Hallo Christian,
leider halte ich beide Geräte nicht für empfehlenswert. Neben den Goto-Gedanken von Nicolai, die ich sehr ähnlich sehe, kann ich auch die Optiken nicht empfehlen.
Für das ETX 70 gilt, dass der kurzbrennweitige Refraktor wirklich fast nur für niedrige und niedrigste Vergrößerungen geeignet ist. Dafür setzen viele Sternfreunde lieber einen Feldstecher ein. Um für Planetenbeobachtung wenigstens auf den minimalsten akzeptablen Wert 100x zu vergrößern, muss man ein 3,5mm Okular einsetzen, oder eine Kombination aus einer Barlow und einem Okular verwenden. Ich will da nicht zu sehr in die Tiefe gehen, denn genau das ist im Detail immer wieder zum ETX-70 zu finden. Als Einsteiger sollte man keine Optik wählen, das für die Planetenbeobachtung quasi völlig fehl am Platze ist.
Das DS2130 kann ich auch nicht empfehlen. Es ist ein Cat-Newton, eine spezielle Bauart, bei der statt eines Parabolspiegels ein einfacher (preiswerter) produzierbarer Kugelspiegel verwendet wird. Dessen Bildfehler werden mit einer Korrektorlinse im Okularauszug ausgeglichen. Zwar funktioniert das optische System, aber als Einsteiger hat man es sehr schwer, ein solches Teleskop richtig zu justieren. Die meisten Einsteiger schaffen das nicht, und auch fortgeschrittene haben ihre Probleme, und dann zeigt das Gerät nicht die Bildschärfe, die es haben könnte und sollte - was genau bei hoher Vergrößerung, also für die Planeten, wieder zum KO-Kriterium wird. Will man für die Justage eine Methode mit Justierlaser verwenden, dann frisst der Preis für den Laser den Preisvorteil des Teleskopes auf, mal davon abgesehen, dass üblicherweise die dafür nötige Mittenmarkierung auf dem Hauptspiegel fehlt. Man müsste das Gerät also noch dazu auseinandernehmen, um die Markierung anzubringen. Das sollte man sich als Einsteiger nicht antun.
Cat-Newtons erkennt man daran, dass sie nur etwa halb so lang sind, wie die angegebene Brennweite. Schau Dir mal das DS-2130 an, das trifft zu. Vergleiche mal mit anderen "negativ berühmten" Cat-Newtons, dem Seben Big Boss oder dem TS Megastar. Auch das DS 2114 AT ist so ein Cat Newton, und praktisch dieselbe Optik gibt es auch als Goto-Gerät von Celestron, wobei ich den Namen im Moment raten muss. Nexstar 114?
Es ist schwierig, ein Alternativmodell mit Goto für 250 Euro zu empfehlen. Die kleinen Goto-Kaffeemaschinen brauchen kurzbauende Optiken. Im absolut unteren Preissegment (wie von Dir gewünscht) kommen da nur die Cat-Newtons oder zu kurz geratene Refraktoren vor. Maksutov-Cassegrains oder Schmidt-Cassegrains sind deutlich teurer.
Ohne Goto jedoch, ist sehr viel mehr Möglich. Hier kann ein normaler Newton 114/900 genauso in Betracht kommen, wie ein gebrauchter Dobson mit 150mm oder sogar 200mm Öffnung. Allerdings muss man bei gebrauchten Telekopen immer auch auf das Zubehör achten, was vielleicht nicht vollständig mitverkauft wird, oder bei den größeren Geräten eben gar nicht mitverkauft wurde. Dann muss noch Luft sein, um wenigstens 3 Okulare anzuschaffen.
Hier habe ich einige Vorschläge ohne Goto zusammengestellt und dazu auch etwas geschrieben. Allerdings muss man immer neu auf die Preise schauen, dieser Artikel ist nämlich mindestens zwei Jahre alt.
http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteigerteleskope_konkret.html
Clear Skies
Sven