Re: Granulation <-> Supergranulation
wenn Du mir jetzt noch meine Frage beantwortest ... Siehst Du tatsächlich mit 60mm Öffnung Granulen? Oder siehst Du eher das Gegriesel vom Markus? Ich kann mit 60mm die Granulation nicht auflösen und sehe nur eine undifferenzierte rauhe Oberfläche - also Gegriesel
Hm, also ich bin nun auch etwas in Verwirrung geraten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Fakt ist ich seh mit den erwähnten Optiken eine feine körnige Struktur auf der Oberfläche der Sonne. Diese Struktur ist statisch, d.h. sie "grisselt" nicht im Sinne von sich bewegenden Körnchen (z.B. Rauschen beim Fernseher). Auch ist die Struktur körnerförmig. Die Zwischenstrukturen - ebenso wie bei Fackelgebieten oder den Filamenten in den Randbereichen von Sonnenflecken sind grössenordnungsmässig im Bereich von unter 2" Durchmesser.
Fakt andererseits ist die Grösse der Granulen die laut "Die Sonne beobachten" aus dem SuW Verlach zwischen 0.5" und 2.5" und im Mittel bei 1.5" liegt. Nimmt man nun mal die 50mm Öfnung meines Binos und die alte Formel für das Auflösungsvermögen 127/D kommt man auf höchsten 2.5" Auflösungsvermögen --> sind also die Granulen wirklich nicht beobachtbar?
Andererseits ist es so, dass obige Auflösungsformel streng genommen nur für 2 gleichhelle punktförmige Lichtquellen gilt und schon gar nicht für flächige Objekte. Anders wäre es sonst nicht zu erklären, dass man (flächige) Dinge wie Encke-Teilung oder Details auf Jupitermonden mit Geräten beobachten und photographieren kann, wie weit unter dem theoretischen Auflösungsvermögen obiger Formel liegen.
Dazu muss ich auch noch erwähnen, dass die beobachtete Körnigkeit nahezu verschwindet, wenn man am Bino ein Auge zukneift.
Vielleicht hilft ja folgende Pasage aus erwähntem SuW Buch weiter:
Im Teleskop sind oft auch Granula mit Winkelausdehnungen von 10" oder mehr zu beobachten, die sich aber bei höherer Auflösung als Zusammenballung mehrerer Granulationszellen mit geringem Abstand erweisen
Meine Schlussfolgerung:
Mit den kleinen Öffnungen kratzt man tatsächlich am Limit der Granulation herum. Wahrscheinlich sieht man oft nicht einzelne Granulen, sondern nur die Konturen zusammengeballter Bereiche oder besonders kontrastreicher Einzelgranulen.
Aber wenn mich jemand fragt, ob man die Granulation mit 60mm Öffnung sehen kann, würde ich ihm eindeutig ja sagen!
Kann man die Granulation aber vollständig mit so einem Gerät auflösen => Nein! Dazu braucht es i.d.T. grössere Optiken und das entsprechende Seeing (siehe z.B. die bekannten Aufnahmen von Wolfgang Lille)
Es ist halt wohl wie mit den Details auf Jupiter. Mit 60mm Öffnung kann man schon einiges herausarbeiten, richtig aufgelöst werden die Girlanden und Bänder aber erst ab 14" aufwärts.