Goto für Anfänger

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas framus
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Hallo Framus.
Die Sache mit dem Goto systemen ist sicher eine Glaubensfrage. Es hat Vor- und Nachteile.
Ein Vorteil ist, daß man eigentlich in extrem kurzer Zeit das findet was man sucht. Das bringt insbesondere Anfängern schnell die gewünschten Erfolge. Meines Erachtens ist dies aber auch ein Nachteil, denn man lernt nicht wirklich sich am Himmel zu orientieren. Das ist jedoch vielleicht gerade der Reiz der Hobbyastronomie, den Himmel zu verstehen und erleben. Aus diesem Grunde werden Goto-Systeme auch von einigen Enthusiasten als 'Schrott' und unnütz bezeichnet.
Ich selbst beitze beides. Ein 6" Newton und ein Meade ETX-70 Goto. Das Goto benutze ich nur auf Reisen, weil es klein und kompakt ist.
Ein weiterer Nachteil vieler Goto's ist die azimutale Montierung. fotografieren wird dann nur mittels Polhöhenwiege moglich oder halt auch gar nicht. Siehe Beitrag.
Außerdem ist die Mechanik der ETX-Goto's eher schwach ausgelegt (Plastik-Zahnräder). Die schleifen sich irgendwann mal ab. Auch das ist ein Grund weshalb diese Systeme als Schrott abgetan werden.
Letztendlich kommt es nur drauf an, was man mit seinem Teleskop machen will und wieviel man ausgeben möchte.
Das muß jeder selbst entscheiden.
Weiter infos gibt es unter Teleskop-Service
 
Hi Thomas,

da muß ich mal einhaken:

Es geht bei Goto nicht darum, wieviel man ausgeben möchte, sondern darum wofür man ausgeben möchte.
Wer sich für ein Goto-System der "ETX-Preisklasse" entscheidet der gibt jedenfalls wenig Geld für die Optik aus. Fragt sich, ob man das nicht bereut, wenn man nach einem Jahr den Himmel eines ETX-60 durch hat, bzw. auch mal Details von den Objekten erkennen möchte.

Clear Skies
Sven
 
Re: Zeit und Geduld

Hallo,

das hört sich für mich so an, als würdest Du etwas weiter draußen wohnen.
Das wirft bei mir die Frage auf, ob nicht sogar Leute zum Beobachten in Deine
Richtung fahren. Ich empfehle Dir eine Frage im Treffpunkt Board, ob es nicht
in Deiner Nähe Beobachtungstreffpunkte oder -gruppen gibt. Denn es alleine
schaffen zu wollen, ist erst schon mal ne gute Einstellung, denn nur was man
ein paar mal selbst gemacht hat, kann man wirklich. Aber bei den ersten Schritten
den Schubs in die richtige Richtung von jemand anderem zu bekommen ist keine
Schande, und beobachten zu mehreren macht wirklich viel viel mehr Spaß.
Ich fahre eigentlich nicht mehr alleine zum Beobachten raus, wenn keiner
aufzutreiben ist, der mitfährt, mache ich Beobachtung von zu Hause.
 
Re: Zeit und Geduld

Hallo Murdock

Nun muss ich mich auch nochmal einklinken!

KLINK! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Also hier wurde ja schon vieles nützliche gesagt, und sei mir nicht böse, wenn ich noch mal einiges davon aufgreife.

Okay, du hast dich auf ein kleines Goto Instrument mit dreimilliardensechshundertachtundneunzigkommafünfsieben gespeicherten Objekten eingeschossen, von denen du eh nur einen winzigen Prozentsatz beobachten kannst, mit einem solchen Gerät.

Ich persönlich berate auch sehr oft Anfänger und werde durch meine Tätigkeit an der westfälischen Volkssternwarte in Recklinghausen (Sven ist übrigens auch ein Vereinskollege) auch immer wieder mit solchen konfrontiert und war auch selbst einmal einer.
Ich kenne also den typischen Weg, den ein Einfänger geht nur zu gut.
Deswegen rate ich dringend dazu, bevor du Geld für ein Fernrohr ausgibst, sammle vorher Erfahrung. Verabrede dich mit Sternfreunden aus deiner Umgebung und beobachte mit denen zusammen. Keiner wird was dagegen haben, wenn du mal durch sein Fernrohr schaust, es sei den du geräst einmal an einen einzelnen Hardcore Fotografen der jedesmal ein streng organisiertes Fotoprogramm abarbeitet.
Was Sven über die organisation der Sternfreunde in NRW schreibt, kann ich so unterschreiben, ein kleines Grüppchen findet man eigentlich in jeder Ecke.
Deiner PLZ entnehme ich, dass du irgendwo aus der Gegend Mönchengladbach/Viersen kommen müsstest (oder liege ich da ganz weit danaben?)
Nun auch in dieser Ecke gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit aktive Sternfreunde!
Aber auch Teleskoptreffen sind immer eine Reise wert, da man dort zumeist auch alles mögliche und unmögliche an Geräten austesten kann und sehr viel Informationen und Erfahrungen im netten Gespräch nebenbei bekommen kann.

Wenn du dann mal durch mehrere Geräte durchgeschaut hast und auch am Himmel mit diversen Fernrohren verschiedene Objekte gesehen hast, dann kannst du nochmal deine Finanzen sortieren und dir dann Gedanken darüber machen was es denn für ein Gerät sein soll. Ich wette dann bist du auch schon dem Goto Stadium entwachsen und kannst so mehr in die eigentliche Optik/Montierung investieren.
Aber das ist dann eine Frage, die du für dich allein beantworten können solltest.
Meiner Meinung nach sollte man sich nämlich solange kein Fernrohr kaufen ehe man nicht selbst sicher weiß welches für sich selbst das ist, welches sich am meisten lohnt! Hier im Forum oder im direkten Gespräch kann man zwar viele Informationen bekommen aber die Entscheidung sollte man letztlich nicht anderen überlassen.
Also erstmal ein bischen Erfahrungen sammeln und dann kann die Frage ob Goto oder nicht immer noch geklärt werden.

Das klingt zwar am Anfang alles etwas hart, hilft aber beim Geldsparen (fehlkauf) und beim knüpfen neuer Kontakte.

gruß,
André

 
Re: Zeit und Geduld

High Sven,

sinnigerweise hätte der ursprüngliche Händler die Dinger schlicht unschädlich machen sollen, wenn er sie schon als Bastelware weitervertickt (und das nehme ich mal an). Aber Dies nehme ich zum Anlaß, beim nächsten Flohmarktrundgang die Ständchen mal besser in Augenschein zu nehmen, besonders diese Händler meist russischer Herkunft, die schwerpunktmäßig Optiken (billige oder auch oft defekte Zielfernrohre, Ferngläser aus der Spielwarenabteilung ect). Gerade vor nicht allzu langer Zeit war bei einem solchen Händler eine 'Billigdose', so ein 70/700er Newton aufgebaut. Die Verpackung daneben ließ auf einen langen Aufenthalt in einem Keller oder Garage schließen. Es prangte ein Schildchen mit der Aufschrift "400" darauf...hatte mich köstlich amüsiert :-))

BTW amüsieren:

Ich habe voller Genuss die Rezension einiger Anbieter von Billigteleskopen auf Deiner HP gelesen ;-))
Neulich, es dürfte der selbe Anbieter sein, hat er wieder nen Hammer gebracht. Er preist gerade in Ebay ein Teleskop mit 900m (!!) Spiegel an...und dabei noch Postversand. Ich fühle mich ehrlich genötigt, den Anbieter mal anzuschreiben, ob er denn sicher sei, daß die Post dieses Gerät wirklich anliefern kann *ggg*.



wo er recht hat... :-)

 
Re: Zeit und Geduld

Hi,

die sollen ihre Teleskope quer fressen!

Aber - im Grunde. Wer Ebay hat, hat Internet. Und wer das Internet nicht nutzt, um sich vorher zu informieren - der ist halt doof. Und am schönsten ist doch, wenn der doofe Mensch sich selbst bestraft.
Kauft bei Ebay! Kauft Teleskope vom hollandischen Traditionsbetrieb, sorgfältigst aus China hierhergeschippert!

Clear Skies
Sven
 
Re: Zeit und Geduld

High Sven,

nu, sagen wir mal so, wenn sich einer beim Lidl ein Schweißgerät oder eine Kettensäge kauft, weiß er zu 99% sofort, was er davon zu halten hat...

 
Hallo,

mal ein Denkanstoß: Beobachtest Du in einer Siedlung, denke daran das kreissägenähnliche
Geräusche des Nachts um halb 3 von den meisten Nachbarn nicht sehr freundlich aufgenommen
werden. Sowas soll ja Meade schon mal liefern, habe ich aber nur gehört! Außerdem glaubt
man garnicht, wie laut Geräusche des Nachts erscheinen können!
 
Hallo,

ich habe eine Meade mit Goto. Kann mich über die Geräuschkulisse aber nicht beklagen. Je höher die einstellgeschwindigkeit, desto höher natürlich auch die Lautstärke. Ist aber noch zu vertreten selbst bei höchster Geschwindigkeitsstufe, und die wird nur bei größeren Bewegungen eingesetzt.

Als problematisch schätze ich allerdings nach eigenen Erfahrungen die Erwartungshaltung an das Goto ein, die man gerade als Anfänger selbstverstänlich hat! Denn ohne die Fähigkeit sich, sei es mit Hilfe von Karten oder Computer, am Himmel etwas zurecht zu finden findet man auch mit einem Goto-Teleskop nichts!!!

Der größte Voerteil, den Goto einem Anfänger bietet ist die Tatsache das es die Berührungsängste mit der Materie (ich finde wahrscheinlich eh nichts...) mindert! Denn wenn ich so ein Gerät ersteinmal habe beschäftige ich mich zwangsläufig damit. Auch wenn ich nicht sofort Erfolge habe.

Erwartet also von einem Goto nicht zu soviel. Es gehört immer noch eine gehörige Portion Handarbeit und selber suchen dazu.

Ich selber nutze zwar noch die Motoren, aber kaum mehr das Goto. Geht so einfach schneller und irgendwie auch besser.

MfG Nepomuk
 
Hallo,

ich bin Anfänger, habe mir eben mein erstes Teleskop zugelegt (ohne GoTo) und werde als bald es mein Budget zulässt mindestens eine Motornachführung nachkaufen.
Nachts mit dem Teleskop zu beobachten würde mir doppelt so viel Spaß machen, wenn nicht dieses lästige Umpositionieren von einem Objekt zum anderen per Hand geschehen müsste.
Im Übrigen macht mancher Beitrag zu diesem Thema auf mich den Eindruck, als würden Eltern Ihren Kindern den Wunsch nach einem eigenen Computer mit dem Satz abwehren: "Lern' erst mal mit einer Schreibmaschine umzugehen, bevor du dich an eine Computer-Tastatur setzt".
 
Moin!

> Im Übrigen macht mancher Beitrag zu diesem Thema auf mich den Eindruck,
> als würden Eltern Ihren Kindern den Wunsch nach einem eigenen Computer
> mit dem Satz abwehren: "Lern' erst mal mit einer Schreibmaschine umzugehen,
> bevor du dich an eine Computer-Tastatur setzt".

Du wirst Dich wundern: Über 90% der Fraggles, die einen Compi benutzen oder
sich sogar damit ins IN stürzen, wissen herzlich wenig von dem, was sie da
machen.
Es soll ja auch Angler geben, die konventionell mit Rute und Köder auf die
Jagd gehen. Dann sind da wieder die anderen, die eine Stange Dynamit in den
Teich werfen und dann schauen, was hochkommt... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ich hab' eher das Gefühl, einige denken, daß ihnen mit Goto alles zufliegt,
wo manch anderer Hobby-Astronom sich seine Erfahrung oft jahrzehntelang
erarbeitet. Was jeder bevorzugt, muß er/sie selbst wissen. Das Geschrei, wenn
etwas nicht funktioniert, ist immer groß - (frei nach Murphy). <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Ist natürlich nur meine persönliche Meinung, aber irgendwie käme ich mir mit GoTo vor, als würde ich mich selbst betrügen. Momentan finde ich jeden Monat ein oder zwei neue Deep Sky-Objekte und freue mich unglaublich über jedes neue Objekt, das ich selbst gefunden habe. Für mich ist es einfach schön, über Jahre immer wieder Neues zu sehen. Aber jeder soll das halten, wie´s ihm gefällt.
Gruß, Gardalon
 
Hallo MakEnzi,

also nur um das mal klar zu stellen, Goto und Motornachführung sind zwei verschieden Paar Schuhe. Von einem Goto erwarte ich das es Objekte mehr oder weniger selbstständig findet, und das funktioniert eben noch nicht so einfach.
Eine Motornachführung dient dazu ein Objekt welches Du selber gefunden hast im Sichtfeld des Okulars zu halten. Das ist zweifelsohne sehr nützlich und für Astrofotographie sogar unerläßlich.

MfG Nepomuk
 
Hi winnie,

das von Dir beschriebene Gefühl (dass manch' einer glaubt, per GoTo flöge ihm alles zu) habe ich (noch) nicht - bin wie gesagt Anfänger und Erfahrungen diesbezüglich in die eine oder andere Richtung sind mir bisher erspart geblieben.

Um nochmal die Computer-Analogie zu bemühen: Ich hab' schon 7- und 8-Jährige erlebt, die spielerisch mit dem Computer Dinge veranstaltet haben, für die manch' Programmierer sich wahrscheinlich erst mal ein Fachbuch reingezogen hätte. Dabei wussten die Kids nicht was Bits oder Bytes sind, die wussten nur wie's geht.

Als Anfänger sehe ich die Möglichkeiten, die diese Technologie bietet. Risiko: Mein neues Hobby langweilt mich zu schnell. Chance: Mein Neues Hobby macht mir noch mehr Spaß.

@Nepomuk: Nur um eines klar zu stellen: Das weiß ich ;-)
Thanx anyway!!

@gardalon: Was tust Du, wenn Du - wie von Dir beschrieben - ein Deep-Sky-Objekt gefunden hast? Wie findest Du raus, wie dieses Objekt heißt? Sag' jetzt nicht, dass Du im Internet nachguckst!

Andere Frage: Hast Du das Gefühl, das Astrofotographen sich selbst betrügen?

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

liebe Grüße,

enzo
 
Hey noch mal.

Also irdgendwie muß man sich am Himmel ja orientieren. Viele von euch nutzen da wohl die entsprechen Drehbaren Sternkarten. Das ist eine Möglichkeit.
Eine Zweite Möglichkeit ist natürlich entsprechend Software.
Ich benutze da lieber die 2.Möglichkeit. Gerade mir als Anfänger hat die Entsprechende Astronomiesoftware sehr geholfen mich am Himmel zurecht zufinden und das Ganze etwas besser zuverstehen.
Werde mir wohl auch noch so eine Karte zulegen, damit ich nicht immer erst eine Karte ausdrucken, oder den Laptop mitschleppen muß!
Also ein Segen können Computer schon sein, auch wenn man sie nicht gleich programmieren kann. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Aber das Goto kann ich dennoch nur sehr bedingt empfehlen!

MfG Nepomuk
 
Hallo Nepomuk,

ich hatte erst die Software und bin so überhaupt auf die Idee gekommen, mir ein Teleskop zuzulegen.

Als Kind hatte ich mal ein floureszierende (schreibt man das so?) Drehkarte. Habe schlechte Erinnerungen dran, weil

- die Sternbilder auf der Karte so klein waren und ich mir die wahren Ausmaße einiger Sternbilder nicht vorstellen konnte,

- und die Sternbilder immer mit fetten Linien zwischen den Sternen abgebildet waren, was mich beim Aufsuchen am Himmel irritierte.

Im Nachhinein glaube ich, dass meine Freunde die Karte wegen des Leucht-Gimmicks "cooler" fanden als ich.

Ich habe mir jetzt bei Amazon folgendes bestellt:
Atlas der Sternbilder von Eckhard Slawik, Uwe Reichert für EUR 69,95. Wahrscheinlich nicht reisetauglich, aber ich kann den Atlas besser auf die Terrasse mitnehmen als den Computer (kein Laptop).

Ansonsten stelle ich mir meine Beobachtungsagenda im Red Shift Programm zusammen.

Red Shift, Atlas, etc. werde ich nicht wegwerfen, sollte ich mir mal GoTo zulegen.

ciaoi,

enzo
 
Moin Nepi!

> Also ein Segen können Computer schon sein, auch wenn man sie nicht
> gleich programmieren kann.

Ohja, was haben die Astronomen bloß 380 Jahre lang ohne Computer gemacht?!
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Das müssen ja echt arme Schweine gewesen sein...

@Enzo: Ich habe aber auch schon von Kiddies gehört, die hauptsächlich vorm
Computer und Fernseher saßen und nicht wußten, welche Farbe eine Kuh hat.
Nein, nicht lila! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Wo die Allgemeinbildung die letzten Jahre geblieben
ist, wissen wir ja dank PISA und andere Studien. Maus-Schubsen kann jeder.

Ich mache nun schon 25 Jahre in diesem Hobby - nie hatte ich ein Goto noch
das Verlangen danach Von meinen z.Zt. 6 Teleskopen ist nur eins RA-
motorisiert und läuft im parallaktischen Modus. Ende der 70er lief der
Einstieg in die Hobby-Astronomie noch ganz anders als bei diesen Hurra-
Sternguckern heutzutage. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
@Enzo. Ich nutze für die helleren Objekte das kleine Büchlein "Welcher Stern ist das?", in dem auch Deep Sky-Objekte hellerer Sorte eingetragen sind-mit drei Euro deutlich billger als ein GoTo-System ;-). Wenn ich mal ein komplizierteres Objekt beobachten will, nehme ich den Karkoschka oder nutze in Zweifelsfällen Cartes du Ciel.
Gruß, Gardalon
 
Hallo gardalon!

Was meinst Du mit "komplizierteres Objekt"?

Frauen? Auf den GoTo warte ich schon lange...

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

liebe Grüße,
enzo
 
Hey,

bezahlbare Goto-Systme kennen die schwierigen Deep-Sky Objekte erst gar nicht. Schon die Suche nach der Andromeda Galaxy verlief mit dem Meade 2114 äußerst ernüchternd!
Also habe ich selber gesucht, bin schließlich um 2 Uhr morgens dafür aufgestanden. Seit diesem Tag habe ich das Goto nicht mehr eingesetzt.
Drucke mir jetzt auch Karten mit Redshift.

Und Computer sind nicht schlecht, zuweilen nur die Menschen die Sie benutzen. Auf den Sinnvollen Einsatz kommt es an.

MfG Nepomuk
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo winnie,

Ist das so?

Klar, in München-Perlach (Heimat von Erkan & Stefan), wo mein Arbeitsplatz liegt, ist mir schon manch' Halbstarker über den Weg gelaufen und die "Schubladen" gehen da schnell auf, in die ich solche Typen stecke. Ich will solche Erscheinungen nicht wegdiskutieren. Die gibt es.

Andererseits: Nur weil die Kids von heute lieber Medien wie SMS oder e-mail nutzen als sich mit Goethe auseinander zu setzen, bin ich vorsichtig mit Aussagen, dass früher alles besser war (gilt sicherlich für die lichtunverschmutzten, dunklen Nächte).

Alarmglocken würden bei mir schrillen, wenn sich z.B. immer weniger junge Menschen für Astronomie (mit oder ohne GoTo) interessieren würden. Ist das der Fall? Kann das irgendwer belegen?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Menschen in der Astronomie oder sonst wo Zeitgeisterscheinungen entziehen können.

Liebe Grüße,

enzo
 
Hallo Nepomuk,

bin ganz auf Deiner Seite.

In Deinem Fall scheint mir Kasus Knaxus darin zu liegen, dass die von Meade für das 2114 eingesetzte Technik nicht so ausgereift ist, um einen wirklichen Mehrwert zu erzeugen.

Als Anfänger weiß ich nicht, ob die Technik anderer Hersteller oder anderer Produkte generell noch nicht so weit ist wie Leute wie ich sich das aufgrund regelmäßiger Lektüre gerne vorstellen.

Liebe Grüße,

enzo
 
Moin Enzo!

Ja, das ist so - das ist jedenfalls mein Eindruck.
Den Kiddies von heute geht was anderes durch den Kopf - ich mache u.a.
Vereinsarbeit mit und sehe die Altersstruktur, außerdem habe ich einige
Paradebeispiele "der heutigen Jugend" in der Familie.
Meine persönliche Erkenntnis: Zu viele Anfänger betreiben unser Hobby
heutzutage wie Fast-Food-Astronomie. Wer sein Erstlings-Teleskop
gleich mit Goto ausstattet, den zähle ich dazu. "Mit dem D-Zug - tschuldigung:
Transrapid <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> - durch die Galaxis und darüber hinaus..." Ich hab' da
andere Vorstellungen. Nein, früher war nicht alles besser, nur schwieriger.
 
>Was tust Du wenn Du [...] ein Deep-Sky-Objekt gefunden >hast?
Da versuche ich doch auch mal ungefragt zu antworten.
Da gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. Da ich heute möglichst viele "Neuentdeckungen" machen will, mache ich mir schnell eine Notitz und weiter geht's zum nächsten Nebelchen.
2. Da ich viel Zeit habe greife ich zu einem Blatt Papier und versuche das Objekt und seine Lage in der Umgebung zeichnerisch festzuhalten. Verschiedene Vergrößerungen und Filter werden durchgetestet und nachgelesen, was diverse Bücher so zu dem Objekt zu sagen haben. Und zack ist eine Stunde und mehr vergangen.
3. Bin ich müde oder habe ich nicht soviel Zeit, so fahre ich ein leichtes hübsches Objekt an und genieße einfach ein wenig ohne angestrengt zu gucken. Dabei kommt bevorzugt ein kleines Gerät oder Fernglas zum Einsatz.
4. Sollte man ein Objekt wirklich mal unverhofft vor die Röhre bekommen und es nicht sofort identifizieren können, so erlebt man einen der Spannensten Momente bei diesem Hobby. Ich versuche mir dann mit einer Skizze und einer Sternkarte möglichst exakt die Position einzuprägen, um dann später im Atlas oder Astrocomputerprogramm nachzusehen, was es nun war. So entdeckte ich meinen ersten "Kometen" beim Beobachten von M38. Nach aufregenden 20 Minuten war dann klar, daß es in Wirklichkeit ein stinknormaler Sternhaufen (NGC1907) war. Auch wenn ich heute nicht mehr ganz so euphorisch bin, beobachte ich aufgrund dieses Erlebnisses diesen Haufen noch heute öfters, als es ihm von der Brillianz her vielleicht zustünde.
Fazit: Einiges verpasst man, wenn man nicht selber sucht, andererseits kann man sich auch manchen Fluch bei der Sucherei sparen. Goto würde ich deshalb nicht grundsätzlich ablehen. Es muß jedoch klar sein, daß man beim Beobachten keine Zeit einspart, wie einmal eine Teleskop-Werbung verkündet hat, denn sehen tut man noch immer mit dem Auge nicht mit dem Computer und das braucht Zeit. Lediglich der Schwerpunkt der Beobachtung verschiebt sich. Bei einer Sternwartenführung in der Innenstadt bei 4m Brennweite und dejustiertem Sucher bin ich allerdings durchaus froh, wenn ich mal nur auf das Knöpfchen drücken muß.
Gruß Florian,
der kein Fundamental-Gotogegner ist, aber auch gerne selber sucht.
 
Hallo Florian,

welches total verstellte Fernrohr meinst Du da nur bloß...? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Hallo,

zur Frage, ob Fotographen sich selbst betrügen, will ich mal was sagen. Ich verstehe
den Sinn dieser Frage nicht so ganz, muß aber sagen, daß man sich als Fotograph
um eine ganze Menge Beobachtungszeit bringt ( nicht betrügt! ), da der Aufbau der
Technik sehr viel länger dauert als "nur" zum Beobachten. Außerdem geht ja noch jede
Menge Belichtungszeit drauf. Aber die selbstgemachten Dias sind die Mühe wirklich
wert! Die schaue ich mir sehr oft wieder an. Ob man fotographisch Goto braucht ist
wieder eine ganz andere Frage, die Steuerung zumindest in Stundenachse ist aber absolut
nicht zu ersetzen und steht überhaupt nicht zur Debatte, da sie schlicht nötig ist.
 
Fast food Astronomie, na und?

Zu viele Anfänger betreiben unser Hobby
heutzutage wie Fast-Food-Astronomie
Steht denn irgendwo geschrieben, wie Astronomie betrieben werden muss?
Also ich finde einen "In-2-Stunden-30-Messierobjekte-Abend" ohne langes Rumsuchen dank goto ausgesprochen entspannend. Und bei McDoof oder BurgerKing ess ich auch hin und wieder - es schmeckt mir halt.
 
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