Hallo Tom
Du hast ja soooooo recht mit Deiner Aussage. Neben dem durch Thomas erwähnten 4. Typen, gibt es noch einen 5. Typen, besonders hirnrissig, unfähig-super-doof, und jeden Schei... haben wollenden Technikfreak: - DEN ASTRONOMEN UND ASTROPHYSIKER!!!!!!
Mir ist schon klar, dass Du VLT, Gemini, Subaru oder Keck von Hand nachführen würdest, doch spätestens bei Habbel würde auch Dir die Luft zu dünn!! Bei Deiner EQ6 haste wohl die Elektronik präventiv entfernt, -wie es sich für einen Puritanier gehört. Und Deine Bilder mit der Webcam waren auch nur ein Ausrutscher in die Moderne, natürlich ebenso wie Deine Homepage (die ich übrigends sehr schätze!!). Bei Deinem Statement kommen mir unweigerlich Galileo oder Bruno in den Sinn. Der erstere von beiden hatte es tatsächlich gewagt, so ein Rohr mit Glaszeug drin gen Himmel zu richten - Blasphemie <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> und Teufelszeug <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> !!! - Grosses Pfui und auf den Scheiterhaufen!!
Nun wird es sachlich:
Ich habe meinen Weg zum Beobachten über die Physik gefunden. Der Durchbruch kam folgendermassen: Oft war ich an den öffentlichen Tagen an der Sternwarte in Kreuzlingen (
www.avk.ch ). Das Beobachten ging folgendermassen: Die Demonstratoren, alle Profis in ihrem Fach, fuhren einmal dies und einmal das an. Je nach Seeing war nach 5..10 Objekten Schluss oder es ging immer schleppender weiter. Schuld daran war nicht die Unkenntniss der Demonstratoren sondern: Gewisse Dinge brauchen ihre Zeit. Doch mit 10..20 Leuten in der Kuppel...es blieb also bei den ewig gleichen Objekten. So hatte ich mir vor einem meiner Besuche ein paar Galaxien-Koordinaten aus Redshift 2 herausgeschrieben und bin mit dem Zettelchen da angetanzt. Das Seeing war super und Leute waren auch keine da. Nach dem Pflichtprogramm hatte ich die Demonstratoren für mich und so zog ich meinen Zettel. Es war ein absoluter Traum! Galaxien-Hüpfen, eine nach der andern, die Zeit verging wie im Flug und plötzlich hatten die beiden Demonstratoren auch noch gemerkt, was alles in dem 48cm Cassegrain steckt. Das Sahnehäubchen kam zum Schluss: M104, die Sombrerogalaxie. Besser wie alles zuvor gesehene! Dieses Erlebnis hat mich dazu bewogen A: in den Verein einzutreten und B: selber mit beobachten anzufangen.
Da ich seit 2.5 Jahren nicht mehr am schönen Bodensee, sondern in der üblen Aglo Zürich wohne, habe ich nur noch einen Ein-Paar-Sterne-Himmel: Da wird selbst das Alignement am Nexstar 11 z.T. zum Problem, vom Orientieren ohne GoTo und Auffinden schwacher Objekte schon gar nicht zu reden, nebst der Tatsache, dass ich mich da oben auch nicht besonders auskenne. Für mich hat sich der Himmel neu geöffnet und dank GoTo lerne ich die Objekte kennen und finden, und irgend wann bin ich vielleicht in der Lage, das Objekt noch vor dem GoTo zu finden (beim Mond klapt das schon recht gut).
Meine Meinung: Astronomie war und ist eine Disziplin, die IMMER durch die technische Entwicklung geprägt war und bleiben wird und in der Folge ist diese Diskussion so unnötig wie Bauchschmerzen.
In meiner alten Wohnung habe ich es genossen, im Sommer den Sternenhimmel von blosem Auge im Liegestuhl liegend zu beobachten, da wo ich jetzt wohne, brauche ich Goto.
Gruss aus dem lichtdurchfluteten Zürich
Peter
PS: Zum Glück habe ich die EQ6 mit FS2 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />