, dann kostet das etwas mehr. Problematisch sind eigentlich eher die niedrigen Vergrößerungen, wo einfache Okularkonstruktionen am Rand schlechte Schärfe abliefern. Das ist aber auch immer Geschmackssache. Bei f/5 sind meistens (aber nicht nur) Okulare gut, die eine fest eingebaute Barlow haben. Das nur vorweg.
Für den Einstieg sollte man 3 Okulare einplanen.

1. Ein Übersichtsokular
Das sollte beim f/5-Teleskop ein Okular mit 30-35mm Brennweite sein. 40mm geht auch noch, aber es ist eigentlich schon kritisch. Mehr dazu:
Thema AP auf meiner Homepage lesen.
Hier macht sich für den DeepSky-Freund auf jeden Fall ein 2" Okular sehr gut. Besonders unter solchem Himmel, wie es ihn in Deiner Nähe gibt. Damit kann man nicht nur leicht Objekte finden (wegen des grossen wahren Gesichtsfeldes), sondern damit passen auch noch größere Objekte, zum Beispiel offene Sternhaufen noch ganz ins Bild.

2. Das Standard-Deepsky-Okular. Für mich hat das Öffnung/2, also hier 125x als Vergrößerung. Das wäre also ein 10mm Okular. Damit entlockt man vielen DeepSky-Objekten das meiste Detail. Nur bei hellen DeepSky-Objekten lohnt es, noch stärker zu vergrößern.
125x ist auch eine "Schlechtwetter-Vergrößerung" für Planeten.

3. Ein Okular für Hohe Vergrößerung, am Planeten und zur Auflösung von (Kugel-) Sternhaufen.
Das würde ich so bei 180x-200x sehen. Also 6,5 bis 7mm Brennweite.

Üblicherweise folgen dann beizeiten noch weitere Abstufungen, aber die solltest Du Deinen eigenen Wünschen anpassen. Zwischen dem 35mm Übersichtsokular und dem 10mm "Standard-Deepsky"-Okular klafft ja eine große Lücke, die Du mit einem Okular zwischen 15 und 20mm schließen könntest. Vielleicht aber möchtest Du am Planeten und am Mond noch höher Vergrößern und denkst lieber über ein Okular mit 4 bis 5mm Brennweite nach?

Naja, ich laß es erstmal gut sein, mit diesem Roman. Ich denke, da werden jetzt von Dir noch einige Fragen nachkommen, und Du wirst Händlerseiten usw. büffeln, was an Zubehör passen würde. Achja, eines noch: Als DeepSky-Fan sollte man sich mit dem Gedanken anfreunden, irgendwann mal einen OIII oder UHC Filter anzuschaffen. Der bringt eine ganze Menge.

Clear Skies
Sven
 
Re: Dobson, aber welcher :-)

Hallo, wenn ich mal dazwischen rufen darf?
Ich hab zur Zeit noch meine Tchibo-Tonne, möchte mich aber in nächster Zeit verändern.
Da ich ursprünglich auch fotografieren wollte, dachte ich an einen Newton. Das hat sich (mangels Kies, Knete, Kohle) geändert
Nun flirte ich mit einem Dobson, die bieten doch das größte Lichtsammelvermögen fürs Geld. Nur den Zahn mit dem fotografieren
hab ich mir fast gezogen, evtl. noch mal mit einer Webcam, das ist ja auch am Dobson möglich.
Ich habe nur ein Problem, mein Rücken ist etwas lädiert. Jetzt wüßte ich gerne, wie schwer diese Dobsons so sind, ob ich die überhaupt nach draußen befördern kann ohne zusammen zu brechen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />
Ich wünschte mir so ein ca. 8 - 10 " Gerät, oder muß ich mir das wieder abschminken?

Tschüßi, Ute
 
Re: Dobson, aber welcher :-)

Hallo Ute,
der GSO 680, also 8" Dobson, wiegt ca. 17 Kg Tubus 9 kg und 8 kg die Rockerbox.
Meine Frau kann es vom Gewicht her gut einzeln tragen.
Höchstens vom Handling her könnte es Probleme geben. Aber nichts, was sich nicht mit Griffen oder so beheben ließe.
Ich denk, der 10 Zöller ist nicht viel schwerer.
Auch wenn Du Rückenprobleme hast, sind die beiden keine schlechte Wahl.
Viel Spaß, wie auch immer Du Dich entscheidest

Gruß
 
Re: Dobson, aber welcher :-)

Danke, Gunnar
Da fällt mir echt ein Stein vom Herzen.
Es wird nicht morgen, auch nicht nächste Woche den Dobson geben. Aber im Laufe dieses Jahres denke ich.
Nochmals vielen Dank
Ute
 
Re: Dobson, aber welcher :-)

Moin Ute,
ich hab nochmal auf Wolfi's Seite nachgeschaut.
Der 10" wiegt doch etwas mehr. Tubus 15,5 kg, Rockerbox 12,2 kg.
Mit gescheiten Griffen könnte es aber noch gehen.

Gruß
 
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