Goto für Anfänger

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framus

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Hallo, mit Überraschung lese ich in diesem Forum, dass Goto Geräte vom Meade oder Celestron vernünftig behandelt werden und nicht wie in einem anderen Treff nur als Schrott bezeichent werden.
Ich selber möchte mir ein Goto Gerät zulegen und bin bereit ca. 750 € zu investieren.
Ich habe aus beruflichen und familiären Gründen nicht die Zeit, mich nachts stundenlang auf der Suche nach einem Stern zu begeben.
Also was ist schlecht an einer Technik die einem Anfänger das Stene gucken erleichtert??
Ich würde mich darüber freuen, wenn ich von euch Erfahrungsberichte von diesen angeblich miesen Maschinen bekommen würde.
Gruß M

Betreff geändert vom Boardmaster
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Anfänger

M+C machen durchaus gar manch gute Sachen, das ist halt so ein Glaubenskrieg ;-)

Zu GoTO: Es ist nichts schlimmes dran, ist eine sehr praktische Sache. Wenn altgediente Hasen diese Technik aus Prinzip nicht akzeptieren, würde ich mich nicht abbringen lassen.

Jetzt kommt jedoch das "Aber":

Du must Dir natürlich im klaren sein, daß das Geld kostet. D.H. für den gleichen Betrag wirst Du eben beim Instrument dann eine kleinere Semmel backen müssen. Das ist ansich ja noch kein Nachteil man muß es halt wissen. Wenn man sich dann aber grad einen 70er Refraktor leisten kann, ist das nicht sooo das Wahre. Wenns Dir aber auf ein paar hundert Euros ned ankommt und Du es gerne bequem hast ... schlag zu.

Mehr kann man sagen, wenn Du andeutest, für welche Instrumentenklasse Du Dich interessierst (z.B. Refraktor/Newton auf klassischer Deutscher Montierung mit GoTo oder SC-Gabelmontierung).

Andreas
 
Re: Anfänger

Hallo,

mein Favorit für Dich wäre das Celestron Nexstar 4 (siehe: http://www.teleskop-service.de/Celestronseiten/Nexstar/nexstar.htm#nex4)

Ich hatte es selbst mal und kann nur positives berichten. Sehr gute optische Leistungen, das GOTO funktionierte gut und Du hast eine recht ordentlich Öffnung.

Da Dein Budget ein bisserl weiter unten angesiedelt ist, mußt Du einen Monat länger sparen!

CS

Philip <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
Re: Anfänger

Das Nextstar 4 habe ich schon in engerer Auswahl einbezogen. Du hast also Erfahrung damit. Kannst du näheres dazu angeben. Positive sowie negative Eigenschaften!!!???
Gruß M.
 
Re:Nachtvogel

Hallo Nachtvogel, genaues kann ich eben nicht sagen, weil ich keine Ahnung von der Materie habe. Das Gerät soll handlich sein und nicht so viel Schlepperei mit sich bringen. Ich kann von zuhause aus beobachten, keine Stadt nur Land und wenig Fremdlicht. Ich würde mich hauptsächlich für Sterne und Mond interessieren. Erdbeobachtungen wären, wenn überhaupt, nur zweitrelevant.
M.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re:Nachtvogel

Hallo Framus,
Ich muss sagen, ich rate dir von einem GoTo-Gerät ab. Ich denke, dass es gerade für den Einsteiger eine wichtige Erfahrung ist, zu lernen, selbst nach Objekten zu suchen und sie einzustellen. Der positive Nebeneffekt ist natürlich, dass du dir ein besseres Gerät leisten könntest. Ich persönlich würde dir eines der beiden Haupteinsteigergeräte empfehlen: Der 114/900er-Newton zeigt dir schon einiges, und für 300 Euro kriegst du so ein sehr schönes Teleskop mit ordentlich Zubehör. Das wäre eigentlich das Optimale, um zu testen, ob du an der Astronomie Gefallen findest. Das andere Gerät wäre der 200/1200er-Dobson. Hier kriegst du für 400 Euro eine wirklich gute und leistungsfähige Optik, und wenn du noch hundert Euro draufpackst, kriegst du auch noch alles, was du zunächst an Zubehör brauchst.
Gruß, Gardalon
 
Re: Anfänger

Hi,

ich gehöre ja eher zu den Goto Skeptikern. Deshalb lasse ich es mir nicht nehmen, noch auf 2 Punkte hinzuweisen.

1. Es bleibt Dir nicht erspart, die ca 20 hellsten Sterne dem Namen nach am Himmel zu finden. Derer 2 brauchst Du nämlich für das "Alignment", also der Prozess in dem das Goto-Gerät erstmal weiss, wie es zum Himmel steht. Vorher geht Goto gar nicht.
2. Goto-Geräte der von Dir angestrebten Preisklasse sind wegen ihrer recht kleinen Optik eher für Planeten geeignet. Die interessanten Planeten aber sind die hellsten Gestirne am Nachthimmel, zum Beispiel ist kein Stern (ausser der Sonne) so hell wie Mars in diesen Tagen. Das heisst, die Planeten fallen auf und sind deshalb leicht zu finden.

Tja, das Nexstar 4 hat eine 114/1000 Optik und ist ein Short-Tube-Newton. Diese Optik habe ich auch (ohne Goto als Kosmos 500) und sie ist ohne Justierlaser praktisch nicht richtig zu kollimieren. Für den Anfänger ist das eine riesen Hürde. Dadurch (und überhaupt durch die Optikkonstruktion mit der Barlow-Korrektorlinse) leidet die Planetenabbildung. Das Deep-Sky-Vergnügen hält sich auch in Grenzen, es geht aber.

Es ist allerdings auch so, daß ich Dir in dieser Preisklasse kaum eine vernünftige Goto-Optik nennen kann. Die Linsenoptiken (ETX 60,70 und Nexstar 80) haben zu wenig Brennweite für Planetenbeobachtung (Farbfehler!) und zu wenig Öffnung für DeepSky.
Vernünftige Optiken bei Goto-Geräten sind entweder die richtig grossen Goto-Teleskope, oder die Mak-Optiken des ETX 90, 105 und 127. Die Maks aber sind sehr auf Planeten spezialisiert - da sind sie allerdings gut. Nur für Planeten braucht man kein Goto, wie ich bereits darlegte...

Für mich das Fazit: Das macht mir alles Bauchschmerzen.
Wie wäre denn der Einstieg mit Feldstecher und der Kosmos Drehbaren Sternkarte? Nach ein paar Nächten kannst Du Dich damit am Himmel orientieren, und der Goto-Gedanke könnte in den Hintergrund treten. Und wenn nicht: Die Sternkarte kostet ca. 15,- Euro, Feldstecher ist vielleicht schon vorhanden. Kein Risiko, den Goto-Kauf noch etwas aufzuschieben.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

wenn es aktuell ein Teleskop mit GoTo sein soll (mit dem derzeitigen Budget) ist das erwähnte Nextstar eine gute Wahl. Ein solidesTeleskop, steife Montierung und GoTo sind eine interessante Kombination. Du solltest Dir aber bewusst sein (was Du mit Sicherheit bist), dass ein Großteil des Geldes in die Elektronik fließt und so dem "Teleskop fehlt". Vor geraumer Zeit konnte ich das LX 90 testen und war sowohl von der Optik und der GoTo-Genauigkeit sehr angetan. Wird aber Dein Budget etwas überschreiten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />. Ggf. kannst Du noch etwas sparen und erwirbst dann ein "größeres und steiferes" Teleskop (ggf. auf dem Gebrauchtmarkt).

Grüße, Christoph Lohuis.

NightSky - Zeitschrift von Amateuren für Amateure
 
Hallo Sven

Tja, das Nexstar 4 hat eine 114/1000 Optik und ist ein Short-Tube-Newton. Diese Optik habe ich auch (ohne Goto als Kosmos 500) und sie ist ohne Justierlaser praktisch nicht richtig zu kollimieren


Sach ma`, reden wir vom selben Teleskop? Das Teil ist kein Newton, sonder ein knackscharfes Maksutov mit f13 - also Brennweite um die 1300mm!

Meine Erfahrungen: Sauscharfe Bilder an Jupi und Saturn, mit Deep Sky geht einiges, also die ganzen M Objekte!

Es gibt nur postives über das Gerät zu sagen, außer das es so laut wie mein alter Rasenmäher ist - das nervt!

Ich würde, wie Gardalon geschrieben hat, eher zum 8" Dobson greifen (aber nicht zum 114er Newton), aber da nach einem GOTO gefragt wurde, kann ich ohne zu zögern das Nexstar4 als bestes seiner klasse empfehlen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

CS

Philip <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
www.galaxien-beobachter.de
 
Hi Phillip,

was? Ham die das geändert? Als was wird denn der 114/1000 Newton unter Nexstar verkauft? Nexstar 114 etwa? Tut mir leid die Verwechslung.

Bei Maksutov habe ich optisch keine Bedenken.
Aber da es ein ausgesprochenes Planetengerät ist, bleibt die Frage nach dem Sinn von Goto bestehen. Die 100mm Öffnung zeigen eigentlich nur die Messier-Objekte, und davon nichtmal alle mit interessanten Strukturen. Ohne Goto würde man ja 150mm Öffnung parallaktisch montiert bekommen, oder einen noch größeren Dobson.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Framus

Ich habe das Celestron NexStar 114 GT.

Ich muß dazu sagen das auch ich noch zu den Anfängern gehöre. Vor dem 114 GT hatte ich auch schon zwei andere Teleskope. Mein Problem war das, was wohl sehr viele Anfänger haben -man findet einfach nichts. Egal wie lange ich gesucht und geschaut habe, ich habe immer nur hunderte Sterne als feine Punkte gesehen, so wie mit bloßem Auge, nur halt mehr. Das war es eigentlich nicht was ich sehen wollte. Vom Mond mal abgesehen. Schweren Herzens habe ich dann die Teleskope nach und nach wieder verkauft und war schon nah dran das ganze Thema "Teleskop" aufzugeben.

Irgendwann dann habe ich mich entschlossen ein GoTo Teleskop zu kaufen. Denn auch ich habe leider nicht immer die Zeit nächtelang Objekte zu suchen (wenn ich es denn könnte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> ), obwohl ich das durchaus gerne tun würde.
Also habe ich mich für das o.g. Teleskop entschieden. Und ich muß sagen, ich bin wirklich begeistert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Align Verfahren (Justieren) ist dieses jetzt ein Kinderspiel welches in 5 Minuten erledigt ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

-Hier Danke nochmal für all die guten Tip's im Forum-

Zum Justieren gibt es 2 Hauptverfahren. Bei dem ersten mußt Du nicht einen einzigen Stern kennen und beim zweiten reichen 2 Sterne ( die nicht zu eng zusammen stehen) erstmal völlig aus. Mit dem 114 GT habe ich zum erstenmal Objekte auf Anhieb gefunden. Auch Kugelsternhaufen waren im Nu zu sehen.
Von daher ist das GoTo schon eine wirklich feine Sache.

Aber ich muß meinen Vorrednern hier natürlich auch Recht geben. Denn ein GoTo ist immer ein Kompromiss. Du hast den großen Vorteil als Anfänger direkt Objekte ohne Schwierigkeiten finden und beobachten zu können. Der Nachteil ist zum einen der finazielle Aspekt ( Neugerät Celestron 114 GT incl. Versand: 700 €). Denn für das Geld muß man ehrlicherweise sagen bekommt man schon Teleskope mit der Öffnung einer anderen Liga. Was zum zweiten schon die Öffnung anspricht. 114mm Öffnung ist natürlich nicht schlecht, aber für 700 € kannst du schon mehr als das Doppelte an Öffnung bekommen. Nur hast Du dann wieder das Problem mit dem Suchen. Wie gesagt -ein Kompromiss.

Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit dem 114 GT, spiele aber schon mit dem Gedanken mit für meine Montierung irgendwann mal einen größeren Tubus zuzulegen.

Falls Du da noch Fragen hast (die ich Dir beantworten kann) nur zu. Ich (und die anderen sicher auch) werde mein Bestes geben.

Gruß Murdock
 
Ich nochmal

Dieses Wirrwarr hinter dem Preis von 700 soll eigentlich Euro heißen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruß Murdock
 
Wo dran es hakt!

Hi Murdock,

ja, es gibt im Grunde dazu zwei Einstellungen zum Hobby.
Ich selbst möchte eben wissen, wo ich beobachte, was ich beobachte.
Goto akzeptiere ich als Hilfsmittel bei der Astrofotografie und für Führungen mit Publikum.
Aber sonst, für visuelle Zwecke, da ist Goto eben für mich so ähnlich, als würde mir jemand eine Videokassette in den Fernseher schieben.

Was Deine Erfahrungen angeht, die viele Einsteiger ja nunmal befürchten, will ich mal anschauen, wie's dazu kommt.

Da muß man sich die Einsteigergeräte mal anschauen. Das fängt beim Sucher an. 5x24 aus Plastik, den sieht man so verdammt oft. Ja, das ist ein Sucher, kein Finder!!!
Damit kann man nichts finden.
Wie ist es denn, sind die Sucher denn auch ordentlich justiert? Hat man wirklich eine 200m entfernte Antenne hergenommen und den Sucher sauber auch für 100x Vergrösserung justiert? Oder hat man nur eben 10m über die Strasse gepeilt bei 30 Fach den Nachbarschornstein im Okular wie im Sucher gesehen und dann eine Missweisung größer als die 1,5° Gesichtsfeld im 26mm Plössl eingebaut?
Hinzu kommt dann mangelndes Karten-Material. Der Karkoschka ist für manchen DeepSky-Beobachter "die Bibel", aber zum Beispiel auch "Stars am Nachthimmel" von Korth und Koch hat sehr gute Aufsuchkarten.
Diese Werke werden viel zu selten Empfohlen. Wenn es nicht immer gleich ums Thema Werbung ginge, müsste man einen Sticky-Thread mit Literaturhinweisen im Anfängerboard unterbringen.

Ich denke, ihr Einsteiger bleibt viel zu oft bei Goto hängen, weil ihr zwar Gewaltige Thread-Gebirge um die Teleskopmarke veranstaltet, aber um Bedienung usw. kein Wort mehr verliert. Ihr lasst Euch selbst mit dem Ding allein, und das was Du selbst beschreibst, das kommt dann dabei heraus.

Fragt sich, nachdem Du Deine Referenzsterne kennst, ob Du nicht ab dem Zeitpunkt ohne Goto leben könntest, ohne das nur jemals probiert zu haben!

Ja, sicher, das sind nun böse Worte gegen Einsteiger, die dieses einfache, bequeme Goto haben wollen. Aber wollen wir mal warten, bis ihr auch mal 5 Jahre dabei seid. Der Antwort, die ihr dann gebt, ist Gewicht beizumessen. Naja... wenn man in 5 Jahren noch Teleskope ohne Goto kaufen kann.
Ich nenne mich da "alten Hasen", ohne Rot zu werden. Als mir mein erstes 60/800 ins Haus kam, kannte ich den Himmel vom 12" F/5 der Sternwarte, und doch habe ich mich nie beschwert und ich habe auch meine Objekte gefunden, und Goto gab es damals noch nicht. Nichtmal einen Motor konnte ich mir erlauben, und azimutal war das Gerät auch noch Montiert, und mit 5x24 Plastik-Sucher, der intern auf 5x15 abgeblendet war.
Und der genannte 12" F/5 der Sternwarte, der hatte von 1988 bis 2001 gar keinen Sucher. Na und?

Ich glaube nicht, daß "ihr Einsteiger" zu bequem seid. Ich bin mir aber sicher, daß ihr zu wenig nachfragt, und daß ihr Euch um mögliche Fehler bei der Objektsuche zu wenig Gedanken macht.

Clear Skies
Sven
 
Re: Wo dran es hakt!

sven, dein posting sollte wirklich als dauerbrenner
in diesem board ganz oben stehen.

es wundert mich immer wieder, wie viele einsteiger
heutzutage glauben, man bräuchte nur ein teleskop
und dann läufts schon mit dem beobachten.
da gibts dann anfänger mit einem C11 GPS die es
nichtmal schaffen das GoTo zu bediehnen und dann
im forum nachfragen wie denn der mars zu finden ist.

sie sind weder schlau genug sich im internet kundig
zu machen, noch eine drehbare sternkarte zu kaufen,
noch ein einsteigerbuch zu lesen.
leute leute, so gehts leider nicht!!!

ich sage nur: lesen, lesen, lesen...

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Wo dran es hakt!

Hallo Sven, bino

Also was die Marke eines Teleskops betrifft, da komme ich mir manchmal vor wie auf einem Automarkt. Das hier weiter zu vertiefen möchte ich nicht, ich denke jeder weiß was gemeint ist. Als Einsteiger habe ich nun einmal nicht die Möglichkeit jede Marke zu testen. Und ist es nicht meistens so das immer das Teleskop was man selber hat sowieso das Beste ist?

Sehr wohl sollte man sich Erfahrungsberichte und Info's zu Gemüte führen.

Auch über Fehler bei der Objektsuche habe ich mir meine Gedanken gemacht. Ich habe inzwischen ganze Ordner voll von Ausdrucken, Sternenkarten, Beschreibungen von Teleskopen, Montierungen, Okularen, Zubehör samt deren Vor-und Nachteile. Dazu noch zig Links für's Internet, eine drehbare Sternkarte und ein Einsteigerbuch habe ich auch. Und sogar gelesen habe ich das! Ich finde für einen Anfänger ist das ganz schön viel Stoff auf einmal.

Und das GoTo bei vielen Hobbyastronomen verpönt ist habe ich schon mitbekommen. Aber in meinen Augen ist das Geschmackssache. Sicher, wenn ich auf 5 Jahre Erfahrung zurück blicken kann, dann rede ich vielleicht auch ganz anders. Aber ich kann es nunmal nicht. Und wenn mir persönlich das GoTo dazu verhilft dieses Hobby eben nicht aufzugeben, dann ist das schon mal eine gute Sache.

Ich mache (noch) keine Astrofotografie und ich habe auch kein Publikum Abends in meinem Garten. Soll ich deshalb auf dieses Hobby verzichten?
Und aus den vielen Sachen die ich mittlerweile so gelesen habe weiß ich, daß es verdammt viele Einsteiger gibt, die dieses Hobby schon aufgegeben haben oder nah dran waren, eben weil sie nichts finden. Natürlich habt ihr vollkommen Recht wenn ihr sagt, daß ohne "Theorie" nix geht. Aber man sollte die Leute die wirklich Interesse an der Astronomie haben und sich für ein GoTo Gerät, aus welchen Gründen auch immer, entscheiden, nicht als dumm bezeichnen.
(Vielleicht habt ihr es ja auch gar nicht so gemeint)

Irgendwann wird bestimmt der Tag kommen an dem auch ich Objekte selber finde. Und dann lege ich vielleicht auch keinen Wert mehr auf GoTo. Aber ich werde es deshalb nicht abwerten, denn ohne GoTo hätte ich in 5 Jahren dieses Hobby vermutlich nicht mehr.

Übrigens, ich habe kein C11 mit GPS, und wo Mars ist weiß ich (meistens) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Sorry für meine Direktheit, aber das mußte mal gesagt werden.

Gruß Murdock
 
Re: Wo dran es hakt!

Hi Murdock,

direkt bin ich ja nun auch.
Von dumm ist nun keine Rede. Und von den Gründen, warum viel zu wenig nach Beobachtungstechnik gefragt wird, haben wir nicht gesprochen.
Ich denke, dahinter steckt eher Schüchternheit, die Angst, für dumm gehalten zu werden.

Vielleicht macht es auch die Zeit. Es scheint heute ein Anspruch zu sein, sofort sichtbare Erfolge zu haben. Aber der Himmel wechselt nunmal im Jahreslauf, und deshalb braucht es auch mindestens ein Jahr, um sich am Himmel (grob) zurecht zufinden. Wie viele Abende habe ich ohne Teleskop nur mit der YPS-Sternscheibe draussen gesessen, um die Sternbilder kennenzulernen?

Wer die Zeit nicht haben will, dem kann ich auch nicht helfen. Nur soll er nicht von mir eine Optik wünschen, die Alles kann, und dann für 750 Euro.
Denn "Alles" ist ja die Antwort die man kriegt, schön verpackt in: "Ich will Mond und Planeten sehen, aber auch Galaxien und Sternhaufen."

"Kauf einfach irgendwas, am besten Kinderschokolade!". Soll das die Antwort der erfahrenen Sterngucker sein?
Ich weiss doch jetzt schon, daß der Beobachtungswunsch gerade so von einem 8" F/6 Dobs erfüllt werden könnte, aber stattdessen mit Gewalt auf einem 100mm Spiegelchen erritten werden soll.

Clear Skies
Sven
 
Re: Wo dran es hakt!

hallo,

also dich hab ich mit meinem posting gar nicht gemeint,
es ist nur meine ganz allgemeine erfahrung.
ich kenne ja viele einsteiger, teils persönlich,
teils vom privaten mailkontakt.

ich bekomme jeden tag etwa 2-5 mails von einsteigern,
die mich um rat fragen und ich helfe auch jedem,
da gibts gar nix, sven tut das übrigens ganz genauso.

schau mal, auch ich finde GoTo überhaupt nicht schlecht,
warum sollte es das auch sein? die technik selbst
kann ja gar nicht schlecht sein.
es kommt eben drauf an wie man mit ihr umgeht.

wenn GoTo dazu führt, daß immer mehr leute sich
immer weniger am himmel auskennen, so kann das natürlich
einfach der lauf der zeit sein, oder es kann auch
schade sein.
stell dir vor du stehst auf einer wiese und beobachtest
gerade mit deinem GoTo-gerät. dann kommt eine familie
vorbei und sie fragen dich nach dem hellen blauen stern
stern da genau senkrecht oben und du dann: "ähhh, den kenn
ich nicht, aber mein gerät könnte automatisch hinfahren
wenn ich seine daten eingebe..."
peinlich, peinlich oder?

dh. technischer fortschritt an sich ist weder gut
noch schlecht, aber es kommt drauf an wie man ihn nutz.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Zeit und Geduld

Hallo Murdock!

Vielleicht das ganze mal aus meiner Sicht, der Sicht eines Einsteigers, der nun seit knapp 3 Monaten sein erstes Teleskop sein Eigen nennt (ohne GoTo).
Interessieren für die Astronomie im allgemeinen tue ich mich seit ca. 1 1/2 Jahren und mit meiner Entscheidung bezüglich des Teleskopkaufs habe ich mir fast ein Jahr Zeit gelassen.
Während dessen habe ich mich mit der drehbaren Sternkarte, später dann auch mit einem Fernglas, das sonst nur für Naturbeobachtungen nutze, schon mal am Himmel orientiert. Allein das hat mir schon sehr viel Spaß gemacht. Ich sag nur "Plejaden" im Fernglas...
Durch die beiden Teleskope (60cm & 112cm) der Sternwarten in meiner Nähe konnte ich ebenfalls ein paar Mal schauen.

>Ich finde für einen Anfänger ist das ganz schön viel Stoff auf einmal.

Richtig, und hier liegt doch eigentlich der Hund begraben.
Wenn man als Einsteiger nicht die nötige ZEIT und GEDULD mitbringt, ist Frust eigentlich vorprogrammiert.
So gesehen ist für den Einsteiger, der schnell und bald Erfolge haben will, sprich etwas Spannendes im Okular sehen will, ein GoTo-Teleskop sicher eine interessante Sache.
Erfolge stellen sich mit GoTo-Unterstützung vielleicht eher ein, gerade wenn man wenig Zeit/Geduld hat.

>wenn mir persönlich das GoTo dazu verhilft dieses Hobby eben nicht aufzugeben, dann ist
>das schon mal eine gute Sache.

Da gebe ich Dir Recht!

Bliebt nur die Frage offen, wie lange dann der GoTo-Einsteiger beim Hobby bleibt. Da sehe ich nämlich folgendes Problem: Mit dem kleinen Teleskop, dass sich der GoTo-Einsteiger leistet, hat er zwar ein Art Dia-Show, nur das die "Dias" wohl auf Dauer langweilig werden und schon sehr bald ein größeres Teleskop her muss. Das ist dann aber oft (wiederum als GoTo-Gerät) sehr teuerer, evtl. gar zu teuer und das war's dann mit dem Hobby.

Auf lange Sicht kommt man am Lernen der Sternbilder und Nachschlagen in Sternkarten wohl nicht vorbei. Aber auch das macht doch Spaß! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Ich glaube, dass der Einsteiger auch ohne GoTo recht schnell Spaß am Hobby haben wird. [Im Grunde genommen wird er schon vor seinem ersten Teleskop Freude an der Sache haben.]

Man nehme,

... ein solides Teleskop, nehmen wir z.B. mal den oft empfohlenen 8" Dobson mit Telrad Finder (!) und etwas Zubehör

... etwas Literatur, ne Sternkarte, Karkoschka, Kosmaos Himmelsjahr.

Gibt's Schwierigkeiten kann man hier im Forum posten.... es wird einem immer geholfen.

[und da sind gerade der Sven und der Tom immer mit von der Partie, auch außerhalb des Forums per eMail, die Erfahrung habe ich selber gemacht.]

Noch besser, man tut sich mit Sternfreunden in seiner Nähe zusammen (Treffpunkt-Board hier im Forum, Astrovereine, Volkssternwarten,...)

... tja, wenn man nun noch Zeit und Geduld mitbringt und auch gelegentliches "Nichtfinden" wegstecken kann, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.


Viele Grüße und allen (ob mit oder ohne GoTo) einen klaren Himmel,

Gerrit.

P.S. Ich fände es übrigens schade, wenn Du an dieser Stelle aus der Diskussion ausstiegest, auch wenn es vielleicht gerade etwas hitziger zur Sache geht.
Vielleicht finden wir ja auch noch heraus, warum es bei Dir jetzt erst mit dem Nexstar 114 richtig klappt (schon mal für später <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />).
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Zeit und Geduld

Hallo Gerrit, Sven, Tom

Eins mal vorweg. Ich möchte nicht das der Eindruck entsteht das ich hier irgendjemanden etwas will!

Im Gegenteil. Ich finde die offene und ehrliche Art, insbesondere von Sven und Tom, sehr gut. Da wird halt Klartext geredet, auch wenn es mal etwas hitziger wird. Ich habe auch schon zu anderen Themen Beiträge von ihnen gelesen und denke das sie wirklich Ahnung haben und sehr kompetent sind! Und Aussteigen aus dieser sehr interessanten und auch informativen Diskussion tu ich auch nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Sven schreibt zum Beispiel "wenn man nicht die Zeit haben will". Ich würde gerne mehr Zeit haben, aber bei mir kommt der Beruf (Schichtdienst) und auch die Familie dazu. Natürlich weiß ich das vorher, aber dennoch möchte ich nicht auf dieses Hobby verzichten. Und Du hast selbstverständlich 100% Recht das man Zeit und Gedult mitbringen muß.

Ich interessiere mich schon seit vielen Jahren für Sterne, Planeten und alles was damit zusammenhängt. Für die Astronomie mittels Teleskop seit ca. 1 Jahr. Und ich lerne auch Sternbilder anhand von Sternkarten, sitze auch Abends viel ohne Teleskop draußen und suche Sterne und Sternbilder. Leider gibt es in meinem Bekanntenkreis/ Nachbarschaftskreis keine Personen die dieses Hobby teilen. Und die nächste Sternwarte ist 50 Autobahnminuten entfernt. Natürlich war ich auch schon mal dort und es hat mir auch sehr viel gebracht, so ist das nicht. Nur leider kann ich nicht so oft dorthin fahren wie ich es gerne würde.

Mein Ziel ist es mit dem GoTo (und natürlich auch mit der zu erlernenden Theorie) eine wirksame Hilfe zu bekommen, so daß ich mich irgendwann auch ohne GoTo am Himmel zurecht finde. Ich habe niemanden der mich "an die Hand nehmen kann". Ich muß und will es auch alleine schaffen. Das GoTo ist mir dabei halt eine wirklich große Hilfe. Und Du hast natürlich recht wenn Du sagst das einem irgendwann diese Öffnung zu wenig sein wird und man sich nach einem größeren Teleskop umschaut. Aber ich muß (und kann) mir kein Teleskop mit GoTo für "astronomische Summen" kaufen.

Irgendwann (ich weiß nicht wann) werde ich nicht mehr auf GoTo angewiesen sein, dann denke ich ist die Zeit reif für ein größeres Teleskop ohne GoTo.

Aber bis dahin werde ich noch viel lesen und mich an meinem elektronischen Begleiter erfreuen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />


Ich freue mich das man mit euch so offen reden kann!!!


Gruß Murdock
 
Re: Zeit und Geduld

Hallo,

ich möchte mich meinen Vorrednern ganz klar anschkießen und sogar noch ein ganz wichtiges Argument draufmachen:

was willst Du denn überhaupt sehen da draußen in der hoffentlich dunklen Nacht? Messier-Objekte? bringt jedes 11x80
oder 15x80 Fernglas deutlich besser als die viel zu engen Röhren, für die goto so meistens verkauft wird! Und
wenn Du sie dann gefunden hast, siehst Du wieder nix (nämlich einen Bruchteil dessen, was in jedem vernünftigen
Buch so abgebildet ist). Ich sehe eigentlich die Beschäftigung mit Astronomie eher als eine Möglichkeit, den Himmel
kennen zu lernen - die tollen Bilder mußt Du dann im Internet suchen - die werden heute mit 3m Spiegeln
gemacht (unsere haben 30cm wenn sie groß sind). Aber Du weißt ohne Goto wenigstens hinterher wo die Dinger zu
finden sind. Statt Goto kannst Du Dich meiner Meinung nach gleich ins Planetarium setzen. Oder halt ein gutes
Fernglas benutzen - da hast Du nicht die rechts links oben unten Probleme wie beim Newton.

Gerade wenn Du keine Zeit hast, solltest Du sie Dir einteilen, und da gibt es bei Astro meist so 2 Klassen von
Interessenten:
Mond und Planeten: braucht Teleskop und nun wirklich kein goto (aber geht auch von der Stadt aus noch ganz gut)
Deep Sky (Sternhaufen Nebel Galaxien): die brauchen dunkelsten Himmel, dann reicht meist schon ein GROSSES
Fernglas (wieder nix für goto), und wenn man die Dinger mal kennt den größten Dobs den man zahlen und bewegen kann.

Goto ist eigentlich was für Observatorien, die ihre Geräte nach Beobachtungsplan maximal effizient nutzen müssen
(leider taugt es in der "Billigform" nicht mal für Fotografie - das wäre sonst wohl das einzige Argument)

Wenn Du mal die Schwierigkeiten kennst, die eine ganz normale unmotorisierte Montierung in kalten Winternächten
machen kann (und das Teleskop auch) wirst Du sicher alles unnötige gern weglassen!

nimms nicht krumm und schau erst mal bei anderen mit durch, bevor Du Dir was kaufst!!!

Gruß
 
Hi,
wenn du häufiger DeepSky beobachten möchtest, sind die f/13 des Nexstar 4 alles andere als optimal. Bei dem Nexstar 4 kann man auch keine 2-Zoll Okulare einsetzen, was bei diesem Öffnungsverhältnis von großem Vorteil wäre.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass die Optik des N4 dem N5 deutlich unterlegen ist. Leider ist das Nexstar 5 auch doppelt so teuer, aber es ist auch doppelt so gut, was nicht nur an dem einem Zoll mehr Öffnung liegt.
In deiner Preisklasse wirst du meiner Meinung nach, kein "vernünftiges" Goto-Gerät finden. Da würde ich besser noch einige EUS sparen und einen 8Zoll-Newton auf einer HEQ5 nehmen. Mit einem Telrad-Finder und den Finder-Charts, lassen sich viele Objekte einfach finden.

Zum Thema Goto mal allgemein:
Viele Sternfreunde besitzen das, von einigen so gehasste, C8 auf einer GP oder GPDX-Montierung. Das ist sicherlich eine sehr stabile Angelegenheit. Das ganze ist aber schwer und teuer, vor allem wenn man bedenkt, dass noch Motoren nachgerüstet werden müssen.
Ein handliches Nexstar 8 ist viel leichter, schnell aufgestellt und es ist deutlich günstiger. Das Goto sehe ich eher als Bonus, denn man darf nicht vergessen, dass das Teil ja auch sehr genau nachführt.
Falls man natürlich Langzeitfotografie machen möchte, ist die äquatoriale Montierung erste Wahl.
 
Re: Zeit und Geduld

Hi Murdock,

Du, jetzt werd ich mal konstruktiv :-)
Also, 50 Autobahnminuten mag die nächste Sternwarte entfernt sein, die im Himmelsjahr eingetragen ist, aber NRW ist wesentlich besser "astronomisch organisiert". Ich glaube, eine Ecke ohne astronomische "Truppe" in 20 min. Anfahrtszeit zu finden, dürfte hier unmöglich sein. Nur finden muß man sie Leute halt.
Ich würde sagen, geh da mal in die vernetzte Offensive, und schreibe mal Deinen Wohnort dazu, und dann findet sich womöglich viel eher jemand. Und selbst wenn Du nur für einen Beobachtungsabend eine längere Fahrt in Kauf nimmst, ist der Lerneffekt nur eines Abends ein Riesen-Schritt nach vorn für Dich.

Clear Skies
Sven
 
Re: Zeit und Geduld

Hi Murdock,

so wie ich das sehe gehst Du die Sache doch gar nicht so anders an als ich selbst.

Du bist vom Astrofieber infiziert, versuchst Dir zur Orientierung am Himmel die Sternbilder einzuprägen, bist einem Blick in Buch und Karten nicht abgeneigt...

Was ich glaube ist, dass Du mit dem Kauf Deiner ersten beiden Geräten ziemlich daneben lagst. Ich rate jetzt einfach mal: zuerst war's ein kleiner Refraktor (evtl. ein 70mm) auf Wackelmontierung, miesem Sucher usw., dann vielleicht ein Newton-Reflektor (?144mm?) mit ähnlichen Eigenschaften.

Da hat man es -gerade als Einsteiger mit wenig Zeit- wohl wirklich schwer. Ich kann Dich gut verstehen, dass Du beim dritten (und evtl. auch letzten) Versuch nichts anbrennen lassen wolltest und auf den Computer setztest statt z.B. auf den vielbeschworenen 8" Dobson, den Du für das gleiche Geld bekommen hättest. Das hätte ich vor dem Hintergrund der ganzen Rückschläge aber wohl auch so gemacht. Nach dem Motto: Lieber auf Nummer sicher mit GoTo, dafür halt 3 ½ Zoll weniger Öffnung (was in dem Bereich aber schon ein enormer Unterschied ist). Und auf das GoTo ist ja auch Verlass. Jedenfalls zeigt Dir das Teleskop nun auch endlich mal etwas, wenn auch weit weniger als der Dob!

Hanz Verweise auf das Planetarium oder Bücher finde ich da sehr unpassend. Was ist schon das Naturerlebnis, sozusagen die Live-Bilder, im Vergleich zu Planetarium oder Hubble-Hochglanzbildern?
Auch das Dir die genannten Ferngläser mehr zeigen als Dein Teleskop kannst Du nicht für bare Münze nehmen.

Jetzt wirst Du Dir sicherlich nicht gleich das 4te Teleskop zulegen wollen. Ist auch klar.

Aber ich bin mir sicher, dass Du bei Deinem nächsten Teleskop wieder auf den Computer verzichten kannst, weil Du informiert bist und weißt worauf es ankommt. Nur schaffst Du dann an einem Abend anfangs sicher nur einige wenige Objekte und musst das Handling erst etwas üben. Ist halt keine "Dia-Show". Das seitenverkehrte bzw. um 180° gedrehte Bild ist beim Aufsuchen auch gewöhnungsbedürftig, aber das kennst Du ja von den ersten beiden Teleskopen. Gönn Dir unbedingt einen Finder (Telrad, Rigel o.ä.)! Mit einer größeren Öffnung findet man Deep Sky Objekte dann auch besser, weil mehr Lichtsammelleistung.

cs,

Gerrit.


 
Re: Zeit und Geduld

High @all!

Gebrauchsanweisung für diesen Beitrag:
Der reine Bezug auf Goto findet erst im Absatz Goto statt :-)


Also wenn ich mich als Anfänger in der Materie Astronomie bezeichne ist das sicher nicht gelogen, wenngleich ich in meiner Kindheit und Jugendzeit keine Folge von "Aus Forschung und Technik" oder sonstige Reportagen zum Thema Astro und Raumfahrt verpasst habe. Später dann im Kabel und Sat-Zeitalter wurde es ja nur noch besser und dank BR3 und BR3/alpha macht sogar das spacige relaxen an bewölkten Nächten Spass.

Als ich dann etwa 12 Jahre alt war, bekam ich zu Weihnachten einen kleinen Refraktor aus dem Quelle-Katalog. Dieses Ding mit 40mm Öffnung und Alugusstubus(!), so zeigte sich später, eignete sich bestens, um Nägel in die Wand zu hauen, um daran Poster oder Sternkarten aufzuhängen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Nee, im ernst, ohne auch nur irgendeinen himmlischen Hintergrund fuhr ich damals einfach nur den Himmel ab, mit einem Tischstativ, am geschlossenen Fenster, direkt an der Heizung...(soll ich noch weiter machen??)

Damit erlosch verständlicherweise sehr schnell mein praktisches Interesse an Astro.

Viele Jahre später, genau vor 2 Jahren, befasste ich mich wieder etwas intensiver damit, ich las viel im INet und es dauerte nicht lange, bis mein Schwiegervater sein altes Bresser aus dem Keller kramte (wo wohl die meißten Kaufhausteleskope ihr Dasein fristen werden) mit dem für diese Teleskope typischen, zersprungenenen Okularsonnenfilter (!!)

Also, das Ding aufgebaut....was ist denn das für eine komische Aufhängung (Montierung), da kann man ja gar nicht (zieh, zerr) achso, das geht ja....(man bemerke, ich kannte bis dahin nicht denn Sinn einer parallaktischen Montierung und noch weniger wie man die ausrichten muss).
Und dann, ein typisches First Light V2.0: Ach, das da drüben funkelt gar nicht, könnte ein Planet sein....DIE RINGE!!!!!!!

Ich verharrte in Erfurcht. Noch einige Male sah ich mir Saturn und alsbald Jupiter an, viel mehr war aus dem Bresser nicht rauszuholen...so dachte ich, bis ich sah, was so manche Leute im Internet mit einem 114'er anstellen...

Also wieder viel geklickt und gelesen, aha, Kollimation....mhh, Laser...Chesire....Filmdose...Polsucher....Scheinerblende(?)...nee, scheinern nicht, ich mach ja keine Fotos und muss das Teil immer wieder abbauen, also nur grob ausrichten, muss erst mal reichen.

Also, denn Bresser neu justiert, tatsächlich, funzt viel besser, aber das wackelt ja alles ganz schön.

Ab hier kommt TS-Wolfi ins Spiel. Diesen netten Herren aus einer unbedeutenden byerischen Metropole sah ich öfter bei Ebay inserieren und feilbieten und so erwarb ich nach einiger Zeit eine EQ3 mit Alustativ (ich dachte tatsächlich, ALU sei besser als Holz, da die Wackelmonti von Bresser, eine irgendwie geartete EQ1 mit Holzbeinchen doch sehr schaukeltig war).

Kurzum, wieder eine Verbesserung. So nach und nach erwarb ich einiges an Zubehör und Austauschteilen, bis der Bressertubus letztlich die Montierung verlassen musste und einem Vixentubus gleicher Bauart Platz machen musste.

[*]GOTO


Das Problem mit dem Ausrichten und dem gezielten Einstellen von Koordinaten habe ich zwar immer noch, aber dank einem Celestron Nexstar 4 mit GoTo kann ich die Dinge nun wesentlich stressfreier angehen. Das Nexstar 4 zur Orientierung am Himmel und den Vixen zum üben an der Technik. Hört sich seltsam an, aber es funktioniert tatsächlich beides. Zudem bietet mein Vixensystem viel Potential für Basteleien, das Nexstar ist halt einfach das Nexstar :-).

Was aber GoTo lehren kann ist:
GoTo ist eine recht gute Erfindung, man hat mit einem Guider sogar gleich eine Nachführung erworben. GoTo treibt aber auch recht großen Schabernack, wenn die Ausrichtung gar nicht oder nur unzureichend genau ausgeführt wird. Zudem erwartet GoTo ein gewisses Grundwissen über Sternbilder und deren Hauptsterne. Befasst man sich einmal damit, wird man sehr schnell mehr lernen ohne es zu merken. Gut, welcher Stern nun der Alpha, beta......Stern ist, muss man zunächst ja gar nicht ohne Karte wissen, das ergibt sich von alleine, spätestens wenn man versucht mit Starhopping die Ostereier des Himmels, sprich die Deepsky-Objekte zu finden (soweit die Leistung des entsprechenden Gerätes Dies zuläst natürlich).

Es kommt also, wie bei allen Dingen im Leben, darauf an, was man draus macht.

Mein Ranking für Goto sieht folgendermaßen aus:
+ entspannte Beobachtung, auch für Leute, die sich mit der Teleskoptechnik selbst nicht auseinandersetzen möchten.
+ einfache Bedienung dank Datenbanken und geführte Touren
+ Fototauglich dank Nachführung

- geht einem der Saft aus (Nexstar) ist keine manuelle Steuerung möglich
- Gefahr von Kabelsalat bei ext. Stromversorgung
- Lerneffekt kann geringer sein
- Preis/Leistungsverhältnis zu Lasten der Optik

Speziell Nextar 4:

+ solide und stabile Verarbeitung
+ Optik recht brauchbar (Klassenbezogen)
+ Starfinder in der Grundausstattung

- keine deutsche Menüführung/Gebrauchsanweisung
- Grundgerät könnte in der Auflage Nivellierschrauben haben
- Polhöhenwiege recht teuer
- interne Stromversorgung durch Mignonzellen
- Netzadapter nur optional erhältlich
- kein Einschraubgewinde für Glas-Sofi

Alles in allem ein kompaktes Reisegerät, daß auch im Freundeskreis, an einem stabilen Tisch versammelt, viel Freude macht.

und nun, tatsächlich, dieser Beitrag ist hier zu Ende :-)
 
Hallo,

ich kann mich Dieters Argumenten anschliessen:

GOTO ist eine nette Zugabe. Man hat ja damit gleichzeitig eine Nachführung, die gerade bei der hochvergrössernden Planetenbeobachtung sinnvoll ist. Die Nexstar- und ETX- Geräte sind azimutal montiert, sind somit weniger ausladend und wesentlich leichter, da keine Gegengewichte benötigt werden.
Grüsse,
geminga
 
Re: Zeit und Geduld

Hi Raziel,

zwei Dinge:

1. Goto ist nicht fototauglich, da durch die azimutale Montierung Bildfelddrehung auftritt. Goto hilft dann also nur zum Belichten von Planetenreihen, und mit Einschränkungen kann man auch sehr kurz belichtete DeepSky-Fotos übereinanderstacken.

2. Kann ich eventuell ein Bild von dem Sonnenfilter für diesen Artikel bekommen?

Clear Skies
Sven
 
Re: Zeit und Geduld

Hallo,
nun misch ich mich auch noch ein. Habe gerade mein neues ETX 105 mit Goto und Autostar bekommen (siehe Beitrag: ETX Was ist los) und bin geradezu im Rausch (der ohne Drogen).

Also ich betreibe Astronomie schon seit ich denken kann, allerdings ohne regelmäßige und extreme Zeitaufwendungen, da ich den Mond und die Planeten immer sehr genossen habe. Ich hatte lange Jahre ein stinknormales Erdbeobachtungsfernrohr mit labbrigem Stativ und hatte immer viel Freude (aber nix Deep Sky und so...). Bis ich vor einem Jahr ein gebrauchtes Celestron C4.5 mit echt tollem Stativ erworben hatte. Übrigens hier über den Gebrauchtwarenmarkt (und wahrscheinlich ist es bald auch wieder hier zu haben - also falls jemand was sucht mailt mir einfach). Damit war alles um klassen besser aber die Umstellung mit der astronomischen Montierung und dem suchen und finden hat mir einige Schwierigkeiten gemacht. Wohl auch Mangels Zeit und Geduld. Nun erwuchs der Wunsch nach diesen tollen Nachführgeräten - und ich bin begeistert.

Also ich finde auch jeden Planeten und kenne mich mit Sternbildern und Karten aus, aber die Montierung, das spiegelverkehrte suchen hat mir doch echt zu schaffen gemacht. Jetzt habe ich also auf Öffnung verzichtet und finde aber alles und wenn ich will kann ich eine wie ihr sie nennt Diashow machen --- aber wo ist das Problem es gefällt mir sogar sehr gut. Ich denke wenn man eine Frau erobern will ist ja das suchen nicht unbedingt das schöne...jetzt finde ich nur noch und umso mehr Spaß macht es mir dann mehr über das was ich sehe herauszufinden und zu lesen.

Also das ist natürlich ebenfalls nur eine ganz bescheidene persönliche Meinung von mir aber ich denke auch so kann man ein wunderbares Hobby genießen. (und selbstverständlich wird auch irgendwann wenn die Zeiten in Deutschland besser sind auch ein Dobson im dann zu kleinen Wohnzimmer stehen).

Also viele Grüße
Bee Dee

P.S. Apropos schlechte Zeiten, braucht jemand einen erfahrenen Grafik Designer??? http://design-animation.de

;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-)
 
Re: Zeit und Geduld

High Sven,

klar, durch die Bildfeldrehung ist in der AZ-Aufstellung natürlich nur begrenzt Fotografie möglich, wie Du schon sagtest.

Zum SoFi:
Die SoFi-Hülse ist mittlerweile leer, also nur noch der Gewindekörper. Ich könnte Dir zwar ein Foto davon machen, aber ob das dienlich ist für Deinen Artikel (??)
Mein Schwiegervater hatte übrigens geschworen, damals den Anweisungen, die dem Teleskop beigefügt waren, treu gefolgt zu sein ,also die Sonne nur morgens (<9:00) beobachtet zu haben. Soas stand tatsächlich geschrieben!.

 
Re: Zeit und Geduld

Hi Raziel,

hm, schade. Aber nicht so schlimm. Ein abschreckendes Foto ist ja da. Wenn sonst noch jemand Fotos von qualmenden Scherben hat, immer her damit!

Ja, diese Anweisung vor 9 Uhr morgens usw ist total quatsch, weil sich auch je nach Wetterlage die Horizontsicht drastisch ändert. Und es kann ja auch ein Alpenbewohner diese Teleskope beim Versand bestellen.
Großer Unfug wird da mit dem wertvollen Augenlicht getrieben.

Auf dem letzten ATT hatte ich einen ausrutscher, die Strömung trieb mich vor eine orangene Plastikkiste, und darin lagen locker hundert oder mehr dieser Un-Dinger.
"Iiihh Augentöter" entfuhr es mir laut, was den dabeistehenden Händler nicht gerade begeisterte.
Ich versuchte mich dann irgendwie aus der Affäre zu ziehen, weil ich sonst sicher noch lauter geworden wäre. Da rief mir der Händler nach "Ja sollen wir die denn wegschmeissen?"
"Genau das" rief ich flüchtend zurück!

Man bedenke das: Irgendein Händler hat diese Filter aus allen Teleskoppaketen entfernt, weil er sie für unverantwortlich hält. Und was tut er damit? Er verkauft sie weiter an einen "Resteverwerter", der dann damit auf der ATT steht? Und die eben geretteten unwissenden wieder damit versorgt...

Clear Skies
Sven
 
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