Re: Zeit und Geduld
High @all!
Gebrauchsanweisung für diesen Beitrag:
Der reine Bezug auf Goto findet erst im Absatz Goto statt
Also wenn ich mich als Anfänger in der Materie Astronomie bezeichne ist das sicher nicht gelogen, wenngleich ich in meiner Kindheit und Jugendzeit keine Folge von "Aus Forschung und Technik" oder sonstige Reportagen zum Thema Astro und Raumfahrt verpasst habe. Später dann im Kabel und Sat-Zeitalter wurde es ja nur noch besser und dank BR3 und BR3/alpha macht sogar das spacige relaxen an bewölkten Nächten Spass.
Als ich dann etwa 12 Jahre alt war, bekam ich zu Weihnachten einen kleinen Refraktor aus dem Quelle-Katalog. Dieses Ding mit 40mm Öffnung und Alugusstubus(!), so zeigte sich später, eignete sich bestens, um Nägel in die Wand zu hauen, um daran Poster oder Sternkarten aufzuhängen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Nee, im ernst, ohne auch nur irgendeinen himmlischen Hintergrund fuhr ich damals einfach nur den Himmel ab, mit einem Tischstativ, am geschlossenen Fenster, direkt an der Heizung...(soll ich noch weiter machen??)
Damit erlosch verständlicherweise sehr schnell mein praktisches Interesse an Astro.
Viele Jahre später, genau vor 2 Jahren, befasste ich mich wieder etwas intensiver damit, ich las viel im INet und es dauerte nicht lange, bis mein Schwiegervater sein altes Bresser aus dem Keller kramte (wo wohl die meißten Kaufhausteleskope ihr Dasein fristen werden) mit dem für diese Teleskope typischen, zersprungenenen Okularsonnenfilter (!!)
Also, das Ding aufgebaut....was ist denn das für eine komische Aufhängung (Montierung), da kann man ja gar nicht (zieh, zerr) achso, das geht ja....(man bemerke, ich kannte bis dahin nicht denn Sinn einer parallaktischen Montierung und noch weniger wie man die ausrichten muss).
Und dann, ein typisches First Light V2.0: Ach, das da drüben funkelt gar nicht, könnte ein Planet sein....DIE RINGE!!!!!!!
Ich verharrte in Erfurcht. Noch einige Male sah ich mir Saturn und alsbald Jupiter an, viel mehr war aus dem Bresser nicht rauszuholen...so dachte ich, bis ich sah, was so manche Leute im Internet mit einem 114'er anstellen...
Also wieder viel geklickt und gelesen, aha, Kollimation....mhh, Laser...Chesire....Filmdose...Polsucher....Scheinerblende(?)...nee, scheinern nicht, ich mach ja keine Fotos und muss das Teil immer wieder abbauen, also nur grob ausrichten, muss erst mal reichen.
Also, denn Bresser neu justiert, tatsächlich, funzt viel besser, aber das wackelt ja alles ganz schön.
Ab hier kommt TS-Wolfi ins Spiel. Diesen netten Herren aus einer unbedeutenden byerischen Metropole sah ich öfter bei Ebay inserieren und feilbieten und so erwarb ich nach einiger Zeit eine EQ3 mit Alustativ (ich dachte tatsächlich, ALU sei besser als Holz, da die Wackelmonti von Bresser, eine irgendwie geartete EQ1 mit Holzbeinchen doch sehr schaukeltig war).
Kurzum, wieder eine Verbesserung. So nach und nach erwarb ich einiges an Zubehör und Austauschteilen, bis der Bressertubus letztlich die Montierung verlassen musste und einem Vixentubus gleicher Bauart Platz machen musste.
[*]
GOTO
Das Problem mit dem Ausrichten und dem gezielten Einstellen von Koordinaten habe ich zwar immer noch, aber dank einem Celestron Nexstar 4 mit GoTo kann ich die Dinge nun wesentlich stressfreier angehen. Das Nexstar 4 zur Orientierung am Himmel und den Vixen zum üben an der Technik. Hört sich seltsam an, aber es funktioniert tatsächlich beides. Zudem bietet mein Vixensystem viel Potential für Basteleien, das Nexstar ist halt einfach das Nexstar

.
Was aber GoTo lehren kann ist:
GoTo ist eine recht gute Erfindung, man hat mit einem Guider sogar gleich eine Nachführung erworben. GoTo treibt aber auch recht großen Schabernack, wenn die Ausrichtung gar nicht oder nur unzureichend genau ausgeführt wird. Zudem erwartet GoTo ein gewisses Grundwissen über Sternbilder und deren Hauptsterne. Befasst man sich einmal damit, wird man sehr schnell mehr lernen ohne es zu merken. Gut, welcher Stern nun der Alpha, beta......Stern ist, muss man zunächst ja gar nicht ohne Karte wissen, das ergibt sich von alleine, spätestens wenn man versucht mit Starhopping die Ostereier des Himmels, sprich die Deepsky-Objekte zu finden (soweit die Leistung des entsprechenden Gerätes Dies zuläst natürlich).
Es kommt also, wie bei allen Dingen im Leben, darauf an, was man draus macht.
Mein Ranking für Goto sieht folgendermaßen aus:
+ entspannte Beobachtung, auch für Leute, die sich mit der Teleskoptechnik selbst nicht auseinandersetzen möchten.
+ einfache Bedienung dank Datenbanken und geführte Touren
+ Fototauglich dank Nachführung
- geht einem der Saft aus (Nexstar) ist keine manuelle Steuerung möglich
- Gefahr von Kabelsalat bei ext. Stromversorgung
- Lerneffekt kann geringer sein
- Preis/Leistungsverhältnis zu Lasten der Optik
Speziell Nextar 4:
+ solide und stabile Verarbeitung
+ Optik recht brauchbar (Klassenbezogen)
+ Starfinder in der Grundausstattung
- keine deutsche Menüführung/Gebrauchsanweisung
- Grundgerät könnte in der Auflage Nivellierschrauben haben
- Polhöhenwiege recht teuer
- interne Stromversorgung durch Mignonzellen
- Netzadapter nur optional erhältlich
- kein Einschraubgewinde für Glas-Sofi
Alles in allem ein kompaktes Reisegerät, daß auch im Freundeskreis, an einem stabilen Tisch versammelt, viel Freude macht.
und nun, tatsächlich, dieser Beitrag ist hier zu Ende
